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Ueber die klimatischen Verhltnisse Europa's.

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B. Monatsbericht.
I. Physik, anorganisohe Chernie;
Minerdogie, Geologie , Geographie
und Alterthumskunde.
Ueber die kbatischen VerhEtltnisse Europa's.
Wenn man die m i t t l e r e J a h r e s w a r m e der Orte in
Nordamerika, Europa und Asien , welche unter gleicher geographischer Breite liegen , mit einander vergleicht, 80 ergiebt
sich, dass Nordamerika und Nordasien k a 1t e r sind als Europa.
So hat New - York unter 40O43' eine mittlere Jahrestemperatur von 8O,7, wahrend Madrid untsr 40925' eine solche von
11°,63 nnd Rom unter 41O54' eine solche von 12O,66 hat.
Albany (42O39') liegt siidlicher ale Florenz (43O47') und
doch hat jenes nur eine mittlere Jahrestemperatur von 7O,2,
wahrend dieselbe in Florenz 12O,ll betragt. Hamburg, das
dnter 53O33' liegt, hat fast dieselbe mittlere Jahrestemp. wie
Albany (nemlich 7 91 3).
Die Stadt Bergen in Norwegen unter 60°24' hat noch
eine mittlere Jabrestemp. von 6O,57, wahrend zu Nain a d der
Kiiste Labrador unter 57O10' die mittl. Jahrestemp. nur 1°,86
betragt. Halifax (44039') liegt mit Bologna (44O30') in gleicher Breife nnd dennoch hat es fast eine mittlere Jahrestemp.
(3O,56) wie Drontheim (3O,59) unter 63O26'. Pittsbnrg unter
40°32' liegt mit Neapel (40O52') fast auf ghbber &he und
dennoch ubersteigt seine mittlere Jahrestap. (9 89) nur
unbedeutend diejenige von Rochelle (90,34) unter 46O9'. Die
mittl. Jahrestemp. von Quebeck unter 46O48' ist noch um
0°,59 niedriger, als die von Konigsberg unter 54O43' (4497).
Die mittL Jahrestemp. von Petersburg unter 59O56' n. Br. findet man an der Ostkuste von Amerika unter 47O30' n. Br.,
also 12 1/2 Breitegrade siidlicher.
Irkutzk in Sibirien unter 52"17' hat eine mittlere Jahrestemperatur von 00,27, wahrend Berlin (52O30') eine solche
von 7O,18 hat. Irkutzk liegt noch urn 1°,25' siidlicher 914
~
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Uebsr die klimatischen Vcrhiiltnisse Europa'e.
Drontheim (mit einer mittl. Jahrestemp. von 3",59), trotzdem
hat es nur eine mittl. Jahrestemp. von O,O25. Peking (39O54')
liegt O"58' siidlicher als Neapel (12425) und hat nur eine
mittl. Jahrestemp. von 10°,13, die noch urn 0°,17 niedriger
ist, als die von Mailand (45O28').
Welches sind die Ursachen dieser Erscheinung ?
Vergleichen wir zunachst die G e s t a l t u n d d i e G l i e d e r u n g der genannten hierbei in Betracht kommenden Erdtheile.
A s i e n , das fiinf Ma1 grosser iRt ale Europa und
ungefahr den 3. Theil der gesarnmten trocknen Erdoberflaahe einnimmt, ist eine grosse compacte Masse, die an der
Ostseite zwei Halbinseln (Kamtschatka und Korea) und an
der Westseite Kleinasien bildet. Im Suden lauft dieser Erdthe2 zwar in 3 Halbinseln (Arabien, Hinter- und Vorderindien) aus, doch konnen wir dieselben auaser Beriicksichtigung
lassen, da sie siidlicher liegen, als die siidlichste Spitze Europas, das Rap Tarifa unter 36O nordl. Breite. Aehnlich verhalt es sich mit der Gestalt von Nordamerika.
