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Ueber die Natur des oxygenirt-salzsauren Gas und ob salzsaures Ammoniak welches aus salzsaurem Gas und Ammoniak - Gas gebildet worden Wasser enthlt oder nicht.

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ANNALEN DER PHYSIK.
J A H R G A N G 1813,
ZEHNTES STOCK,
I.
UeGer die Natur des oxygenirc-falzfauren Gw,
und ob
falzfaiires Ammoniak, welches o w falz/aurem Gas
und Ammorriak - Gas gebilrlec worden, WaJcr
enthait oder niclrt.
Eine Folge von Streitkliriften , gewechfclt zwifchen
J o h n D a v y in L o n d o n , und J o h n M u r r a j - , Demonlir. d. Cheinie zit Edinburg.
Frei ausgezogen yon Gilbert.
I.
darf vorausretzen, d a k meinen Lefern die
Deuen Lehren Sir H u o i p h r y Davy's iiber clia
chemil'che Natur der ~ ? c y R ~ n i r t e n ' S a l x f ~ ails
ure den
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\:-elche ich in dem IjteIi h n d e cler Pu'euen Folgc
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.\nnal. d. PbyI%.
B.4j.St. 2. J. 1813.
St.
10.
I
[
r18
]
diefer Annalen rnitgetheilt liabe, bekannt find.
\]'iederhi~lte Unterfuchungen iiber das falzlaure
und das oxygenirt ralzfaure Gas haben ihn auk' das
-
-
~ ; n dRerultat gefiihrt , dals durch keinen Verfuch
und iiherhaupt auf keine Art Gch die AnweCenheit
von SauerLioff in deni oxygenirt falzfauren Gas
nachweil'en laffe; dals daher die AnGcht diefes rnerk-
-
-
bviirdigen l17efens als chernil'ch einfach und dem
Sauerfioff zur Seite fiehend, eben fo erlaubt, als die
gewiihnliclie Hypothefe fey, nacii der es aus Sauerfioff und Salzl'aure zufammengel'etzt revn loll, und
dal$ jene AnGcht relbIt als die wahrfcheinlichere den
Vorzug verdiene.
Das oxygenirt - lalzlaure Gas,
lo fern es fiir chernifch - einfacli angenommen wird,
heifst ihm Chlorine. und das gemeine ralzl'aure
Gas ilk ihm Chlorine niit Waflkrfioff verbunden.
Ein fehr leiclit und Cehr heftig detonirendes, und
dabei in oxq-genirt l'altfaures Gas und in Saueriioffgas ficli zerfetzendes Gas, das er und rein
Bruder i n derri Verkolg diefer Unterfuchungen cmtdeckten ( A I I I INeuc~ . Forge €3. 9. S. g o ) , wurde
yon ihin I!'uchloritLe genatmt.
Gegen diere Xeuerungeri trat Hr. J 11 r r a y
mit einer weit1;iuligen AbhanJlung in N i c h o 1[on's Journal Febr. 1 8 1 1 a u F , in der er unter andern Griinden fiir die G q r n w a r t von Sauerrtoff in
dem oxygenirt l'alzl'auren (;as, folgenden ihm eigneii Verfuch anfiihrte. Er Ilellte ein Gemmge aus
1 Maafs gasLGrniiges Kohlcnfiofi- Osyd, I Maafs
WaIIerl'toffgas und 2 M a d s oxygenirt -lalzljures
Gas in das Sonnenlicht, un3 liers dann nacli 36
-
-
c
1'9
I
Stunrlen Ammoniakgas hiozuffeigea, urn die fauren
Gasarten eu neutralilken; dabei fand Iich, d a b
der griiTste Theil des gasfhnigen KohlenlloffOxyds verkhwunden war, und daL das AmmoniakSalz, welches lich bildCte, mit verdiinnter Salpeterraure aukbraulie. Daraus rchlofs er, diefes Salz
ley eine Mengung von falzraurem und kohlenl'aurem Ammoniak; und hierauf fich Biitzend behauptete er , es fey eine bewielkne Thatlache, dafs
,in diefem Verluche kohlenraures Gas auf Kolten
des oxygenirt-Llzfauren Gas entliehe , und diefer
Verfuch fey alfo ein Beweis, d a b das oxygenirtIalrlaure Gas Sauerfioff enthalte.
a.
A u f diafen Auflatz Murray's ilt von Sir H u m p h ry D a vy fchon bei den1 Druck feiner HauptALhantllung iiber die Chlorine HiickIicht genommen wordcn (Ann.
a. a. 0. S. &$Anm. Diefer fcliarffinnigr Chemiker, behauptet cr , mifsverliehe k i n e
Anfichten , wenn er fie fiir Hypotliefen halte, und
durch die Verfuche delrelben, welche er niit vielem InterelTe widerholt habe, wiirden die ReLLItate lbiner Ideen iiber dielkn Gegenliand befiatigt,
uncl erhielten die Hypotlleren keine Stiitze, welche
jener niit To vielem Eikr verthridige.
Herrn f o h n D a vy w i d e der Verruch Murray's, iiber den er anfangs niit leinem Bruder gemeinrchaftlich , und dann allein gearbeitet hatte,
Veranlaflung zur Entdeckung einer neuen lauren
.
I n
[
120
1
Gasart, dcren Celchichte, N a t u r und Eigenfchafterl die Lrl'er d i d e r AnnuLen aus den interenanten
:infl:itzen i n B. 1 0 . S . a20 u. B. 13. S . 296 der ~Yeu.
