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Zur Theorie des Schwefelsurebildungsprocesses.

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Meyer: Schwefelslurebildungsprocess.
sich aber nicht im Geringsten fixirt, er lasst
sich mit Leichtigkeit wieder abreiben.
Neutrales Indigweiss hat also zur Wollfaser
keinerlei Verwandtschaft. Echte Farbungen
kommen nur rnit Indigweissalkali zustande.
Wir gedenken, auf diese Beobachtung zuriickzukommen, da sich mijglicherweise
weitere Schliisse auf die Theorie der Kiipenfarbung daraus werden ziehen lassen.
Bei der vorliegenden Arbeit erfreuten
wir uns der geschickten und eifrigen Unterstiitzung des Herrn Dr. K u f f e r a t h , dem
wir dafiir unseren besten Dank aussprechen.
Bonn, Pharmakologisches Institut der Universitat, und Siegfeld, bei R o l f f s & Co.
Zur Theorie des Schwefelslurebildungsprocesses.
Yon Dr. Theodor Meyer.
I n seiner unter diesemTite1 in No. 14 dieser Zeitschrift abgedruckten , sehr beachtenswerthen Abhandlung wirft E d u a r d L o e w
u. A. die Frage auf, aus welcher Ursache
die Schwefelsaurekammergase nach dem
Ubertritt in eine folgende Kammer plijtzlich
in lebhaftere Reaction wieder treten. Die
Erkliirung,
dass die erneute Mischung
der im Laufe der durchflossenen Kammer
entmischten Gase dies bewirke, weist er mit
Entschiedenheit zuriick. Und jedenfalls mit
Recht, sofern er dabei eine s c h i c h t e n w e i s e
E n t m i s c h u n g i m Sinne hat.
In der Mischung der Gase i s t aber meines
Erachtens dennoch die Hauptursache fiir
die Wiederbelebung des Schwefelsiiurebildungsprocesses zu erblicken, nur muss der
Begriff ,,Mischung" in andrer Bedeutung
gefasst werden, namlich als das lebhafte Inb e r i i h r u n g b r i n g e n der vorher in verhiiltnissmiissig triiger Ruhe nebeneinander schwebenden kleinsten Theilchen mit einander.
Gewiss ist doch wohl die Annahme einleuchtend, dass gerade die feinen Nebeltheilchen der gebildeten Schwefelsaure und
Nitrosylschwefelsiiure, daneben wohl auch
der Stickstoff , als indifferentes ,,Isolirungsmittel" fiir die chemische Einwirkung der
kleinsten Theilchen von schwefliger SBure,
Sauerstoff, Dampf und salpetriger Saure
fungiren, und dass nun beim Ubertritt in
die niichste Kammer die letzteren, bei dem
lebhaften Durcheinanderwirbeln i n vielfache
Beriihrung rnit einander gebracht , auch
wieder kriiftiger auf einander einwirken. E s
ist j a doch bekannt, dass nicht nur Wiirme,
Licht, Electricitiit sich direct in chemische
Energie umzuwandeln vermijgen , sondern
[angewandte
Zeitschrift RLr
Chemle.
auch mechanische Arbeit. Dieselbe ist vornehmlich als Druck wirksam, doch vielfach
auch als Bewegung. Als Beispiel sei nur
genannt die Bildung von phosphorsaurer
Ammon-Magnesia in Lijsung, welche durch
Riihren oder Schiitteln in ganz ausserordentlichem Maasse beschleunigt wird.
Ganz
iihnlich wirkt offenbar die Bewegung bei der
Schwefelsiiurebildung in den Bleikammern,
und ich trage kein Bedenken, L o e w ' s
Lehrsatz: ,,Die in den Bleikammern verlaufende chemische Reaction ist eine Function der Temperatur und der Concentration
der reagirenden Moleciile" zu erganzen
durch den Zusatz ,,sowie deren Bewegungsenergie".
Und zwar wird unter gleichen
iibrigen Bedingungen die Intensitat der chemischen Einwirkung in directem Verhiiltniss
stehen zur Grijsse der von den Gastheilchen
geleisteten Bewegungsarbeit. Der Beweis
fiir diese Behauptung ist allerdings noch zu
erbringen.
