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Jahresversammlung der Deutschen Sektion des Internationalen Vereins der Lederindustrie-Chemiker. 21. und 22. September 1934 in Dresden

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772
Versammlungsberichte
t
Angewandte Chemie
47. Jahrg. 1934. Nr.46
die pH-Werte mder Losungen vor dem Einlegen der Wolle, J! fu r die Streuung der einzelnen Messungen weist EZod6)
als Ordinate die nach Erieichen des Gleichgewichtes auf- darauf hin, dafi die von ihm benutzte Methodik die eingetragen. Eine weitere Auswertung des Zahlenmaterials wandfreiesten Werte ergeben m d . Es sol1 daher nur
ist nicht erfolgt, da es nur auf den Vergleich der beiden kurz auf die von Speakman und HirsP) erhaltenen Ergebnisse eingegangen werden, da sie den hier ermittelten
auf verschiedene Weise gewaschenen Wollen ankam.
Innerhalb der Fehlergrenze der durchgefuhrten Wert in gewissem Sinne bestatigen konnen. Die geMessungen ergibt sich also kein Unterschied zwischen nannten Autoren messen die Abnahme der Dehnungsdem Saurebindungsvermogen der rnit Seife-Soda ge- arbeit von Einzelfasern, die - bei 30%iger Dehnung waschenen Rohwolle und der mit Losungsmittel behan- durch Einlegen der Haare in Losungen verschiedener
delten. Die bei der Seife-Soda-Wasche sicher eintretende pH-Werte gegeniiber der Dehnungsarbeit in reinem
Einwirkung des Alkalis auf die Wolle ist demnach nur Wasser auftritt. Fur die untersuchte Wolle finden sie
eine vorubergehende und kann durch nachtragliches Ab- einen breiten isoelektrischen Bereich, der sich von PH =
5,O bis PH = 7,O erstreckt. Beachtet man, dab die Mmsung
neutralisieren wieder riickg-ig
gemacht werden.
Erst bei einem pH-Wert von 5,8 findet keine Saure- der Abnahme ader Dehnungsarbeit sicher nicht so empaufnahme mehr statt, da sich an dieser Stelle der DH-Wert findlich ist wie die Messung ,der Anderung der pH-Werte
beim Einlegen der - wenigstens nicht in dem hier in Frage stehenden BeWolle nicht mehr reich von PH = 4 bis 6 - so steht dies Ergebnis nicht in
andert. (Schnittpunkt Widerspruch dazu, dafi die Saureaufnahme in geringem
d er Kurve mit d e r Ma6 noch uber PH = 5,O hinaus stattfindet und erst bei
Geraden unter 4 5 O einem zwischen den Grenzen des oben angegebenen BeSteigung.) Danach reiches gelegenen Werte wirklich endet. Der hier zu
liegt der isoelek- PH = 5,8 ermittelte Wert ist damit gut vertraglich. Speuktrische Punkt der man und Hirst haben auch direkt die Saureaufnahme der
h,ier untersuchten Wolle ahnlich wie Elod bestimmt. Diese Ergebnisse
Wolle bei 5,S5), d. h. konnen jedoch nicht in vollem Mafie rnit den hier vorum fast eine Ein- liegenden verglichen werden, da Speakman und Hirst die
heit hoher, als Elod Wolle rnit schwacher Salzsaure bereits vor der Messung
angibt (PH = 4,9). auf den pH-Wert 4,8 eingestellt haben.
