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Zu Theodor Zinckes 80. Geburtstage

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Zeitschrift fur angewandte Chemx
36. Jahrgang S. 261-268
lnhaltsverzeichnis Anzeigenteil Seile V.
I
16. Mai 1923, Nr. 39\40
Wilhelm Kiisel zum 75. Geburtstage.
i n IAeopoldshnlltltig. Nitch einigen Mon8en wurde ihni die 1,eitung
Wenn jemand Gelegenheit halte, eine groSe Fabrikanlage zu begriinden und bis zuni hohen Alter zu leiten, so kann er mit groSer der ron 1:rank gegriindeten Patentltalifabrik in StaBfurt anvertraut.
Etwit 12 *JiiIire hat er an dieser Stelle erfolgreich gewirlrt und inanche
Befriedigung auf seine Tatigkeit zururltblicken. Die -es Cluck ist deni
Senior der Kaliindustrie zuteil geworden. Von Stall:urt-l,eopold.h;ill N.aierungen i n der Kaliindustrie ausgefiihrt. Wir verweisen diifiir nuf
I ' f o i f f e r s Hiiiidbti~~li
der Kaliindustrie, S. 150. Er war der erste, der
wurde Kiisel am 1. Juli 1887 von den Deutschen Solvaywerlieti berufen,
niit Abd:inipf von get ingeni Drcirk die Losung des Carnallits einfiihrte.
eine Fabrik zur Veraibeitung von Kiilirohs;tl~en zu bituen und z u
leiten, wlilirend er zu derselben Zeit mit seiner jungeii 1,ebensgefllirtin Dieses Verfahren ist iiii I'iitent Nr. 20i34 beschrieben. Die vereinigten
cheinisrhen Fahriken hatten zu jener Zeit die grUBte Bromfabrikiition
den Bund der Ehe geschlosseti hatte.
Um der groBen Sodaf;tbrili bei Rernburg konzentrierte SitlZ- u n d liderlen iuigeflihr die Halfte von dem Hrom, welches datiiiils absoole zuzufuhren, hatten die Solvaywerke ini danialigen Flerzogtnm gesetzt werden konnte. Nach einigen Vorarbeiten von den1 Generaldirelitor Dr. I 3 o r s c h e richtete K i i s e l eine kontinuierlich arbeitende
Anhalt, in der Riclitung zwischen Eernburg und Cotlien, Bohruitgen
auf Steinsalz ausgefuhrt und dnbei auch das Kalisnlzlitger iln- Hromi'iihrili;ttion ein, die zur vollen Zufriedenheit in Titigkeit gewesen
ist. Die Xusheute von Urom nach diesem Vergetroffen. Es sind bei Baalberge und Plotnfnhren war sehr vorteilhaft, auch eine erhebailz mehrere Schlchte abgeteult, aus denen
liche Er.spamis an Arbeitsltihnen und Heizmaterial
Saisoole und Kalirohsalz gewonnen wird. Am
wurde darnit erzielt.
1. Juli 1887 iibernahm K u s e l , nachdent er naheSeit Hegriindung des Bezirksvereins Sachsenzu zwb:f Jahre in StaSfurt-Leopoldslinll tiitig
Anh:ilt des Vereins deutscher Chemiker hat
gewesen var, die Vorbereitungen dee KiiliunterK ii s e l der Vereinstiitigkeit grol3es Interesse
nelimens dei deutschen Solviiywerke. Er unterentgegengebrncht, war stets ein eifriges Mitsuclite zuiiHchst die Bohrkerne, er baute IS89
glied und fehlte selten in einer Versammlung.
die Fabrik und leitet nunmehr seit 1890 den
Er war 1907 08 Svhriftfiihrer, 1909 10 VorEetrieb schon mebr als 30 .Jahre. Es genijgt
sitzender des Bezirksvereins. Auch die Arwohl, darauf hiazuweisen, dnB die deutachen
beiten der Kn1iforschuttgsnnstalt in 1,eopoldshiill
Solvaywerke neben ihrer gronen Sodafnbrik
hiit er lehliaft verfolgt und ist Mitglied des
auch die Kaliindustrie in dem Matje gefiirdert
Sitchverstiindigenausscliusses.