F~l;.-edielkr A n n n l e n kennen , welchen Ietzteren
Aut'l'atz ich n u s den Schriften der L o n d n e r Societit
i. 1812frei iilici.rtragen liabe. Hr. J o h n Davy zeigte
i n iliiien, dafs Murray dadurch in Irrthum gefiihrt
worden fey, d a l j iich i n Lkinem V e r T d i e ein neues
(;as
bilde, iiud dal's die Erfctieinungen, welche
er k'iilrchlich h e r Bildung v o n kohlenl'aurern Gas
zugerchrieben hnbe, von dieleni ih!ii unbekannten
Gas herriihren. Auch ohne Zwil'clirnwirknng yon
MraKerltoff~as entilehe das neue Gas irn Sonnenlichte, und zwar i n a oder 3 Minuten, aus gleiclien
M a a h e n gasfiirmiges Kohlenfiofi'oxyd u n d osygenirt-TaIzTatires Gas, die Gch dabei nach Hrn. Davy
unniittelbar verbinden, u n d licli auf die I-ldfte
ihres Rauiiis z u h m e n z i e h n . Dieres Gas ifi nach
ihm niichll dem flursfauren Gas das diclitefte,
riecht erfiickend und unertraglich , riithet Lackmuspapier, w i d vom W-aKer fangram verlcliluckt,
U. Jgl. m. Es verbinclet lich mit dem dfachen l'eines Raums Ammoniakgas, urirl gicLt darnit ein
G a s , welches V O I L fi/jigJ(Iure nici'Lc zerJZ.tzr wird,
wohl aber von verdiinnter Salpeterl'liure, uiit.er
AufLraul'en, urid das dalicr keine Mengung yon
Talzlaurern untl kohlenl'aurem Aninioniak Ceyn knnn,
wotiir M u r r a y es hielt.
So oft eine machtigcre
S s u r e d i e h neue I'aure Gas ails Clem Amrrioniak
austreibe, und es dabei mit M-aRer in Beriihrung
c
3
f e y , gehe eine Zerreetzung vor; die oxygenirte
Salzfaure des Gas verivandle Iick niit dern W a l k r COIF des Vl'aLTers iu SaIzLiure, und das gnsfiii nii+c+
KohlenllolToxyd vereiuige Gch rnit deni SauerliofF
des Walrers zu kolilenlsurem Gas; dein ganz analog, was erfolge, wenn man WalTer z u den Verbindungen des orygenirt-l'alzlauren Gas rnit Sclnvefel oder mit Phosphor bringt. Der electrilche
Funke entziindet weclor Mengungen des uc'iien Gas
mit Sauerftoffgas, noch [nit WalTerlioff,nns ; wohl
aber Alengua,oen m i t dielen beideo Gasarten, die
nach dernjeaigen VerhUltnill;: geniaclrt lind , wurin
lie W a l k bilden, und Jas Gas verwantlelt lich dabei i n nichts anderes, als in Talzlil1res Gas iintl in
kohlenl'aures Gas.
Hr. John Davy h3t d i d m i
neuen Gas den Namen Phosgen- Gas Segeben.
Hr. M u r r a y hat a d diefe Verfiiclie ulld
SchliiKe tler HH. D a v y i n clern Juni- und in tlem
November-Hefte 181 I yon fiicholl'on's phyfiIta!iCclier
Zeitfchrift geantwortet. Hr.11. John Davy's ErkI2r u n s , lsgt e r , geniige ihm nicht, und t'r bleilje
dabei, dalj die Brseugimg von ko1rlcnfnu.rem Gas
i n leinem Verl'uche aul'sw allem Zweifel gdetzt fey.
Dieles hatte inctrl's I-Ir. Davy nicht ge1;iupet; auch
e r rchreibt dss AufbraulZn Jes Ammdniakgns, wenn
es i n Salpeterl'riure gd)rnrht wird, eineiri Entweichen von kohlenl'aureni (;as zu, nur behanptete er,
die KohlenTaure werde tlann erfi gebiltl.:t, iind l y
nicht friiher i n dein Amrnoniakl'alze vodiantlen.
Denn ware dieres Salz eine 3lengung Yon I'alzlau-
fern und kohlenraurem Ammoniak,
m i i n t es mit
EIfigTiiure eLcn l o gut als mit Salpeterlaure autbraufen, welches aber nicht der Fall irt. In rriiler
errten Notiz Y O U d i d e m neiien tias hatte Hr. John
Davy blos angegeben, dal's es vom Waller langlhrn
verfchluckt werde; Hr. Murray l'chliel'st daraus, es
werde alfo vom blol'sen WalTer nicht zerfetzt , und
verivirft dern zu Folge die Erklirung feines Gegn e r s , wie die Salpeterriure a d das Ammoniakgas
cinwirke. Hr. Davy fand aber bei der Fortretzung
feiuer Verfuche, dals wirklich das WalTer das neue
Gas zerl'etze, und in Clzlaures uiid kohlenlaures
Gas verwandle.
5.
In einer fpiitern Abhandlung, welche in dem
1:rbruarhet't i9iz von Nichollbn's Zeitl'chrih eingeriickt di, erul€net Hr. M u r r a y einen Angriff
von einer andern Seite her auf die neuen AnGchten
Sir Hurnphry Davy's von der Chlorine, bci tlem er
von einern oicSt weniger intereflanten und Folsenreichen Verlucli als tlem eben verhandelten ausSeht.
Schon in dern April-Helte I8ra derlklben Zeitfchrifr antwortete ihm Hr. J o h n D a vy
nuch auf diel'en Antjriff. Da meine Annalen der
Phylik dieren Streitpunct noch nicht beriihrt haLen,
untl der Gegenfiand der Verhantllung von Wichtigkeit ifi, fo will ich deiii Lel'er (lie Acten dariiber
ini;slichli vollfiiindig , cloch kurz vorlegen ; und
zwar fange ich, urn ihn nicht d u r c h bertandige Wiederholungen zu ermiiden rriit folgencler Stelle aus
,
c
123
3
Hrn. J o h n D a v y s Aufratz an, welciie ihm den
Streitpunct in ein kldres Licht' letzen w i d .
