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262
Vereinszeilung.
Aufforderung in Betreff der Bearbeitung einer Denkschrift iiber den jetzigen
Zustand der Pharmacie.
I n Fol e der im Januarhefte cur. Bd. X X V . 2. R. S. 30 des
Archirs erfassenen Aufforderung sind uns hereits mehre werthvolle Nachrichten uod Mittheilungen i n Bezu auf die beabsichtigte Denkschrift iiber den jetzigen Zustand i e r Pharmacie eingesandt, und von einigen verehrten Collegen ist dabei der W u n s c h
g.eauCsert, dafs der Termin z u r Einsendung der erbetenen Nachrichten nocli hinausgesetzt werden miichte, urn i h r e Mittheilungen rollstiindi6er zu bearbeiten. Diesem zufolge haben w i r diesen Termin bas Ende des Monats August hinausgesetzt und crsuchen nun die verehrten Colle en, welche diese Sache unterstutzen wollen, uns alle die zu $em Z4weck geeigneten Rlittheilungen iiber die pharmaceutische Medicinalgesetzgebung iiber
die Verhiltnisse des Apothekerwesens in ihren Gegenden, iiberhaupt iiber die i n unserer ersten Aufforderung namhaft gemachten Puncte vor jenem Termine giitigst einzusenden.
Salzuflen, den 18. Marz 1841.
,
Das Directorium des Vereins.
B r a n d e s . E. F. Aschoff. O v e r b e c k .
L. A s c h o f f .
3) Medicirzalweselz und Medicinatpolizei.
Rechtsbestirnmungen Preufsischer
GerichtshSfe.
__
(Fortsetzung rind Schlufs von S. 142.)
Dritlcr Rechtsfall.
Der Dr.med. X. entschied sich vom Beginn seiner medicinischen Laufbahn an fur die homtiopathische Heilinethode, und
hat dieselbe seit dem Jahre 1836 als praktischer Arzt i n 2.
ausgeiibt.
Nach seiner Niederlassung i n Z. l i d s sich X. an elegen
sein, die dortigen Apotheker niit der Zubereitun der iomiiopathischen Arzneimittel bekiinnt zu machen, infers wollte e r
bald die Ueberzeu ung erlangt haben, dafs der homaopathische
Arzt niir durch f i e von ihm selbst zubereiteten Rledicamente
init Errol wirken kiinne.. Dies veranlafste i h n spater, ausschlierslicf die hoiniiopathischen Arzneiinittel selbst anrufertigm rind seinen Patienten zu verabreichen. Dariiber beschwerten
sicli die Apotheker i n 2. bei d e r Kijnigl. Regierung zu O.,
welche
nachdem disciplinarische Maljregeln gegen den X.
frrichtlos geblieben w a r m
denselben zur fiscalischen Untersuchung denunciirte. Letztere wurde auf Befehl des Riinigl.
Ober-Landeseerichts zu Fk. einpeleitet. X. iedoch durch das
Erkenntnifs vdes Kiinigl. FiirsteRthumsgerichis z u NeiDe vom
20. Febr. 1840
von der Anschuldigung verbotswidrigen Selbstdispensirena
hoinijopathischer Arzneien
freigesprochen.
-
-
263
Vereinszeitung.
Grunde.
Denunciat bat unbedingt zugestanden, daIs er w a r e n d seiner
praktischen Beschlftigung In Z. m i t wenigen Ausnahmen seinen
Patienten die homijopathischen Arzneien selbst dispensirt habe.
Dies rechtferti t e r durch Folgendes :
Sowohl z u m k o h l e der Kranken, als auch im Interesse
der im Entstehen, in reger Entwicklung und Fortbildung
befindlichen Wissenschaft rei das Selbstdispensiren hoinijopathischer Arzneien unumglnglich nothwendi
Hierin
kiinne e r urn SO weniger beschr'ankt wvrden, a t
a) eine homijopathische Apotheke im legalen Sinne in
Z. nicht vorhanden sei. Denn wiewohl e r zugebe, dafs
die dortigen Apotheker bereits im Jahre 1837 Einrichtungen getroffen hiitten, welche homijopathische A otheken vorstellen sollten, SO Kitten dieselben noch EU Eeiner
Zeit den gewiinschten Anforderungen entsprochen , da
die wesentlichsten Erfordernisse, n'a'rnlich die Absonderun
der homiiopathischen von den allopathischen Mitteln u n i
die Anstellung von ausschliefslich bei jener Apotheke
beschiftigten Personen, dabei veriniht werden. E i n e solche Absonderung sei um deshalb durchaus nothwendig, .weil
durch die, aus den allopathischen Arzneien expirirenden
antidotischen Geriiche die homijopathischen Arzneien verdcrben wiirden.
