close

Вход

Забыли?

вход по аккаунту

?

sug-2008-0304

код для вставкиСкачать
Sport und Gesellschaft - Sport and Society • Jahrgang 5 (2008), Heft 3, S. 276-298
© Lucius & Lucius Verlag Stuttgart
Carmen Borggrefe
„Jetzt muss er das nur noch in die Köpfe der Spieler reinbringen!" - Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
„As a coach you have to get into the heads of the players!" - Successful communication strategies of elite sports coaches
Zusammenfassung
Alle Versuche von Trainern, auf Psyche, Einstellungen und Verhalten von Athleten einzuwirken, sind
immer nur auf dem Wege von Kommunikation möglich. Wenn Trainer ihre Athleten steuern wollen,
dann müssen sie Experten in Sachen Kommunikation sein. Was aber macht Trainer zu solchen Experten? Der vorliegende Beitrag geht dieser Frage nach, indem er die Trainer-Athlet-Kommunikation
einer soziologischen Analyse unterzieht und auf der Basis systemtheoretischer Überlegungen Erfolgsstrategien im Hinblick auf die Probleme „Verständigung" und „Steuerung" ableitet.
Summary
The only way coaches can influence their athletes' minds, attitudes, and behaviour is through communication. Thus, if they intend to get through to their athletes and guide them effectively, coaches have
to be experts in communication. But what makes a coach an expert communicator? To answer this
question, we analyze coach-athlete communication from the perspective of system theory, and derive
problem-solving strategies for the problems of "understanding" and "steering" from these reflections.
1 Einleitung
Trainer im Spitzensport sind in ihrem beruflichen Erfolg einzig und allein darauf angewiesen, dass ihre Athleten sportlich erfolgreich sind und im Wettkampf siegen. Ihre
zentrale Aufgabe besteht folglich darin, die sportliche Leistungsentwicklung der Athleten in optimaler Weise zu steuern. 1 Hierzu wird v o n ihnen erstens eine hohe Fachkompetenz erwartet: Trainer sollen Experte sein für die jeweilige Sportart, die sie vertreten. Sie sollen sich auskennen mit den Grundlagen und Prinzipien eines sportartspezifischen Technik-, Taktik- und Konditionstrainings. Sie sollen über ein umfangreiches Wissen verfügen im Bereich der Biomechanik, der Leistungsdiagnostik, der
Trainingssteuerung, des mentalen Trainings usw., und sie sollen dieses Wissen entsprechend anwenden können, denn nur so lässt sich die Leistungsentwicklung ihrer
1
Diese rigorose Erfolgsabhängigkeit trifft zwar nicht für alle Funktionsrollen von Trainern gleichermaßen zu, sie bestimmt jedoch in zentraler Weise deren Handeln im Spitzensport. Dies gilt insbesondere für die Funktionsrolle „Trainer am Mann" (vgl. Bette, 1984, S. 20), auf die in diesem Artikel
der Fokus gerichtet wird.
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
277
Athleten optimieren. Erfolgreiches Trainerhandeln setzt in diesem Sinne ein exzellentes fachliches Wissen und Können der Trainer voraus. Wer dieses Wissen nicht mitbringt, hat im Spitzensport erst gar keine Chance, Fuß zu fassen. Gleichwohl gilt:
Dieses Wissen allein reicht bei weitem noch nicht aus.
„Jet%t muss er das nur noch in die Köpfe der Spieler reinbringen!" — diese Aussage Günther
Netzers im Anschluss an ein Fußballländerspiel2 verweist in aller Deutlichkeit auf eine
weitere zentrale Traineraufgabe: Trainer müssen auch immer dafür Sorge tragen, dass
ihre Ziele, Methoden, taktische Anweisungen und Motivationsversuche bei ihren Athleten ankommen, dass sie einen Zugang zu den Athleten finden und ihr Wissen dementsprechend vermitteln können. Und hierzu steht Trainern prinzipiell nur ein Mittel
zur Verfügung: Kommunikation. Daraus folgt: Trainer müssen immer auch Experte sein in
Sachen Kommunikation!3
Was macht Trainer nun aber zu Kommunikationsexperten? Welche kommunikativen
Kompetenzen sind es, die die Effektivität des Trainerhandelns und damit den sportlichen Erfolg in entscheidender Weise beeinflussen können? Diesen Fragen widmet
sich der vorliegende Beitrag. Er versucht Antworten zu geben, indem er die TrainerAthlet-Kommunikation einer soziologischen Analyse unterzieht und sie als sozialen
Prozess konstruiert. Im Rückgriff auf systemtheoretische Überlegungen wird es vor
allem darum gehen, nach Ursachen und Erklärungen für ein Gelingen bzw. Misslingen von Kommunikation zu suchen und hieraus kommunikative Erfolgs Strategien
von Trainern abzuleiten.4 Entsprechend gilt es zunächst, in die kommunikationstheoretischen Grundlagen der soziologischen Systemtheorie einzuführen und dabei alltagstheoretische Vorstellungen über die Funktion von Kommunikation hinter sich zu
lassen (2). Darauf aufbauend werden dann zwei zentrale Kommunikationsprobleme
abgeleitet und im Hinblick auf die Optimierung der Trainer-Athlet-Kommunikation
reflektiert. So geht es zum einen um das Problem, wie Trainer ihre Athleten erreichen
und die Verständigung mit ihnen sichern können (3). Zum anderen soll der Frage
2
3
Österreich gegen Deutschland am 6.2.2008 in Wien, Interview mit Gerhard Delling in der ARD.
Um Missverständnisse zu vermeiden: Damit ist nicht gesagt, dass kommunikative Kompetenzen
Erfolg sichern und Misserfolg ausschließen. Sportlicher Erfolg ist prinzipiell nicht planbar, sondern
unterliegt einer Vielzahl vom Trainer nicht beeinflussbarer Faktoren (z.B. Schiedsrichterleistungen,
Wetterverhältnisse, ökonomische Voraussetzungen, Talent der Athleten und der Leistung des Gegners). Entscheidend ist letztlich vor allem die sportliche Leistung der Athleten, und die lässt sich
nicht „herbeireden". Dennoch ist nicht zu bestreiten, dass die kommunikative Kompetenz von
Trainern einen wichtigen Erfolgsfaktor darstellt - schon allein deshalb, weil alle Versuche der Steuerung von Athleten immer durch das „Nadelöhr" der Kommunikation hindurch müssen.
Die vorliegende Analyse fokussiert ausschließlich die Kommunikation zwischen Trainern und Athleten, wohl wissend, dass Trainer in ein sehr viel komplexeres Handlungsfeld eingebunden sind und
sich darüber hinaus mit zahlreichen anderen Akteuren auseinandersetzen müssen. Siehe hierzu vor
allem Karl-Heinrich Bettes Studie zur Trainerrolle im Hochleistungssport (Bette, 1984).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
278
Carmen Borggrefe
nachgegangen werden, wie Trainer steuernd auf das Verhalten von Athleten einwirken können (4).
2
Kommunikationstheoretische Grundlagen
Im Alltag wird Kommunikation in der Regel als einfacher Sender-Empfanger-Prozess
begriffen, bei dem eine Person einer anderen mittels Sprache oder Gesten eine Information übermittelt, die diese dann aufnimmt. Doch wird selbst im Alltag immer
wieder deutlich, dass diese Vorstellung trügt: So zeigen tagtäglich auftretende Missverständnisse, dass kommunikativ „transportierte" Informationen keineswegs für
Sender und Empfanger gleich sind, gelingende Kommunikation also ganz und gar
nicht selbstverständlich, sondern eher unwahrscheinlich ist. Kommunikation ist eben
nicht als ein Ubertragungsprozess zu verstehen, bei dem ein Kommunikationspartner
eine Botschaft unmittelbar im Kopf des anderen Kommunikationspartners ablegen
könnte. Dies liegt daran, dass es sich bei Personen um psychische Systeme handelt,
die sich nicht wechselseitig determinieren können, sprich: Psychische Systeme stellen
autopoietische Systeme dar, die jeweils operativ geschlossen und autonom prozessieren, d.h., es gibt keine wechselseitige Durchdringung, keine Input-Output-Beziehung.
Die Unmöglichkeit der unmittelbaren Übertragung von Botschaften und der direkten
Einflussnahme auf autopoietische Systeme wird insbesondere dann deutlich, wenn
man sich im Anschluss an Luhmanns Kommunikationsbegriff der Trainer-AthletKommunikation zuwendet.5 Folgt man nämlich Luhmann, so besteht Kommunikation aus drei Selektionen: Information, Mitteilung und Verstehen (vgl. Luhmann,
1984, S. 194f.). Die erste Selektion betrifft die Information. Der Absender der Information („Alter") — in unserem Falle der Trainer — muss entscheiden, was er dem Athleten
(„Ego") sagen will. D. h., der Trainer selegiert aus einer Fülle möglicher Daten6 diejenigen, die er mitteilen möchte (vgl. Abb. 1). Die zweite Selektion stellt die Mitteilung
dar: Der Trainer entscheidet sich für ein bestimmtes Mitteilungsverhalten, d.h., die
Daten werden verbal oder nonverbal codiert. Die dritte Selektion erfolgt nun nicht
mehr durch den Trainer, sondern beim Gegenüber, dem Athleten. Aufgrund seiner
Beobachtung des Mitteilungsverhaltens des Trainers unterstellt der Athlet diesem eine
5
Luhmanns Kommunikationsbegriff wurde in die Sportwissenschaft von Thiel (2002) im Rahmen
seiner konflikttheoretischen Überlegungen eingeführt. Borggrefe, Cachay und Thiel (2006) entwickelten auf der Grundlage dieser kommunikationstheoretischen Überlegungen ein Modell sozial
kompetenten Trainerhandelns im Spitzensport.
