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Sitzung am 15. Okfober 1934.
Vorsitzender: K. A. H o f m a n n , Prasident.
Das P r o t o k o l l d e r S i t z u n g v o m 9.J u l i 1934 wird genehmigt.
Hrn. Prof. Dr. Th. W. F r e s e n i u s (Wiesbaden) verdanken wir folgenden
Nachruf auf seinen am 13. August d. J. im Alter von 80 Jahren verstorbenen
Schwager Prof. Dr.
ERNSTHINTZ.
Am 14. Mai 1854 zu Worms geboren, kam Hintz schon im selben Jahr
nach Mannheim, wo sein Vater Direktor des V e r e i n s c h e m i s c h e r F a b r i k e n wurde. Nach Beendigung der Schulzeit studierte Hintz am Polytechnikum in Karlsruhe unter L o t b a r Meyer und veroffentlichte schon rnit
19 Jahren eine kleine Arbeit iiber das Chromdioxyd. I m Herbst 1874 trat er
als Studierender in das Laboratorium von R. F r e s e n i u s in Wiesbaden ein,
war dort auch Assistent und setzte 1876 seine Studien in StraBburg i. E . unter
F i t t i g fort, wo er Ende 1878 mit einer Arbeit uber das Pyren promovierte.
Nach kurzer Assistenten-Zeit trat er in die chemische Fabrik Mombach des
V e r e i n s f u r c h e m i s c h e I n d u s t r i e ein, verlieB diese Stellung aber nach
etwa einem Jahr und trat rnit Beginn des Jahres 1881 in das Laboratorium
von R. F r e s e n i u s (mit dessen Tochter er sich verheiratete) ein. E r unterstiitzte seinen Schwiegervater in der Leitung des Untersuchungs-Laboratoriums, speziell der Abteilung fur Erze, Metalle, Mineralwasser u. dergl.,
hielt am Unterrichts-Laboratorium Vorlesungen iiber organiscbe Chemie und
war Berichterstatter an der Zeitschrift fur analytische Chemie, deren Mitherausgeber er von 1897-1920 war. Mit seinen beiden Schwagern H. und
W. F r e s e n i u s ubernahm er in dem MaBe, wie sich R. F r e s e n i u s zuriickzog, mehr und mehr die Leitung der Anstalt. Nach R. F r e s e n i u s ’ Tode
fiihrte er das Laboratorium rnit seinen Schwagern fort; er hat wesentlich
dazu beigetragen, den Ruf und die Stellung der Anstalt auf der alten Hohe
zu halten und sie in ihrem Betrieb den jeweiligen Bediirfnissen der Wirtschaft
anzupassen. I m Jahre 1912 trat er aus dem Verband des Laboratoriums aus,
um sich ganz industrieller Arbeit als Mitglied des Aufsichtsrats des V e r e i n s
c h e m i s c h e r F a b r i k e n und des V e r e i n s f u r c h e m i s c h e I n d u s t r i e zu
widmen. AuSerdem war er noch beratend bei einer Reihe anderer industrieller
Unternehmungen tatig. Die wissenschaftlichen Arbeiten von E. H i n t z sind
fast ausnahmslos analytischen Charakters. Es seien nur genannt die Arbeiten
iiber die Bestimmung seltener Erden, zu denen die Gasgliihlicht-Industrie die
Anregung bot, die Arbeit uber die Schwefel-Bestimmung in Pyriten, die Mitarbeit an den Kommissionen zur Aufstellung einheitlicher Methoden zur
Bestimmung von Eisen in Eisenerzen, von Schwefel in Schwefelkiesen,
von Zink in Zinkblenden. Vor allem aber betatigte sich Hintz auf dem Gebiet
der Mineralwasser-Untersuchung,auf dem das Laboratorium Fresenius von
jeher fiihrend war. Er veroffentlichte eine groSe Anzahl von MineralwasserAnalysen, wirkte entscheidend rnit bei der Klarung der Begriffe und Bezeich-
nungen der natiirlicben und kiinstlichen Mineralwasser und setzte sich fur
eine einheitliche Darstellung der Analysen-Ergebnisse ein. Mit I,. Griinhu t
zusammen verfal3te er den chemischen Teil des Deutschen Baderbuchs, das
bahnbrechend auf diesem Gebiete gewirkt hat. Als Gutachter ist er auf dem
Gebiet der Kunstseide-Fabrikation hervorgetreten. Von seiner industriellen
Tatigkeit ist hervorzuheben, dal3 er wesentlich beigetragen hat zur Ausgestaltung des Kontakt-Verfahrens des Verein s che mis c h e r F a b r i ken.
