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Archiv der
S c h o n e n b e r g e r , T h i e s und R a p p l
258
Pharmazie
H. S c h o n e n b e r g e r , H. Thies und A. R a p p l
Mechanistische Studien zur Bildung von Diphenylithylendiaminen aus Benzylidenalkylaminen und aktiviertem
Aluminium
5. Mitt. uber Cytostatica*)
Aus dem Institut fur Pharmazie und Lebensmittelchemieder Universitat Miinchen
(Eingegangenam 21. Juli 1966)
Die Reduktion von Benzylidenalkylarninen mit aktiviertem Aluminium in
Alkohol fiihrt zur Bildung von Gemischen aus N,N-Dialkyl-a,a'-diphenylathylendiamin (Dimerprodukt) und Benzylalkylamin (Monomerprodukt).
Bestimmend fur das Verhaltnis Dimerprodukt : Monomerprodukt ist die
Retentionsdauer des Aldimins an der Aluminiumoberfliche. Die Bildung der
Dimerprodukte erfordert kiirzere, die der Monomerprodukte liingere Retentionszeiten. Sie sind abhangig von der Basizitat der Schiffschen Base, von
der Temperatur und von Wechselbeziehungen zwischen der Schiffschen Base
einerseits und den Alkohol-Molekiilen andererseits.
Bei der Reduktion von Benzylidenalkylaminen mit aktiviertem Aluminium in
Athanol entstehen Gemische aus Benzylalkylamin und N,N'-Dialkyl-a,a'-diphenyl-
360
1
P
Abb. 1 . Bildung von Wasserstoff bei der Reaktion von aktiviertem Aluminium mit Athanol
I: Ohne Zusatz von Schiffscher Base, 11: Mit Zusatz von Schiffscher Base
Ansatz : 0,075 g-At Aluminiumfolie, 50 ml Bthanol, 200 mg HgCl,, 0,025 Mol
Schiffsche Base (Kurve 11)
Rk.-Temp. : 78". Die Schiffache Base ist nach 10 Min. quantitativ reduziert (Pfeil)
* ) 4. Mitt.: H . Schonenberger et al., Arzneimittel-Forsch. 16, 734 (1966).
300. Bd.
196713
259
Mechanistische Studien zur Bildung von Diphenylathylendiaminen
I. A d s o r p t i o n und H - B r u c k e n b i l d u n g
11. ReduMion, A u f n a h m e v o n 1 bzw. 2 E l e k t r o n e n
HR-N-H
18-R’
I
R-&-H
IG-R’
I
I
I
Dimerisierung
Monomerenbildung
t R’OH
For melso he ma 1: Reduktiomverlaufvon SchiffschenBasen anderAluminiumoberfliiche
athylendiaminl)2). Die Reaktion beginnt mit einer Adagerung von Aldimin- und
Alkohol-Molekiilen fiber freie Elektronenpaare an die AluminiumoberfIache. Die
H . Thies u n d A . Rappl, Arch. Phermaz. 298,367 (1965).
H. Schdnenberger, H . Th’hiesund A . Rappl, krch. Pharmez. 298, 635 (1965).
1) €
Schcinenberger,
I
.
a)
17*
260
8 c h on e n b e r ge r , T h i e s und R a p p 1
Archiv der
Pharmazie
Schiffsche Base wird dabei bedeutend starker gebunden als der Alkohol. Ihre
Reduktion ist bereits nach 10 Min. beendet (Abb. 1). Die Umsetzung des Alkohols
zu Wasserstoff und Aluminiumalkoholat erfolgt dagegen auBerordentlich langsam.
Es ist moglich, die Schiffsche Base schon rnit Aluminiumvorlagen quantitativ zu
reduzieren, die nur etwas iiber der berechneten Menge liegen.
In der Adsorptionsschicht bilden sich zwischen benachbarten Athanol- und Basenmolekiilen Wasierstoffbruckenbindungen aus, die die Schiffsche Base starker
fixieren und ihre Desorption erschweren. I m Primarschritt der Reduktion geht das
Aldimin durch Aufnahme eines Elektrons aus der Metalloberflache in das entsprechende Radikal uber, das mit einem zweiten Radikal gleicher Art reagiert oder
durch Aufnahme eines weiteren Elektrons uber die Stufe eines Carbanions und
anschlieBender Athanolyse zum entsprechenden Monomerprodukt reduziert wird*).