Helmut Willke hat Luhmanns Kommunikationsmodell um den Datenbegriff ergänzt, um die Selektivität und die Systemrelativität von Informationen zu unterstreichen: „Daten sind die Ergebnisse
von Beobachtungen, mit denen beobachtende Systeme mit ihren spezifischen Beobachtungsinstrumenten Unterschiede registrieren" (Willke, 2005, S. 105). Das Bewusstsein arbeitet Daten zu Informationen auf, indem die Daten spezifische Relevanzfilter durchlaufen. Erst dadurch erhalten Daten
eine bestimmte Bedeutung und werden zu Informationen im Sinne von Gregory Bateson, d.h. zu
Unterschieden, die einen Unterschied machen (vgl. Bateson, 1972, S. 453).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
279
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
Mitteilungsabsicht, einen „Willen zum Sprechen" (Willke, 2005, S. 108). Dies stellt
den Startschuss für die anlaufende Kommunikation dar. Der Athlet bereitet die vom
Trainer übermittelten Daten anhand eigener, d.h. systemspezifischer Relevanzkriterien zu Informationen auf. Dies bezeichnet den Akt des Verstehens. Das Verstehen ist
dabei immer und ausschließlich eine eigene Selektionsleistung des Athleten. Der Trainer hat keinen direkten Einfluss darauf, wie der Athlet seine Botschaft rekonstruiert.
Er kann nur Daten und Mitteilungsverhalten so selegieren, dass der Athlet mit großer
Wahrscheinlichkeit die Kommunikationsofferte so versteht, wie er es intendiert. Im
Grunde bleibt ihm nur die Möglichkeit einer „Verstehenskontrolle" innerhalb der
Anschlusskommunikation, indem er die folgende Kommunikationsofferte des Athleten wiederum deutet und für sich rekonstruiert, wie der Athlet seine Mitteilung verstanden hat.
Kommunikation
Bewusstsein
Trainer)
Information A
Was sagt der
Trainer?
Verstehen
Mitteilung A
Wie deutet der Athlet
die Kommunikationsofferte?
Welches Verhalten
wählt er?
Verstehen
Anschlusskommunikation:
Hat der Athlet die
Kommunikationsofferte so verstanden,
wie der Trainer es intendierte?
Bewusstsein
Mitteilung Β
Wahl des
Mitteilungsverhaltens
Information Β
Informationsauswahl
In Abhängigkeit von
der Deutung
Abb. 1: Trainer-Athlet-Kommunikation
Begreift man Kommunikation in diesem Sinne als selektiven Prozess, dann lassen sich
aus Sicht von Alter vor allem zwei zentrale Probleme gelingender Kommunikation
ableiten: Die Selektivität des Verstehens und die Selektivität des Anschlussverhaltens.
Direkt übertragen auf die Trainer-Athlet-Kommunikation bedeutet dies:
(1) Die Selektivität des Verstehens macht es prinzipiell unsicher, dass Trainer und Athlet
innerhalb der Kommunikation etwas gleichsinnig verstehen in dem Sinne, dass sie aus
bestimmten Daten in gleicher Weise Informationen generieren. Verstehen stellt vielmehr einen selbstreferenziellen Prozess dar, der Sinn einer Botschaft wird immer auf
der Basis systemeigener Strukturen und Relevanzkriterien konstruiert. Und dies begründet das Problem gelingender Verständigung innerhalb der Kommunikation.
(2) Die Selektivität des Anschlussverhaltens macht es prinzipiell unsicher, dass der Athlet
das Selektionsangebot des Trainers als Prämisse seines Handelns zugrunde legt oder
einfacher formuliert: dass er tut, was jener von ihm will. Kommunikationen können
angenommen (Kooperation) oder abgelehnt (Widerspruch) werden. Hieraus ergibt
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
280
Carmen Borggrefe
sich die zweite zentrale Schwierigkeit der Trainer-Athlet-Kommunikation: das Problem
gelingender Steuerung.7
Gerade weil es sich in beiden Fällen um prinzipielle Probleme der Unsicherheit und
Kontingenz handelt, die jedweder Kommunikation anhaften und sich ihrem Gelingen
entgegenstellen, erwächst für einen am Erfolg orientierten Trainer die Notwendigkeit,
sich ihnen eigens zuzuwenden. Denn nur wenn diese Probleme vermehrt in Rechnung gestellt werden, erhöhen sich die Chancen, effektiver mit den eigenen Athleten
kommunizieren zu können.
3 Zum Problem gelingender Verständigung
Die Überwindung des Problems der Selektivität des Verstehens bzw. der „Sicherung"
von Verständigung setzt voraus, dass Alter und Ego den Sinn einer Botschaft in
„gleicher" Weise deuten. Eine solche Anschlussfahigkeit im Bewusstseinssystem eines
Kommunikationspartners kann dabei nur durch in Sprache gefassten Sinn hergestellt
werden. Verständigung setzt also zwingend voraus, dass in einer „einheitlichen" Sprache kommuniziert wird. Dies mag trivial anmuten, erweist sich in der Praxis aber als
schwerwiegendes Problem. Denn insofern Verständigung der Identifizierung anschlussfähigen Sinns bedarf, setzt sie zugleich eine adressatenangemessene sprachliche und nonverbale „Verpackung" dieses Sinns voraus.
Bezogen auf das hier vorliegende Problem der Trainer-Athlet-Kommunikation ergeben sich also spezifische Anforderungen an das Handeln von Trainern. So betrifft die
erste Anforderung, die ein Trainer im Hinblick auf verständigungsorientierte Kommunikation bewältigen muss, die „angemessene" Auswahl der Information: W&f kann
der Trainer sagen, wenn er will, dass der Athlet mit hoher Wahrscheinlichkeit auch
das versteht, was er sagen will? Das wichtigste Kriterium der Informationsauswahl
stellt hier zweifellos die antizipierte Anschlussfähigkeit des Bewusstseinssystems des
7
Darüber hinaus haben Trainer noch ein drittes zentrales Kommunikationsproblem zu lösen, das in
diesem Artikel jedoch nicht behandelt wird, nämlich das Problem einer effektiven Regulierung von
Konflikten. Die Systemtheorie bietet aufschlussreiche Ansatzpunkte zur Ableitung von Konfliktregulierungsstrategien, weil sie Konflikte nicht als etwas prinzipiell Schlechtes begreift, sondern als spezifische Verläufe von Kommunikation, die sich einerseits nutzbringend auswirken können, wenn sie
zu einer funktionalen Destabilisierung von Systemen führen, die andererseits jedoch auch eine
zerstörerische Wirkung entfalten können, wenn es zu einer Eskalation der Konfliktkommunikation
kommt. Für Trainer lassen sich daraus unterschiedliche Strategien im Umgang mit Konflikten ableiten, beispielsweise das bewusste „Entfachen" von Konflikten im Falle festgefahrener Systemstrukturen, aber auch die Eindämmung von Konflikten, wenn dadurch das System in seinem Bestand gefährdet wird. Zur systemtheoretischen Konflikttheorie siehe vor allem Luhmann, 1984, S. 488ff. In
der sportsoziologischen Literatur wird die Bedeutung von Konflikten und die Problematik der Regulierung von Konflikten u.a. in den Arbeiten von Cachay (1978), Cachay & Fritsch (1983) und
Thiel (2002) thematisiert. Zur Einordnung des Problems der Konfliktregulierung in ein systemtheoretisches Modell der Trainer-Athlet-Kommunikation siehe Borggrefe (2008).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
281
Athleten dar, wobei dem Trainer prinzipiell zwei Operationen zur Verfügung stehen,
sich dieser Anschlussfähigkeit zu vergewissern: Beobachtung und Kommunikation. So
kann der Trainer den Athleten dabei beobachten, wie dieser beobachtet, um daraus
Rückschlüsse auf dessen individuelle Sinnmuster und Relevanzkriterien zu ziehen.
Gleichzeitig sollte er hierbei aber auch immer mitbeobachten, wie er selbst den Athleten beobachtet. Denn für die „Sicherung" von Verständigung ist eine Integration der
unterschiedlichen Deutungsperspektiven unerlässlich, was bedeutet, den eigenen Beobachtungshorizont (Differenzschemata, Beobachtungsinstrumente) zu reflektieren
und mit dem Beobachtungshorizont der Athleten abzugleichen. Darüber hinaus kann
der Trainer aber auch die Person des Athleten — mit ihrer je eigenen Geschichte und
Identität, ihren Erwartungen und Bedürfnissen — zum Thema der Kommunikation
machen, um aus dieser Kommunikation Rückschlüsse auf die jeweiligen Deutungsschemata und die Anschlussfahigkeit spezifischer Informationen im Bewusstseinssystem des Athleten abzuleiten.8
Die zweite Anforderung betrifft die Wahl eines angemessenen Mitteilungsverhaltens,
denn auch dieses entscheidet maßgeblich darüber, wie der Athlet eine Botschaft für
sich rekonstruiert, sprich: Je nachdem, wie eine Information codiert wird, kann sie
ganz unterschiedliche Bedeutungen annehmen. Zu beachten bleibt, dass eine Mitteilung nonverbal (Gestik, Mimik) als auch sprachlich codiert werden kann, wobei auch
Stimmlage und Intonierung eine Rolle spielen. Mit anderen Worten: Je nachdem, in
welcher Lautstärke und Stimmlage, mit welcher Betonung oder mit welchen Gesten
untermalt etwas mitgeteilt wird, kann der Athlet dies ganz unterschiedlich deuten.
Entsprechend setzt auch die Wahl eines angemessenen Mitteilungsverhaltens reflexive
Beobachtungsprozesse voraus, wenn die Anschlussfähigkeit von sprachlich und nonverbal codierten Mitteilungen im Bewusstseinssystem von Athleten erfolgreich antizipiert werden soll.