Am 3.Juli 1934 verstarb nach kurzer Krankheit Dr. phil., Mag. chem.
und Dr. chem. h. c.
WALDEMARM. FISCHER,
Professor fur organische und analytische Chemie an der Universitat Riga.
Hr. Dr. E. E e g r i w e hat uns in dankenswerter Weise die folgenden
Notizen aus dem Leben des Verstorbenen zur Verfiigung gestellt :
Geboren am 5. Februar 1881 in Moszczenice in Polen, besuchte Fischer die
hohere Getverbeschule in Lodz. Er studierte 1899-1904 an der Rigaer Hochschule Chemie und setzte sein Studium in Leipzig fort, wo er zum Dr. phil. promovierte. Daselbst war er im Sommer-Semester 1908 als Assistent von Prof.
A. H a n t z s c h tatig. Im selben Jahre einem Ruf von Prof. P. W a l d e n nach
Riga folgend, wird ihm zunachst die Assistentur am quantitativen analytischen Laboratorium, 1912 die Vorlesung iiber analytische Chemie und 1915
die Professur fur Chemie ubertragen. Kurz vorher erwirbt Fischer mit seiner
Arbeit ,,Studien an iibersattigten Losungen von Salzen" in Charkow den
Magistergrad der Chemie. 19x9 iibernimmt er an der neugegriindeten Universitat Riga die Professur fur organische und analytische Chemie, welche
er bis zu seinem Tode inne hatte. In Wiirdigung seiner vielfachen Verdienste
wurde ihm 1929 von der Fakultat der Dr. chem. ehrenhalber zuerkannt.
Dank seiner vielseitigen Begabung hat Fischer Arbeiten aus verschiedenen
Gebieten der Chemie veroffentlicht. Wohl zu einer seiner bedeutendsten gehort diejenige iiber den Mechanismus der Ausscheidung von Salzen aus ubersattigten Losungen. Weitere Beitrage auf anorganischem und organischem
Gebiete finden sich in den Veroffentlichungen iiber die Mangansulfide, die
Hydrate des Calciums, die Verhaltnisse der Halogenide der 111.-V. Gruppe
des Periodischen Systems, uber Molekiilverbindungen von Oxy-azokorpern
mit Saure-halogeniden. uber ein Isomeres des Anhydro-bis-diketohydrindens,
uber das Anhydro-bis-bindon und den Chemismus der Bildung des Tribenzoylen-benzols.
Fischer besal3 grol3e Erfahrungen auf dem Gebiete der praktischen Analyse, was sich unter anderem in der Anwendung mancber eigener Untersuchungsverfahren aul3erte. Seine veroffentlichten analytischen Arbeiten enthalten
eine Reihe von Bestimmungen, wie die desMangansnachVolhard und Wolff,
der Nitrite, der Alkohole, die Trennungen der salpetrigen Saure von Salpetersaure, des Magnesiums von Calcium, Untersuchungen iiber die Fallung von
Mangan und Zink als Sulfide.
Fischer war nicht nur ein erfolgreicher Forscher, sondem, dank der
Giite seines Wesens und wegen seines aul3erordentlichen Entgegenkommens,
auch ein beliebter und hilfsbereiter Lehrer und Ratgeber, der seinen Schulem
auch menschlich nahe stand.
