close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

Ueber den Gehalt der Pflanzen an Ammoniak und Salpetersure whrend der Vegetationsperiode.

код для вставкиСкачать
Hosdus, Ammoniak und Salpterstisire in Ppanzen.
13
zur Dsretellung dee ealpetereauren Aethyloxydo der Harnstoff nicht nothwendig iet, wenn man n u r die Reaction
dee Alkohols auf Salpetereaure bei moglichet niedriger
Tempcratur vor eich gehen laeet - vorauegeeetzt, d u e
Alkohol und Saure von moglicheter Starke eind.
Hittheiinngen der agricdturcbemischen Versnchsstation an der Universitlit HP Jena.
Veber den Cebalt der PBaaccn an Ammosirk usd
Sslpttereiiure wiihrend der Vegetationsyeriodc;
von
Dr. A. H o s r r i i s .
eletern Aseisteoteo am agriculturchemisclien Laboratorium zu Jeoa*).
Aiischlieepend an meine [Jntersuchung iiber dns \’orkommeii und die Bestimmung des Amrnoniake und der Salpetere,iure in den Pflanzcn (Zt8chr.f.deulsche Landw. 1864,
Heft .YI. u . dies. Archiv, 1865, JuniheJI, S. 198) habe ich, diesolbe dort auehhrlicli angegeberte hlethode benutzend, im
Laufe dce vergaiigcnen Sommere veraucht, den Gehalt mehrer Qewachee an den genaniiten Subetanzen wklirend der
Iregetation festzuetellen. Vorziiglicb siud ea die Qetreidtnrten, wclche den Vereuchen urrterworfen wurden, eiiie Wahl,
z u der theile die i n d e r echon genannten Arbeit gemachtcn Keintungsvereuche, theile die leichte Beechaffung des
zu bearbeiteliden hlateriale, so wie auch die groeec Wichtigkeit derselben ale Clulturpeanzen veraolaseten.
Die zu den Vereuchen verwendeten PBanzen wurden
irnmer von einem und demeelben Felde entnommen und
der Gehalt a n Ammoniak und Salpetcreiiure darin V O I I
4 tl’ochen zu 4 Wochen beetimmt.
\Vahrend der ersten Zeit der Entwickelung oder so
Inoge, a h die einzelnen Theile d e r Ptlanze nicht vollig
auegebildet waren, um zur Untereuchung dienen zu kon*) !om
Herrri Verfasaer im Abdruck auB der Ztwbr. fur die Lnoda.
Die Red.
XVI. Jahrg. 1865, Heft 4. mitgetheilt.
14
Hoedue,
nen, wurden dieselben ungetbeilt, ale gnnze Pflanzen verbraucht, spater die einzelnen Theile, als: Bliitter, Stengel, Aehren, von einander geschieden. Zu gleicher Zeit
sind auch Bestirnmungen des Wassergehalts aller untersuchten Pflanzen und Pflanzentheile durcb Trocknen bei
1000 C. ausgefuhrt worden, um dann auf wasserfreie Substanz berechnen zu konnen. Bei tillen Versuchen wurden immer moglichst gesunde und kraftig entwickelte
Exemplare der Pflanzen auegesucht und entweder direct
nach dem Einsamoieln verarbeitet, oder wenn dieses nicht
thunlich, bis dahin unter Alkohol aufbewabrt, weleher
zugleich bei der Destillation zu verwenden war.
1. Versuclie niit Roygen.
Die Pflanzen entstnmmtcn einem in guter Cultur
stehenden Felde am Lichtcnhainer Wege (thoniger Sandboden).
Am 28. April enthielten die jungen kriiftigen PflanZen, welche, d a sie noch keine Trennung ihrer Theile
erlaubten, irn iingetheilten Zustandc angewandt wurden, in
Ammori iak Sal peters.
4 Grm. = 2,5 C.C. H3N u. 1,O C.C. NO5 =r 0,132 u. 0,168 O,’o
Nach V e r l ~ u fvon 4 Wochen, am 28. Mai, waren bereits
Aehren und Stengel gebildet und wurdcn getrennten Bestimmungen unterworfen ; CB enthielten :
4 Grm. Rliitter = 3,O C.C. H3N und 1,OC.C.NOs =
0,159 Proc. Ammoniak u. 0,168 Proc. Salpetersaure
4 G r m . Stengel = 2,O C.C. H3N und 1,O C.C. NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0,168 Proc. Salpetersaure
4 Grm. Aehren = 3,5 C.C. H3N und 1,FjC.C. NO5 =
0,185 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure.
I m Vergleich zu dem vorigen Versuche findet hicr
eine unbedeutende Erhohung dee Ammoniaks in den Blattern und Aehren statt, wahrend der Stengel etwas weniger davon enthalt, als die ganze Pflanze.
A m 28. J u n i . Die Pflanzen standen in voller Bliithe.
4 Grm. Blattcr = 2,OC.C. H3N und 1,0 C.C. NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0,166 Proc. Salpetersiiure
QeAalt der Pjunzen on Ammoniak u. Salpeteradure etc. 15
4 arm. Stengel = 1,0 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,053 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetereaure
4 Qrm. Aehren = 2,5 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,192 Proc. Ammoiiisk u. 0 Proc. Snlpetereiiure.
Bei diesem Versuche macht sich eine ziemlicli bedeutende Verminderung der betreffenden Beatandtheile bemerklar. Von Beiden ist weniger vorhanden, ale bei
dem Vorhergehenden, vorziiglich aber hat sich die Salpetersaure verringert, welche in den Aehren und dem
Stengel nicht mehr gefunden wurde.
A m 28. J u l i . Die Korner waren der Reife eehr
nahe ; Blatter nicht mehr vorhanden, schon abgestorben.
4 Grm. Korner = 3,sC.C.R3N und 1,5 C.e. NO5 =
0,185 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure
4 Grm. Aehren = 1,s C.C. H3N und 2,5 C.C. NO5 =
0,079 Proc. Animoniak u. 0,421 Proc. Salpeterekure
4 Grm. Spelzen = 1,O C.C. H3S und 1,s C.C. 1405 =
0,053 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure
4 Grm. Stengel = 2,O C.C. H3N und '2,O C.C. NO5 =
0,100 Proc. Ammoniak u. 0,337 Proc. Salpetersiiure.
Verglichen rnit dem Resultate der Anslyse der zu
den Keimungsversuchen angewendeten Roggenkornern
(siehe die friihere Arbeit, welche einen Gehalt von 0,318
Procent Ammoniak und 1,012 Proc. Salpetersiiure ergab),
enthslten die oben untersuchten, noch nicht ganz reifen
und mehr wasaerhaltigen Samen bedeutend weniger von
den betreffenden Substanzen, wahrend der Stengel, dern
im Juni untersuchtcn gegeniiber, eine nicht unbedeutende
Zunahme aufzuweisen hat. Vorziiglich ist der Mangel
der Salpetersiiure darin, ebenso wie in den Aehren, gsnz
verschwunden; es scheint, ale wenn der Verbrauch der
Salpetersiiure geringer wiirde, j e naher die Zeit der ~011standigen Frucbtreife kommt.
W a e s e r b e s t i m m u n g . Bei 1OOOC. getrocknet betrug der Verlust
am 28. April bei der ganzen Pflanze = 75,O Proc.
28. Mai
Blattern.. . . . . . . . = 69,0
~
Hostius,
16
bei Stengel,. . . . . . . . = 78,s Proc.