,,Esili ein Grundfatz cler neuern Chemie, fagt
Hr. Davy, noch unzerfetate Kiirper fur Elemente
zu nehmen; unbekannte Kiirper in die Chemie
und verborgene Urlachen in die PhyGk einzufiiihren, ifi gleich gefihrlich. Dennoch h3t man fich
diefes in Hinlicht der SalzTriure und des oxygenirtI'alzlauren Gas erlaubt , indem man fie fiir Verbindungen eines unbekannten Radikals, die erIte mit
WaITer, das zweite rnit Sauerfioff ausgielt, uncl
Iiatt die Gegenwart von WaITer in jener und des
SnuerIloffs in dierem zu beweifen, beides als ZIIgegeben annimmt."
,,Hr. Murray hat in Ceinen erfien AuK5tzen zu
beweiren gehcht, dafs Sauerfioff in dem oxygenirtlalzfauren Gas vorhanden Ley; da feioe Verfuclie
aber in diefer Hinficht nicht biindig gefunden WUCrlen, lo verfuchte er in leinem Ietzten Auffatzc darzuthun, Jars das gerneiire falzJaute Gar WaJer
entlralce."
Da dieres Gas, nach Davy's Hypothefe , Warferfioff enthalt , fo liers lich dierer Beweis mittelk
keines'sauerfioff enthaltenden Kiirpers fiihren; Ammoniak aber ifi ein Kiirper, von dem es bekannt
ifit, dafs er keineia Sauerfioff enthalt. ,,Ihn wahlte
daher Hr. Murray zii einem entfcheidenden Verruche. Er liek zu 30 Kubikzoll oxygenirt fdzfaures Gas, durch trocknes Quecklilber , ungefahr 32
Kubikzoll Ammoniakgas lieigen fammelte das se-
-
,
bildete Salz, wobei es niit der Luft in Beriihrung
kani, und braclltt: e's i n eiiie Iietorte. Es Icliien
ein wenig feucht zu feyn, und gal, beim Erhitzen
un;efilir 1,5 G r a i n WalTer.
Als es a d s neue in
ei:i antlercs Gel'iiLs gebracht , und in Dampfgelialt
dur(.li ein sliihendes R o h r iiber Kohle getrieben
wtircjc., gab es auks neue V'aKer.
Dief'es ik das
Rrl;iltat d1.s V e i l u c h s , den Hr. -Murray fiir ent[cii+*rdrritlh i l t , urid aus tlem er niit Zuverlilligkeit
I'(.Iilir~.\enzu cliii.fen glaubt , das faLlaurt: G a s entI I , ~ I : P CVnller, und Huinphry Davy's Theorir ley
fii.:iridlcjs, iind k i j ~ i n enur durcli unwahrrcheinliche
11b . i ~ ttliel'en
t
gehnlten werden *)."
,,Auf den erffen Anblick rchien mir das KefuIt a t unwahrkheinlich, iind mit niehreren Thatl'achen
im Widerlpruche zu f'eyn; und kurze Zeit darauf
Neil er nur wenig Hitze gab, um kein Salz xi1 vcifliichtigm. Al? er keiiie Fliilligkeit rnehr Cch verdiclirrn Cab,
nahm er"die Lamps fort, zerrchnitr die Retorte, Tammelte d q wenige Sala, welches GcL a n ihrer Decke angdeizr h u e , Iiiete er dern iibrigen bai. uncl wog es.
Ei fand Gch, dals das Salz t,3 Griins a n Cewicht verloreii liarre, und tlider Gewichtrverlufi liers Iich nacli Hrn.
bIurray nur dem WaITer zulclireiben , welclirs ausgetrieben worden war; das i n dem HalTe der Retorte vcrdichfete Ichien ein gleiches Gewicht zu habrn. - Oeini Wiederholrn dielea Verlucbs fand e r den Gewichtsverluli oft
1.5 Grains, worauf der Grad der Wdrrne Einlluls zu liabeii rcheiut. Da 100 KubikaoU ralzlnurer Gas 33 Grains
wiegeE, folglich 50 K. Z. t 1 . 7 Grains, Co hatte e r all0 aus
der Gewichts aii Walrer erhaltrn; wclches
diel'ein G a s
biders uiiltreitig das in dern gebildcten Gas euthaltenm
WaDTcr nicht ganz war.
D a s nosh iibrigeW'aEer mufstr Gcli, bemerkt Hr. Murray, am
ficherfieu entdsckrn Idlrrn. wenn man das Salz mit Kohle in
Rotbt;liiIiehi\ze brachte. wobvi eiii 'IlieiI darnlitfurrnig ausgetrirben. und dos iibrize WaKer voii der Kolila acrreizt werden
mufsre. Er gliilitc ilalier erli Kohleripulver in oinern eifernen
Rohr. a n drllru E n d e eine mit ( ? u e c X I i l b c r ~ t ~ p e r r t e G l a t r ~ l i r e
angekiittet w a r , fo l a u g e , bis keine rlafiirche Fliilligkeit
meht en:wich, und lieCs d e n Apparac o h n e Z u u i r t d e r
Luft erhalten. Dann PerLte er obigem Saha ein gleiclier
Gewichr tlieles Rolilenpulvers i i i einer Wetlgwood'l'c11en
Retortesu. welche a n die R j l i r a voll Kohlenpulver aiigckiirter
w a r , legte die Rbhre horizontal durrli einen kleinen Oteo,
brachte lie zum Rotligliihen, r o d g.ib d a m der Retorte
Co karke H i t r e , ( l a h dar L i d a i i r e Arnmoniak in Dampfgefialt, fammt den iibrigen rlafiirchen Fliilli~keitrn,durch die
Aiihre und die daran gekiittete Glarruhre in den Qirecklilberapparit getrieben wurde. D a s Gas fin: aii in den
Recipienten des QueckGlber- Apparatr ubrraiigehn, uiid
in dem gekrumrnten Thcil der Ci!asrbhre Ceuie licl1 W a l k
4
lvurtle ich durch verrchiedne Verfuche iiberzeugt,
dds es nicht correct ifi. Folgende Tharfachen berechtigen mich zu dieler Ausrage.6'
,,Das l'dzSaure Ammoniak , womit Hr. Murray
den Verl'uch gemacht h a t , war in beiden Perioden
Ieines Verfuchs der Einwirkung der Atrnofphare
blosgefiellt worden, ehe die Dellillation damit v o r
Gch ging. Mein Bruder , Hurnpliry Davy, rnachte
micli vorziiglich auf clieren Urnitand a ufrnerkl'am,
und liel's mir wiren , cr hobe nicht die gerinslie
S p u r von Feuchtigkeit wahrgenornmen, als er dieTen Verl'uch im GroGen in luhleeren GeGil'sen anab. Das Gas felbfi war triibe, und es rchlug lich claraua
Feuclitigkeit an den Wintlen des Recipienten unil a u f dern
QuickGlber n i e d e r ; a n G a l wurden 15 bis zn Kubikzoll
aufgefangen. Dieles GJJ triibte Kalkwaner u n d nahm d r bei an Hauin a b , und 31s der Garriickdland mic Wafleer
gekh;ittelt worden w a r , branhre e r ruit einer ecwas gclbli&en Flamme. uiid triibte dann aufs neue KalkwaITer.