B e r i c h t e d. D. C h e m . G e s e l l s c h a f t . Jahrg. LXVII.
A 15
166
-
1934. A
Am 30. August des Jahres starb der langjahrige Redakteur des Beilstein-Handbuchs Prof. Dr.
BERNHARD
PRAGER
an den Folgen eines Herzleidens. Von Hrn. F. R i c h t e r wird uns der folgende Nachruf zur Verfiigung gestellt :
Bernhard Prager wurde am 12. Mai 1867 in Berlin geboren. E r studierte
daselbst unter H o f m a n n , R a m m e l s b e r g und G a b r i e l Chemie und erwarb 1890 mit einer Dissertation iiber Pseudo-harnstoffe die Doktorwiirde.
AnschlieBend war er 8 Jahre in der Anilinfarben-Fabrik N o t z e l , I s t e l
& Co. in Griesheim tatig und iiberwachte dort die Fabrikation von Benzidin,
Tolidin und Dianisidin, deren Herstellungsverfahren er vervollkommnete.
1898 gab er diese Stellung auf, da ihm die dortigen Verhaknisse zu eng waren,
und trat am I. Mai 1899 in die von P a u l J a c o b s o n geleitete B e i l s t e i n Redaktion ein, die 1896 von der D e u t s c h e n Chemischen G e s e l l s c h a f t
ins Leben gerufen war. Hier bearbeitete er das gesamte Manuskript der
Erganzungsbande zur 3. Auflage mit so grol3em Erfolg, daB er im Jahre 1906
zum leitenden Redakteur fur die 4. Auflage des Handbuchs bestellt wurde.
Neben seiner literarischen Arbeit fand er bis zum Jahre I905 noch Zeit
zu experimenteller Tatigkeit im Laboratorium des Hof m a n n -Hauses. Es
gelang ihm, fettaromatische Amino-azoverbindungen darzustellen und gewisse Analogien im Verhalten von aliphatischen und aromatischen Verbindungen bei der Azokupplung nachzuweisen.
Die Jahre 1907-1916 waren der Vorbereitung der 4. Auflage gewidmet,
deren vollige Neugestaltung nachst P a u l J aco bson vor allem ihm zu danken
ist. Gelegentlich der Feier des 50-jahrigen Bestehens der D e u t s c h e n Chemis c h e n G e s e l l s c h a f t im Jahre 1918 erhielt er den Titel Professor und die
Hofmannhaus-Plakette. Bis zum Jahre 1923 stand ihm J a c o b s o n , mit dem
er in enger Freundschaft verbunden war, noch als beratender Redakteur
zur Seite; nach dessen allzu friihem Tode trug Prager die Last der Redaktionsleitung ganz allein. Im Jahre 1924 wurde er zum Mitglied der D e u t s c h e n
N o men k l a t u r - K o m m i s s io n gewahlt und vertrat die Gesellschaft in
dieser Eigenschaft I930 auf dem Internationalen KongreB in Liittich.
Als er sich im Mai des Jahres 1933 den steigenden Anforderungen an
seine Arbeitskraft nicht mehr gewachsen fiihlte und urn seine Pensionierung
nachsuchte, entsprach der Vorstand seinem Wunsch und gab in einer Abschieds-Adresse der Hoffnung Ausdruck, da13 es ihm nunmehr vergonnt sein
moge, in Md3e und Gesundheit den reichen wissenschaftlichen und kiinstlerischen Neigungen nachzugehen, die er im Interesse der Arbeit fur die
Gesellschaft stets in selbstloser Weise zuriickgestellt hatte. Diese Hoffnung
hat sich leider nicht erfiillt.