, Aehren . . . . . . . . . = 73,5
,
28. Juni ,, Blattern.. . . . . . . . I52,O
Stengel.. . . . . . . . = 54,s
Aehren . . . . . . . . . = 57,s
,, 28. Juli
Kornern.. . . . . . . . - 35,O ,,
Aeliren . . . . . . . . . = 35,O
, Stengel.. . . . . . . . . = 35,O
,
, Spelzen.. . . . . . . . . = 35,O ,
Hieraus berechnet sich h r die trockne Substanz folgender Gehalt an Arumoniak und Salpetersaure:
am 28. Msi
AmmoDiak
Salpetersaure
vom 28. April, gauze Pflanze = 0,528 u. 0,672 Proc.
, '28. Mai, B k t t e r . . . . . . . = 0,512
0,514
Stengel.. . . . . . = 0,493 , 0,781
Aehreri. . . . . . . = 0,698
0,950
0,350
28. J u n i , H a t t e r . . . . . . . = 0,220
Stengel.. . . . . . - 0,116
0
,
Aehren. . . . . . . = 0,310
0
28. Juli, Kiirner.. . . . . . - 0,284
0,398
Aehren.. . . . . . = 0,121 , 0,694
Spelzen.. . . . . . = 0,081 ,, 0,398
Stengel.. . . . . . = 0,126
0,518
D s bei der hier benutzten Titriranalyse die CubikCentimeter (= C.C. vergl. die fruhere Arbeit) genau die
iiquivalenten Mengen des Ammoniaks und der Salpetersiiure sngeben, so konnen sie einen neuen Gesichtspunct
der Auffaasung bieten. Nimmt man nitmlich, sowohl der
leichten Uebersicht Iialber, als such urn einen Vergleich
zu ermoglichen, und abgcsehen dsvon, dass die Pflanzen
aua sehr verschiedenen Gewjchtsmengen der untersuchten Theile bestehen, die durch die Rngegebenen Cubikcentimeter ausgedruckten iiquivalenten Rfengen des Ammoniaks und der Salpeterssure zusammcn, also beide vereinigt, und berechnet den Durchscbnittsgehalt der jedesma1 untersuchten Theile, SO ergeben sich folgende Zah-
Qehalt der P/lanzen an Ammoniak u. Salpetercltlure etc.
17
Icn, welche also die in der Pflnnze enthaltenen vereinigtcn Mengcn dce Ammoniake und der Salpetersiiure musdriicken und die Schwankungen dereelben deutlicher anechaulich machen. Ee ergicbt eich fur die
frische PBaoze
auf trockoe Subetanz berechnere
derin verhalten sich
Ammooiak zu SaIetersaure
H ~ N NOS
1 : 0,4
1 : 044
April = 3,s
14,O
IIai = 4,O
14,O
II
J u n i = 2,2
4,s
1 : 0,2
Juli = 4,O
5,s
1 : 0,9
Bei der Bcrechnung nuf trockne Substmz, ale der
schlieeelich richtigste Ausgangepunct, zeigt die Roggenpflanze im April und Mai den groseten Reiohthum an
Ammoniak und Salpetereaure, im J u n i dagcgen, in der
rollen Rluthezeit, den gcringsten Oehalt an dcrselben.
Ia dieser Zeit fehlt die Salpetereaure in dem Stengel und
den Aehren ganzlicti, wkhrend nach vier Wochen die
letzte, einige Tage vor der Ernte gemachte Beetimmung
wiederum eine hohere Summe der vereinigten SubstanZen erweist und namentlich auch Salpetersiiure ergiebt.
Jm
2. Vercluch mil IVeiren.
Die zu den Analysen gebrauchten Pflaiieen wurden
demeelben thonigen Sandboden entnommen, wie die vorhergehcnden.
A m 29. A p r i l , zu wclcher Zeit die erste Unterauchung nnternommen wurde, befandcn aich die Pflanzen
auf derselbcn Stufe der Entwickelung, wie diejenigen dea
Roggens. Sie vereprachen ein krilftigcs, geeundee Oedeihen und enthielten in
4 a r m . = 2,O C.C. H3N.und 1,O C.C. NO5
0,106
Proc. Ammoniak und 0,168 Proc. Salpetersaure.
A m 29. M a i , also 4 Wocheo nach dem ersten Verauche, waren die Pflanzen in ihrer Ausbildung no& nicht
so weit, wie der Roggen, und museten, d a noch keine
Trennung der einzelnen Theile moglich war, nochmale
A
Arcb.d. Pbano. C L X I I V . Bde. 1. u. 2. Hft.
2
18
HOSdUS,
irogetheilt, ale gaoze Pflaozeo eogeweodet werdeo. Ee
enthielten
4 Orm. = 1 , 5 C C . H3N und 1,5 C C . NO5 = 0,079
€'roc.
Ammooiak uod 0,252 Proc. SetpetereAure
Dieeer Versiich ergiebt demnach aquivalente hlcng e o voo Ammotiink uod Salpcteraqiure. D e m Yorigeo
g e g r o u b c r zeigt e r eine Abnnhnie d e crstereo
~
uod Xu.
nrilirne dee zweiten und hnt sich aquivalent Snlpetereaiire
mehr gebiltlet, ale Ammooink weniger vorhanden iut.
A m 29 J u n i Die Pflnnzen stnndeo in voller Blutlm
iiod erlaubten eine getreontc. Uiitcr~iichurig itirer Tbclle
4 O r m . Aehren = 1,5 c' c'. I i 3 N uod I , u C C NO5 r=
O , O i ! l Proc Ammooiak u ( , , I T , A Proc. Selpeteraaure.
.I Cirm Stengel = 0 C C . H7N und 1 , O C.C. NU5 =
o Proc. r\mioonink 11. 0,lt;H Proc Salpctereaure
4 G r m Blntter = 2,0 C C. l i j N und 1,s C.C. NO5 =
0, I O G Proc .-\rnmoniak u (1,252 Yroc. Salpetereiiurc.
A m aufTdlend.;ten ist hicr die Abweeeobeit dee A m iiioniaks in dcn Stengeln, einc Eiwlleinung, d i e io aho.
licber I V e i u c echon bei tlem i n Bluthe etctieoden Hoggen
bernerkbar Hm', niit dern Untcrschiede, d a s s die Stengel
d e s Ilithenden HoggcnY keioe Ynlpetereaure entbieltoo,
w u l i r e n t l cliejenigeii t1t.s blulrenden IVeizene wohl Salpeterehu r r , abe r I;e in A ru riiun i;ik en t hnlteo.
A m 29. J u I i Die Koroer wnreo ihrer vblligen Auebildung nicht m e l i t fern und die Bl.itter theile abgeetorbeo, thcxils derri ..\l)sterlen onhc
4 O r m . Aehren = 1,OCc' kl3N uod 3,O C.C. NOS =
0,053 Proc Ammoniak u. 0,506 Proc. Salpeteretiure
4 G r m Stengel = 0 C C H3N uod 1,r) C.C. NO5 =
O Proc. Ammooiak U . 0,1G8 Proc. Salpetereaure.
4 O m Blatter = 2,O C.C. H3N und 1,OCC. NO5 =
0,106 Proc Amnionink n . 0,168 P r o c S a l p e t e r s ~ u r e .
Die bei dem vorigeo Versuche bcmerkte Abwcsc:oheit dee Aiilmoniaks in d e n Stcnjieln tritt auch hicrbei
wicder xui, u n t l einc Zunnhnic an Snlpeterenure, vorzirg.
lich in dco Xclireo, ist dcritlicll 211 bemerken.