haben, urn zu denjenigen Werken zu gehiiren,
Wenn wir weiter zuriickblicken auf seine
die die erste Stellung in dieser Industrie einerste plaklische Tiitiglteit, so finden wir ihn
nehmen. Durch K i i s e l hatten sie eirten vorwhen 1872 im technisvhen Beti.iebe einer Pazaglichen Fabrikdirektor, der nicht iillein alle
pierhhrik beschiifligt. Er besuchte dirnn vom
Neuerungen rechtzeilig aufnahm, sondern der
Olttober 1872 itn die Technisclie Hoc:hschule,
auch selbst vorteilliafte Fabrikeinric:ht ungen zu
widniete sicli dern Studium der Maschinentreffen verstand und die technisrhe I.eitrtng
kit title und des hlasrhinenbaus sowie den
vorzuglich audibte. Dieses war fiir die Solv;iyAt bciten ini clieniischen iitbor;itorium, unter
werke von groBem Werte.
Leitung von Geh.-Rat Prof. Dr. K r a u t . Auf
Wir wollen nun auf K i i s e l s Tatipkeit iu
desseri Veranlnssiing lint er auch die von
StaBfurt-Leopoldshall bei den vereinigten cEeO r r n i a n n angefmgene Arbeit iiber die Beniischen Fahriken zuriickblicken. In der ersten
stiniiiiung des Kaliums in Form von iiberPeriode der Kaliindustrie, von 1861-1850, entchlorsaurein Kali zu Ende gefuhrl, die r o n
standen in StiiBfurt und in dem iieuen Orte LeoKr;iu t in Fresenius' Zeitschrift, XIV. Jahrg.,
poldshall etwa 20 kleine Chlorkaliiimfitbriketi.
2. Heft, veriiffentlic.ht worden ist. Nadi der
Niich dem siegreichen franz8sischen Kriepe v m
1870171 entwickelte sicli ein grot3er industrieller Aufsc*liwungund fino irn Jiilirc 1175 mit ,,Gut" brstnndeuen Diplontpriifung fuhrte ihn ein
Griinderperiode, in welcher 9 kleine Fabriken zu der Al~tienges~llsr1i:iIt gliic-lilirlles Geschick zu der jiingen Kiiliindudrie, der er dann
der vereinigten chemischen Fabriken Leopoldshall zusaiiimeri.esi~liII~s~en .p, ,J;llire liing scir!e Tiitiglteit mit den besten Erfolgen und hei
wurden. Zu diesen geh8rte +e Patentka1if:tbrik von Dr. A d o l f Fri1111~ vorzuglicher Gesundheit widmen konnte. Nieniiind in der KaliinduBei der Griindung dieser Gesellschnft hafte sieh 1)r. P r a n k vcrpfiiclttet, sfrip, wcdcr der Herginatin, der Kaufmann, noch der Chemiker, hat
eine so!c.lie :ind:iuerniie At,beit nnsiiben ItUnnen. Seine beiden Sbbne,
die Leitung als Generaldirektor f u r mehrere ,litlire % t i iihernelinen. .4l.j
w h o n gute Stellungen in der Industrie bekleiden,
Mitte der 70er J:ihre eine ungiinstige Koiijnn!ctur in der I<:iliin~lustrie die gegcrtn~iii.ti~
eintrat, hat F r a n k die Genernldirektion niedergelegt iind ~ ~ I ~ e r n a l i i i tstirdicilen :turti i r i i f der Teciinisrhen Horhschule in Hannover.