Das in dem Rulir entlialtene Kohlenpulvcr wurde mit C'VaTIer gewalclien ; d i d e s Wnller war nach dem Filtriren klar,
fchmeckte offenbar l'alzig , und haucltte Ammouiakdirnpfe
aus, wenn man Kali oder'Kalk zuferzte.
D i e Erklirung dieres VerfucLs, fiigt Hr. Murray ltinru,
ift fehr einfach. Da in diefem Fall [lie Temperacur Cehr
vie1 holier als in clem vorigen w a r , lo wurde aus dern Salmiak aufs iieue WalTer ausgetrieben, und diefes befijrderte
das Kohlenpulrer dadurch. dars es dic Salmiakrld'nipfe verhinderte, lchnell durch das eirernr Rolir hintlurch zu Iteigen; ziigleich wurde ein l'lteil des \\-alTers von der gli;henden Kohle xerlktnt, u n d gab kolllenlhiires G a s untl Kohlen - wdll'etlioff- Gas ; d a s kohlenlbure Gas berrug I bis
1,3 Kubikzoll. N3ch cler Ieuchiigkeic zu urtheilen, welche lich liierbei i n tler Riihre untl i n d r m Recipieoterl verdichlete, mocbte ihrer ebun lo viei a h im criien Vcrluche
c
127
1
geItellt habe, und hehauptete, ich wtirde. keine
Feuchtigkeit wahrnehmen, wean ich das Salz nicht
mit der Luft in Beriihrung brachte.
,,Beim M'iederholen dielees Verfuchs, der, wenn
er gut gernacht ware, entkheidend feyn miilste,
bediente ich rnich zweier Quecklilber- Apparate,
tles einen zur Bereitung der Gasarten, des andern,
urn fie rnit einander z u verbinden Von jedem der
beiden Gasarten nahni ich ungefihr 30 Kubikzoll,
und liels lie Iich rnit einander in einer kleinen Retorte, die ungefahr 3 Kubikzoll f a k e , iiber recht
trocknem Quecklilber verbinden, Kubikzoll fur Kur e p ; wom noch das zerfetzte W-alTer 21: rechnen iR. Man
wird dahcr nicht Cehr irren, wenn man die bIenge des in
beiden Verluchen a u s dem Salae aurgetriebenen WalTrrr
auf 5 doe G e n i c h t r der angeneadeten 30 Kbbikzoll L I Z raures G a r Cetzt.
Die HH. G a y - L u a a c und Thenard
k h i u t c n aber nach ihren Vcrl'uchen d i e Menga der in
dem t l a i a u r e n G a r cathaltenen WaUererr auF f der Gewichts dierer Gar.
Dah drs WaITer, welches Hr. Murray i n Ceinen beiden Verfuchen erhaltea hat, nicht etwa aur dem Ammoniakgas, welcher zur Bildung des lalzrauren .\mmoniakr mitgewirlit Iiatte,
herriihrte, dafiir fiihrt Hr. hl u r r a y Fulgende Griinde an.
H a t man Amrnoniakgas mit Kali oder mit Kalk getrocknet,
To lirst Iich drrin m i t keinem Hergenn WalTer entdccten.
W i r d trockoes Ammoniakgar diirch Electricitit zerfctzt, lo
erLElt man WaCTerltotfyas und Stickgas, ohne d a h Iicli ein
Scbein von Feuchtigkeit , o d r r das geringffe beigemifchtc
SauerRoffgrr reigt. Endlich h i t t o dnr trockne Ammoniakgas, d a rs nur hslb fo fchwer alr dar lalalaure Gas ift,
uber 2 reiner Gowichtr a n Wallbr enthalten miiKen , welches an Iirh unwahrfcheinlich iR, und p n z undenkbar
wird. da Gch keino Spur von Wder reigr. wenn dirles G a r
in WsllerlioEgar uad Stickgas a d e t z t n i r d .
G i I 6 c r r.
-
[
138
]
bikzoll, To dafs das fich bildende falzlaure Ammoniak Gch i n dem obereri , gekriimmten 'l'heile der
Retorte abfetzte. Ich gab darauf der Retorte 1 0 minuten Ian3 lo viel Hitze, als €ah hinreichte, das
Salz zu I'ublimiren, fah aber nicht die geringfieSpur
von Wa1Tt.r erfcheinen, wie fchon mein Bruder gefunden hatte."
,,Darauf beFolgte ich ganz das Verfahren des
H r n . Murray, farnmelte das Salz, ohne die Luft
davon atzuhalten, und fiillte es i n eine andre het o r t e ; und n u n entband ficli eine ziemlich bedeutentie Alenge Wa[Ter."