Worauf dieser UnI n eiaer weiteren Arbeit berechnet #peakmun7) aus
Anfangwed
terschied
trotz
gleidem
Gehalt der Wolle an Arginin, Lysin, Histidin, AspaL
3
I
5
s % cher Untersuchungsragin
und Glutaminsaure ihr Saurebindungsvermbgen fur
Abb. 1.
methodik zuriickzu- Salzsaure. Er findet, dafi es erst bei PH = ca. 6,l gleich
fuhren ist, konnte nicht geklart werden; die absolute Null wird, was in guter Obereinstimmung mit dem hier
Differenz ist allerdings gering, da es sich im Bereich ermittelten isoelektrischen Punkt steht.
von PH = 5 bis PH = 6 nur noch um minimale SaureDie Kenntnis des isoelektrischen Punktes ist neben
mengen handelt.
dem ihr zukommenden theoretischen Interesse auch
Bestimmungen des isoelektrischen Punktes der Wolle durchaus fur die Praxis von Bedeutung. Bei allen Fabrisind von mehreren Seiten nach verschiedenen Methoden kationsprozessen wird man, soweit es die anderen
durchgefuhrt worden4). Neben einer Kritik und Griinden Arbeitsbedingungen gestatten, immer so arbeiten, daf3
die Wolle am wenigstens beeinflufit wird, also die Be3) Hingewiesen sei auf die V e r h a l t n b e bei Cellulose:
handlungsflotte
gerade auf den isoelektrischen Punkt einK. Kanamura, Kolloid-Z. 66, 163 [1934].
stellen. Es erscheint daher angebracht, dab weitere
4) Z. B. M. Harris, Amer. Dyestuff Reporter 21, 399 [1932];
22, 273 [1933]. H. R. Y a r d o n , nach Chem. Ztrbl. 1929, 11, 507. Messungen von verschiedenen Seiten ausgefuhrt werden,
J. H . Shinkle, Amer. Dyestuff Reporter 23, 1 [1934]. Weitere
um eine Entscheidung zwischen den einzelnen Werten
Literatur aueh bei E. Elod, I. c., bei E. Gotte u. W . Kling, herbeizufuhren.
[A. 122.1
Kolloid-2. 62, 207 [1933], bei J . B. Speakman u. E. Stott, Trans.
Faraday Soc. 30, 539 [1934], und unter Fuijnote 6 und 7. Die
in den obigen Arbeiten fiir den isoelektrischen Punkt angegebenen We& streuen sehr stark, zum Teil trotz gleicher Mef3verfahren.
VERSOMMLUNGSBERICHTE
Jahresversammlung der
Deutschen Sektion des Internationalen Vereins
der Lederindustrie-Chemiker.
21. und 22. September 1934 in Dresden.
Vorsitzender: Dr. Hans R o s e r , Stuttgart-Feuerbach.
Prof. Dr. W. G r a l3 m a n n , Dresden: ,,Neue Ergebnisse auf
d e m Gebiele d e r eiweiflspaltenden Enzyme."
Die neueren Ergebnisse auf dem Gebiete der eiweif3spaltenden Enzyme sprechen eindeutig fiir den Aufbau der Eiwei&toffe aus langen Polypeptidketten im Sinne E. Fischers.
Hierbei diirften die Asparaginsaure und Glutaminetiure nur
mittels der Aminogruppe und der ihr unmittelbar benachbarten
Carboxylgruppe peptidartig verkniipft win, wahrend die zweite
Carboxylgruppe frei oder amidartig gebunden vorliegt, Prolin
und Oxyprolin diirften 6 0 W O h l rnit ihren Carboxylgruppen wie
auch mittels des Imidostickstoffs gebunden win. In der Qruppe
") E. EZod, diese Ztschr. 46, 414 [1933].
8 ) J . B. Speakman u. M . C . Hirst, Trans. Faraday Soe. 24,
148 [1933].
') J . B. Speakman, J. Soc. Dyers Colourists 49, 180 [1933].
der Proteinasen sind vor allem die Aktivierungserscheinungen
bemerkenswert, von denen Vortr. die Aktivierung dee Pankreastrypsins durch Enterokinase und des Papains und Kathepsins durch HCN, H2S, Cystein und Glutathion unter Beriicksichtigung der neueren Ergebnisse von Th. Bersini) bespricht.