Wii. wunsclien ihm zu seinem am 16. Mai stiittfindenden 75. Gein Charlottenburg den Betrieb einer C;lasfahrilt. Revor er Ptallturtburtst;ige n o ~ * lviclc
i
gliicklic*lie Jahre, indein wir hoffen, d;iW er ein
Leopoldshall verlieB, hatte er am 1. August 1875 W i I he i in I< ii s el
als Chemiker angestellt, der kurz vorher die Technisclia Hoclisc.hule .50jiilirigcs .Jubiliiuni in der Kaliiriduslrie a m 1. August 1925 wird
feiern kbnnen.
Verein deatscher Cliemiker e. V.
in Hnnnover verlassen hotte. Er war zuniichst im Hauptlaboratoriuiu
Zu Theodor Zinckes 80. Cieburtstage.
Von KARL ScHAuhi, Giei3en.
(Eitigeg. 24.4. 1'1'3.)
Am 19. Mai vollendet T h e o d o r Z i n c l t e seio achtzigstes Lebensjahr. Dcr alten Universitiitsstadt Marbarg, in der er vier ,J:thrzehnte
als Lehrer und Forscher wirkte, ist er im R u h e h n d treu gehlieben; treu
auch in reger Forscherarbeit dem sclionen Institut, das er gebaut und
zu holier Bliite gebracht hat. Ich weilJ inich einig niit den vielcn
Hunderten seiner Schiiler, wenn ich dem Jubilnr an dieser Stelle zugleich mit den herzlichsten Gliickwunsclien unseren verelirungsvollen
Dank ausspreche f u r das, was er uns in unsereri Lehrjahren gegeben
hat; ich bin aber auch der vollsten Zustimmung aller Fachgenossen
sicher, wenn icli bei dieser Gelegeoheit seiner wissenschaftlichen
Leistungen in aufrichtiger Bewunderung gedenke.
Z i n c k e s Wirksamkeit ist ein gllinzendes Zeugnis dafur, dall es
Angew. Chsmie 1923. Nr. 39,40.
wohl mtiglich ist - allertlings niir unter selbstloser Anspannung aller
Kriifte - der doppelten Verpfliclitung zu entsprechen, die detii-Hochsc.hullehrer mit Rec,ht auferlegt wird: Der Plliclit zu lehren ond der
I'ilicht zu forsellen. Die Erfiillung der letzteren wird zwar nirht ,,von
Anits wegen' verlaiigt, ist :iber die Vornussetzung fur Ernennungen
und Berufungen; denn nur eine Persihlidikeit, die Forschungsdrang
uiid Porschersinn besitzt und auch unter schwierigen HuBeren Verhaltnissen zu betiitigen we%, ist imstande, das Wissen der Gegenwatt niit vollem Verstiindnis in sich aufzunehrnen und wirksam im
IiBchsten Lehramt zii vermitteln. In der Doppelaufgabe des Lehrens
und des Forscbens liegt aber eine ungeheure Schwierigkeit: wenn auch
die ak;idemisc:lie Organisiition mit ihren Freilieilen, deren Uerechtigung,
ja Notwendigkeit, ott von Fetnerstehenden nicht richtig verstanden
wird, den tlochschullehrer nacli Miiglichkeit in der Erfiillnng der
beiden Pflichten unterstiitzt - keinem bleibt der Konflikt erspart, und
nicht selten komnit die Hetiitigung auf einem der beiden Gebiete zu
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Pollitzer : f h e r Explosionen an Apparaten zur Verfliissigung nnd Zerlegung von Luft
kurz. Am echwierigsten liegen ohne Fiage die Verhaltnisse fur die
Leiter proBer Institute, dei en geschliltliche Verwaltung noch ein
weiteres UbermctB a n Arbeit brir gt. DaU Z i n c k e in diesem srhweren
Kampf niemals unterlegen ist, werden alle seine Schiiler und Fachgenossen anei kennen ; und es hcheint mir besonders erwlhnenswert,
dai3 er - gewiB eine selrene Erscheinung - auch in den Zeiten
argster Arbeitstiberlastung nie unmutig war, nie sich in Klagen erging,
wie fibeihaupt weise MafSigung und ZurUckhaltung zu den bedeuts im-ten Eigenschaften seiires Wesens und Charakters gehbren. Das
allrs haben wir, seine alten Schtiler, dankbar empfunden, die iilteren
Gcnrrationen vom ersten Tag ibrer Taligkeit in Z i n c k e s Laboratoiium
an, derin so lange es die FreqJenz des Instituts irgend zulieB, hat
Z i n c k e , obgleich ihm aufiergewUhnlil h tiichtige Assislenten zur Seite
standm, taglich mit jedem Praktikanten die im Gange befindlichen
Ai beiten beaprochrn, ihrn dabsi weit besser als es das beste Lehrbuch
vermag, das Verdandnis fur das Wie und Warum des chenriwchen
Arbeitens vermittelt und den Erfolg des Vorlesungsbesuchs kontrolliert.