Gehalt der Pfianzen an Ammoniak u. Sa~petetedure e f c . I3
A m 10. A u g u s t . D i e Korner warea vollig reif,
Blatter nicht mehr vorhaoden, oder doch 80 vertrocknet,
dam sie nicht mehr z u r Untersuchuog dieneo konnten.
4 Grm. Korner = 4,O C.C. H3N und 2,5C.C. NO5 =
0,212 Proc. Ammoniak u. 0,421 Proc. Salpetersaure.
4 Grni. Aehrco = 2,5 C.C. H3N und 3,s CC. NOS =
0,132 Proc. Ammoniak u . 0,589 Proc. Salpetersiiure.
4 O m . Spelzen = 1,5 C.C. H3N und 1,sC.C. NO5 =
0,079 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersiiure.
4 Grtu. Stcngel = 1,0 C.C. H3N und I,SC'.C. NO5 =
0,053 Proc. Amntoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure.
W i e die Roggenkorner, zeigen auch diejcnigen des
Weizens einen geringeren Gehalt a n Ammooiak uod Salpetershure, denen gegcniiber, dic bei dcn Keirnungsversuchen (siehc die frulrcre Arbeit) verwcndet wurden.
Ebenso hhnlich ist d m \ ' c r l d t c n d e r Stengel beider
PBanzen. Wie schon ermhhnt, e n t b d t der Stengel der
Roggenpflanze zur Zeit der Blutbe und beginnenden Ausbildung der Frucht keine Salpcterskure, detjcnige des
Weizens zu deoselben Zeitcn kein Aninionink. Bei Beendigung der Frucbtreife findet sicb aber i n beiden die
vorher feblende Substanz und es scheint, ale wenn der
Verbrauch der Salpetersaure bei dem Roggen und derjenige des Arnmoniake bei dern IVeizen urn so geringer
wurcle, j e naher die Zeit der volligen Fruchtreife kornrnt.
W a s s e r b e s t i r n m u n g . Bei 100OC. getrocknet, betrhgt der Verluet
am 29. April, bei d e r ganzen Pflanze = i8,O Proc.
29. hlai,
n
= 75,o
"
23. Juni, bei den Blattern.. . . . . . = 64,O
S t e n g e l n . . . . . . = 65,0
A e h r e n . . . . . . . = 68,O
29. Juli,
Bldttern.. . . . . . = 65,O
S t e n g e l u . . . . . . = 4:),O
A e b r e n . . . . . . = 45,0
12'. Aug.,
K o r n r r n . . . . . . . = 38,O
Achrcn.. . . . . . -- 38,O
I)
I
.
I
I
I)
2*
HosLiue,
20
a m 1 2 . A u g , bei d e n S t e n g e l o . . . . . . = 38,O Proc.
Spelzen . . . . . . = 36,O
F u r d i e trockne Substnnz herechnet sich hieraua folgender Gelinlt a n Ammonink und S a l p e t e r s h r e :
Ammo.
nlak
= 0,181
Selpeterenure
29. April, p n z e PBnnze
und
29. hlni,
=0,316
29. J u n i , Lflntter.. . . . . . = 0 , 2 9 4
Stengel . . . . = 0
A e l i r e o . . . . . . = 0,246
29. Juli, U l a t t e r . . . . . . . = 0,1142
,
0,763 Proc.
1,008
0,700
0,480
0,525
0,305
I
Stengel.. . . . . = 0
0,305
Aehreii . . . . . = 0,092,
0,915
12. A u g , K o r o e r . . . . . . - 0,341
0,679
A c h r e n . . . . . . = 0,212
0,950
S t e n g e l . . . . . = 0,085
0,406
Spelzcn . . . . . . = 0,127
0,406
A u s d e n hei d e m Hoggen angegebenen Oriinden folgeo s u c h Iiier, csbenao w i c Lei tlco nachf'olgenden l'ers u c l e o , d i e vereinigten Acquivnlente d e s Ammoniaks und
d v r Salpetersaure i i i i Durclisclriiitt d e r untereuchteo PBenzentheile genommcn S i e betmgcn
I
I)
I
I
.
I)
im Crisclleo
Zu st a n d e
a u l trockne Sub.
stnoz berecbnet
14,O
12,o
810
G,O
i12
derin verhalteu eicb
Ammooiak zu Sel.
potereaure
H3N
1
1
1
I
1
NOS
:
:
:
:
:
0,s
1,o
1,o
1,7
l
Analog deru Yerhalten d e r Roggenpflanzen, zeigt eich
nuch bei d e n obigcii l'ersucbcn d e r Gehnlt an Ammoniak u n d Salpetersaure im April rind hlai, und zwnr
vorzuglicli b r i Berccliouiig arif trockne Substunz io Folgc
des grossco \Vaasergelialts d e r Pflanzen Iiuber, ale in d e n
folgenden Monaten. Ebeneo w i e Lei dem Roggeo e r g i e b t
Gehalt der P’anzeia
an
Ammoniak
11.
Salpeteredttre etc.
21
aich ferner im Juni und Juli zur Zeit der Bluthe und
beginnenden Fruchtreife der geringste Gehalt a n den
obengenannten Verbindungen. Abweichend aber ist d a s
Verhalten des Weizens dem Roggen gegeniiber im Betreff der Salpetersiiure. Wiihrend niimlich der Roggen
im Juni zur Zeit der Bliithe keine Snlpetereaure in Stengel und Aehren enth#lt, zeigt der Weizen zu derselben
Zeit in denselben Pflanzentheilen eine nicht unbedeutende RIenge derselben, und tritt in dieser Zeit bei den)
Weizen eine ebenso viillige Abwesenheit des Ammoniaks
in den Stengeln auf, wie bei dem Roggen eine solche
der Salpetersaure bemerkt wurde. Die im August zur
Erntezeit ausgefiihrten Versuche zeigten dann ferner wieder einen grosseren a e h a l t an den betreffenden SubstanZen, ebenso wie dieses Lei dern Roggen erwiesen wurde,
und scheint es, als ob eu verschiedenen Vegetationszeiten,
vorziiglich aber zur Zeit der Blutlie und Fruchtreife, die
Pflnnze mehr yon dem genannten Stoffe verbrauche und
dieser Xlehrverbrnuch aut’ Kosten der iibrigen Organe
und zwar vorziiglich dea Stengele gedeckt wiirde.
3. vereuche mil Gerete.
Derselbe thonige Sandboden, welcher das Material
zu den vorhergehenden Versuchen geliefert hatte, gab
auch die hierbei nothigen Pflanzen.
Die erete Untetsucbung der Gerstenpflanzen wurde
am 26. Mai unternommen, zu welcher Zeit eich dieselben nuf derselben Stufe der Entwickelung befanden, wie
Roggen und Weizen, welclte vier Wochen fruber zum
ersten hlal untersucht worden waren. Sie enthielten am
genannten Tage in
4 Grm. = 2,5 C.C. H3N und 2,5 C.C. NO5 = 0,132
Proc. Ammonink und 0,42 1 Proc. Salpetersaure.
28. Juni; die Pflanzen standen in voller Bliithe:
4 Grm. Bliitter = 2,0 C.C. H3N und 0 C.C. NOS =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetersiiure.
22
Hosiius,
4 Qrm, Stengel = 0 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpeterskure.
4 Grm. Achren = 0,5 C.C. H3N und 0,5C.C. NO5 =
0,026 Proc. Ammonink u. 0,084 Proc. Salpeteraaure.