Immerhin findet die Annahme,
dass die Bewegung ein kraftiger Factor im
Bleikammerprocess sei, ein starke Stiitze
bereits durch die Betriebsergebnisse meines
Tangentialkammersystems'), welcbes durch
eigenartige Anordnung der Gaszu- und abstrijmungsrohre die Gase zwingt, einen sehr
langen spiralfijrmigen Weg innerhalb der
Kammern zuriickzulegen. Nach den bisherigen
Erfahrungen i n Harburg und Rendsburga)
ist rnit solchen Kammern anniihernd die
doppelte Leistung zu erreichen wie mit
gleich grossen der alten Art.
Wahrend
L o e w behauptet, es ,,sei gegen alle Tbeorie,
dass die Form des Reactionsraumes einen
Einfluss auf die Reaction habe", zeigt nicht
nur der Erfolg mit der Tangentialkammer,
dass ein solcher Einfluss thatsiichlich besteht, sondern ich glaube auch den Beweis
erbracht zu haben, dass dies vollkommen
der Theorie entspricht.
Eine z w e i t e U r s a c h e fiir die Belebung
der Reaction beim Eintritt i n eine folgende
Kammer liegt iibrigens in der Temperaturdifferenz z wischen den eintretenden Gasen
und dem Kammerinhalt. F u r ihre Temperatur mit Fenchtigkeit gesiittigt, gelangen
die Gase plijtzlich in kiiltere Umgebung,
es tritt also Condensation von Wasser ein,
welches auf die Nitrosylschwefelsiiure-Nebeltheilchen zersetzend wirkt , Schwefelsaure
niederschliigt und N2 0, zu neuer Reaction
frei macht. Dieser Effect wird nun wahrscheinlich auch innerhalb der Kammern zu
erreichen sein, wenn man durch kiinstliche
I) Diese Ztschr. 1899, 159.
a) Eine Veriiffentlichuug hieriiber wirtl erst
erscheinen, wenn Durchschnittszahlen von mehrmonatlichem Betriebe vorliegen.
Heft
-~
Ahrenr
$ ~ ~ ~ ~ $ ~___
~ i sundO Hett:
o ~Perchloratbestimmuag. - Walbaum:
Mittel fiir entsprechende Abkiiblung der
Kammergase sorgt. Von dieser Erwaguog
ausgebend, habe i c h i n der ersten Tangentialkammer eine Wasserkuhlungseinrichtuog
angebracht, die seit Kurzem in Function
steht. Ich werde uber den Erfolg mit derselben demngchst berichten.
Zur
Perchloratbestiinmung im Chilesalpeter.
Von C. Ahrens und P. Hett.
I n Heft 15 d. Zeitschr. S. 382 findet sich
im Sitzungsbericht des ,,Bezirksvereins fur Mittclund Niederschlesien" eine Notiz, nach der Herr
Dr. W o y eine neue Platinschale vorzeigte, die
nach einmaliger Benutzung fur eine Perchloratbestimmung nach der Methode Ton A h r e n s und
H e t t so brlichig geworden ist, dass der Boden
vollig durchbrach. Wir mochten diese Mittheilung,
die eine anerkannt gute Methode in Misskredit
zu bringen geeignet ist, nicht unwidersprochen
lassen, obgleich wir iiberzeugt sind, dass diese Beobachtung von keiner anderen Seite bestatigt werden
wird. Wir haben von Mitte des Jahres 1897 bis
Mgrz 1899 ausschliesslich nach dieser im Dr.
Gilbert'schen Laboratorium in Hamburg ausgearbeiteten Methode gearbeitet; nach Uurchsicht
unserer AnalFsen-Journale sind wahrend dieser
Zeit ca. 350 Einzelbestimmungen von Perchlorat
in rohern Chilesalpeter gemacht worden, ausserdem noch eine langere Reihe von Versuchen,
durch welche die Brauchbarkeit und Zuverlassigkeit der oben genannten Methode gepruft werden
sollte; fur den ganzen Zeitraum ergeben sich somit ca. 400 Perchlorathestimmungen. Zu diesen
Analysen wurden 6 Platinschalen im Gewicht yon je
ca. 50 g neben einander benutzt, die, theils schon
seit Jahren in Gebrauch, theils neu angeschafft,
ausser zu .Perchloratbcstimmungen auch noch zu
verschiedenen anderen Zweckcn dienten; mit jeder
Schale ware demnach durchschnittlich G5 ma1 eine
Perchloratschmelze ausgefuhrt worden.