Vom ersten Tage der persarilichen Unterweistrng an schlrfte Z i n c k e
uns ein, daD hbchste Ordnudg und Saubeikeit die unerlafilic.hen
Voraus-etzungen f iir erfolgreiches Schaffen, scbarfste Beobachtung
und kritischea Denken die notwendigen Grundlagen far wissermhaftliches Arheiten sind; Veist6Be pegen diese Forderungen wurden von
ihrn srharf, aher nie heftig gertigt; durch Hinweise auf trefflicbe
Beispele, z B. auf S c h e e l e , bat er auch i m Praktikum unser historiaches Interesse geweckt. Den Doktoranden ist Z i n c k e ein WeF.
weiser und Kritiker gewesen, wie nicht viele ihn gefunden haben;
entsprechend der Handhabung des Vorbereitung-untkrrichtszlelte auch
hier alles auf h6chste Zuverllssigkeit. Eislaunlich war Z i n c k e s
Gedarhtrris fur die Eiozelheiten unserer Arbeiten; er wuBte oft besser
damit Bescheid als wir selbat; jA, wenn wir im Hochbetrieb der rnit
ihrn gemeinschaftlich angestellten Versuche das eine oder andere
fihersehen oder spater vergessen hatten - von ihm bekamen wir
sicheren AufrchluO, obgleit h mehr als ein Dutzend von Dohtorarbeiten
gleit hzeitig im Gange war.
Ebenso vollkommen wie Z i n c k e s Einzelunterricht im Praktikum,
der daa Wichtigste lehrte: Die Methode wissenlchaftlirhen Forschens,
war auch der Massenunterrirht bei ihrn gestaltet: in seinen Voilesungen fesselten die Klarhait der Disposition und der Darstellung,
die absolute Sicherheit des auch lislhetisch i n jeder Richtung befriedigenden Experiments; Ungenauigkeiten oder ubereilungen im Ausdi-uck
gab es ebensowenig wie unsch6nen Aufbau der Experimente oder unvollkomrnene Hilfsmit*el. Wer die ausfubrliche Disposition, die Z I n c k e
ftir jede Vorle-ung mit Sorgfalt an die Trfel schlieb, sich notierte,
besaW ein ausgezetrhnetes Repetitorium der spr ziellen Chcmie mit
Angahen tiher Verhalten, Darstellung, Eigenschaften und Erkennung
der Stotfe mit geschichtlichen Daten u. a.