Gewisse Hinweise uber die Art, in der die Schiffsche Base an der Aluminiumoberflache in Reaktion tritt, liefert die Beobachtung, daB auch maminonitrile mit
verschiedenartigen Reduktionsmitteln monomere und diniere Reduktionsprodukte
ergeben5) 6, **).
I<
Formelscherna 2
Bildung von Imoniuni-CarboniumIonen aus Schiffschen Basen und
ihre Reduktion an der Muminiurnoberflache
*) Fur eine stufenweise Elektronenaufnahme an der Metalloberflache spricht auch das polaro-
graphische Verhalten von Aldiminen, die innerhalb bestimmter pH-Bereiche zweistufige
Reduktionskurven ergeben3) ").
**) Bei der Reduktion von a-Phenyl-a-diiithylaminoacetonitril
mit aktiviertem Aluminium in
athanol. Lijsung entsteht neben harzartigen Umsetzungsprodukten in 15proz. Ausbeute dab
Dimerpradukt.
3) K. H . Bauer, Dissertation, Universitat Miinchen 1958.
4) L. Holleck und 3. Ka&ning, Z. Elektrochem., Ber. Bunsengoa. phys. Chem. 60, 127 (1956).
5 , H . Thies. H . Sch6nenberqer und P. K . Qasba, Tetrahedron Letters 3, 163 (1965).
8 ) P. K . Qasba, Dissertation Universitat Miinrhen 1964, S. 38.
300. Bd.
1967 3
Mechanktische StwEien zur Bildung von Diphenyliithylendiaminen
26 1
Das analoge Verhalten beider Verbindungsklassen gegeniiber Reduktionsmitteln
berechtigt zu der Annahme, daB Schiffsche Basen als Carbonium-Imonium-Ionen
mit Metallen reagieren und durch Elektronenaufnahme in die beiden Reduktionsprodukte iibergehen.
Bei der Reduktion von Benzylidenalkylaminen mit aktiviertem Alurmnium in
Athano1 ist der geschwindigkeitebestimmende Schritt die Elektronenaufnahme an
der _Ahminiumoberflache. Das zeigen vergleichende kinetische Untersuchungen in
gewohnlichem und deuteriertem Athanol. Die Reduktion verlauft in beiden Medien
z u Beginn der Umsetzung, d. h. wahrend der ersten 4 Min., annahernd gleich
schnell (Abb. 2).
p13(621
Mln
-
Abb. 2 . Umsetzung von Benzyliden-n-butylaminmit aktiviertem Aluminium in deuteriertem (Kurve I) und normalem (Kurve I€)Athano1
Ansatz : 0,006 Mol Schiffsche Base, 0,018 g-At Aluminiumfolie, 25 ml Athanol,
50 mg HgCl,. Rk.-Temp. 60'
Nach dieser Zeit velangsamt sich die Reaktionsgeschwindigkeit in dem schweren
Losungsmittel merklich. Dieser Effekt ist auf die geringe Loslichkeit des gebildeten
Aluminiumalkoholats in deuteriertem Athano1 zuriickzufiihren, das sich in diesem
Losungsmittel schon kurz nach Beginn der Reaktion ausscheidet und die Metalloberflache in zunehmendem MaBe passiviert. Dadurch wird die Annaherung und
weitere Reduktion der SchiffschenBase fortlaufend erschwert, was besonders gegen
Ende der Umsetzung deutlich in Erscheinung tritt.
Die Befunde sind ein Beweis dafur, da13 ein Hydridmechanismus bei dieser Reaktion auszuschliel3en ist : Da sich die Beweglichkeiten von Deuterium und Wasserstoff in der OD- bzw. OH-Bindung wesentlich unterscheiden, ware eine erhebliche
Ausbeuteverschiebung zugunsten des Diphenylathylendiamins zu erwarten, wenn
die monomere Reduktion uber einen Hydridmechanismus verlaufen wurde. Die
Versuche in beiden Losungsmitteln fuhrten jedoch zu annahernd gleichen Ergebnissen (Tab. 1).