,,Diel'es beweifi, dill's tlas i n Hrn. Murray's
Verl'uch erfcheinende M'aITer nicht aus dem falzfaureii Gas, Iondern a u s der atmofphiirifchen Luft
herriihrte. Sein Irrtliuni kUmmt theils aus zu viel
Zutraucn auf die Gcnauigkeit feines Verfuchs,
theils daher, dafs er nicht daran daclite, daG ein
1ei ch t e r g ep u 1v e r t er K U r p e r I I y g ro m et r i 1'ch I:e u ch
tigkeit aus (!er Luft an Gch zieht, unabhingig von
leiner chemilchen Veiwandtl'chaft.
Rleiii Bruder
hat oiicli belehrt , dals cliel'es der Fall ill, und dal's
fo gebildeter Salmiak To viel Feuchtigkeit aus der
Luft einfaugt, dafs er zerfliefst."
,,D;~sVertrauen, welches Hr. Murray in feine
IieI'ultate geletzt h a t , ninimt iiiicli urn lo m e h r
under, (la lie i l i i Witlerfprtich niit mehreren beIianntenThatfachen God. Mali weik, dals lblzliures
Gas eine an Kauni den) I'ekigen gleiche bIense
Ariiiiiotiiakgas vttrdichtet , 11111 darriit 1alzl'aurt.s - h i -
-
nioniak zu bilden, wclches nach meinen Vetfuchen
in nichts von dem gewiihalichen Salrniak verlchieden zu leyn fcheint. Wiirde all0 WaITer frei, indem beide Gasarten Lich mit einander verbinden,
lo miil'ste es Animoniakgas verlchlucken. Ich habe
dariiber Verluche angeftcllt , aber nicht bemerkt,
d d s von dem Ammoniakgas , wenn man es in UoEermak zufetzt, das geringfie veri'chluckt wird."
4.
Hr. M u r r a y blieb a u l diel'e Kritik nicht
lange die Antwort fchultlig. Sie lindet fich in Nicholfon's phylikalil'cher Zeitlchrift Juli 1812. lcli
entlehne aus ihr Folgendes :
Hr. M u r r a y h c h t zuerfi darzuthun, dafs,
auch wenn man den Verfuch des Hm.John Davy
als richtig anerkennen wollte, er doch nicht bcweifem wiirde, dafs in dem aus falzfaurem Gas und
Ammoniakgas enthandenen Salmiak kein W-allkr
vorhanden ley. ,,Die Hauptl'chwierigkeit fagt er,
um meinen Verfucli beweifend zu machen, r i i r t
von der Fliichtigkeit des Salmiaks her, und von der
geringen Verfchiedenheit der Temperaturen , in
welcher das WaRer auffteigt, und in welcher das
Salz Lich fublimirt.
Hdtte ich daher aucii kein
Wall'er in rueinem Verfuche erlcheinen lehn, To
wiirde ich doch nicht haben behaupten kiinnen,
der gebildete Salmiak habe kein WaQer enthalten.
Diere Schwierigkeit iTt noch weit griilser, wenn das
Salz in ciner diinnen Lage die g a z e innere Flache
,
der Retorte iiberzieht , als wenn es in einer Malle
Ech am Boden der Retorte befindet; es ilt dann
fafi unmiiglich, die Hitze lo zu reguliren, dafs blos
das WaITer und nicht zugleich das Salz auffieigt.
H a t ferner der Salmiak das Vermiigen \Tamer a u s
d e r Luft einzul'chliirfen , (welches a u f kemen Fall
To grol's i f i , als die HH. Davy behaupten,) To mufs
das ant Gewiilbe und im Halle der Retorte Gtzende
Salz das wenige M'alkr einrchliirfen , welches Gch
volatilifirt , wenn nian den Boden oder die Kugel
der Retorte erw;irmt ; folglich konnte in ihrem Verh h r e n , dem was fie felbfi annelimen zu Folge, kein
WaKer zum Vorfchein lcommen, wenn auch der
Salmiak. iV31Ter enthielte. Endlich ging, cla l i r .
D a v y die Retorte luftlecr gemacht h a t , die Mitwirkuns der Luft beini Verdanipfen der Kiirper
durcli Wirrne verl9ren iiber welche Hr. G a J L u f f a c durch l'eine Verfuche To vie1 Licht verbreitet hat; das Relultat konnte all'o nicht dalrelbc
feyn, 31s da der Warerhaltende Kiirper beim Austreiben des W a r e r s clurch W i r m e niit atmofphiirircher Luf't in Beriihrung war. Urn diel;.n Schwicrigkeiten auszuweichen, fiellte ich den Verhch I'o
a n , wie icli ihn bel'chrieben habc. Die HH. Davy
haben alle diele Urnftande vernachldlrigt , ohgleicli
fie offenbar von michtigeni EinfluKe Gnd, lint1 behaupten, um ihre Rerultate zu erkliiren ) der Salmiak ziehe Fcuchtigkeit aus der Luft a n , ohne jedoch zuvor durch l'erfuche (largethan zu haben,
dafs er diefes Vermiigeri belitze."
)
I
131
3
,,I& war iiberzcugt, ehe ich no& irgend einen
Verfuch dariiber-angeffellt hatte, dals die Urfache,
welche fie fdr ihre Refultate angeben, blos in der
Einhilduog liege. Wenp ein Kiirper Feuchtigkeit
a u s der Luft anzieht , fo gefchieht das immer fort;
er wird allmahlich feucht und zerfliefst end*.
Das iTt der Fall mit Kali, mit falzhurem Kalke, mit
effigl'aurem Kali, kurz mit allen Salzen, yon denen
man weif.., dafs fie WaITer aus der Luft an fich
ziehn. Der zerfliefsbare Kijrper Ichwiingert Cch mit
WaEer vermiige feiner Verwandtfchah zum W a l k ,
und diere Verwandtfchaft wirkt tort, bis Gleichgewicht zwil'chen ihr und der Kraft der Cohafion eintritt ; woraus kolgt, dah, wenn der Korper im Waf..
ler aufliislich in, er To lange Feuchtigkeit an lich
ziehn wird, bis er darin aufgeliifi ilt. Salmiak,
welcheu man der atmofphiirifchen Luft ausfetzt,
bleibt dagegen trocken , und zerfliel'st i n ihr nicht.