Aus Z i n c k e s reicher Forscherarbeit kann ich nur einzelne besonders wichtige Lei-tungen hervorheben. Ich erwahne zunffrhst die
bedeutungsvollen Untersuchungen, die sich rnit den Prohlemen der
Addition und der Substitution, insbesondere mit demverlauf der Chloiierung von Phenolen und primlren arornatischen Aminen beschlftigeo und
uns eine iiriergus griindlicheKenntnis der Oxoderivate hydroaromatischer
chlorsubstituierter Verbindungenvermittelt haben, die Z in c k e als ,,Ketochloride" bezeichnet hat. Diese Arbci,en lieferten gleichzeiiig wichtiges
Material ftir die Kenntnis der Spaltung von Benzolderivaten und des
Abtiaues der Spaltungsprodukte. Im Zusammenhang mit diesen Studien
steheo eingehende Untersuchuuoen fiber Chinone (vor allem o-Chinone)
uber die von ihm entdeckten Chinole, Chir,itrole, Phenolpseudohalogenide und Chinonmethine (,,Methylenrhinone'). Ein groBer Teil der
Arbeiten Z i n c k e s beschlftigt sich mit der Aufkliirung von Isomerie
frsgen; nach den gemeinschaftlich mit KekulB ausgefuhrten Studien
tiber die Natur der verschieder,en Aldehydmodifikationen, ihre Bildungsweisen und ihre Beziehungen zueinander folglen ausfuhrliche Arbeiten
iibrr die lsomerie bei Hydrobenzoinen, bei Azimidobenzolen u. a.
Z i n c k e verdanken wir auch die Entdeckung der ersten Fable von
monotropem Polymoiphismus (am Benlophenon und p-Tolylpbenylketon). Im letzten Jahrzehnt hat Z i n c k e die Chemie der aromatischen Schwefelverbindunpen durch zablreicbe Arbeiten iiber Oxyund Aminomerkaptane bereichert. vor allem durch die Entdeckung
einer neuen, durc-h aufierordentliche Reaktionsfahigkeit ausgezeichnelen Klaste von Schwetelverbindungen, der Arylschwefelhalogenide.
Srhr beachtenswert sind auch Z i n c k e s Arheiten tiber die aus bestimmten Pyridiniumverbindungen und aromatischen Aminen darstellbai en Farbstoffe, die als Abk6mmlinge des Glutakonaldehyds erkannt
wurden.
Z i n c k e s hohe Autfansung von den Pflichten nnd Aufgaben des
Lehrers und Forschers kennteichnete sich a u h in der Einrichtung
und lnstandhaltung des von ihm geleiteten Instituts, das durch zweckm u i g e Raumverwertung ebenso bestrickte wie durch peinlichste
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Ordnung und Sauherkeit bis in die letzte Erke hinein. AuBerste
Schonung jeplivhen mobilen und immobilen Inventars, grbi3te Sparsamkeit mit Chemikalien, Gas, Wasser u. a. wurden jedem Institutsmitglied zur Pflicht gemacht. GewiB sollten alle Institutsleiter nach
den glaichen Zielen streben und die nlmlichen Forderungen stellen;
unbefangene Kollegen werden jedoch zugeben, dai3 es eines nirht
gewabnlichen MaSes von Energie und padagogiscber Begabung bedarf,
um ein Institut auf solcher Hbhe zu halten, wie es Z i n c k e gelang.
Wie ausgezeichnet Z i n c k e s Lehrtatigkeit und Forscherbeispiel
seine Schhler bildete und fbrderte, werden d l e freudig anei kennen,
d.e in Industrie oder Wissensrhaft ehemalige Z inckeschiiler zu ihren
MitarbeiternzZihltenodernochzlblrn. Und wenn a m 19.Mai die Gedmken
seiner Schtiler bei dem hochverehrten Meister neileii, werden sie erfiillt
sein von aufiichtiger Dankbarkeit dafur, daB er sie in strenger Schule
zu tticbtigen Mannern herangebildet hat, wie sie unser Vaterland mehr
denn je in diesen harten Zeiten braucht. GewiB steht unter dem,
was wir dem hochverebrten Jubilar an seinem 80. Geburtstag flir
seine weiteren, wie wir innig hoffen, nocli recht zahlreirhen Lebensjahre wfinsrhen, an erster Stelle beste Gesundheit; daneben aber dcr
heibe Wunsch, datS es ihrn bald vergulnnt sein mbge, den Wiederaufstieg unseres Volkes aus tiefcr Not rnit zu erleben; und unser alter
Meister, der uns pflichlbewuBtes Srhaffen lehrte, darf versichert seir.,
datj wir das Unbere ddzu beitragen wollen, in treuer Bet'olgunc der
Mahnung, die von einer h o l l b d i 4 e n Insel zu uns herubeklang:
,,Sein deutsches Vaterland i n all seiner Not und Erniedrigung werk[A. 93.1
tiitig lieben, heiBt htute: Arbeiten und wieder arbeiten.'