Alle 6
Schalen haben wir noch jetzt in regelmassiger
Benutzung ; weder sind sic bruchig geworden,
noch uberhaupt sichtbar angegriffen, noch ist ihre
Riechstoffe.
419
Gewichtsabnahme grosser als sie bei jcdem oft
gebrauchten Platingerath ist. Wie nach unserer
Methode, nach welcher der Chilesalpeter zunachst
mit etwas Na, C0, und Mn 0, in massig stark
glhhender PIatinschale geschmolzen wird, iiberhaupt eine Schale aus gutem Platin leiden, geschweige deun ,,so briichig werden" kann, ,,dam
der Boden durchbricht", ist schlechterdings nicht
einzusehen, und wir mussen daher vorderhand annehmen, dass entweder Herr Dr. W o y bei seiner Perchloratbestimmung nicht genau in der von uns vorgeschriebenenl) Weise verfahren ist, oder dass seine
Salpeterprobe eine zufallige Verunreinigung erfahren
hat, die normalem Chilesalpeter vollig fremd ist.
Hamburg, 17. April 1900.
Ueber Geruchssinn und die wichtigsten
Riechstoffe.
Von Dr. Heinrich Walbaum.
Im Verlaufe einer Polemik mit Herrn
A. H e s s e z ) nimmt Herr E . E r d m a n n aufs Neue
die Prioritat der Entdeckung des Anthranilsauremethylesters im Neroliole fur sich in Anspruch.
Obgleich ich schon in den Ber. d. deutsch. chem.
Gesellsch. 32, 1512 diese Behauptung widerlegt
habe, so sehe ich mich doch jetzt genothigt, auch
an dieser Stelle auf die Thatsachen hinzuweisen.
Der Anthranilsiiuremethylester wurde von mir im
Jahre 1894 als ein Bestandtheil des Nerolioles
aufgefunden3). Noch im Jahre 1897 war fur die
Herren H u g o und E r n s t E r d m a n n das schon
lange im Handel befindliche kiinstliche Neroliol
der Firma S c h i m m e l & Co., welches den synthetischen Anthranilsaureester enthielt, nach eigener
Aussage ein Gemisch ,,geheimnissvoller" Substanzen 4). Die erste wissenschaftliche Publication5)
der Entdeckung erfolgte am 1. April 1899; eine
ausfhhrlichere Abhandlungti) erschien sodann unter
meinem Namen Ende April 1899.
Die erste Mittheilung von Ernst und
H u g o E r d m a n n tiher d a s V o r k o m m e n des
Anthranilsauremethylesters im Neroliole
b e f a n d s i c h i n d e m a m 15. M a i 1899 h e r a u s g e g e b e n e n H e f t e d e r B e r . d. d e u t s c h . c h e m .
G e s e 11s c h. 7).
Leipzig den 15. April 1900.
Sitzungsberichte.
Akadeinie der Wissenschaften in Wien. Mathem.natnrw. Klasse. Sitzung Tom 5. April 1900.
Prof. A. B a u e r hberreicht eine Arbeit aus dcm
Laboratorinm der Staatsgewerbeschule i n Bielitz
von Prof. S.von G e o r g i e v i c s : , , Z u r K e n n t n i s s
d e r gefarbten Rosanilinbase und ihrer
Farbun gen." Verf. theilt. einige Versuche uber
das verschiedene Verhalten der Carbino!base und
Ammoniumbase des p-Rosanilins gegen Ather und
Chloroform mit und beschreibt hierauf das Verhalten von Fuchsinlosungen gegen Natronlauge und
Ammoniak. Aus den Versuchen zieht er folgende
Schliisse: die Rosanilinammouiumbase ist auch i n
festem Zustande, wenn auch nur fur kurze Zeit,
existenzfahig; die Carbinolbase des Rosanilins besitzt
Zeitschr. f. offentl. Chemie 1898, 445.
Diese Zeitschrift 1900, 345.
3) Bericht van S c h i m m e l 8 Go.,
Leiazip,
April'1895, S. 72.
4) Literarisches Centralblatt , Jalirpang 1897,
No. 22. Ber. vou S c h i m m e l & Co., October 1897,
1)
2)
*
s. 80.
5)
S. 35.
6)
7)
u
Ber. yon S c h i m m c l & Co. April 1899,
Chem.-Zeitung 15. April 1899, 330.
Jeuru. f. praltt. Chem. N. F. 59, 350.
Ber. d. deutsch. chem. Gesellsch. 32, 1213.
35 *
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