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Ueber die in Griechenland vorkommenden GemUse-Arten und deren Anwendung.

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28 I
11. Naturgeschichte und Pharmakognosie.
Ueber die in Griechenland vorkominenden GemuseArten und deren Anwendung;
yon
Dr. X. Landerer,
Professor und Leib-Apotheker in Athen.
-
Frische Gemuse sind in Griechenland nur im Winter bis Zuni Fruhjahr zu erhalten, und zwar vom Monat
November bis zum Mai, indem spater die starke Sonnenhilze alles verbrennt Zu den vorzuglichsten Gemusen
gehijren: Lupinus hirsutus, L . pilosus, L . angustifolius,
haontvo (Lupino) genannt. Diese werden besonders in
Lalconien und auf einigen Inseln des Archipels, auch auf
Zante gebaut. Da dic hlainoten sich hesonders davon
nahren, so hat man dieselben schon in den altesten Zeiten, gleichsam zum Spolt, Lupinophagen genannt. Die
frischen Bohnsn sowohl, als auch das Kraut, besitzen
cine eigenthiimliche Bitterkcit, die durch Einweichen dereelben in Wasser entfernt wird. Diesen Bitterstoff nennt
man Lupinin und von demselben (dnb ~.;jc A G q c , p o d vulturn gustantis amaritudine contristet) sol1 die Pflanze den
Namen erhalten haben. Den Cynischen Philosophen sollen die Lupinen als Hauptnahrung gedient haben und die
mit Lupinen Handeltreibenden wurden Lupinarii genannt.
In Egypten wird eine Abart gebaut, Lupinus Termis, deren
Bohnen vie1 grosser und mehr bitter sind. Der mit den
bittern Bliithen gekochte Honig wird in Egypten als eins
der besten Stomachica angesehen.
Vicia Fuba, F. m-~jor,F. minor. Die Bohnen standen schon in den gltesten Zeiten bei den Griechen in
hohem Ansehen, und auf dem heiligen Wege nach Eleu-
282
Landerer,
sie wurde dern Iiyameles, dem das Verdienst zugeschrieben wurde, zuerst Bolinen in Criechenland gesPet zu haben,
ein kleiner Tempel gellnut. Mit weisscn und schwarzen
Bohnen stimmten die Athener und einige griechische Stamme
bei ihren Wahlen ab; erstere verehrten cinen Bohnengotb
Die Bohnenpflanze gall als ein Symbol des Todes. Griechen und Romer, Indier und Egyptier betrachteten die
Bohnen als dem Tode gehiirig. ‘In Griechenland werden
die lrocknen Bohnen mit Wasser ahgekocht und nachdem
die harte lederartige Schale abgezogen worden, zu einem
Brei gerieben und mit Oel angcrnacht. Um diesen schmackhaft zu machen, setzt man griiblich zerstossene Satuwjn
hortensis oder Th3mus Serpyllum zu, oder auch nur Pfcffer. nie unreifen Rohnen werden ahgekocht, mit der Schale
gegessen und die jungen Triehe der Pflanzen gleich dem
Spinat verspeist. Bohnenbrei und Speck waren in den
altesten Zeiten eine gewohnliche Nahrung. In Athen wurden jahrlich dem Apollo zu Ehren die Pyanepsien oder
das Rohnenfest gefeiert, bei welchem alle Leute in Athen
Bohnen assen.
Phaseoh. Den Gricchen wurden die Garaenbohnen
erst durch den Zug Alexanders des Grossen nach Indien
bekannt; sie nannlen dieselben Dolichos. Dioscorides erwahnt ihrer unter dem Namen Smilax. Phaseolus nana
ist die PhusouZia der Griechen; die beste Sorte wird aus
Smyrna gebracht.
Cicer satietum; ‘Peehe, ’EpBpnBos (Rebidia seu Erebinthos). Diese in Griechcnland sehr beliehte Gemuseart kocht sich leichter weich, ols die Bohnen, und ist
schmackhafter, als Erbsen. Irn ganzen Orienle werden sie
im gerijsteten Zustande sehr geschatzt und unter dern
Namen Stragiili auf den Strasscn zum Kauf ansgeboten.