Die D e u t s c h e Chemische G e s e l l s c h a f t verliert in B. Prager e h e n
Mitarbeiter, der in seltener Treue sein ganzes Zeben dem Dienst an dem ihm
anvertrauten Werk geopfert hat. Wenn das Beilstein-Handbuch dem
Chemiber an der Hochschule und in der Technik ganz unentbehrlich geworden ist und in aller Welt als ein stolzes Zeugnis deutschen Fleil3es und
deutscher Griindlichkeit gilt, so ist dies in erster Linie B. Prager zu danken.
Sein Name wird auf immer mit diesem Monumentalwerk verkniipft bleiben.
Mit der D e u t s c h e n Chemischen G e s e l l s c h a f t trauern um B. Prager
1934. A
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auch die Mitarbeiter seiner Redaktion. Sie verehrten und liebten den stillen
Mann, der nicht gern nach auBen in Erscheinung trat, und sahen in ihm
nicht nur ihren Wissenschaftlichen Fiihrer und stets um Gerechtigkeit bemiihten Vorgesetzten, sondern auch einen vaterlich sorgenden Freund, der
ihren personlichen Angelegenheiten stets ein warmes Interesse entgegenbrachte. Allen, die das Gliick hatten, B. Prager naher zu kennen, wird die
vorbildliche Reinheit seines Lebens, dem scbwere Priifungen nicht erspart
blieben, sein heiteres Wesen und die lautere Klarheit seines an S p i n o z a
und S c h o p e n h a u e r orientierten Denkens ein unvergel3liches Erlebnis
bleiben.
Prof. Dr. Dr.-Ing.
BERNHARD
LEPSIUS
ist am 7. Oktober im 81. Lebensjahr verschieden.
Hr. K. A. H o f m a n n hat dem Verewigten folgenden Nachruf gewidmet:
Die D e u t s c h e Chemische G e s e l l s c h a f t verliert an ihm ein hervorragendes Mitglied, das ihr uber ein Menschenalter hinaus angehorte als Ausschdmitglied von 1896-1909, als Schriftfiibrer von 1910-1916, als Vizeprasident von 1916-1919 und als Generalsekretar von 1912-1927.
I n dieser
schwierigen und verantwortungsvollen Stelle hat er sich besonders verdient
gemacht, indem er in den Jahren der Inflation, als die Millionen und Milliarden
im Winde zerflatterten, die Hilfe der chemischen Industrie heranzog, um die
wissenschaftlichen Unternehmungen der Gesellschaft zu retten.
Als Mitstifter des Hofmann-Hauses, als Forderer des J u b i l a u m s F o n d s und der A d o l f - B a e y e r - G e s e l l s c h a f t half Lepsius mit Rat und
Tat. Den Studierenden der Chemie bietet die Lepsius-Stiftung die Lehrbiicher zu ermaBigten Preisen .
Am 3. Februak dieses Jahres hat die D e u t s c h e Chemische Gesells c h a f t zum 80. Geburtstag Dank und Gliickwunsch dargebracht. Jetzt
ehrt sie den Toten durch feierlichen Nachruf in ihren Berichten.
Seine hohe Gestalt bleibt uns unvergefllich, sein klares, freundlich-offenes
Wesen lernten wir lieben, seinen kiinstlerisch schaffenden Geist riihmen wir.
am
Als Schiiler von A. W. v. H o f m a n n wirkte Lepsius 1881-1891
P h y s i k a l i s c h e n Verein in F r a n k f u r t a. Main als Dozent. In der chem.
Fabrik Grie sh e i m - E l e k t r on war er 1891 -1909 hervorragend beteiligt
an der Einfiihrung der Chloralkali-Elektrolyse, der Herstellung organischchemischer Ztvischenprodukte, insbesondere der fur die Wehrmacht neu
aufkommenden SchieB- und Sprengstoffe. Hieruber berichtet der w. u. folgende Aufsatz von Hrn. Dr. C. J a c o b i .