Er behandelt weiter die starke Fermentresistem nativer Eiweiijkorper im Vergleich rnit den entsprechenden denaturierten
Protejnen, die teilweke auf Strukturunterschieden zwischen
nativen und denaturierten Proteinen beruht, zum Teil auf die
Anwesenheit von Hemmungekorpern fiir die Proteolyee zuriickgefiihrt werden mu5, die beim Kochen entweder zemtort
oder abgetrennt werden. Anschliehnd daran behandelt Vortr.
die aderordentlich groi3en Unterschiede in der Angreifbarkeit
zwiwhen nativem Kollagen einerseits, geschrumpftem Kollagen
und Gelatine andereweits. Er hat mit Hilfe einer interferometrischen Methodik, die das Arbeiten rnit auhrordentlich
kleinen Substanzmengen gestattet, diesbeziiglich vergleichende
Verdauungsversuche unter einheitlichen Versuchsbedingungen
I)
HoppeSefler's Z.phyeiol. Chem. 220,209; 222,177 [1933].
Angewandte Chemie
47. Jahrg. 1934. Nr. 481
[email protected]
durchgeffihrt und dabei bei dreistifndiger Verdauung bei nativer
gewaschener Hautfaser einen Abbau von l%, bei ungewaschener
Hautfaeer von 3%, bei geascherter Hautfaser von 4 big 5%, bei
Kollagenpulver oder Hautpulver dagegen schon nach halbstundiger Verdauung von 29 bzw. 26% erhalten und schlieBt
daraus, dai3 bei der verhaltnismafiig knnen Dauer des praktischen Beizprozessea noch kein wesentlicher Angriff auf die
kollagenen Faeern der Haut erfolgt, vielmehr lediglich eine
rnit Kollagen zwar verwandte, aber amorphe Rittsubatanz in
Lomng gebracht wird. Priv.-Doz. Dr. F. S t a t h e r , Freiberg/Sa.: ,,llber den Einflu/? der Nichtgerbstoffe bei der Gerbung mit pflanzlichen Gerbmaterialien." (Nach einer Arbeit gemeinsam mit R. L a u f f in a n n.)
In analyse~~starkenLiZsungen von zehn handelsiiblichen
Gerbextrakten wurde der EinfluB wechselnder Mengen artgleicher Nichtgerhtoffe auf deren gerberischee Verhalten
untersucht und dabei zunachst festgestellt, daB m 3 zunehmendem Nichtgerbstoffgehalt der Gerblijsungen deren pH-We r t ansteigt. Das Diffusionsvermogen pflanzlicher Gerbetoffe in tierische
Haut*) wird durch das Verhaltnis von Nichtgerbstoffen zu Gerbstoffen teils nicht verilndert, teils in geringem Made imSinne einer
Verminderung der Diffusionsg~chwindigkeitmit zunehmendem
Nichtgerbstoffgehalt beeinflufit. Die Menge des von der Hautsubstanz aufgenommenen und gebundenen Gerbstoffs erfiirt
mit zunehmendem Nichtgerbtoffgehalt eine nicht etarke, aber
deutlich erkennbane Abnahme, die in ereter Linie auf die Verringerung dee Gehaltes der Gerblijeungen an gerbenden Stoffen
mit steigendem Nichtgerbstoffgehalt zuriickgemhrt wird. Bei
elmtlichen untersuchten Gerbextrakten nimmt nZimlich rnit zunehmenden Nichtgerbstoffen die Menge der grobteiligen, d. h.
