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1939. A
Besondere Sifzung am 11. Februar 1939.
Vorsitzender: R. K u h n , Prasident.
,:Xeine Damen und Herren! Ich eroffne die heutige Sondersitzung der
Deutschen Chemischen Gesellschaft, zu der, wie ich mit Freude feststelle,
eine groBe Zahl von Mitgliedern und Gasten aus dem ganzen Reiche zusammengekommen sind. Namentlich zu benriiBen habe ich Herrn Dr. D a h n k e als
Vertreter des Herrn Reichsministers R u s t , der uns die Ehre erweist, den
heutigen Sbend unter uns Chemikern zu verbringen.
Besonders herzlich ist der WillkommensgruB, der Ihnen gilt, sehr geehrter Herr Professor S z e n t - G y o r g y i , der Sie die Reise nach Berlin gemacht haben, um den Vortrag dieses Abends zu bestreiten. Ihr Name ist
uns allen wohlvertraut als derjenige eines groBen Naturforschers. Die Frage,
ob Sie als Physiologe, als Arzt oder als Chemiker zu uns sprechen werden,
verblaat angesichts der Bedeutung und Mannigfaltigkeit an Erkenntnissen,
die Sie der Natur abgerungen haben. Die Entdeckung des antiskorbutischen
Vitamins, die Ihren Namen aufleuchten lieB, ist, wie wir wissen, nur ein
Glied in einer langen Kette von wunderschonen Untersuchungen, die Sie
der Klarung des tierischen und pflanzlichen Stoffwechsels gewidmet haben.
Wir freuen uns daher lebhaft, daB Sie heute uber dieses bedeutungsvolle
Problem in seiner Gesamtheit zu uns sprechen wollen und daW ich Ihnen zu
Ihrem Yortrag
,Eber Zellatmung'
das Wort erteilen darf."
SchluBworte des Vorsitzenden: ,,Sehr geehrter Herr Professor S z e n t G y o r g y i ! Der begeisterte Beifall, der Ihrem Vortrag zuteil geworden ist,
mag Ihnen bereits gezeigt haben, welch tiefen Eindruck Ihre Ausfuhrungen
auf uns alle gemacht haben. Dieser Beifall sollte, so glaube ich, dreierlei
zum 4usdruck bringen :
Einmal die bewundernde Anerkennung fur ihre wissenschaftlichen
Leistungen, die gleichermaaen in der Aufdeckung neuer Einzeltatsachen
wie in der zusammenfassenden Schau der wechselseitigen Beziehungen im
Zellgeschehen zum Ausdruck gekommen sind. Das Prinzip der Wasserstoffverschiebung von H e i n r i c h W i e l a n d hat durch Sie und die Untersuchungen Ihrer Mitarbeiter in einer ganzen Reihe von Beispielen neues Leben
und gesteigerte Bedeutung gewonnen.
Das Zweite, unter dessen Eindruck wir stehen, ist das ausgezeichnete
Deutsch, in dem Sie als Sohn des Ungarlandes zu uns gesprochen haben.
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-
SchlieBlich konimt noch etwas dazu, was sich auf die personliche Note
in all Ihren Untersuchungen bezieht. E m i l F i s c h e r hat einmal gesagt:
,Die Wissenschaft ist nichts Abstraktes, sondern als Produkt menschlicher
Tatigkeit in ihrem Sein und Werden untrennbar verkniipft mit der Personlichkeit und Eigenart der Menschen, die sich ihr widmen.' Die Wahrheit
dieser Worte ist uns heute stark zum BewuWtsein gekommen. Schon durch
die Art der Fragen, die Sie an die Natur gerichtet haben; dann aber auch
durch die Wahl der experimentellen Wege, auf denen Sie, immer wieder von
neuen Seiten vorstofiend, sich bemiihen, die Zellatmung als chemisches Geschehen zu entratseln.
Die Deutsche Chemische Gesellschaft faBt ihren Dank zusaminen, indem sie Ihnen die A. W. Hofmann-Denkmiinze uberreicht. Moge sie Ihnen
eine bleibende Erinnerung sein an den im Kreise deutscher Kollegen verbrachten 11. Februar 1939 und Ihnen Kraft geben iin Kampf um neue Einblicke in die belebte Natur!"