S e h o n e n b e r g e r , T h i e s und R a p p 1
262
Archiv der
Pharmnzie
Tabelle 1
Bildungsverhaltnis der Reduktionsprodukte unter Verwendung von deuteriertenl und
normalem Athanol
Ansatz: 0,006 Mol Schiffsche Base, 0,018 g At Aluminiumfolie, 25 ml Athanol, 50 mg
HgCI,. Rk.-Temp. 60"
Losungsmitt,ei
I
I
Dimeresx) Monomeres**) Racemform
I
I
Mesoform
I
I
Athanol
Deuterierter Athanol
39,6
28,3
32,l
*) N,N-Di-n-butyl-cup'-diphenyl-athylendiamin
**) Benzyl-n-butylamin
Die unterschiedlichenReaktivitaten von normalem und deuteriertem Athano1 kommen
auch in der Reaktion mit aktiviertem Aluminium zum Ausdruck, wie dies durch die
Kurven I und I1 in Abbildung 3 demonstriert wird. Wiihrend gewohnlicher Alkohol nach
kurzer Induktionszeit unter Entwicklung betriichtlicher Mengen Wasserstoff reagiert,
liefert die deuterierte Verbindung nur wenig Gas.
Kurve TI
Q-q-?
5
p3z
10
-
15
Min
20
Abb. 3. Bildung von Wasserstoff bei der Umsetzung von. aktiviertem Aluminium mit
normalem (Kurve I) und deuteriertem (Kurve 11)Athanol.
Ansatz: 0,015 g At Aluminiumfolie, 10 ml Athanol, 40 mg HgCl,. Rk.-Temp. 78'
Das Bildungsverhaltnis Dimerprodukt : Monomerprodukt wird unseren letzten
Befundenz) entsprechend in weitgehendern MaBe von der GroSe der Retentionskrafte a n der Aluminiumoberflache bestimmt. Diese kommen dadurch zustande,
300. Bd.
196113
Xechanistische Studien zur Bildung von Diphenylir'thylendiaminen
263
da13 sich die Basenmolekiile iiber freie Elektronenpaare an die Metalloberflache anlagern, wobei mit steigender Elektronendichte am Stickstoff - also mit Erhohung
der Besizitat - die Haftfestigkeit der Schiffschen Base zunimmt. Gleichzeitig uben
die ebenfalls iiber freie Elektronenpaare gebundenen, benachbarten Alkoholmoleki.ile durch Ausbildung von Wasserstoffbriicken zu Aldiminmolekiilen eine Verstarkung der Riickhaltekriifte Bus. Nur so ist es erklarbar, da13 mit Erhohung der
&hanolvorlage die Monomerenausbeute ansteigt. Eine Verringerung der Alkoholmenge bewirkt umgekehrt eine Abschwachung dieser Bindungskrafte und damit
eine Erhohung der Dimerenausbeute. Die Bildung des monomeren Reduktionsproduktes erfordert also langere, die des Dinieren dagegen kiirzere Reaktionszeiten.
Die in der Folge beschriebenen Versuche beweisen die Richtigkeit dieser Vorstellungen und ermoglichen weitere Einblicke in das Reaktionsgeschehen :
1. Nach Verdiinnen der Versuchsansatze mit Toluol oder Ligroin kommt es bei
einem konstanten Bthanol-Base-Verhaltnis2)nur zu unwesentlichen Abweichungen
in der prozentualen Zusammensetzung der Reduktionsprodukte.
2. Einen wichtigen Hinweis zum Reaktionsmechanismus liefert weiterhin die
Reduktion von Benzyliden-tert.-butylamin mit aktiviertem Aluminium. Es entsteht bei dieser Umsetzung ausschliefilich und in quantitativer Ausbeute das dimere
Reduktionsprodukt N,N'-Di-tert.-butyl-a,a'-diphenylathylendiamin.Der sperrige
tert. Butylrest am Stickstoff erschwert die Annaherung der Schiffschen Base an
die Aluminiumoberflache und die Ausbildung vou Wasserstoffbriickenbindungen
erheblich. Das entstehende Radikal wird beweglich, die Voraussetzungen fur eine
erhohte Dimerenbildung sind gegeben").
L
I
I
20"
LO"
I
60"
78"
Abb. 4. Reduktion von Benzyliden-n-butylainninmit aktiviertem Aluminium in Abhangig.
keit von der Temperatur.
