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351
Dritte Abtheilung.
Literat
11
r.
Mittheilungen aus den dem Vereine ubersand ten Schriften der pharmaceut. Gesellschaft in Lissabon;
ausgezogen von Dr. Holl in Dresden.
_L
U n t e r allen europEischen Landern ist wohl Portugal
das einzige, von welchem wir in Hinsicht auf den Zustand des dortigen Apothelrerwesens bis jetzt nocli sehr
wenig wissen, es diirften daher nachstehende kleine Notizen iiber diesen Gegenstand f u r manchen Leser niclit
uniuteressant sein. Ich schvpfte sie aus dern Jornaf da
Sociedade Pharmaceulica de Lisboa welches d e r Hr.
Hofratli Dr. B r a n d e s die Cute hatte, niir zu senden.
Leider sind die Hefte nicht vollstandig angekommen j
vom erstcn Theil sind 4 Hefte vom Jahre 1836, 6 Hefte
yon 1837 und 1 Heft von 1838 vorhandeo, vorn 2. Theil
nor 2 Hefte von 1839.
D e r Inhalt d e r vor mir liegenden Hefte betrifft
lianptsachlich die Errichtiing der neuen pharmaceutischen
Gesellschaft von Lissabon, Beschreibung i h r e r [email protected];en,Reden, Schreiben an und von der Regierung, mehre
Uebersetzungen aus franzBsischen chemischen und pharmaceutischen Journalen, und n u r eiuige wenige eigene
chemische Artiliel.
Ueber die pliarinaceutische Gesellsc1;aft wird Fulgendes berichtet : Sie wurde von 39 Apotlielrern i n Lissabon gestiftet, welche am 24. J u l i 1835, an welcliein
Tage das J a h r zuvor die Kvnigin L). M a r i a 11. die
Regierung angetreten Iiatte, i h r e . erste Versan~mlung
hielten. Es wurden gewEhlt : ein Prasident, ein Viceprasident, zwei Secretaire, zwei Vicesecretaire, ein Kassirer, ein Bibliothelrar, ein e n t e r und zwei xweite Laboranten (operadores); dann Directoren und Vicedirectoren von 4 permanenten Commissionen, niiinlich der
Natnrgescliichte, Physilr, Chemie und.Pharmacie; aurs'ser-
,
358
Hull
:
dem noch eine aus mehren n'Iitgliedern bestehende Redaction, welche den Sty1 und die Sprache der Aufsiitte,
melche fur das Journal eingeliefert werden, currisiren
soll. (Tom. I. No. 1.)
I n einer der ersten Sitzungen v-urde beschlossen,
eine Arzneitaxe auszuarbeiten, da bis jetzt i n ganz Portugal die Apothelier ilire Preise willkiirlich gestellt hatten. (Ich mufste einnial i n Lissabon f u r ewei Unzen
Alkohol 160 Reis, ohngefihr 6 Gr. preufs. Cour. bezahlen ) Auch wurde ein Schreiben an die Kiinigin gerichtet, mit der Bitte, ein Gesetz gegen den uobefugten Handel rriit Arzneien und Gelieimmitteln ergehen c u lassen.