Drittens schließlich ergeben sich weitere Anforderungen im Hinblick auf die Möglichkeiten des nachfolgenden Verstehens des Trainers und die Gestaltung der Anschlusskommunikation. Denn hier deutet der Trainer die Antwort des Athleten, d.h., er arbeitet die mitgeteilten Daten anhand seiner eigenen bewusstseinssystemspezifischen
Relevanzkriterien zu Informationen auf. Bei dieser Rekonstruktion sollte sich der
Trainer wiederum mit den beobachteten Relevanzkriterien des Athleten, mit dessen
Identität und Systemgeschichte, auseinandersetzen sowie die spezifischen situativen
Bedingungen berücksichtigen, um die Rückmeldung des Athleten „richtig" entschlüsseln zu können. Im Rahmen der Anschlusskommunikation ergibt sich somit die
g
Im Hinblick auf beide Operationen - Beobachtung und Kommunikation — gilt es allerdings zu
betonen, dass sie prinzipiell keinen Zugang zu den Bewusstseinsstrukturen des Athleten ermöglichen. Beobachtung führt immer nur zu beobachterabhängigen Konstruktionen wie auch Kommunikation stets als selbstreferenzieller Prozess aufzufassen ist, der hoch selektiven Bedingungen unterliegt.
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
282
Carmen Borggrefe
Möglichkeit einer „Verständigungskontrolle", indem der Trainer die Antwort des
Athleten mit seiner intendierten Botschaft abgleicht. Entdeckt er dabei Diskrepanzen,
dann hat er die Möglichkeit, darauf in der anschließenden Kommunikationssequenz
entsprechend zu reagieren, indem er zum einen seine Selektion von Information und
Mitteilungsverhalten variiert und testet, ob diese Variationen eine höhere Anschlussfähigkeit beim Athleten erzielen. Zum anderen kann er das wahrgenommene Verständigungsproblem aber auch im Rahmen reflexiver Kommunikation zum Thema
der Kommunikation machen und beispielsweise beim Athleten nachfragen, wie er ihn
verstanden hat und worauf sich ein mögliches Missverstehen zurückführen lässt.
Wir können festhalten: Der Erfolg von Trainern bleibt im Hinblick auf die Lösung
des Problems gelingender Verständigung in erster Linie davon abhängig, ob sie es
schaffen, sich immer wieder neu auf den jeweiligen Kommunikationspartner einzustellen und gegenüber dessen systemspezifischen Sinn- und Beobachtungshorizonten
sensibel und aufgeschlossen zu bleiben, d.h., Trainer müssen wissen, wie ihre Athleten „ticken", sie müssen lernen, das Verhalten der Athleten und ihre Erwartungen zu
„lesen". Dies erfordert vor allem komplizierte und sich fortlaufend wiederholende
Prozesse reflexiver Beobachtung und Kommunikation, denn erst so erschließen sich
die Möglichkeiten einer reflektierten, d.h., auf den jeweiligen Kommunikationspartner
ausgerichteten Gestaltung von Kommunikation. Allerdings bleibt dieser Prozess
zugleich an die Einsicht gebunden, dass es im Hinblick auf Verständigung letztlich nie
eine „hundertprozentige Sicherheit" gibt, so dass Missverständnisse und das fortlaufende Testen immer neuer Anschlussoptionen in Kauf genommen werden müssen —
oder, um es in den Worten eines Trainers auszudrücken:
„Es zählt nicht die Information, die man gibt, sondern die, die ankommt. Und auf das, was
ankommt, habe ich ja nicht immer einen Einfluss. W e n n ich merke, dass nicht das ankommt,
was ich eigentlich rüberbringen wollte, dann muss ich mir überlegen, wie ich die Informationsgabe verändern kann. [...] W e n n ein Trainer sagt, er versteht immer seine Spieler und seine Spieler verstehen immer ihn, dann ist das einfach gelogen. Das ist dann eine Schutzbehauptung" (Basketball-TR-2,180). 9
Als kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern lassen sich die dargestellten Anforderungen verständigungsorientierter Kommunikation in der nachfolgenden Tabelle zusammenfassen:
J
Die in diesem Aufsatz verwendeten Expertenzitate stammen allesamt aus der Studie „Sozialkompetenz von Trainerinnen und Trainern im Spitzensport (vgl. Borggrefe, Cachay & Thiel, 2006).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
283
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
Tab. 1: Kommunikative Erfolgsstrategien zur „Sicherung" von Verständigung
Selektion der Information
Beobachtung des Beobachtungshorizonts des Athleten
(anhand relevanter beobachtungsleitender Differenzen), des eigenen Beobachtungshorizonts sowie
situativer Bedingungen
Kommunikation über Persönliches
Selektion des
Mitteilungsverhaltens
Beobachtung des Zeichengebrauchs des Athleten
sowie situativer Bedingungen
—• Ableitung eines adressaten- und situationsangemessenen sprachlichen
und nonverbalen Mitteilungsverhaltens
—• Ableitung einer adressaten- und situationsangemessenen Informationen
Anschlusskommunikation
Deutung der anschließenden Selektionsofferte des
Athleten unter Berücksichtigung reflexiver Beobachtung des Athleten
„ Verständigungskontrolle"
im Rahmen eines „Abgleiche" von intendierter
Botschaft und Antwort des
Athleten
Bei Missverständnissen:
—> reflektierte Selektion von Information und Mitteilungsverhalten
Variation der Informationsund Mitteilungsselektion
Reflexive Kommunikation
über Verständigungsprobleme und Missverständnisse
4 Zum Problem gelingender Steuerung
Das zweite zentrale Problem, das Trainer in der Kommunikation mit ihren Athleten
zu lösen haben, betrifft die gelingende Steuerung. Hier gilt es, die Selektivität des Anschlussverhaltens des Athleten einzuschränken, wozu Sprache allein nicht ausreicht,
da diese stets binär codiert ist und für alles, was gesagt wird, jeweils eine positive und
eine negative Fassung bereitstellt, so dass man auf jede Kommunikation mit einem
„Ja" (Annahme) oder einem „Nein" (Ablehnung) reagieren kann. In der Absicht der
Konditionierung des Anschlussverhaltens bedarf es daher so genannter symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien, die „auf wunderbare Weise Nein-Wahrscheinlichkeiten in Ja-Wahrscheinlichkeiten [transformieren]" (Luhmann, 1997, S. 320).10
Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien — klassische Beispiele sind Wahrheit, Liebe, Geld, Macht und Recht — entfalten ihre Wirkung im Rahmen hochverdichteter Erwartungszusammenhänge. Ihre Leistung besteht darin, den Kommunikationspartner zur Annahme eines Selektionsvorschlags zu bewegen, indem eine Verknüpfung von Motivation und Selektion hergestellt wird. Dies meint nicht etwa eine
direkte Beeinflussung psychischer Systeme, sondern es geht um die Schaffung eines
10
Luhmann schließt mit dem Konzept symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien an die
Theorie der sozialen Interaktionsmedien von Talcott Parsons an (vgl. Parsons 1967; 1980).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
284
Carmen Borggrefe
Kontextes für automatisierte Anschlusskommunikationen (vgl. Willke, 2005, S. 272).
Generalisierte Erwartungsstrukturen können abweichendes Verhalten zwar nicht ausschließen, sie bieten jedoch einen gewissen Schutz vor Abweichungen, da sie in ihrer
Wirkung individuelle Motive und Bedürfnisse überlagern können, sprich: die psychischen Systeme quasi überrumpeln und deren Verhalten in vorgezeichnete Bahnen
lenken, und zwar unabhängig davon, ob sie dem zustimmen oder nicht.
Dieser Mechanismus der infrastrukturellen Wirkung spezifischer Erwartungsstrukturen lässt sich zur Steuerung von Individuen nutzen, allerdings nicht im Sinne einer
direkten, kausalen Steuerung, sondern allein im Sinne einer Strategie der Kontextsteuerungx, die im Kern auf einem indirekten Vorgehen beruht. So werden hierbei die relevanten Kontextbedingungen derart gestaltet, dass das zu steuernde Individuum sich
selbst steuert — und zwar nicht in zufalliger, sondern in intendierter Weise in den
Bahnen einer „konditionalisierten Selbststeuerung" (Willke, 2005, S. 286f.). Im Einzelnen heißt dies, dass auf die in einem bestimmten Kontext relevanten Erwartungsstrukturen und Kommunikationsmedien - Sprache, Geld, Wissen, Liebe, Macht etc. —
so einzuwirken ist, dass neue Kommunikationsmuster und neue Erwartungszusammenhänge entstehen, durch die die partizipierenden Bewusstseinssysteme zu der
gewünschten Selbststeuerung angeregt werden (vgl. Willke, 2005, S. 296f.). Dies
macht Kontextsteuerung allerdings zu einem schwierigen und höchst voraussetzungsvollen Unterfangen. Denn um ein System in reflektierter, d.h. in einer auf die Eigenlogik dieses Systems ausgerichteten Weise anregen zu können, muss sich jemand, der
steuern möchte, zunächst ein Bild von dem zu steuernden System machen und Informationen über dessen Eigenlogik und Funktionsweise erschließen. Doch damit
nicht genug: Darüber hinaus gilt es auch, ein Wissen über den Kontext, auf den man
einwirken möchte, d.h. auf die jeweils relevanten Kommunikationsmedien und ihr
Zusammenspiel zu generieren.