8. Januar d. J. verschied Prof. Dr.
JULIUSVON
BRAUN.
Fritheren Mitarbeitern des Verstorbenen verdanken wir folgenden Nathruf :
J u l i u s v o n B r a u n wurde am 26. Juli 1875 in Warschau geboren. Er
war Schiiler von O t t o W a l l a c h und habilitierte sich in Gottingen. Von 1902
bis 1909 war er Privatdozent, 1909 bis 1918 aderordentlicher Professor in
Breslau, 1918 bis 1921 ordentlicher Professor an der landwirtschaftlichen
Hochschule in Berlin und seit 1921 Direktor des Chemischen Instituts der
Universitat Frankfurt a. M,. wo er im Jahre 1935 emeritiert wurde. Seit
dieser Zeit arbeitete er mit einigen Assistenten in seinem Privatlaboratoriuni
in Heidelberg und widmete sich dort hauptsachlich den Problemen des Erdols
und des Schmierols.
Die arbeiten J. v o n B r a u n s sind von einer ungewohnlichen Xannigfaltigkeit. Zahlreich sind seine Untersuchungen, die er zum Problem ,,Ubergange aus der aromatischen in die aliphatische Reihe und umgekehrt" geliefert hat. Sein Arbeitsgebiet ist aufierordentlich umfangreich gewesen, angefangen von den originellen Arbeiten iiber die Chlorphosphor- und Bronicyan-Spaltung bis zu seinen letzten Arbeiten iiber die Konstitutionsaufklarung
des Erdols und der Naphthensauren. Dazwischen liegen umfangreiche Arbeiten,
die eigentlich das gesamte Gebiet der organischen Chemie beriihren. Als Beispiele seien nur genannt die stereochemischen Arbeiten, Synthesen von Arzneimitteln, Konstitutionsaufklarung der Alkaloide, Arbeiten auf dem Gebiet der
Terpene, umfangreiche systematische und praparative Untersuchungen auf
dem Gebiet der katalytischen Hydrierung, Arbeiten auf dem Gebiet der hochkondensierten Ringsysteme, wie des Anthracens, des Pluorens, des Fluoranthens
und andere mehr. Es gibt selten einen Organiker, der so - allerdings linter
Zuriicksetzung eines geschlossenen und damit auch einseitigen Arbeitsgebietes
- die gesamte organische Chemie derartig umfassend bearbeitet hat wie
J. v. B r a u n , 'was in hochstem MaBe seinen Schiilern zugute kam. Nit
von B r a u n ist wieder ein Begriinder einer groBen experimentellen und praparativen Schule zu Grabe getragen worden.
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1939. A
~
Als M i t g l i e d e r werden a u f g e n o n i m e n die in dersitzung vom 3. Dezember 1938 Vorgeschlageneti, deren Wamen auf Seite "-3 von Teil A der
,,Berichte" [1939] veriiffentliclit sin1
Als M i t g l i e d e r werden v o r g e s c h l a g e n :
Hr. Z e r n e c h e l , Hugo, NeustaBfurt iiber Stai3furt (durch F. Kiisberg und R. W e i d e n hagen).
,, R o t t g e r , Gerh., Kernhoferstr. 22, Berlin-Lichtenberg (durch F. Z e t z s c h e und
H. Chomse).
P
r
e d r i c h , Artur, Novalisstr. 7, Berlin K 4 (durch F. Z e t z s c h e und H. Chomse).
.,
B
arthlingc.k,
Dip1.-Ing. Herm., Mars-la-Tour-Str. 4, Hannorer (durch W. B i l t z
,
und W. G e i l m a n n ) .
,, B a s s i , cand. chem. Ferd., Halbarthgasse 12, Graz (durch A. S k r a b a l uncl
A. R o l l e t h ) .
., V o i g t , Martin, i. Hse. Ximosa A.-G., Dresden 21 (durch W. Kiinig und H. Menzel).
,, R y d l o , Dip1.-Ing. R., Technikerstr. 5, Wien IT' (durch J . P f l e g e r und H. Busch).
,,
K i t z i g , Werner, Claudiusstr. 11, Berlin NW 87 (durch H. O h l e und €1. B e y e r ) .
,, S t o t z , Heinr., Invalidenstr. 42, Berlin N 4 (durch P. Brig1 und F. Gieseckej.