Es is1 eine der hauptslchlichsten Friichte zum Nachtisch.
Fiszlm Ochrds. Wachst haufig wild auf den Feldern
von Griechenland, Zante und Cypern, und wird hie und
da zur Brodbereitung verwendet.
Pisum sativum, Pisellia bei den heutigen Griechen,
Apaxac bei den Alt-Griechen. Wild liniiet sie sich au2
iiber die Gemiise-Arten Griechenlands,
283
den Feldern von Argos, in Messenien und besonders auf
Cypern. Sie sol1 den Griechen und Romern bis zur Zeit
der Volkerwanderung unbekannt gewesen sein, gehort &enfalls zu den den Todten geweihten Pflanzen uncl wurde
auf die Graber der Verstorbenen gepflanzt.
Erwuin Lens; cDax6s. Sie wird in ganz Griechenland
gebaut und wachst haufig selbst unter der Saat. Auch
sie war den Todten geweiht. Ausser zum diatetischen
Gebrauch erwahnt derselben auch Dioscorides als gebrauchlich in den altesten Zeiten gegen Geschwiire und Driisenverhartungen. Die Araber geben ihren Kranken nur Linsen-Tisane zum Trinken.
Als eine den angegebenen Bohnen-Arten sehr schadliche Schmarotzerpflanze ist in ganz Griechenland die 01.0banche curyophyllucea, coerulea und rarnosa zu erwahnen.
Dieselbe w i d von Dioscorides’OpoPciXv-q, auch Wolf (Arjxo~)
bei den Neugriechen genannt, iiberdeckt oh in wenigen
Tagen ausgedelinte Strecken und in Folge davon gehen
die Saatpflanzen zu Grunde. Dieser Pflanze erwahnt auch
schon Dioscorides als Arzneipflanze, und sagt, dass man
sie zubereitet wie Spargel essen konne, und dass sie durch
Kochen vie1 leichter weich werde, als andere Gemiise.
Eines der vorziiglichsten Gemiise im ganzen Oriente
sind die sogenannten Mpumies (?), d. i. die Schoten von Hibiscus esculentus. Diese urspriinglich aus dem warmsten
Amerika stammende, im Oricnte jedoch cultivirle Pflanze
besitzt sehr fleischige Blatter , die sich sehr schleimig
kochen und eine Hauptnahrung der Griechen sind. Haufiger jedoch isst man die unreifen Friichte aum Fleische,
und gehort diese Pflanze zu den beliebtesten in Griechenland. Ihrer schleimigen Beschaffenheit wegen dient sie
auch zur Bereitung von Cataplasmen.
Brassicu oleracea; Kpcippq deo Dioscorides ; A & ~ V O Y
der Neu - Griechen. Diese Pllame wurde schon von den
alten Griechen gegessen. Sie kommt in allen Theilen
Griechenlands sehr gut fort, und ganz besonders gedeiht
der Blumenkohl, I<ovo~&r (Konopidi) genannt, der zu
einer ungewohniichen Grosse wachst und dabei zarl und
284
Landerer,
schniackhaft ist. Diese Pflanze gehijrt eigenllich der Levanle
a n ; im 16ten Jahrhundert wurde sie nach Italien und im
17ten nach Deutschland gebracht. Um den Kohl vor Raupen zu schutzen, werden arich in Griechenland einige Hanfpflanzen dazwischen gebaut. Schon Pythagoras erwahnt
dieser Pflanze (Kpdypr,) als urintreibend, und Cato sagt,
dass dieselbe von den Romern fur ein Universalmittel gegen
die Pest gehalten wurde.
Brassica cretica; KpcipFq dypia. Diese Pflanze findet
sich haufig am steilen Gestadc von Griechenland und auf
den Inseln. Die junsen Triebe sind elwas bitter, wcrden
jedoch von den Leuten gesessen. Auch von den allen
Griechen wurde (lie Pflanze gegcssen.