Kurve I: Monomeres; Kurve 11: Dimeres.
Ansatz: 0,025 Mol Schiffsche Base, 0,075 g At Aluminiumfolie, 200 mlkhanol abs.
200 mg HgCl,
im Vergleich zur n-Butylverbindung hohere Basizitat der verzweigtkettig substituierten
Base hatte umgekehrt die Monomerenbildung begiinstigen miissen.
*) Die
264
Archiv der
S c h o n e n b e r g e r , T h i e s und R a p p l
Pharrnazie
3. Die Existenz des postulierten Pesthalteeffekts macht sich auch bei Steigerung
der Reaktionstemperatur durch eine Verschiebung im Ausbeuteverhaltnis der
Reduktionsproduktezugunsten einer erhohten Dimerenbildung bemerkbar (Abb. 4).
Dabei entspricht einer Temperatursteigerung von 20" jeweils ein etwa gleichpoBer
Dimerenzuwachs, was durch den annahernd linearen Verlauf der Kurven I und 11
in Abb. 4 zum Ausdruck kommt. Das Verhaltnis Racemform : Mesoform bleibt
dabei unverandert. Da die kinetische Energie der intermediar entstehenden Aldimylradikale bei erhohter Energiezufuhr zunimmt, werden die Retentionskrafte an der
Aluminiumoberflache leichter uberwunden. Die Dirnerisierung der fre.i beweglichen
Radikale kann nun bevorzugt stattfinden.
4. Das Bildungsverhaltnis der Reduktionsprodukte 1aBt sich weiterhin durch
Zusatze von Lewisbasen verandern. Sie fuhren zu einer Schwachung der Wasserstoffbruckenbindungen zwischen Bthanol und Schiffscher Base. J e nach Menge und
Basenstarke solcher Agenzien steigen dabei die Ausbeuten an dimerem Reduktionsprodukt z. T. betrachtlich an. Dies ist darauf zuriickzufiihren, da13 die Athanolmolekiile in gleicher Weise wie mit der Schiffschen Base auch mit anderen Basen
in Wechselbeziehung treten konnen und auf diese Weise das Haftvermogen der
Schiffschen Base und der Aldimylradikale verringern2). So steigert beispielsweise
ein Zusatz von 0,025 Mol Triathylamin die Dimerenausbeute von 58,8 auf 75,2y0,
wahrend sich bei Zugabe von 0,5 Mol dieser Base 83,6% Diphenylathylendiamin
bilden (Tab. 2). Bhnliche Ergebnisse werden auch mit der Lewisbase Dioxan erhalten2).
Tabelle 2
Bildungsverh&ltnisder Reduktionsprodukte bei Triathylamin-ZusMzen
Ansatz: 0,075 g At Aluminiumfolie, 200 mg HgCI,, 100 ml khan01 abs. Rk.-Temp.: 78"
Vorgelegte Lewisbase
0,025 Mol Schiffsche Base
0,025 Mol Schiffsche Base
0,025 Mol Trigthylamin
0,025 Mol Schiffsche Base
0,050 Mol Trigthylamin
Dimerecl
Monomeres
58,s
75.2
41,2
24,s
83.6
16.4
Besehreibung der Versuche
Benzyliden- t.-butylamin
Die Herstellung erfolgte aus 0,3 Mol Benzaldehyd und 0,33 Mol t.-Butylamin. Farblose
Flussigkeit ;nach langerem Stehen erfolgt teilweise Kristallisation, Sdp., 98'. Ausbeute :
44,2 g = 91,0% d. Th.
CiiHi,N (16192)
Ber.: C 81,93
Gef.: C 82,09
H 9,38
H 9,37
N 8,69
N 8,78
300. Bd.
Mechunistische Studien zur Bildzcng von Dil'henyliithylendiurninen
1967 3
265
N,N'-Di-t.-butyl-a,a'-diphenylathylendiamin
Zur Methode siehe 1). Ansatz: 0,2 Mol Schiffsche Base. Ausbeute: 32,O g = 99,0yo d. Th.
WeiBe Substanz Schmp. 86-95", Sdp.,, = 180".