Ausser den Hal binseln Labrador und Neu-Braunschweig
an der Ostkuste, hat es im Suden nur die Halbinsel Florida
und Kalifornien aufzuweisen, welche letzteren aber siidlicher
liegen ale die siidlichste Spitze Europas. Europa dagegen,
das als eine Halbinsel von Asien anzusehen ist, hat e i n e
s e h r b e d e u t e n d e G l i e d e r u n g erhalten. Das atlantischeund Mittelmeer bilden die pyrenaische Halbinsel. Weiter
nach Osten stossen wir auf Italien. Das adriatische Meer,
der Archipelagus , das Marmora - und das schwarze Yeer
umschliessen die Halbinsel Griechenland und die Turkei. Die
Halbinsel Krimm ist der ostlichste Auslaufer des europaischen
Festlandes. Wenden wir uns nach Wevten, so finden wir,
dass das mittellandische Meer , der atlantische Ocean und
der'Canal Frankreich von 3 Seiten urnfluthen, das aleo auch
eine Halbinsel bildet. I m Norden haben wir die skandinavische Halbinsel , gebildet durch die Nordsee , die skandinavische See und die Ostsee, deren verschiedene Busen (bottnischer , finnischer , Riga'er) tief in das Fevtland einschneiden.
Endlich bildet die Nordsee , das Skager Rack, das Kattegat
und der Belt die Halbinsel Schleswig-Holstein und Jiitland.
Wir sehen, dass das europaische Festland s e h r g e g l i e d e r t ist und dass einzelne Theile desselben sich w e i t i n
d a s M e e r e r s t r e c k e n . Die Gliederung nun tragt zur
Milderung des Iilimas wesentlich bei. Das Wasser namlich
nimmt die Wiirme langsamer in sich auf als das Festland,
~
Ueber die kliniatischen Verhiltniase Europr's.
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giebt sie aber auch nicht so schnell wieder ab als dieses. Die
Temperatiir der Meeresoberflache ist deshalb weit gleichformiger; sowohl die taglichen als auch die jahrlichen Temperaturschwankungen sind hier ungleich geringer als in der Mitte
der grossen Continente. Diese Eigenschaft des Wassers tragt
wesentlich zur Milderung des Klimas der meerumspiilten Lander bei. Welch' einen bedeutenden Einfluss das Wasser auf
das Rlima einei Gegend hat, zeigt die mittlere Jahrestemp.
der Kiisten der kanadischen Seen. Nach A. v. H u rn b o Id t
erreicht der Winter in Niagara (43O5' n. Br.) eine mittlere
Temp. von
Grad unter den1 Gefrierpunkt, wahrend fern
von den Seen im Fort Snelling unter 44O53', am Zusammenfluss des St. Peter's mit dem Missisippi eine mittlere Wintertemperatur von -7O,2 R. herrscht.
Welchen bedeutenden Einfluss das Wasser auf die Temp.
eines Landes iibt, zeigt ferner das Klima der Inseln. Auf
den Orkney - Inseln (Stromnaes), keinen halben Grad siidlicher
als Stockholm unter 59O21', ist der Winter 4O, also warmer
als in Pans, fast so warm als in London. Auf den Faroern
in 62On. Breite frieren unter dem begiinstigenden Einflusse
der Westwinde und des Meeres die Binnengewasser nie.
Also der G l i e d e r u n g und der M e e r e s n a h e verdankt
Enropa in erster Linie sein giinstiges Klima.
Dieser Einwirkung des Wassers gesellt sich noch eine
zweite Ursache hinzu, die ebenfalls im Meere zu suchen ist
und d i e W a s s e r h e i z u n g v o n E u r o p a genannt werden
kann.
, Zwisohen Madagaskar und der Ostkiiste von Afrika
drangt sich der von Norden nach Siiden gerichtete Mozambique Shorn (Humboldts Ansichten der Natur, S. 137) auf
der Lagulla-Bank und nordlich von derselben, um die Sidspitze von Afrika herum, folgt mit Ungestim der afekanischen
Westkiiste bis' etwas jenseits des Aequators zu der Insel
S t. T h om a s (im Golf von Guinea), giebt zugleich auch einem
Theile der siidatlantischen Wasser eine nordwestliche Richtung , lasst sie an dae Vorgebirge S t. A u g u s ti n (das ostlichste Kap vom Siidamerika) anschlagen und die Kiste von
G u y a n a begleiten bis iiber die Miindung des Orinoko, die
Boca del Drago und das Littoral von Paria hinaus. CentralSmerika bildet vom Isthmus von Panama an bis gegen den
nordlichen Theil von Mexiko einen Damm , welcher dieser
Bewegung des Meerert entgegensteht. Daher wird die Stromung gezwungen von Veragua an eine nordliche Richtung
zu nehmen und den Rriimmungen der Kuste von Costa Rim,
106
Ueber die klimatischen Verhiiltniase Earope's.