die Menge der unlijslichen bzw. schwerloslichen Gerbatoffanteile stark zu, wahrend die Teilchengroh der in der Gerbliisung verbleibenden aussalzbaren Gerbstoffanteile je nach Art
des Gerbstoffs unbeeinfludt bleibt oder teik eine mllige Erniedrigung, teils eine Erhiihung erfahrt und schliefllich die
feindispemn, nicht aussalzbaren Anteile bei slmtlichen Gerbextrakten mit zunehmendem Nichtgerbstoffgehalt mehr oder
weniger stark abnehmen. - Zwischen dem Pufferungsvermogen der Cferbextrakte und ihrem Nichtgerbstoffgehalt beEcteht kein direkter Zusammenhang, vielmehr iet die puffernde
Wirkung auBer von der Menge der Nichtgerbstoffe auch von
deren Natur abhangig und auBerdem sind auch die Gerbstoffe
eelbet ffir die puffernde Wirkung einer Gerbetofflosung mii
verantwortlich zu machen. Auch als Saurebildnern kommt den
Nichtgerbstoffen nicht die Bedeutung zu, die ihnen vielfach
beigemewen wird, vielmehr ist ein nur verhaltnismaijig kleiner
Teil der hauptaachlich fur die Saurebildung in Betracht kommenden zuckerartigen Stuffe in den einzelnen Gerbextrakten
den eigentlichen Nichtgerbstoffen zuzuziihlen. Der EinfluD der
Nichtgerbstoffe der verschiedenen Gerbextrakte auf die h d e r farbe echliei3lich ist untemchiedlich, durchweg aber verhiiltnismaBig gering. Dr. Hans H e r f e 1 d , FreibergISa.: ,Beitriige zur Kenntnis
der Sulzkonservierung tierischer Haut." (Nach einer Arbeit gemeinsam mit F. S t a t h e r.)
Die in der tierkchen Haut befindrichen, von Natur aus
wamer- bzw. neutralsalzl&lichen Proteine (Albumhe, Globuline, Mucine) werden bei der Konservierung der Haut und den
nachfolgenden Arbeiten der Wasserwerkstatt ungeachtet der
angewendeten Konservierungsmethode praktisch vollkommen
am der Haut entfernt, sind also filr den Gerbprozed eelbst
@hne Bedeutung. Bei der Salzkonservierung mtiseen demnach
diejenigen Ekdingungen (Salzkonzentration, Temperatur und
pH-Wert bei verschiedener Einwirkungedauer) ah die giinetigsten angwprochen werden, die eine miiglichst weitgehenmde Erhaltung der u n 16 e 1i c h e n Proteine der Haut, insbesondere
d e s Kollagens, sowohl hinsichtlich der Einwirkung hauteubstanzabbauender hlikroorganismen (Bakterienwirkung) wie auch der
unmittelbaren lijsenden Wirkung des Konwrvierungssalzes auf
Ciese Hautproteine (Salzwirkung) gestatten. Vortr. zeigt an
einem umfangreichen Untersuchungsmaterial, dai3 e6 zur Entwicklung einer moglichst groBen bakterienwachetumshemmen2)
VgL diem Ztwhr. 46, 672 [I=].
773
den Wirkung des Konsemierungmlzes bei gleichzeitig maglichst geringem Angriff desselben auf die unlijslichen Proteine
der Haut erforderlich ist, eine zur Bildung gesattigter Kochsa~zlijsungeninnerhalb der Haut geniigende Kochsalzmenge zu
verwenden, fuf eine mSglichst kiihle Lagerung der salzkonservierten Haute Sorge zu tragen und alkalische bzw. saure Denaturierungsmittel dem Konservierungssa~z in solchen Mengen
zuzueetzen, daia der pH-Wert der in der Haut wirksamen Salzlake entweder hoher ale p ~ = 1 0 (Maximum der Bakterienwirkung) oder niedriger als p ~ = 6 (Maximum der Salzwirkung) liegt. Bei Untersuchung anmderer Neutralsalze (in
5%igen Losungen) hinsichtlich ihrer losenden Wirkung auf die
unliislichen Hautproteine wurde ein zunehmender Abbau in
der Reihenfolge H,O; NaF; Na,S04; NaCI; MgS04; MgCI; CaClz
festgestellt; es uben also Chloride stets eine starker abbauende
Wirkung a m als die entsprechenden Sulfate, zweiwertige
Metalle einen etarker abbauenden Einflud als einwerfige Metalle.