Bezieht man nun diese steuerungstheoretischen Überlegungen auf die Trainer-AthletKommunikation, dann lassen sich generelle Prämissen für das Steuerungshandeln von
Trainern ableiten: Der Trainer muss erstens mögliche Zugriffspunkte seiner Intervention identifizieren, d.h. beobachten, welche Kontexte und Kommunikationsmedien in
infrastruktureller Weise die Kommunikation in seiner Wettkampfeinheit konditionieren. Zweitens muss er auf diese Kontexte und Kommunikationsmedien so einwirken,
dass die gewünschte Selbststeuerung der Athleten angeregt wird. An diese Grundprämissen knüpfen die nachfolgenden Überlegungen an: Im Rückgriff auf die systemtheoretische Ebenenunterscheidung von Gesellschaft, Organisation, Gruppe12 und
11
12
Die Idee der Kontextsteuerung stammt von Helmut Willke und Gunter Teubner (siehe Teubner &
Willke, 1980,1984).
Luhmanns Typologie beschränkt sich zunächst nur auf Gesellschaft, Organisation und Interaktion
(vgl. 2005a). In der Folge haben andere Autoren (u. a. Willke, 1976; Neidhardt, 1979; Tyrell, 1983)
den Vorschlag gemacht, Gruppe als vierten Typ sozialer Systeme zu ergänzen. Luhmann selbst fügt
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
285
Interaktion gilt es, relevante Kontexte der Trainer-Athlet-Kommunikation zu identifizieren und jeweils Kontextsteuerungsstrategien von Trainern zu entwerfen.13 Dabei
kommt die Gesellschaftsebene allerdings lediglich als umfassende, nicht hintergehbare
kontextuelle Rahmung ins Spiel, weil auf dieser Ebene die übergeordnete und zentrale
Handlungslogik spezifischer Kommunikationszusammenhänge festgelegt wird,
sprich: Hier wird mit Hilfe systemspezifischer binärer Codes und dazugehöriger Programme darüber entschieden, welche Kommunikationen in diesen Kontexten überhaupt anschlussfahig sind.14 Für den Spitzensport heißt dies wiederum: Der Code
„Sieg/Niederlage" prägt als Leitorientierung sämtliche spitzensportspezifische Kommunikationen. Seine umfassende kontextuelle Steuerungskraft ist allgegenwärtig.15
Wer dieser Handlungslogik nicht folgt, ist im Spitzensport nicht anschlussfähig und
scheidet somit aus diesem Kontext aus.
Wenn also im Folgenden weitere Systemkontexte und Kommunikationszusammenhänge auf den Ebenen von Organisation, Gruppe und Interaktion betrachtet werden,
dann ist eines klar: Das Handeln der Akteure ist immer schon gerahmt und geprägt
durch die Logik des Siegescodes. Für die weiteren Ebenen lassen sich auf der Basis
kommunikationstheoretischer Überlegungen jeweils spezifische Kontextsteuerungsstrategien ableiten, die im Folgenden erörtert werden: Es sind dies die infrastrukturelle Nutzung organisationaler Strukturen (4.1), die Etablierung informeller Gruppenstrukturen (4.2) und die Personalisierung des Trainer-Athlet-Interaktionszusammenhangs (4.3).
13
14
15
schließlich in „Die Gesellschaft der Gesellschaft" mit der „Protestbewegung" noch einen weiteren
Typus hinzu (1997, S. 847ff.).
In der Sportwissenschaft wurde die Idee der Kontextsteuerung bereits in Arbeiten von Cachay und
Fritsch (1983) zur strukturellen Lösung von Konflikten in Sportmannschaften, von Cachay und
Thiel (1996) zur Erziehung im und durch Sportunterricht, von Thiel (1997, 2002) zur reflexiven
Selbststeuerung im organisierten Sport und zum Management von Konfliktpotenzialen in Sportspielmannschaften, von Bette (1992, 1999) zur wissenschaftlichen Sportberatung und reflexiven
Sportwissenschaft sowie von Bette und Schimank (1996, 2006) zum Konstellationsmanagement als
Strategie der Dopingbekämpfung aufgegriffen. Aus steuerungstheoretischer Perspektive sind des
Weiteren Arbeiten von Fritsch (1987, 1999) zu nennen, der die Bedeutung formaler und emotionaler Steuerungsmedien in Rudermannschaften reflektiert.
Zur Diskussion der Code-Problematik im Sportsystem siehe grundständig Schimank (1988), Stichweh (1990), Bette & Schimank (1995); zusammenfassend Riedl & Cachay (2002, S. 22 f.).
Beispielhaft lässt sich hier das Dopingproblem anfuhren, für das es trotz massiver Bemühungen
bisher keine erfolgversprechenden Lösungsansätze gibt. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen,
dass Doping aufgrund seines hohen Leistungssteigerungspotenzials hochgradig anschlussfähig ist an
den Siegescode. Alle Versuche der Spitzensportorganisationen, Doping durch verstärkte Sanktionierungen oder durch Pädagogisierungsstrategien zu bekämpfen, waren bisher in der Mehrzahl erfolglos. Im Spitzensport geht es eben nicht in erster Linie um Fair Play und andere „olympische Werte",
sondern primär darum, im Wettkampf zu siegen (zur Dopingproblematik siehe grundlegend Bette &
Schimank, 1995).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
286
Carmen Borggrefe
4.1 Infrastrukturelle Nutzung organisationaler Strukturen
Auf der Organisationsebene geht es in erster Linie darum, die Trainer-AthletKommunikation durch formale Mitgliedschaftserwartungen zu konditionieren. Formaüsierung zielt demnach vor allem darauf ab, die Athleten auf ihre Rolle als Mitglieder der Wettkampfeinheit festzulegen, ihre Motivation vollständig auf den sportlichen
Erfolg zu lenken und mögliche Störfaktoren, die dem sportlichen Erfolg entgegenstehen könnten, aus dem Kontext auszuklammern. Formalisierungsprozesse gehen in
der Regel einher mit Hierarchiebildung, Professionalisierung und Kommerzialisierung, wodurch die unterschiedlichen Akteursrollen mit spezifischen Kontroll- und
Sanktionspotenzialen ausgestattet werden. Entsprechend wird überall dort, wo sich in
Wettkampfeinheiten hierarchische und profes sionaüsierte Strukturen ausdifferenzieren, die Kommunikation durch die Medien Macht und Geld konditioniert, und dies
beeinflusst in entscheidender Weise auch die Trainer-Athlet-Kommunikation.
Nun können Trainer zwar bei dem Versuch, ihre Athleten in gewünschter Weise zu
steuern, kontextuell auf den Einsatz macht- und geldbasierter Kommunikation zurückgreifen, doch sollten sie dabei die möglichen Folgen in Rechnung stellen. So erweist sich machtbasierte Kommunikation zum einen letztlich nur dann funktional,
wenn sie latent, d.h. lediglich durch die Möglichkeit einer Sanktionierung wirkt, da ein
tatsächlicher Einsatz von Macht und Sanktionen jeweils für beide Kommunikationspartner mit negativen Folgen verbunden ist. Zum anderen ergibt sich im Hinblick auf
machtbasierte Kommunikation das Problem, dass sie lediglich „Verhaltenskonformität", nicht notwendigerweise jedoch „Einstellungskonformität"16 und Überzeugung
sicherstellen kann: „Die Kausalität der Macht besteht in der Neutralisierung, nicht
unbedingt in der Brechung des Willens des Unterworfenen" (Luhmann, 2003, S. 11).
Die Effektivität machtbasierter Kommunikation ist zudem häufig abhängig von der
Möglichkeit monetärer Belohnung17, und diese ist im Spitzensport nicht flächendeckend gegeben. Entsprechend scheinen derartige Formaüsierungsstrategien gerade
dort, wo der Einsatz von Macht nicht durch solche Belohnungsformen abgepuffert
wird und die selektiven Vorteile der Mitgliedschaft die Nachteile nicht ausgleichen
können, wenig Erfolg versprechend. Denn schließlich ist davon auszugehen, dass die
Bereitschaft von Athleten, individuelle Interessen und Erwartungen auszublenden,
umso geringer ist, je weniger sie im Gegenzug für die Festlegung auf ihre formale
Mitgliedschaftsrolle finanzielle oder materielle Gratifikationen erwarten können.
Angesichts dieser Schwächen machtbasierter Kommunikation empfiehlt sich für Trainer generell ein vorsichtiger und behutsamer Umgang mit Macht. Macht kann nur das
16
17
Zur Unterscheidung von Verhaltens- und Einstellungskonformität siehe bereits Cachay (1978, S.
238f.).
Zum Zusammenspiel macht- und geldbasierter Kommunikation in formal organisierten Kommunikationssystemen siehe Luhmann (1994, S. 302ff.).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
287
letzte Mittel darstellen, auf das Trainer bei ihren Steuerungsversuchen immer dann
zurückgreifen sollten, wenn alle anderen Mittel ausgeschöpft sind und das Treffen
kollektiv verbindlicher Entscheidungen notwendig wird. Darüber hinaus scheint das
besondere Steuerungsgeschick von Trainern im Spitzensport jedoch gerade darin zu
liegen, ohne den Einsatz von Macht auszukommen:
„Mir fällt es unheimlich schwer, das zu beschreiben, aber ich bin der festen Auffassung, dass
man Hochleistung nur aus einem schönen Umfeld heraus abliefern kann und nicht aus
Drucksituationen oder aus Situationen der Unzufriedenheit. Und insofern ist es sicherlich eine
Gratwanderung, dieses harte Training mit dieser Atmosphäre zu verknüpfen, dass jemand
sagt: ,Ich mache das hier alles gerne fünf Stunden am Tag.' Das ist die hohe Kunst, wo sich
dann eben die ganz guten von den etwas schlechteren Trainern unterscheiden. Dass ich eben
nicht den Zwang brauche oder Drohungen" (Basketball-F, 46).