C,,H,,N
(324,4)
Ber.: C 81,45
Gef.: C 80,92
N 8,64
N 8.34
H 9,94
H 9,75
Aminometrische Titration: N = 8,63y0. Hydrochlorid: C,,H,,N,Cl,,
Chloridbestimmung nach Volhard: Ber.: C1 17,85
Schmp. 160-170"
Gef.: C. 17.20.
Das monomere Reduktionsprodukt Benzyl-t.-butylamin wurde durch Reduktion der
zugrunde liegenden Schiffschen Base mit metallischem Natrium in athanol. Losung gewonnen: Ausbeute: lOOyod. Th. Farhlose Flussigkeit; Sdp.,, 104'.
CllH,,N (163,2)
Ber.: C 80,92
Gef.: C 80,88
Hydrochlorid: C,,H,,NCI,
Schmp. 250".
H 10,50
H 10,15
N 8,58
N 8,82
Chloridbestimmung nach Voolhard: Ber. : Cl 17,76; Gef. : C1 17,70.
R e d u k t i o n v o n a-Phenyl-a-diathylamino-acetonitril
m i t a k t i v i e r t e r AIum i n i u m f o l i e in a t h a n o l . L o s u n g
Die Reduktion wurde in der gleichen Weise wie die der Schiffschen Base durchgefiihrtl).
Bei der Aufarbeitung mit konz. Salzsaure wird das nicht umgesetzte Aminonitril in Benzaldehyd, Diathylaminhydrochlorid und Blausaure gespalten. Nach Einengen der Reaktionslosung behandelt man mit 30proz. NaOH weiter, trennt die organische Phase im Scheidetrichter a b und schuttelt mehrmals mit Chloroform aus. Die vereinigten organischen Phasen
befreit man vom Losungsmittel und destilliert den verbleibenden Ruckstand i. Vak.
N,N-Diathyl-benzylamin, Ausbeute: 3,2 g = 8,5% d. Th. Sdp.,,, 80".
Hydrochlorid: C,,H,,NCl
(163,3). Ber.: C1 17,74; Gef.: C1 17,56.
N,N'-Tetraathyl-a,u'-diphenylathylendiamin.Gelblkhe, sirupose Masse; kristallisiert
nach lingerem Stehen. Hydrochlorid Schmp. 150-165' (Dioxan), Sdp.,,, 140'.
C,,H,,N,Cl,
(39.54)
Ber.: C 66,82
Gef.: C 66,80
H 8,56
H 8,95
N 7,05
N 7,19
C1 17,80
C1 17,62
Es hint(erb1ieben 3,3 g (8,8y0d. Th.) einer harzartigen Masse.
Gewinnung von deuteriertem Athanol
40 g (2 Mol) Deuteriumoxid werden in einem 250-ml-Rundkolben vorsichtig in kleinen
Anteilen - moglichst unter AusschluB von Feuchtigkeit -rnit insgesamt 158,4 g (2,4 Mol)
Natriumathylat versetzt, wobei starke Erwarmung eintritt. Man verschliedt sofort mit
einem Gummistopfen mit aufgesetztem Calciumchloridrohr. Das pulverformige Reaktionsgemisch wird solange kraftig geschuttelt, bis keine weitere Erwarmung mehr festzustellen
ist. Dann destilliert man das entstandene Athanol bei geringem Unterdruck (Olbadtemperatur etwa 80") unter wiederholtem Drehen des sich i n Schragstellung befindlichen
Kolbens a b und fangt das Destillat in einer mit Aceton-Trockeneis gekuhlten Vorlage auf.
In den oberen Teil des Liebigkiihlers bringt man dabei einen Wattebausch, der ein Mitubergehen von festem Natriumiithylat hzw. gebildetem NaOD verhindern SOU.Das erhaltene
Rohdestillat wird anschlieBend relctifiziert: Sdp. 77,8", Ausbeute: 61,2 g = 66,4y0 d. Th.
266
S c h o n e n b e r g e r , T h i e s und R a p p l
Archiv der
Pharmazie
Reduktion von Benzyliden-n-butylamin i n deuteriertem Athanol
Ansat&: 0,0065 Mol Schiffsche Base (1 g), 0,0190 g At Aluminiumfolie (0,5 g), 25 ml
deuterierter Athanol, 50 mg HgCI,. Rk.-Temp. 60" (Reaktionskinetik) bzw. 78' (Normalvers.) (Durchfuhrung siche 1).