Lepsius war als Schriftsteller und Kiinstler reich veranlagt von miitterlicher und vaterlicher Seite. Sein Vater war der beriihmte Berliner Agyptologe, ein Urgrol3vater war F r i e d r i c h Nicolai. Das Haus Lepsius hatte
am geistigen Aufstieg Berlins reichen Anteil. Aus der Biedermeier-Zeit der
GroBmutter Lili P a r t h e y weht ein Hauch unverwelklicher Bluten der SpatRomantik uns entgegen.
Alle Reden und Schriften von Bernhard Lepsius, auch solche von rein
wissenschaftlicher Art, tragen Zeichen und Initiale der feinen Kultur seiner
A 15*
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1934. A
Jugendzeit im elterlichen Hause. Seine Nachrufe auf die vorangegangenen
Freunde sind Werke des kiinstlerischen Geistes und echte Schopfungen
seines tiefen Gemutes.
C. J a c o b i : L e p s i u s in d e r c h e m i s c h e n I n d u s t r i e .
Lepsius wurde im Jahre 1891 die Leitung der Griesheimer Anilin-Fabrik
der Chemischen Fabrik G r i e s h e i m - E l e k t r o n in Frankfurt a. M. iibertragen.
H a u s s e r m a n n hatte diese Fabrik im Jahre 1882 erbaut und hatte hier,
in der Mitte der 8oer Jahre eine Trinitro-phenol-Fabrikation angegliedefi.
Fur die Herstellung von Trinitro-toluol als Ersatz fur die gefahrliche Pikrinsaure hatte H a u s s e r m a n n auch schon die Regierungsstellen zu interessieren
versucht. Es war ihm aber nicht gelungen. Als Lepsius die Leitung iibernahm, regten ihn diese Arbeiten auf dem Sprengstoff-Gebiete stark an. Es
wurden die Verfahren fur verschiedene hochnitrierte Verbindungen ausgearbeitet , und er wuBte mehrere Sprengstoff - Techniker , besonders
seinen Freund W i l l , fur die technische Verwertung zu interessieren. I m
Jahre 1900 gelang es, das Trinitro-toluol in die Sprengstoff-Industrie einzufiihren, und er nahm die Fabrikation in Griesheim in groBerem MaBstabe
auf. Leider wurde die Explosion eines Pikrinsaure-Lagers im Jahre 1901
der AnlaB, die Fabrikation von Sprengstoffen in Griesheim wieder aufzugeben. In diese Zeit fallt eine groBere Anzahl von Patenten, die von Griesheim-Elektron auf dem Sprengstoff-Gebiet genommen wurden :
Dtsch. Reichs-Pat. 77353 : Verfahren zur Herstellung von Trinitro-benzol
aus Trinitro-benzoesaure.
Dtsch. Reichs-Pat. 127325 : Verfahren zur Darstellung von Trinitrobenzoesaure aus Trinitro-toluol.
Dtsch. Reichs-Pat. 79477 : Verwendung von Trinitro-benzol als Sprengstoff unter AusschluB oxydierender Zusatze.
Dtsch. Reichs-Pat. 81 970 : Verfahren zur Darstellung von Pentanitrodiphenylather.
Dtsch. Reichs-Pat. 86 295 : Verfahren zur Herstellung von Hexanitrodiphenylaniin.
Dtsch. Reichs-Pat. 84628 : Verwendung von Trinitro-anilin zu Sprengstoffen.