Bei der Salzkonservierung i6t es demgemafl zu empfehlen, ein
ICochsalz zu wlhlen, das moglichst frei ist von anderen, den
Angriff auf die Hautsubstanz verstarkenden Neutralsalzen. Dr. G . O t t 0 , Ludwigshafen: ,,Der EinfluP des Entsauerungsgrades 'uon Chromleder auf dessen furberisehes Verhalten."
Der Grad der Entsauerung von Chromleder iibt einen
wesentlichen Einflufa auf den nachfolgenden FarbeprozeB aus.
Selbst Farbstoffe, die vom techniechen Standpunkt als gleichartig angesprochen werden mussen (z. B. bestimmte gut durchfarbende saure Farbstoffe), weisen hinsichtlich ihres Durchfarbevermogens eine verschieden starke BeeinfluDbarkeit a d ;
einige farben unenWuertes und entsiuertes Leder gleichmmig
durch, bei anderen dagegen ist das Durchtarben von einer
vorherigen griindlichen Entsauerung abhangig, wodurch das oft
unterschiedliche Verhalten der einzelnen Farbstoffe in technischen Farbstoffgemischen erkllrlich erscheint. Vortr. hat festetellen konnen, daB ein Farbstoff um 80 bewr durchfatbt und
um 80 weniger in seinem flrberischen Verhalten durch den
jeweiligen Ent~sauerungegrad des Ledere beeinflufit wird, je
niedriger sein pH-Grenzwert iet, d. h. derjenige pH-Wert,
welcher in einer Lijsung der freien Farbs'iuren noch gerade
zur maximalen Absattigung von Hautsubstanz fuhrt. Gemische
von Farbstoffen mit gleichem ps-(irenzwert verhalten sich
farberisch einheitlicb. - Neben der Bestimmung des Entsauerungsgradea vog ChromIeder durch colorimetrieche ps-Messung
an der Lederoberfllche und am Lederschnitt ist die Feststellung der Ent~auerung~geschwindigkeit,
die durch wiederholte potentiometrische Titration des zerteilten Chromledem in
wai3riger Aufschlemmung auf PH = 6,O erfolgt, von g r o k m
Wert. Verschieden gegerbte Chromleder zeigen bei gleichem
Chromoxydgehalt oft wesentliche Unterschiede in der Geschwindigkeit der Saureabgabe und verhalten sich demgemai3
bei gleicher Neutralisation auch farberisch verschieden. Leder
rnit geringerer Neutralisationsgeschwindigkeit werden oberflachlicher und weniger gleichm8Big gefarbt, und e s empfiehlt
sich bei derartigen Ledern, die Entsauerung auf I h g e r e %it
auszudehnen. Mit Erfolg sind fiir derartige Leder zur Entsauerung die Neutralsalze gerhender hiihermolekularer Sulfoeauren herangezogen worden. Dr. C. R i e ij , Darmtadt: ,,#bet- die Entslehung von Isoolsiiure bei der Sulfonierung der dle."
Bei der Sulfonierung olsaurehaltiger Fette entsteht Zuni
Teil Isoolsaure, deren Menge in etarkem MaBe von den jeweiligen Sulfonierungsbgdingungen abhangig ist. Vortr. fand bei
einem handeleiiblichen Klauenol, daij die Bildung der Iso6Mure
bei niedrigen Temperatureen ( O O C ) gering ist und mit steigender Temperatur zunimmt, Hinsichtlich der zur Suifonierung
verwendeten Schwefeleauremenge wurde bei Anwendung von
20% Schwefelsaure, vom blgewicht berechnet, ein Maximum
festgestellt; 88 konnten in diesem Falle bei %tilndiger Einairkung bei 2 5 O etwa Q% des Fettsluregemisches an Isoolslure
erhaltem werden. h iet demnach die Isoolsiiureprobe zum
Nachweis hydrierter Ole, die darauf beruht, daB bei der Fetthartung ein Teil der Olsaure in die h i gewohnlicher Temperatur feste Isoolaaure umgelagert wird, die in den iiber die
Bleisalze isolierten Fettsauren durch ihre Jodzahl nachgewiesen
werden kann, bei sulfonierten olsituwhaltigen Fettea n&ht
anwendbar. -
774
Angewandte Chemie
Versammlungsberichte - Vereine und Versammlungen
Priv.-Doz. Dr. A. K ii n t z e 1, Darmstadt: ,,Uber das verschiedene Verhalten basischer Chrom- und AluminiumsalzZijsungen.'' (Reitrage zur Frage nach dern Wesen der Mineralgerbung.)
Trotz vielseitiger chemischer Analogien zwisrhen den Salzen
des Crll1 und des A1 besitzen die Aluminiumsalze nicht die
gleiche Gerbwirkung wie die Cbromsalze. Die Untemchiede
tJeruhen auf einem verschiedenen Verhalten der Salze beider
Eleniente beim Basischmachen ihrer Losungen. Bei Zusatz von
Alkali oder Soda reagieren die Aluminiumverbindungen sehr
rasch, wobei stet6 die kristalliiiische Ausscheidung von Aluininiumhydroxyd angestrebt wird, die Chromsalze dagegen
reagieren, wie die nur iiuBerst langsam vor sich gehende Anderung dee p~r-Wertes und des Leitfahigkeitswertes erkennen
133t, nur sehr langsam unter Bildung basischer Salze. Ein
weiterer Unterschied besteht ferner bei der Herstellung maskierter Salze, d. h. von Komplexverbindungen, in welchen der
Metallkern gegen die fallende Wirkung von Alkali oder
Animoniak geschiitzt ist. Die Herstellung derartiger maskierter
Salze gelingt bei Chromsahen bei Einhaltung einer gewissen
Bildungszeit 6ehr leicht, bei Aluminiumverbindungen dagegen
is! die Bildungezeit s eh r kurz, und die Komplexverbindungen
erweisen sich als so unbestandig, daij die hfaskierung keinen
wesentlichen Gewinn fur die gerberische Verwertung der
Aluniiniumsalze niit sich bringt. - Gelatine 1&i3t sich mit
Chronisalzlosungen leicht verniischen, wobei bei geeigneten
Konzentrationsverha~tnissen dae Geniisch zu eineni Gel erstarrt,
das durch Erwarmen nicht a i e d e r geldst werden kann. Bei
nnalogen .4luminiumsalzlosungen ist im Gegensatz hierzu eine
homogene Mischung niit Gelatine erst nach Iangerem Erwdrtrien
des Geniiscbes zu erreichen, und das erhaltene Gemixh ist
nacb der Ewtarrung nicht unschnielzbar geworden. Bei der
Einwirkung auf Hautsubstanz werden die Aluniiniumsalze zwar
ebenso wie die Chromsalze von der Haut gebunden, aber die
Hautfaser bzw. Fibrille wird durch das Aluminium, vermutlich
infolge der zu schnell verlaufenden Bindungsrealition, nur oherflachlich angegerbt, wiihrend fur eine technisch brauchbare
Gerbung. wie sie die Chromgerbung darstellt, eine Einlagerung
das Gerbstoffs in das rsumliche System der Hautfaser eine
notwendige Voraussetzunq ist. Infolgedessen ist das Aluminium
nls Gerbstoff nicht in der gleichen Weise zu gebraucben wie
Chrom, sondern nur entweder in Kombination niit einem
anderen gerbenden Mittel (z. B. Fett) oder aIs Koinponente
Fines Piclrele. Setzt man die gerberischen Eigenschaften dei
Chromverbindungen als Norm fur eine Mineralgerbung und
stellt demgernafi eine Definition fur die Gerbwirkung auf eine allgemein anerkannte Definition gibt es nicht -, s o erweist
sich Aluminium, sofern e6 allein verwendet wird, nicht als ein
Gerbstoff, der den Anforderungen dieser Definition genugt. Prof. Dr. E. E l o d , Karlsruhe: ,,Zur Theorie der Chrowcierbzcn,q." (Nach einer Arbeit i n Gemeimchaft mit T. C a n t o r.)