Uni die wissenschaftliche Bildung d e r Apothelrer z u
befiirdern, w u r d e d e r Deputirtenkammer ein Schreiben
eingereicht, worin die Errichtung einer pharmaceutischen Schule vorgeschlagen wird. Die Wissenschaften,
iiber melche Vorlesungen gehalten werden sollen, sind
Botanili, Physik, Chemie, Zoologic, vergleichende Anatomie, Rlineralogie und Geognosie. Von jedem, d e r die
Vorlesungen iiber diese Eacher hiiren will, wird aber
verlsngt, d a h e r vorher einen Cursus iiber die Vorbsreitungswissenschaften gehiirt habe, wozu folgende gerechnet werden : portiigiesische Sprache, grammatikalisch, franziisisch, lateinisch, die Anfangsgrunde der griechischen Sprache, Zeichnen, Geographie, portugiesisclic
Geschichte, Arithmetik und Geometrie. Zugleich wird
darauf angetragen, d a k den Apotheltern ebenfalls solle drr
Grad eines Doctors ertheilt werdenkiinnen. (Tom.1. No.2 )'
I n der Hauptversammlung am 24. J u l i 1837, derii
Jahrestage d a r Stiflung der Gesellschaft, wurde aiicli
berichtet, dars das Journal der Gesellschaft den auswartigen Altademieen und Gesellschaften angeboten wordeii
ist, und dafs Deufschland! Oeslerreicli .t Preufsen I Belgien, Vereinigte Staate::, Frankreich und Rursland e u
Gegendiensten bcreit sirad. (Tom. I. No. 9.)
Fur das Jalir 1811 giebt die Gescllscliaft folgende
Preisfragen auf :
1) Eine Gescliiclite der Pharmacie i n Portugal, von
d e r Griiiidunz der Monarcliie an, bis jctct.
Pllarm. Geselhchaft in Lissabon.
359
2) W i e lrann man die Verfilschungen .der Ztherischen
Oele erliennen?
3) Eben so die d e r fetten Oele?
4) W a s ist das wirksame Princip ini Mutterkorn?
5) W i e kann man einen Graq Strychnin i n einem
halben Pfunde Pliissigkeit, worin andere Arzneimittel geliist sind, finden?
6) Eben 80 einen halbenlGran weifsen Arsenik?
Die Abhandlungen werden von Inlandern i n portugiesischer, von Auslandern aber in franziisischer Sprache abgefafst. Die Preise Bind I\ledaillen von Gold oder
Silber, jede von Gewicht einer Unze. (Tom. 11. No. 8.)
Die bis jetzt erhaltenen Hefte des Journals enthalten einigc Analysen von Mineralwassern und von Geheirnmitteln, welche durch die Gesellschaft ausgefiilirt worden sind. Z u r Probe will ich nur eine der erstern hier
anfuhren :
Analyse des Schwefelwassers, dessen Quelle sich im MatineArsenal, am Cae's da Areia, befindet.
Bei einer Temperatur von 20 Centigr. und einem
Barorneterstand von 780 Millimeter, enthielten 3; Kilo-
+
gramme :
.
........
..........
. ..
.......
.........
.....
.. . ..
Schwefelwasserstoff ,100 Kubikcentimeter
.260
KohlensPure
Stickstoff..
43
V
Chlorrnagnesium , 11,5L Grammen
2,OO
Y
Kohlens. Ralk
Kieselsaure.
0,10
Y
Schwefels. Kalk
1,70
Y
9
Magnesia. 2,50
Y
Chlornatriuin , , 54,OO
Y
Spuren organischer Substam.
J o s e V i c e n t e L e i t a o , Priisident.
Jose Dionysio C o r r & a
Secretaire.
Antonio de Carvalho
1
Nach L e a l juu. lronimtKermes min. mit Eisenoxyd
verfalscht vor j urn ihn darauf mi priifen, giebt derselbe
an, ihn mit eineiri Ueberschufs von Aetzkaliliisung cn
360
€loll
: Pharm,
Ccsdlschaft i n Lissabon.
behandeln, w o r i n d e r Kermes sich viillig aufliisen, das
Eisenoxyd aber zuriiclibleiben soll. ,
Nacli ebendemselben wird auch das Oleum Auri (eine
Auflvsung von Aurum muriaticum natronatum) mit Eisenchlorid verfilscht j ah Priifungsmittel giebt e r Schwefelammonium an, welches, i m Ueherschufs zugesetzt, den
e r s t enhtandenen Niederschlag viillig wieder aufliisen
6011, wenn das Praparat rciri war. (Tom. I. No. 5.)