ZJ) Den Apothekern fehle nicht nur die niithige Sachkcnntnifs zur kunstmlfsigen Zubereitun homiiopathischer
Arzneien, sondem auch der gute Wilfe, weil denselben
wegen d e r pecuni'airen Werthlosigkeit der homijopathischen
Mittel der gr'dfste Nachtheil entstehe. Bei so bewandten
Umst'anden sei aber, in Ermanglung legaler Einrichtungen, nicht ein Ma1 eine formelle, vie1 weniger eine auf
personlichem Vertrauen beruhende Garantie vorhanden.
Auch habe die Erfahrung den Beweis von der Unbrauchbarkeit der von den Apothekern priparirten Mittel geeehen. Dies habe nicht n u r die Kranken, sondern seine
cigene E h r e und guten Ruf gefihrdet.
c) Uehrigens sei die Zubereitung und Verabreichung
von Arzneien aeitens der Aerzte an ihre Patienten gesetzlich nicht unbedingt untersagt, noch weni e r eine Strafe
darauf angeordnet, besonders wenn die Vera reichung unentgeltlich geschehe, wie dies bei ihm der Fall sei.
Bei der unbedingt vom Denunciaten zugestendenen Selbstdispensation handelt es eich blofs u m die Frage:
ob das gesetzliche Dispensirverbot auch auf homijnpathische Aerzte anzuwenden sei, und ob Denunciat dadurch,
dafs e r die von ihm selbst gefertigten Arzneien seinen
Patienten verabreichte, ein Strafgesetz iiberschritten hat ?
Beides m u b veimeint werden.
Das Selbstdispensiren der Arzneien ist den Aerzten nicht
iinbedingt verboten,
Der 5.460. Tit. 8. Th. IT. des allgem. Landrechts verordnet:
YAerzte und Wundiirete miissen sich der eigcnen Zubereitun-g der den Kranken zu reichenden Arzneien an Orten,
wo Apotheken sind, der Regel nach enthalten..
5
Yereinszeitung.
264
In Uebereinstiinmun h i e m i t bestimmt die Apotheker-Or&
nung vom 12. Oct. 1801. it. 1. I. 14:
dafa Aerzte an aolchen Orten, wo keine 'dffentliche Apo&eke vorhanden oder i n der Ncihe befindlich ist, eine
m i t den nothwendi sten Arzneimitteln versehene kleine
Hausapotheke sich %alten kiinnen, jedoch lediglich nur
gum Gebrauch i n ihrer Praxis.
Hiernach kijnnen Aerzte fur ihre Kranken Arzneien
dispensiren,
a) wenn keine Gffentliche Apotheke am Orte i s t j
b) aurserdem i n Ausnahmefillen.
Diese Ausnahmefalle zu b sind weder im a1 em. Landrecht,
Nur aus
noch in der Apothekerordnung niiher angege en.
der, zu den 'alteren Medicinaledicten erganeenen Declaration
vom 22. A u g 1727y) kiinnte man hieriiber e m Princip entnehmen, indem es heifst:
d a b en den approbirten Aerzten nicht verboten sei, nach
wie vor etliche gute Medicamente, die in den Apotheken
nicht ordentlich gefuhrt werden, sondern einem Medicus
in seiner Erfahrung insbesondere bekannt sind, zu elaboriren und solche a n ihre Patienten zu geben.
Allein diese Declaration bat frir Schlesien niemals Geseteeskraft erlangt, da sie, wie die fruheren Medicinaledicte, vor
Einverleibunf Schlesiens in den preufhchen Staat ergangen
ist; eventuel aber wiirde sie durch die furSchlesien ergan ene
allgemeine Medicinalordnung vom 14. Marz 1744 (Kern, i d i c ten-Sammlung Bd. XlX. S. 1-40) beseitigt worden sein, die als
Polizeiverordnun
aoweit aie dem allgem. Landrecht nicht
widerspricht, au& jetzt noch Anwendung finden konnte.
In dieser heirst es aber riicksichtlich des Dispensirens der
Aerxte n u r allgemein im 5. 40:
rGleichwie Chirurgen und Apotlieker sich des innerlichen
Kurirens enthalten mussen, so sollen auch Medici sich adserer Kuren
so wie auch des Dispensirens der Medicamentorum [email protected] ganzlich enthalten uncl sowenig
Chirurgen als Apothekern eini en Abbruch thun.6
Es bleibt deshalb nichts iibrig,
die, durch das allgem:
Landrecht im Allgemeinen gestatteten Ausnahmefalle aus der
Natur der Sache herzuleiten,
Nach dieser aber mufs man einen Ausfall gestatten:
1) in schleunisen Fallen, in denen eich der Arzt der Apotheke nur mit Zeitverlust bedienen kiinnte ;
2) i n solchen @%llen, wo nach der motivirten Ueberzeugung
des Arztes gewisse Arzneimittel nicht in derjenigen Beschaffenheit aus den Apotheken zu erlangen sind, wie sie zu traftiger
Wirksainkeit gegen Krankheitsiibel nothwendig sind.