Wie bei dem Roggen und Weizen zur Zeit der
13luthe nur eine geringere Quantitiit von Anirnoniak und
Salpetersaure gefundeti wurde, so ist dieses such bei der
Cjierste der Fall, und noch deatlicher, wie bei den vorhergehenden, tritt hier der Verbrauch der Substanzen auf
Kosten des Stengels auf, drr dieser bei dem obigen Versuche weder Ammoniak noch Salpetersiiure enthielt, wiihrend in den Ytengeln des Hoggens und Wcizens wenigstem daa Eine oder die Andere vorhanden war.
28. J u 1 i. Die Korner waren fast gana ausgebildet,
sber noch unreif. Einzelne Bltitter fingen bereits an abzuwelken.
4 Grm. Blatter = 4,O C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,212 Proc. Arnmoniak u. 0 Proc. Salpetersiiure.
4 Grm. Stengel = 1,5 C.C. H3N und 0,SC.C. NO5 =
0,079 Proc. Animoniak u. 0,084 Proc. Salpetersiiure.
4 Grm. Aehren = 0 C.C. H3N und 0,5 C.C. NO5 =
0 Proc. Aintnoniak u. 0,084 Proc. Salpetersaure.
Die Hesultate dieser letzten Versuche reihen sich
vollstandig den fruher erhaltenen an. Sie ergeben einen
geringen Gehalt an den oft genannten Substanzen und
lassen auf einen Verbrauch derselbcn wahrend der Fruchtreife schliessen.
16. A u g u s t . I)ie Korner waren viillig reif, Bliitter nicht mehr vorhanden.
4 Grm. Stengel = 1,0 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,05:1 Proc. Ammonink und 0 Proc. Salpetersiiure.
4 Grm. Korncr = :3,0 C.C. H3N und 1,OC.C. NO5 =
0,159 Proc. Ammonink u. 0,168 Proc. Salpetersiiure.
Mehr als bei den entspreclienden Versuchen mit Roggen und Weizen stimmt der Gehalt der Korner mit demjenigen uberein, welcher sich bei der Prtifung der zu
den Keimungsvereuchen verwendeten Qerste herauestellte,
Gehalt der wanzen an Ammoniak u. Salpetersdure etc. 23
wabrend im Allgemeinen die obigen Zablen dasselbe Verbgltniss ergeben, welches bei dem Roggen und Weizen
zur Zeit der beendigten Frucbtreife bemerkt wurde.
W a s s e r h e s t i rn rn u n g. Bei 1000 C. getrocknet betrug der Verlust:
am 26. Mai, bei der ganzen Pflanze = 81,0 Proc.
28. Juni, in den Blattern.. . . . . - 70,O
Stengeh . . . . . = 72,O
Aehren ....... - 74,O
26. Juli
Blattern.. . . . . = 45,O
Stengeln.. .... = 45,O
Aehren . . . . . . . = 45,O
16. Aug.,
Stengeln.. . . . . = 40,O
Aehren.. . . . . . = 40,O
P e r Salpetersaure- und Ammoniakgehalt der trocknen Pflanze betrligt demnach:
.
..
..
..
..
.. ..
.. ..
.. ..
..
.
.
Ammoniak
.
.
.
..
..
..
Salpetereiiure
Am 26. Mai, ganze Pflanze = 0,694 und 2,215 Proc.
28. Juni, Blatter . . . . . = 0,353
0
Stengel . . . . . - 0
0
0,323
Aehren.. . . . - 0,192
28. Juli, Matter.. . . . = 0,385
0
0,152
Stengel.. . . . = 0,143
0,152
Aehren.. . . . = 0
16. Aug., Stengel.. ... -- 0,088
0
0,280
Aehren.. . . . = 0,265
Der Durchsclinittsgchalt der untersuchtcn Pflanzentheile an den vereinigten Aequivalenten von Ammoniak
und Salpetersiiure betriigt:
..
im friscben
auf trockne Subetanz bereclinet
= 5,O
26,3
3,6
3,9
4,17
Zustande
Im hlai
Juni
Juli
Aug.
I)
= 1,O
= 2,16
= 2,5
..
..
.
..
.
darin vcrhalten eich
Ammoniak zu Salpetersaure
H3N : NO5
1
1
1
1
: l
: 0,a
: 0, l S
: 0,25
24
flOS&US,
Wie bei dem Roggen und Weizen zeigt eich auch
bei der Gerste im hlai die grosste Menge von Ammoniak
und Snlpetersaure, ebenso wie im Juli zur Zeit der Bliithe
die geringsten Quantitiiten derselben darin enthalten eind.
Auffallender indess, als bei den vorigen Versuchen, tritt
bei der in Bliithe stehenden Gerste vorn 28. Juni eine
Verminderung der betreffenden Niihrsubstanzen in den
einzelnen Organen der Pflanze auf, und zwar ist es abermals der Stengel, dein die genannten Stoffe vollsttindig
entzogcn sind, in dcr Art, dass weder vom Ammoniak,
noch von der Salpetersaure eine Spur dnrin gefunden
werden konnte, wahrend die Stengel des in der Bliithe
stehenden Roggens und Weieens wenigstens das Eine
oder Andere enthieltcn. Im Juli zeigt sich wieder eine
Zunahrne der vereinigten Aequivalente, die bei dem im
August mit vollig reifer Gerste gemachten Versuche noch
deutlicher hervortritt. Die Blatter wurden bei dem letzten Versuchc weggelassen, weil eie d o n zu wclk und
abgcstorben waren.
4. Versuche niit Hafer.
Die Pflanzen entstamniten einem in guter Cultur stehenden Felde (schwerer Thonboden) am Lobstedter Wege.
Am 30. Mai, zii welcher Zeit die Pflanzen so weit entwickelt waren, dass die Untersuchungen begonnen werden konntcn, enthielten die kraftig und gesund aussehenden I’Banzen :
in 4 a r m . = 2,:i C.C. H3N und 2,5 C.C. NO5 =
0,132 Proc. Ammoniak u. 0,421 Proc. Salpetersaure.
Qenau also dieselben Mengen, welchc bei den Gerstenpflanzen zu dersclben Zeit gcfunden wurden.
30. J u n i . Die Pflanzen waren zu dieser Zeit noch
nicht so weit entwickelt, dsss sie eine Trennung ihrer
Theile erlaubt hattcn, und mussten nochmals ungetheilt
der Analyse unterworfen werden.
4 arm. = 1,O C.C. H3N und 0 C.C. NO5 = 0,053
Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersaure.
Gehalt der PfZanzen an Ammoniak
30. J u l i .
11.
Salpetersaurc etc.
26
Es batten sich bereits Korner gebildet,
doch konnten dieue nicht von den Hiillen befieit werden
und wurdon mit ihnen untersucht.
4 Grm. Blatter -= 1,0 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,053 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetersaure.
4 Grm. Stengel = 1,0 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,053 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetersaure.
4 a r m . Korner = 0,5 C.C. H3N und 0,CiC.C. NO5 =
0,026 Proc. Ammoniak u. 0,084 Proc. Salpetersaure.
Eben so auffallend, wie bei der Qerste, zeigt diesey,
so wie der im Juni gemachte Versuch, die betrachtliche
Verminderung des Gehalts an Ammoniak und Salpetersatire zur Zeit der Fruchtbildung, und zwar ist cs hier
vorzugsweise die Salpeterstiure, welche dazu in Anspruch
genommen zu werdcn scheint.