4.2 Etablierung informeller Gruppenstrukturen
Betrachten wir bei der Suche nach relevanten Kontexten und Kommunikationsmedien als nächstes die Ebene informeller Gruppen. Gruppen zeichnen sich im Gegensatz
zu formalen Organisationen dadurch aus, dass sie ohne den Einsatz macht- und geldbasierter Kommunikation auskommen müssen und stattdessen darauf angewiesen
sind, dass die gruppenspezifische Kommunikation eine hohe Resonanz in den Bewusstseinssystemen der Gruppenmitglieder erzeugt. Gruppen rekrutieren ihre Mitglieder nicht nach formalen Kriterien wie Organisationen, sondern nach personalen:
„Eine Fußballmannschaft braucht einen Torwart; eine Gruppe, die in dieser Mannschaft entsteht, braucht ihn nicht. Rekrutiert sie ihn doch, so geschieht dies, weil die
anderen seine persönlichen Eigenschaften schätzen und mögen" (Neidhardt, 1979, S.
649).
Aufgrund der hohen Personalisierung sind Gruppen zur Steuerung der Kommunikation auf funktional äquivalente Mechanismen zu den Medien „Macht" und „Geld"
angewiesen. Dabei handelt es sich um die generalisierte Gruppenidentität sowie Vertrauen
und positive Gefühlsbe^ehungen. Während die generalisierte Gruppenidentität vor allem
dazu beiträgt, die gruppenspezifische Kommunikation in der Sach- und in der Sozialdimension zu konditionieren, wirken Vertrauens- und gefühlsbasierte Kommunikation
vor allem in zeitlicher Hinsicht (vgl. Neidhardt, 1979, S. 652f.).
In der Sachdimension wird durch die generalisierte Gruppenidentität festgelegt, welche
Themen und Verhaltensformen in der Gruppe anschlussfähig sind und wie sich die
Gruppe demzufolge von ihrer Umwelt abgrenzt. Gruppen im Spitzensport zeichnen
sich in sachlicher Hinsicht häufig durch spezifische Symbole und Rituale aus - beispielsweise die einheitliche Kleidung in den jeweiligen Vereins- bzw. Landesfarben
oder gruppenspezifische Kommunikationsformen wie das „Abklatschen" oder der
„Mannschaftskreis" zum Einschwören auf den bevorstehenden Wettkampf.
In der So^aldimension trägt die generalisierte Gruppenidentität vor allem dazu bei, die
Bindung der Mitglieder an die Gruppe zu fördern. Im Spitzensport ist dies insbeson-
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
288
Carmen Borggrefe
dere in Wettkampfeinheiten von Bedeutung, in denen die Mitglieder nicht durch formale Strukturen und vor allem geldbasierte Kommunikation gebunden werden können. Darüber hinaus geht die Ausbildung einer spezifischen Gruppenidentität auch
einher mit der Ausdifferenzierung spezifischer Gruppennormen und -regeln. Auch
wenn eine hohe Personalisierung das zentrale Systemprinzip von Gruppen ist und die
Gruppenkommunikation stets eine hohe Resonanz bei den Gruppenmitgliedern erzeugen muss, um diese zu binden, sind Gruppen dennoch auf ein Mindestmaß an
Formaüsierung angewiesen, um das Handeln der Mitglieder untereinander zu koordinieren (vgl. Fuhse, 2001, S. 24). Im Gegensatz zu den formalen Strukturen von Organisationen entstehen Gruppenregeln und -normen jedoch aus der Gruppe heraus in
einem selbstorganisierten Prozess, weswegen man vermuten kann, dass die Identifikation der Mitglieder mit den spezifischen Gruppenregeln und -normen größer ist als
im Fall von formalen Organisationsstrukturen.
Trotz dieser Leistungen der generalisierten Gruppenidentität in sachlicher und sozialer Hinsicht bleibt die Regulierung persönlicher Beziehungen unter den Gruppenmitgliedern aufgrund der hohen Binnenorientierung an den jeweiligen personalen Erwartungen der Mitglieder ein Systemproblem. Dieses Problem der Unsicherheitsabsorption im Rahmen persönlicher Beziehungen lösen Gruppen vor allem in der Zeitdimension durch die Etablierung von Vertrauen und positiven Gefühlsbeziehungen. Durch
Vertrauens- und gefühlsbasierte Kommunikation kann es Gruppen nämlich gelingen,
jene Zeit zu überbrücken, in der nicht alle personalen Erwartungen der Mitglieder
gleichzeitig Berücksichtigung finden können. Die wesentlichen Leistungen von Vertrauen und positiven Gefühlsbeziehungen bestehen dabei in der Relativierung von
Dissens und in der Kompensierung von Konsensusdefiziten (vgl. Neidhardt, 1979, S.
653). Im Spitzensport gewinnen diese Leistungen insbesondere Bedeutung im Hinblick auf Teilnahmemöglichkeiten an Wettkämpfen und die Partizipation am sportlichen Erfolg.18
Schließlich gilt es, im Hinblick auf die Bedeutung informeller Gruppenstrukturen im
Spitzensport einen Aspekt herauszustellen, auf den im Rahmen von Ursachenerklärungen sportlichen Erfolgs - insbesondere in Mannschaftssportarten - immer wieder
rekurriert wird: die Annahme nämlich, dass informelle Gruppenstrukturen, die dann
häufig mit Begriffen wie „Mannschaftszusammenhalt" oder „Teamgeist" umschrieben werden, einen wichtigen Einfluss auf den Erfolg von Wettkampfeinheiten haben
können. Aus gruppentheoretischer Sicht lässt sich dieser mögliche Leistungsvorteil
vor allem dadurch erklären, dass die autopoietische Reproduktion gruppenspezifischer Kommunikation gebunden ist an die Resonanzerzeugung in den Bewusstseinssystemen der jeweiligen Gruppenmitglieder. Auf dieser Basis scheinen informelle
18
Fritsch (1987, 1999) verweist in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit einer Abpufferung
formaler Mitgliedschaftsstrukturen durch die Entwicklung stabiler Sympathie- und Vertrauensbeziehungen in Sportmannschaften. Siehe hierzu auch Cachay und Fritsch (1983).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
289
Gruppenstrukturen im Spitzensport insbesondere auch die Integration individueller
und kollektiver Erfolgserwartungen zu ermöglichen. So kann man annehmen, dass
dadurch auch explizite Schwächen machtbasierter Kommunikation und formaler
Steuerung überwunden werden können — gerade wenn es um die Herstellung von
Überzeugung und Einstellungskonformität geht.
Fragt man nun danach, was ein Trainer tun kann, um die Etablierung informeller
Gruppenstrukturen zu fördern, dann ist hier insbesondere an die Schaffung spezifischer Kontaktmöglichkeiten unter den Athleten einer Wettkampfeinheit zu denken,
die die gegenseitige Beobachtung und die Selbstdarstellung der Akteure begünstigt.
Der Trainer kann beispielsweise gemeinsame Aktivitäten außerhalb des eigentlichen
sportlichen Kontextes initiieren und durch gemeinsame Erlebnisse die Personalisierung und den Zusammenhalt in der Gruppe fördern. Eine weitere Strategie kann sich
auf die selektive Zusammensetzung der Wettkampfeinheit beziehen in der Weise,
dass die Athleten nicht nur nach sportlichen Kriterien, sondern auch im Hinblick auf
Personalisierungschancen ausgewählt werden. Grundsätzlich muss es für Trainer
darum gehen, Gruppenkontexte so zu gestalten, dass sie die Integration individueller
und kollektiver Erfolgserwartungen ermöglichen.
Darüber hinaus ist es für Trainer im Hinblick auf die Etablierung informeller Gruppenstrukturen wichtig, ihre eigene Positionierung innerhalb oder außerhalb der
Gruppe zu reflektieren. Die Gruppenzugehörigkeit ermöglicht Trainern zwar eine
große Nähe zu den Athleten und der gruppenspezifischen Kommunikation und damit auch spezifische Möglichkeiten der Beobachtung. Gleichzeitig kann eine solche
Nähe jedoch die organisational verankerte Autorität des Trainers untergraben. Gerade
in hoch professionalisierten und kommerzialisierten Wettkampfeinheiten im Bereich
der Sportspiele, die eine hohe Medienaufmerksamkeit hervorrufen, sind in diesem
Zusammenhang auch Umwelterwartungen im Hinblick auf die Nähe bzw. Distanz
des Trainers zu informellen Gruppenkontexten zu berücksichtigen. Trainer sollten ihr
Verhältnis zu informellen Gruppen innerhalb der Wettkampfeinheit daher immer in
Abhängigkeit von den jeweiligen Strukturbedingungen der Wettkampfeinheit gestalten.
4.3 Personalisierung des Trainer-Athlet-Interaktionszusammenhangs
Als dritte Ebene möglicher Kontextsteuerung gilt es schließlich den Interaktionszusammenhang19 der Trainer-Athlet-Beziehung zu fokussieren. Ähnlich wie in Gruppen
19
Dieser Begriff wird hier gewählt, um deutlich zu machen, dass der Fokus nicht auf die Struktur
einzelner Trainer-Athlet-Interaktionssysteme gerichtet ist, sondern auf Erwartungsstrukturen, die aus
wiederholten Interaktionen resultieren. So bezeichnet der Begriff „Interaktionszusammenhang"
nach Kieserling „eine Mehrheit von Interaktionssystemen [...], sofern sie einheitlich erwartet und
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
290
Carmen Borggrefe
können auch hier Vertrauen und positive Gefiihlsbeziehungen entscheidend zur Unsicherheitsabsorption und Kontingenzregulierung beitragen. Die Leistung von Vertrauen zeigt sich im Rahmen der Trainer-Athlet-Interaktion einmal darin, dass durch
vertrauensbasierte Kommunikation Zeit überbrückt werden kann, in der personale
Erwartungen unberücksichtigt bleiben müssen, ohne dass es gleich zum Ausbruch
von Konflikten oder zur Aufkündigung von Kooperation kommt. Die Leistung gefühlsbasierter Kommunikation liegt hingegen vor allem in der Relativierung von Dissens
und der Kompensierung von Konsensusdefiziten. Durch die Ausdifferenzierung von
Vertrauens- und Sympathieerwartungen gewinnt die Trainer-Athlet-Beziehung somit
an Stabilität, die insbesondere die Voraussetzungen für eine längerfristige Zusammenarbeit schafft.