Wir haben gar keinen Grund anzunehmen, er
kijnne weniger Wan'er einfchliirfen, als die Mengc,
durch welche er merkbar feucht wirtl , und es Iifst
lich unmijglich annehmen, er Tey ttihig das JYalfer
mit folcher Gel'chwindigkeit einzufaugen , dals er
in wenig Minuten eine Ti, anl'ehnliche Menge davon
in fich aufnehme, als er in der Warme hergiebt.
Auch kana der Urnhand, dak der Salmiak in meinem Verfuche die Pulvergefialt hatte, unmiiglich
feine hygrarnetrifche Eigenlchatt in dem Grad.
verfiiickea.'!
[
I52
3
,,Gliickliclier Weife hat es jedoch auch gar
keine Schwierigkcit , durcli Verfuche auszumachen,
ob das Salz in h = r d i r u n g mit der atmorphiril'chen
L u f t Feuchtigkeit aus ihr einzieht oder nicht, u n d
ob das M'aflpr, welches es in der W;irme hergiebt,
aus tlierer Quelle lierriihrt ocler nicht."
7 9 Ich wiederholte
zuerk den Verfuch auE Art
der HH. Davy, und verband nnit einander, in m&r e r n auteinander t'olgenden Alalen, in eirier kleinen
Retorte, iiber trocknem Quecklilber , 2.5 Kubikzoll
iiller Kalk getrocknetes Ammoniakgas niit falzTacrem Gas, d a s uber blzfdurem Iialke war getrocknct
w o r d e n ; zuletzt liels ich noch I Unzenniaalj Ammoniak hinzufteigen, um die Ketortr? zu tiillen.
Darauf wurde die fietorte Co gcdreht, tlafs der Hals
mit Quecklilber gelperrt blieb und lich unter ein e m Hecipienten V O I I QueckGlber endigte.
Der
Ki;rper der Retorte wurde mit Sand iimgeben u n d
mit einer Argand'khen Lampe mit zwci Tochten
erhitzt, und darauf die Hitze der Retorte unrnittelb a r zugefuhrt. Nach ungefahr 1 0 Minuten errchien
Feuchtigkeit im Halre der Retorte, und fuhr fort
fich darin a n z u h h f e n , bis ein T h a u ihn in &er
Lange von 2 Zollcn bedeckte, und dierer Thau Iicll
in kleinen Kiigelchen vereinige. Am Ende des
Verruchs hatte lich aller Salmiak an dem Gewiilbe
und in der Kriimmung des Hall'es der Retorte
rublimirt."
,,Ich habc diel'en Verfuch untcr verrchiednen
Abanderungen wiederhoit.
Einmal wurden die
beiden Gatarten .in kleinen Portionen hinter einander in tlern obern zugerclinlolznrn Theile einer
laugen Glasrijhre, iiber trocknem Quecklilber, verDie Rohre war in der Mitte etwas geeinigt.
kriimnlt, daher, als Ee horizontal gelpgt wurde, ihr
offnes Ende Gch.noch mit QueckGlber fperren liefs.
In diefer Lage nurde ihr hintercs Ende mit gliihendenKohlen umlegt, und nun coodenfirte fich Feochtigkeit an den Wanden des Rohrs; in allen a u t dielk
Art angefiellten Verrurhen erhielt ich iaimcr WafIch h d e r t e darauf diefen Verfuch dahin ab,
fer.
dafs ich das in der Hijhre oder in der Retorte gebildete Salz 15Minutedaog mit der Luft in Beriilirung
lieL , bevor ich es deltillirte; es erfchien in dielem
Fall bei dem Erhitzen nicht mehr Wa'fTer an den Winden der Rohre als zuvor, fo vie1 Gch nach dem Anfehn beurtheilen liefs. Das Ausretzen an der Luft
hatte all%, unter iibrigcns gleichcn Umliinden, keinen Eioflurs auf das Rerultat."
,,Folgender Verl'uch zeigte noch unmittelbarer,
dars der Salmiak keine Feuchtigkeit aus der Luft a n
Ech zieht. Ich fiillte eine Glasflalche, die 6 KuL.Zoll
f a k e , rnit trocknem Ammoaiakgas, liefs falzfaures
G a s , das uber I'alz~auremKalk getrocknet worden war,
binzufteigen, und fuhr fort abwechl'elnd die pine und
die andere Gasart hinzu zu bringm, bis' 24 Kub. 2011
Ialzlaures Gas verfchluckt waren.
Nachdem Gch
das gebi!dete Saiz a d den Wanden der FlarchP abgefetzt hatte, fiillte ich die Flarche mit rrocknem
Ammoniakgas, verfchlofs fie mit eineni aingerie
-
Anail,.
d.Pliyfik. l i . 4 6 .
St.
a. J .
1815
$1.10.
benen StGpfel und wog Ge auf einer rehr e m p h d lichen Wage. A h rler StGpTel einen Augenblick
herausgenornrnen wurde , dsmit das Ammoniakgss
en~weicheiiund atmofphirifclie L u f t die Stelle deL
lelben einnelirnen k o n n t e , nahm das Gewicht urn
0,6 Grain zu. D e r StGpfel wurde aufs neue weggen o m m e n , und die Flakhe auf die W a g e gcftellt;
das Gewicht derfelben verinderte lich i n s', IO', 15'
nicht im GeringIien, erfi nach 20' fchien es lehr
wenig zugenommeii zu haben, nach 30' merklicher,
fo dafs die Wage 2c, nac!i i Stuntle 5', u n d nach P
Stunden 10' Ausfchlag gab ; diel'e ganze Gewiclitszunahme betrug aber doch nur 0,2.5 Grain. Das in
der Flafche angefamrnelte Salz wog 1 3 Grain; es
blieb locker, mit Lijl'chpapier umgeben viillig trokk e n , und hstte nach 2 Tagen noch uuge€ahr d d lklbe Gewicht. - In eineni andern Verl'uclie, den
ich in einer mit einem Hatine verlehenen Glaskugel
anfiellte, nahm das Gewicht des Salmiaks eher al,
a h zu."