Mosquitos, Campeche und Tabasco zu folgen. Die Wasser,
welche zwischen Cap Catoche von Yucatan und Cap San
Antonio de Cuba in den mexikanischen Meerbusep eintreten,
dringen, nachdem sie zwischen Veracruz, Tamiagua, der Miindung des ltio bravo del Norte und des Missisippi einen grossen
Wirbel vollbracht, nordlich durch den Canal von Bahama in
den freien Ocean zuriick. Hier bilden sie, wae die Seefahrer
den G o 1f s t r o m nennen , einen Fluss warmen, sich rasch
fortbewegenden Wassers , der sich in diagonaler Richtung
immer mehr und mehr von der Kiiste von Nordamerika entfernt. Von dem 41. Grade der Breite an wendet sich der
Fluss warmen Wassers , welcher, indem er an Schnelligkeit
allmahlig abnimmt, zugleich immer breiter und breiter wird,
plotzlich g e g e n 0 s t e n . Er beriihrt fast den siidlichen
Saum der grossen Bank von Neufundland , wo A. v. H u m b o Id t den Temperaturunterschied zwischen den Wassern
des Golfstromes und denen der Kalte erregenden Bank am
grossten fand. Ehe nun der warme Fluss die w e s t l i c h e n
A z o r e n erreicht, theilt er sich in zwei Arme, von denen
einer sich nach Irland und Norwegen, der andere aber gegen
die canarischen Inseln iind gegen die westliche Kiiste von
Nordafrika wendet"
Dieser Strom nun, der in dem mexikaniechen Golf eine
Temperatur von 25" Warme und mehr annimmt, bringt mit
grosser Schnelligkeit diese warmen Gewasser der niedrigen
Breiten in nordlichere Regionen. Die Temperatur de~selben
riickt zwischen dem 45. und 50. Breitengrade selbst im
Januar nicht unter 90. Durch den Einfluss dieses Golfstroms
jst das nordl. Europa durch ein eisfreies Meer von dem Giirtel des Polarmeers getrennt ; selbst in der kaltesten Jahreszeit
erreicht die Granze des Polarkreises nicht die europaische
Kuste, so dass man mitten im Winter vom Nordkap bis Spitzbergen fahren kann. S a l m i a fand zwischen dem 65. und
70. Breitengrade die mittlere Temperatur des atlantischen
Oceans an der Oberfliiche 5O,5, wahrend bei gleicher Breite
die mittlere Jahrestemper. des europaischen Continents schon
u n t e r d e m G e f r i e r p u n k t e ist. Da ist es nicht zu verwundern, dass in Reikiavig auf Island unter 64O8' n. Br. noch
eine mittlere Jahrestemp. von 343 herrscbt. Die W e s t u n d S i i d w e s t w i n d e nun, die uber den &om warmen
Wassers hinstreicben, nehmen die Warme auf und fuhren sie
dem Festlande zu. D i e Kii s t e n haben demnach stets ein
milderes Klima, als die Binnenlander aufzuweisen. J e weiter
man unter denselben Parallelkreisen von den atlantischen
Ueber dio klimatischcn Verhiiltniaso Europa's.
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Kusten nach Osten fortschreitet, desto mehr nimmt die compactere Maese zu, desto schwacher wird der Einfluss des
Kiilte mindernden Meeres, desto geringer der Einflues der
West- und Sudwestwinde, desto mehr tritt d a 8 k a 1t e C on
t i n e n t a l k l i m a auf. Bordeaux liegt mit Bukareet fast
unter derselben Breite; jenes hat aber eine mittlere Jahreitemp.
von 11413, dieses nur von S0,38.
Aber nicht allein dem Eiuflusse des kiiltemindernden
Yeeres verdankt Europa seine iiberaus giinstigen klimatischen
Verhaltnisse, sondern auch d e r E x i s t e n z u n d d e r L a g e
v o n A f r i k a. In dem nordlichen Theile dieses Continents
zieht siah von Osten nach Westen die W i i s t e S a h a r a .
Als ausserste Grenze nimmt man im Mittel die Parallelkreise
von lSo,5 und 320,5 nordl. Breite an, so dass man fiir die
Wuste sammt den darin liegenden Oasen einen Fliicheninhalt
von 118,500 geographischen Quadratmeilen erhalt , d. h. der
Flacheninhalt der Sahara iibertrifft den von Deutschland 9 bis
10 Ma1 und den des Mittelmeeres mit Ausschluss des schwarZen Meeres fast 3 Mal. Einen grossen Theil des Jahres fallen die Sonnenetrahlen senkrecht auf den oden trocknen Boden und erhitzen die unteren Luftschichten bis auf SOOR.
