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Ueber die leichte Darstellung der Milchsure und der milchsauren Salze.

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ARCHW DER PBARMACIE.
XCIV. Bandes drittes Heft.
Erste Abtheiluaag.
-
I. Physfk, Chemie rind praktische
Pharmacie.
Ueber die leichte Darstellung der Milchsaure uhd
der milchsauren Salze ;
yon
H. W a ck e n r o d er.
__
Eine der schwierigsten und langweiligsten chemischen
Operationen war noch vor einem Quinquennium die Darstellung der Milchsaure und der milchsauren Salze. Wir
diirfen uns nur erinnern an die damals besten Vorschriften,
welche wir B e r z e l i u s und M i t s c h e r l i c h verdanken.
Um so leichter und man rnochte sagen angenehrner
ist gegenwartig diese Arbeit, nachdem wir von der wundersamen Verwandlung des Milchzuckers in Milchsaure
durch Casein Kenntniss erlangt haben. Da wir uber die
Wirkung des Caseins auf den Milchzucker eine im Grunde
eben so ungenugende und unbefriedigende Theorie aufstellen konnen, wie iiber alle Bhnlichen organisch- chemischen Metamorphosen der Korper, so erklart sich leicht,
wie man erst allmalig durch Probiren aufs Geradewohl
hin zu dem besten Verfahren, die Milchsaure hervorzubringen, gelangte. Es ist bekannt, dass die Verwandlung
des Milchzuckers in Milchsaure befordert wird, wenn sich
die entstehende Saure bis zu einem gewissen Grade mit
einer Basis sattigt. Daher die Vorschrift, dem Gemenge
47
Arch. d. Pharm. XCIV. Bds. 3. Hft.
258
Wackenrod er,
von Milch und Wlchzucker successive kohlensaures Natron,
oder mtallisches Eisen, oder Zink hinzuzufugen.
In grosster Menge erzeugt sich aber die Saure aus
jeder Zuckerart, wenn man den Zucker bei einer Temperatur von 20" - 30° Cels. mit einer kohlensauren alkalischen Erde und einem Ferment, insbesondere Casein in
Beruhrung setzt. Diese Ansicht spricht auch J. P e 1o u z e
aus in seiner Abhandlung iiber die Milchsiiure in den Annales de chimie et de physique, T.13. Mars 1845.
Vor allen Vorschriften scheint daher die von G o b l e y
IS. dieses Arch& R. 42. p . 330J bis jetzt einen entschiedenen Vorzug zu haben; denn nach ihr konnte man auf die
einfachste Weise den milchsauren Kalk centnerweise bereiten. So ist leicht vorauszusehen, dass man fortan die
Milchsiiure und die milchsauren Salze noch haufiger als
bisher in der Medicin, wie in der Teehnik anwenden wird.
So weit die in unserem Laboratoriuni besonders durch
die Bemuhungen der 19% H a s s c n k a m p aus Frankenberg
und W e y 1e r aus Oehringen gewonnenen Erfahrungen reichen, bleibea Bur noch weaig Schwierigkeiten: bei der Darstelung des milchsauren Kalks und der Milchawre iibrig*).
Wird ein Gemenge von 1000 Grm. abgerahmter Uileh,
250 Grm. gepulvertem Milchzucker, 200 Grm. Sepulverter
Kreide und 2000 Grm. Wasser in einem losc bedeckten
irdenen Topfe bei einer Temperatur von etwa 20° RBaum.
ungefahr 16 Tage lang hingestellt und wahrend dieser Zeit
zuweilen umgeruhrt : 50 verwandelt sich die Kreide, naturlich unter Austreibung der Kohlensaure, vollstSndig in
rnilchsaucen Kalk. Eine gleichmassig unterhaltene Temperatur, wie etwa bei der Weingahrung, ist nicht nothwendig,
obgleich sie der Milchsaurebildung forderlich zu sein scheint.
Wir haben nur die starke Sommerwarme des verflossenen
Jnlis und die geringere des Augusts benutat. k c h Vollendung der Siittigung des Kalks mit Milchsaure bleibt auf
dem Boden des Gefasses nur ein geringer Schlamm, der
+')
N. S. Unsere neuesten gelungenen Versuche, den 11i lchz uck e r
durch P f l a n z e n a l b u m i n in Milchsiiure zu verwandeln, werde
H. Wr.
ich nachstens mittheilen.
iiber leichte Darstellung d. Milchsaure u.nzilchs.S a k e . 259
in unloslichen Kalksalzen, so wie auch in den thonigen
Beimengungen der Kreide zu hestehen scheint. Die Flussigkeit reagirt noch sauer und man kann noch Kreide
hinzufugen zpr Vermehrung der Ausbeute an milchsaurem
Kalk; allein es scheint, als wurde dadurch die Reinigung
des Kalksalzes noch mehr erschwert. - Die saure kasise
Flussigkeit rath G o b I c y nunniehr Stunde lang zu kochen;
u n s hat es aber besser scheinen wollen, dieselbe nicht in
volliges Sieden zu bringen, dn ein wirkliches Coaguliren
des Caseins durch die Hitze nicht statt findet. Beim Erbarmen lost sich indessen auch der Theil des niilchsauren
Kallts wieder auf, welcher bci niedriger Lufttemperatur
ausltrystallisirte. Man seihrt die Flussigkeit durch ein wollenes Tuch und da sie noch sehr trube ist, so lasst man
sie mehrere Stunden lang sich lilarcn, urn sie nachher durch
lockeres Fliesspapier filtriren zu Itonnen. Sie bleibt aber
dennoch stets opalisirend und wird auch bei Anwendung
der bekannten Klarungsmittel, wie Eiweiss, zerriebenes
Druckpapier, Kohle und selbst mit Huife von etwas Gerbsaure nicht vollkommen klar. Am wirksamsten noch hat
sich die Anwendung von etwas 13iweiss gezeigt, nach dessen
Gerinnung in der Warme die Flussigkeit ganz kurz mit
gereinigter Thierkohle digerirt wird. IVach geringem Eindampfen krystallisirt in Verlauf ciniger Stunden der milchsaure Kalk in krystallinischen Anhaufungen, ahnlich demKrutnelzucker, aus. Bei gehoriger Concentration verwandelt sich
die ganze Flussigkeit in eine gricseltge Masse, aus welcher,
wenn man sie in einen Glastrichter bringt, nur eine kleine
Menge von Mutterlauge ablauft. Man kann clas Kalksak
auf dem Trichter mit kaltem Wasser sehr gut abwaschen,
muss dasselbe aber, da es leicht schimmelt, in starkem
Luftzuge oder in der Warme bald vollig austrocknen.
Durch Wiederauflosen desselhen in heissem Wasser und
Umkrystallisiren erhalt man es von blendend weisser
Farbe. Wird die Losung des milchsauren Kalks bis zur
S yrupsdicke abgedampft, so erstarrt das Kalksalz bei
der Abkuhlung zu einer amorphen steinharten Masse, die
sich nur schwierig in Wasser auflost, o h e eine ganz klare
+
17"
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Wackenroder,
Fliissigkeit zu liefern. Uebrigens hinterlasst die mehrmals colirte und filtrirte Flussigkeit, wie schon bemerkt
wurde, keine namhafte Menge von Mutterlauge beim Krystallisiren des milchsauren Kalks, da aller kohlensaure Kalk
in milchsauren Kalk ubergefuhrt wird. Hieraus folgt, dass
200 Grm. Kreide ungefahr 600 Grm. milchsauren Kalk liefern mussen, wahrend jedoch G o b 1e y nur 340 Grm. erhalten hahen will.
Dieser milchsaure Kalk enthalt aber eine kleine Menge
von buttersaurem Kalk, besonders wenn er nicht umkrystallisirt wurde. Destillirt man eine ziemlich grosse Menge
desselben mit einer angemessenen Menge von Schwefelsaure und Wasser, so giebt das schwach saure Destillat
mit Baryt ein in Blattchen krystallisirendes Salz, jedoch
nur in geringer Menge. Wahrscheinlich ist dieses Salz
reiner battersaurer Baryt, da auch mein hochgeehrter Herr
College D o b e r e i n e r in dem ihm mitgetheilten Kalksalze
Buttersaure gefunden hat.
Milchsauiure.
Wenn man 1 At. krystallisirten milchsauren Kalk (in
welchem wir 6 At. Wasser voraussetzen, obgleich P e l o u z e
in der oben angefuhrten Abhandlung 6 At. Wasser darin
annimmt), oder 194 Theile, mit 1 At. Schwefelsaurehydrat,
also 61 Theilen, unter Hinzufugung von wenig Wasser und
einer hinlanglichen Menge von Weingeist zersetzt, und die
abgesonderte Flussigkeit langsam verdampft : so hinterbleibt die Milchsaure mit einer schwach briiunlichen Farbe.
Lasst man eineii Theil des milchsauren Kalks unzersetzt,
so lost sich dieser in dem Weingeist mit auf, und die syrupdicke Milchsaure erstarrt bei langerem Aufbewahren. Die
von Kalk und Schwefelsaure vollig reine Milchsaure zeigt
den bekannten stark sauren, fast atzenden Geschmack.
Sie zeigt aber einen unangenehmen obwohl schwachen
Geruch, welcher von der Beimengung einer kleinen Menge
von Buttersaure herruhren durfte, wenn nicht etwa entstandener Milchsaureather Antheil an diesem Geruch hat.
Am vorzuglichsten erscheint demnach die hekaente Methode
iiber leichte Darstellung d. Milchsiiure u. milchs. Salze. 261
der Zersetzung des milchsauren Zinkoxyds mit Schwefelwasserstoff, oder die Zersetzung des milchsauren Baryts
mit Schwefelsaure.
Milchsaure Salze.
Mittelst des milchsauren Kalks konnen nun viele andere
milchsaure Salze leicht dargestellt werden, was kaum einer
naheren Auseinandersetzung bedarf. - Milchsaures Kali
und Natron, welche eine medicinische Anwendung anstatt
der essigsauren Alkalien versprechen, werden mit Hiilfe
der kohlensauren Alkalien aus der erhitzten Losung des
Kalksalzes und durch Abdampfen der filtrirten Flussigkeit
zur Trockne leicht zu gewinnen sein. - Milchsaures Zinkoxyd erhalt man sehr schon krystallisirt, wenn man 1 At.
krystallisirten milchsauren Kalk in einer geringen Menge
heissen Wassers auflost und eine neutrale Auflosung von
1 At. Zinkoxyd in Salzsaure hinzufugt. Ein kleiner Ueberschuss von Zinkchlorid schadet hier nicht, da dasselbe
neben dem entstandenen Kalkchlorid in der Mutterlauge
nach dem Auskrystallisiren des milchsauren Zinkoxyds
zuruckbleibt. - Milchsaures Eisenoxydul kaqn ebenfalls
aus dem Kalksalze leicht dargestellt werden. Eine abgewogene Menge von Eisendraht wird mit massig starker
Salzsaure in der Kalte und dann in der Warme behandelt,
bis die Saure vollig gesaltigt und ein Theil des Eisens unaufgelost geblieben ist. Die Liisung wird schnell filtrirt
und das ruckstandige Eisen gewogen, so dass man also
die Menge des aufgelijsten Eisens erfahrt. Auf 34 Theile
aufgelostes Eisen nimmt man 19C Theile trockenen krystallisirten milchsauren Kalk, aufgelost in wenig heissem
Wasser, und lasst nun das Gemisch beider Flussi~keiten
in einem gut bedeckten, moglichst angefullten Glase stehen
bis zum Auskrystallisiren des Salzes. Ein Zusatz von Weingeist wird die Ausscheidung des milchsauren Eisenoxyduls
noch befordern. Man erhalt aber auch ohne Anwendung
von Weingeist schon ein gut krystallisirtes Salz.
Diese wenigen Bemerkunsen iiber einen jetzt gerade
vielfach interessirenden Gegens tand miisen auch in ihrer
262 Frcderking, mdchsaures Eiscnomydul auf Milchzuclcer.
Unvollstandigkeit hier einen Platz finden und manchen
unserer geneigten Lescr zugleich erinnern an die miindlichen Mittheilungen, welche ich jungsthin machte in der
Versammlung zu Dresdcn, in jener ansgezeichneten Generalversammlung dcs norddeutschcn Apothekervereins, in
welcher wir sowohl vielfache Anregung zu weiteren Forschungen fanden durch die haufigen und fleissigen Mittheilungen der zahlreichcn Mitglieder, als auch reiche Belehrung und schonen Genuss durch die dankenswerthesten
Anstrengungen und grossen Aufopferungen der hochgeehrten Herren Apotheker und anderer Freunde und Gonner
zu Dresden. Wir mussen noch hinzufugen, die Zwecke
der Versammlung als des jahrlichen Zeitabschnittes der
Erledigung und Regulirung der Vereinsangelegenheiten und
als eines naturwissenschaftlichen Congresses zugleich wurden wesentlich gefordert durch die freundliche Beihulfe
der gelehrten naturwissenschaftlichen Vereine urid durch
das Wohlwollen der hohen und hochsten Behorden in der
schonen sachsischen Konigsstadt.
Prufung des milchsauren Eisensxyduls auf
Milchzuclier ;
von
Carl F r e d e r k i n g ,
Apotlielter in Riga.
Man iibergiesst einen Scrupel miIchsaures Eisenoxydul
rnit einem Gemische von 7 Tropfen concentrirter Schwefelsaure und 2 Drachmen hlkohol, filtrirt die Flussigkeit
nach einigeu Slundcn ab, wascht den Riicksland mit Alkohol ab, bis dieser nicht mehr sauer reagirt, trocknet denselben hierauf und crhitzt ihn in einer Glasrohre. Enthalt
der Ruckstand, der im Wesentlichen schwefelsaures Eisenoxydul ist, keinen Milchzucker, so entwickelt er nur schweflige Saure und hinterlasst einen rothen Ruckstand; ist
hingegen Milchzucker darin enthalten, so entweichen brenzliche Dampfe und der Ruckstand farbt sich schwarz oder
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