,,Diel'e Verfuche beweil'en , t l n l s Salmiak, dcr
durch Verbinclung von Anirnoniakgas mit Ualzljurem Gas pebildet ill, keine Feuchtigkeit aus der
Luft a n Ech zieht, oder wenigfiens nicht senug,
als dars Ech hieraus der Urfprung des WaKers erkliiren I d s t , das beim Erhitzen denellen erl'cheint.
Zwei oder drei Jlinuten reichen hin , ihn aus den1
Gefilse, worin er entftanden iTt , i n das, worin er
erhitzt wird, zu bringen; in diel'er &it faugt er
aber, nach dem Verfoch rnit cler Pyage, keine merk-
riihrung gewcfen i l l , und zwar, To vie1 Gch nach
derll Aofehn beurtlicilcn lilst , in derfelben Rlenge,
als wenn man ihn der LuFt ausgeretzt h a t ; zivcit p n s faugt er in dern gewiilinlichen Zurtsncle yon
Trocknil's keine Feuchtigkeit a m der Luft ein ; und
drictcrrs faugt er nicht einmal das aus ilim durch
W a r m e ans;.etriel)ne Wafier wieder in Gch. Rlein
Verl'uch h a t alro volle Beweiskraft, u n d giett iins
d i e gewilTe Urberzeugung, dafs in dem falzl'aurm
G a s WaIIer vorlianden, und da!'s folglich die k1j.pothere des Hrn. D a vy falfch ill.''
D e r iibripe Theil der Abhandlung des Herrn
M Ur r a y enthalt nichts als Kecriminationen gegen
die HH. D a vy , welche mit vieler Lehliaftigkeit
vorgetragen Iind, aber weder neue Thatrachen enthalten, noch wcitere Aufl'chlLilTf: uber die Streitpuncte geben.
5.
Noch ehe Hrn. John Davy's Aufl'atz erl'cliien,
€and Iich in deni LMiirzrtiick I & I Z von hicliulfon's
Zeitfchrift Folgentles , unter der Ueberl'chrilt : Deher die ungelliche Gegenwizrt 'L'OIL /.y,sJJ-,r i r r rlem
fczlzfkireiL G a s , Brief eincs L
r n e n a n n t e n an
Htn. l?i i c h o 110 n :
s
,,Da icli i n Ilirem vorigen Alonatsrtiioku den
Serveis dcs Hrn. M u r r a y , dal's kVail'er in den1 f,l!dlauren Gas vorhanclen ley, gelelen hatte, uncl i13ra i d bei e i n w Vorlelkng i n der H u j t 1 1 Irzjiitirtion
a m :ten 1cLriiar Se,qenwii.[ig wai , in welclirr HI
c
'37
1
Davy jenen Verfuch wiederholte , wobei das Hefult a t ganz anders ausliel, entfchlofs ich mich, den
Verl'uch des Hrn. Murray ebenfalls zu wiederholen.
Die Verfahrungsart des Hrn. Davy lielj To ganz und
gar keine Einwendungen zu, dafs auch ich diefeelbe
befolgte."
,,Nachdem icli reines Ammoniakgas und reines
falzfaures Gas entnickelt hatte, liefs ich beide in eine
Retorte fieigen, die zuvor luftleer gepumpt war.
Sie verbanden lich unmittelbar und bildeten falzIbures Ammoniak. Ich reinigte darauf einen Theil
des Halfes der Retorte, um jude vorgehentle CondenErung irgend einer FliilIigkeit Echtbar zu machen , und erhitzte die Retorte, bis lich alles Sulz
in den Hals hinauf fublimirt hatte. Dabei erfchien
nicht die miadeIte Feuchtigkeit. Ich brachte darauf etwas von dem Salze durch die Atmofphare i n
eine trockne Rohre, und erhitzte diefe; nun erI'chien Dampf. Und als ich diefes Verfahren aufs
ueue, nachdem das Salz wenige Minuten mit der
Lutt in Beriihrang gewefen war, wiederholte, erhielt ich wiederum WalTer. Hr. Murray hatte auf
diefe Art das dreifache Gewicht des angewsndeten
Salzes an WaITer erhalten kiinnen."
,,Diefes I'cheint mir deutlich zu beweifen, dafs
das WaITer, welches Hr.Murray in feinem Verfuche
erfcheinen fah, aus der Atmofphiire und nicht, wie
e r glaubt, aus einer der heiden Gasarten herriihrte.
Alle weiteren Remerkungen iiber einen VerTuch, der
To offenbar unrichtig ill, find iiberfliiffig."
[
13s
1
6.
In derfelben MonatsCchrift erfchien ill& 1812 ,
alfo noch vor der von Hrn. Murray unter 4 mitgetheilten Antwort, ein Xu&fatz, aus dem folgender
kurze Auszug das Merkwiirdige enthilt :
EntJieht WcrJer. werm JnIzjkures Ca.r rind ArnmoninkgasJch mit einaiider vcrbindeu? yon
J o h n B oft o c k , M. D., 'Jiceprif. , und Tli.
St. T r a i l ] , 31. D., Secwtkr der litter. 11.
phylik. GefdCcch. zu Liverpool.
- - ,,Wir rerabredeten uns,
den Verluch des
Hrn. Murray und den Verfuch des anonymen Correfpondenten im Marzftiick 1812 von Nicholfon's
Journal, beide rnit der griifsten Cenauigkeit zu wiederholen , und dabei befonders a u f jeden Umliantl
zu achten , durch wclchen Feuchtigkeit ausgefchloG
re11 werden k a n n , und die Menge von Feuchtigh i t , welche vijllis trocknes falzfi~uresAnimoniak
aus der Luft einl'augt, zu nieflen."