Uber Explosionen an Apparaten zur Verflussigung und Zarlegung von Luft.
Von F. POLLITZER
, HZillriegelskreuth bei Miinchen.
(Eingeg. 20.12. 1923.)
Bei der techniscben Gewinnung von Sauerstoff und Stickstoff nach
dern Luftverfltissigunpsverfahren haben sich mehrfach Explosionen der
Verfltissignngs- bzw. Zerlegungsapparate ereignet, deren Ursache zunlchst nirht grfunden werden konnte. Zur Aufkllrung der Sncblage
habe ich im Jahre 1911 im Laboratorium der Gesellschaft fur Lindes
Eismashinen A.-G., Abteilung Gasverflussigung, in H6llriegel-kreuth
einige Versuche ansgeftihrt, die das Schicksal mancher Arbeiten in
industriellen Laboratorien geteilt haben, daB sie nach den ersten Ergebnissen aus auBeren Griinden abgebrochen werden muSten, und die
heabsichtigte Fortsetzung ,,in ruhigerer Zert' nicht verwirklicht werden
konnte; aus diesem Grunde unterhlieb seinerzeit eine Ver6ffentlichung,
und man beschrankte sich auf Mitteilung der Ergebnisse an die Interessenten. Trotz weitgebender Klarste'lung der Verhaltnisse haben sich
seither noch bedauerlirh viele Explosionen ereignet. Mit Rucksicht
aiif die grofie und dauernd zunehmende Anzahl von LuftverfliissigungsundZerlegungsanlagen - es diirften heute in derganzen Welt schltzungsweise lo00 solcher Anlagen aufgestellt sein - halte ich eine nachtriigliche Ver6ffentlichung der Versuche nicht far iiberflussig und folge
daher gern einer Anregung des Aufsichtsbeamten N u r n b e r g der Berufsgenossenscbaft fur die chemische Industrie, narhstehend iiber die
Ursachen der f raglichen Explosionen nach dem heutigen Stand unserer
Kenntnisse zusammenfassend zu berichten.
I.
Bei der Verwertung der iiber die Explosionen vorliegenden Beobachtungen ist zu berticksichtigen, dnD im praktischen Betrieb von
Luftvertliissigungsanlagen, die a u s einer Reihe von Maschinen und
Apparaten zusammengesetzt sind, an verschiedenen Teilen und aus
ganzlich verschiedenen Ursachen Explosionen auftreten konnen. Zur
Vermeidung von Unklarheiten und zur schlrferen Umgrenzung des
hier zu behandelnden Gegenstandes seien diese verschiedenen M6glichkeiten zunachst kurz angeftihrt.
1. Werden bei der Kompression der Luft bestimmte Temperaturen
im Komprebsor uberschritten, so entstehen durch Verdampfung des
verwendeten SchrnierSls explosive 61-Luft-Gemische, die zu einer Explosion im Kompressorzylinder oder in den anschliei3enden Leitungen
fiihren k6nnen. (Verwendung guter Schmier 61e mit hohem Flammpunkt und Erniedrigung der Kompressionsendtemperatur durch Unterteilung der Kompression in einegr6Bere Anzahl von Stufen mit Zwischenkuhlung sind die Manahmen, die die Gefahr solcher Explosionenbeseitigen.)
2. Beim Abfiillen von Sanerstoff in Stahlflaschen haben sich Knall:
gasexplosionen ereignet, wenn z. B. infolge Flaschenverwechslung
Sauerstoff in Wasserstoff enthaltende Flaschen hineinkompriiniert
wurde').
I) Das Auftreten von Wasserstoff-Sauersloff-Mischungenv o r der Kompression kommt nur bei der Sauehtoffgewinnung durch Elektrolyse in Frage.
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