Durch diesen letzteren Ausnahmepunct wird die Dispensationsbefugnib des homijopathischen Arztes gerechtferti t. Denn
nicht n u r Denunciat, sondern auch andere homGopathisc%e Aerzte
haben behauptet, dars Niemand besser, als sie selbst, die hom'dopathisclien Heilmittel euzubereiten i m Stande seien. Es iut dies
auch sehr natiirlich. Die hoinoopathische Heilmethode und die
!i
lf
-
5s
') Vgl. Note
3).
.
Vereinszeikng
265
dabei angewandten Arzneien sind eine neuere Erfindung, von
den homiiopathischen Aerzten ausgegangen; Die Apotheker
sind eu deren Bereitung noch nicht angelernt. Der horniiopathische Arzt kann daher mit Grund Zweifel h e p n , ob i n den
Apotheken die Zubereitun m i t derjenigen Gcnauigkeit erfolgen werde, welche deren h i r k s a m k e i t voraussetzt.
Aurserdem sind f i r den homiiopathischen Arzt iiffentliche
A otheken gar nicht vorhanden, denn die hiesigen nach der
darmacopoea Borussica,
vgl 5.1. Tit. 111. der Apothekerordnung, vom 14. Oct. 1801,
eingerichteten Apotheken sind als solche nicht anzusehen. Etwaige bomoopathische Einrichtun en bei denselben sind weder
aus einer legalen Anordnung des t t a a t s Iiervorgegangen, noch
werden sie von diesem beaufrichtigt. Dies beweist z u r Geniige
die Verfiigung der RGnigl. Regierung zu 0. vom 10. J u n i 1839
an den Maoistrat zu Z., wonach dieser Auftrag e r b l l t :
die kesigen Apotheker zur Einrichtung homaopathischer
Apotheken aufzufordern, und
wie es weiter heifst die Wiinsche des Homaopathen mii lichst zu beriicksichtigen, damit diesem jeder Vorwanf zu irgend gegriindeten Beschwerden genommcn werde.
Eine Instruction, wie sie die Pharmaeopoea Borusrica enthiilt,
oder sonstige officielle Anweisungen sind den Apothekern in
keiner Beziehung gegeben.
Die Einrichtungen sind also bloke Privat - Etablissements,
deren Schatzbarkeit von dem persiinlichen Vertrauen zu ihren
Constituenten abhzngt. Letzteres kann gesetzlich weder dem
Publicum noch den homijopathischen Aerzten ab enijthigt werden, bevor denselben nicht die Garantie vom h a a t e gewiihrt
wird, d a b die, uur rucksichtlich ihrer Th'itigkeit z u r kunstgemZsen Rereitung der allopathischen Arzneimittel gepriiften
und vereideten Apotheker, ebenso f a h i g willig und zuverlissig
bei der Dispensation homiiopathischer ittel sein wiirden.
Es kann daher z u r Zeit ein homoopnthischer Arzt nicht
verpflichtet werden, die von ihm verordneten Arzneien in den
gewiihnlichen Apotheken anfertigen zu lassen, vielmehr mufs,
so lange nicht der Staat die Einrichtung homiiopathischer Apotheken gesetzlich verordnet, den Hombopathen verstattet sein,
ihre Arzneien selbst zu diepensiren.
Angenommen aber auch, die Homijopathie sei unter die
r i l l e , rn denen ausnahnpweise dem Arzte das Selbstdispensiren
verstattet ist, nicht zu subsumiren, so fehlt es doch an einem
Strafgesetz, nach welchem das unbefugte Dispensiren bestraft
werden kiinnte. Weder das allgemeine Landrecht , noch die
Apntheker - Ordnung, noch die friiheren Medicinal-Edicte enthalten ein solches.
Die denuncirende Behtrde meint zwar, dars Denunciat die
Vorscbriften der 54. 693. und 694. Tit. 20. Th. 11. des allgem.
Landrechte iiberschritten habe, wo es heifst:
4.693. SNiemand so11 Schierspulver, Gifte, Arzneien und
andere Materialien, deren Bereitung, Aufbewabrung und
w c h t e r Gebrauch besondere Kenntnisse voraussetat, ohne
ausdriickliche Erlaubnirs des Staats rubereiten, verkaufen,
oder sonst nn Andere iiberlassen.4
-
266
Vereinszeitung.