Brassica arvensiy, B. canipestris. Die Ruben scheinen
den alten Hellenen bekannt gewesen zu sein, und aus
einigen historischen Nachrichten erhellt, dass dem Apollo
zu Delphi eine Riibe, von Blci gefertigt, als Weihgeschenk
dargebraclit wurde.
E m c a satiua; "EUCW~OY
des Dioscorides ; Roccu der
Neu-Griechcn. Dieselbe lindet sic,h in allen Theilen des
Landes, hie und d n sind ausgedehnte Ebenen und IIiigel
damit bedeckt, so dass vielo Centner dieses Samens als
Senfsamen in den europiiischen Handel kornmcn. Die
Pllanze wird frisch gegessen und ist eine der gewohnlichsten in Griechenland, welche sich auf den Tischen der
Reichen und Armen als Salat findet.
Den Mange1 des eigentlichen Spinats ersetzen die Griechen durch einige wildwachsende Kriiuter, die man im
Allgemeinen Agriolachanon nennt und welche im Friihjahr von Madchen und Frauen gesammelt werden. Dieselben werden abgckocht und als Gemuse mit oder auch
ohne Oel verspeist. Dam sind zu rechnen: Mnlva sylvestris , die Molocha der Neu - Griechen, auch Caucalis,
Foeniculurn vulgare, Porchorus, Cichorium Intybus, A l thaea ofpc., die nlatter von Beta vulgaris u. s. w.
Unter den Rumex-Arten finden sich: R. Patietatin,
R. bucephalophoi-zts, fruhzeitig unter der Saat Griechenlands
iiber die Gemiise-Arten Griechenlands.
285
und besonders auf den Inseln, R. ayuaticus, R. multifidus,
R. aculeatus, R. pulcher U . S. W.
Ebenso isst man die jungen Sprossen von Atriplex
Halimus, eines am Meeresstrande in Morea und auf einigen Inseln wachsenden Slrauches. Von A. portulacoides
werden die Blatter gleich den Kappern eingemacht und
als ein Stomachicum und Antiscoduticuni genossen.
Chenopodiutn Bonus Henvicus, 'ATpoicpaE;tc des Dioscorides, und Ch. albu,m s. Ch. urbicum, geGen sehr schlechte
Gemuse, werden jedoch von dcn gemeinen Griechen (die
Alles essen) mit Oel und Salz verspeist.
Sonchus oleraceus, Soehos neugriechisch, so genannt
bei den Alten &TO T ~ I
V W
XQCLV,
~quod
V succum salubrem
fundit, obwohl es ein schlecbtes Gerniise giebt, wird ebensowohl wie S, palustris und S. nruensis veispeist.
Urticapillulifera, U. w e n s , U. dioicn, haufig in Morea
sich findend, wird jung als Gerniise gegessen. Ich sah in
Kleinasien Leute, welche die junge U.pillulifera samrnelten, rind sie versicherten mir, dass dieselben mit Essig
und Oel einen sehr schmackhaften Salat gaben und auch
zu Kraulersuppen daselhst haulig Anwendung Mnden.
Aegopodiuvi Podngrarin. Von dieser in Lakonien sich
findenden Pflanze werden die jungen Blatter und Blattstiele gleich den1 Spargel als Cemiise benulzt,, auch sol1
dieselhe zu gleicher Zeit ausgezeichnete diuretische Wirkungen besitzen.
Zu den ausgczeichnetsten und in allen Formen angewandten Pflanzen. die als Snlat und als Gemuse genossen
werden, gehort die Portulaca oleracea, 'Av8pcip~q des
Dioscorides.
Ausserdem isst man auch die Blatter und Stengel von
Bellis perennis, Phytolncca dccandra , Picris echinoides,
Carduus nlarianus, Peplis Portula, Potw'utn Sangu.isorba,
und in Constantinopel essen die Charnalides (d. i. Lasttrager) sognr die kleinen und fiischen Blatter von Conium
maculatuni rnit Essig und Oel.