Diese Arbeiten auf dem Toluol-Gebiet gaben auch die Anregung zur
Trennung der bei der Mononitrierung entstehenden drei isomeren Nitrotoluole. Die Untersuchungen, die sehr fruchtbringend werden sollten, fiihrte
er gemeinsam mit seinem Mitarbeiter B e r n d t aus und dehnte sie weiter
auf die Trennung von wichtigen Isomeren, so namentlich der drei Chlornitro-benzole, Bus. Diese Verfahren wurden in Griesheim technisch aufgenommen und bildeten die Unterlage fur die technische Herstellung einer
Reihe von Substitutions-Produkten der isomeren Chlor-nitro-benzole. In
groBtem MaBstabe wurde die Herstellung des Dinitro-chlor-benzols durchgefiihrt, das nach der Umwandlung in Dinitro-phenol einen neuen Ausgangskorper fur die Herstellung der Pikrinsaure lieferte. Die groBe Entwicklung,
die die Alkali-Elektrolyse in Griesheim nahm, veranldte Lepsius, fordernd
d afdr einzutreten, den dabei entfallenden Wasserstoff technisch zu verwerten,
1934. A
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im besonderen fur die Verwendung zum Schweiljen und Schneiden von Metallen.
Ferner gab ihm diese Entwicklung der anorganischen Elektrolyse die Anregung, auch auf organischem Gebiet elektrochemisch arbeiten zu lassen. Es
wurde eine gro13e Reihe von wissenschaftlich und technisch interessanten
Arbeiten nach dieser Richtung hin ausgefiihrt, deren grol3-technische Verwertung leider an Material-Schwierigkeiten und technischen Hindernissen
scheiterte. Hierher gehoren die deutschen Reichspatente :
97 013 : Verfahren
einem Gemisch von o78 309 : Verfahren
143 449 : Verfahren
zur Darstellung von reinem o-Nitro-chlor-benzol aus
und p-Nitro-chlor-benzol.
zur Darstellung von Chlor-trinitro-benzol.
zur Darstellung von 3-Chlor-4-amino-phenol.
Seine Tatigkeit in der Industrie beschrankte sich aber nicht auf das
wissenschaftliche Laboratorium, sondern er hatte auch gute Erfolge auf den
technischen Gebieten zu verzeichnen und war fur Neuerungen stets interessiert. So stellte er im Jahre 1906 wohl eine der ersten Dampf-Turbinen in
Griesheim auf, die jahrzehntelang Griesheim mit Strom versorgte. An den
technischen Verfahren lie13 er standig mit Erfolg weiter arbeiten, und die
neu errungenen Erkenntnisse wul3te er durch den Ausbau in grol3ziigig angelegten Fabrikraumen auszuwerten. Noch heute sind die stattlichen Bauten,
die unter Lepsius errichtet wurden, von grol3er Bedeutung fur das Werk
Griesheim.
Unter seiner Leitung wurde im Jahre 1906 von der Chemischen Fabrik
Griesheim-Elektron die Anilin- und Farben-Fabrik von K . Oehler in Offenbach a. M. kauflich envorben. Lepsius fiihrte auch diese Fabrik lange Zeit
selbstandig. Er verstand es, seine Mitarbeiter wissenschaftlich und technisch
anzuregen und anzueifern. Was aber fur den damaligen Geist der akademischen
Mitarbeiter in Griesheim von grol3er Bedeutung war, das war die gesellschaftliche Anregung, die das Haus Lepsius den jungen und den Familienkreisen
der alteren Akademiker gab. Es fand jede Woche in seinem Hause ein Jourfix
statt, an dem es in Bezug auf Kuche und Getranke sehr einfach zuging, und
zu dem jeder der Chemiker und Ingenieure ungeladen erscheinen konnte.
Kunstfragen, Musik und eine heitere Unterhaltung fullten diese Abende aus.
Fur die jiingeren, wie auch fur die verheirateten Akademiker wurde auf diese
Weise ein gesellschaftlicher Zusammenhang geschaffen, der fur das Fiihlen,
Denken und Zusammenleben der Akademiker in Griesheim ausschlaggebend
wurde. Noch heute zeigt sich bei vielen der noch bier tatigen oder teilweise
auch in Pension lebenden Herren die Anhanglichkeit zu dem Haus Lepsius
in treuester Weise.
Die Versammelten ehren das Andenken der Verstorbenen durch Erheben
von den Sitzen.