Im Hinblick auf die Unsicherheitsabsorption im Rahmen Vertrauens- und gefühlsbasierter Kommunikation bleibt allerdings zu betonen, dass es immer nur um die Koordination von Verhalten geht, nicht aber um die Konditionierung von Bewusstsein.
Für dieses Problem hat sich bisher kein symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium ausdifferenziert (vgl. Luhmann, 2005b, S. 36). Alle Versuche, auf autonome
Bewusstseinssysteme einzuwirken, beschränken sich demzufolge auf Überzeugungsversuche im Rahmen von Interaktionssystemen, in denen sich Trainer auf der Basis
reflexiver Beobachtung und reflektierter Selbstdarstellung bemühen können, ein
„Andocken" in den Bewusstseinssystemen ihrer Athleten wahrscheinlicher zu machen. Vertrauensbasierte Kommunikation stellt hier eine wichtige Voraussetzung für
Personalisierung und Selbstdarstellung und damit für die Ableitung personaler Erwartungen
dar. Dabei gilt es zu betonen, dass Vertrauen nur dort entstehen kann, wo es ein entsprechendes Klima gibt. Wird die Trainer-Athlet-Beziehung hingegen vor allem durch
organisationale Mitgliedschaftserwartungen und ein hierarchisches Verhältnis dominiert, dann kann kaum damit gerechnet werden, dass sich Athleten öffnen, Persönliches preisgeben oder divergierende Erwartungen kundtun. So konstatiert Kieserling
im Hinblick auf Interaktionssysteme, dass die „Abwesenheit von sichtbarem Zwang
und sozialer Pression eine unerläßliche Voraussetzung für Selbstdarstellung" ist. „Nur
wer nicht A sagen muß, von dem kann dann auch erwartet werden, daß er Β sagt"
(1999, S. 94).
Eine weitere Kontingenz regulierende Wirkung entfaltet Vertrauen im Zusammenspiel mit dem symbolisch generalisierten Kommunikationsmedium Wahrheit. Vertrauen manifestiert sich dann als stabile Erwartung, dass das, was jemand sagt, wahr ist,
und dass er mit dem, was er tut, richtig liegt. Das Medium Wahrheit begründet in
diesem Sinne eine „funktionale Autorität". Autorität definiert Luhmann als „zeitlich
generalisierten Einfluß", der sich in Erwartungen manifestiert, die sich dann etablieren, „wenn einflußnehmende Kommunikationen aus welchen Gründen immer Erfolg
einheitlich thematisiert werden kann [...]. In der Form der Erwartbarkeit solcher Erwartungen wirkt
der Interaktionszusammenhang an der Selbststeuerung der Einzelinteraktion mit" (1999, S. 221).
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
291
gehabt haben" (Luhmann, 2003, S. 75). Autorität kann zum Beispiel auf Macht beruhen oder eben auch auf Vertrauen und Wahrheit in der Form einer spezifischen
„Fachautorität" oder „Fachkompetenz". Anders als Autorität, die auf Macht und
Sanktionsmöglichkeiten beruht, bedarf die Autorität des Vertrauens einer Vermittlung
von Wahrheit. Die Vertrauensleistung besteht darin, dass übertragende Reduktionsleistungen ungeprüft als Prämisse des eigenen Verhaltens übernommen werden mit
dem Risiko, dass sie sich später als falsch herausstellen und nicht bewähren (vgl.
Luhmann, 2000, S. 68). Wahrheitsbasierte Kommunikation beruht demnach auf Vertrauensleistungen und umgekehrt führt ein wiederholtes Unterbeweisstellen fachlicher
Kompetenz zum Aufbau von Vertrauen. Im Hinblick auf die Trainer-AthletInteraktion setzt dies allerdings voraus, dass sich das entgegengebrachte Vertrauen
auch irgendwann auszahlt in der Weise, dass sich sportlicher Erfolg einstellt. Die Entstehung von Vertrauen bedarf konkreter Erfolgserfahrungen und hier zeigt sich erneut die rigorose Erfolgsabhängigkeit von Trainern: Wenn sich niemals Erfolge einstellen, entsteht kein Vertrauen in die fachliche Autorität, wodurch der Zusammenarbeit zwischen Trainer und Athlet die Basis entzogen werden kann.
Um die Personalisierung der Kommunikation mit den Athleten zu fördern und Vertrauen sowie positive Gefühlsbeziehungen zu etablieren, müssen Trainer Interaktionssituationen schaffen, die sich durch günstige Möglichkeiten der Selbstdarstellung
und Personenbeobachtung auszeichnen. Für sie selbst gilt es dabei, sich in diesen
Situationen offen und vertrauensvoll darzustellen. Um solche Situationen zu schaffen,
sollten Trainer möglichst häufig Einzelgespräche mit ihren Athleten suchen, die sie
einerseits dazu nutzen können, personale Erwartungen und Bedürfnisse der Athleten
in Erfahrung zu bringen, andererseits gilt es vor allem, den Athleten in diesen Gesprächen sportliche Entscheidungen und Erwartungen transparent zu machen. Zudem sollte das Trainerhandeln eine klare Linie und eine gewisse Konsequenz erkennen lassen, damit eine Erwartbarkeit ihres Verhaltens möglich wird. Ebenso stellt ein
vertrauensvoller Umgang mit Informationen über Athleten eine wichtige Prämisse
des Trainerhandelns dar. Und schließlich kommt es auch entscheidend auf die fachliche Kompetenz des Trainers an, genauer gesagt darauf, dass sich beim Athleten stabile Vertrauenserwartungen im Hinblick auf die fachlichen Qualitäten des Trainers
herausbilden, und dies beruht in erster Linie auf konkreten Erfolgserfahrungen.
Ob und wie eine Personalisierung der Trainer-Athlet-Beziehung gelingt, bleibt nicht
zuletzt auch immer von der zeitlichen Dauer und Kontinuität der Zusammenarbeit
abhängig. So erfordert gerade die Etablierung von Vertrauen und positiven Gefühlsbeziehungen eine längerfristige Zusammenarbeit. Im Hinblick auf eine optimale Dauer der Zusammenarbeit lässt sich allerdings konstatieren, dass hier nicht unbedingt ein
Maximum anzustreben ist, um die Entstehung eingefahrener Kommunikationsstrukturen und daraus resultierender Verständigungs- und Steuerungsprobleme zu vermeiden. Für Trainer gilt es demnach, die Kommunikation im Hinblick auf die Entste-
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
292
Carmen Borggrefe
hung bestimmter Routinen zu beobachten und die Beziehung gegebenenfalls auch
rechtzeitig zu beenden.
Analog zur Steuerungsstrategie der Etablierung informeller Gruppenstrukturen sollte
schließlich auch im Hinblick auf die Personalisierung der Trainer-Athlet-Beziehung
noch die konkrete Gestaltung der Trainerrolle reflektiert werden. Dies scheint gerade
deshalb bedeutsam, weil ja die bisherigen Überlegungen zu Formalisierungs- und Personalisierungsstrategien durchaus zu konträren Aussagen im Hinblick auf ein effektives Trainerverhalten fuhren. Personalisierungs- und Formalisierungsstrategien scheinen sich teilweise auszuschließen. Dies betrifft vor allem die „Kombinierbarkeit" Vertrauens· und machtbasierter Kommunikation: So entwickelt sich Vertrauen nur in
Kommunikationszusammenhängen, die die Kontingenz des Handelns gerade nicht
durch formale Strukturen und Hierarchien regulieren (vgl. Luhmann, 2000, S. 45). Für
Trainer können daraus Rollenkonflikte resultieren in dem Sinne, dass sie entscheiden
müssen, ob sie sich innerhalb der Kommunikation mit den Athleten eher auf ihre
formale Trainerrolle berufen oder ob sie versuchen, personalisierte Beziehungen aufzubauen. Die Konfliktlinie, die hier sichtbar wird, lässt sich zuspitzen in den Fragen:
Wie viel Nähe zwischen Trainer und Athlet ist einerseits im Hinblick auf eine effektive Personalisierung nötig? Und wie viel Distanz erfordert andererseits eine effektive
Formalisierung?
Trainer werden eine optimale Passung zwischen Distanz und Nähe nur erreichen
können, wenn sie in der Lage sind, ihre Rolle gegenüber den Athleten flexibel zu gestalten und jeweils einen situations- und adressatenangemessenen Umgang mit den
Athleten zu wählen. Dabei ist der Fachkompetenz des Trainers und dem Zusammenspiel Vertrauens- und wahrheitsbasierter Kommunikation besondere Aufmerksamkeit
zu schenken, denn eine flexible Rollengestaltung scheint vor allem dann möglich zu
sein, wenn Trainer ihre Autorität nicht in erster Linie aus den hierarchischen Strukturen der Organisation beziehen, sondern aus ihrer fachlichen Kompetenz. Distanz
manifestiert sich dann vor allem in Wissensdifferenzen zwischen Trainer und Athlet,
und diese Distanz kann auch dann aufrechterhalten werden, wenn die Beziehung ansonsten durch eine große Nähe geprägt ist. In dieser Kombination aus fachlicher Autorität und Nähe liegt ein ganz entscheidender Faktor für den Steuerungserfolg von
Trainern:
„Wichtig ist der Abbau der Distanz bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der fachlichen Autorität. [...] Man muss gucken, ob man das Distanzlose noch zurückgekoppelt kriegt auf die eigene
Linie, dass man die fachlich durchzieht. Dieses Verhältnis zu finden, ist das große Geheimnis"
(Hockey-TR-1, 98).
Fasst man die steuerungstheoretischen Überlegungen zusammen, dann stehen Trainern prinzipiell drei zentrale (Kontext)-Steuerungsstrategien zur Verfügung, auf die
sie in Abhängigkeit von situativen Faktoren und den jeweiligen strukturellen Bedingungen der Wettkampfeinheit zurückgreifen können: die infrastrukturelle Nutzung orga-
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
293
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
nisationaler Strukturen, die Etablierung informeller Gruppenstrukturen und die Personalisierung
des Trainer-Athlet-lnteraktions^usammenhangs. Daraus lassen sich spezifische kommunikative Erfolgsstrategien ableiten, die in der folgenden Tabelle dargestellt sind.
Tab. 2: Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Hinblick auf das Problem der
Steuerung
Infrastrukturelle Nutzung
organisationaler
Strukturen
Infrastruktureller Rückgriff
auf die Symbolsysteme der
Macht und des Geldes, um
die Grundvoraussetzung
der Erreichung sportlichen
Erfolgs sicherzustellen
Berücksichtigung des Professionalisierungs- und
Kommerzialisierungsgrads
der Wettkampfeinheiten —<•
Abpufferung machtbasierter
durch geldbasierte Kommunikation
Behutsamer Umgang mit
Macht: machtbasierte Kommunikation darf nur das
„letzte Mittel" sein, um kollektiv verbindliche Entscheidungen sicherzustellen
Etablierung informeller
Gruppenstrukturen
Personalisierung der Trainer-Athlet-Beziehung
Schaffung von Kontaktmöglichkeiten, die die Beobachtung und Selbstdarstellung
der Akteure begünstigen
(gemeinsame Aktivitäten,
vertrauensbildende Maßnahmen etc.)
Schaffung von Gesprächssituationen, die günstige Bedingungen für Beobachtung
und Selbstdarstellung bieten
Offene und vertrauensvolle
Selbstdarstellung des TraiSelektive Zusammensetzung ners: konsequentes Hanvon Mannschaften und Trai- deln, Herstellung von
ningsgruppen im Hinblick auf Transparenz über sportliche
Entscheidungen, Feedback,
Personalisierungschancen
Vertraulichkeit etc.
Positionierung des Trainers
außerhalb des eigentlichen
Beobachtung und Reflexion
Gruppenzusammenhangs
der Trainer-Athletzur Wahrung organisational Kommunikation im Hinblick
verankerter Autorität
auf eine optimale Dauer der
Zusammenarbeit
Anstoß gruppendynamischer
Prozesse, insbesondere:
Flexible Gestaltung der
Integration individueller und Trainerrolle auf der Basis
kollektiver Erfolgserwartuneines effektiven Zusamgen
menspiels fachlicher Autorität und Nähe sowie eines
Berücksichtigung strukturelsituations- und adressatenler Bedingungen und spezifiadäquaten Umgangs mit
scher Umweltenwartungen
den Athleten
im Hinblick auf die Nähe
bzw. Distanz des Trainers zu
informellen Gruppenkontexten
5 Schluss
Alle Versuche von Trainern, ihre Athleten zu erreichen und ihr Handeln und Erleben
in gewünschter Weise zu beeinflussen, beruhen immer auf Kommunikation, aber
diese Kommunikation können Trainer nicht instrumente!! steuern. Die Kommunika-
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
294
Carmen Borggrefe
tion erlaubt daher weder die direkte Übertragung von Botschaften von einem Individuum zum nächsten noch die direkte Einwirkung auf ihr Handeln und Erleben. Ob
und wie sich psychische Systeme irritieren lassen, bestimmt ihre eigene Systemlogik.
Diese Eigenlogik von Bewusstseinssystemen angemessen zu deuten und dem eigenen
Handeln zugrunde zu legen, stellt die Grundbedingung funktionierender und damit
den sportlichen Erfolg begünstigender Trainer-Athlet-Kommunikation dar.
Damit wird jedoch zugleich deutlich, dass dieser Erfolg prinzipiell nicht planbar ist.
Letztlich handelt es sich um „Trial-and-error-Verfahren", in denen Trainer bestimmte
Kommunikationsstrategien testen und über diese Tests Erfahrungen sammeln, die sie
zu hypothetischen Modellen erfolgreichen Trainerhandelns aufbauen, um dann in der
Praxis wiederum festzustellen, dass ihr Erfolg nicht sicher und voraussagbar ist. Erst
im Nachhinein lässt sich dann wiederum erklären, warum diese oder jene Maßnahme
funktionierte, warum eine bestimmte Strategie bei der einen Mannschaft zum Erfolg
und bei der nächsten zum Scheitern führte.
Ein an Optimierung orientiertes Ziel kann es demnach nur sein, aus der retrospektiven Bestimmung kommunikativen Trainererfolgs Ableitungen zu machen für zukünftiges Trainerhandeln, ohne dass dabei die Einsicht in die Notwendigkeit fortlaufender
Beobachtung
und
Reflexion
spezifischer Kommunikationsverläufe
und
-zusammenhänge verloren geht. So lässt sich mit Helmut Willke im Hinblick auf
Kommunikationsexperten konstatieren, dass ihr besonderes Geschick vor allem darin
liegt, „ihre Diagnosen tatsächlich als vorläufige Konstruktionen zu behandeln und auf
bestimmte Anzeichen hin zu revidieren — und dies so lange, bis sich jene besondere
Qualität einer wechselseitig akzeptablen und brauchbaren Systembeschreibung herauskristallisiert, welche die operative und generative Dynamik dieses Systems bezeichnet" (2006, 164). Je sensibler und aufgeschlossener Trainer demnach für die Beobachtung ihrer Athleten und spezifischer Kommunikationszusammenhänge innerhalb ihrer Wettkampfeinheit sind und je mehr es ihnen gelingt, ihre Beobachtungen
angemessen zu reflektieren und ihrem Handeln zugrunde zu legen, desto höher wird
die Wahrscheinlichkeit gelingender Verständigung und möglicher Beeinflussung innerhalb der Kommunikation mit ihren Athleten. Dabei müssen sich Trainer notgedrungen auf die Unsicherheit, die Umständlichkeit und die indirekten Wirkungen
ihres Handelns einlassen. Denn letztlich kann es für sie nicht darum gehen, „Sicherheit vor Überraschungen anzustreben, sondern einen kompetenteren Umgang mit
den unvermeidlichen Überraschungen, Ungewissheiten und Unsicherheiten zu entwickeln" (Willke, 2005, S. 174).
Erfolgsorientierte Trainer sollten sich also angemessen mit der prinzipiellen Unwahrscheinlichkeit gelingender Kommunikation „arrangieren". Im Hinblick auf das Problem der Verständigung heißt dies, die Selbstreferenzialität des Verstehens ernst zu
nehmen und die alltagstheoretische Vorstellung aufzugeben, sie könnten ihre Botschaften direkt in die Köpfe der Athleten hineintransportieren. Trainer müssen sich
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
295
vielmehr einlassen auf komplizierte und fortlaufende Prozesse reflexiver Beobachtung
und Kommunikation, denn nur so gewinnen sie die Möglichkeit einer reflektierten,
d.h. einer auf die Systemlogik der Athleten ausgerichteten Selbstdarstellung, und nur
so können sie auch im Gegenzug die Botschaften der Athleten in einer reflektierten
Weise deuten. Erst auf der Basis solch reflexiver Prozesse können Trainer die Wahrscheinlichkeit von Verständigung innerhalb der Kommunikation mit den Athleten
erhöhen. Dabei muss ihnen allerdings klar sein, dass sie sich der jeweiligen Bewusstseinslogik ihrer Athleten immer nur annähern können, indem sie auf der Grundlage
ihrer Beobachtungen hypothetische Modelle von deren Bewusstseinsstrukturen und
Deutungsmustern entwerfen. Vollständig durchdringen und in Erfahrung bringen
können sie diese jedoch niemals. Diese letztendlich nicht auflösbare Unsicherheit von
Verständigung in ihrem Handeln zu berücksichtigen, macht ein wesentliches Element
kommunikativer Kompetenz von Trainern aus.
Ähnliche Prämissen gelten für das Problem der Steuerung. Auch hier müssen sich
Trainer von alltagsweltlich gültigen Vorstellungen lösen, wonach sie die Kommunikation und darüber auch ihre Athleten direkt und zielgerichtet steuern könnten. Die
Autopoiesis und operative Geschlossenheit autonomer Systeme begründet eine
grundsätzliche Unwahrscheinlichkeit gelingender Steuerung.20 Wenn Trainer dennoch
in einer intendierten Weise Einfluss auf das Verhalten und Erleben ihrer Athleten
nehmen möchten, dann müssen sie sich auf einen sehr komplizierten und indirekten
Prozess kontextueller Steuerung einlassen. Konkret heißt dies, auf spezifische Kommunikationskontexte innerhalb ihrer Wettkampfeinheit und die dort relevanten
Kommunikationsmedien so einzuwirken, dass die an diesen Kontexten partizipierenden Bewusstseinssysteme der Athleten zu der jeweils intendierten Selbststeuerung
angeregt werden. Eine solche Kontextsteuerung erfordert bei Trainern wiederum
reflexive Prozesse der Beobachtung. Diese müssen zum einen darauf gerichtet sein,
die spezifische Logik der jeweiligen Kommunikationskontexte und der dort relevanten Medien und Erwartungsstrukturen zu „erfassen" und zum anderen muss es darum gehen, sich ein Bild zu machen von den Bewusstseinsstrukturen und Deutungsmustern der zu steuernden Athleten. Erst dadurch gewinnen Trainer die Möglichkeit,
in einer reflektierten Weise auf Kontexte einzuwirken, so dass spezifische Kommunikationsmuster entstehen, die die Athleten zu der gewünschten Selbststeuerung anregen. Angesichts der Kompliziertheit und Mehrstufigkeit kontextueller Steuerung muss
man allerdings davon ausgehen, dass auch Versuche einer reflektierten Einwirkung
auf geschlossene Systeme nicht generell zum Erfolg fuhren. Reflektiertes Trainerhandeln kann auch hier die Unsicherheit gelingender Steuerung lediglich reduzieren, jedoch niemals ausschalten. Die Gefahr des Misslingens ist allen Steuerungsversuchen
grundsätzlich inhärent. Folglich müssen sich Trainer notgedrungen auf die Unsicher20
Zahlreiche aufschlussreiche Beispiele zur „Logik des Misslingens" von Versuchen der Steuerung
komplexer und dynamischer Systeme lassen sich bei Dörner (2003) finden.
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
296
Carmen Borggrefe
heit und Nichtlinearität gelingender Kontextsteuerung einstellen und einkalkulieren,
dass ihr Steuerungshandeln häufiger in Sackgassen fuhrt oder mit Umwegen verbunden ist. Diese Unsicherheit wird gerade für Trainer im Spitzensport noch dadurch
verstärkt, dass ihre Steuerungsversuche in einem sehr komplexen Kontext stattfinden.
Auch lassen sich für Wettkampfeinheiten des Spitzensports keineswegs einheitliche
Erfolgs Strategien und Patentrezepte ableiten. Welche Kontextsteuerungsstrategien
schließlich zum Ziel fuhren, bleibt vielmehr von den jeweiligen strukturellen Bedingungen der Wettkampfeinheit sowie von situativen Faktoren abhängig. Für Trainer
heißt dies, dass sie bei ihren Steuerungsversuchen ständig offen und sensibel sein
müssen für Prozesse reflexiver Beobachtung. Denn nur so können sie strukturelle
und situative Faktoren sowie spezifische Verläufe und Veränderungsprozesse der
Kommunikation erfassen und ihrem Steuerungshandeln zugrunde legen. In der Bereitschaft, sich auf das komplizierte und indirekte Vorgehen kontextueller Steuerung
einzulassen und unumgängliche Umwege bewusst in Kauf zu nehmen, liegt ein weiteres zentrales Element der kommunikativen Kompetenz von Trainern.
Der systemische, sich von alltagstheoretischen Vorstellungen abhebende Blick auf die
Kommunikation von Trainern und Athleten im Spitzensport offenbart die ganze
Komplexität und die daraus resultierenden Schwierigkeiten der Realisierung kommunikativen Trainererfolgs. Diese Komplexität lässt sich weder mit psychologischinteraktionistischen Ansätzen noch in einer rein gesellschaftstheoretischen Perspektive hinreichend erfassen. Erst eine Perspektive, die es erlaubt, das komplizierte Verhältnis von Kommunikation und Bewusstsein zu erfassen, es in einen Kontext unterschiedlicher Systemebenen und Erwartungsstrukturen einzubetten und schließlich die
Interdependenzen und das Zusammenspiel der jeweils beteiligten Systeme aufzuzeigen, eröffnet einen hinreichend differenzierten Blick auf die Trainer-AthletKommunikation. Und erst auf der Grundlage eines solchen Gesamtbildes lassen sich
komplexe und differenzierte Lösungsstrategien im Hinblick auf spezifische Kommunikationsprobleme ableiten, die über bisher vorliegende Detailanalysen und Handlungsanweisungen hinausgehen.
Literatur
Bateson, G. (1972). Steps to an Ecology of Mind. New York: Ballantine.
Bette, Κ.-H. (1984). Die Trainerrolle im Hochleistungssport. Sankt Augustin: Richarz.
Bette, K.-H. (1992). Theorie als Herautforderung. Aachen: Meyer & Meyer.
Bette, K.-H. (1999). Systemtheorie und Sport. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Bette, K.-H. & Schimank, U. (1995). Doping im Hochleistungssport. Frankfurt am Main:
Suhrkamp.
Bette, K.-H. & Schimank, U. (1996). Coping mit Doping: die Sportverbände im Organisationsstreß. Sportwissenschaft, 26, 357-382.
Bette, K.-H. & Schimank, U. (2006). Die Dopingfalle. Bielefeld: transcript.
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Kommunikative Erfolgsstrategien von Trainern im Spitzensport
297
Borggrefe, C., Cachay, K. & Thiel, A. (2006). So^alkompetenζ von Trainerinnen und Trainern im Spitzensport. Köln: Sportverlag Strauß.
Borggrefe, C. (2008). Kommunikation im Spitzensport. Theoretische Reflexionen %u kommunikativen Elfolgsstrategien von Trainern. Schorndorf: Hofmann.
Cachay, K. (1978). Sportspiel und Socialisation. Schorndorf: Hofmann.
Cachay, K. & Fritsch, W. (1983). Überlebensprobleme von Gruppen im Hochleistungssport. In F. Neidhardt (Hrsg.), Gruppensoziologie. Kölner Zeitschrift fur Soziologie
und Sozialpsychologie. Sonderheft 25, 510-531.
Cachay, K. & Thiel, A. (1996). Erziehung im und durch Sport. In R. Voß (Hrsg.), Die
Schule neu erfinden (S. 333-351). Neuwied: Luchterhand.
Dörner, D. (2003). Die Logik des Misslingens. Reinbek: Rowohlt.
Fritsch, W. (1987). Dynamik und Selbstorganisation in Sportmannschaften. In J.-P.
Janssen et al. (Hrsg.), Handlungskontrolle und soziale Prozesse im Sport (S. 165-176).
Köln: bps.
Fritsch, W. (1999). Soziale Steuerungsmedien in Hochleistungssportgruppen. In W.
Fritsch (Hrsg.), Rudern — informieren, reflektieren, innovieren. Berichtsband zum 3. Konstanzer Rudersymposium 1997 (S. 96-104). Wiebelsheim: Limpert.
Fuhse, J. (2001). Unser „Wir" — ein systemtheoretisches Modell von Gruppenidentitäten. Schriftenreihe des Instituts für Sozialwissenschaften der Universität Stuttgart, 1,1-32.
Kieserling, A. (1999). Kommunikation unter Anwesenden. Studien über Interaktionssysteme.
Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Luhmann, N. (1984). Soziale Systeme. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Luhmann, N. (1994). Oie Wirtschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Luhmann, N. (1997). Oie Gesellschaft der Gesellschaft. Frankfurt am Main: Suhrkamp.
Luhmann, N. (2000). Vertrauen. Stuttgart: UTB.
Luhmann, N. (2003). Macht. Stuttgart: UTB.
Luhmann, N. (2005a). Interaktion, Organisation, Gesellschaft. In N. Luhmann, Soziologische Aufklärung 2 (S. 9-24). Wiesbaden: VS-Verlag.
Luhmann, N. (2005b). Die Unwahrscheinlichkeit der Kommunikation. In N. Luhmann, Soziologische Aufklärung 3 (S. 29-40). Wiesbaden: VS-Verlag.
Neidhardt, F. (1979). Das innere System sozialer Gruppen. Kölner Zeitschrift für Senologie und Sozialpsychologie, 31, 639-660.
Parsons, T. (1967). On the concept of influence. In T. Parsons, Sociological Theory and
Modern Society (S. 355-382). New York/London: The Free Press.
Parsons, T. (1980). Zur Theorie der sozialen Interaktionsmedien. Hg. u. eingel. von Stefan
Jensen (Studienbücher zur Sozialwissenschaft 39) Opladen: Westdeutscher Verlag.
Riedl, L. & Cachay, K. (2002). Bosman-Urteil und Nachwuchsförderung. Schorndorf: Hofmann.
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
298
Carmen Borggrefe
Schimank, U. (1988). Die Entwicklung des Sports zum gesellschaftlichen Teilsystem.
In R. Mayntz, B. Rosewitz, U. Schimank & R. Stichweh (Hrsg.), Differenzierung und
Verselbständigung. Zur Entwicklung gesellschaftlicher Teilsysteme (S. 181-232). Frankfurt
am Main: Campus.
Stichweh, R. (1990). Sport. Ausdifferenzierung, Funktion, Code. Sportwissenschaft, 20,
373-389.
Teubner, G. & Willke, H. (1980). Dezentrale Kontextsteuerung im Recht intermediärer Verbände. In R. Voigt (Hrsg.), Verrechtlichung. Königstein: Athenäum, 46-62 .
Teubner, G. & Willke, H. (1984). Kontext und Autonomie. Gesellschaftliche Selbststeuerung durch reflexives Recht. Zeitschriftfür Rechtssoziologie, 5, 4-35.
Thiel, A. (1997). Steuerung im organisierten Sport. Stuttgart: Naglschmid.
Thiel, A. (2002). Konflikte in Sportspielmannschaften des Spitzensports. Entstehung und Management. Schorndorf: Hofmann.
Tyrell, H. (1983). Zwischen Interaktion und Organisation I: Gruppe als Systemtyp. In
F. Neidhardt (Hrsg.), Gruppensoziologie. Kölner Zeitschriftfür Soziologie und Socialpsychologie, Sonderheft 25, 74-87.
Willke, H. (1976). Funktionen und Konstitutionsbedingungen des normativen Systems der Gruppe. Kölner Zeitschriftfür Soziologie und Sozialpsychologie, 28, 426-450.
Willke, H. (2005). Symbolische Systeme. Weilerswist: Velbrück.
Willke, H. (2006). Systemtheorie I: Grundlagen. Stuttgart: UTB.
Dr. Carmen Borggrefe
Universität Bielefeld
Abteilung Sportwissenschaft
Universitätsstraße 25, 33615 Bielefeld
E-Mail: [email protected]
Brought to you by | King's College London
Authenticated
Download Date | 10/27/17 10:37 AM
Документ
Категория
Без категории
Просмотров
15
Размер файла
811 Кб
Теги
2008, 0304, sug
1/--страниц
Пожаловаться на содержимое документа