A n t o n i o J o s 6 R I o n i z giebt eine neue Vorschrift
cu Ungt. basilicurn: Cerae flau., Sevi aa Sujjj Resinae
pini, 01. olivar. aa 3xvj m. (Toni. I. Nu. 7.)
Voii eineiri in Macho wohnenden Mitgliede erhielt
die pliarm. Q;esellscliaft nichre i n China gebrauchliche
Arzneiniittel und andere Droguen, unter denen sich auch
die beriihmte Radix Ginseng nebst folgenden Bemerlrungen d a m befand: Die Pflanze jviichst i n China, d e r T a r t a r e i und Corea; die chinesische wird fur die beste gehslten und heifst Tou-Moo-Ginsao, die W u r z e l portugiesiscli raiz de Ginsao oder raiz phosphorica. S i e w i r d
von den Chinesen des Naclits gesucht, wo die Pflance
einen phosphorischen Schein von sich geben 6011, w o r a n
sie die beste erliennen, und urn sie des andern Tages
wiederfinden zu kiinnen, umziehen sie dieselbe m i t einer
Schnur. Von d e r besten S o r t e lrostet die Unze 200 biu
300 Speciest haler. S i e w i r d vorzuglich angewendet bei
grofser Schwiiche nacli auszehrenden und helrtischen
Fiebern, Lei gangraena, die aus innern Ursachen entstanden ist, und bei den l’oclien, wenn sie nicht g u t
eiterri o d w sic11 sonst schlinime Symptomc einstellen.
Die gewiilinlichste Formel i h r e r Anwendung ist :
R/ Rad. Ginseng
-
3jj
Zingiber. rec. 3j
Aq. fontan. 3 v j
coque leni igne i n balneo mariae
per duas horas, tunc infunde
Cinnatnoni. acut. 3j
col. d. s. Auf 31nal zu nehiuen.
(Tom. I. No. 11.)
Interessant fur die Geschichte d e r Pharmacie iot
Giwke :Bereitung von Krir'utereir'ften.
361
eine Sammlung von Verordnungen, Gesetzen etc. uber
das Apothekerwesen, yon der Griindung d e r portugieeischen Monarchie an. Den Anfang macht in Tom. I. No.10.
eineverordnung des Kiinigs A l p h o n s V. vom Jahre 1449.
-.
Vierte Abtheilung.
Extracta, Magistralia nnd Therapentica.
Bereitung von Krautersaften aus frischen
narkotischen Krautern ;
vom
Apotheker L. Giseke in Eisleben.
V o n den Homiiopathen werden viele Pflanzen n u r
in d e r Form medicinisch angewendet, d a b der frisch
ausgeprefste Saft von Krautern, Blumen oder W u r z e l n
mit gleichen Theilen Weingeist vermischt zur Verwendung aufbewahrt wird.
Auch Hr. Reg.-Med.-Rath Dr. F i s c h e r , Dr. K r a n i ch f e 1 d und andere Aerzte haben gleiche PflanzensEfte angewendet und kiirzlich wurde von dem A pothek e r B e n t 1 e y in London, 8 . dies. Arch. 2.R.Bd.26. S.237,
eine ahnliche Bereitung angegeben, uiid die Anwendung
dieser g$istigen Safte den Herren Aercten anstatt d e r
Extracle empfohleu*).
Seit einigen Jahren wurden mehre dieser narkotischen Skfte auf eine ahnliche Weise von m i r bereitet
und auch von dem Hrn. Dr. B e r g e n e r wiederholt i n
Mixturen bis eu zwei Drachmen oder fur sich als Tropfen mit cehr gutem Erfolg angewendet. Um sie miiglichst concentrirt zu erlialten und damit ein griifseres
Mars von Weingeist i n einzelnen Krankheiten nicht nachtheilig wirke, wurden fiinf Theile frisch ausgeprefster
*) Vergl.
schrift.
auch Jahn in Bd. XXVII. 2,
R. S. 95 dieser ZeitDie Red.
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