,,Nachdem wir alle Theile des Apparats gereinigt und gelrocknet hatten, fingen wir damit an,
uns reines ~ i n dtrocknes falzfaures Gas zu verl'chaffen, indem wir in eine TuLiihtretorte auf J
I Unzen
groL gepulverten urid zwei Tage lang erhitzten Salmiak allmililig y Drachmen Schwet'ell'tiure vom fpecihlchen Gewichte r,85 goren. Das Gas enthand
Gch I'ogleich ohne Ueihiilfc yon M.'iirrne, und nachdern wir eine bedeutende Menge hatten entweiclien
lail'en, kingen wir etwas davon iiber QueckGlber
auf. Das Gas war vollltomnieo durcLGchtiS und
fatbenlos, untl es war weder in der Retorte noch
in der Plafche eine Spur von Feuchtigkeit zu fehn;
kleine Theilchen Salmiak, die im unternTheile des
Halfes des Gefafses fafsen, waren felbfi am Ende
der Proceffes noch vollkommen trocken. Es wurde
darauE vollig trockner I'alzfaurer Kalk in Yulverge
nalt durch das QueckElber in das Gas gebracht,
und 43 Stunden Ian3 darin gelaffen."
,,Um das Amnioniakgas zu bereiten, wurden
in die Retorte gleiche Gewichtsmengen Frikh gebrannter Kalk und Salmiak, in demfelben ZuItande
als in dem vorigen Verfuche, gebracht , und eine
Larnpe unter die Retorte gefetzt. Nachdem hinliinglich vie1 Gas entwichen war, lingen wir ebenfalls einen Anthcit iiber Quecktilber in einer Flafche
auf. In diefer zeigte fich , als Tie erkaltet war, ein
wenig Thau im oberen 'l'heile ; er wurde Ibrgfaltig
&it einem mit LGfchblatt umwundenen Drahte entfernt, und w i r brachten alsdann ein ziemliches
~
woriiber
Stuck trocknen, gebrannten K P hinein,
wir das Gas 48 Stunden lang Rehn lieken."
,,Am Ende diefer Zeit fiellten wir unlern Verfuch
an. Die Flakhen und Glafer waren ohne Spur von
Feuchtigkeit,und ah wir den falzfaurenlGlk und den
gebrannten Kalk aus den Flakhen herausnahmen,
fchien auch der letztere noch eben lo trocken zu feyn,
als er rnfangs war. Wir liehen in eine Flafche mit
rundem Baucb, eingeriebenem Stopfel und gebogner
Riihre 13Kub. 2011Ammoniakgas iiber Queck&lber
c
140
1
und dam G Kub. Zoll I'alzl'aures Gas, in verfchie!lent.~i Portionen fieigen , fillten dann die FlaIcha v o l l e ~ i d sniit
~ Amnioniakgas a n , und liel'sen
dPn Apparat eiriige Stunden lang unberiihrt jlehn.
Er bedeckte Iich an der innern Seite, bel'onders
u n t r n , mit fchijnen, wie gefrornen, Salmiakblumen.
Darauf lirckten wir d m Stiipfeel und die gebogene
Ruhrr in die F l a k h e , kehrten diefe u m , doch fo,
dals die MM;iildung der Rijhre beliiintlig unter der
'QueckLli,erfliclie tlieh und keine atmofphirilche
L u f t hinrintreten k o n n t e , fetzten die Flafche i n
einen Ofen niit Kohlen, und gaben allmahlig
Hirz+-. bis fie erweichte.
Als diel'c Operation
ungc f';tir rine Stunde gedauert hatte, w a r aller
S a i r # ~ i - . Cin den Hals der Flafche und in den
Anfalis cler Rwhre fublirnirt.
Als ungefihr die
H i k e dcs Salzes aufgeliiegen war, bemerkten
wir. dars fich T h a u i n dem oberften Theile d e r
Kriimrrrung der Rijhre, ungefihr I Zoll weit von
dern StGpfel, abretzte; diefer Thau nahm iu, l'o
dafs er . zu einer gewiflen Zeit eine zollbreite
Z o n e der Riihre rings umgab, und es bildeten
fich einige WafTertrijpfchen von der Griifse eines
kleiuen Stecknadelknopfs. Gegen Ende des Procefies, als die Hitze grijfser wurde, nahm die
Menge des Thaues ab; als wir aber die Hiihre
aus dem Queckfilber nahmen, zeigte fich am
E n d e derfelben, l'o weit fie i n das Queckfilber
getaucht war, eine ahnliche Abl'etzung von Feuch-
c
tigkeit.
141
1
Ehe wir lie aus dem Queckfilber nah-
men, hatten wir die Oeffnung derrelbcn mit Wachs
verklebt ; ein QurckGlbertriipfchen, das in drr
Kriimmung der Riihre hlieb, verwellrtc gleichfails der atmofpharifchen Luft den Zutritt. Sobald die Flafche erkaltet w a r , iiffneten wir fie,
kratzten aus dem Halre einen Antheil Salz hera u s , und wogen diefes Salz fogleich; es wog a,7
Grain.
Wir lichen es 15 Minuten lang in der
I'Vagfchale, und erwarteteii nun, lie werde gel'unken Seyn ; allein wir vermochten nicht rnit GewiLheit auszumitteln, d J s fich das Gewicht dieles Salzcs wirklich vermehrt habe.
Und doch
fandenwir, dafs die Wage To einpfindlich war, dafs,
\ e o n wir jede Schale mit 500 Grain belafiet hatten,
Grain, welche wir in
cine Ueberwucht von
der einen Schale zulegten, einen lichtbaren Ausfchlag gab."
Iirerpool 16. Mi rs
1812.
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