Hrn. Geheimrat Prof. Dr. C. P a a l (Leipzig) wurden anla13lich seines
G o l d e n e n D o k t o r - J u b i l a u m s am 28. Juli telegraphische Gluckwunsche
iibermittelt.
Durch ein Telegramm des Prasidiums wurden Hrn. Geheimrat Prof.
Dr. C. Bosch (Ludwigshafen) zum 60. G e b u r t s t a g am 27. August Gliickwiinsche ubermittelt.
170
_
_
1934. A
Hr. Prof. Dr. R. W e g s c h e i d e r ( W e n ) feierte a m 8. Oktober seinen
75. Geburtstag, zu welchem ihni die Gluckwunsche der Gesellschaft uber-
sandt wurden.
Als o r d e n t l i c h e Mitglieder treten der Gesellschaft w i e d e r b e i :
IIr. B i r c h , Dr. Stanley Francis, c/o Anglo-Persian Oil Co.. L t d . , P . 0 . Box I , Chertsey
Road. Sunbury-oxi-Tliames (England).
,, E i s n e r , Dr. Hans, C a l k Castaficr 1 2 , Barcelona (Spanien).
,, K r a s s a , Prof. Dr. Paul, Casilla 2126. Santiago (Chile).
,, M a r k u s c h e w i t s c h , Dr. A . , Chem. 1,abor. krimski bolschewik, Gos Kosch Sawed,
Simferopol (Krim).
Frl. P e i s e r , Dr. Rlisabeth, Winterfeldtstr. 23, Berlin W 57.
IIr. T e r a d a , Dr. Shoichi, Tokyo Koto Shika Igakko, Ochanomidzu, IXongo, Tokyo
(Japan).
,, B r o d s k y , Prof. A. I., Poltawskya
Wohn. 25a. Dnepropetrowsk (V.S. S. R.).
,, B u r k s e r , Prof. I:. S., 111. Ostrowidowa 4. Odcssa (U.S. S. R.).
,, l ’ e t r o w , Prof. A . D., U1. Chalturina 17. Wohn. 7 , Leningrad (U.S.S. R.).
,,’ P i s s i r r j e w s k y , Prof. Dr. L. W.,Basseynaya 5 , Dnepropetrowsk ( U . S. S. R.).
,, P u s i n , Prof. Dr. N. A , , T e c h . E’akultet, Alcksandrova u. 73, Beograd (Jugoslav.).
,, P r c o b r a s c h e n s k y . N. A . , B. Yoltschanowka 9, Wohn. I , Moskau (1J.S.S.R.).
I+. S c h t s c h u k i n a , nr. h1. A-., 2. Kostowsky per. 8, Wohn. I , Moskau ( U . S . S . R.).
I l r . S t s c h e r b a k o w , Prof. Johann, 1Jl. 8 Marta 7, \Vohn. 90, Swerdlowsk (U.S.S. R.).
,, l : s s a n o v i t s c h , Prof. Michail, Staats-Unir., Tomsk (Sibirien).
.+.
Als a u r j e r o r d e n t l i c h e M i t g l i e d e r werden a u f g e n o m m e n die in
der Sitzung voni 9. Juli 1934 Vorgeschlagenen, deren Nanien in1 Protokoll
dieser Sitzung (B. 67, A 115 [I9343) veriiffentlicht sind.