17. A u g u s t. Die Korner waren der volligen Reife
sehr nahe und konnten von den Spelzen getrennt untersucht werden. Uliitter waren nicht mehr vorhanden.
4 Grm. Stengel = 1,5 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,079 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpeterslure.
4 Qrm. Korner = 2,s C.C. H3N und 1,5 C.C. NO5 =
0,132 Proc. Ammoniak u. 0,084 Proc. SnlpetersXure.
Von allen im Vorhergehenden beeproclienen mebr
oder weniger reifen Kornern sind die des Hafers die
einzigen, welche, wenigstens in Betreff der Salpetersaure,
mit den Resultaten ubereinstimmen, welche bei den schon
oft genannten Keimungsversuchen gewonnen wurden und
die im Allgemeinen hohere Zahlen ergeben, als hier bei
den frischen Samen auftraten.
Der Wasserverlust betrug nach dem Trockoen bei
1000
c. :
30. Mai, bei der ganzen Pflanze = 83,2 Proc.
30. Juni,
n
= 72,O
30. Juli, bei den Bliittern.. . , = 60,O
..
Stengeln., ... = 70,O
Kornern..
...
= 59,O
26
H08dU8,
16. Aug., bei den Stcngeln . . . . .
= 46,5 Proc.
1 < o r n c r n . . . . = 43,O
Auf trocltne Substanz berechnet bctrlgt hieroach der
Gehalt a n Aintnoniak und Salpetersaure :
Ammotiink
= 0,786
Salpetereiiure
im hlai, bei den ganzen l’flnnzcn
u. 2,500 Proc.
Juni,
n
= 0,169
0
, Juli, in den Bliittcrn.. . . . . . = 0,132
0
Stengclu.. . . . . = 0,176
0
II
f<orticrn.. . . . . . = 0,083
0,270
August, in den S t e n g e l n . . . . = 0,147
0
Kijrnern. . . I 0,?332
0,147
D e r Durclisclinittsgclrnlt d c r untersuchten Pflanzentlieile a n den vcrcinigten Aequivnlenten von Ammoniak
und Salpetersaure betriigt :
~
,
,
.
im fi ieclicn
Zustaude
,
,
darin verhalten sich
Ammoniak uod
s t m z bercchnet
Salpetersaure
nuf trockne Sub-
H3N : NO5
In1 Xlai -- 5 , 0
29,7
1 : l
Juni = 1,0
3,s
1 : 0,o
J u l i = 1,O
3,4
1 : 0,2
Aug. = 1,5
2,7
1 : 0,12
AUA den) I’orstehentlen crgiebt siclt, dase auch die
Haferpflanze i ni Al Igenieinen dasselbe Verhalten zeigt,
wie diejenigen des Roggens, Weizens uod der Oerete,
daee namlich ini hlai die grosste hlenge voii Ammoniak
rind Salpeters#rirc darin enthalten ist, wiihrend bei der
weiteren Entwickclung meist eine Abnahrne und am Ende
d e r Vegctntioneperiode wiederrini eine Zunalime derselben
bemerkt wird. Salpetcrsiiure cntli%lt die Haferpflanze iodess weniger, als die vorhergehenden, eine Thateache,
auf die schon S i e w e r t in seiner Arbeit iiber die Restimmuog der Salpetersaurc, Annalen der Chemie 125, 293,
aufmerkaam macht.
Bei dcm im Juli gernachten Vereuche wurden die
Kiirner wit dcn Spelzcir angewandt, walirend im August,
~
Qehalt der Pjlanzen an Ammcmiak u. Salpeteradure etc. 27
bei fast volliger Reife, die Korner davon getrennt
wurden.
Da die Versuche mit den Getreidearten hiermit beendct sind, so folgt zur raschen Uebersicht eine Zusammenstellung des Gehalts der frischen Pflanzen an Ammoniak und Salpetersaure, im Durchschnitt der untersuchten Pflanzentheile genommen und in Procenten ausgedriickt.
Hoggen
Weizen
Gerete
H3N u. NO5 H3N u. NO5 H3N u. NO5
I m April=0,132 , 0,168 0,106 0,168 ,, Mai =0,150 ,, 0.196 0,079 , 0,252 0,132 , 0,421
,, Juni =0,079 , 0,056 0,061 , 0,196 0,043 ,, 0.026
, Juli =0,106 , 0,315 0,053 0,280 0,097 ,, 0,059
,, Aug.= - 0,119 0,278 0,101 0,084
Hafer
H3N u. NO5
-
-
0,132 ,, 0,421
0,053
0
0,044 ,, 0,026
0,105 0,026
Bei allen der Untersuchung unterworfenen Getreidearten zeigt eich demnach eine gewisse Uebereinstimmung.
Sie zeigen sammtlich im Friihjahre, am Anfang der
eigentlichen Vegetationaperiode, einen grosseren Oehalt
an Ammoniak und Salpetersaure, als bei ihrer weitaren
Entwickeluog, und nur am Ende der Vegetation tritt
eine griissere Quantitat der genannten Subatanzen vorziiglich in den reifen Friichten auf. Im Juni, zur Zeit
der Bliithe, zeigen sie sammtlich den geringsten OehRlt
an den betreffenden Stoffen und von der Bliithe bis zur
Fruchtreife ein ganz allmiiliges Zunehmen derselben. Ausser den oben beeprochenen Getreidearten wurden such
noch rnit Chelidonium rnaj., Schollkraut, und Colchicum
autumnale, Herbstzeitlose, Versuche wahrend ihrer ganzen Vegetationszeit gemscht. Die Pflanzen wurden auf
freiem Felde gesammelt und zwar moglichst von ein und
demselben Platze, so weit sicb dieses im Lsufe von verschiedenen Monaten durcbfuhren liess. So lange die einzelnen Tbeile der Pflanzen nicht vollstiindig auegebildet
waren, urn zur Untersuchung verwendet werden zu konnen, wurden dieselben ala ganze Pflanzen untersucht,
28
H O S U US,
wiihrend bei ibrer weiteren Entwickelung die Theile getrennt und einzeln der Analyse unterworfen wurden.
Chelidoniun, nzajiis, Schollkraut.
1'3. A p r i l . Die PHanzen fingen bereits an, Stengel
zu bilden. Sie waren einem Orte entnomrnen, der einem
zufalligen Enipfangen animoniakdisclier Stoffe moglichst
wenig ausgesetzt war, versprachen cin frisches, kriiftiges
Cfedeihcn und enthielten in
4 Grm. = 3,O C.C. H3N und 2,0 C.C. KO5 = 0,158
Proc. Ammonial< und 0,307 Proc. Salpetersaure.
23. RIai. Einzelne Bliithen waren vorhanden und
die Entwickelung der zu untersuchenden Exemplare war
so weit fortgeschrittcn, dnss Bliitter und Stengel getrennt
werden konntcn.
4 Grin. Blatter = 3,O C.C. H3N und 6,OC.C. NO5 =
0,158 Proc. Ammoniak u. 1,012 Proc. Salpetereaure.
4 Grin. Stengcl = 2,0 C.C. w N und 11,5 C.C. NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 1,940 Proc. Salpetersaure.
Wahrend dem vorigen Versuche gegeniiber der Ammoniakgehalt hier zicnilich derselbe bleibt, steigt die
Menge dcr Sdpctersaiu-e bei deli Hliittern sowohl, als bei
dern Stengel SO bedeutend, wie es bislier nocli nicht beobachtet wurdc.