Aus der Classe der salatartigen Gewachse: Lactuca
Scariola, Opi8aE ciypia des Dioscorides. Der Salat wurde
206
Landeiw,
bei den Alten wegen seiner Schlaf erregenden Eigenschaften die Speise der Todten geuannt und auf die Graber
gelegt. Aphrodite legte den todlen Adonis auf Lattich und
bedeckte ihn damit. Alle Arten von Salat werden seil
einigen Jahren in Griechenlarld ycbaut, urld derselbe gedeiht auch ausserordentlich.
Valerianelln olifaria und V . I,ocris/a. Diese Pflanzen
finden sich haufig auf den Aeckern und liebt nian dieselben
besonders aut Cypern als Salat.
Lepidiutti petraeuni , spinosurn , gruniinifoliuin , la tifoliuttr; Lepidi. 1)irsc Pflanzen w e d e n allgeniein als Salat
gegessen. und auch den Allen warcn diesc Pflanzen schon
sehr bekannt; sic glaubten, class dcr Genuss stark und
mulhig mache, tlahcr bci Arislophanes das Proverbium in
stupidos et ignavos: 'EoDii xcipihpov, ) ) n u musst Cardarnum
essencc.
Sisymbrium Nusiiiriiun, ; K;epaxapZapov. Wachst an der
Kastalischen Quelle zu Delphi und fjndet sich auch in
andern frischen Quellen Rumelicos. Die in Griechenland
vorkommenden Arlen des Z'&pPpiov, nach Dioscorides von
&pEixEtv, d. i. obfolio,.urnsectionettl uru/tiplicem so genannt, sind
S. Ixio, S. Sophia, S. polyceralutti, S . orientale; in Lakonien, auch in Morea und Messenien werden dieselben vorl
den Leuten als Salat geyessen.
Crithniutti niaritinium; KpiBapov der Allen, findet
sich hau6g am felsigen Gestade; mit Essig angeniacht
ist es eines der ausgezeichnetsten Gemuse und wird theils
roh, theils gekocht und mil Oel und Salz verspeist. M i l
Essig angemacht gilt es den Seeleuten als ein dnliscorbuticum.
Von den Distel - Gewachsen sind Sanz besonders die
hei den Griechen so beliebten Artischocken zu erwahnen.
In Elis, Argolis und Messenien findet sich die wilde, welche
die Griechen Agriokynara nennen und die mit Salzwasser
Sekocht doch sehr wohlschmeckend sein soll. Cynara
acaulis kommt in Cypern vor, C. huniilis und horrida auf
Naxos, Kreta und auch im Peloponnes.
iiber die Gemuse-Arlen Griechenlands.
287
Onopordunb AcantAiunt ; 'AX~~VDLOV
des Dioscorides.
Tbeils von dieser, lheils vori 0. Illyricui)t, die sich hhufig in hlorea und auch auf einigcn Inseln des Archipelagus finden, werden der Fruchtboden u n d die junyen Stengel gleich den Arlischockerl gcgessen ; der Wurzel schreiben die Leute gariz besonders urintreibende Eigenschahen
zu. Die Sainonwolle diescr Pflanze hnutzten schon die
Allen zu Meidern, und sol1 dieselbe Byssus genannt worden sein. In Akarnanien und andern Theilen des Peloponnes sollen die Hirten dic Blumen Zuni Gerinnen der
Milch gebrauchen.
Asparagus ; 'Aaxcipayyo;, auch Sparangi der NeuGriechen. A . acutifolius, A . aphylliis, A . verticillatus finden
sich theils in Morea, theils in Lakonien. Die zarlen Stengel werden von den Griechen mit Essig und Oel gegessen. Uer Spargel war den Allen das Sinnbild dcr schnellen Beendigung einer Sache. Ausustus sagte: ))Es wird
Seschwinder als ein Spargel gekocht seincc.
l a m u s communis und I: cwiica kommen in Mecken
und Gebuschen Griechenlands vor. Die jungen Sprossen
werden in Cypern und auf Krela gleich demspargel verspcist, und in Kleinasien, besonders in Prussa, werden
auch die jungen Slcngel von Siailns aspem und S. lupulus
gleich dcm Spargcl mit Oel u n d Essig als eine der gesundesten Speisen genosscn.