Als a u r j e r o r d e n t l i c h e M i t g l i e d c r werden v o r g e s c h l a g e n :
IIr. W a h r e n h o l z , Dip1.-Ing. Hans-Georg, Georg-R’illielm-Str. 2, Bh.-Halensee (durch
K . 1 , e s c h e w s k i und C. R e s c h k e ) :
,, P o l l a k , Rudolf, Gesellschaft fur Chcmikalien u. Fabrikbcdarf m . b. H., Pfalzburger
Str. 59, Bh.-Wilmcrsdorf (durch R . S t e l z n e r und M. P f l i i c k e ) ;
,, A n t o n i a n i , Clandio, Via Pinturicchio 2 5 , Milano (Italien) (durch R . S t e l z n e r
und 31. P f l i i c k e ) ;
,, B a b a , Tamczi, Kaiser]. Univ., Tailioku/Formosa (Japan) (durch K . S t e l z n e r und
31. P f l i i c k c ) ;
,, S c h n e i d e r , Dir. Dr.-Ing. Walter, Forsc1i.-Tnst. d . MaJinesmannrohreri-~Verke,
Duisbnrg-Wanheim ((dnrch 0. P e t e r s e n untl U:. M ii h l e n d y (I k) ;
,, K o g a n , Dr. J . M.,Sofiskaja nabercschnaja 8, W:ohn. 2, hloskau (V.S. S. R.) (durch
M . I l j i n s k y und 1’. S c h o r i g i n ) ;
,, K o t o n , Dr. Michail hI., Wolodarskaja 4, \\’ohn. 4, Petrhof/Leningradskaja Obl.
( U . S . S . R.) (dnrch S. K a s u w a j c w und 0 . S w j a g i n z e w ) ;
Frl. R u p p c r s h e r g , Hildcgard, Kyllmannstr. ‘1, Ah.-Wnnnsee ((lurch K . Hcss und
C. Trogus);
I l r . C u t t e r , Dr. Irving S., Sorthwestern Univ., >Led. School, 303 E a s t Chicago Are.,
Chicago/Ill. (C.S. A , ) (dnrch K . T h o m a s und R . S t e l z n e r ) ;
,, S p e r b e r , Dr. Joachim, Huttenstr. 62, Ziirich (Schweiz) (durch E. L V i n t e r s t e i n
und A. W i n t e r s t c i n ) ;
,, I : a l k c n h a u s c n , Dr. Friedrich Frhr. v . , Arntsstr. 21, Naugard, Hez. Stettin (durch
A. P a r l o w rind Jl. P f l i i c k e ) ;
,, C r a s s o w , Dr. Fritz, .4m ’Treptower Park 45/46, Bh.-Treptow (durch K .S t e l z n e r
und 11. I’fliicke).
F u r d i e B i b l i o t h e k s i n d a l s Geschenke e i n g e g a n g e n :
2703. A n n u a r i o della Reale Accademia d’Italia. V. 1932-1933.
Rom
1934.
2523. M e n s c h u t k i n , B. N. und K u j a s e w , G. M. Schriften von M. W.
Lomonosow. Band VI. Leningrad 1934. (Russ.)
2716. Pf l u c k e , Maximilian. Cbemisch-technische Entwicklung auf dem
Gebiete der Kohlenwasserstoffole. Band I1: 1928-1932. Bearb. von
W a l t h e r , Carl. Berlin 1934.
3339. R a n d a l l , J. T. The Diffraction of X-Rays and Electrons by Amorphous Solids, Liquids and Gases. London 1934.
Besonders weist der Vorsitzende auf die folgenden, neu erschienenen
Veroffentlichungen der Gesellschaft hin :
B e i l s t e i n s Handbuch der organischen Chemie. 4. Aufl. Band XIX.
Berlin 1934.
G m e l i n s Handbuch der anorganischen Chemie. 8. Aufl.
System-Nr. 35: Aluminium (Teil A, Lfg. I). Berlin 1934.
System-Nr. 59: Eisen (Teil A, Lfg. 6 und 7). Berlin 1934.
System-Nr. 35: Aluminium (Teil A, Lfg. 2). Berlin 1934.
In der Sitzung wurde folgender Vortrag gehalten :
H. G. G r i m m (Ludwigshafen/Rhein) : Das periodische System der chemischen Verbindungen.
Der Vorsitzende :
X. A. H o f m a n n .
Der Schriftfiihrer :
H. Leuchs.
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