., d h r a m s , Armand J., c / o . Magnolia Petroleum Co., Dallas, Texas (USil) (durch
T. D a v i s und G. R i c h t e r ) .
,, S c h w y z e r , Georg, Chemische Fabrik Flora, Dubendorf (Schweiz) (dmch
P. K a r r e r und E. W a s e r ) .
T o m i t a , Prof. Dr. Masao, Konno-mahi Nr. 27, Shibuyaku, Tokio (Japan) (durch
,,,
H. K o n d o und H. K a t s u r a ) .
,, S z e n t - G y o r g y i , A,, Szeged (Ungarn) (durch R. K u h n und R. W e i d e n h a g e n ) .
., P r e l o g , Dr.-Ing. V., Marulicevtrg. 20, Zagreb (Jugoslavien) (durch J. P l o t n i k o w
und R. W e i d e n h a g e n ) .
,. W i e d b r a u c k , Erich, Am Wiesental 12, Essen-Bredeney (durch Th. G o l d S c h m i d t und C. I r m s c h e r ) .
,, S c h e r t e l , Dr.-Ing. Ludwig, Henricistr. 55, Essen (durch T h . G o l d s c h m i d t
und C. I r m s c h e r ) .
,, H o r i u c h i , Dr. Riki, Takasago Perfumery C% Co., Ltd. Daian, Taihoku, Formosa
(Japan) (durch T. H i r a i z u m i und R. W e i d e n h a g e n ) .
,, X a y r h o f e r , Prof. Dr. Adolf, Wahringerstr 13a, Wien I X (durch 0. D a f e r t
und F. F a l t i s ) .
Frl. L a n g e c k e r , Hedwig, Albertov 7, Prag 2 (C. S. R.) (durch E. W a l d s c h m i d t b e i t z und H. W a l d m a n n ) .
Hr. S t a r y , Prof. Dr. Z . , Inst. f . physiolog. Chemie a. d. Deutschen Prager Cnivers.,
Prag (C. S. R.) (durch R. Z e y n e k und K. B r a s s ) .
,,
F a n t i , Aristide, National Bureau of Standards, Washington, D. C. (IT. S. A.)
(durch K. T h o m a s und H. H a r r a s s o w i t z ) .
,,
F a u s e r , Ing. Giacomo, Via Pr. Umberto 18, Milano (Italien) (durch A. P a t t a
und A. Z a n a r d i ) .
,, T r u n i n g e r , Dr. E r s t , Eidgen. Agrikulturchem. Anstalt, Liebefeld-Bern (%hKeiz)
'
. Ritter).
(durch W.F r i t z und U
,,
I s h i i , Teruji, Zurichbergstr. 16, Zurich VII (Schtveiz) (duRh P. K a r r e r und
E. F u n a k u b o ) .
1939. A
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N e u erschieneiie t - e r o f f e n t l i c h u n g e n d e r G e s e l l s c h a f t :
C m e 1i n s Handbuch der anorganischen Chemie. 8. Aufl.
System-Sr. 27: Magnesium (Teil B - Lfg 4).Berlin 1939.
System-Sr. f%: Platin (Teil B - Lfg.1). Berlin 1939.
Fur die Biicherei sind als Geschenke eingegangen :
3745. A c c u m u l a t o r e n - F a b r i k Aktiengesellschaft. 50 Jahre (1888-1938).
Berlin-Hagen-Wien 1938.
2361. D e c h e m a Monographien. Band 10. Berlin 1939.
967. J. C. P o g ge n d o rf f . Riographisch-literarisches Handworterbuch.
Band 1-1:lr123 bis 1931. 111. Teil, L-R. Berlin 1938.
Der Vorsitzende :
R. K u h n .
Der Schriftfiihrer :
R. W e i d e n h a g e n .
\'eranLnoi%Jich: a) fiir den Iniialb: Pro:. Dr. H.Leuchs, Berlin; b) fiir den hzeigenteil: A n t o n Burger,
Herli!i-Tempeliiof. - DA. Abt. 4: IV. Vj. 1938: 4800. - Zur Zeit gilt Anzeigenpreisliste Nr. 3. - Milrkisclle
Iiruckiiistelr TI-. Tientschel K.-G., Berlin N 65. - Verlag Chernie. G. m. b. H., Berlin W 35.
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