Eyngizim cumpestre. Von dicser in den Weinbergen
Griechenlands sehr hiiufig vorkommenden Pflanze werden
ebenfalls die Wurzelsprossen gekocht und als Gemiise mit
Oel und Salz gegessen.
Von den Wurzel- Gewachsen werden folgende gebraucht :
Apiiim graveolens. ' A ~ ~ L o o ~ ? ,uiid
L v onach
v , dem Standorte in ' OpcoodAwov (Berg-Sellcrie) und 'E':),EooQ~Jov
(SumpfSellerie) unterschiedcn. Dieselhe war den Gottern der
Unterwelt heilig, der Trauer und den Thranen gewidmet,
die Graber der Verstorhenen wurden damit bestreut. Ein
Kranz von Eppich war der Preis des Siegers in den Nomeischen und Isthmischen Spielen, den man spater mit
288
Landerer,
einem Fichtenkranze vertauschte. Als Timoleon von KOrinlh an der Spitze seines Heeres mit Eppich heladenen
Maulthieren hegegnete, so hielten es die Krieger fur eine
ungliickliche Vorbedeutung, aher Timoleon, welcher sich
an die h'emcischen Spiele erinnrrte, bekranzte sich, des
Sieges gewiss, mit I<ppich. Die GPrtcn der Allen waren
rnit Raute und Pelersilie eingel'as~t, und Acliaja fuhrre auf
seinen hfunzen ein Gefass, aus welchem ein Busch Petersilie hervorragte.
Von Echinophora ienuifolia u n d spinosn, einer am
fifeeresstrande in Arkadico und Mesisenien wachsenden
Pflanze, wird die etwas salzig schmeckende Wurzel, welche
einen dem Pastinak hlinlichcn Gcschmack besilzt, als Salat
und auch als diui~etischcsitlittel benutzt.
Zu den EIaup~nahrun~sniitteln
gehijrt n u n ganz *besonders das Cichoriuni Intybus, Hadikion und Piktolide von
den Griechen genannt. Die junge Pflanze wird nur im
Frubjahre von einer Menge Frauen und Kinder gesammelt
und auf den hlarkt gebracht. Die sehr bitter schnicckendc.
Pflanze wird etwas nl)gcbruh~,das crde Wasser ahgcgossen und dieselbe sodann niil Oel und Salz oder auch mil
Essig gegessen. Sie stefit bci den Griechen als ungernein
heilkraftis in grossern Rul'c., und dcr sogenanntc Radikosomos, (J. i. der Saft derselben) wird gcgen alle exanlhematischen Ki-ankheiten, p g e n Milx- und Lcberleiden allen
Patienten angerathen. Radikia ist die gewohnliche Speise
der Kranken im Orientc. Ebeiiso werclen auch die junSen BlPlter von Tavaxacum gymanthum, die nian Agriomandin ('Ayproppcrj),~, (I. i. wilden Salat) nennt, gleich
den fruheren gegessen. - Rnphairus Rnphanisfrum findel
sich Iihufig in dcr Saat; die junge PIlanzc wird sehr hiiufig von den Griechen mit Oel und ESSiE; verspcist. - %ti
den sehr beliebten Wurzeln gehort die sogenannle Kpkvas
(Krenos) der Neu-Crieclien, Cochlearia Armoracia, die man
seit einigen Jahrcn in allen GPrten zu bauen angefangen
hat und welche die Palikaren im rohen Zustande zum
Larnmfleischs essen In einigen Theilen des Peloponnes
werden auch die Wurzeln von Canipanula Rapunculus,
uber die Geniiise -Arten Griechenlands.
289
die im gekocliten Zustande sehr wohlschmeckend sind,
genossen, und sollen diczselben auch zu gleicher Zeit sehr
diuretische Eigenschaften besitzen.
Aehnliche Eigenschaften sollen auch die Wurzeln von
Tragopogon crocifolium, einer besonders a d Cypern haufig vorkornmenden Pflanze, habeit, die man daselbst auf
den Markt bring u n d als Gernuse verkauft. Wird die
frische Wurzel angeritzt, so fliesst ein tiefgelber, dicklicher
Saft aus, der durcli den Einfluss der Luft eine tiefbraune
Farbe annimmt und einen sehr bittern Geschmack urid
narkotische Eigenschaften besitzt. Aehnliche Eigenschaften
besitzt auch der Saft von Scorzonera laciniata und .S. elongata, das Jerakion des Dioscorides; der HUS den frischen
Pflanzeri gewonnene und an der Sonne eingedickte. Saft
diirfle in seinen Wirkungen dem Laclucarium mit Recht
an die Seite zu stellen sein,
Endlich ist auch der Knollen von Artitti Arisnrutn und
Dracunczilus zu erwbhnen. Der Aehnlichlieit der Epidermis der Stengel mit der Schlangenhaut wesen neni;en die
Griechen diese Pflanze Phidochodon (@t66Xop5ov, Schlangcnkraut) und halten dieselbe fiir ein Speciflcum gegen
Schlangenbiss. Sie findet sich hSutig in Griechenland in
Hecken und unter den1 Gebusch; in der Mniiia sollen die
armeren Lmtc die Knollen mit Salzwasser kochen und
sodann mit Salz und Oel essen, u n d dieses eine sehr
s ch m a ck h a ft e Sp ei sc se i n.
Ich gehe nun zu den Kurbis- und Gurken-Arten uber.
Cucurbita Pepo. Der Kiirhis war tjei den Allen das
Sjnnbild leerer, getduschter Hoffriung und stelhe ein eitles,
mil keinen 'walircn Tugenden geschmuckles Weib vor,
weil er gross wird und wenig enthiilt, schnell wachst und
noch schneller verdirbt. Er w i d sehr haufig in Rapsfeldern und in der XBhe derselben gezogen. Die kleinen
unreifen Friichte, welche irn Herbste an den Ranken bleihen, werden in Scheiben geschnitten, i n blehl eingewickelt,
und niit Butter gebacken ; sie gebcn eine sehr wohlschmeckende, bei den Griechen ungemein beliebte Speise ah.
19
Arch. d. Pharm. CXIII.Bda. 3. Hft.
“,O
Landercr,
Ausserdem kommen vor: C. ovifera und C. hieroglyphiccc,
letztere besonders in Messenien.
C . Zagenaria; Ko)lox66t der Griechen. Man zieht dieselben rneistens in den Vorhallen der Hiiuser in Griechenland, ebenso in Kleinasien. Die kleinen werdcn, nachdem
sie reif sind, ausgehohlt, getrocknet und in dieselben Namen
eingeschnitten; grossere dienen als Flaschen fur Wein
und Oel, halbdurchschnittene liegen.an Brunnen und Quellen und ganz grosse dienen zu Schopfgefassen.
Cucumis Citrullus; Xerpov~xbv oder auch KapzoGar der
Neu-Griechen ; Wasser-Melone, Diese im ganzen 0rienl.e
sehr beliebte Frucht, von welcher es eine Menge Varietiiten giebt, wird in Menge auf die Bazars gebracht, und
i n der That ist dieselbe fiir sudliche Liinder hochst schatxbar, indern keine andere so erfrischende Eigenschaften
besitzt als dicse. $lit Massigkeit genossen ist dieselbe
sehr erfrischend, sie verursacht keine Beschwerden und
wird im Orient bei entzundlichen Krankhciten als diiitetisches Mittel verabreicht. Dieser angenehtnen und erquickenden Oigenschaftcn halber waren die Meloncn den
Allen das Symbol des Freundes, der im Ungluck u n d
Kummer Herz und Sinn erquickt. So lange die WasserMelone nicht von den] Stocke getrennt ist , bleibl sic,
wenn auch der gluhenden Sonnenhitze ausgesetzt, kiihl
und frisch, und selbst getrennt bleibt sio es, wenn man
sic einige Minuten in Sand einscharrt. Ob einc WasserMelone reif ist, erkennt man an dem eigenen Gerausch
im Innern, wenn man dieselbe zwischen beide Hande
nimmt und zusammendruckt. Die Schalen der WasserMelonen werden in Zucker oder Weinmost eingesotteii
und bilden ein sehr wohlschineckendes Gericht, dem die
Griechen ausgezeichnete’ diuretische und lithontriptische
Eigenschaften zuschreiben.
C. Melo und C. Cantahpa; P e p , Peponi der Griechen.
niese schmackhafte Frucht, dio besonders auf den vulkanichen Inseln des Archipels, auf Mylos und Santorino von
Zuckersaft strotzt, wurde schon von Galenus als eine Ursache der Cholera angegeben, und in der That ist der
uber die Cemiise -Arten Griechenlands.
20 1
iibermassige Genuss, wozu besonders die Fremden sehr
lcicht versucht werden, eine Ursache der Fietier, wenn
man, wic gewohnlich, noch Wasser dazu trinkt. Deswegen
besteht auch ein Sprichwort, welches verbietet, Wasser
zu trinken, indern man schon i n den altesten Zeiten s a g e :
) l f l k 7 ~ 0 v .?rOiBos nkyoxev
hv& 6xpchou o?’vou~~(die Melonen
ohne starken unverinischten \Vein sind Krankheiten erzeugcnd). A u f den nijrdlichcn Sporaden, auf Scopelo und
Scyro, wird die Rad. Cucurb. Meloii. als ausgezeichnetes
Draslicnm und auch als Ilydragogutn angepriescn.
Cucuniis saiivus (Anguri). Die so sehr beliebten
Gurken werden von den Griechen grosstentheils roh und
n i t Salz gegessen, und da man nach dem Genuss derselben gewchnlich Wasser in Uebermaass trinkt, so sind dieselben ebenfalla als eine Hauptursache des Fiebers in
Griechenland anzusehen. Schlechter, mit Wasser sehr verdiinnter Wcin sol1 noch schiidlicher sein, dieselben noch
unverdaulichcr rnachen und die gewohnlictiste Ursache der
Kolik und Diarrhoen sein; was Galenus uber die MeZoPep0 sagt, scheint mehr auf Czicutiris sativus anzuwenden
zu sein. Auch in Salzwasser aufbewahrt, werden sie als Getniise benutzt. In Constantinopel findet sich auf den Markten die Cuczcmis anguinus, die nocli vie1 angenehmer sein
sol1 als die andern Gurken-Sorten.
Eines der Hauptnatirungsmittel ist die Fruclit von
SoZanuni Dlelongena, 2lleltsaitn genannt. Die Friichte haben
die Grosse eines Eies und eine schmutzig-blaue Farbe;
sic werden gekocht als Gemuse gegessen. Der Genuss
dieser Frucht war fruher in allen Landern, wo die Pest
herrschte, sehr gefiirchtet, indem dieselben leichter empfanglich fur die Ansleckung machten. Wenn sich dies
wirklich so verhielt, so mochte man an die Signatur des
Paracelsus denken; denn die Frucht h a t einige Aehnlichkeit
[nil einer niit Eiter gefu2l1en brandigen Peslbeule. Aufjeden
Fall ist jene Frucht eine sehr schwer verdauliche Speise.
Zu den ausgezeichnetsten Friichten jedoch gehort das
Solanuni Lycopersicuni, Dorriafa tier Griechen. Dieselbe
wird in allen Forrnen, sowohl roh, als auch arif die ver49*
292
Landerer,
schiedensta Weise zubereitet, als hochst wohlschmeckende
und gesunde Speise genossen, und eine Pulpa Domatae
wird fur das ganze Jahr vorrathig gehalten.
Physalis sotntiifera und Alkekengi (Ztpqvbc ' Ahixcixauntl irxvwnxbc des Dioscorides) findct sich am steinigen
Gesla& in Eubija und auf den nordlichen Sporaden. Dioscoridcs fuhrt an, dass die Alten die Sceren gegcbn Gelbsucht gcbrauchten, und dass diesclben harntreibend und
schmerzstillend seien. Von den armen Leuten werden sie
mni\chrna\ roh zum Fleischc geg?SSeh, grosskntheils jedoch
in Essig eingernacht und gleich den Kappern verspcist.
Ragaria sterilis und vesca. Xapaixdpaoov (ChatnoRerasori) gennnnt, d. i. Erdkirsche, findet sich in Lakonien, is1 jedoch nur auf wcnigc Pliilze beschranlit und
jiornmt a m Parnassus und Taygetes vor. Um so haufiger
findet sich die Kounzatia, d. i. Arbutus Unedo und A. A n drachne, welche man gleich den Erdbeeren, niit denen
sic vie1 Achrilichlieit haben, isst, jedoch nicht sehr beliebt
sind und grosstentheits nur von der hrmcren Class(? genossen werden, denn auch Plinius s a g : h u m solurn edp
i. e. Urwdo.
Aus der Classe der Pilze und Schwiimme, nlmlitaritr
genannt, finden sich: Agaricus procerus, A . cnrnpesttis in
der 3:ahc von Uandrcn, d. i. eingeziiunten Platzcn fur dit:
Schafe und Ziegen. Die armen Leute geniessen dieselben
mit Essig und Salz; jedoch ist zu erwahnen, dass die
Griechen im Allgcmeinen den Schwammen und Pilzen sehr
abhold hind, indem sie dieselben fur giftig und schadlich
halten.
PhaElus inipudicus findct sich in Messcnieil und auc:h
auf den Inseln, jedoch sehr selten. Dieset ganz abscheulich riechende Schwamm wurdc von den Altcn bei Krankheiten der Geschlecbtsorgane innerlich gegeben.
Tuber Cibarium, das"rbv0v des Dioscoridcs. Man findet Triiffeln auf den Teufels-Inseln, auf Scopelo und S C ~ I - o ,
auch in der Maina und in Messenicn. Die "irijffe1,jagi ist
dort das Ceheirnniss Einiger; sie gehen mil einem Stabo
in die Gebiische und stampfen auf die Erde, his der Schall
iiber Opiumbar~ilungin Kleinasien.
293
sich andert, dann hacken sie die Erde auf und bringcn
die gefundenen Truffeln auf den Markt von Sparta oder
Dlislra. Tuber Ciburium urld T. nlbutt, sollcn i n hinrcichender
Menge auf Cypern vorkomrnen ; von dcn Cyperiolen werden dieselben als nervenstiirkend angcpriesen.
Ueber Opiumbcreitung in der Nahe von
Magnesia in Hleiiiasien ;
yon
X. Landerer,
Das sogenannte opium Smymaeum wird im Innern
von Kleinasien und vorzugsweisc in liara Chissar, so wie
i n der. Cegend von !vingncsia bereitel. Do ich Gelegenheil hatle, die Opiurnpflanzungen, so wie die Einriclilung
einer solchen Fabrik zu sehen, so thcilc ich die Resultate
meiner Beobachtungcn im Folgendcn mil.
In der Nahe einiger kleincn Hiiuser, in denen sich
cingernauerte liupferne Kessel, Fiisser u n d Stellagen zuin
Trocknen der Opiumkuchcn b e h d c n , sind die Mohnpflanzungen, welche jedoch von allen Turken ihrer schadlichen
Ausdunslungen wegen, die sie vorziiglich des Morgens und
nach Sonnenuntergang als hijchst gefiihrlich angeben, sehr
vermieden werden, weshalb sie sich gegen Abend in ihre
Hutten einsperren uiid erst des Morgens, nach Aufgang
der Some, dieselben w i d e r verlassen. Ich selbst uberzeugte mich davon, dass man Morgens und Abends sehr
leicht von Schwindel, Niedergeschlagenheit, Unbehaglichkeit befallen wird, wenn man in der Nahe dieser Pflanzungen sich aulhalt, was wahrend des Tages nicht der
Fall ist. Beginnt nach Sonnenuntergang die Feuchtigkeit
der Lufi, welche im Oriente im Verhaltniss zu andcrn
Landern bedeutend grosser ist und den Regen vertritt
sich zu condensiren, so entwickelt sich ein hochst narkotischer Geruch, der Ungewohnten schon nach einer
Viertelstunde Kopfschmerz und Uebellieiten verursacht.
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