Diese so erhitzten Luf'tschichten steigen senkrecht in die
Hohe, um den vom atlant. Meere her einstromenden kalteren
Sohichten Platz zu machen. Sobald diese gehorig erwiirmt
sind, steigen sie ebenfalls senkrecht in die Hohe. So enteteht
hier eine fortwahrende senkrechte Luftstromung.
Die erhitzte Luft fliesst nun in den hoheren Schichten
nach denpolen hin ab. Dieser warme Luftstrom tritt mit dem
kalten Polarstrom in einen Ringkampf ein, und je nachdem
dieser o d e jener die Oberhand hat, weht bei uns der warme
Wind a& Biiden'oder der kalte aus Morden. Te naher dem
Ursprungeorte der heisse Luftstrom auf die Erde sich herabsenkt , desto starker wird die Wirkung desselben empfunden.
Ich erinnere in dieser Hinsicht nur an den alle Krafte lahmende S i r o c c o in Unteritalien, der die Temp. in Schatten
auf
40O steigert, den S o 1a n o in Spanien und den gefiirchteten F o h n in der Schweiz, der den Schnee auf den Gebirgen in kurzer Zeit in verheerende Bergshrome verwandelt,
oder als Lawinen in die Thaler hinabdonnern lasst.
, , E u r o p a , " sagt 8 . v . H u m b o l d t i n Kosmos, ,,verdankt
eein sanfteres Klima der E x i s t e n z u n d L a g e v o n B f r i k a ,
das in weiter Ausdehnung den aufsteigenden Luftstrom begiin,stigend, einen festen wiirmestrahlenden Boden der Tropenregion darbietet , (wahrend siidlich von Asien die Bequatorial-
-
+
108 Bodensenkung ub. einer Kohleugrube. - dmerikanische AUterthiimcr.
gegend meist ganz oceanigch ist), s e i n e r G 1i e d e r u n g und
M e e r e s n a h e an der vestlichen Kuste der a l t e n Feste,
dem e i s f r e i e n M e e r e , d a , wo es sich gegen Norden ausdehnt. Europa wiirde demnach kalter werden, wenn Afrika,
vom Meere uheifluthet, unterginge, wenn die mythische Atlantis aufstiege und Europa mit Amerika verbande; wenn der
warmende Golfstrom nicht in das nordliche Meer sich ergosse;
oder wenn ein anderes festes Land sich, vulkanisch gehoben,
zwischen die skandinavische Halbinsel und Spitzbergen einschobe. ( Be r 1 i n , Vortrag im Magdeb. Gahnbau - Vereh.
Deutsche Garten- Zeitung 1868. Nr. 17 und 18.).
H. L.
Rodensenhg iiber einer Hohlengrube in England.
Die umfangreichen Arbeiten in den Kohlengruben im
(black country) '' bringen nachgerade
Wirkungen hervor, welche yon Bruben - Ingenieuren schon
lange befurchtet worden sind. Die Localblatter jenes Landstrichs enahlen nedich, dass in Cinderhill,
engl. Mcilen
von Wolverhampton, auf dem Grundeigenthum des Herzogs
v. S u t h e r 1a n d, eine Bodensenkung sehr crnster Art stattgefunden hat. Sie dauerte mehre Stunden und das Ergebniss war eine 54 Yards breite und ungef&hr 20 Yards tiefe
Hohlung.
Baume, Hecken, mehr als 100 Tonnen Diinger und eine
grosse Menge Ziegelthon verschwanden. Die Seiten der Oeffnung sollen sehr abschiissig sein. (Athenct'um; Ausland, 1868.
Nr. 21. S. 504.).
H. L.
,)s c h w a r z e n L a n d e
Amerikanische Alterthiimer.
Auf dem Gipfel des Cordillereupasses von Donna Anna
oder Yerba Buena, in einer Hohe von 13,000 Fuss hat der
Priester J o s 6 S a q u e s ein Kenner indianischer Alterthumer,
eine altc Grabstatte entdeckt. Ueber die darin gefundenen
Gegenstiinde wird von v a 1p a r a i s o Folgendee mitgetheilt :
Ein .mit Goldzierrathen bedecktes Huanaco - Skelet (der Huanaco ist ein dem Lama ahnlicher Wiederkauer); eine 3 Pfund
schwere, silbsrne Figur und eine Statuette, die einen Indianer aus dem Anfange des 16. Jahrhunderts darstellt, wurden
ans Tageslicht gefordert. Diese und andere Gegenstiinde
)
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