Die Reaktion verlauft anfangs unter maSiger Wasserstoffentwicklung ;die Losung trubt
sich durch entstehendes Aluminiumathylat und metallisches Quecksilber. Nach Beendigung
der Reduktion der Schiffschen Base reagiert das Aluminium nicht weiter mit dem Losungsmittel; die WasserstoffentuTicklung kommt zum Erliegen. F u r die reaktionskinetisehen
Untersuchungen wurde anfangs in Abstilnden von jeweils 2 Min., spater in groI3eren zeitlichen Intervallen je eine Menge von 0,4 ml (= 14,54 mg *) entnommen und mit Athanol
(319,6 ml) auf eine Konzentration von 4,55 mg/100 ml verdunnt. Die quantitative Bestimmung der nicht umgesetzten Schiffschen Base erfolgte durch Messung der UV-Absorption der auf diese Weise hergestellten Untersuchungslosung.
Bestimmung der Reaktionskinetik i n normalem und deuteriertem Athanol
mittels UV- Spektroskopie
Fur die Bestimmung der Reaktionsgeschwindigkeiten in beiden Medien h a t sich eine
von uns fur diesen Zweck entwickelte MeBmethode, die auf der Auswertung der UV-Absorption der Schiffschen Base bei 246 nm beruht, als sehr brauchbar erwiesen. Wie Vergleiche gezeigt haben, entsprechen die hiermit erhaltenen MeSwerte den durch Craigverteilung ermittelten und sind bei wesentlich geringerem zeitlichen Aufwand gut reproduzierbar.
Benzyliden-n-butylamin weist im UV-Bereich bei 210 und 246 nm charakteristische
Absorptionsmaxima auf, von denen sich fur eine quantitative Auswertung jedoch nur das
bei 246 nm liegende eignet, da die Reduktionsprodukte bei 210 nm ebenfalls absorbieren.
Der durch die Absorption der Reduktionsprodukte bei 246 nm bedingte Auswertungsfehler
fallt dagegen kaum ins Gewicht und 1aBt sieh in einfacher Wcise durch Substrakt,ion
korrigieren (siehe splter).
Benzyl-n-butyla,min
E = 0,Ol (1 = 246 nm) 0,5 mg/lO ml
E = 0,04 (1. = 246 nm) 0,5 mg/lO ml
Dimerprodukt
Gemisch beider Stoffe im Verhaltnis
Dimer : Monomer = 58 : 42 E = 0,02 (A = 246 nm) 0,5 mg/lO ml
A u s w e r t u n g d e r MeSergebnisse
Man tragt die ermittelten Werte fur die Extinktion (Ordinate) in Abhangigkeit von der
Reaktionszeit (Abszisse) in ein Koordinatensystem ein und erhllt Kurve I. Der durch die
Reduktionsprodukte zustandekommende Extinktionsfehler, der insbesondere im unteren
Teil der Kurve ins Gewicht fallt und nach quantitativer Reduktion der Schiffschen Base
einen Maximalwert von 0,02 erreicht, mu13 durch Subtraktion eliminiert werden. Das
geschieht in der Weise, daS man Kurve I zunaehst im linearen Teil gegen die Abszisse
verlangert und die im unteren Teil liegenden Kurvenpunkte auf die Verlgngerung projiziert.
Man erhiilt eine linearisierte, bei einer Extinktion von 0,02 endigende Kurve 11,Der Ordinatennullpunkt wird mit dem Kurvenendpunkt verbunden ; die Verbindungslinie Kurve I11 -gibt gegen die Abszisse diejenigen Werte an, die von den Extinktionswerten
aus Kurve 11abzuziehen sind, um den durch die Reduktionsprodukte verursachten Fehler
auszuschalten (Abb. 5). Die den korrigierten Extinktionswerten entsprechenden mg-Mengen a n Schiffscher Base lassen sich aus der Eichkurve (Abb. 6) ablesen. Durch Vergleich
mit der Ausgangskonzentration von 4,55 mg in 100 ml ergibt sich der Prozentsatz an unumgesetzter Schiffscher Base.
*) Das Ausgangsvolumen von 26 ml (&hanolvorIage) erhoht sich diirch Zuaatz von 1 g Benzy-
liden-n-butylamin und Erhitzen (78') auf insgesamt 27,5 ml.
300. Bd.
1967Q
Hechanistische Studien zur Bildung von Diphenylathylendiaminen
OL
n
28
16
Min
-
267
52
LO
Abb. 5. RRaktionsverlauf der Umsetzung von Benzyliden-n-butylamin mit aktivierter
Aluminiumfoliein deuteriertem Athanol bei 60'. Kwve I: Gemessene Extinktion;
Kurve I1 ist linearisiert ;die korrigierte, wirkliche Extinktion der Schiffschen Base
ergibt sich aus der Differenz von Kurve I1 und Kurve I11 (Absorption der Reduktionsprodukte)
Tabelle 3
W-Absorption von Benzyliden-n-butylamin in Abhangigkeit von der Wellenlange
Konzentration: 5 mg/100 ml, Kiivette 0,l om.
Wellenliinge (nm)
Extinktion
Wellenlange (nm)
Extinktion
200
205
208
209
210
211
212
220
230
240
0,33
0,38
0,59
0,64
U.67
0,62
0,52
0,11
0,Ol
0,49
240
241
242
243
244
245
0,49
0,51
0,52
0,53
246
247
248
249
250
0954
0,55
U,56
0,55
0,54
0,53
0.52
Tabelle 4
Abh&ngigkeitder Extinktion von der Konzentration bei einer Wellenlange von = 246 nm
Schiffsche Base in Athanol; Kuvette 0,1 cm.
mg Schiffsche Base
in 10 ml Athano1
130
0,75
0,50
0,375
0,25
Extinktion
mg Schiffsche Base
in 10 ml Athanol
Extinktion
0,98
0,76
0,55
0,41
0,28
0,175
0,100
0,050
0,010
0,005
0,200
0,110
0,056
0,022
0.008
S c h ~ o n e n b e r y e r .T h i e s und R a p p l
268
Archiv der
Pharmazie
Wie Abb. 6 zeigt, gehorcht die Absorption in starken Verdiinnungen (0,5 mg/lO nil) dem
Lambert-Beerschen Gesetz.
1-
01
03
Konzentration in rngilOO rnl
lathanolischer Losungl
05
~~
Abb. 6. Eichknrve fiir Benzyliden-n-butylaniin
Der Deutschen Porschungsgemeinschaft und dem Fonds der Chemischen Industrie
danken mir fur die Forderung unserer Untersuchungen.
Anschrift: Univ.-Doz. Dr. H. Schonenberyer, 8 Miinchen 2, Sophionstr. 10
LPh 346)
H. S c h o n e n b e r g e r , H. T h i e s und A. R a p p l
Untersuchungen zum Mechanismus der Reduktion
Schiffscher Basen mit aktiviertem Aluminium in Athano1
6. Mitt. uber Cytostatica
I)*)
Aus dem Institut fur Pharmazie und Lebonsmittelchemie der I,7niversit&tMiinchen
(Eingegangen am 24. Sugust 1966)
Bei der Reduktion von Benzylidenalkylaminen mit aktiviertern Aluminium
in Athano1 entstehen N,N-Dialkyl-a,a ’-diphenylathylendiamine und Benzylalkylamine. Die Ausbeute a n Diphenylathylendiamin erhoht sich durch Zusatz
von Aminen oder Aluminiumalkoholat, die eine Verringerung der Retentionskrafte an der MetalIoberflliche hervorrufen.
Die in unseren letzten Arbeitenl) 2, 3, beschriebenen Versuchsergebnisse machen
es verstandlich, w a r u m bei der Reduktion v o n Benzylidenalkylaminen mit aktiviertem Aluminium in B t h a n o l d a s Konzentrationsverhaltnis Alkohol : Schiffsche
*) Zur carcinostatischen Wirkung von Pu’,23’-L)ialkyl-a,a’-diphenylnth~-lendiaminen
siehe Arznei-
mittel-Forseb., im Driick.
1)
5. Mitt. iiber Cytostatica: H . Schonenberger rt al., Arch. Pharmaz. 300, 258 (1967).
2)
H . Schdnenberger, H . Thies und A . Rap& Arch. Pharmaz. 298, 6135 (19M).
H . Schdnenberger, H . Thies und A . Rap& Arch. Pharmaz. 298, Bfi7 (1965).
3)
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