Friihere Untersuchungen des Vortr. in Gemeinschaft mit
Schachowskoyx) haben an Modellversuchen uber die Eiiiwirkung
verschiedener Koinplexveibindungen auf Gelatine gezeigt, daD
Liur instabile Komplexe gerbende Eigensrhaften aufweisen. Dahei bleibt im gegerbten Produkf, wie die Lichtabsorptionstnessungen ergeben haben, der C'harakter der Koniponenten
unverandert erhalten, was auf eine ausschliel3lich nebenvalenzntafiige WechSelwirkung der Koniponenten schlieBen 1aDt. Die
Forderung, daD jede Einzelfaeer der BloDen mit dem mineralischen Gerbstoff durcbreagieren mufi4), kanii nur bei solchen
Chromverbindungeii erfiillt sein, bei welchen die eigentlich
gerbend wirkenden Verbindungen sich erst wahrend ihrer Einwirkung auf die Proteine innerhalb der BloDe bilden. Die
Gerbstoffe dringen in1 kristalloid dispergierten Zustande also auch nicht semikolloid - i n die Einzelfaeern ein, wobei
die weniger dispergierten Anteile a n der Oberfllche der
Fasern abfiltriert n er d en und den Charakter des Leders evtl.
beeinflussen konnen, f u r das Wesen der Gerbung jedoch lieins
Rolle spielen. - Die Busflockbarbeit der Chromverbindungen
ist als ein Ma6 fur ihre Labilitlt wahrend des Gerbens zu
tetrachten und zeigt charakteristische Zusammenhange mit der
Menge der jeweils aufgenomnienen Chromverbindungen. Neben
3,
4)
Vgl. diese Ztschr. 46, 671 [L933].
Vgl. E. E2od II Th. Schachowskoy, Collegium 1933, 701.
47. Jahrg. 1934. Nr. 46
den primaren Faktoren fur die innerhalb d e r Haut stattfindende
Ausbildung de r zur Gerbung benotigten Chromverbindungen
wie Saurebindung, Membranwirkung usw. sind auch die sekundaren Faktoren wie das Waschen, Neutralisieren und Trocknen
cach erfolgter Gerbung zu beriicksichtigen, die samtlich flir
den Zustand der Chromverbindungen im Leder mafigebend
sind. Ihre Beeinflussung, z. B. durch Veranderung der Bedingungen des Waschens (ha rks Wasser, dest. Wasser, pleichionige Salze), verandert erwartungegeriiad auch d i e Menge
des Chronigehaltes de r Leder, wobei 60WOhl fiir Formiato-.
Oxalato- und Sulfito-Chrombriihen wie auch bei Chromsulfatlosungen die gleichen GesetzniaDigkeiten gelten. Vortr. diskutierte schliefilich den nur bedingten Wert der Kochprobe
und zeigte, dai3 bei verschiedenen nicht geniigend labilen
Chromkomplexen diese vor der Korhprobe in einem nichtgerbseaden Zustand in der Haut vorhanden sind, und erst
wahrend der Kochprobe s e l k t eine zur Gerbung Mhrende Zersetzung der Komplexe erreicht wird. Prof. Dr. K. F r e u d e n b e r p Heidelberg: ,,Neuere Ergebnisse nuf d e m Gebiete d e r nnfiirlickcn Gerbstoffe."