22. J u n i . Neben den Bliithen zeigten sich bereits
junge Schotchen, und zwar so viele, dass sie der Untereuchung unterworfen werden konnten,
4 Grin. Bliitter = 3,0 C.C. H3N und 4,O C.C. NO5 =
0,156 Proc. Ammonink u. 0,675 Proc. Salpetersaure.
4 Grrn. Stengel = 0 C.C. H3N und 3,O C.C. NO5 =
0 Proc. Ammoniak u. 0,506 Proc. Salpetersaure.
4 Grm. Schoten = 2,s C.C. H3N und 2,0C.C. NO5 =
0,132 Proc. Ammoniak u. 0,337 Proc. Snlpetereiiure.
Auffallender und entschiedener, als bei den Getreidearten, tritt hier am Anfang der Fruchtbildung eine Verminderung des Ammonirrks und der Salpetersiiure auf,
und vorzugsweise ist es abermals der Stengel, welcher
Gehnlt der Pflanzen an Ammoiiiak
11.
Salpete~siiure etc.
29
diese Verminderung am deutlichsten zeigt, d a in ibm dae
Ammoniak glinzlich und die Salpetersilure bit3 auf den
vierten Theil dee durch den vorigen Versuch ermittelten
Qchalte verechwunden iet.
24. J u l i . Die Friichte waren mehr oder weniger
ausgebildet und einzclne Bluthen noch vorhanden.
4 a r m . Blatter = 1,5 C.C. H3N und 2,5 C.C. NOS =
0,079 Proc. Ammoniak u. 0,421 Proc. Salpetereaure.
4 Qrm. Stengel = 0,5 C.C. H3N und 2,0C.C. NO5 =
0,026 Proc. Ainmoniak u. 0,337 Proc. Salpeterekure.
4 Grm. Schoten = 1,O C.C. H3N und ‘2,s C.C. NOS =
0,053 Proc. Ammoniak u. 0,421 Proc. Salpeterekure.
Im Allgemeinen zeigen dieee Vemuche, dem Vorigen gegenuber, eine noch geringcre Rienge der betreffenden Substanzen, der Stengel enthalt indeee wieder eine
Spur Ammonink und die Schoten eine grossere Quantitat
Salpetersaurc.
Im August und September konnten leider keine Versuebe angestellt werden, und wurde die letzte Analyee
dieser Pflanze i m October unternommen.
28. O c t o b c r . Die vorgeschrittene Jahreezeit hatte
die Vegetation so eehr becintriichtigt, daes eine Trennung
der noch ubrigen Blatter und Stengel nicht mehr rkthlich
erschien und diem zusammen der Untersuchung unterworfen wurdcn.
4 Qrm. = 3,5 C.C. H3N und 1,5C.C. NOS = 0,185
Proc. Ammoniak und 0,252 Proc. Salpetersaure.
Dee hicr erhaltene Resultat stimmt fast ganz mit
dem ubcrein, welches im April bei Beginn der Vegetation erhalten wurde, und zeigt den letzten Versuchen
gegenuber eine Zunahme dee Ammoniake und der Salpeteralure.
W a s s c r b e e t i m m u n g . Bei 100OC. getrocknet, betrug der Verlust am
19. April, bei der ganzen Pflanze = 84,O Proc.
23. Mai,
den Blhttern.. . . . . = 75,O
Stengeln.. . . . . = 85,O
~
I)
I)
30
H08&l8,
22. Juni, bei den Bliittern.. . . . . = 79,O Proc.
Stengeln . . . . . . = 80,5
I
. ,, .&hoten.. . . . . = 82,O
24. Juli,
Bliittern.. . . . . = 83,O
,,
Stengeln.. . . . . - 82,O
Schoten.. . . . . . = 75,O
,,
Blatter.. . . . . . . . . . .
28. Oct.
Bl attstiele . . . . . . . . . . = 76,O
Auf trockne Substanz berechnet ergieb't sich hieraus
folgender Oehalt an Ammoniak uud Salpeteretiure:
.
(
Ammoniak Salpetere.
im April, in der ganzen Pflanze = 0,987 u. 2,106 Proc.
Nai,
den Blattern. . . . . . = 0,632 , 4,048 ,,
I
Stengeln.. . . . = 0,706 ,, 5,173 ,
, Juni,
,
Blattern. . . . . . = 0,752
3,209 ,,
,, Stengeln.. . . . . - 0 , 2,594 ,,
,, , S c h o t e n . . . . . . - 0,694
1,800 ,,
2,476 ,,
, Juli,
, Bliittcrn.. . . . . = 0,464
1,872 ,,
,
Stengelo.. . . . . = 0,144
Schoten . . . . . . = 0,212
1,684
,
, Oct.
Bbttern.. . . . .
,,
Blattstielen. . . = 0,770 . n 'lo5'
Die vereinigten Aecpivnlente von Ammoniak und
Salpeterstiure betragen hiernach, im Durchschnitt der
untereucbten Pflnnzentheile genonimen :
(
8
im frischen
Zustande
Jm April
=
5,O
Mai
=11,Y
J d
==
4,s
auf trockne Substanz bcrecbnet
3 1,0
56,O
240
16,5
209
darin verhalten aich
Ammouink zu
Salpetersiiure
H3N : NOS
1 : 0,66
1 : 3,5
1
:
1,6
Juli = 3,3
1 : 2,3
1 : 0,43
Oct. = 5,O
Die schon mehrfach beobachtcte Erscheinung, daae
die ale Unkraut vorkommenden Pflnnzen haufig eehr vie1
Salpetersiiure enthaltco. durfte auch durch vorstehende
Versuche abermalv Uestiitigung gcf'unden haben, denn die
Gehult der PJanzen an Ammoniak u. Salpeter&ure etc. 31
Salpetersiiure tritt wiihrend der ganzen Entwickelung der
Pflanze in so grossen Mengen auf, dass sie das Ammoniak bei weitem iiberwiegt und wiirde das Schollkrant
als eine sehr vie1 Salpetershure enthaltende Pflanze zu
bezeichnen sein. Bei dem Versuch im April begann die
Pflanze Stengel zu treiben. Im Mni waren bereits einzelne Bliithen vorhanden, irn Juni zeigten sich neben den
Bliithen einzelne Schotchen, im Jlili waren die Fruchte
mehr oder weniger nusgebildet und der Reife nahe, und
im October war die Pflanze von dem ganzlichen Elngehen
nicht sehr weit entfernt. Auffnllend erscheint der hohe
Salpetersauregehalt irn Rlai, am Anfang der ersten Fruchtbildung, und die bedeutende Verminderung desselbeii bei
der weiteren Ausbildung der Friichte im Juni. Vorziiglich ist cs abermals wie l e i den Cerealien der Stengel,
in welchem die Verminderung am deutlichsten sichtbar
wird, und zwar nicht nur eine Verrninderung der Salpetersaure von circa 3 Proc. auf 0,5 Proc., also urn dae
Vierfache, sondern auch des Arnmoniaks, welches gar
nicht rnehr irn Stengel gefunden wurde. Um dieaes giinzliche Fehlen des Amrnoniake in dern Stengel zur Zeit
der Fruchtbildung zu controliren, wurde ein zweiter Versuch mit den Stengeln einer andern Pflanze gemacht und
darin 0,026 Proc. Ammoniak gefunden, also so wenig,
dass die Richtigkeit dee ersten Versucbes wohl nicht bezweifelt werden kann, ds, wie schon gesagt, eine andere
Pflanze genommen werden musste.