8.694. v W e r dieses dennoch t h u t , dein soll, wenn auch
kein Schade dadurch veranlafst morden, sein Vorrath confiscirt und er, nach Verhnltnih der entstandenen Gefahr
und des gesuchten oder wirklich gezogenen Gewinnes,
i n eine Geldstrafe von 20 bis I00 Thalern verurtheilt
we rden
Dieses Verbot nnd die Strafbestimmungen kitnnen aber h i e r
nicht angewendet werden; dieselben stehen i n dem Abschnitt
von Vorbeugungsmitteln z u r Verhiitung korperlicher Verletzungen, passen also i n sofern nicbt auf den praktischen Arzt, als
hei demselhen vorausgesetzt werden mufs, dafs er die z u r Zulereitung, Aufbewahrung und zum richtigen Gebrauch der
Arzneien rrforderlichen Kenntnisse besitze, d a k es also fiir ihn
gar keines solchen Vorbeugungsmittels bediirfe.
Den Aerrten ist das Zubereiten der Arzneien nirgends aus
Riicksicht auf eine daraus entstehende Gefahr fir das Publicum,
sondern n u r niis Rucksiclit auf das Jnteresse d e r Apotheker
verboten (vgl. 1. 40. der oben allegirten Medicinalordnung).
Ob Denunciat die dispensirten Arzneimittel seinen Patienten
geschenkt oder verkauft habe, i s t gleichgiiltig und kiinnte bloD
erheblich erscheinen, falls Denunciat die Medicinaltaxe iiberschritten hdtte und die Denunciation mit auf diesen Uinstand
gerichtet wire, was nicht geschehen ist.
Es mufste somit die vollst'3ndige Freisprechung des Denunciaten erfolgen.
I n einer jedenwissenschaft mufs die Grundla e ihres logischen Systems iinmer die Abstvfunw der ldee als oijeciivc, subjective und absolute, d . h . im Ausdrucke H e g e l ' s , Urtheil des
Daseins der Nothwpndigkeit und des Begriffs, zu finden sein.
W i e %ir i n der vernunftigen Therapie als Gesundheit, Krankheit und Heilring, im Privatrecht als pers'dnliche, hiusliche und
biirgerliche Freiheit, im StaatrrecLt als Verfassung, Verwaltung
und Regierung, diese Dreizahl, als Riistzeug einer Dialektik,
die Philoso hip, namentlich i n ihrem historischen Theil crkennen, so s c t l i k i t sich auch bei der Beurtheilun vorstehender
Rechtsbestimmungen Preukischer Gerichtsh'dfe u%er :
YArznei, Horngopathie der Aerzte und Apothekera
jene Idee nicht aus.
Vor Allem ist die Erscheinung d*r geschichtlichen Principien einer Wissenschaft in Betreff der Perioden derselben zu
trennen, i n eine solche des blohen unbesclirb'nkten Wesens: die
kategorische oder Periode der Enfstehung, i n eine solche der
beschrankten Kraft der Form Rcchtens, welchc allen Principien
inwohnt und i h r e endliche Erstarrung herbeifuhrt : die hypothetische oder Periode der Enhicklung, hierdurch vermittelt
endlich i n eine Erscheinung des Kampfes von Wesen und Forin
um die Herrschaft, welcher Kampf m i t der absoluten Vereinif i n g beider m d i g t : die disjunctive oder l'eriode dcr Vollendung.
s fragt sich nun, i n welcher Periode der Entwicklun befind e t sich die Wissenschaft der Heilkunde, als Hom'dopalffie und
als Allopathie m i t ihrein Assessorium der Pharmacie ; kann die
Frage vor einein juristischen Forum :
.
Vereinszeirung.
267
1st ein homihpathischer A n t etrafiar, welcher seine Arzn e i selbst dirpensirt?
in bester Form Rechtens enttichieden werden?
W i r bezweifeln es nuf Grund der fur die Heilkunde obwaltenden Periode, der hypothetischen Entwicklung und der
hierzu unzulinglich rorhandenen Gesetze einer preufsischen
Mcdicinalverfassung.
In den drei vorstehenden zur Entscheidung gekommenen
Rechtsfallen sind die we en Dispensation von Arzneien denuncirten homaopathischen i e r z t e jedesmal vollig freigesprochen
worden und z w a r auf Grund,
1) dars, da das Gesetz nicht unbedingt dem Arzte in allen
Fillen die Selbstverfertigung von Arzneien untersagt auch
kein Straf esetr fur Contrarentionsfille i n dieser Art existire.
2) Es onne zur Zeit ein homijopathischer Arzt nicht verpflichtet werden, die von ihrn verordneten Arzneien i n den
gewiihnlichen Apotheken anfertigen zu lassen, da fiir den homoopathischen Arzt eine offentliche Apotheke gar nicht vorhanden sei, und indem die bestehenden nach der Pharm.Boru8a.
m i t Arzneiinitteln ausgestattet und das Rledicinaledict der homijopathisclien gar nicht gedenke, folglich dem Apotheker die
Qualification zur Zubereitung gedachter Arzneimittel mangle,
auch selbige nicht vorhnnden waren.
,
(i
N'ichst diesem Ausspruche bleibt i n den drei vorlie enden
Rechtsfallen interessant dars Referent des ersten R e c h a f a h
Hcilmiikl, Arzneimittcl und Arznei8tofc confundirt und ferner,
dafs dadurch die so enannten Homiiopathiker sich r o n den Allopathikern unterscfeiden sollen, darg die ersteren den Gan d e r
Heilkunde der letzteren ginzlich verlassen, indcm sie n i c k i n
ihren Recepten der Basis cin ndjauons, ein corrigcna und czcip h a hinzufugen, sich arif wenige (? ? ?) Arzneistoffe beschriinken, deren Menge die Zahl von 200 noch nicht erreicht.
W e i t e r heirst en, werden iiberdies die Arzneimittel i n 601chen kleinen Gaben verabfolgt, d a b die Allopathiker solche nicht
einmal fur Arzneimittel alten lassen wollen, sondern ihnen
jede Art rnedicinischer d i r k u n g absprechen, und aus diesem
Grunde miisse man annehmen, dars, da die Allopathiker die
bezeichneten Arzneistoffe als Medicamente nicht annehinen, r*go
folge daraus, dars die Homiiopathiker gar nicht unter das Gesetz
%u subsumiren sein, weil. sie a r keine Medicamente prxpariren
und ausgcben, daher den Apokekern kein Abbrnch geschehe.
Dieselbe Schlursfol e fuhrt mich zu der Behauptung, darn
es gar keine Homtiopatfiker iebt, oder vielmehr, dafs die VOF.
handenen unsichtbar sind, k n n da w i r im Preufsischen f"r
drs Stuclium der Homijopathiker keinen Lehrstuhl haben, auch
kein Gesetz fur sie vorhnnden ist und von den Allopathikern
rie nicht a l s A e n t e anerkannt werden, so sind sie erstens keine
Aerzte, und da ohne Befugnir6 die medicinische Praxis Niemand
in Preufsen betreiben darf, iebt em auch zweitena keine homijopathischen Aerzte in PreufFsen, und die etwa vorhandenen sind
unsichtbar, da sie nicht bestraft werden.
Die W e n d u n g in jenem Rechtsspruch jedoch, wo es heirst:
Bindem inan der Homoopthie i n ihren wirsenschrftlichen Be-
,
268
Vereinszei f ung.
strebungen oolle Anerkennung angedeihen lifst, miisse man sich
nicht um die Proletarier bekummern, welche jedes Kunstwerk
zu zerstoren wiinschen, weil es ihren kleinlichen Vortheilen
schaden k6nne.a - Dieser Ausspruch ist fiir das nach Individualitat und Selbststsndigkeit ringende Fach der Pharmacie h a r t
z u nennen und giebt nichts weniger, als zur Bekraftigung eines
Rechtsspruchs Anhalt.
Eridlich finden w i r hier die interessante Bemerkung, dafs
Referent die ganze homiiopathische Heilkunde fur eine Erbndung
Hahnemann's auspiebt.
I m dritten aechtsfallo ersehen w i r jedoch folgende trostliche W o r t e f u r die Apothekerkunst, w o es also lautet:
Da in der heutigen Preursischen Medicinalordnun den Aerzten
das Zubereiten der Arzneien nirgend aus Riicksiclt auf eine
daraus entstehende Gefahr fiir das Publicum, sondern n u r auq
Riicksicht auf das Interesse der Apotheker verboten ist, so wird
ihre Stabilitat dadurch gesichert.
Meines Erachtens kam es schlierslich bei der Entscheidune;
vorliegender Rechtsfcille nach einer historischen Ansicht darauf
mit an:
Giebt es eine Homiiopathic, giebt es eine Allopathie i n der
medicinischen Wissenschaft 2
Vorausgesetzt, dafs man zu beweisen suche, wie unzulinglich die nach den sogenannten allopathischen GrundsPtzen eingerichteten Apothekeii dem homoopathischen Wissen nicht entsprechen, um die Regeln von den Ausnahinen bei der Dispensation der Arzneimittel durch die Aerzte in diese Hcchtsfrtlle
wirklich anwendbar zu inachen.
Da, wie bekannt, i n unserm Staate noch kein hiiherer Lehrstuhl fur die sopenannte HomGopathie existirt, so ist man Form
Rechtens nicht Xerechtigt, die inedicinische Wissenschaft nlit
Schismata zu bereichern, am wenigsten kann diese Trennung
durch einen Rechtsspruch ohne Grundlage geschehen.
Man ersieht hieraus, wie nothig einc zeitgemiirse neue Apothekerordnung erscheint, und dafs die disjunctive Yeriode der
Heilkunde noch sehr fern liegt.
Jonas.
Medicinalpersonal im
Konigreich Preufsen.
Am Schlusse des Jahrs 1840 waren im Preufs. Staate: 2735
promovirte Aerzte, 662 Wundiirzte erster und 1630 zweiter
Klasse. Von den Aerzton waren 2404 zugleich Geburtshelfer.
Apotheker erster Klasse gab es 671, zweiter Klasse 664. An
Zahniirzten zahlte man 73, an Hebammen 11,286, an Thierarzten 486.
Konigl. Griechische Verordnuag uber die Errichtung eines Medicinalcomitb.
0 t t 0 , von Gottes Gnaden Ronig von Criechenland.
Auf das Gutachten u w e r s Staatsministeriume des Innern haben Wir beschlossen und verordnen mie folgt:
Vereinszeitung.
269
5. 1. I n der Hauptstadt des Reichs wird ein Medicinalcomit6 errichtet werden.
4. 2. Das Medicinalcornit6 wird aus einem Vorstand und
G Mitpliedern bestehen, und zwar aus 4 Aerzten und 2 Apothek e r n ; jene miissen theoretisch und praktisch i n der Medicin,
Chirurgie und Geburtshulfe, diese theoretisch und praktisch i n
der Apothekerkunst gebildet sein.
Spater werden dein Medicinalcomit6 nach Bedarf auch noch
ein oder zwei Thierarzte beigegeben werden, um uber thierarzneiliche Gegenstande zu berathen.
Dss Ministerium des Jnnern wird dem Medicinalcornit6 und
seinen Angestellten das nijthige Personal zur Protocollfuhrung,
Registratur, so wie zum Schreiber und Botendienste abgeben,
ohne dafs jedoch dies von seinem Dienste beim Ministerium befreit wird.
8. 3. Der beim Ministerium des Innern f i r das Medicinalfach angestellte Ministerialrath i s t bestandi er Prasident des Medicinalcomit6, eroffnet die einlaufenden Scireibcn, vertheilt die
Arbeiten, bestimmt die Sitzungen, worin e r den Vorsitz fuhrt,
sammelt die Btimmen und giebt bei Stirnmeneinheit den Ausschlar.
:1 seiner Abwesenheit erfullt den Dienst des Prisidenten
das im Dienste ilteste Mitglied.
$. 4. Der Wirkungskreis dee Medicinalcomit6 ist :
1 ) Die Aerzte, Wundarzte, Zahnarzte, Thierarzte, Apothek e r und Hebammen zu prufen.
2) Bei gerichtsarztlichen Fallen ein Ober utachten abzugeben.
3) Ueber wichtige arztliche Fragen zu %erathen.
a) Priifung d e r Aerzte, Wund-, Zahn-, Thierirete, Apothek e r und Hebammen.
8. 6. W e r nach Bekanntmachung dieser Verordnung anfangen will, i n Griechenland Arzneikunde, Wund-, Zahn-, Thierareneikunde, Apotheker- oder Hebammcnkunst auseuuben, m u B
durch gesetzliche Zeugnisse nachweisen, dafs er theoretisch und
praktisch studirt habe, und m u b vom Medicinalcamit6 streng,
sowoh1 miindlich als schriftlich und praktisch gepriift werden.
Daher h a t ein solcher sich schriftlich an das Medicinalcomit6
EU wendrrn mit Angabe seines Namcns, Alters und Vaterlandes,
nnd mit Beifugun der rriithigen Zeugnisse iiber Studien und
Praxis, um die ErEubnifs pepruft zu werden nachzusuchen.
W e n n die Zeu nisse des Bittstellers als hinreichend erfunden wurden, und f e i n Anstand iiber seine Zulassung vorliegt,
dann werden die zu gebenden Fragen im Geheimen vorbereitet,
der T a g der Priifung anberaumt und der zu Priifende sorgeladen.
Die schriftliche Priifung geschieht i n abwechselnder Gcgenw a r t eines der Mitglieder und i n bestandiger Gegenwart des
Secretairs; z u r Beantwortung wird immer n u r eine Frage vorgelegt; ist diese beantwortet, wird eine andere gegeben. Nach
vollendeter schriftlicher Priifung bestimmt der Vorstand Ta e
und Stunden d e r mundlichen und praktischen Priifung, welc e
in Gegenwart aller Mitglieder geschieht.
Die gxnzliche oder beschrinkte Zulassung oder Abweisung
-
%
270
Vereinszeitung.
w i r d nach Stiinmenmehrheit entschieden und der Beschlufs dem
Gepriiften schriftlich mitgetheilt.
Die Entscheidung wird vomVorstand und allen Mitgliedern
unterschrieben, vom Secretair contrasignirt und esiegelt, das
Original bleibt i n den Archiven des Coinit6 verwatrt.
Seiner Zeit werden noch nsherc Bestiminungen iiber die A r t
der nothigen Zeugnisse, die A r t und Dauer der Priifungen und
endlich die zii bezahlenden Gebiihren erscheinen.
b ) Obergutachten bei gerichtsiiretlichen Flllen.
5. 6. W e n n die Gerichte in gerichtszrztlichcn Flllen dem
nledicinalcomit6 eine Sache zur Zrztlichen Aufklirung zuschicken,
solche so schnell als inoglich ausgearbeitet werden, besonders wo die Rede von Verbrechen ist.
Deshalb, sobald der mitgetheilte Gegenstand ankommt, w i r d
ei* entweder sogleich voin Vorstand selbst ausgearbeitet, oder
derselbe beauftragt dainit das hlitglied, das e r f u r das zweckdienlichste erachtet. W e n n z u r Erforscliung der W a h r h e i t Erliuterungen oder Untersuchungen n'dthig sind, wird das Rledicinalcomit6 sie suchen oder veranlassen.
Sobald das m i t dein Gegenstand beschlfti t e Ilitglied seine
Arbeit vollendet hat, berichtet es schriftlich iariiber i n der voin
Vorstand anberaumten Sitzung, indein es kurz den Gegenstand
auseinander setzt, wobei es auf die Acten hinweist und die wichtigeren selbst vorliest. Schlielslich giebt der Berichterstatter
seine Ileinung mit Grunclen ab.
Hierauf be innt dervorstand die Berathung, f r a g t nach der
Reihe uin das Eutachten, und sainnielt die Stimmen.
Im Gutachten des MedicinalcomitC w i r d wortlich und deutlich die hleinung der Stiinmenmehrheit angegeben sammt den
Griinden; die Msinung der Minderzahl wird sammt den Griinden beigefugt, wann wichtige Einsprache von einem oder mehr e n Mitgliedern geschah. Dies Gutachten, das voin Vorstand und
den Rlitdiedern unterschrieben und voin Secretair contrasi nirt
wird, w k hierauf an das betreffende Gericht eschickt. Tfeher
die Berathungen bPlt der Secretair ein Protoco%, das im Archiv
m i t dein Bericht des Berichterstatters und der Abschrift des
Gutachtens des hledicinalcomit6 hinterlegt wird.
c ) Gemeinschaftliche Berathung u b e r wichtige iirztliche Fragen.
5. 7. SO oft das nlinisterium des Innern es fur wichtig oder
n'dthig hilt, dars das hledicinalcomit6 uber wichtige Prztliche
Fragen oder Gegenstlnde berathet, r u f t der Vorstand die Hrztlichen oder pharmaceutischen nlitglieder i n einer oder inehren
Sitzungen zusammen, ruft den Berichterstatter auf oder erstatt e t selbst Bericht, bespricht sich init den Mitgliedern iiber i h r e
Meinung, und spricht am Schlusse der Berathun die Entscheidung der hlehrzahl aus; der Secretair hilt dariifer ein kurzes
Protocoll, das auch die Bleinung der Minderzahl enthslt, und von
den Gegenwiirtigen unterschrie ben wird. Das Original wird i n
den Archiven hinterleet.
5. 8. Das nIedicinalcomit6 steht unter dem Ministerium des
Innern und handelt i n Alleni i n collegialer Forin. Die pharinaceutischen Mitglieder nehmen an den Sitzungen n u r Theil,
wenn pharinaceutische Gegenstande zu berathen sind.
5. 9. Die Blitglieder des BledicinalcomitB erhalten ihren
Vereinszeitosng.
271
Gehalt aus dein Fond der innern Verwaltung, und derselbe wirh
alljahrlich nach Vorschlag des Ministeriuins des Innern im Verhaltnifs zu ihren Arbeiten bestiinint. Auker dicsen werden die
Mitglieder unter sich die noch syater zu bestiinmenden Prufungsgebiihren theilen.
9.10. Die Mitglieder des Medicinalcornit6 werden ihren Diensteid vor dein Minister des Iunern schworen.
8. 11. Das Ministerium des Innern ist init der Bekanntmachung und dcin Vollzug gegenwartiger Verordnung beauftragt.
Nauplia, den 13. (25.) Mai 1834.
Im Nainen des Konigs die Regentscbaft.
Minister des Innern, K o l e t t i s .
Konigl. Griechische Verordnung fiber die Gebuhren
der Mitglieder des
Medicinalcomi tB.
__
0 t t 0 , von Gottes Gnaden Konig von Griechenland.
Nach Vernehinung Unsers Staatsininisteriums des Innern
haben Wir beschlossen und verordnen wie folgt :
5. 1. Die Rledicinalcoinit 6-litglieder, welche, nach dem 8. 5.
Unserer Verordnung vom 13. (25.) M a i 1834, die in Griechenland
die Heilkunde, die Wund-, Zahn-, Thierarzneikunde, Apotheker-, Hebammenkunst ausiiben Wollenden prufen, sollen dafiir
folgende Gebiihren erhalten :
5. 2. F u r das theoretische und praktische Examen eines
Antes, wobei sich alle Yrztlichen Mitglieder einfinden miissen,
6ollen bezahlt werden :
10 Drachrnen fur den Vorstand,
25
u
fur die Mitglieder,
10
Y
fur den Secretair, welcher auch die Vorarbeiten und die Ausfertigung des Diploins und der anderen
Schreiben zu besorgen hat.
5. 3. Fur die Priifung eines Chirur en, wobei sich der Vorstand, Secretair und noch zwei arztlic e Mitglieder eiefinden
miissen, werden bezahlt :
fi Drachinen dein Vorstand,
10
8
den beiden Mitgliedern,
5
8
dem Secretair.
5. 4. Fur die Priifung eines A othekers, wobei eich der
Vorstand, Secretair und die beiden p armaceutiscken Mitglieder
einfinden, werden bezahlt :
10 Drachinen dein Vorstand,
20
Y
den beiden Mitgliedern,
10
Y
dein Secretair.
5. 5. Fur die Priifung einer Hebamme, wobei sich der Vorstand, Secretair und zwei Mitglieder einfinden miissen, werden
bezahlt :
5 Drachmen dem Vorstand,
10
Y
den beiden Mitgliedern,
5
Y
dem Secretair..
fi
g
272
Vereinszeitung.
5. 6. Das Ministerium des Innern ist mit der Bekanntmachung und Ausfiihrung gegenwjirtiger Verordnung beauftragt.
Athen, den 18. (3U.) J u n i 1835.
Im Namen des K6nigs die Regentschaft.
Der Minister des Innern, J. R o l e t t i s .
Ueber die nothmendigen Verhesserungen in der
Pharmacie in Frankreich.
Eine Deputation der Apotheker in Paris wurde kiirzlich
oon dem Minister des Innern empfangen, die diesem eine Petition iiberreichte, betreffend die Bitte urn einen Gesetzentwurf
fur die ausiibende Pharmacie.
Der hlinister des Innern empfing die Deputation mit dem
grsfsesten Wohlwollen und ging zuvorkommend in ihre Wiinhche ein, indem e r sie einlud, alle die Verbesserungen ihm anzuEeigen, coelche dafiir geeignet waren, indem er sich verpgichtet erachte, diese unmittelbar zu realisiren, sei es durch Ordonnanzen
o&r Ministerialbeschliiiase.
Diese wohlwollenden Versprechungen des Ministers des 'dffentlichen Unterrichts miissen die Aufmerksamkeit der Apothek e r erwecken; sie bestatigen, was w i r 6fter ausgesprochen
haben : eine strenge Anwendung des Gesetzes vom Germinal
Jahr XI. und Ministerbeschlusse zur Vervollstandigung dieses
Gesetzes.
Die Hauptpuncte fur die Aufmerksamkeit des Ministers mufsten unserer Ahsicht nach sein:
I) Die gesetzwidrige Ausiibung der Pharmacie auf Bffentlichen
Platzen durch Charlatans.
2) Die theilmeise Ausiibung der Pharmacie durch Conditors,
Droguislen, Geioiirzkramer, Herboristen und Thieriirzte.
3) Die Ankiindigung besonderer Arzneien, Geheimmittel und
selbst der Compositionen des Codex durch offentliche Anschlage und
durch Journale und Zeilungen.
4 ) Das Verbot der gleichzeitigen Ausiibung der Medicin und
der Pharmacie.
5 ) Das Verbot, dafs ein Apotheker zmei Apotheken Haben darf.
6) Das Verbot von Associationen zwischen Apoihehern und
Nichtapothekern.
7) Das Verbot, dafs Personen, die nicht Apotheker sind, Apoiheken fiihren diirfen.
6) Das Verbot einer Verbindung einer Apotheke und einer Drogueriehandlung.
9) Die Revision des Gesetzes iiber den Verkauf der Gifte.
10) Das Verbot, dafs Apothehen durch Religiose gehalten
urerden.
Die Beachtnn aller dieser Puncte wird dem rechtlichen
Apotheker wahrscleinlich die Aussicht geben, von einer Kunst
leben zu konnen, welcher e r gezwungen ist, seine ganze Zeit
zu midmen, weil e r verantwortlich ist fur alles, was in seiner
A. C h e v a l l i e r .
Officin vorgeht *).
-
*) Journ. de Chim. med. 2.Ser. VJ,524.
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