Vortr. gab eine nbersirht iiber die Fortscbritte der letzten
dahre auf dem Gebiete der Konstitutionsforschung pflanzlicher
Gerbstoffe. Dnbei wurde auf dem Gebiete der Gerbstoffe voni
Gallotannintypus auf die wiederholt bewiesene starke Heterogenitat hingewiesen?) und weiterhin hervorgehoben, dai3 es
jielungen ist, die Konstitution des int Hamamelitannin vereslerten Zuckers in Form einer Oxyniethylpentose mit verzweigter Kette z u klaren. In der groflen Catechingruppe ist
zunachst d i e Forniel d e s Catechins durch Synthesen, 6berglnge
und Abbaureaktionen sichergestellt worden. Von den miiglichen
iiiomereii Formen kommen in den Naturstoffen primlr nur das
d-Catechin und das I-Epicatechia vor, alle anderen in den Naturprodukten nachgewiesenen Formen sind in der Pflanze aue
diesen beiden Formen erst seknndar post-mortal entstanden. DRS au6 pflanzenchemischen .~na~ogiesch~iissen
angenommene
hypothetisrhe Quebrarhoeatechin, ein hydroxyldrmeres Catechin,
das bei der AlkaIischinel!&e a u Stelle von Fhloroglucin Resorcin
!iefert. ist synthetisch hergestellt worden. und es ist dahei von
aufierordentlich grofieni I n t e r ~ s s e , dal3 dieeer Kijrper trotz
seines gegeniiber den vorgenaunten Catechinen einfacheren
Aufbaues eine wesentlich groI1.ere Einpfindlichkeit gegenuber
Kondensation aufweist, eine Empfindlichkeit, die durch das
Fehlen weiterer Hydroxylcruppen noeh verstarkt wird. Diese
I(ondensation6neigung steht im engsten Zusanimenhang mit der
Rildung kolloiddisperser GerbetoffaggreGate und der Phlobapbenhildung in den Ausziigen natiirlicher Cierbstoffe. Eine entgegen
den theoretischen Erwartungen bei diesen Kondensationen festqestellte Verme'hrung der Hydrouylaruppen erscheint dem
Vortr. durch gleichzeitige Ringspaltungen bei der Kondensation
wohl erklarlich. Er qibt abschlielknd einen 'Uberblick iiber die
interessanten Zusammenhange, d i e zwiaehen der Konstitution
der Gerbstoffe der Catechinklasse und der Chemie des Lignins
best e hen.
.
VEREINE UND VERSAMMLUNGEN
Kaiser Wilhelm-Gesellschafi
zur Forderung der Wissenschaften.
Itii Winter 193435 veranstaltet die Kaiser Wilhelni-Gesellschaft zur Forderung der Wissenschaften wissenschaftliche Vortrage im Harnack-Hause in Berlin-Dahlem, Ihnestr. 16-20. Am
Mittwoch, dem 28. November 1934, spricht Prof. Dr. Walther
B o t h e , Heidelberg, Direktor des Instituts fur Physik am
Kaiser Wilhelm-Institut fur medizinische Forschung, iiber : ,,Die
Nafur d e r Ullrastrnhlungsersclzeinungen" (mit Lichtbildern).
Prof. Dr. Fritz v. W e t t s t e i n , Berlin, Erster Direktor dec
Kaiser \Whelm-Instituts fur Biologie, wird am Mittwoch, dem
23. Januar 1935, einen Vortrag ,,Uber die Enfslehung neuer
Formen bei Pflanzen und Tieren" (mit Lichtbildern) halten.
Uber ,,P'obleme der pmkfischen Rassenhygiene" wird Prof. Dr.
Fritz L e n z , Berlin, Wissenschaftliches Mitglied des Kaiser
Wilhelm-Instituts fur Anfhropologie, nienschliche Erblehre und
Eugenik, am Mittwoch, dem 20. Februar 1935, sprechen. Ferner
ist fiir Mittworh, den 6. Marz 1935, ein Vortrag von Qeheimrat
5)
Vgl.
Z.
B. P . Karrer, diese Ztschr. 44, W [1931].
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