I m Juli schreitet die Verminderung der betreffenden
Substanzen noch weiter vor, im October enthalt die Pflanze
schon wieder etwae mehr und zeigt dieselben Mengen
der vereinigten Aequivalente wie im April, am Anfang
der Vegetation.
Colchicum azckmnale, Herbstzeitlose.
26. A p r i l . Die sich kraftig entwickelnden Pflanzen hatten eine Hohe von circa 2 Zoll erreicbt.
4 Grrn. = 1,5 C.C. H3N und 1,5 C.C. NO5 = 0,079
€r'oc.
Aminonink und 0,262 Proc. Salpetersaure.
Hosilus,
82
28. M a i . Die Qrosse der Pflanzen hatte sich mehr
ale verdoppelt. Samen hatten sich noch nicht angesetzt.
4 Grm. = 1,5 C.C. HSN und 2,5 C.C. NO5 = 0,079
Proc. Ammoniak und 0,421 Proc. Salpeterslure.
Die Salpeterslure hat sich also nicht unbedeutend vermehrt.
28. J u n i. Es waren vollstitndig ausgebildete, aber
noch ganz unreife Sarnen vorhanden.
4 arm. Bllitter = 0 C.C. H3N und 0,5 C.C. NO5 =
9 Proc. Ammoniak u. 0,084 Proc. Salpetorsgure.
4 Grrn. Samen = 1,O C.C. H3N und 2,O C.C.NO5 =
0,052 Proc. Ammoniak u. 0,337 Proc. Salpetersaure.
4 Urm. Samenkapseln = 0 C.C. H3N u. 0,6 C.C. NOS =
0 Proc. Ammoniak u. 0,084 Proc. Salpetersaure.
Wie bei allen fruher gemachten Versuchen, wird
such hier zur Zeit der Fruchtreife eine Verminderung
des Ammoniaks und der Salpetersaure beincrkt.
15. J u l i . Die Friiclite waren vollig reif. Stengel
und Blatter wurden zusamnien untersucht, da die letzteren thcilweise dem ganzlichen Eingehcn nicht mehr fern
waren.
4 Grm. Stengel u. Kraut = 1,5 C.C. H3N und 0 NO5
=0,079 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetersaure.
4 Grm. Samen = 2,O C.C. H3N und 2,O C.C. NO5 =
0,106 Proc. Arnmoniak u. 0,337 Proc. Salpetershre.
4 Qrm. Sammenkapscln = 1,O C.C. H3N und 0,5 C.C.
NO5 = 0,053 Proc. Ammoniak und 0,084 Proc.
Salpetersaure.
Das Ammoniak tritt hier also nach beendigter Fruchtreife im Vergleich mit dem letzten Versuch wieder in
grijsserer Mengc auf, eine Erscheinung, die ebenfalls schon
oft bemerkt wurde, wahrend die Salpetershure in dem
Stengel und den Blattern ganz verschwunden ist.
28. 0 c t o b e r.
Den Schlusa dieser Untersuchungen
bildete die Bestimmung des Gehalts an den betreffenden
Substanzen bei den Bluthen.
Gehalt der m a n z e n an Ammoniak u. Salpeteratiure etc.
33
2,5 C.C. H3N und 0 NO5 = 0,132
Proc. Arnmoniak und 0 Proc. Salpeteragure.
W a a e e r b e s t i m o ~ u o g . Rei lOOoc. getrockoet betrug der Verluet a m :
26. April, in der ganzen Pflaoze.. . = 80,5 Proc.
28. Mai,
. . . = 80,5
28. Juni, in den Blattern . . . . . . . . . = 75,O
Samen . . . . . . . . . . . = 60,O
I
Sstnenkapseln.. . . . = 66,O
15. Juli,
Stengeln u. Kraut = 70,O
S a m e n . . . . . . . . . . . = 37,s
Sanienkapseln . . . . = 40,O
28. Oct.,
Blumeo . .
. . . = 81,5
Auf trockne Subetanz berechnet, ergiebt sich hieraue folgender Gehalt an Ammoniak und Salpetersaure:
4
a r m . Bluthen =
.
.
I
..
.
,
Im April, io der ganzen Pflanze. .
Mai,
Juni, i n den Hlattern.. . . . . .
Samen.. . . . . . . .
Samenkapaeln..
Juli, in Stengeln 11. K r a u t . .
Samen . . . . . . . . . . . .
Samenkapeeln.. ....
Oct., in den Blumen.. . . . . . .
-
.
.
W
~
,
Ammoniak Salpeters.
U. 1,292 Prc.
I 2,168
= 0,405
= 0,405
- 0
= 0,132
= 0
0,336.
0,841
I
0,247
II
= 0,169
0,539
II
= 0,088
- 0,713
0,140
0
= 0,262
I)
Der Durchecbnittsgehalt der unterauchten PBanzentbeile an den vereioigten Aequivaknten von Ammoniak
und Salpetereiture betragt:
darin verbalten eich
im friechen auf trockne SubZuetande
etanz berecbnet
Ammoniak eu
Salpetersaure
H3N
:
Im April = 3,0
13,5
1 :
20,5
II
Mai = 4,O
1 :
Juni = 1,3
3,9
1 :
I
Juli = 2,3
1 :
Oct. = 2,5
12,8
1 :
Die zu den Versuchen verwendeten Pflanzen
4J5
Arch. d. Pharm. CLXXIV. Bds. 1.11.2.Hft.
3
NOS
l
1,6
3,O
0,3
0
wurden
34
HOSalI8,
von einer Wiese in der Nithe der Stadt geaommen, tie
waren im April und Mai in einer krgftigen Entwickelung
begriffen, hatten aber in dieser Zeit noch keine Samen
angesetzt. Im Juni dsgegen waren vollstilndig a u s p b i l dete, aber unreife Sameo vorhanden, welche im J u l i ihre
vollige Reife erreicht hatten. Die Prufung der Bliithen
hatte wohl richtiger im Herbst des vergangenen Jahres
geschehen rniisfieu, da diese bekanntlich in ihrer Entwickelung den Rlattern vorausgehen. Die Versuche selbst
ergaben dieselbcn Resultate, wie satnmtliche vorhergehende.
Im Mai, vor Reginn der Fruchtbildung, iat der Qebalt
an Arnmoniak und Salpetersaure am grossten. Im Juni,
bei der Bildung dersamen, nimmt er bedeutend ab, um
bei der volligen Reife wiederum etwas hoher zu steigen.
Versuche mit Liliaceen und Irideen, zwiebelartige
Getutlchse.
I n der schon genannten ersten Abtheilung dieeer
Arb’eit spracli ich die diirch Versuche begttindete Aneicht
aus, dsss die obcn genannten Gewachse keine Salpetersatire enthielten. Weitere 1Jntersuchungen der genannten
Pflanzen im Lauf dieses Sommers berichtigen diese Angnbe dahin, dass sie nur irn Herbst, also am Ende der
Vcgetationszeit, vollig frei von Salpetersaure sind, nicht
aber im Sommer, wahrend ihrer Entwickclung. Im Herbst
1863 ergaben die Untersuchungen von l r i s germanicn,
deutschc Schwertlilie, Allium Porrum, Porrhe, Allium sativum, Knoblauch, und Alliitni Cepa, Hauszwiebel, keine
Spur von Salpetersaure. und zwar nicht nur die Knollen,
sondern such die Hlatter. Im Soinnier 1864 wurden dieselben nochmals der Untersuchung unterworfen und von
demaelben Orte im botanischen Garten entnomrnen, wie
diejenigen im vorhergehenden Herbst. Da diese Versuche, wic schon erwahnt, einen nicht nnbedeutenden Qehalt an Salpeterssure ergaben, RO wurden sie im Herbst,
zu derselben Zeit, wie im vorhergehenden Jahre, unter
derlselben Bedingungen, d. h. von demeelben Standorte
Gehalt der I'flanzen an Amnioniuk u. Salpetereaicre etc. 35
und in demselben Zustande, nochmals untereucht, bei
welchen leteten Vereuchen gleiche Reeultate wie im vorigm Herbst, also A b w e e e n h e i t d e r S a l p e t e r s i i u r e ,
erbalten wurden.
Die im J u n i gemachten Versuche ergaben bei
Allium Cepa, Hauszwiebsl
in 4 Grm. Blatter = 1,5 C.C. H3N und 2,O C.C. NO5 =
0,079 Proc. Arnmoniak u. 0,337 Proc. Salpetersaure.
4 Qrm. Zwiebel = 2,O C.C. H3N u. 1,OC.C. NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0,168 Proc. Salpetersaure.
Allitim Pornina, Porrke
4 Grrn. Bli-itter = 2,0 C.C. H3N u. 1,5 C.C. NOS =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure.
4 Qrm. Zwiebel = 2,5 C.C. H3N u. 1,5 C.C. NO6 =
0,159 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure.
Iris germanica
4 Qrm. Blatter = 1,5 C.C. H3N u. 1,5 C.C. NO5 =
0,079 Proc. Ammoniak u. 0,252 Proc. Salpetersaure.
4 Grm. Knollen = 2,0 C.C. H3N u. 0,5 C.C.NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0,084 Proc. Salpeterelure.
Dagegen zeigten die im October unternommenen Analysen bei
Allium Cepa
in 4 Grm. Blatter = 2,O C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,106 Proc. Ammoniak u. 0 Proc. Salpetersiiure.
4 Grrn. Zwiebel = 1,O C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,053 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersiiure.
AElium Porntm
4 Grm. Blatter = 3,O C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,159 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersaure.
; 4 Grm. Zwiebel = 3,s C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,185 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersiiure.
Iris germanica
4 Grm. Blatter = 1,5 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,079 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersiiure.
4 Grm. Knollen = 1,5 C.C. H3N und 0 C.C. NO5 =
0,079 Proc. Ammoniak und 0 Proc. Salpetersaure.
3*
36
Gehcllt der lyanzeii a?t Ammoniak u. Salpeteretlure etc.
Die Versuche vom vorigen Jahre sind demnach durch
die diesjahrigen vollsthdig besutigt worden und muse
nur noch dabei bemerkt werden, dass die Salpetersaure
den betreffenden Pflnnzen wiihrend ihrer Entwickelung
nicht fehlt, sondern nur in1 Herbst, nachdem sie mehr
oder weniger abgestorben sind, nicht mehr in ibnen enthalten ist. Die Erkliirung dieser Erscheinung, 80 nahe
sie bei der Bildung der Eiweisskorper, vielleicht arich
der Allylverbindungen liegen mag, muss fur jetzt noch
anderweitigen Versuchen uberlassen werden.
Alle ubrigen Versuche, mit den Cerealien sowohl,
als auch mit Chelidonium und Colchicum, ergeben einen
verechiedenen Gehalt der betreffenden Pflanzen an Ammoniak und Salpetersiiure wiihrend der rerschiedenen
Stadien ihrer Entwickelung. Fast aammtliche zeigen im
April, beziiglich Mai, den grossten Reichthum an den
betreffenden Substanzen. Bei ihrer weiteren Entwickelung tritt eine bedeutende Erniedrigung desselben ein
und erst gegen Ende dcr Fruchtreife wird eine E r h i h n g
wieder bemerkbar. Wiihrend dieser Zeit sclieint ein
formliches Wandern dieser Bestandtheile aus einem Theil
der Pflanze in den audern statt zu tinden, j e nachdem
dar eine Theil zu seiner Ausbildung mehr oder weniger
davon braucht. Vorzugsweise ist es der Stengel, bei den1
eine vollige Ausziehung wiederholt zu bemerken, und zwar
am deutlichstcn zur Zeit der Bluthe und der begimnenden Fruchtreife. Wiihrend dieser Zeit enthalten siimmtliche untersuchten Pflanzen die geringsten Mengen von
Ammoniak und Salpetersiiure, und scheint ea, ale wurden bedeutende Quantitaten derselben wtihreiid der Bluthe
und Fruchtbildung verbraucht. Ein sehr auffallendes Beispiel fur diesen Verbrauch giebt Colchicum crutumnale.
Wahrend im Mai in den ganzen Pflanzen noch 0,079 Proc.
H3N und 0,421 Proc. NO5 enthalten waren, enthielten
dieselben nach 4 Wochen, wahrend welcher aich Samen
gebildet hatten, gar kein Ammoniak und nur noch 0,084
Procent Sdpeterdure, also noch den fiinften Theil der
Kromuyer, Uber das Menyanthin.
37
durch den friiheren Versuch bestimmten Menge. Sptiter,
am Ende der Fruchtreife, tritt dam, wie schon erwiihnt,
wieder ein groeserer Gebalt an den genannten Sto5en
auf. Worauf aber diese gewiss auffalligen Erscheinungen beruhen, ob sie sich vielleicht rnit der Bildung der
Eiweisskorper oder den sonstigcn sticksoffbaltigeoBestandtheilen des Samene in Uebereinstimmung bringen Inssen,
sind Fragen, die weiteren Untersuchungen uberlassen werden miissen.
-
Ueber das Menyanthin ;
von
Dr. A u gii s t K r o m a y e r ,
Apotbeker in Geisa.
In meiner ersten Untersuchung uber den B i t t e r s t o f f d e s F i e b e r k l e e s , Neriyanthes trifo2iata L.,(Arch.
cler Pharm. Dec, 1861, Bd. CVlI1. p. 263) gelang es mir,
denselben zu isoliren und dessen Glykoeidnatur darzuthun. Weitere Untersuchungen uber denselben Qegenstand veranlassen mich zu dieeer Mittheilung.
Was zunachst die Darstellungsmethode des Menyanthins anbelangt, so hatte ich schon in meiner friiheren
Untersuchung die Fallbarkeit desselben durch Q e r b s a u r e benutzt, indem aus dem wasserigen Ausiuge des
Bitterklees der Bitterstoff direct mittelst G Rllapfel a ufg u s s gefallt wurde.
Durch dieses Verfahren konnte
aber irumer nur eine geringe Ausbeute erzielt werden,
indem der grossere Theil des gerbsauren Menyanthins in
Losung blieb. Urn nun diesen Verlust an Menyanthin
mtiglichet zu vermeiden, habe ich folgende Abscheidungsmethodo befolgt :
Ich benutzte die Eigenschaft des Menyanthins, v on
d e r K o h l e a u f g e n o m m e n zu w e r d e n .
Hierbei
kommt es aber darauf an, e i n e n m o g l i e h s t c o n c e n trirten, wasserigen Bitterklee-Auszug d a r z u s t e l l e n , o h n e d a b e i vie1 a b d a m p f e n z u mussen.
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
2
Размер файла
943 Кб
Теги
ammonia, gehalt, ueber, whrend, pflanzen, der, den, salpetersure, vegetationsperioden, und
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа