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246
den Kork mit den Rijhren E FF yon D a b , bringe in D so
,
viel verdiinnte Schwefelsaure dass die Ddirte C C davon
iiberdeckt werden, fiille die 6eiden Rithren F P ebenfalls on,
iind stelle das Gnnze wieder wie z w o r zusammem
Ueber einige Qtiecksilbersalze mit organischen
Siiuren ;
von
Heinrich H a r f f ,
Cand. d. Pharniacie in Berglieim , Rcgiernngebczirk Cdn.
Eine yon der hag en-Buclrolzschen Stiftung gekriinte
Preisschrift.
Motto:
In’s Inn’i-e der fi’atur ,
dringt kein erachafner Ceist !
Haller.
V o r w o r t .
Ehe ich die specielle Beschreibung , der Liermit abgehandelten Salze beginne, g b b e ich, urn zu hsufige Wiederliolungen zu verlneiden, einige Worie vorausscbiclieri zu
miissen.
I) Die zu allen folgenden Versuchen angewandte salpetersaure Quecksilberoxydul Losung war auf folgende Weise
bereitet :
Acht Theile krystallisirtes salpetersaures Queclrsilberoxydul wurden unter Reiben in einem glasirten MGrser,
mit einem Theile concentrirter SalpetersIure gemischt worauf soviel destillirtes Wasser zugesetzt wvurde , dass die 61trirte Fliissigkeit ein specifisches Gewicht = 1,100hatie.
2) Die salpetersaure Quecksilberoxyd - Losung wurde bereitet y indent rothes Quecksilberoxyd in einer liinreichenden
hlenge concentrirter SalpetersPure aufgdiist und SO viel de-
-
,
,
247
stillirtes Wasser hinzugesetzt wurde, dass die filtrirte Fliissiglreit eine Eigenechwere = 1,100 erliielt.
3) Der angewandte Weingeist hatte ein specifisches Gewidit = 0,791 bei -I- 16O R.
4) Der Aether war bei derselben Temperatur von 0,7165
specifi3chem Gewichte.
5 ) Die Aeizarnmoniakfliifisigkeit hatte ein speoifisches
Gewicht = 0,950.
6) Die concentrirte Aetzltalifliissiglreit haite eine Eigenschwere = 1,400, die verdiinnte eine = 1,100.
7) Das specifische Gewicht der concentrirten Schwefclsaure .war = 1,850; das der verdiinnten war = 1,200.
8) Die concentrirte Chlorwasserstoffsiiure hatte ein specifisches Gewicht = 1,120, die verdiinnte hatte eins = 1,050.
9) Das specifische Gewicht der concentrirten Salpeterslure w a r = 1,200, das der verdiinnten = 1,080.
Urn die Aufliislichkeit der Salze in kaltem Wasser (welches eine Temperatur = i 5 O K. hatte) zu besfimmen, murde
wie folgt verfahren :
Hundert Gran eines jeden durch Troclrnen in einem Wasserbade , dessen Temperatur nie + 30° R. iiberstieg, iron
allem Wasser befreiten und zum feinsten Pulver zerriebenen
Salzes wurden init tausend Gran Wasser in einem init eirigeriebenem Stiipsel versekenen Glase linter fleissigen Scliiitieln zwei Srunden lang in Eeruhrung gelassen. Scliien das
Salz sich in dieser Quantitiit Wasser ganz zu liisen, so wurden gleich wieder neue hundert Gran des Salzes zugesetzt,
und dieses so oft wiederholt, bis eine Quantitgt Salz ungelijst zuriickllieb.
Naclidem nun die iiberstehende Fliissiglteit durch Filtration yon dem noch unaufgeliisten Salze getrennt war, wurden fiinfhundert Grart derselben in eineni glHsernen Abrauchschiilchen in obigem Wasserbade zur Trockne abgedamprt,
worauf das Schiilchen gewogen, von dem anhlngenden Salze
wohl gereinigt und wietler gewogeii wurde w o sich dann
aus c!em jetxigen Minclergewicht die Menge des aufgelosten
Salzes ergab , aus welcler nun die Aufloslichkeit desselben
in tausend Theilen Wasser bereclinet wurde.
Die Aufiosliclrlreit der Salze in Alkohol und nether
wurde auC dieselbe Weise bestimmt, blos waren hier die
Trichter beiin Filtriren Nit passendem Deckel versehen.
Die quantitative Zusammerisetzung der einfachen Salzc
wurde auf folgende Weise bestimmt 4) :
,
,
,
~-
*) Alle him vorkommenden Analysen sind nachHerrnH. Rose’s
Handbuch der analytisch. Chemie vorgenommen worden..
245
1) Bestimmung des Krystallisationszoassers.
Hundert Gran des, durch Driicken zwischen Lijsclipapier und Ausstellen an eiiien d s s i g erwiirmten Ort so
rasch als moglick von allem anhgngenden Wasser befreit en,
Salzes wurden gepiilvert in ein gewogenes Uhrglas, welches in warmem Sande stand gegeben und diese Vorricktung,
SO wie ein flaches , concentrirte Schwefelsiiure enthaltendes
ScLSlchen, unter die Glocke der Luftpumpe gestellt. Nachdein nun die Luft unter derselben iiiiiglichst verdiinnt warden, wurde der gescblossene Apparat vier und zwanzi,oStunden ruhig stehen gelassen. Als nach dieser Zeit das Sch&
chen wieder gewogen w a r , wurdc es zum zweiteninal unter
clenselben Verhsltnissen unier die Gloclce gebracht, und dieses Verfahren so oft wiederholt, bis tci den zwei letzten
WLgungen keine GewichlsverEinderung mehr zu bemerken
w a r , worauf der entstandene Verlust als Krystallisationswasser in Rechnung gebracht wurde.
,
,
Bestimmung der Quecksilberoqde.
2)
Hundert Gran des gelrockneten und gepiilverten Sakes
wurden auf obige Art mit Hiilfe der Luftpuinpe von allem
Krystallisationswasser befreit , worauf das wasserFreie Salz
i n einem wohlgereinigten Kolben mit concentrirter ChlorWassersloffsIiure iibergossen und init einer wasserhellen concentrirten Zinnchloriirlijsung versetzt wurde. Naclidem das
Ganze in einein Sandbade einigemal aufgewallt hatte , wurde
der Kolben verschlossen und ruhig erkalten lassen.
Hierdurch hatte sich nun das Quecltsilberoxyd vollstiindig reducirt setzte sich arifangs in Gestalt eines schwarzen
Niederschlages ab, der sicli (lurch Kochen zu grijssern Kugeln vereinigte, wollten sich auf diese Weise die griissern
Quecksilberkugeln nicht bilden SO wurde die klare iiber
dem Quecksilberiiiedersclilage stehende Fliissigkeit VOQ demselben ahgegossen, worauf concexitririe Cklorwassersloffslure
zugesetzt und mit dem Niederschlage erwHrint wurde, wo
sich dann jedesmal die griirjseren Kugeln bildeten. Nach dern
vollstiindigen Erlralten wurde die klare Fliissigkeit von den
Quecksilberkugeln abgegossen , worauf diese, ohne zu filtriren , mit Wasser, welches durch ChlorwasserstoffsHure angesiiuert w a r , gewaschen wurden, bis sie yon alleii fremden aufgelavten Stoffen beFreit waren, welches durch das
viillige Verdampfen eines Tropfens dieser Fliissigkeit auf
einem Platina - Blech erkannt wurde. Das zuruckgebliebene
Quecksilber wurde nun in einem tarirten Platina- Tiegel yon
dem uberslehenden Wasser durch Betupfen mit Lij~chpa-
,
,
249
pier befreit und an der Luft vallig gelrocknet. Jetzt wurde
nun durch abermaliges Wiegen des Tiegels die zugenommene
Scliwere erkanrit welche die Menge des metallischen Quecksilbers angab, die in hundert Theilen tles untersuchten Salzes enthalten war, woraus nun der Gehalt des Sahes an
Orydul oder Oxyd berechnet wurde. Nachdem nun auf
diese Weise 1) h a Krystallisationswasser und 2) das Quecksilberoxydul oder Oxyd des Salzes bestimmt w a r , so wurdc das noch fehlende als SB’ure angerechnet.
,
Quantitative Bestinamung der einzeZnn Bestandtiieile
der Quecksilbersalze mit Amnaoniak.
Die Bestiminung des ICrgstallisatioiiswassers untl der
Quecksilberoxyde, wurde bei diesel1 Verbindongen auf dieselbe Weise wie bei den einfachen Salzen vorgenommen.
Das dminoniak aber wurde auf die nclchfolgende Weise quantitativ bestimmt.
Hundert Gran der Yon allem anhgngenden Wasser befreiten Verbindung, wurden in eine kleine Retorte gegeben,
und hierauf zwanzig Gran Kalihgdrat uiid vierzig Gran Baryterdehydrat zugeaetzt , worauf alles durch Umschiitteln
gemischt und mit Baryterdehydrat bedeckt wurde. Der Hals
der Retorte wurde in eine Peine Spitze ausgezogen und diese i n
eine kleine Flasche geleitet , welche ungeFShr bis zur HIlfte
ihres Volumens mit Wasser gefiillt war, und \YO die Spilze
32011 iiber der Oberflzche des Wassers endigte. Der Hals
der Retorte ging durch einen Kork in die Flasche. Durch
diesen Korlr ging nocli eine Glasrohre in eine zweite Flasche,
welche concentrirte Chlorwasserstoffslure enthielt , und w o
die Rahre bis unter die OberflPche der Sgure reichte. ’Die
Verbindung der Retorte mit der ersten Flaxhe und die zwischen dieser und der zweiten waren luftdicht, die zweite
Flasche w a r hingegcn niclit luftdicht verkorkt.
Hierauf wurde die Retorte erliitzt, der Strom des entwickelten Ammoniilkgases ging in die erste Flasche, loste
sick in dein Wasser derselben auf und nur wenige atmosphhrische Luft ging durch die S u r e der zweiten Flasche.
Das weiiige die Luft begleitende Ammoniakgas ISste sich in
der S u r e auf.
Als sich keiir Ammoniakgas mehr entwickelte und das
letzte iturch das aus dem Hydrate entwickelte Wassergas
in die Flasche getrieben worden , wurde das Feuer entfernt.
Beim Erkalten der Retorte stieg die SSure aus der
zweitcnFlasche in die erste und erfiillte den leeren Raum der-
,
250
selben rnit Nebel von clilorwasserstoffsaurem Ammoniak. Die
feiiie Spitze der Retorte w u r d e sogleich abgeschmolzen.
Nachdem sich die Nehel im W a s s e r aufgeliisl hatten,
w u r d e der Inhalt der erstcn Flasclie, und auch m c h der
Tlieil der SBure, welcher in cler zweiten geblieben war,
vereinigt und mit einer Auflijsung yon Platinchlorid im Ueberschusse versetzt , worauf die Fliissigkeit sehr langsam im
Wasserbade beinahe z u r T r o a k n e abgedanipft , u n d dann
m i t wasserfreiein W'eingeist iibergossen wurde. Das sich
bildende urllijsliche Doppelsalz w u r d e darauf auf ein Filler
gegeben , mit Weingeist von allem anliiingenden Platinchlorid getrennt, und mit dem Filter i n einen tarirten Platintiegel gelegl , und nachdein der Declrel desselben aufgelegt
w a r , wurde er lange mlssig erhitzt, wobei das Piltruin
langsam verkolilte und das Chlorwassersloff dnimoniak allein
mit Chlor entwich, worauf die Kohle des Fillrums durch
Gliihen zerstort wurde. S l s nach dem Erkalten n u n der
Tiegel wieder gewogcn w u r d e , ergah sich die Menge des
iiietallischen Plat ins, welche in dem Doppelsalze enihalt e n w a r , wonach n u n der Gelialt a n Amnionialc berechnet
-
Wurde.
Da ick alle diese Ammoniali Verbindungen ails spslcr
-
etijrtert werdenden Griinden nach der Ansicht des H e r r n
Professor M i 1s c h e r 1i c 11 von dem Mercurius soZuti2is Ira?&nernanni , ale pflanzensaures dmmonialr und Queclcsilberosydul oder Oxyd Letraclite, so w u r d e der. Gehalt an S i u r e
jetzt als solcher angeseizt urn das erhaltene ilmmonialc in
das fragliche pllanzensaure umzuwarideln.
Die Beschreibung der verscliiedenen Salze habe ich also
folgen lassen, dass alle Salze derselben SSure, direkt auf
einander folgen , und z w a r zuersl die O x y d u l - und d a n n
die O x y d Salze.
Schliesslich habe icli nur noch zu bemerken, dass alle
zu d e n folgenden Versuchen angewandte SHuren von rnir
eigenhiindig bereitet waren.
,
-
,
25 I
Erstes KapiteI.
8 d z e mit Essigsiure.
1) Essigsaures Quecksilleroxydul. Hydrargyrum aceticum oqdulatum. Acetas hydrargyrosus.
Das essigsaure Quecksilheroxydul kann auf zweifache
Weise bereitet werden und zwar a) auf direktem Wege und
I) durch doppelte Wahlverwandtschaft.,
a) Eine bdiehige Menge reines Qwcksilberoxydul wird
mit einer verdiinnten Essigslure (tlesiillirtem Essig) gelroclit,
und hierauf kochendheise filtrirt, w o sich dann Leiin Erkalten ltleine Krystalle biltlen, welches Verfahren mit dem
zuruckbleibenden Quecksilberoxydul , und neuer Essigalure
so OR wiederholt wird, als sich beim Erkalten der filtrirten Fliissigkeit iiocli Krgstalle ausscheiden.
Diese sammle
inan und iroclcne sie an einein schatligen Orte.
b) Man vermische obige vorlier mit vier Theilen V\iasser
verdiinnte salpetersaure Quecksilberoxyduliiisung mit einer
Liisung des essigsauren Kalis yon 1,140 specifischem Gewichte so lange, als dadurch ein weisser kryslailinischer
Niederschlag bervorgebracht wird.
Derselbe wird durch
lliilfe eincs Filtrums yon der Fliissigkeit geschieden, mit
Wasser abgewaschen und ebenso an einem schattigen Orte
getrocknet.
Das nach ersterer Art bereitete Salz erscheint in lileinen , schuppigen , silbergliinzenden , biegsamen Kryslallen,
die sich weich anfiihlen lassen und einen widrigen Melallgeschmack besitzen. Im trocknen Zustande ist es am Lichte
hestiindig, im Wucliten wird es zuerst graulich, woraiif es
sich schwiirzt , was besonders sclinell unter dem Einflusse
der Sonne geschieht. Das auf letztere Weise bereiiete Salz
stellt ein krystallinisches Pulver, auch allenfalls Iusserst Irleine
KrystZlchen dar, welche selbst im trocknen Zustande ihre
Farbe verPndern, welclies darin seinen Grund h a t , dass
bei der Vermischung beicler Salze der wechselseilige Austausch
der Bestandtheile nicht vollliommen geschieht, und das erhaltene Salz siets etwas unzersetztes essigsaures Kali und salpetersaures Quecksilberoxydul enthdt.
Daher denn dos
erstere Verfnhrcn als das sicherste , urn ein reines PrSparat
zu erhalten den Vorzug verdient.
252
Bei seiner weitern Behandlung ergaben sich folgende
Resultate :
Tausend Theile lcaltea Wasser lijsten i,3 Theile Salz
auf. Beim Erwarmen des Wassers vermehrte sich die Aufloslichkeit des Salzes. Durch kochendes Wasser wird es zerlegt , ixideni es sich in metallisches Quecksilber und essigsaures Oxyd Salz umwandelt. Tn Alkohol und Aether ist
es unliislich.
Wird es mit Aetzamrnoniak iibergossen, so wird es
i n ein scliwarzes Pulver verw-andelt. W i r d dieses gehiirig
ausgesiisst und darauf coticentrirte Kalifliissigkeit gegossen, wlhrend man in einigem Abstande einen, mit Chlorwasserstoffs l u r e hefeuchteten Glasstab dariiber biilt , so bilden sich
reichlich weisse Nebel.
Ebenso zeigten sich weisse Nebel, wenn dieses Pulver
mit concentrirter Schwefelsiiure behaiidelt und ein in hetzammoniakflussigkeit getauchter Glasstab daruber gehalten
wurde. Bei einigem ErwIrmen des Ganzen war dieee . Erscheinung noch deutlicher.
Dieses Verhallen veranlasste mich , diese Verbindung
n l h e r zu untersuchen.
Die erhaltenen Resultate werde
ich die Ehre haben, sub Nr. 2. dieses Kapitels vorlegen zu
kiiniien. Beini Uebergiessen init Aetzlralifliisaigkeit nahm es
ebenfalls eine scfiwarze Farbe an.
Beim Uebergiessen mit
concentrirter Schwefelsiiure waren saure Dampfe von eich
entwickelnder EssigsIure bemerltbar. Verdiinnie SchwefelsIure brechte dieselbe Erscheinung hervor nur bedurfte es
hierzu einiger WSrme. Concentrirte Cblorwasserstoffsliure,
ebenso angewanclt verwandelte es anter Ausstossung der
Essigsfure in Calomel. Mit concentrirter Salpetersaure iibergossen, lode es sich giinzlich auf, wurde nun nack'einigem Steheti Aetzkaliflussigkcit zugesetzt
so entstand ein
Es halte sich also kierdurch etwas
brauner Niederschlag.
des Oxydul- Salzes in Oxyd - Salz umgewandelt.
W u r d e eine Probe dieses Salzes i n einer ail einer Seite
zugescbmolzenen Glasrijhre iiber der Spiritusflamme erhitzt,
so entwicltelten sich zuerst saure Diimpfe, dann schwiirzte
es sich und es sublimirte Quecksilber i n Gestalt eines graiien
Antiuges, welcher beim Eeriibren mit einem Glasstabe Quecksilber Kiigelchen gab, und in der Fiiihre blieb eine ICohle.
Auf Platinblech erhitzt, entwickelten sich ebenfalls saure
Dlmpfe, es schwifrzte sich, Quecksilber verfliiehtigte sich
Auf der Kohle vor dem Lothund die Kohle verbrannte.
rohre behandelt wurde die ganze Probe miter Feuererscheinung verfliichtigt ; da ich. befiirchtete, dass dieses Salz, SO
-
,
,
,
,
-
,
253
-
,
wie alle essig und ameisensaure Quecksilbersalze durch
langes Stehen im luflverdcnnten Raume mit dem Krystallisationswasser auck einen Theil ihrer SIure verlieren wiirden,
so wurde die quanlitative Zusammensetzung derselben Bus
dem erhaltenen metalliuchen Quecksilber, durch Hiilfe der:
SIttigungs- Capacitiit der S h r e n , wie folgt bestimint :
Hundert Gran des durch Driicken zwischen Loschpapier
und Ausstellen a n eineni mgssig erwgrmten Orie von allem
anhgngenden Wasser befreitea Salzes, wurden mittelst Zinnchloriir zersetzt. Hierdurch wurdeii 76,h Gran mctallisches
Queclrsilber erhalten welche 79,417 Gran Qoecksilberoxydul entsprecken. Um diese 79,417 Gran Oxydul in essigsaures Orydul umzuwandeln , werden, da die SEttigungs
CapacitSt der Essigsiiure = 15,550 ist, 19,401 Gran EssigsSure
erfordert , wodurch also 98,8 18 Gran essigsaures, Quecksilberoxydul entstehen. A n den der Analyse unterworfenen
zoo Gran fehlten demnach noch 1,182 Gran, welche, wie
ich glaube, nur als Verlust zu betrachten sind.
100 Gran dieses Salzes bestellen demnach aus .80,366
Gran Quecksilberoxydul und 19,634 Essigsgure und enthalten kein Krystallisationswasser, und es ist deinnach aus einem
Atom Quecksilberoxydul und einem -&tom EssigsEure zusammengesetzt und wird wie folgt bezeichnet :
=
3274,834, wonach sich durch Rechnung i n 100 Theilen
80,359 Quecksilberoxydul und 19,641 EssigsIure ergeben.
,
-
,
2) Essigsmres Quecksilheroxydul- Ammoniak. Hydrargyrum a m o n i a t o aceticum oxydulatum. Acetas ammoniacus cum Oxydo hydrargyroso.
Diese Verbindung kann erhalten werden, wenn man
zu einer wiieserigen Auflosung des essigsauren Quecksilberoxydul verdiinnte Aeizammoniakflussigkeil gieest wobei sich
die Pliissigkeit ein wenig triibt und allmiihlig etwas schwarzes Pulver absetzt. Allein wegen der Schwerliislichkeit des
essigsauren Quecksilberoxyduls kann auf diese Weise n u r
wenig dieses Priiparates erhalten werden. In griisserer Menge erhHlt man dasselbe, wenn man eine Unze fein geriebenes essigsaures Quecksilberoxydul in einer mit einem 6%sernen St6psel versekenen Flasche mit 16 Unzen Wasser umschiittelt und kierauf so vie1 vorher mit acht Theileri Wasser verdiinnte Aetzammoniakflussigkeit zusetzt als gerade hinreichtt-, aUes essigstrure Quecksilberoxydul zu zersetzen,
worauf die Flasche verschlossen und wiihihrend einigen Mi-
,
,
,
nuten fieissig umgeschiittelt wird. (Hierzu werclen da in
einer Unze obigen Salzes 94,276 Gran EssigsSure enthalten
sind 31,472 Gran Aetzanimoniak , welche in zgg,7 Gran
Aetsammoniakfliissigkeit von 0,950 specifischem C;eli.icLte
enttialten sind , erfordert). EIierauf wird das Pulver mit
I-liilfe eines Filtrums voti der Pliisei~keitgaschieden, wohl
ausgesiisst und bei gelinder W l r m e an einem schattlgen Orle
get rocknet.
Dieses Pulvel: ist von sainmetscl~warzer Farhe, ges c h m a c l d ~und
~ frei yon Queckuilberkiigelchen. Ferner zeigte
es folgendes Verhalterr :
I n Wasser, Blkohol und Aetlier ist es unlijslich.
Mit concentrirter Aetzkalifliis,sigkeit iihergossen wthrend man einen in Salzsffure getauchten Glasstab dariiber
hiilt , erzeugen sicti weisse Nebel. Concenirirte Schwefelsiiure darauf geschiittet , eraeugt bei einigem Erwtrmen,
beim Dariiberlialten eines mit Aetzammoniakfiiissiglteit befeuchteten Glasstabes ebeufalls weisse.Nebe1,
Concent rirte SchrvefelsH~ire verwandelt es -in Calomel.
Sa1pe:ersIure mit diesem Pulver oiner Uigestionswlrme susgesetzt , liist es rnit Zuriicklassung eines weissen Pulvers auf.
W i r d dieses durch Filtration ahgeschieden und gehijrig ausgesiisst so zeigt es gegen Reageniien folgendes Verhalten:
a) Beim Uebergiessen mit Aetzkaliliisung nimmt es
unter Entwicklung von Amnioniak eine gelbe Parbe an.
b) Mit concentrirter Scliwefels2ure behandelt giebt es
h i m Erwlrmen Dffmpfe , welche sich durch den Geruch
als.Salpetersture zu erkennen geten. Diesem Verhalten nack
beeteht es also aus Quecksilberoxyd Ammoniak und Salpeterssure. Die SalpeterGure hatte nImlich das Quecksilber, sich unter Austreibung der
oxydul in Oxyd umge~~vandelt
Essigslure des Ammoniaks bemlchtigt und aIs salpetersaures
Ammonialr im Entstehungs Momente mit einem Tkeile des
zu gleicher Zeit gehildeten Qoecksilberoxydes zu salpetersaurem Quecksilberoxyd- Aminoniak vereinigt.
Concentrirte EssigsHure von 1,050 specifischem Gewichte,
liist die scliwarze Verbindung irt der Wiirme .mit Zuriick-,
lassung einiger Quecksilberkiigelchen d l s t i i n d i g auf;
W i r d sie rnit Wasser befeuchlet in der €jand gerieben,
so bildcn sich Queclcsillier Kiigelchen.
In einer Glasriihre erhitzt verfiiichtigt sie SiCh unter
Zuriicklassung einer kaum bemerkbaren Spur yon Rohle,
woisei sie unter Enwicklung von Sauerstoffgas und Ammoniak zu metalliechem Quecksilber reducirt mird welches
sicli in Gestalt .cines Anfluges oben in der Riihre sublimirt.
,
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255
Auf dem Platinblech erhitzt , verfliichtigt sie sich giinzlich, wobei die Kolile verbrennt. Eberiso vor d e n LSthrohrc.
Hundert Gran des, auf die beiin essigsaureri Queclrsilberoxgdul aiigegebene Art, von allem Wasser befreiten Pulvers, murden mittelst Zinnchloriir zersetzt uncl dadurch 85,g
Gran inetallisches Quecksilbec erhalien, und bei dpr Analyse anclerer hundcrt Gran, auf die, in der Vorrede angegebene Art auf Ammonialr, wurden 12,6 Gran Platina, welche 2, i g i Gran Ammoniak entsprechen, erhalten. Uoi jeiies
i n Quecltsilberoxydul , untl dieses in essigsaures Aiiinioniak
umziimandeln werden 3,393 Gran Sauerstoff und 6,563 Grail
Essigslurc erfordert. Hiertliircli wiirderi also im Genzen
98,047 Gran erhalten wercleri, an den der Unlersucliung
iinterworfenen 100 Grail felilen demnach noch 1,953 Grant
suchen mir diese iid Verluste, so glaube ich diese Verbindung
der Analyse und dem iibrigen Verhallen zufolge, den1Merczwiw
sobibilis Hahncmanni analog, ails einem Atome essigsaurem
Ammoniak, und drei Aiomen Quecksilberoxydul bestehend, betrarhten zu kiinnen. Hiernach erhglt sie folgencle Formel uncl
Zohl N S 3 A -t- 5Wg =8752,596, woraus sich durch Rechnuiig
in hundert Theilen ergeben: Querksilberoxydul 90,189, und
essigsaures Amrnoniak 9,81 I , dieses letztere beslehend au9
2,450 Animonkk und 7,36 t EssigsEuce.
h s dieset AnsiCht hdn unser Prlperat betrachtend,
\yviii.de die BiIdung au€ Folgende Weise statt finden. Wenn
zu dem essigsauren Quecksilberoxydul , Aetzammoniak geset%twird, so entzieht letzteres den1 ersteren die Essigsiinre,
es bilclet sich essigsaures Animoniak utid Queclr$ilheroxyclii1
fillt mit einem Theile des za gleicher Zeit gebildeten essigSaiiren A m m d a k s , als sehwarzes Pulver t u Bodeit. W e n n
also 3 Atome essigsaures Quecksilberoxydul 3 &g A, und
3 Atome Ammoniak 3 SP3 zusnmmenkommen, so entstehen
3 Atome essigsaures immoniak 3 S H 3 A, und 3 A t o m
Quecksilberoxydul 3#g, Welche sick mit I Atome des essigsauren Ammoniaks verbinden und als die abgehandelte Verbindung zh Boden fallen, wlhrend zwei Alome essigsaures
Ammoniak aufgelijst Irleibeh. Dieses Salz aber, so wie zuvteL zugesetztes Ammoniak wirken zeraetzend, es bildet sich
metallisches Quecksilber und essigsaures Quecksilberoxyd,
.rveIches m U dem essigsauren Animoniak eisi aufliisllches Iloppelsalz bildet,
Darnit nun Jiese Zersetzung. des essigsauren
Quecksitberoxydola nieht erfolge , miissen g r o ~ s eVerdiinnungeti rnit Wasser geschchen und auch fiicht zuviel Ammoniak
zugesetzt werdoh 9 weiL durch dasselbe d a m metalli-
,
,
,
,
256
sches Quecksilber, . und die sub Nr, 4 dieses Kapiiels abgehandelte weisse Verbindung von essigsaurem Ammoniak mit
Quecksilberoxyd gefiillt werden wodurch dann das Prs'parat verunreinigt und grau yon Farbe wird.
Bus dieser Ursache ist auch diese Verbindung SO rasch w i e moglich yon
der dariiber stehenden Fl'liissigkeit zu trenrren.
3
) Easigsaures Queckdberoxyd. H y d r a r g p m aceticum
omjdatum. Acetaa hydrargyricua.
,
Dieses Salz 18'sst sich , wie das essigsaure Oxydul ebenfalls auf zweifache Weise bereiten, und zwar :
1) AuE tlirektem Wege.
Eine teliebige Menge Fein gepfilvertes Quecltsilberoxyd wird in der Digesiionswgrme unter fleiesigeni Schiit teln mit EssigsLure von 1,040 specifischem
Gewichle behandelt , bis es vollstlndig aufgelost ist.
Bei
dem Erkalten der Fliissigkeit sntsiehen Krystalle , welche
sich durch freiwilliges Vcrdampfen der Zl'lhigkeit bald vermehren, welche geaanimelt, mit Wogser abgewaschen und
a n eiriem iniissig erwiirmten Orte getrocknet werden.
n ) Durch doppelte VSTahlverwandlschaft. Eine nicht
zu verdiinnte Liisung des salpetersauren Quecksilberoxyds
wird mit einer ebenFalls nicht zu verdiinnten Liisung des
essigsauren Kalis zersetzt wobei es in Gestalt kleiner
Allein wegen der Pist
schuppiger Krystalle zu Boden falt.
gleichen Loslicbkeit beider neuentstandenen Salze ist es stets
mit salpctersaurem Kiili verunreinigt, daher diese Methodc
nicht empfehlenswerth ist.
Das auf erstere Art bereitele Salz, bildet aus grossen
Liisungen erhalten, vierseitige Tafeln die durchscheinend
oder perlmiitterartig glznzend bind und herb metallisch
schmecken. An der Luft Weibt es trocken, verliert aber in
offenen Gefken einen Theil seiner Skilire und nimmt eine
gelbe Farbe an, indem es sich in ein basisches Salz umwandelt. Es verhllt sich wie folgt: TausendTheile kaltes Wasser losen 364 Theile Salz auf, welche Lasung sehr gerrie
efflorescirt. Eine gesteigerte Temperatur beMrdert die L6slichkeit des Salzes aber ein Theil der Slure entflieht und das
gelbe basische Salz fillt zu Boden. Dieses geschieht nicht,
wenn das Wasser vorher mit EdsigsZure versetzt wird.
Wird dieses Salz anhaltend mit Wasser gekocht, so wirkt
die Essigsiiure reducirend, ilidem sich Quecksilberoxydul bildet .welches durch einen Zustaz von Chlorwasserstoffsiiure
als Calomel geFillt wird.
Tausend Tkeile Alkohol Maen 57 Theile Salz auf, w i d
,
,
,
257
es damit einer btihern Temperatur ausgesetzt, so wird es
eben so wie mit Wasser zerlegt.
W i r d dieses Salz mit Aelher Gbergossen-, so wird es augenbliclclich zersetzt i n das unlosliche gelbe basische Salz
uiid in ein saures auflosliches, w i r d der Aether yon dem ersteren abgescliieden und dein freiwilligen Verdunsteii iiberlassen, so schiesst letzteres Salz in Gestalt Neiner Krystalle an.
Wircl eine wlssrige Liisung des essigsaureii Quecksilbero x y d s init Aelzammoniakfliissiglceit versetzt so Mllt ein blendent1 weisses Pulver zu Boden, welcbes wohlausgesiisst mit
Aetzkalifliissigkeit iibergossen , gelb wird und Ammoniak
entwickelt , und iiiit contest rirter Schmefelslure behandelt,
EssigsIure entwickelt. Uieses tind noch mehr das Verhalten
des essigsauren Quecksilberoxyduls gcgen Aninionialt , bewogen niich, dieses Pulver niiher zii tintersuchen, und die erhaltenen Resultate unter Nr. 4 dieses Kapitels milzuttieilen.
W i r d der Salzliisung iletzkaliRiissiglceit zugesetzt SO
fillt Quecksilberoxydhydrat als gelbes Pulver nieder.
SctiwefelsIure dieser Lijsung zugesetzt , erzeugt einen
schiin gelben Nietlersclilag yon basisch schwefelsaureni Quecksilberoxyd (mineralischer Turpeih). SalzsIure blieb ohnc
sichibare Reaction. SalpeiersEure ebenso.
W u r d e n einige Grail des trocknen Salzes in einemUlirgliisclien mil concenlrirter SchwefelsHure iibergossen , so
entwickelle sicli Essigsliire, und das Salz liiste Bich auf den
Zusalz einiger Tropfen giinzlich
intleni sicli saures schwefelsaures Qiieclcsilberoxyd biltlete.
Concentrirte Chlorwassersloff - und SalpetersEure ebenso angewandt, liisten t s vollstPnc1ig unler Ausbreitung von Essigskiure.
Als eine Probe
dieses Salzes in einer Glasriihre erhitzt w u I d e , schmolz sie,
etwas Essigsliire wurde entwickelt , das Salz wurtle geschwPrzt Queclcsilber sublimirt und Kohle blieb zuruclc.
Auf Plalinblech erhitzt, verfliichligte es sich unler Ahsaiz
von Rohle, welche spPter verbrannte. Vor dein Lothrohr
auf Kohle behandelt w u r d e es unter Verbrennung verfliichtigt. Das bei cler Analyse mittelst Zinnchlorid auo hundert
Gran obigen Salzes erhtlltene Queclcsilbermetall entsprack
66,646 Gran Queclrailberoxyd , diese fordern zur Umwandl u n g in essigsaures Quecksilberoxyd 3 1,376 Gran EssigsBure.
I)a ich glaube, die noch fehlenden 1,978 &an niir im Verluste
suchen zu kiinnen, so enthblt auch dieses Salz ltein Krystallisalionswasser , u n d besleht obiger Analgee zufolge aus eineni
Atome Queclcsilberoxyd uod einem Atolne EssigsB’ure
17
Arch. d.Pharm. 11. Rcihe. V.Rds. 8. FIft.
,
,
,
,
,
259
. -
ETg A = 2009,012, wornach sich durch Rechnung 67,984
Queclisilberoxyd iind 32,016 Essigshre in loo Theilen desselben ergeben.
4) Essigsaures Qiiecksil6eroxyd - Ammoniak. Ilydrargyrum anmoniato - aceticurn oxydatum. Acetas ammoniacus cum Oxydo Rydrargpico.
Urn diese Verbindung zu erhalten, liise man einen Theil
essigsaures Queclisilheroxyd in zwijlf Theilen Wasser , und
so lange Aetzanimoniakniissiglceit , welche zuvor mit
ihrem gleichen Gewichie Wasser verdiinnt war hinzu als
dadiirch ein weisser Niederschlag hervorgebraclit wird. Diesen sammle man aiif einem Filter, siisse ihn aus und t r o c h e
ilin an einem scliattigeri Orte.
Von besonderer Schiiriheit e r h 3 t man dieses l‘riiparat,
menn m a n einen ‘Ttieil essigsaures Queclrsilberoxyd in zwijlf
TheiIen Wasser liist hierauf achl Theile essigsaure Ammoiiiakfliissigkeit von 1,035 specifiscliein Gewichte mischt , und
nun so lange liolilensaures Natron in einer hinraichenden
BIenge Wasser geliist, zusetzt, als dadurch ein Prfcipitat
von blendend weisser Farbe entateht, welcher wie ohen gesamineit , auegesiisst und gelrocknet mird.
Solhe tler Priicipiiat durch ELI vieles Zusetzen von Irohlensailrein Nairon eine gelbe Farbe angenornrnen haben, so
Iiann diese (aus spgter eriirlerten Griinden) wieder dadurch
i n die urspriingliche weisse umgewandelt werden, dass man
entweder etwas Essigsiiure oder essigsaures Amrnoniak zusetzt.
Der erhaltene NiederscLlag ist von blendend weisser
Farbe, VOII lierbem metallischen Geschinack, und wird selbst
im trodinen Zustande a n einem erwlrmlen Orie mil der Zeit
etwas gelb von Parbe, rascher geschieht diese Verlnderung
der Farbe im feuchten Zustande und kei Einwirliung der
Sonne. Tausend Theile Wasser lasen 5,7 Theile desselhen
auf. Lange mil Wasser gekocht, trill eine theilweise Zerset2ung desselben ein etwas EssigsPiire und Ainnioniak werden entwiclrelt, und das Ptilver nimint eine gelbe Farbe an.
In Alkohol und Aether ist es unliislich. Eeiln Uebergiessen
niit Kalihydratlijsung nimmt diese Verbindung unter Ent\yicklutig vbn hmmoniak eine gelbe liarbe an.
&tit concentrirter SchweFelslure behnndelt und einigeni
Erwlruien zeigten sich DBmpfe von entmiclielter Essigsiiure.
Concentrirte Salpeiersiiure verwandelle es bei einigem Stehen
und Erwarinen in salpetersaures Quecksilberosydammoniak,
setze
,
,
250
wiihrend die Essigsiiure ausgelrieben wurde.
Concentrirta
ChlorwasserstoffsZure loste es auf, aus welcher Losung Aefzkalifliissigkeit ein weisses Pulver (i~~ercllrircs
pruecipitatus
bus) fiillte.
I n einer Glasriihre erhitzt, wird es zuerst gelb es entmiclcelt sic11 Animonial~, Quecksilber sublimirt und etwas
Kohle bleibt zuriiclr.
Auf Platinblech verniichtigt es sich
unter denselben Ersclieiniingen und die Iiohle verbrennt.
Eben so vor dem LGthrohr.
Als hundert Gran dieses Pulvers mitfelst Zinnchloriir
zersetzt wurden, erhielt icli 75,6 Gran metallisches Quecksilber , welche 81,572 Gran Quecksilberoxyd entsprechen.
Bei der Bnalyse anderer huntlert Gran auf Ammoniak wurden aus dew erhullenen inetallischen Plalin 4,200 Gran Ammoniak berechnet , welche zur Umwandlung i n essigsaures
Ammunialc 12,58 1 Gran EssigsEure erfordern wiirden. An
den der Unlersucliung unterworfeiien I 00 Gran fehlen demnach noch 1,647 Gran.
Aus diesem, so mie aus seinein
iibrigen Verhalten gegen die angewandten Reagentien
glaube ich auch diese Verbindung, als der des salpetersauren
Queclcsilberoxydaiiiioniak analog, aus einem Aiome essigsauren Ainrnonialc und drei Atonien Queclrsilberoxyd bestehend, betrachlen zu kiinnen. Ihre Formel und Zahl wLre
demnach W € 3 % + 3Hg = 4955,180, woraus sich durch
Rechnung in 100 Theilen Quecksilberoxyd 82,696 und essigsaures Amnionialr 17,304 ergeben welches letztere wieder
aus Ammoniak 4,530 und EssigsEure 12,774 besteht.
Die Bildung dieses Priipnrats geschielit also, aus diesem
Gesiclilsprinkie betrachtet , auf folgende Weise :
W i r d dieses Priiparat nach erster Art behandelt , so ist
sie dieselbe wie bei dem essigsauren Queckgilheroxydulammoniak. W i r d es aber aus dem essigsauren Quecksilberoxyd
und essigsaurem Ammoniak durch Zusatz von lrohlensaurem
hTatron hereitet, so wirtl die Bildung dieser Verbindung
auf folgende Weise stattfinden : Das ltohlensaure Nalron
wird ale slPrliere Base sich mit der EssiyPure verbinden *)
mlhrend die jetzt freigewordene Kohlens+re entweicht.
Das hierdurch ehenfalls freigewordene Queclrsilberoxyd vereinigt sich i m Entstehungsmomente mit einem Theile des in
der Fliissigkeit vorhandenen essigsauren Amluoniaks und fillt
,
,
,
*) Das Quecksilberoxyd, aIs schwiichere Base wie Ammoniok,
wird hier der starkern Base (Natton) seine Siiure ziierst
abgeben miissen.
17
*
als weisses Pulver zu Boden, indess essigsaures Natron und
noch ein Theil essigsaures Ammoniak in der Flussigkeit aufgelijst bleiben.
W e n n also drei Atome essigsaures Quecksilberoxyd
3 Hg und drei Alorne essigsaures Ammoniak 3 13 # 3
sich
i n der Fliissigkeit aufgelijst beEnden, und diese durch kohlensaures Natron zersetzt werden, so entstehen drei Atome
essigsaures Natron 3 Na h und drei Atome Quecksilberoxyd
3&, welche letztere rnit einem Atome eseigsauren Ammoniak vereinigt, a16 weisses Pulver zu Roden fallen. Wird
noch mehr Natron zugesetzt, SO wirkt dieses ebenfalls zersetzend auf das essigsaure Ammoniak und das mit demselben im Niederschlage verbunden gewesene Queckailberoxyd wird, nach Verhsltniss der durch das zuviel zugesetzte Natron bewirkten Zersetzung des Niederschlags ausgeschieden wodurch tlas Przparat eine inehr oder weniger
gelbe Farbe erhiilt. W i r d zu einem solcken Prsparat , von
ausgescbiedenem Quecksilberoxytle gefgrbt EssigsPure gesetzt, SO wird sie dasselbe dadurch verbessern, dass sie das
ausgescbiedene Quecksilheroxyd auflosi ; essigsaures Quecksilberoxydarurnoniak aber wird es dadurch wieder herstellen,
indem es sick mit dem ausgeschiedenen Quecksilberoxyde
aufs neue zu der vorigen Zusammensetzung verbindet.
x
,
,
Z w e i t e s
Kapitel.
Srrlzc mit Amciaenaiiure.
1) Anteisensuures QueckoZberoqduZ.
HydTargyruln
formi&cu?n oqdulatwn. Fomias hyd~argp’osU8.
Dieses Salz 1Zsst sich, wie das essigsaure Quecksilberoxydul, auf zweifache Weise bereiten, und zwar :
Man iibergiesse einen Tkeil
1) Auf direktem Wege.
Quedlrsilberoxydul mit vier Theilen AmeisensPure von 1,080
specifischem Gewichte, und stelle das Gemenge einige Tage
unter iifterm Umschiitteln bei Seite, worauf man die von
dem ungelosten Oxydule &filtrirte Fliissiglteit mit Hiilfe der
Luftpumpe concentrirt. Hierbei setzen sich kleine Krystalle
ab, in Gestalt ailberglgnzender Schiippen.
Man zersetzt
2 ) Durch doppelte Wahlverwandtschaft.
obige mit vier Theilen Wasser verdiinnte Lasung des ealpetersauren Quecksilberoxydul~ mit einer Lijsung des ameisensauren Kalis yon 1,100 specifischem Gewichte, wobei es
26 1
in Gestalt eines feinen krystallinischen Pulvm zu Eoden
fdt.
Das ameisensaure Quecksilberoxydul stcllt entweder
schuppige Krystalle oder ;in krystallinisches Pulver dar yon
herbem Metallgeschmack.
Versucht man dasselbe von der
Fliissigkeit zu irennen, auszusiissen und zu trocknen, EO
wird es schon wlhrend dieser Behandlung iheilweise sersetzt indein die Bmeisenslure entweicht und Quecksilbermetall aurgesctiieden wirti, wodurch das Pulver eine melir
oder weniger schwarze k'arbe erhiilt.
Selbst unter Wasser
wollte es nicht gelingen , dieses PrBparat unvergndert aufzubewahren, denn auch hier wirkte die Ameisenslure reducirend auf das Oxydul.
Aus dieser Ursache konnte weder
die dufliislichkeit, noch die quantitative Zusammensetxung
desselben bestimmt werden. Gegen nachstehende Stoife verhielt es sich wie folgt:
W i r d das frisch bereiteie noch nasse Salz mil Wasser
iibergossen und einige Zeit unter Umschiittelri mit dieseni
i n Beriihrung gelassen, so wird es zuerst grau, die liliissigkeit wird von ausgeschicdener Ameisenslure sauer und auf
dem Botlen finden sich Quecksilberkiigelchen.
W i r d es mit Wasser gekocht, so zerfillt es in Oxydsalz .und Metall, welcher erstere aber wieder zu Oxytlulsalz
reducirt wird.
Dieses reducirte Oxydulsalz zerfGllt nun
wieder in Metall und Oxydsalz 11. s. w-., so dass bei forigesetztein Koclien alles Quecksilberoxydul zu Metali reducirt
wird , wlhrend die Aineisensiiure a ) frei wird. Mit Alkohol
und Aelher ergahen sich dieselben Erscheinungen.
Aetzammoniakfliissigkeit auf das frisch bereilete Salz geschiittet , erzeugt ein sctiwarzes Pulver , das wohl ausgesiisst, aid Zusatz
VOIL Aetzkalifliissigkeit Ammoniak und auf Zusatz von concentrirter SchwefelsZure Ameisensiiure entwickelte.
Aetzkalifliissigkeit fillte aus dem frisch bereiteten Salze Oxydul.
Concentrirte SchwefelsGire entwickelte Ameisenslure und
erzeugte schwefelsaures Queclrsilheroxydul.
Concentrirte
ChlorwasserstoffsIure bildete unter Austreibung der Ameisensaure Calomel. Salpetersiiure I S l e dieses Salz linter theilweiser Oxydation nach einigem Stehen vollkommen auf.
W u r d e eine Probe dieses Salzes in der Glasriihre erhitzt, so
entwich zuerst die SB'ure, die Probe scliwPrzte sich und es
sublimirte Quecksilber ohne Zuriicklassung einer Kohle.
Auf dem Platinblech erhitzt, wurde es eben so volllrommcn
vediichtigt. Vor dem Lijthrohr ebenso.
,
I
*)
zersetzt
262
D a ich dieses Salz ohne theilweise Zersetzung niclit im
trocknenZustaride erhalten konnte , so w a r es mir unmiiglich,
dasselbe einer quantitativen Untersuchung zu unlerwerfen ;
betrachten w i r es aber wie das essigsilurc Osgdulsalz, aus
einem Atome Ameisensiiure und einem Atome Quecltsilberoxydul bcstehend, so e r h l l t milii folgende Formel und Z a h l
& g F o = 3096,998. I-liernach berechnet, bestelit es in h u n dert rheilen ails AmeisensEure 15,026 und Quecksilberoxydul 8’4,974.
2 j Arneisensazcres Quecksilberoxyclid - Anmoniak. H y drarg3rum ammoniato -.formicicum. Formias amijioniacus cum O q d o hpirargyroso.
Bei der Bereiiung dieses Prlparats iritt .mieder iler Umstand uriangenehm enlgegen , dass sic11 das anieisensaure
Quecksilberoxydul nicht i n trocltner Geslalt darstellen IEsst,
und es blieb mir daher liein antlerer W e g offen, als tlurch
allmIliges Zilgiessen vcm Atnmoniabniissigkeit zii dein mit
\Tasser angeriebenen Salze diese Verbindung zu bereiten.
ES w u r d e demnach ein Theil des ebenbereiteten ameisensauren Quecksilberosyduls mit secliszehri Theilen Wasser
angeriihrt , und liierauf SO lange Aelzammonialifliissiglteit,
die vorher mit acht Theilen Wasser verdiinnt worden, zugesetzt, als dadurch ein Theil Pulver yon sainiuetschwarzer
Farbe erhaltcn w u r d e ; welclies auf ein Filter gebracht,
ausgesiisst und a n schattigem Orte getrocknet wurde.
Das auf diese A r t gewonrlene Pulver ist von schwarzer
Parbe, geschniacltlos und verliElt sich wie folgt : In Waser,
Alkoliol und Aether ist es volllcomnien unlBslich. Aetzltalifiiissiglreit entmicltelt hieraus deutlicli Ammoniak. Concentrirte
SchwefelsIure entwickelt bei einigem Erwiirmen aus demselben AmeisensXure. Concentrirte , so wie verdiinnte Chlorwasserstoffsihre verwandeln es i n ein weisses Pulver (Calomel).
Salpetersiiure lijst es mit Zuriicklassung eincs
weissen Pulvers (welches sich bei deri damit angestellien
Versuclien als salpetersaures Quecksilber - Ammonialr ergab)
auf. W i r d es mit concenlrirter EssigsBure digerirt so lijst
es sich mit Zuriicltlassung einiger Quecksilberkugeln vollstlndig auf. I n einer Riihre erhitzt, w i r d es unier Entwiclrlung yon Ammoniak und Sauerstoff, w l h r c n d Quecltsilh e r suhlimirt , vollkommen verfliichtigt. Ebenso auf Plat inblech u n d v o r dem Liithrohre. W i r d es angefeuchtet mitWasser in der H a r d gerieben SO bilden sich Quecksilberlrugeln.
.
,
263
Eei der Analyse rnit Zinnchloriir wiirden aus hundert
Gran dieses Pulvers 86,6 Gran metallisches Quecksilber erhallen, welche 90,002 Gran Qiiecksilberoxydul entsprechen,
und bei der Analyse anderer hundert Gran auf Ammoniak,
aus der erhaltenen Plalina (da ich diese Verbindung, so w-ie
die mit EssigsPure und alle dergleichen ]loch folgende, als
aus Quecksilberoxydul und pflanzenseuren Arnmoniak betrachte) 6,954 Grail ameisensaures Animoniak berecknel.
Hieriiach best elit es aus eineni Atome aiiieiserisauren Ainmoniak und drci Atonien Qiiecksilberoxydul W€33 FIJ+ 3 g
- 6574,760, woraus sich durch Rechnung Quecksiiberoxyd u l 92,07 I und ameisensaures Amnioniak 7,929 Theile in
hundert ergebcn, letzteres beeieht aus Ammoniak 2,501,
und AmcisensBure 5,426. Die Bildung dieser Verbindung
erfolgt, wie bei der mit EssigsEure.
-
3) Ameisensaures QuccksilberoxTd. Hydrargymrn formicieum. Formias hydrargyroszts.
1) Wird rotlies Quecksilberoxyd mit AmeisensPure VOII
obigcni specilischen Gewichle iibergossen, und liierauf beide
sloge w Ehrend 24 Stunden unter fleissigein Umschfilleh mil
einander in Beriihrung gelassen, so behiilt es seine rotlie
Farbe bei, allcin die von demselben abfiltrirte Fliissiglreit
zeigt folgeniles Verlialten :
W i r d Aetzarnitioniakfliissigkeit zugesetzt , so entsleht
ein scliwarzer Niederschlag.
Kalihydrat - Liisung verhElt
sicli ebenso. Einige Tropfen SalzsEure hineingetraclit, erzeuVS'ird die Fliissigkeik gegen eineri weissen Niedersclilag.
bocht , so selzen sich Queclrsilberlriigelchen zu Boden, wiihrend die vori diesen getrennte FlGssigkeit a) mit Ammonialc
einen grauen und b) mit Kalihydralliisung einen hraunen
Niederschlag giebt. Dcmnacli enthielt also die erstere ungckochte Flussigkeit bIos ein Oxydulsalz, inclem die Arneisenszure a u l das aufgeliiste Oxyd reducirend gewirkt hatte,
und die gelwchte enihielt beide Oxyde aufgelijst , indem dss
Oxydulsalz durcli die hohe Temperatur in metallisches Queclisilber und Oxydsalz theilmeise zerfallen mar.
2) Hierauf wurde Quecksilberoxyd mil Ameisenslure
gekocht, allein augeriblicklich fie1 schon in Folge der eingetretenen Zersetzung Quecksilber regulinisch zu Eoden, wodurch das noch unzersetzie Quecksilberoxyd dunklei- von
Farbe erschien, und die getrennte Fliissigkeit enthielt wieder Oxydul und Oxydsalz aufgelost.
-
264
Da auf diese Weiae die Darstellung des ameivensauren
Qiiecksilberoxyds nicht gelingen mollte so wurde eine Lasung des salpetersauretl Quecksilberoryds mit einer Losung von
anieisensaurern Kali zersetzt I das hierdurch entsiantlene
aineisensaure Quecksilheroxyd fie1 theils zu Eoden, theils
bheb es aufgeliist.
Die von dem Niederschlage augenblicklich gelrennte Fliissiglreit gab mit Belzammoriiak einen
grauen und mif Aetzkaliliisung einen braunen Niederschlag,
SalzsEiire hinaugesetzt erzeugte Calomel.
Das auf dem Filtrum zuriickgebliebene versuchte ich
nun auezusussen und zu troclinen, allein immer wiirtle es
wiihrenti dicser Behanillung rlurcli ausgeschiedenes Quecksilberoxydul und Metall geschwiirzt, indess die S5ure sich
verfluchtigte.
Hiereus ergiebt sich dass das arneisensaure
Quecksilberoxyd nur i m Enistehungs Momenie als solches
besteht , und gleicli durch die retlucirende liraft der AmeisensEore in Oxgdulealz umgewandelt wird. Denlren w i r uns
dafselbe \vie das essigsaure Quecksilberoxgd aus einern Atome Arneisenshre bestehenci , so erhiilt es folgende Formel
und Zalil i-Ig Fo = 1831,176, und besieht demnach in 100
Theilen, wasserfrei betrachtet, aus Quecksilberoxyd 74,587,
untl Ameisensaure 25,413Theilen.
Ails dem Verhulten des ameisetisauren Quecksilheroxyds
gcgen ArnmonialrRiissiglceit (indem es niimlicli tlainit einen
grauen Niedersch!ag gab, wogegen Aetzkaliflussigkeit einen
braunen erzeugle) glaube ich schlicssen zu kiinrien, dass die
AmcisensSirre , iihnlich der Essigs~rtre, rnit Arnrnoniak und
Quecksilboroxytl eine Verbindung eingchen k6nne.
,
,
Dr i t t e s Kapitel.
Sdze init Oxalsirurc.
l j Oxalsaures Quecksilberoxyaul.
nydrargyrum oxaZicum. Uxalas h+-argyrosus.
,
Uni dieses Salz darziisfellen wurde ein Theil Quecksilberoxytlul und drei Theile Oxalsluke mit zwei Theilen
Wasser angeriihrt, worauf dieses Gemenge an einen rngssig
erwZrmIen Or1 gestellt und hHufig u~ngerchrtwurde. 'Nach
Verlauf von vier Tagen wurden noch sechs Theile Wasser zugesetzt und das wobl untereinander geriihrte Genienge auf ein
Filtrurn gegehen. Die diirchgelaufene Fliissiglreit war vollkommen wasserhell, sclimeekte rein sauer, und gab mit Schlve.
265
felwasaeraioffwasser eine leichle Triibung. Ab hierauE ein
gleiches Gemenge zwei Stunden lang einer bis zum Siedepunkt gesteigerten Hilze ausgeselzt wurde , zeigte die auf
obige Art gewonnene Fliissigkeit eine siiirkere Reaction mit
Schwefelwasserstoffwasser.
Hieraus folgt , dass die OxalsPure das Queclrsilt~eroxydulin der Hiize zwar inelir wie
bei der gewoknlichen Teinperatur angreift , allein die Gewinnung des oxalsauren Queclisilberoxyduls auf diese Weise
nur schwierig und in kleiner Menge gescliehcn Iiann.
Leichter und in griisserer Menge erhiilt man dieses Salz,
wenn die Lijsung des salpetersauren Quecksilberoxyduls niit
vier Theilen Wasser verdiinnt und niit eirier LBwng des
oxalsauren Kalis von 1,100 specifischem Gewichte zersetzt
w i d , wobei es als ein loclieres Pulver zii Boden fiillt , welches auf ein Filter gebracht, wok1 ausgesiisst und im Schatlen getrocknet w i d .
Das auf diese Weise gewonnene Salz ist ein weisses
iiacliher aber
lockeres Pulver , anfangs fast gescbinaclilos
von herbem Metallgeschmack.
Trocken bleibt es an der
Luft unveriindert , allein feucht gehalten, wird es grau, was
besonders rasch unter dem Einnusse der Sonne erscheint.
Es verhiilt sich wie folgt :
In kaltem Wasser ist es fast unlSslich *), ein Zusatz
von Oxalsiiure machl es in cjemselben aufloslicher. Durch
anhaltendes Kochen mit vielem Wasser wird es in ein basisclies
unliisliclies uud in ein saures auflosliches Salz verwaridelt.
I n Alkohol und Aether ist es unliislich.
Wird dem in Wasser schwebenden Salze Aetzammoniakniissigleit zugesetzt,
so entsteht dadurch ein schwarzes Pulver, welclies mit KaIihydralliisung iibergossen, Ammoniak entwickelt.
Mit
Aetzkalifliissigkeit behandelt nirnmt es eine schwarze Farbe
an. Concentrirte SchwefelsZure zeigte in der Kiilte keine
bemerkbare Reaction, wird sie damit erhitzt , so last sie
dasselbe unter Entwiclrlung von Kohlenslure und schwefligsaurem Gase auf (indem sich saures schwefelsaures Queclrsilberoxyd bildet), ohne dasselbe zu schwsrzen. Salzslure erzeugt Calomel. Concentrirte Salpetersiiure lost es, besonders unter Mithul€e der Wiirme uncl theilweiser Oxgdation
volIdlndig auf.
In einer Glasriihre lilngsam erhitzt, wird
es mit einer schwiichen Explosion theilweise zerselzt, ein
Theil Quecksilber sublimirt metallisch und ein Theil des
Auf
Salzes unverlndert ohne Zuriicklassung von Kohle.
,
,
,
*) loo0 Gran losen kauin einen einzigen.
266
dem Platinblech w i r d es unter denselben Erscheinungen vollstiindig verfliichtigt. Ebenso vor dein Lijlhrohr.
Wird es mil einem etwas erw.viirmten Hammer geschlap i , SO w i r d es ebenfalls mil einer kleinen Explosion zersetzf. Nach der Analyse besteht es iri hundert Theilcn aus
Queclrsilberoxydul 83,732 und OxalsPure 16,268 Theilen,
iind entliiilt kein l~rpslallisalioiiswasser. EesteLt demnach
ails einem Atome Queclisilberoxydul und einem Atome OXalsiiure. Z g 0 = 3084,5 1 8 , woraus sich durch Rechnnng
Quecksilberoxydul S5,3 I 8 und Oxalsiiure 14,682 i n 100 TheL
len ergeben.
2 ) Oxalsaures Qtiecksilberoxydul- Ammonia/c. Hydrargyrum amimniafo oxaliciina oxyrlzilatum. Oxalas ammom'aciis cum Oxydo hyclrargyroso.
.Dieses PrB'parat wurile wegeii der Sc1iweraunijslichl;eit
des oxalsauren Quecksilberoxyduls auf dieselbe Weise wie
das essigsaure Quecksilberoxydul - Anunoniak bereitet.
Es ist ein Pulver von ganz schwarzer Farbe, gesckmack10s uitd vijllig frei von Quecksilberkugeln.
I n W a s s e r , Alliohol und Aetlier ist es unlSslich.
blit Kalihydrat - Losung entmicltelt es Ammoniak. M i t
concenirirfer SchwefelsEure iibergossen , bildet es, besontlers
bei einigeru Erwiirmen ein weisses Pulver (schwefelsaures
Quecksilberoxydul) , welcties bei d e n Zuselzen von neuer
Schwefelsiiure fast vcrschwindet.
Conceiitrirte Salzsiiitre erzeugt Calomel. Mit SalpeterS u r e digerirt , liist es sich mit Zuriicidassung eines weissen
Pulvers (salpetersaures Qriecksilberoxy~t Arnmoniak) auf.
Blit concentrirter Essigs%ire tligcrirt , lijst es sicli niit Zuriicklaasung von nictalliscliem Quecksilber auf. In einer
Glasrijhre erhitzt , verfliichligt es sic11 vollstiindig , uriter
Entwicltlurig von Sauersfoffgas und Amnioniak , mElireiid
Quecksilber metalliech sullimirt. Auf den1 Platiriblech wird
es eberiFalls verfliichtigt. E b e n so vor Clem Liithrohr.
Mit Wasser in der Hand gerieben, bilden sich QuecksilLerkugeln.
Es besteht nach d e r Analyse aus Queclrsilberoxydul go, I 33
und oxalsaureni Ainnionisk 6 , 4 1 3 . 1st demnach a u s einem
Atomc oxalsaurem zlmmorriak und drei Alomen Queclrsilberoxydul zusammengesetzt &
3?
0 +3!
Eg
=
=I
5862,280, w o r ails sicli Q uecksilberosyd ul 9 2,205 unil osalsari res Ainiiionialr
7,795 in 100 Theilen ergeben. Letzteres bestelit aus Aminoniak 2,504 und Oxalsaure 5,291.
-
3)
Oxalsaures Quecksilberox~dul-Kali. Elydrargyrum
kalico oxalicuna oxydulatum. Oxalas kalico hydrargyrosus.
Gleiche Theile Quecksilberoxydul , saures oxalsaures
Iiali iind W a s s e r wurtlen niit einander 24 Slundcn lang unt e r Ileissigeni Uiiiscliiilteln bei einer Temp. bis zu + so0 fi. digerirt , dann wurden zwiilf Theile kocliendes Wasser zugcsetzt und die Fliissigkeit noch heiss yon dem Ungeliisten abfiltrirt.
Eeini Erkalten derselben schiessen lirysialle an,
welchs wotd abgewaschen aucti keine Spur Quecltsilberoxydul enthalten und unverzndertes saures oxalsaures liali sind,
unrl entfernt werden. Die zuriicltbleibende Fliissigkeit w-ird
hieraoF wietfer znm Krystallisa(ionspun1tt abgednmpft , und
die beiin Erkalten entstehenden liryslalle wieder als reines
saures oxalsaures ICali enifernt. Dieses Verfahren wird S O
laage wiederholt, bis gegen das Ende der Arbeit statt vierseiiiger Sgulen von Oxalium , schiefe Prismen enlstehen
(welclie niit Scliwefelwassersfoffwasser beliandelt , reichlich
Queclrsilher zu erlrennen geben). Diese werden gesammelt,
abgewaschen , nochmals urnltrystallisirt und a n einem miissig erwiirmten Orte getrocknet.
Das anf diese Weise erhnltene Salz erscheint in weissen scliiefen Prisinen von herbeni ine~allischcn Gescliniack.
Es ist i n Wasser bedenlend aufloslich, aber unliislich i n AlIioliol und nether. M i t Aetzanimonidk und hetzltaliffiissiglicit nirnmt es eine schwarze Farbe an. ScliwefelsZure, SO
w i e SalpelersZure liisen es mit Hiilfe der Warine vollsllndig auE ChlorwasserstoffsBure schliigl aus einer Lijsung dieses Salzes Calomel nieder. I n einer GlasraLre erhitzt , sublimirt Quecksilber unter Zuriicklassung einer weisslichen
Masee (kohlensaures Kali). Eberiso auf Platiublech oder
vor Clem Lijtlirolire erliitzt.
Obwolil ich ziemlich grosse Quantitgten Quecksilberoxydul und saures oxalsnures Kali zur Gewinnung dieses
Salzes anmatitlte, so wollte es mir doch nie wegen der
SchwerlOslichlteit des Quecksilberoxyduls in OxalsPure belingen, eine solche Menge dieses Salzes zu erhalten urn damit quantilative Uniersuchungen anstellen zu kiinnen.
,
265
4)
Oxalsaures Quecksilberoxyd. Hydrargyrurn oralicum oxydatum. Oxalas hyd-rargyncus.
Es wollle mir weder beim Digeriren noch beim Kochen
des Quecksilberoxyds mit einer concentrirten Liisung YOU
Oxalsiure gelingen, eine Auflijsung des ersteren zu bewirk e n , desshalb w u r d e die Bereitung desselben durch die doppelte Wahlverwandlschaft versucht.
Obige Losung des salpetersauren Queclcsilberoxyds wurde mit vier Theilen Wasser verdiinnt und mit eirier Lijsung des iieulraleti oxalsauren Kalis von 1,100 spec. Gewiclite , zersetzt , wobei es in Gestalt cines weissen Pulvers
zu Boden killt , welches geliiirig ausgewasclien und a n einem
schatiigen Orie getrocknet wurde.
Es ist ein weisses Pulver, welches anfangs auf der Zung e fast geschmacklos, nachher aber etwas metallisch schmekkend ist. Es v e r h d t sich folgendermassen :
In kaltem Wasser ist es unlijslich, cin Zusatz von OxalsPure macht es etwas ilufliislich i n demselben. D u r c h anhaltendes Kochen mit vielem W a s s e r w i r d es allmSlig in ein
saures aufliisliches , und in ein basisches unauflosliches Salz
verwandelt. In Allrohol ist es fast urrlijskh. 1000 Theile
Aether lasen 2,8 Theile tlieses Salzes auf.
M i l Aetzairi~r~onial~Riissiglteit
iibergossen , bleibt es weiss,
er1iPlt aber dadurcli die Eiyenscliaft Ammoniak zu entwiklreln. W i r d das oxalsaure Queclisilberoxyd mit Kaliliydratlijsung iibergossen so wird Quecksilberoxydhydrat mit gelb e r Farbe ausgeschieden. Mit concentrirter Scliwefelss'ure behandelt, liSst es sich wenig, clamit erhitzt, wird es unier
Entwicklring yon Kohlenslure aufgel3st. Von concentrirter
SalzsIure w i r d es leicht aufgeiiist. Salpeterss'ure w i r k i e in
der Khlte wenig, durch Erhitzung m u r d e es von derselben
ganz aufgeliist.
In der Glasrijlre erhitzt , verbrennt es mit einer kleinen
Verpuffung , wubei Quecksilher metallisch sublimirt. Ebenso
verliElt es sich, w e n n es auf Platiriblech oder vor den1 Lathr o h r e erfiitzt wird. Hiindert Gran dieses Salzes heslehen nach
der Analgse aus Quecltsilberosyd 72,132 Gran und OxalsPnre
27,568 Gran und enthalten kein ~rystallisationswasser. Es
ist demnack zusammengesetzt aus einem Atome
- Quecksilberoxyd und einem Atome OxalsIure. Bg 0.= 1818,696.
Hiernach berechnet , besteht es aus Quecksilberoxyd 7 5 , l O r k
und OxalsZure a4,896 in 100 Theilen.
,
,
269
-
5 ) Oxalsaures Quecksilbesoxy d Ammoniak. Hy drygyT
U
ammoniato
~
oxalicum oxydatum. Oxalas ammontacus
cum Oxydo hydsargyrico.
Dieses Prlparat wurde, wie das essigsaure Quecksilberoxydul - Arnmoniolr , durch Zersefzung des oxalsauren Quecksilberoxyds mitielst Aetzamirioniakfliissigkeit bereitet. Es bildet ein voluminoses weisses Pulver, von herbem metallischen
Geschmack.
1000 Theile kaltes Wasser lirsen 2,4 Gran auf.
Durh
anhaltenties Kochen wird es gelb. 1000 Theile Alltohol 15sen 2 , 1 Theile auf. In Aether ist es unliislich. Mit Aetzkalifliissigkeit iibergosseii nimint es unter Entwicklung von
Ainmoniak eine gelbe Farbe an. Mit eiiiigen TropFen concentrirter Schwefelsiiure angefeuchtet , wird es ebenfalls gelb.
Concentrirle Salzslure liist es leicht auF, aus weIcter Liisung
Aetzkalifliissigkeit einen meissen Prlicipiiat Fiillt. Concentrirte Salpetersfure blieb in der Rille ohne sichtbare Reaction, diirch ErwZrrnung l6ste sie dieses Pulver bedeuiead auF.
111 der Glasrijhre erhitzt , wiirde ea gelb , entwickelte
Ainmoniak, Sauersloffgas urid ICohlensXure, wglirend Quecksilber reguliniscli sublimirte. Auf Ylalinblsch wurde es unter Knistern verfluchtigt.
Ebenso vor dern Liithrohr.
Nach der Analyse best elit es ails Queclrsilheroxyd 82,981
und oxalsaurem bmmoniak 12,851, also aus einem Atvme
oxalsaurem Ammoniak und drei Atomen Quecltsilberosyd
W X 3 6 + 3 Hg. = 4764,814 , woraus sich durch Rechnung
Queclcsilberoxyd 85,994 und oxlasaures Ammoniak , 14,006
in 100 Theilen dieser Verbindung ergeben , wllirentl letzteres wieder aus Ammoniak 4,g 13 und OxalsSure 9,293 besteht.
,
V i e r t e s Kapitel.
Salze mit Weinateineiiure.
1)
Weinsteinsaures QuecksiEberoxyduL Ajrdrargyrum
tartaricum oxydulatum. Tartras hydrargyrosus.
Das weinsteinsaure Quecksilberoxydul 18’sst sich w i e
das essigsaure auf zweifacke Weise bereiten und zwar :
1) Auf direklem Wege.
Vier Theile WeinsteinsHure
wiirden in I 6 Theilen Wasser gelirst und hierauf zwei Theile
Quecksilheroxydul zugesetzt. Diese Stoffe blieben unter fleis-
270
sigem Urnschiitleln einige Tage bei gewiihtrlicher Temper a t u r niit einantler in Beriihrung.
WEhrend dieser Zeit war keine bedeutende Einwirkung
zu benierlten, allein nachher zeigte sich etwas eines weissen
kryshllinischen Pulvers, und die fillrirte Fliissigkeit , gab mit
Scl:wefelwasserstofFgas einen deutlichen Nierlerschlag von
schwarzer Farbe. Als hierauf diese'lbe Mischung wZhrend
z w e i Stunden einer *) bis zu i600 R. gesteigerfen Hitze ausgcsetzt wurde, w a r e n beim Erlcallen derselben kleine schuppige Krystalle votr weisser Farbe bemerkbar, und die abiiltrirte lillissiglteit gab jetzt riiit SchwefelwasserstofFgas einen
reichlichcn schwarzen Niederschlag.
2 ) Schiieller und in grijsserer bIenge IGst sich dieses
Salz erhalten, indcin man d i e , mil vier 'Theilen y a s s e r verdiinnte salpetersaure ~uecltsilberoxydlisung mit einer Losung cles neutralen weinsteinsaoren Iialis von 1,100 spec.
Gewichte zersetzt, wobei es als weisses lrryslallinisches Pulver zu Boden fallt, welches gesain~nelt, auegesiisst und an
einern miissig erwiirmten, schattigcn Orie getrocknet ~ i r d .
So dargestellt , hildet es ein weisses krystallinisches
Pulver yon metallischcin Geschmacli , troclren bleibt es a n
cler Luft unverEndert, allein i m feiichten Zustande und besonders unter dcm Einfluss der Some wird es zuerst grau
und encllicli schwarz.
1000 Theile VS'asser liisen 1,2 Theile auf.
Durch anhaltendes Kochen zerfillt es in ein saures lijsliches, uncl in
ein basisches uriaufliisliches Salz. Ein Zusatz yon SZure,
zum Wasser, erhijht die Aufliislichkeit des Salzes und verhindert dessen Zerfdlen.
1000 Tlieile Alkohol liisen 1,3
dieses Salzes. In Aether ist es unlijslirb.
Mit Aetzaminoniak iibergossen w i r d es schwarz u n d
bildet damit eirie Verbindung.
Aetzltaliliisung erzeugt dainit ebenfalls eine schwarze Farbe.
Concentrirte SchwefelsZure bleibt i n der Hiilte anrangs
ohne sichtbare Reaction, allein nach mehren Sluiiden schwiirzt
sich dieses Salz. Ebenso bei Anwendung Ziusserer Wiirme.
ChIorwasserstoffsZure verwantlelt es in Calomel. SaIpeterslure war ehenfalls i n der K L l i e ohrie hedeutende Reaction, allein damit erhitzt , liist sie es unter Entwiclrlung
yon salpeiriger Siiure u n d theilweiser Oxydation auf.
In einer Rohre erhitzt, scliwarzt es sich, Quecksilber
sublimirt und eine Bohle bleibt zuriick. Auf dem Eleclie
,
-
*) Obne Reduction
eines TheiIs Oxyduls zu Metall?
d. Red.
ei-hiht, verfliichtigt sich Queclrsilber mit Zuriicklassung von
Kohle , welche beim meilern lhhitzen verbrennt. Ebeiiso
vor dem Lothrohre aiif Kohle.
Be; der Analyse ergoben sic11 74,067 ~ i ~ e c k s i l b e r o x y d u l
und 25,933 OxalsPure. Es hesteht demnoch aG3 einem. Atome
Quecksilberoxyd und eiuein Atonie WeinsleinsHure. #g T =
3 4 6 5 3 5 1. Hieraus berechnet aus 76,007 Quecksilberoxydul
und 23,993 WeinsteiiisBure und enlbPlt liein Krystallisaiionswasscr.
2) PVeinste&znsau~esQuecksilheroxTduZ- Ammoniak. Elydrargyrum ammoniato tartaricum oxydulatum. Tartras
ammoniacus cum Omjdo hydrargyroso.
Diese Verbindung w i r d aiif dieselbe Weise \vie das essigsaure Queclrsilberoxydul- Amrnonialr bereitet.
Sie bildet wie d i e m ein loclreres sammetschwarzes geschmackloses Pulver, w e l c h sich wie folgt vcrhslt :
Es ist in Wasser, d i k o h o l mid Aether unaufl6slich.
Mi! 1Calihgdrat - LiisiinS iibergossen , entwickelt es reichlich Amrnonialrdiimpfe. Concentrirle SctiwefelsPure verwandell: es bei liingerem Stelien, theilweise in ein weisses Pulver. SalzsHure bildet Calomel. Mit Salpeierslure digerirt
lijst es sich mit Zurucirlassung eines wcisaen Pulvers auf.
N i t concentririer EssigsIure ebenso behandelt , liist es sich
unter Ziiriicklassung von Queclrsiiberkugelchen auf.
In einer Rljlire erhitzt, w i r d es zersetzt , Amrnonialr u n d
Saucrstoflgas entwickelt , Quecltsilber sublinlirt u n d eine
Koklt: bleibt zuriick. Ebeiiso auf dem PlatinLlecli und VOP
dem Liiihrohr , wo die zuriiclrgebliebene Kokle verbr5nnt.
M i t Wasser Lefeuchtet und i n der Hand gerieben, bilden
sich Quecksilberkiigeln. Es besteht nach der Analyse aus
86,270 Quecksilberoxydul und 10,316 weinsleiiisaurem Ammoniak, also aus einem Atonie weinsteinsaurem Arnnioniak
u n d drei Atomen Queclrsilberoxydul, 1JH3T + 3 &g =
8940,i 13 'vyoraiis sich durch Reclinung 88,309 Qiiecksilberoxydul uncl 11,691 weinsteinsaures Animoniak in huiidert
Theilen ergeben. Letzteres ist zusammengesetzt aus 2,399 A m
moniak und 9,292 WeinsteinsPure.
Eine Verbindiing des weinsteinsauren ICalis mit weinsteiiisaurem Quecksilberoxydul (lhnlich der mit Oxalsaiire)
darzustelleu wollle niir xiitlit gelingen.
,
272
3) Weinstdnsaures Quecksilberoxyd. Hydrargyrum tartaricum oxydatum. Tartras hydrargyricus.
Auch dieses Salz k a n n sowohl auf direldem W e g e , als
durch doppelie Walilverwandtschaft erhalten werden , urn
auC ersierem W e g e dieses Salz zu bereiten, verfthrt man mit
dem Quecksilberoxyd wie bei dem weinsteinsauren Quecksilberuxydul angegeben worden, wobei es ebenso wie dieses,
als krystallinisches I’ulver ZLI Boden f U t . Urn es schneller
und in piisserer M m g e zu erhalten, wPhite man den letztern
Weg und zersetzle die mit vier Theilen w a s s e r verdiinnie
Liisurig dcs salpeiersauren Queclisilberoxyds mit einer Losung des neutralen weinsteinsauren Kalis von 1,100 spec. Gewiclite, \YO es als ein weisses krysiallinisches Fulver zu Boden fsllt. Das auf diese Weise erhaltene Salz ist yon blendenrl
weisser Farhe, von melaliischem Geschmack und verh8lt
sich w i e folyt:
1000 Tkeile kaltes W a s s e r liken 3 Theile Salz auf.
Anhaltentles Kochen zersetzt tlieses Salz in ein saures a d Ein Zusatz v o n
l6sliches und in ein basiscli unliisliches.
Weinsteinsgure verhindert diese Zerselzung iind Gefdrdert die
Aufliiulichkeit dieses Salzes. 1000 Ttieile Alliohol lijsen 2,6
Theile dieses Salzes. Aether last in 1000 Theileu 3,8 Theile.
W i r d dieses S a l t rnit deizommonialiiiiissigkeit iibergossen,
so behiilt es seine Farbe und giebt damit eine chernische
Verbindung. W i r d Kalihydrallijsung auf dieses Salz geschiitl e t , so w i r d Quecksilberoxydhydrat mit gelber Farbe ausgeschieden.
Uebergiesst man dieses Salz rnit concentrirter Schwefels g u r e , so w i r d es gelh, w i r d es damit erkitzt, so w i r d es
unler Zerstijrung der WeinsteinsPure aufgeliist. Chlorwasserstoffsiiiire liist es ebenftllls a d . Salpelersiiure ebenfalls.
W i r d es in einer Glasrohre erhitzt, so schwzrzf es
sicti, Quecksilher sublimirt und eins Kohle hleibt zuriick.
Auf Platinblech erhitxt verfliichiigt es sich unter Verbrennung der zuriickbleibenden Kohle. Vor dem Liilhrobr verhxlt es sich gleicli. Nach der Analyse besteht es aus 60 4 5
,9
Quecksilberoxyd und 39,505 Weinsteinslure und enlhalt
kein lirysiallisationswasser. Es besleht demnach aus einem
Atome Quecksilberoxyd u n d einem Aiome Weinsteinssure
HgT = 2196,529. Hiernach berechnet, besleht es in 1 0 0
Theilen aus 62;135 Quecksilberoxyd u n d 37,865 Weinsteinssure.
,
273
Weinsteiitsaures Quecksilheroqd - Ammoniak. Byanarnoniato - tarfaricum owdatum. TaTtraa
h4?ar,p~rum
ammorhcu8 cum Oxydo hyd~argyrica.
Urn diese Verbindung zu erhalien, zersetzt man, wie
scton friiher bei der Eereitung des essigsauren Quecksilberoxydul- Ammoniaks angegebeii worden, das mil Wasser angeriihrle weinsleinsaure Quecksilberoxyd mit der dazu hinreiclienden Menge Aetzaiuinonialrflussigkeit worauf das
weisse PuZver geborig ausgesiisst und an einem schaIiigen
Orte getrocknet wird.
Daa auF diese Weise erliallene Pr7parai ist von weisser
Farbe, ziemlich Iockerer Beschaffenheit und nielallischem
1000 Theile Wasser lasen ungefihr einen
Geschmacke.
Theil Salz auf. Durch anhahendes Kochen wird es allmllig
zersetzt wobei es eine gelblicke Farbe annimmt. 1000 Th.
Alkohol lSsen Z I , ~Theile auf. Ia Aeiher i s t es unliislich.
Mit lialihyclrat Liisung iibergossen, ninimt es unter Entwiclilung von Ammoniak eine gelbe Farbe an. Concentririo
SchwefelsSure auf dieses Pulver gegossen firbt es unter
1heilweiser Liisung gelb. Concenlririe Chlorwassersioffsiiure
last es leicht auf, aus welcher Lijsung Aetzkalifliissigkeit
einen weissen Pihipitat fii'llt. Concentrirte SalpetersPure
schien i n der KPlte ohne bedeutende Wirkung, allein beim
ErwPrmen lijste sie es gr8ssientheils auf. M'ird es in einer
Glasrohre erhitzt , so enlwickelt es Ammoniak und Sauerstoffgas, Quecksilber siblimirt und eine Kohle bleibt zuriick.
Auf Plalinblech wird es ebenfalls verfliichtigt mit Zuriicklassung von Kohle , welche beim weitern Erlritzerr yerbmnnt.
Ebenso vor dem Lolhrohre.
Nach der Analyse besleht diese T/'erbindung aug 77,854
Quecksilberoxyd und i9,ion weinsteinsaurem Ammoniek,
also aus einem Aloma weinsteinaeurem Ammoniak und drei
Atomen Quecksilberoxyd
NH3 T -I- 3 H g = 5142,647.
Hieraus berechnet
besteht diese Verbindung i n hundert
Tbeilen aus 79,676 Quecksilberoxyd und 20,324 weinsteingaurem Ammoniak, welcbes letztere wiedcr au8 4,170 Aminoniak und 16,154 WeinsteinsQ'urezusammengesetzt 1st
,
,
-
,
,
,
,
5) Weinsteinsaures Quecksflberoxyd - Kali. Hydrarg3rum kalico fartaricum oxydaium. Taitras kalico
Iydrargy rf'cus.
-
Dieses Doppelseb wird auf ilicsclLe Weise wie das
Arch.& Pharm. 11. Reihc. V. R d d L H l t .
18
274
oxalsaure Quecksilberarydul -.Kali, aus dem sauren weinsanren Kali und Queckailberoxyd bereitet.
Es bildet glLnzende prisniatische KrystLllchen yon metallischein Geschmackc. Diese sirid in Wasser so wie in Aether auflSslich, aber unaufioslich in Alkohol nehnien niit
Aetzkalifliissigkeit ubergossen eine gelbliche , uncl init Aeizammoniakflussigkeit eine weisse Parbe an. Schwefelsiure lijst
sie i n der WCrme indein sie dieselten scliwiirzt , vollkommen auf. Ebenfalls Salz- und SalpetersBiure. In der Rohre
erhitzt
sehwErzt sich dieses Salz, eine schwarte Masse
bleibt zuruck und Quecksilber sublimirt.
Auf dem Bleche erhitzl, verhiilt es sich gleich, die zurkkbleibentle schwarze Masse ist sehr scliwer weiss zii brennen. Vor dein Lothrohr wird ebenfdls Quecksilber verfliichtigt und die schwarze Masse bald weiss gebrannt. Auch dieses Salz giebt so wenig Ausbeute, dass ich dasselbe keinen
quantitativen Untersuchungen unterwerfen konnf e.
,
,
,
Fiinftes Kapitel.
Snlze rnit brenzlichcr Weineteinaiiure.
1 ) Brenalichweinsteinsaures Queckdberoxydut. Hyclrargyrum p j r o - tartaricurn oxydulatum. P ~ T tartras
O
hydrargyrosus.
-
Dieses Salz kann ebenfalls sowohl auF clirekteln Wege,
als auch durch doppelte Wahlverwandtschaft erhalien werden, allein da es durch Digestion einer coiicenlrirten LSsung der brenzlichen Weinsteinsiiure mit Quecksilberoxydul
n w in geringer QuantiM uiid mit vielein Zeitverlust erhalten
wird , so verdient die letztere Methode den Vorzug.
Hiernach vermische man die mit vier Theilen Wasser
verdiinnte L6sung des salpetersauren Quecksilberoxyduls mit
einer LSsung des brenzlich weinsteinsauren Kalis von 1, zoo
spec. Gewichte , wobei es in Gestalt eines anfangs lockeren,
spzter dichter werdenden Pulvers niederfillt , welches gesammelt, gewaschen und an einem massig erwErmten Orte getrocknet wird. Das auf diese n'eise erbaltene Salz bildet
ein Pulver von weisser Farbe, ist geschmacklos, bekiilt im
trocknen Zusiande seine Farba, wird aber , feucht und dem
Sonnenlichte ausgesetzt allmiihlich grau. Ferner verhiilt es
sich wie folgt :
Es i s t in Wasser, Alkohol und Aether unliislich. Mit
,
275
Aetzammoniakffiissigkeil behandelt, wfrd es echmarz und
nimmt hierbei Ammoniak auf. Mit Aetzkaliiiiissiglreit wird es
ebenfillls schwarz.
Colicentrirte SchwefelsIure bewirkt in der KIlte keinc
bemerkbare Reaction, damit erhitzt, wird es geschwgrzt und
Iheilweise aufgelijst. Salzszure erzeugt Calomel. SalpetersIure liist es init Hiilfe der Wiirme vollstPndig auf.
In einer Glasriihre wird es bei langsamer Erhitzung unier tlieilweiser Zereetzung sublimirt, mit Zuriicklassung von
Kohle. Auf Platinblech verhslt es sich ebenso, nur verbrennt die zuriickgebliebene Kohle.
Ebenso vor den1
Lii 1h rohr.
Nach der Analyse bestelit es aus 74,814 Quecksilberoxydul und 25,186 hrenzlicher Weinsteinsiure, und ist ohne
Krystallisationswasser. Besteht demnach aus einem Atome
Quecksilberoxydul und einem Atome brenzlicher Weinsteinsiiure. fifg P T = 345 1,253. Hieraus berechnet, ergeben sicli
in hundert Tlieilen dieses Salzes 76,25 1 Quecksilberoxydul
und 23,749 brenzliche VSreinsteinsiiure.
2) BrencZichweinsteinsaures Quecksilberoqdulammoniak.
Hydrargyrum ammoniato -pyro - tartaricum oxydulatum.
Pyrotartras ammoniacus cum Oxydo hydrargyrose.
Diese Verbindung wird wie essigsaurev Quecksilberoxydul- Ammonialc aus dem brenzlichweinsauren Qoecksilberoxydul und Aetzammonial~ilussiglreitbereilet. Es bildet ein Sammetschwarzes Pulver velches geschmacklos und frei yon
Quecksilberkiigelchen ist.
Es ist in Wasaer, Alkohol und Aether uniiislich.
Mit Aetzkaliflussigkeit iibergossen entwickelt es Ammoniakdfmpfe. Mit concentrirter Schwefelslure , besonders
mit Beihiilfe einiger Wiirme, wird es in ein weisses Pulver
verwandelt. Chlorwasserstoffsiiure bildet Calomel. Mil Salpetersfure digerirt , wird es mit Zurucklassung eines weissen Pulvers aufgeliist. Ehenso mit concentrirter Essigslure
behandelt, lost es sich unler Zuriicklassung von Quecksilberkugeln.
I n einer GlasrShre erliitzt, verfliichligt es sich, indem
es Ammoniak, Sauerstoff und Quecksilber entwickelt. Ebenso
auf Platinblech und vor dein Lothrohr. Feucht in der Hand
gerieben bilden eich Quecksilberkiigelchen.
Nach der -4nalyse hesteht es aug 86,804 Quecksilberoxydul und 10,237 brenzlich vreinsaurem Ammoniak. 1st
demnach zusammengesetzt aus einem Atome brenzlich-
,
,
,
-
18 *
meiiisaureia Ammoniak und drci Atomcn QuecksilberoxyduINH3PT + 3 Hg = 8929,015. Hiernacli berechnei,
crgeben sicli in liiiiiderl Theilen 8 8 4 I 8 Qucclcsilberoxydul
und I 1,582 brenzlicliweineauies Ammorriali. Lelzteres besteht aus 2,402 Ammoniak und 9,180 brenzlicher WeinsteinsEurr;
3)
.&enzlichwsinsaures
Quecksilberoxgd. HydrargyPyro - tartras hydrar-
rum pyrotartaricum oxydatum.
@TiCUS.
Auch dieses Salz kann wic das vorliergehende auf zweifache Weisc bereilet werden, nlmlicli t a) indein inan eine
concentrirte T,iisung von brenzliclier WeinsleinsIure mil Quecksilberoxyd ciigerirt , wobei es sich als weisses Pulver abselzt
in der nocli h i s s fillriricn Fliissiglteit, und b) indem man
eine mit vier Theilen Wasscr verdiianie. Liisung des salpetersnuren Quecksilberoxyds mil einer Liisiing des brenzlichweineauren Kalis von obigem spec. Gewiciile zerscixt , wobei es als weisscs l’ulvcr zu Eoden fillt , welches init Hiilfe
eines Filters gesaininell, ausgesiisst und an einem dunklen
Orle etroclmet wid.
B a s euf dicse Art bereilele Salz ist ein wcisses ltrystallinisches Pulver von herbem h~elallgesclimack unil verliElt
sich wie folgt:
1000 Thoile Wasser ]&en 8,B Theile S d z auf.
Durch
Kochen des Salzes init vielem Wasser zerfillt es in ein s a w
rss auflosiiches und in die basisch iinauffiisliches Sulz. Ein Zusatz yon Siiure befiirderl sliwolil seine Atifliislichkeit als e r
auch das Zerfallen verhindert. In AIRoliol is1 - 9 fast unIoslich. 1000 Theile Aether losen 1,6 Theile a d . Mit Aetzaminoiiiakfliissigkeit iibcrgosp.cn, behllt es seine weisse Farbe
bei, nimmt aber einen Thei€ desselhen auf. 4et zkaiifliissigkeit scheidet CZiiecksilberoxydhyrrat mit gelber Farbe aiia
Concentrirte Sehwefelsiiure bleibt i n der Kllte. ohne bedeuiende Einwirkung, damit im Ueberschasse und in der Wsrme IiehandeIt, loat sie es allmiilig aaf. Salzsiiiire lost es
schon in der KPlle auf. Salpelersliure ebenso, aber besonders leicht mit Beihiilfe tiisserer WIrme. In der Rohre erhitzt,
schwtgrzt es sich, eine Spur clieses Salzes sublimirt iinveriindert und Kohle l h i b t zuriiclr. Auf dem Bleche erhitzt,
verfli.ichigt es sich unter denselben Erscheinungen und die
znriiclbleibende Kohle verhrennt. Ebenso vor dem Liithrohre.
Nach dsr Analyse bestelit dieses Salz in bnndert I’hei-
277
lei1 aus 60,184 Quecksill~eroxydund 39,816 brenzlicher Weins h e . Deninach BUS eineln Atonie Qlieckailberoxyd und eineN
Atome breiizlicher WeinsIiure h g PT = 2185,431 woraus
sich durch KecbxiunS 62,496 Quecksilberoxyd , und 37,504
brenzliche Weinssure ergeben.
4) Rreiizlichweinsteinsaures Quecksil6eroxyd - Ammoir ialc.
H!{drargyrum ammoniato - pyro - bartariam oxydatutn.
Pyro - tartras ammoniaclls cum O q d o hydrargyrako.
Aucli diese Verbindung wird wie die Jer EssigsBure
init Quecltsilberoxydul untl Ammoniak durck Uebergiesscn
des brenzlich weinsauren Queclrsilberoxyds init verdiinnler
AetzaininoninkflussigkeiL bereitet. Sie bildet ein weisses Pulver yon scliwacheiii inelallischem Geschmack , welches iru
feuchten Zustande gelb w i d . Als esweiter untersucht wurde,
verhielt es sich \vie folgt :
In Wasser ist es lcnum hemerkhar liislick. hi Alkohol
und Aether ist es unloulich. Mit Aetzkalifliissiglreit iibergossen, nimmt es unter Entwickliing von Ammoniak eine gclbc
Farbe an. Concentrirte SclirvefeluSure bleibt in der gewijlinlichen Temperatur ohne sichtbare Reaction, allcin in der
IIitze damit behandelt, liist sie es bedeutend. Chlurwasscrstoffsiiure Kst es leicht, aus welcher Liisung IWihyJrcllIijsung einen weissen Prticipitat f2lk SalpetersPure blieb oline
siclitbare Reaction.
In der Glasrijhre erhitzt schwIrzt es sich u n d mird
unter Entwiclrlung von Ammoniak, Sauerstoffgas untl Quecksilber verfliichtigt. Auf Platiribltrch und vor deni LiilliroLr
erhitzt I verhslt es sich ebenso.
Bei der Analyse ergahen sick 77,903 Queclrsilberoxyd
und 18,732 brenzlichweinsaures Amnionialr. Auch diese
Verbindung kiinnen wir demnach aus einern Aloirie brenzlichweiiiaaurem Ammonialr und drei Atonien Quecksilberoxyd zusamniengeseizt , betrachten und sie wie folgt bezeichnerc: pJB3rT + 3 g = 5131,549. Beredinen wir
hiernach seine Zusammensetzung so enthPlt es in hundert
Tkeilen 79,845 Queclrsilberoxyd und 20,155brenzlich weinsteinsaures Ammoniak , welches letztere aus 4,180 Amnioniak
und 15,975 brenzlicher Weinsteinsiiure bestelit.
,
278
S e c h s t e s K a p i t e l .
SaIze n i t Citroncnsiure.
1)
Citronensaurea Quecksilberoxgdul. Hydrargyrum
citricum oqdulatum. Citras hydrargyrosos.
Dieses Salz l k t sich ebenfalls wie fast alle vorstehende,
auf zweifach Weise bereiten und zwar:
Auf direktem Wege. Queclrsilberoxydul wird mit einer
concerilrirten Lijsung von CitronenGure iibergossen und daJnit bei gewiihnlicher Temperatur unter iifierm Umschiitfeln
einige Tage lang in Beriihrung gelassen, wobei sich allindig
ein weisses Pulver zu Boden lagert. Rascher tritt dieses ein,
wenn inan die genannten Sloffe einer bis zu -I- 60° R. gesteigerten Teinperatur aussetzt. Leichter und in griisserer
Menge erhiilt inan dieses SaIz, wenn man 2) die iiiit vier
Theilen Wasser verdiinnte Liisung yon salpetersaurem Quecksilberoxydul mit einer Liisung de3 citronensauren Kalis von
1,100 vpec. Gewichte mischt, wobei es aIs ein anfangs l i b
niges, sp5ler voluniitiiis werdendes Pulver zii Bodrn fGIlt.
Es bildet eiri weisses etwas lrrystallinisches PU~VCL.
yon
melallischem Geschinaclr und verhzlt sich wie folgt :
100 Theile Wasser liisen 0,4Theile Salz.
Durcli anlialtendes Kochen wird es in ein satires liisliches und in
ein basisck unliisliches verwandelt.
I n Alltohol untl Aelher ist es unliislich. Mit Aetzammoniakfliissigkeit iibergossen , niinmt es eine schwarze liarbe
a n und entwiclrelt dann mit KaliLydrat Lijsung behandelt,
A:nmonialr. Aefzkalifliissiglteit sckeidel Quecksilberoxydul
aus. Concentrirte SchweFdsEure blieb ohne siclithare Eieaction. ClilormasserstoffsHitre bildete init den1 'Salze Calomel.
Concentrirte Salpetersiiute liiste es ganz auf, nach einigkm
Stehen zeigte diese Losung einen Gehalt an Oxyd.
In einer Glasrohre erhitzt, wird es zersetzt, Quecksilber sublimirt und Kohle bleibt zuriick. Auf dem Bleche
erhitzt, verhilt es sich ebenso und die zuriiclrbleibende
Kohle verbrennt. Vor dem Ltithrohr behandelt, zeigt es
dasselbe Verhalten.
Nach der Analyse besteht dieses Salz in hunilert Theilen atis 76,75I Quecksilberoxydul und 23,249 Citronenslure
iind e n W i t kein Krystallisations Wasser ist demnach zusammengesetzt aus einem Atome Quecksilberoxydul nnd einem
,
-
,
-
,
279
=
Atome Citronenshre. &.Gi
5369,351.
Hiernach berecknet, besteht es in l o o Theilen aus 7y2i34 Quecksilberoxydul untl 22,866 Citronensiiure.
2 ) Citronensawes Qwclcsilberoxydul - Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato citricum oxydulaium. Citras ammoniacus cum Oxydo hydrargyroso.
,
Auch diese Verbindung wird wie die der EssigsHure,
mit Aiiinioniak und Quecksilberoxydul aus dem citronensauren Oxgdul bereitet.
Sie erscheint in Gestalt eines schwarzen Pulvers, welches geschmacklos und yon folgendein Verhalten ist :
In Wasser, Alliohol und Aether ist es unliislich.
Mit Aetzkalifliissigkeit iibergossen enlwickelt es Ammoriialrd5mp fe.
Concentrirte SchwefelsHure verwandelte es bei einigem
ErwPrmen in ein weisses Pulver welches beim Mehrzusatz
von SHure fast ggnzlich verschwand. SalzsZure erzeugte ebenSalpetersaure lijste es
falls ein weisses Pulver (Calomel).
allniPlig mit Zuriicklassurig eines weissen Piilvers auf. Ebenso
lijste es concentrirfe EssigsBure in der DigestionswB'rme mit
Zuriicklassung yon Quecltsilberkugeln auf.
In einer GlasroLre erhitzt wird es unter .Entwidklung
yon Animoniak , Saaerstoffgas und Quecksilber verfliichtigt.
Ebenso tor dem LBthrohre und auf dem Platinbleche. Feucht
in der Hand gerieben bilden sich Quecksilberltiigelchen.
Nach der Analyse beateht es in 100 Theilen aus 87,976
Quecksilberoxydul und 9,368 citronensaurem Ammonialt.
Besteht demnach ebenfalls aus einem Atome citroneiisaurem
Ammoniak und drei Atomen Quecksilberoxydul W S 3
4
3 Qg = 8840,113, woraus sich durch f i e c h i r i g 89,308
Quecksilberoxydul und 10~692cilronensaures Amlnoniak ergeben.
,
,
,
,
,
,
ei
3) Citronensaures QuecksiZheroqd. Hydrargyrum citricum ox3datum. Citras hydrargyricus.
W e n n man eine, concentrirte Liking yon Ciironenssure
mit Quecksilberoxyd zusammenbringt, und dieselbe einige Tage
bei der gewiihnlichen Temperatur unter ofierm Umschiitteln
zusammen liist, so bemerkt man, dass sich allmidig eiii
weisses Pulver ablagert welches citronensawes Quecksilberoxyd ist. Wendet man DigestionswIrlne a n , 80 kann. man
,
280
dieses Salz aus der QOCLadir warm fillrirtsn flliissigkeit beilu
Erkalten als neisses Pdver erha~eii.
Atlch, und zwar in griisserer Nenge, wird es erlmlten,
wenil die wie oLen verdiinnte LBsung des salpelersaureii
Quecksilberoxyds mit der obigen Losung des citroiiensaureii
Kalis gemischt wird, wohei es ills weijses fiockiges Pulver
zii Boden f d l t welches wohl gesatumelt ausgesiisst und an
einem mPssig erwzrmten untl scliattigen Orte gelrocknet
wird. Im' trocknen Zuslande bleibt es unverlndert , allein
feuckt, oder dem Sonnenlichte ausgesetzt, nirnnit es eine rijthliche Farbe an. Gegen Reageiilien verhllt es sick mie f ~ l g :
t
I n Wasser ist es unliislich, ein Zusatz von Citronensiiure macht es dariii loslich.
Durck anhalterides Kochen
mit vielem Wnsuer wird es ,in ein saures auflijsliches und in
ein basisch unaufliisliches Sulz zersetzt. 1000 Tkeile Alkohol
liken 0,6 eiiies 'rfieils dieses Sdzcs. 1000 Theile Aether h e n
I Tkeil auE Mit Aetzammoniakfliissigkeit iibergosseJ1, beh2ilt es
seine weisse Farbe bei, nimrnt aber kierhei Ammoniak auf.
Kalihydratlosung scheidet Quecksilberoxyd PUS.
Concentrirte Schwefelslure bringt bei llngerer Einwirltung oder
Erhitzuiig eine schwarze Parbe hervur.
Salzsiure daniit
erwlirrnt, liist es vollstSndig auE SalpetrrsSure ebenso. In
Queclrsilber sublider Glasrijlire erhitzt , wird es zerselzt.
mirt und Kohlc bleibt zuriick welche, wenn die Erhitzung
auF dem Platinblech oder vor dein Lothrohre geschah, verbrennt. Hundert Gran dieses Salzes beslehen nach der AnaIyse aus 63,976 Quecksilberoxyd und 36,024 CitronensHure,
ulld enthalten kein H;ryYiallisatiunswasser, ist demnach zusammengesetzt aus einem ritoiue QuecltsilLeroxyJ und einein
&ame CitronensPure Hgci = 2096,529. Hiernach berecknet', besteht es aus 65,146 Quecksilberoxyd und 34,854 Cit ronenszure.
,
,
,
4) Citronemawes Quecksil2ieroqd - Ammoniak. Hydrargynnn ammoniato cifricum oxyclatum. Citras ammorriacus cum Oxydo hydrargyrico.
Diese Verbindung wird bereitet, indem man citronensaures Quecksilberoxyd mit der geharigen Menge Aetzammoniakfiissigkeit mischt woraaf das weisse Ptllver gesammelt, ausgesiisst und an einem sthattigen O r b getrocknet
wid.
Das so erhaltene Pulver ist von blendentl weisser
Farbe, von herbem metallischm Geschmack trnd vedrtdert,
dem Sonnenlichte ausgesetzt, seine Farbe. Es verhslt sith
un'e fblgt:
,
28 1
IOOO Grim Wasser lasen 23 Gran dieses Salzes.
xooo
Gran Alkohol Issen f Gran. 1000 Gran Aether 18sen Gran
Aetskalifliissigkeit entwickelt hmmoniak und das Pulver
Concentrirte Schwefelsiiure
nimmt eine gelbe Furbe ail.
schien bei gewolinlicher Temperatur ohne Reaction, allein
damit erhitzt, liiste sie den griissten The& Salzdure so
zvib SalpetersLiire lasen dieses Pulver mit Leichtigkeit, udd
a m diesen Liisungert f 3 l t Aetxkalifliissigkeit eineii weissen
Priicipitat.
In e h e r Glasrohre erliitzt, wird es zersetzt,
Ammoniak , Sailerstoffgas u t d Queclisilber entwicliell a n d
etwas' Kohle bleibt zuriick. AuF einem Platinblech erhilzt,
verlliichtiget es sich mit Zuriicklassung von ICohle welche
beini weitern Erhitzen verbrennt. Ein gleiches fintlet ststt,
wenm dieses Salz vOr dem Lathrohre erhitzt w i d .
dls huiidert Gran dieses Salzcs unlersucht wurden , ergahen sich 79,7t3 (;ran Quecksilheroxyd und 17,192 Cran
cilronensaures Ammoniak.
Auch diese Verbintlung kann
demnach als aus einern Atome cilronensaiirein Ammoniak
und drei Atoinen Quecksilberoxyd besteheid betraclilet werden, wouach sie folgende Forinel und Zalil erhSlt
NH3
+ Hg = 5o+z,687. Diesemnach berechet, bestelit es aus 8i,256 Quecksilberoxyd und 18,78/, citronensaurem ~immoniak.
,
,
ci
Si e b e
n t e s
K
a
p i t e 1.
Salze mit Apfelsaure.
1) Apfelsaures Qwcksdberoxyiltd. Hydrargywn malicum ox3datum. Mala5 htjclrargyrosuu.
W i r d eine coricentrirte Liisung von Apfelsiiure mit
Quecksilberoxydul bei + 6oo R. einige Stuntleri lung bekandelt, wid hierauf die Fliissiglieit ~ i o c l iIieiss filtrirt, SO
triibt sie sich iind selzt ein Iiryslaliinisches Pulver ab, welches gesammelt, ausSesiisst und an einem massig erwffrmten
Orte getrockhet wicd.
Leichter liisst es sich erhalten, w e m die verdiinnte Liisung des salpeterwiireii Quecksilberoxyduls mit einer L6sung des apfdsauren Kalis zersetzt wird, w-obei es als
weisses Pulver zii Bodeu fLllt. Dieses ist, in deli Mund genommen, anfangs geschmacklos spiiter schmeckt es metallisch
I m tmcknen Zustande und an einem dunklen Ode
bleibt eb unveriiiidert , allein feuckt und dem Sounenlichte
,
282
,
ausgesetzl wird es grau. In Wasser, Alltohol und Rether
ist es unliislich. Mit Wasser gekocht, zerfdllt es in ein saures und in ein basisches Salz, ersteres lost sich auf, letzteres fLHt zii Boden. Mit Aetzammoniakfliissigkeit iibergossen,
wird es schwarz und nimmt Amnioniak auf. Kalihydra1lijsung bewirkt ebenfalls eine schwarze Farbung. Mit concentrirter Schwefelslure erhitzt, wird es erst gescliwirtt und spPter
aufgeliist.
Mit ChIor.vc.asserstoffsPure iibergossen , erzeugt
sich Calomel.
Salpeterslure blieb bei der gewiihnlichen
Temperatur , ohne sichtbare Einwirkung , damit erhitzt, loste
In einer Rohre erhilzt, schwgrzt es
es sich vollkommen.
sich , Quecksilber wird vediichtigt und eine Kohle bleibt
zuriick. Geschieht die Erhitzung auf dem Bleclie oder vor
dcm Lijthrulir, so verbrennt die zuriickgebliebene Kohle.
Nach der Analgse bestebt dieses Salz aus 75,983 Quecksilberoxydul und 24,017 Apfelsiiure in. 100 Theilen, und
enthiilt kein Krysiallisationswasser. lst demnach zusammengesetzt aus einem Aiome Qiiecksilberoxydul und einem Atome Apfelsiiure Hg Ma = 3362,351. Hiernach berechnet
besteht es in hundert Theilen aus 77,134 Quecksilberoxydul und 22,866 Apfelslure.
2 ) Apfelsaures Quecksilberoxydd- Ammoniak. HydrargYruin ammodato rnalicum oxgdulatum. Malas ammoaiacus cum O q d o hydratgyroso.
Dieses Priparat wird wegen der UnauRiislichkeit des
apfelsauren Quecksilberoxy Juls , wie das essigsaure Quecksilberoxydul Ammoniak cfurch Vermischen des verdiinnten
Aetzammoniaks mit in Wasser vertheiltem apfelsauren
Quecksilberoxydul bereitet. Es stellt ein sammetschwarzes,
geschmackloses Pulver dar, welches sich wie folgt ver-
-
,
halt :
Es ist in Wasser, Alkohol und Aether vollkommen unliislich. Aetzltalifliissigkeit auf dasselbe gegossen , entwikkelt Ammoniak. Mit SchwefelsLure behandelt wird es in
ein weisses Pulver verwandelt.
Salzsaure biIdet Calomel.
Salpetcrsiiure liist es mit Zuriicklassung eines weissen Pulvers auf.
illit concentrirter Essigsiiure digerirt, wird es
niit Zuriicklassung von metallischem Quecksilber aufgeliist.
In der Riihre erhitzt , wird es zersetzt , Amnioniak , Sauerstoffgas und Quecksilber entwickelt und Kohle bleibt zuruck. Ebenso verhllt es sich, wenn es aufplatinblech oder
vor dem Lothrohr erhitzt wird., \.yo die zuriickbleibencle
,
,
283
,
Kohle verbrennt. Feucht in der Band gerieben bilden sich
Quecksilberlrugeln.
Dieses PrZparat besteht zufolge der Analyse aus 88,014
Quecksilberoxydd und 9,108 apfelsaurern Aiumonialr also
aus einem Atome apfelsaurem Ammoniak und drei Atornen
hierQuecksilberoxydul NH3 Ma + 3 Hg = 8840,113,
nach herechnet aus 89,308 Quecksilberorydul und 10,692
apfelsaurem Ammoniak.
,
3) W i r d Quecksilberoxyd mit einer concentrirlen Liisung von Apfelsiiure gekocht und hierauf kochend heiss filtrirt so triiht sich die Fliissigkeit beirn Erkalten und setzt
kleine Krystalle ab diese, wohlabgewaschen, sind von saurem Geschmack, aufloslich in W'asser und sind saures apfelsaures Quecksilberoxyd.
Wendet man aber das Quecksilberoxyd im Ueberschuss a n , so findet man, wenn man wie
oben verfdhrt, auf demselben ein Pulver von leicht gelber
Farbe, welches basisch, apfelsaures Quecksilberoxyd ist.
Vermischt man eine Liisung des salpetersauren Quecksilberoxyds mit einer Liking des apfelsauren Kaiis, so fzlit ebenfalls das basische Salz nieder, wh'hrend das saure aufgelost
Weibt.
Letzteres bildet ein leicht gelbes Pulver von etwas
metallischem Geschmack.
Es ist wenig in Wasser liislicli
(1000 Gran desselben liisen kaum 4 Gran des Salzes), gar nicht
i n Allrohol und Aether , wohl aber in Chlorwasserstoff iind
SalpetersXure. SchwefelsBure in kleinen Portionen zugesetzt,
bildet Turpeth, in griissern wirkt sie vollkammen auiiiisend.
Erhitzt wird es zersetzt , Quecksilber verfliichtigt und Kohle
ausgeschieden, welche , wenn die Erhitzung auf einern Bleche oder vor dem Liilhrohre geschiih, verbrennt. W i r d dieses Salz mit Kalihydrat - LBsung iibergossen, so scheidet sich
Quecksilheroxyd aus.
Mit Aetzarnrnoniakfliissiglceit behandell, bildet sich ein vreisser dinmonialr eiithaltender PrPcipitat. Dieser ist etwas liislich in Wasspr, aber unliislicli in
Alkohol und Aether, entwickelt init Kalilosung iibergossen,
Ammoniak, und wird in Salz- und Salpeterslure fast ganz
aufgelost , aus welchen Lasungen Kalifliissigkeit wieder einen
weissen Niederschlag fillt.
Aus, dein Vorstehenden ergiebt sich nun, (lass ee weder
auf direklem noch auf indirekteni Wege gelingen wollle, eine
neutrale Verbindung des apfelsauren Quecksilberoxydesfdarzustellen, sondem dass diese Verbindung durch das immer zugegenseyende Wasser in ein saures und in ein basisches Salz
aerfgllt, doch aber eine Verbindung yon Ammoniak, Quecksilberolyd und Apfelsiiure besteht.
,
,
-
284
Achtes Kapitel.
S d z e mit BenzoesCure.
I) Benzoesaures Quecksilberoxydul. Hjdrargyrunr benzoicum oxgdulatum.
Bensoas hgdrargyrosuu.
Obwohd die Benzoesiiure das Quecksilberoxydul direkt
auflijst , so bereitet man doch vorsteliendes Salz besser durch
dvppelte M*ahlverwandtschaft, indeiu man dadurch dasselbe
mil geringerem Zeitaufwand und in grosserer. Menge erlriilt.
Diesern nach vermiscfie man die wie oben verdiinnle Lusiing
des salpetersauren Quecksilberoxyduls init einer Losung des
beiizoesaureii Kalis, wobei es als floclLiges Pulver zu Eoden
fsllt, welches gesammelt, gehiirig ausgesiisst, und wie oben
getrocknet mird.
Das auE diese Art erhaltene Salz is, ein weisses krystallinisches Pulver, yon sckwachem Metallgeschmack, welches
dem Sonnenlichte ausgesetzt, seine Farbe verandert, und sich
\vie folgt verhzilt:
Es ist in Wosser unlaslich, allein ein Zusatz von Eenzoesiiure macht es dariii liislich. Ebenso ist es in Alkohol
un& i n Aether unliislich. Concenlrirte SchwpMsiiure erzeuge
damit i n Beriihrung schwefelsaures Quecksilberoxydul unter
Ausscheidung der BeuzoesIure , wodurch das Ganze gesteht.
Concentrirte Cldorwassersiofffiaure bildet Calomel unter derselben Erscheinung wie bei der Schwefelsaure. Ebenso wirkt
Salpeterskiure.
VVird es mit Kalihydrat&hung iibergossen,
so bildet sich benzoesaures Kali und Quecksilberoxydul
wird ausgeschieden. Mit Aetzaminoniakfliissiglreit ubergossen, bildet sich beiizoesaures Ammonitlk, und Quecksilberoxydul wird in Verbindung mit benzoesaurelp Alnmonialc
ausgeschieden. In einer Glasrohre erhitzt, wird e5 theilweise
zersetzt Quecksilber ausgeschieden und Kokle bleibt zuriick,
wiihrend ein Theil des Salzes unveriindert in Gestalt feederartiger Krystalle sublimirt. Auf dem Bleche erhitzt, WiFd
es unter Zuriicklassung von Kohle verff uchtigt, welche beim
weitern Erhitzeii verbrennt.
Ebenso verhdt es sich vor
dem Lothrohr.
Dieses Salz bestekt zufolge der Analyse in hundert
Theilen aus 64,004 Quecksilberoxydul und 35,996 BenzoesEure und enihiilt kein Krystallisationswasser. 1st demnacli
zusammengesetzt aus einem Atome Quecksilbersxydul und
,
285
cinem Atome Benzoesgure Hg B e = 4046,159, woraus sick
durcli Rechnung 64,752 Quecksilberoxydul und 35,248 Benzoeszure ergeben.
Benioesauras Quecksilberoxydul- Ammoniak.
Hyammoniatn benzoicum oxydulahm. Benaoas
h2rargyrum
ammoniacus
Oxydo hydrargyroso.
cum
,
Diese Verbindung wird
wie das essigsaure Quecksilberoxgdul- Ammoniak durch Uebergiessen des benzoesauren Quecksilberoxyduls mit verdtinntem Aetzammoniak bereitet. Das hierdurch erhaltene Pulver ist von schwarzer
Farbe und wird wohl ausgesiisst, an einem clunklen Orte
getrocknet. Gegen Reagenlien verhzlt es sich wie folgt :
Es ist in Wasser, Alkohol und Aether unliislich. Mit
Aefzkaliff iissigkeit iibergoasen, enlwickcIt es Ammoniak.
Nit concenlrirter Schwefelslure bildet es bei nur einigem
ErwIrmon ein weisses Pulver welches auf Mehrzusatz von
Schwefels%ure fast gZnzlicb verschwindet. Salzsliure hildet
Calomel. Mit Salpetersgure digerirt, liist es sich mit ZUriicklassung eines weissen PuIvers auf. Ebenso mit concenirirter [email protected] digerirt, last es aich mit Zuriicklassung
In einer Glasrijtire erhitzt,
yon Quecksilberkugeln auf.
wird es unter theilweisec Bildung von meinllischem Quecksilber iind etwas benzoesaurem Quecksilberoxydul , welche
beide sublimiren , zersetzt
wlhrend Sauerstoffgns etwas
Ammoniak und Benzoeslure gkichzeitig entwickelt werden.
Auf dem Bleche oder vor dern Liithrohre erhitzt, wird es
linter einer sehr schwachen Feuererscheinung verfliichti& Mit Wasser in der Hand gerieben, bilden sich Quecksilberkugeln.
Nach dev A n a l p e ist diese Verbindung in 100 Tbeilen
xusammeogesetzt aus 80,947 Quecksilberoxydul und I 5,978
benzoesaurem Ammoniak.
Oieser Analyee zufolge kann
diese Verbindung ebenfalls a m einem Atome benzoesaurem
Ammoniak und drei Atomen Quecksilheroxydiil betrachtet
werden, wonach sie folgende Formel iind Zahl erhIIt
N H 3 h -I-3 H g = 9541,922, worabs cich 82,739 Quecksilberoxydul und 1796 1 benzoesaures Ammoiiiak ergeben.
,
,
3) Benzoesautes Quecksilberoxyd., Hydrargpwm benzoicum oxydatum. Benzoas lydrargyricus.
dul
Die BenzoesEure wirkt , so wie auf das Quecksilbrroxpkann deinnach
, anch auf das Oxyd aufliisend , und man
auf direktem Wege das benzoesaure Quecksilberoxyd hereiten., allein aus den, bei der Bereitung des benzoesauren
Oxyduls angegebenen Griinden, wird auch dieses Salz besser
diirch doppelte Wahlverwandtschaft dargestellt , indem mati
nZmlich die mit vier Theilen Wasser verdiinnte Lijsung cles
salpetersauren Quecksilberoxyds mit einer Losung des benzoesaureri Kalis zerselzt, wobei es in Gestalt eines voluminosen Pulvers welches allmiilig Krysttllchen bildet, zu BOden fiillt welclies gesanimelt , ausgesiisst und getrocknet
wird.
Uas hierdurch erhallene Salz bildet kleine weisse
Krysialle von etwas metallischem u n J benzoeartigem Ged
schmack. Weiler untersueht zeigt es folgendes Verbalten I
Es ist in Wasser unl6slicli, ein Zusatz yon Benzoeslure aber macht es in demselben loslich. Dtlrch anhaltendes Kochen mit vielem Wasser zerfsllt es in ein saures und
i n ein btisisches Salz, ersteres bleibt aufgeliist, lelzteres Cllt
mit schwachgelber Farbe zu Boden.
1 0 0 0 Gran Allroll01
liisen 2,7 Gran Salz. Mit Aetheriibergossen, zerfillt es in
ein saures und in ein basisches Salz.(gernde wie beim essigsaurem Quecksilberoxyde angegeben) , -dus basische bleibt
unaufgeliist, wthrend 1000 Gran Aether- 4 1 , 3 Gran des sauren Salzes aufliisen.
Mit Aetzammoniakfliissigkeit behandelt, behGlt es unter Aufnakme von Ammoniak seine weisse
Farbe. Aetzkaliflussigkeit scheidet Quecksilberoxyd mit gelber Farbe aus. Concentrirte SchwefelsSiure lost es vollsttndig, untei Ausscheidusg der Benzoesiiure auf. Chlorwasserstoff und SalpetersEure verbalten sich ebenso.
In einer
Rohre erhitzt wird es theilweise zersetzt, Quecksilber metallisch sublimirt, wlhrend Kohle ausgeschieden wird, algleich aber sublimirt der griisste Theil des Salzes unvertnderi in federartigen Krystallen. Auf dem Platinblech erhitzt,
verbrenrit es mit Verfliichtigung des Quecksibers wie das
Oxydulsalz, und Kohle bleibt zuriick, welche beim weitern
Erhitzen ehenfalls verbrennt.
Ebenso verhalt es sich vor
dern Lothrolre. Hundert Gran dieses Salzes bestehen in 100
Theilen BUS 45,326 Quecksilberoxyd; 5ij374 Benzoesiiure
und 3,3 Krystallisationswasser nach der Analyse j demriach
aus einem Atome Quecksilberoxyd, einem Atome BenzoesLure und einem Atome Wasser H g E e + H = 2910,816.
Diesem nach berechnet, besteht es aus 46,922 Quecksilberoxyd 49,s14 BenzoesPure und 3,864 Hrystallisationswasser.
,
,
,
,
287
4) Benzoesaures Qaecksilberoxyd Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato benzoicum oxydatum. Benzoas ammoniacus cum OxJda hydrargyrico.
Diese Verbindung wird aus den1 benzoesauren Quecksilberoxyd auf dieseibe Weise wie die Oxydulverbindung
dieser SPure mit Ammonialr bereitet. Es ist ein weisses etwas metallisch schmeckendes Pulver , welches in Wasser
1000 Theile Alkohol liisen 8 Tlieil Salz auf.
unl6slich ist.
1000 Theile Aether liisen 3 Theil auf.
N i t Kalihydratliisung iibergossen nimmt es unter Entwicklung von Ammoniak eine gelbe Farbe an. Concentrirte SchwefelsPure wirlrt
wenig auf diese Verbiadung.
SalzsHure liist sie auf, aus
welcher Liisuug Iialiliisung eixien weissen Pracipitat Rllt.
SalpetersBure greift sie ebenfalls wenig an. In einel: Glasrohre erhitzt, wird sie zersettt , etwas benzoesaures Quecksilberoxydul sublimirt unter Entwicklung von Ammoniak
und Sauerstoffgas. Auf Platinblecli oder vor dem Liithrohr
erhitzt, wird sie mit schmacher:Feuerersckeinung und Z u riicklassung einer Spur Kohle verfliichtigt.
Nach der Analyse besteht diese Verbindung i n 1 0 0
Theilen am 69,92 i Queclrsilberoxyd und 27,178 benzoesaur e m Ammoniak, also aus einem Atome benzoesaurem Ammoniak und drei Atomen Quecksilberoxyd N H3 Be -+ 3Hg =
5744,455, woraiw sich durch Rechnung 7 1,329 Quecksilberoxyd und 28,67 1 benzoesaures Ammoniak ergeben.
,
Neuntes KapiteI.
Salza mit Bernnteinrsure.
1) Bermteinsaures Quecksilberoxydul. Hydrargyrum
succinicum oxydutatum. Succinas hydrargyrosus.
Das ternsteinsaure Quecksilberoxydul und Oxyd lassen
sich wie die beiden benzoesauren Salze , direlct bereiten,
indem die Bernsteinseure sowohl das Oxydul als auch das
Oxyd auAost allein urn diese Salze schneller und in griisserep Menge darzustellen, wLhle man lieber den W e g der
Zersetziing und mische eirie Losung des Quecksilberoxyduls oder Oxyds mit aufgeliistem bernsteinsauren Kali.
Diesem nach giesse man zu der mit vier Theilen Wasser
verdiinnten LOSUII~des salpelersauren Quecksilberoxyduls, so lange eine LBsung des bernsteinsauren Kalis, als
,
,
dadurch cin Niederschlag entstebt welclien man sammelt,
gehiirig ausskst und an einein schaliigen Orie trocknet.
Das auf diese Weise erlialicne bernsteirisaure Quecksilberosgdul ist ein weisses krys~allinischesPulver von schwadiem metallischem urid und elwas bernsieinshreariigem Geschmack und folgendem Verhalten:
Es ist in Wasser unlijslicli, allein ein Zusatz von Bernsteinsfure lnacht es in demselben Iiislich. Durcli anhaltendcs Kochen mit vielem W'asser wird es in ein saures und
ersieres bleibt aufgein ein basisches Salz unigewttndelt
liist, lelzieres auf dem Hoden uiigeliht zuriick. 1000 Ttieile
Alkohol liisen i). Tbeil salz auf. In Aeiher ist es unliislich.
Mit AerzaminonialiAiissigkeit iibergossen, wird es schwarz
und i n eine Ammoniakverbindung umgewandelt. AetzkaliConcentrirte
fl6SSigkfit scheidet Quecksilberoxydul aus.
SchvefelsEure in) Ueberschusse zugesetpl liist es unter Ausscheidung der BernsteinsLure auf. Salzsaure scheidet ebenfalls Bernsieinsiiiire aus und bildet Calomel.
SolpetersZure
16sL es vollkommeii auf. In der Hiihre erbitzl, sublimirt ein
Theil dieses Salzes u n v e r h l e r t , wiihreiid elwas Kohle von
dem gleichzeitig zerseizien Salze zuriickbleibt.
Auf dem
Bleche wird alles mit Z u r k k l a s s h g weniger Kohle verfluchtigt ; bei liingerer Erhitzung verlrennt auch diese.
Ehenso verhiilt es sic11 vor dem Liiihrohr.
Dieses Salz besteht nach der Analyse i n 100 Tlieilen
aus 78,981 Quecksilberoxydul und 21,oig Bernsteinshre
und enthalt kein Krystallwasser ;ist demnach zusamniengesetzt
ails einem Atome Quecksilberoxydnl und einem Atome Bernsteinsxure, H g h = 3262,351, woraus sich 80,667 Quecksilberoxydul und 19,333 Bern3ieinsPure ergeben.
,
,
2 Bernsteinsaures Quecksilberoxydul- Ammoniak. HyLargy-um ammoniato succhicum oxydulatum. Succznas
ammontacus cum O q d o hydrargyroso.
ITegen der Uiiliislichkeit des bernsteinsauren Quecksilberoxyduls wurde dieses PrPparat durch. Uebergiessen dieses Salzes mil der gehiirigen Quaniitzt verdiinnler Aeizamploniakflussigkeit bereilet w*orauf das entstandene schwarze
Pulver gesammelt ausgesussl und gelrocknet wurde, Dieses
Pulver verhPlt sich wie f d g t :
In W a s ~ e r ,Alkohol und Aether ist es unliislich. Mit
Kaliiydrat -Liisung iibergossen, entwicltelt es Ammoniak.
Concentrirte Sckwefelsiiure vcrwnndel t es in ein weisses Pul-
,
,
289
,
ver, im Ueberschuss zugesetzt liist sie es fast glnzlich auf.
Salzslure bildet Calomel. Salpetersiiure damit digerirt, last
es mit Zuriicklassung eines weissen Pulvers auf.
Mit
Wird es
concentrirter EssigsPure in der WLrine behandelt
mit Zuriiclclassung von Quecksilberkugeln aufgelost. In einer Rohre erhitzt , wird etwas bernsteinsaures Quecksilberoxydul subliiiiirt whhrend Sauerstoff, Aminoniak und metalliscliev Quecksilber gleichzeitig entwickelt werden.
Auf
dem Platinblech, oder YOC dem LGthrohre erhitGt, wird alles verfluchtigt. Feucht in der Hand gerieben, bilden sich
Queclisilberliugeln.
Nach der Analyse besteht diese Verbindung aus 88,237
Queclrsilberoxydul und 9,019 bernsteinsaurem Ammoniak.
Diesem nach kann daher diese Verbiridung ebenfalls ale aus
einem Atome bernsteinsaurem Ammonialr und drei Atomen
Quecksilberoxydul betrachtet werden, NK3 s u + 3kg =
8740,113. Hieraus ergeberi sich durch Rechnung in 100
TheiIen 90,329 Quecksijteroxydul und 9,67I bernsteinsaures Ammoniak.
,
,
3) Bernsteinsawes
Quecksilberoxad.
Hydmrgyrum
succinicum oxydatum. Succinas hydrargyricus.
Urn dieses Salz in grosserer Menge und mi! wenigerem Zeit-
aufwand darzustellen, vermische man die wie oben verdiinnte Lasutig des salpelersauren Quecksilberoxyds mit einer
Losung des bernsieinsauren Kalis von I , 100 specifischem
Gewichte so lange, als dadurch ein NiederscMag hervorgebracht w i d , welcher gesammelt gewaschen und getrocknet
wird. Das hierdurch erhaltene Salz ist ein weisses lrryetallinisches Pulver, von herbem metallischen Geschmack , und
bleibt troclren, unverhndert , allein feucht und vom Sonnenscliein getroffen, nimmt es eine rijthliche Farbe an. 8ein fernepes Verhalten ist folgendes
1000 Theile Wasser losen
3 dieses Salzes. In Alkohol
ist es fast unlijslich. 1000 Theile Aether &en i$ Theil Salz.
D u d anhaltendes Kochen mit vielem Wasser zerfdlt es in
eiri saures Salz , welchee sich aufliist und in ein basisches,
welches zuriickbleibt.
Mit Aetzammoniakfliissigkeit iibergosserr, behiilt es seine
nrsprlingliuhe Farbe und wird i n eine Ammoniak Verbindung umgewandelt.
Mit Aetzkaliflussigkeit behanrlelt bildet sich berneteinsaures Kali und Quecksilberoxyd wird ausgeschieden.
19
Arch. d. Pharm. 11. Reihe. V.Bds. 3, Hft.
,
,
,
Concenlrirte Schwefelsiiure 15st es nit Ausscheidung der
BerristeinsHure , besonders bei angewandter W I r m e , auf.
Salzsiiure und SalpeiersB'ure veshalten sich ebenso. I n einer
Glasrohre erhitzt, mirtl es unter theilweisej Zersetzung geschwiirzt , w l h r e n d bernsteinsaures Queclrsilberoxyd unverIindert sublimirt und etwas Kohle zuriiclibleibt.
Geschieht die Erhitzung auf dem Bleche oder vor dein
L o t h r o h r , so w-ird ebenso alles unter einer kleinen Fenererscheinung verfliichtigt. Hundert Gran dieses Salzes hestehen
zufolge d e r Analyse aus 64,874 Quecksilheroxyd und 35,126
Bernsteinsiare uiid enthalten kein lirystnllwasser.
Dieses
Salz besteht clemnach aus einein Atome Quecksilberoxyd und
einem Atome Bernsteinstiare, Hg Su = I 996,529. Hieraus
berechnet, bestelit es aus 68,409 Quecksilheroxyd und 31,591
BernsteinsBure.
. -
Bemsteinsaures Quecksilheroxyd - Ammonialc. Hyd4rargyruin
animoniato - siiccinicwn oxplaturn. Succtnas
ammoniactcs cum Oxydo hydrargyrico.
Dieee Verbinclung wird , wie fast alle vorhergehende
Aminoniak - Verbindungen, durch Uebergiessen rles mit W a s ser angeriihrten bernsteinsouren Quecksilberoxyds niit d e r
hinreichenden Menge verdunnter Aetzammoniakfliissigkeit
bereilet.
D a s hierdurch erhallene Salz ist ein rein weisses Pulver,
yon metallischem Geschniark und folgendem Verhalten :
Es ist in Wasser kaum liislich. I n Alkohol uiid Aet h e r unlijslich
Mit Kalihyclratliisung iibergosseri
nimmt
es unter Entwicklung Yon Ammoniak eine gelbe Parhe 811.
Von concentrirter ScliwefelsLure w i r d es wenig angegriflen.
SalzsEure lost es auf, aus welcher LGsung Aetzkalifliiseiglicit einen weissen PrPcipitat fillt. Salpetersiiure wirlit wenig verEndernd auf dieses Pulver.
In eirier Glasrijlire erhitzt, w i r d es zersetzt, etwas
bernsteinsaures Quecksilberoxy dul sublimirt unter Entwicklung von Animoniak und Sauerstoffgas.
Ehenso w i r d es verfliichtigt, w e n n die Erhitzung auf
dem Ylatinblech oder vor dem Lothrohr geschieht.
Nach der Analyse besleht diese Verhindung i n 100
Theilen aus 80,754 Quecksilberoxyd und 15,603 bernstcinsaurem Ammonialr, lrann also ebenfalls als 811s. einem Atome bernsteinsaurem Ammonialr iind drei Atomen Quecksilberoxyd betrachtet werden, N H s u + 3Ijg = 4942,647.
,
29 I
IIiernach berechnet , bestcht es ails 82,900 Qircckdberoxyd
und 17,100 bernsteinsaurern Ammoniak.
Z e h n t e s Kapitel.
Salze rnit Galliipfeleaurc.
1) Gallapfelsautes Quecksilberoxydul
Hydrargymm
gah!icum oxydulaturn. Gallas hJdTargyTosus.
W i r d eine n i c k zu verdiinnte Liisung d t r GallSpfels h r e mit Quecksilberoxydul erhitzt , SO bildet sich galEpfe1saures Quecksilberoxydul, welches mit weisser Farbe zu
Boden fillt.
Dieses Salz kann ebenfalls erhalten werden, wenn man
eine Lijsung des salpetereauren Quecltsilberoxyduls , entweder mit Galliipfels~ure oder init gallPpfclsaurem Kali zersetzt, wobei es ebenfalls als weisses Pulver zu Boden f d t ,
welches gesammelt , ausgesiisst und getrocknet wird.
Das hierdurch erlialtenc Salz ist yon weieser Farhe,
allein schori unter dem Trocknen ninimt es durch Einwirkung der Atmospkire eine gelbliche an, wird cs vom Sonnenlichte geiroffen, so wird es aIlmilig imluer dunkler von
Farbe. Sein iibriges Verhalten ist folgendes :
Es ist in Wasser unloslich, wird durch Kocben nicht
zersetzt und durch einen Ziiaalz yon GallSpfeIsiiure nicht
aufgelijst. Ehenso unliislich ist es in Blkoliol und in Aether.
Mit Aelzammoriialcfliissiglteit behandelt, nimmt es eine
schwarze Farbe an und Kilt Ammonialr gebunden. Aetzkalifliissigkeit scheidet Quecltsilberoxydul aus, mit schwarzer
Farbe.
Concenlrirle Schwefelshre 16st es beim Erhitzen unter
Zerstorung der GallB'pfelsEure auf. Concentrirte Chlorwasserstoffsiiure bildet Calomel. Concentrirte SalpetereEure lost
es bei einigem Erwirmen fast ghzlich auf.
In einer Glasrijhre erhitzt, wird ein Theil dieses Salzes
unverxndert sublimirt wiihrend der andere Theil desselben
zersetzt und eine Kohle zuriiclrgelassen wird, welche, wenn
die Erbitzung auf dem Bleche oder vor dem Lijthrohre geschieht, verbrenni.
Nach der Analyse besteht dieses Salz in 100 Theilen
aus 73,824 Quecksilberoxydul und 26,176 GalEpfelsXure,
und enthilt kein Krystallisationswasser, besteht demnach
19
*
292
aus einem Atome
- Quecksilberoxydul und eineni Alome Gall~pfclsStirr,Hg G = 34!2:;705. Hiernach berechnet, ergeben
sich 76,775 Quecksilberoxydul und 23,225 GallSpfelsEure.
Diese Verbindung wird auf dieselbe Art wie das essigsaure Qiieclrsilberoxydiil Arumonialr atis dem galliipfelsuuFen Quecksilberoxydul bereitet. Sie bildet ein fast schmarz
ausseliendes Pulver , welches folgendes Verhalten zeigt :
Es ist in Wasser, Alkohol und Aeiher unaufloslich. 'Mit
Aelzkalifliissiglreit iibergossen , entwicltelt es Ainmonialr.
Von der concentrirten. Schwefelsgure wird es unter Zerstorung der Galliipfelsiiure in schwefelsaures Quecksilberoxydul
y erwan delt.
Salzszure Lildet Calomel. Mit SalpetersPure digerirt,
lijst es sich init Zurucklassung eines weissen Pulvers auf.
Concentrirte EssigsPure damit digerirt, lost es mit Zuriicklassung von Quecksilberkugeln auf.
In einer Rohre erhitzt , sublimirt sich etwas gall8pfelsaures Queclrsilberoxydul, und Ammoniak und SauerstofF werden frei. Auf dein PlatinLleche erhitzt , wird es ebenfalls
unter Verbrennung einer Spur Kohle verfliichtigt.
AuE Kohle VOP dem Lathrollre erlitzt, verhalt es sicti
ebenso. Peuchi in der Hand gerieben, erzeugen sich Quecksilberkugeln.
Nach der Analyse besteht diese Verbindung ails 84,713
Quecksilberoxydul und 12~113galliipfelsaurem Ammoniak.
Nach dieser Analyse ltiinnte diese Verbindung aus zwei
Atomen galliipfelsaurem Ammoniak und Fiinf Atomen Quecksilberoxydul betrachtet ) und folgenderniassen bezeichnet
werden 2
~ G -+
~ 5Hg
3 = 1517CJr290,woraus sich durck
Rechnung 86,639 Quecksilberoxydul und 13,361 galltipfeelsaures Ammoniak ergeben.
-
,
3) GalKpfelsaures Quecksilbetoxyd. Hydrargyrum
gallieurn ozydatum. Gallas hydrargyricus.
duch dieses Salz kann durch direktes Auflosen des Quecksilberoxyds in concentrirter G~ll5pfelsPure- Lasung durck
schneller aber erhalt
gelindes Erhitzen erhalten werden
,
293
man es, wenn man eine LSsung des salpetersaureii Quecksilberoxyds entweder mit Gallapfelsaure oder mit galllipfelsailrein KaIi zersetzt , wobei es als ein anfangs rothes, spiiler
rostfarbiges loclreres Pulver zu Boden f i l l t , welches gesammelt, ausgesiisst und getrocknet wid.
Das auf diese Art erhaltene Salz ist ein rostfarbiges Pulver, welches fast geschmacklos und yon folgendem Verlialten ist:
Es ist weder ill kallem nocli in kochcndem Wasser 15slicli , cbenso wenig befijrdert ein Zusatz yon Gallapfel6ure
dessen Lijslichkeit. In Alkohol und Aether ist es ebenfalls
unliidich.
Concentrirte Aetzkaliff iissigkeit im Ueberschusse zugesetzt , scheidet unter theilweiser Zersetzung der S u r e Quecksilberoxyd aus. Aetzammoniak~~Lissigkeit
erzeugt damit eine
dunkelscliiefergraue Piirbung , und die neue Verbindu,.g entKilt Ammoniak.
Coriceritrirte Schwefelsiiure erzeugt unter Zerstijrung der
Siiure schwefelsaures Quecksilberoxyd. Chlorwassersioffsaure
so \vie Salpetersiiure losen dieses Saiz auf.
In einer Riihre erhitzt, wird ein Tlieil dieses Salzes unverlndert sublimirt, wahrend eine Kohle yon der kierbei
gleichzeitig zerset zten SBure zuriickbleibt , welche , wenn
die Erhitzung auf dem Bleche oder vor dem Liithrohr geschieht verbrennt.
Nach der Analyse besieht dieses Salz aua 60,715 Quecksilberoxyd und 39,285 Galliipfclsiiure, also aus einem Atome
Quecksilberoxyd und einern Atome Gallipfels~ure Hg 6 =
2 I 61,883.
Hieraus berechnet, ergeben sich in 1 0 0 Theilen
63,i77 Quecksilberoxyd und 36,823 GalllipfelaBurc.
,
4) Gatlapfdsaures Quecksilberoxyd - Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato -gallieurn Q X datum. Gattus am monz'acuscum oxydo h~
! I rargyrz'co.
Diese Verbindung wird , wie die vorigen Ammoniakverhindiiiigen , aus dem galliipfelsauren Queclrsilberoxyd und
Arnmonialrfliissiglteit bereitet.
Dieses Salz bildet ein dunkel schiefergraues fast geschmackloaes Pulver , welches in
Wasser , Allrohol und Aether volllrominen unloslich ist.
W i r d es w i t Aetzkalifliissiglreit befeuchtet , so entwikkelt es Anirnoniak. Mil Schwefelsiiure im Ueberschusse behandelt, 16st es sich theilweise unter Bildung eines weissen
PuJverP. In Salzsgure ist es liislicli. In Salpetersiiure lost es
294
sich n u r z ~ l mTheil und ein weisses Pulver bleibt zuriick. It1
einer Rijhre erhitzt sublirnirt sich et was galliipfelsaures
Quecksilberoxyd und Kohle bleibt zuriick, welche , w e n n
die Erhitzung beim yollen Zutrilt der Luft gescliieht, yerbrennt.
Dieses Salz besleht zufolge der Analyse aus 73,976 Quecksilberoxyd und 20,314gallapfelsaureni Ammoniak. Demnach
konnte auch diese Verbindung ills aus e w e i Atomen galliipfelsaurern Ainmoniak und funf Atomen Queclcsilberoxytl besleliend belrachlet werden. 9 HN3 i? -t- 5 fig = 8850,180, woraus sich (lurch Rechnung 77,010 Quecksilberoxyd und ZZ,CJJO
Galliipfelsiiure ergeben.
,
E i l f t e s Kapite1.
Sake rnit Gerbsiure
*).
H drargyrutn f a m i cum oxydulatum. Tannas Atj rargyrosus.
1) Gerbsaures Quecfisilberoxydul.
i
W i r d Gerbsffure in Wasser aufgeliist und so mit Quecksilberoxydul digerirt, SO verbinden sie sich w i t einander und
gerbsaures Queclrsilber fGllt nieder. Dieses Salz Irann auclr
erhallen werden , indem man eine Losting cles salpelersaur e n Quecksilberoxyduls init gerbsaurem Kali versetzt , wobei es pulverF6rmig zu Boden fillt.
Das so erhallene Salz ist ein Pulver von anFangs fast
weisser , allmElig dunliler werdenden Farbe. Troclien sielit
es gelblicb braun aus und zeigt folgerides Verhallen:
Es ist sowohl in kallem, a13 in heisscm Wasser unloslich , ebenso wenig befiirdert ein Ziisatz von Gerbs;iuro
dessen Losliclilreil. Eheiifalls i n AlkoLol und Aellier ist es
unlijslich. M i t Aelzammoiii.?lifliissigkeit ijbergossen nimmt
es Ammoniak auf, tinter SchwLrzung seiner Farbe. Aetzkalifliissigkeit scheidet Oxydul aus. Schwefelsaure bildet unt e r Verkohlung der Siiure , schwefelsaures Q ~ ~ e c k s i l b e r o x y dug. Salzsiiure schltgt Calomel und eine Verbindung init
Gerbslure nieder. Salpetersiure lost das Queclrsilberoxydul
auf u n d einc Verbindurrg VOIL Gerb- und Salpetersiure fa’llt
nieder.
,
*) Die zu den foIgenden Versuchen an ewandte Gerbsiiure
war nus Gallapfeln bereitet, und war fiaher eisenoxydblaufallender Gerbstoff.
395
In einer Rijhre erhilzt w i r d unlerZurlicklassung von Kohle
Quecksilber metallisch sublimirt. Auf dem Bleche oder vor dem
Lothrohr erhilzt , wird die zuriiclibleiberide Kohle verbrannl.
Hundert Gran tlieses Salzes beslehen nach der Analyae aus
4 &961 Quecltsilberoxydul und 55,039 Gerbssure. Dieseiii
nach aus einein Alome Quecltsilberoxydul utid einerh Atonie
Gerbsaure Hg Ta = 5319,830, woraus sich 49,468 Quecksilberoxydul und 50,532 GerbsHure ergeben.
2) Gcrbsaures Quecksilberoxyhl- Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato tannicum oxydulatum. Tannas ammoniaczcs cum Oxydo hydrargyroso.
-
Diese VerGindung wird w i e das essigsaure Quecksilberoxydul- Ammnoniak aus dem gerbsauren Quecksilberoxydul
und Aelzainirionialiffiissiglieil bereitet.
Es bildet ein sclimarzes geschmaclrloses Pulver, von
folgendein Verhallen :
1;s ist in Wasser, Alkohol und Aether unlOslich.
Mit AetzkaIifliissigkeit befeuchtet; wird Amrnoniak entwickelt. Concentrirte Schmefe1s;iure lost es unler Verkolilung tler GerbsH'ure fast ganz a d . Chlonvasserslo~sHiirebildet Calomel. SalpetersH'ure lost es ebenfalls bedculend auf.
Concentrirte Essigssure darnit digerirt liist es mit Zuriicklassung von Quecksilberkugeln auf.
In einer Glasriihre erhitzt , wird es unter Entwickliing
yon Ammoniak, QduerstofFgas und Quecksilber zersetzt , w z h rend etwas liohle zuriickbleiht , welche , w e n n die Ver1)rennung b r i dem vollen I d t z u l r i t t gescliieht verbrennt.
FeucLt i n der Hand Seriebexi bildeii sich Quechsillerliiigelclicn.
Nach der Analyse besteht diese Verbindung aus 76,781
Quecksilberoxydul und 20,546 gerbsaurem Ammoniak. Dieser Andyse g e m k , lrunnte diese Verbindung aus einein Alomc
gerbsaurem Ammoniak und vier Atoiuen Queclisilberoxydul
lietrachtet untl folgendermassen bezeirhnet werden : NH3
?fa + 4 H g = 13429,236, woraus sich durch Rechnung 18,385
Quecksilberoxydul und 21,615 gerbsaures Amrnoniak in 100
Tbeilen ergelen.
,
,
,
3)
,
Gerbsaures Quecksilberox3d. Hydrargyrum tannicum oxydatum. Tannas hydrargyricw.
Dieses Salz k a n n ehenfulls auf dirrlrem W e g e bereitet
296
werden, schneller aber und in grcsserer Menge e r M t man
es , wenn man e h e r Losung des salpetersauren Quecksilberoxyds mit eine Losung des gerbsauren Kalis zersetzt, wobei es als leicht gelbes Pulver zu Boden fdlt.
Dieses Pulver w i d allmiilig immer dunliler, und is1
i i i i trocknen Zusiande von gelblicfibrauner Farbe, und folgkndem Verhalten :
Es ist in Wasser unloslich, wird durch Kochen mit
Wasser niclit zersetzt, und durch eirien Zusatz yon GerbEbenso in Alkohol und in Aether
sSure nirht aufgeliist.
ist cs unltislich.
b'iit Aetzammdniakfliissigkeit iibergossen nimmt es eine
fast schwarze Parbe an. Mit Aetzkalifliissiglteit bildet sicli
gerbsaurc.5 Kali und Queclrsilberoxyd. In concentrirter
Schwefelsli!re wird es mit Verkohluhg der Gerbslure aufgeliist. Chlorwasserstoff so wie SalpetersZure, lijsen es fast
ganz.
I n einer Rohre erhitzt, subliniirt Quecksilber und Kohle
bleibt zuriick, welche , wenn die ErLitzung auf d e n Bleche
oder vor dem LGthrohr geschieht verbrennt.
Nach der Analyse besteht es in LOO Theilen aus 32,134
Quecksilberoxyd iind 67,S66 Gerbsiiure
also aus eiiieiii
A tome GerbsEore Hg Ta = 4054,008 woraus sich 33,690
Quecksilberoxyd und 66,310 Gerbszure ergeben.
,
,
,
,
,
4) Gerbsaures Quecksilberoqd - Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato tannicum oxydatztm. Tannas ammoniaGUS cum Oxydo hydrarpjrico.
Diese Verbindung wird , wie die .friiherc , cfurch Uebergiessen des gerbsauren QueclrsilberoxyJs mit Ammoniakfliissigkeit bereitet.
Es bilclet ein dunkelbraunes, first geschrnaclrloses Pulver welches folgendes Verhalten zeigt :
Es isi in Wasser, Alkokol h d Aelher unaufli5slich.
Aetzkalifliissiglteit entwiclrelt Ammoniak.concentrirte
Schwefclslure liist es theilweise unter Verbohlung der Saure
adf. Chlorwasserstoff so wie Sa1petersh-e 1Bsen es griisstentheils auf. I n ciner Riihre erhitzt, wird es unter Vekkohlung der S u r e zersetzt, wobei sich Ammoniak, Quecksilber und Sauersloff bildet. W i r d es auf dem Platinblech
oder vor dem Lothrohr erhitzt, SO verfliiehtigt sich das
Quecksilber zuerst und die zuriiclrbleibende Kohle verbrennt.
Zufolge dei. damit angestellfen Analyse besteht dieses Salz
,
,
297
aus 64,643 Quecksilheroryd u n d 38,151 gerbsaurem Ammo-
,
niuk, lrann demnach als aus einem Atome gerbsaurem Am.
inoniak und vier Atomen.Quecksilberoxyd best eliend, betraclitet und wie folgt bezeichnet werden N H 3 T a + 4 Hg =
8365,948 , woraus sich 65,296 Quecksilberoxyd und 34,704
gerbsaures Alllmoniak in 100 Theilen ergeben.
,
Zwiilftes Kapitel.
Salze niit Schlcimeiure.
1) ScMeimsaures Queckd6eToxydul. HydTaTgyrum mucicum oxydulatum. N u c ~ hydrapgyrosus.
s
D a die SchleimsEure das Queclrsilberoxydul n u r schwach
angreift, so bereitet man dieses Salz a m besten, indem man
die mit vier Theilen Wasser verclunnte Losung des salpetereauren Quecltsilberoxyduls mit einer Liisung des schleirnsauTen ICalis yon 1,100 spec. Gewiclite zersetzt , wobei das
schleiiiisaure Queclrsilberoxydul als weisses Pulver zu Boden
flillt. Das SO erhallene Salz bildet ein, beim Trocknen zusanimenbackcndes, metallisch schmcckendes Pulver , welches
dem Sonnenlichte ausgesetzt allmllig eine dunkle Farbe anllimmt und fcrner folgendes Verhalten zeigt :
1000 Theile Wasser nehmen 3 Theil Salz auf.
Kocherides Wasser befiirclerl seine Aufliislichlreit , ohne eine Zersetzurig lierbeizufiiiihren.
1000 Gran Allrvhol liisen -$ Gran
dieses Snlzes auf. I n n e t h e r ist es unliislich. N i t Aelzammoniakfliissiglteit iibergossen, w i r d es schwarz und i n
eine Ammoniakverbindung umgewandelt. Aetzkalilliissiglreit
scheidet QuecksillBeroxydul BUS. Concenlrirte Schwefelsiiure
\yirlrt i n der KElte n u r wenig, allein damit erhitzt i m Ueberschusse von SZiire w i r d die S l u r e nnter SchwSirzung zerstbrt , mid es bildet sich saures schwefelsuures Qoeciisilberoxydul.
Chlorffasserstoffsaure bildet unter Ausscheidung
der SchleimsBure Calomel. SalpetersEure dainit erhitzt, zerstiirt die SchIeimsBure iheilweise, und bildet salpetersaures
Queclrsilberoxydd und Oxgd.
I n einer Glasriibre erhilzt, eublimirt etwas schleimsaures Qiiecksilberoxydul unverHridert , w t h r e n d der griissie
Theil zersetzt w i r d und liohle auriickbleibt, welcke, wenn
es Leiin freiefi Zuiritt der Luft erhitat wird, verbrennt.
Nach der Analyse bestetrt dieses Salz in xoo Theilen
,
293
aus 65,134 Quecksilberoxydul und 34,866 Schleimshre,
also aus einem Atome Quecksilberoxydul und einein Atome
SchleirnsSure, fig Ri = 3952,664 hieraus berechnet ergeben sich 66,578 Queclcsilberoxydul und 33,422 SchleimsPure.
,
2)
Schleimsaures Quecksitberoxydul- Ammoniak. Hydrargyrum ammoitiato mucicum oxyclulatum.
Diesc Verbind urtg wird wie die friihere Ammonialcverbindung aus dem schleirnsauren Queclcsilberoxgdul und Aetzainmonialcfliissiglceit hereilet.
Es bililet ein schwarzes gesckniackloses Pulver yon folgertdem Verhalten :
Es ist in Wasser, Alltohol und Aether unaufl5slich.
Mit Aetzkaliliiissiglteit befeuchtet, entwickelt es Ammoniak.
Mit concentrirter SchwefelsZure bei eirier etwas erhohten
Temperatur beharidelt, wird es unter Zerstiirung der SchleimsXure in ein wcisses Pulver verwandelt, welches (lurch einen
BIeIehrzusatz yon S u r e , fast ganz aufSeliist wird. Chlorwassersloffsiiure bildet Calomel. Mit Salpefershure digerirt,
wird es mit Zuriicklassung eines weissen Pulvers aufgelijsl.
Concentrirle EssigGiure ebcnso angewandt, 16st es mit Z u riiclclassung von metallischem Quecksilber auf. In einer
Kijlire erhitzt , wird cs zersetzt , unter Enfwicklung yon
Animoniak , ~ueclcsilber iind Sauersloffgas, wPlirend eine
kleine Spur sclileimsaures Queclcsilheroxytlul sublimirt. AuP
I’latinblech oder yor dem Lijlhrohr wird es unter Zersetzung vcrfliichtigt. I’Vird es feucht in der Hand gerieben,
so biltleri sich Quecksilberkugeln.
Nach dcr Artalysr? bestelit dieses Salz aus 82,106 Quecksilberoxydul und I 5,517 schleimsaoren Ammoriialc. Es kann
clemnach aos eineni Alome schleimsaurem Amnioniak und
drei Atomen Quecksilberoxydul betrachtel werden HH
gi + 3 H g = 9430,426. Hieraus berechnet, ergeben sich
S3,7 17 Queclisilberoxydul und 16,283 schleimsaures Ammoniak.
,
J
3) Schleimsaures QuecksiZberoxyd. Hydrargyrum mucicum oxydatum. Mucus hydrargyricus.
Das Quecksilberoxyd wird von cler SchIeimsEure so wenig angegriffen, class auf direktem Wege nur ausserst wenig
des obigen Salzes bereitet werden kann. Leicht aber erMlt man cs, indem man die wie oben verdiinnie Lo~iing
des salpetersauren Quecksilberoxyduls mit der Liisung dcs
299
,
schleimsauren Kdis zersetzt wo es als bleiidend weisses
Pulver zu Boden Fgllt, welches, mit Hiilfe eines Filtrums gesammelt, ausgesiisst und an einem schattigen Orte getrocknet wird.
Das auf diese Weise erhaltene Salz ist ein PuIver von
weisser Farbe, metallischem Geschmack uud Folgendem Verhalten :
1000 Theile Wasser liisen
Theil Salz auf, ein Zusatz von SchleimsPure befijrdert die Lijslichkeit des Salzes.
Kochendes Wasser vermehrt ebeiifalls die Liislichkeit dieses
Salzes, ohne eine Zersetung zu bewirken. In Alkohol ist es
fast unlijslich.
Aelzaiu1000 Theile Aether losen I) Theil Salz auf.
moniakfliissigkeit damit in Eeriihrung gegeben zersetzt das
Salz und bewirlit cine hnmoniukverhindung. Aetzkalifliissigkeit scheidet Quecksilberoxyd aus. Concentrirle Schwefelskire wirlrt in der IGiIte wenig , alIein darnit erliiizt , wird
die Scbleimslure verkolilt und schwefelsaures Quecksilberoxyd gebildet. SalpetersEure ,wirkt in der BBhe nicht sehr
bedeutend, allein damit erhittt , bildet sic unter iheilweiser VerEnderung der Schleimsliure , salpetersaures Quecksilberoxyd. In der Rijlire erliitzt , -vvird unier Zersetzung tler
SPure Quecksilber sublimirt und liohle bleibt zuriiclr , welche, wenn die Erhitzung vor dem Liithrohr geachieht,
verbrennt.
100 Gran dieses Salzes bestehen zufolge der Analyse
aus 49,932 Queclrsilberoxyrl und 50,068 SchIcimsEure, also
aus einemAloiiie Quecksilberoxyd und einexn iltoine Schleimslure, Hg Mi = 2686,842, hieraus bereclinet , ergeben sich
50,833 Quecksilberoxyd untl 49,I 67 SchleimsEure.
,
4) Schbimsaures QuecksiE2ierox.yd- Ammoniak. Hydrargytum amnaoniato mucicum oxydafum. &has
ammoniaGUS cum Oxydo hydrargyrico.
Diese Verbindung w i r d , wie die vorigen AmmonialrVerbindungen, aus dem schleimsauren Quecksilberoxyd und
Aetzammoniakfliissigkeit bereitet.
Sie bildet ein waisses metallisch schmeclrendea Pulver,
welches, dem Lichte ausgesetzt eiwas gelblick wird und
folgerides Verhalten zeigt :
Bs ist in Waseer kaum liislich. I n Alkohol und Aether
unlihlich. Mit Aetzkalifliissigkeit iibergossen , wird es gelb
und entwickelt Ammoniak Concentrirle SchwefelsLure ist
in der gewohnlichen Temperatnr ohne bedeutende Wirlrung,
,
300
damit erhitzt, wird ein Theil geldst unter Verkohlung der
SchleimsZure. ChlorwasserstoBsffire last es auf , X I S welcher Lijsung r\etzktlliflussigkeit einen weissen Pracipitat fiillt.
SalpelersBure 16st nur einen Theil a u f , unter Zerselzung
der Verbindung, In einer Glasrohre erhitzt, wird es unter
Ausscheidung von Ammoniak, Sauerstoffgas .und Quecksilber zersetzt und Iiohle bleibt zuriick, welche, wenn die
Erhitzung bei vollem LuRzutritt geschieht', verbrennt.
Nach der Analyse besteht dieses Salz eus 71,813 Quecksilberoxyd und a5,8 17 schlsimsaurem Ammonialr. Eesteht
demnach aus einem. Atome schleimsaurem Ammoniak und
+3 Hg =5632,960.
drei Atomeii Quecksilberoxyd, SS3
Hiernach berechnet, ergeben sich 72,740 Quecksilberoxyd
und 17,160 schleimsahres Ammoniak in hundert Theilen.
ai
D r e i z e h n t e s Kapitel.
S d z c mit Itnrnpfareiiurc.
1)
Kampfersaurea QuecksiZAeroxyduZ. Hydrargyrum
camphoricum. Camphoras hgdrargyvosus.
Da die Kampferszure' n u r wenig auf Quecksilberoxydul
w i r k t , so bcreitet man obiges Salz am besteri, wenn inan
die mit vier Theilen Wasser verdiinnte. Lasuiig des salpetersauren QuecksiLberoxyduIs Nit einer Liisung des kampfersauren K d i S zersetzf, wobei es als lockeres weisses PulveE
zu Boden fiillt welches gesammelt , ausgesiisst und an einem
m&zsig erwiirmten: dunklen Orte getrocknet wird.
Das auf diese Weise erlialterie Salz ist ein weisses,
etwas bitterlich schtneckendes Polver welches irocken und
an einem dunklen Orte aufbewahrt, seine Farbe behiilt,
allein feucht und den Sonnenstrahken ausgesetzt graulich
wird. Sein ferneres Verlralten ist mie folgi:
In kaTtem Wasser ist es unliislich. bIif Wasser anhaltend gekocht wird es allrnalig in metallixhes Queckeilber
Diese VerPnderung bewirkt
uncl Oxydsalz urngewandelt.
Alltohol schon bei gewijhnlicher Temperatur. detlier liist
in der Kilte etwas dieses Salzes auf. 1000 Tbeile ungeflhr
Q. W i r d die Temperatur etwas gestcigert, 80 tritl auch
hier die Zersetzung wie oben ein Mit Aetzamrnoniakfliissigkeit u h e r g a s t n , nimmt ee Ammaniak auf, wobei es
eine schwarze Farbe annimmt. Aetzkilliflussigkeit scheidet
Quecksilberoxydul ilus iinter Bildung yon kampferzaurem
,
,
,
,
,
ICali. Concentrirte Sckwefelslure blieb in dcr ICiille o l n e
hedeulende Reaction, alleiir dainit erhitzt, bildet sie unier Verltohlung der Kampfersaure schwefelsaures Quecltsilberoxyddl. SalzsPure bildet Calomel. SalpetersEure bildet,
besonders beini ErtFBrmen leicht, unter theilmeiser VerZnderung der Saure, salpetersaures Oxydul und Oxyd. I n
einer Kiihre erhitzt, w i r d der kleinste Theil tles Salzes unverzndert subliuiirt wEhrend der aiidere Theil des Salzes
~ e r s e t z t w i d , wobei Iiolile zuriickbleibl. Gesctiielit die
Erkittung bei freiem Lufkzutriit SO verbrennt die zuriickBleihende Kolile. WShrend der Erhitzung dieses Salzes ist
deutlich ein kampfcrartiger Geruch zu Lemerkcn.
1000 Gran dieses Salzes analysirt gaben: 63,897 Queck.
silberoxydul u n d 36,1 q3 Kampfersiiure. Es bestclit demnach aus einem illomc KampfersPure, &%a = 4062,485,
woraus sich durch Rechnung 65,099 Quecksilberoxydd iind
34,901 KamphrsPure ergeben.
,
,
2 Kampfersaures Quecksilberoxydul - Ammoniak. Hydjlargyrurn ammoniato ca,nphoricuni oxydulakm. Camphoras arnmoniacus cum O q d o hydrargyroso.
Diese Verbindung wircl ;vie die vorigen Ammoniakverbindungen bereitet nZidick aus dem kampfersauren Quecksilberoxydul uud Aetzammoniaklliissigkeit.
Uas hierdurch erhaltenc PrPparat ist ein Pulver von
schwarzer Farbe, fast geschmacltloa und von folgendein Verliallen :
In W a s s e r , Alkohol und AetLer ist es unliislich. Mit
Aetzkaliflussigkeit befeuchtet entwickelt es Ammoniak. M i t
concentrirter Schwefelslure erhitzt wird die KampFersgure
verkolilt urid ein weisses PulGer bteibt zuriick. Salzsiiurc
erzeugt Calomel. S a l p e t e r s h r e liist es rnit Zuriicldassuiig
eines weissen Pulvers auf. BIit concentrirter EssigsPure digerirt , liist es sicli mit Zuriicklassung von metallischeni
Quecksilber auf. Ih einer Riihro erhitzt, w i r d eine S p u r
kampfersaures Quecltsilberoxydul sublimirt unter Zerse'tzung
der Verbindung. Auf dem Bleche oder vor deru Liithrolirc
erhitzt verbrennt die Spur zuriickbkibender Kohk. F e u d i t
in der Hand gerieben , giebt es Quecksilberkogeln.
NacL der Analyse besteht diese Verbindung aus 81,756
Quecksilberoxydd und i6,15 1 kampfersaurem Ammoniak.
Kann d d e r ebenfalla am eimm Atome kamp€ersaurem Ammoniakmd drei Atomen QoeckdberoxyilulPJ#3Ca -+- 3& =
9520,247, betrachtet werden. Hiernach berechnet, ergeben
,
,
,
,
,
302
sich in 1 0 0 Tiieilen 82,927 Quecksilberoxydul und 17,073
ltampfersaures Arnmoniak.
3) Kampfersaures Quecksilberoxyd. Hydrargyrum camphoricum oxydatum. Camphoras hydrargyricus.
Da die Karnpfersiiure das Quecksilberoxyd nicht aufzulijsen vermag , so wird das Icampfersaure Quecksilberoxyd
bereilet, indem man die mit vier Theilen Wasser verdiinnie
Losung des salpetersauren Quecksilberoxyds, so lange mit
einer Lijsuiig des lrainpfersauren Kalis versetzt als dadurch
ein Niedersclilag entsleht. Dieser wird gesammelt abgetyaschen und getrockiiet.
Das auf diese Weise erhaliene Salz ist von weisser
Harbe, etwas bilterliklem Geschmack und folgendem Verhalien :
In kallein Wasser ist es kaum bemerkbar aufliislich, kochendes Wasser verrnehrt die Aufloslichkeit, ohne eine Zer111 Allcohul ist es unlijslich.
1000
setzung zu bewirkcn.
Theile Aelfier l%CJl 3 Theile dieses Salzes. Mit Aetzammoniakfliissigkeit belrandelt wird e.9 mit Beibehaltung seiner
Farbe in eine Ammoniak- Verbindung umgewandelt, Aetzbalifliissigkeit scheidet Quecksilberoxyd aus. Concentrirfe
Sclrwefelshre ist in der gewiihnlichen Temperatw ohne bedeulende Reaclicn , allein in der Hilze verkohlt sie die Kampferszure und bildet sckwefelsaures Kupferoxyd. Salz - und
SalperersHure liisen dieses Salz auE In einer Rohre erhitzt,
sublimirt eine Spur kampfersaures Quecksilberoxydul unil
eine Kokle von zersetzter Sgure bleibt zuriick, welche beim
Erhitzen auf dem Bleche oder vor dem Lothrohr verbrennt,
wobei gleichzcilig eine kleinc Flamnie und ein kampferartiger Geruch wahrzunelmen ist.
NacL der Analyse besteht dieses Salz i n 100 Theilen
aus 48,75 I Quecksilberoxyd uiid 5 I ,249 KampfersLure diescin nach ails einem Aiome Quecksilberoxyd und einem
Atome Kampferslure Sg c a =2776,663, woraus sich 49,189
Quecksilberoxyd und 50,8 I I KampfersIure ergeben.
,
,
,
,
4) Kampfersaures Quecksitberoxgd - Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato camphorioxydutum. Camphoras ammoniacua cum O q d o hydrurgyrico.
Diese Verbindung wird ebenfalls durch Uebergiessen
des mit Wasser angeriihrten kampfersauren Quecksilberoxyds
mit der hinreichenden Menge Aefzammoniakflussigkeit bereifet.
303
Es Irililet ein weisses, fast gesclimackloses Pulver von
folgendem Verhallen :
Es ist i n \Vasser und Bllc~llolunlijslich. too0 TheiIe
Aelher I&en k a u m einen Theil dieses Salzes. Aeizkalilliissigkeit erzeugt eine geibe FPrbung und Ammoniakdiimpfe.
Concentrirle Schwefelsgure damit erliitzt , zersliirt die SIure
uncl billlet scliwefelsaures Oxgd. Concenlrirle ChlorwassersloITsCure lijst dieses Salz auf, aus welcher Liisung Kalifliissigkeit einen weissen Priicipitat fiilit. Salpetersfure lijat
cs init Zuriiclclassung eines weissen Pulvers auf.
I n einrr
liiilire erhilzt, mird es vijllig zersetzt und Ilohle bleibt zuriick , welche beim Erhitzen auf dein Bleche oder vor dein
T,iMirohre verbrennt.
Nach der Analyse bcsteht diese Verbindung au5 70,087
Quecksilheroxyd u n d 2 R , O 14 kampfersaurem Amrnoniak,
sie Irann demnach ebenfalls als ails eiriem Atome katnpfersauretn Aiutnoniak und drei Atomen Quecltsilheroxyti zusammengeselzt, belraclitet , und folgenderrnassen bezeichnet werd e n : NH3 Cn+ 3 Hg = 5722,781. Hiernacli herechnet, ergeben sich in I 00 Theileii 7 1,599 Quecksilberoxyd untl
28,40 1 ltampfcrsaures Ammoniak.
V i e r a e h n t e s K a p i t e 1.
Salze niit Korksiure.
1)
Korksaures Quecksilberoxydul. Hqdrargyrum subeT ~ C U
oxydulatum.
~
Submas hydrargyrosus.
W i r d Quecksilberoxydul init KorksIure und Wasser in
der VVHrme behandelt, so lijst sich zwar so viel O x y d u l
auf, UIU Quecksilberoxydul durch Geagenlien i n der durchfdlrirten Pliissiglceit nachzuweisen, allein nicht so viel,
iim auP diese Weise lrorksaures Queclrsilberoxydul mil
Vortheil darstellen zu kiinnen. Leichter e r h t l t man dieses
Salz, w e n n man die, wie friiher mit Wasser verdiinnle
Lijsiing des salpetersauren Quecksilberoxyduls mit einer LBsung des korlcsauren Kalis zersetzt wobei es als weisses
Pulver zu Borlen fiillt.
Uas SO erhaltene Salz ist ein weisses, lockeres, geschrnackloses Pulver welches feucht und dem Sonnenlichle
ausgestellt, eine graue Farbe annimmt , und folgendes Verhalten zeigt:
In kallem Wasser ist es unliislich. Durdi anhahendcs
,
,
304
Kochen mit vielem Wasser zerfdlt es in Melall und Oxydsalz.
Allrohol zerselzt dieses Salz ebenfalls, wie das kampfersaure bei der gewohrilichen Temperatur in Oxydsalz und
lVle1all. 1000 Gran Aelher losen 5 Gran dieses Salzes. Mit
Aetzammorrialr~ussigkeit ubergossen, bildet sic11 eine Ammoniakverbindung. Kalihgdrat -Lijsung bildet korkeaures Kali
und scheidet Queclcsilberoxydul aus. Concentrirte Schwefelszure Zusserte bei der gewiihnlichen Temperaiur nur eine
schwache Wirkung , allein damit erhitzt , zersigrte aie die
Korksiiure und bildete schwefelsaures Quecksilberoxydul.
CllorwasserstoffsPure bildete unlrr Abscheidiing der 5orlrsiiure Calomel. Galpeierslure Iiiste dieses Salz nur langsam
bei gewohnlicher Teniperatur , allein i n der Hiize rasch
auf. In einer Biihre. Irrngsam erhitzt, wird eiue Spur dieses Salzes unverandert sublimirt, mIhrend KoLle yon zersetzier Sgure zurucltbleibt, welche he& Erhitzen an offener Luft verbrennt.
100 Gran dieses Salzes sind nach der Analgse zusammengesetzt aus :
70,g 14 Quecltsilberoxydul unrl 29,086 KorksPure und
enthalten kein Kry&allwasser, bestehet demnach aus einern
Atome
Quecksilberoxydul und einem Atome Korlcszure I&
Sub = 3618,018. Hiernach berechnet, ergeben sich 72,764
Queckdberoxydd und 97,236 ISarlcslure.
2) Korksaures QuecksiZheraxydul-Ammoniak. Hydrargyrum ammoniato subericum oxydulatum. Suberas amwoniaclw cum @do
ilydrargyroao.
Diese Vetbindung wird wie die vorigen Ammoniakverbindnngon bereitet aus dern korksauren Queeksilberoxydul mit Aetzanunoniakfliissigkeit.
Sie bildet ein schwarzes leichtes Pulver, welches geschmaddos, und yon folgendem Verhalten ist :
Es ist i n Wasser, Allrohol und Aether unliislieh. Mit
Kalihydxatlosung befeuchtet bilden sich h o n i a k d g m p f e .
Mit concentrirter Schwefelsaure hehandelt ,. wird die Iiorksiiure zerstort und ein weisses Pulver gebildet. Salpetersiiure
liist es lnit Zuriicldassung eines weidsen Pulvers auf. Chlorwasserstoffsiiure bildet Calomel. Concentrirte GsigsSure damit digerirt, lost es mit Zuriicklassuog von Quecksilberkiigelchen auf. Zn einer R a r e erhitzt, wird es nit Zuriiclcbssung von Kohle voIIstandig zersetzt. AuE demBleche oder
vor dem Lothrohr erhitzt, verbrennt die zuriickhleibeade
,
KOhlEI
305
Nach der Analgse besteht dieses Salz aus 85,751 Quecksilheroxydul und 12,418 korltsaurem Ammoniak, demnach
kanri sie ebenfalls aus einem Atome korksaurem Ammoniak
iind drei Atomen Quecksilberoxydul betrachtet nnd wie
folgt bezeichnet werden: NH3 Sub
3Gg = 9095,780.
Hiernach berechnet , ergeben sich in 100 Theilen : 86,797
Quecksilberoxydul und 13,203 ltorksaurcs Ammoniak.
,
+
3) Korksaurea Quecksilberox3d. Hgdrargywn subericum oxydatum. Suberas hydrargyricua.
Ebenso wie die KampfersEure, ist die Korksj'ure niclit
und das korksaure Queclrsilberoxyd wird demnach auf indirektem Wege
gewonnen, iiidexn man die mit vier Theilen Wasser verciiinnte Lasung des salpelersauren Quecksilberoxyds mit
einer Losung des korksauren lialis so lange versetzt, als
dadurch ein Niederschlag entsielit.
Das 9 0 erhaltene Salz ist ein weisses, in Kliimpchen
beiin Trocknen- zusammenbackendes Pulver geschmacklorc,
urid von folgendem Verliallen :
i n kaltem Wasser ist es in fast nicht zu bestimnibarer
IkIenge auRBslich (1000 Theile liisen noch keinen halben).
Kocliendes Wasser vermehrt die Aufliislichkeit , ohne eine
Zersetzung zii bewirken. In Alkohol ist es fast unl8slich.
ooo Theile Aether lSscn 8 Theile clieses Salzes. Mit Aetzaminoniakfliissiglteit behandelt belizlt rlas Salz seine Farbe,
wird aber in eine Ammoniakverbindung umgewanilelt. betzkalifliissigkeit scheidet Quecksilberoxyd aus. Concentrirte
SchweIelsLure wirkt in der Kiilte wenig, allein damit erhitzt , zerstiirt sie die KoliIensHure und bildet schwefelsaures Quecksilberoxyd. Chlorwasserstoff , so wie Salpelerseure liisen dieses Salz auf. In einer Kiihre erhilzt, wird
unter Zerstiirutrg der Verbindung , Quecksilber sublimirt , urid Kohle bleibt zuruck. Gesckieht die Erhitzung
auf dem Bleclie oder vor dem LSthrohr, so entsteht eine
schwache Verbrennung , wvobei die Iiokle zu Asche brennt.
Nach der Analyse besteht dieses Salz in 100 Theilen aus
56,745 Quecksilberoxyd und 43,255 Korksiiure. Es besteht
demnach aus einem Atome Korkslure Hg s u b = 2352,196,
woraus sich durch Rechnung i n 100 Theilen: 58,065 Quecksilberoxyd und 41,935 KorksBure ergebea.
Ach.d. Pharni. 1I.Reihe. V.Bda. 3.Hft.
20
iin Stande, das Qnecksilberoxyd aubuloseri
,
,
,
306
4) Korksaures QuecksiZberox3d - Ammonick. Hydrargyrum ammoniato subericum oxydatum. Suberas ammoniacus cum Oxydo hydrargyrico.
,
Diese Verbindung wird wie die vorigen Ammoniakverbindungen, aus d e n korksauren QuecltsilJleroxyd und Ammoniak bereitet.
Es bildet ein weisses geschruackloses Pulver das den1
Sonnenliclite ausgeselzt gelb wird und folgendes Verhalteil
zeigt :
Es ist iii Wasser, Alltohol und Aelher unlUslich. Mit Aetzkalifliissigkeit iibergossen , nimmt es unler Entwicklung von
Ammoniak eine gelbe Farbe an. Conceritrirte ScLwefelsPure
ist hei der gewoltnlichen Ternperatur oLne hedeutende W i r kuiig allein damit erhitzt, verltohlt sic die Korksiiure und
hinierl&st ein weisses Pulver.
Chlorwasserstoffs;iure lijst
diese Verbindung auf. Salpeterssure hinlerlasat ein weisses
Pulver.
In einer Riilire erhitzt, wird diese Verbindung unter
Zersetzung verfliichtigt wobei etwas KoNe zuruckbleibt,
.cvelche, wenn die Erhitzung aiif dem Bleche geschieht, verbrennt.
Nach der Aiialyse besteht diese Verbindung aus
75J487Quecksilberoxgd und 21,7 1 8 korksaurem Ammoniak,
und lrann demnach aus einem Atome korksaurein Ammon!ak und drei Alomen Quecksilberoxyd betrachtet merden.
p S # 3 &b + 3kg = 5298,314, woraus sich durch Rechnung
in 100 Theilen 77,335 Quecksilberoxyd und 22,665 korksaures Ammoniak ergebeu.
,
F u n f z e h n t e s K a p i t el.
Salze mit OclaHure.
1) Oelsaures QuecksiZberoxyduZ. Hydrargyrum oleosuin
oqdulatum. Olcas kydrargyrosw.
Das Clsaure Quecksilberoxydul kann a d direkiem Wege
erhalten werden, indem man Quecksilberoxydul Kingere
Zeit mit Oelsiiure digerirt.
Auch kann es erhallen werden, indem man die salpetersaure Quecksilberoxydullasung, die mit vier Theilen Wasser verdiinnt ist, mit einer Liisung des olsauren Kalis.zeraetzt, wobei cs in Geslalt grosser FIocken, die sich bald zu-
307
,
,
sammenbalien niederf31tI welche gesammelt wold ausgewaschen nnd i m Schalten getrocknet werden.
Dieses so erhaltene Salz bildet anfangs weisse Flocken,
ballt sich zusaminen untl NTird beim Trocknen, selbst w e n n
dieses iln Schalten geschieht, blgulich. Es ist in Wasser,
sowohl in heissem als in kallem unliislich, in heissem Alkohol lijst es sich auf, niclit aber in kaltem. Aether lijst
diese Verbindung s o ~ o h lin kaltern als auch in heissem
Zustandt..
SchmefelsPure sckeidet OelsEure aus, und bildet schwcfelsaures Quecksilberoxydul. Chlor~~~asserstoffsaure
scheidet
ebenfalls die Oelsaure BUS, und bildet Calomel.
SalpelersPure erzeugt ebenfalls unier Ausscheidung der
OelsEure salpelersaures Quecksilberoxydul. Kalihydrat -Losung bildet ijlsaures Kali, wobei Quecksilberoxydul ausgeschieden wird.
Wircl diese Verbindung mit Aetzammonialifliissiglieit iibergossen so bildet sich iilsaures Ammonialr , und ein schwarzes Pulver erzeugt sich , welches,
auch noch so gut ausgewasclien beim Zusalz yon delzkaliliisung Ammotiialc entmicltelt.
W i r d es in einer Riihre erhilxt, SO schmilzt diese Verbindung, bei m i t e r m Erhitzen wird sie zersliirt und Quecksilber sublimirt, gesckieht die Erhitzung auf dern Bleche
oder vor dern Liithrohr, so verbrennt sie mit heller Plamme. Die Analgsen dieser jelzt folgenden 6 Salze, wurden auf
dieselbe Weise wie die der friihern vorgenommen , nsmlich durcli Zersetzung mittels Zinnchlorir, nur wurde iiier,
vor den1 Zusatz d e r Zinnchloriirlijsung, die durch das Uebergiesseri mit C.hlorwassersloffs~ure ausgcschiedene feltc
Siiure zutrst entfernt. 100 Gran dieses Salzes bestellen zufolge der Analyse ails 43,198 Quecksilberoxydul und 56,802
OelsiYure.
Dieser Untersuchung zufol~e. lrann dieses Salz
aus zwei Atonien Queclrsilberoxydul iind eincmDoppe1- Atom
Oelsiiure bestehend betrachtet, und folgcnderiuassen bezeichnet
werden Bg2 01 = I 1843,935. 1-Iiernach berechnet, ergeben
sich 44,438 Queclrsilberoxydul und 55,562 OelsIure.
,
,
,
1)
Oebaures Quecksilberoyd. Hydrargynm oleosum
o q d a t u m Oleas hydrargyn'cua.
Diese Verbindung kann ebenfalls wie die vorige e r h d ten merden, auf direktem Wege. Auch Ksst sich dieses
Salz darstellen indem man eine Quecksilberoxyd Liisung
mit olsaureni Kali zersetzt wobei es als weisse Flockerr
,
-
,
20f
308
zu Roden fQlt. Werden diese mit 1Wfe eines Filtrums gesammelt, ausgesiisst und zum Trocknen gelegt 80 werden
sie zuerst sckmierig und troclrnen sehr larigsam zu eiiier
festen Masse ein.
Dieses Salz ist sowohl in heissem, als in ltaliem Wasser unloslich. Kalter Alkohol lost etwas dieses Salzes auf,
eine Erhohung d e r Teiiiperatur befiirdert die Liislichkeit.
Aeiher liist es ziemlich leicht. Aetzaininoniakfliiss~~keit
ZUgesetzt , bildet Ammoniakseife unter Aiisscheiduirg eines weissen KSrpers wird Ammoniak im Ueberschuss zugesetzt,
so l8st er Fast alies auf,' aus welcher Lowng Aetzkalifliissigkeit einen weissen PrB'cipitat 811t. AetzkaliiGsung auf diese
Verbindung geschiittet, scheidet unter Bildung von iilsaurem Kali Quecksilberoxyd aus. Schwefel - Clilorwasserstoff
und Salpeter-Slure scheiden OelsSurc aus und bilden mit
dem Quecltsilberoxyd Salze.
In einer Rijhre erhitzt, wird es wie das vorige Salz
zoerst fliissig , worauf es linter Sublimation yon metallischem
Queclrsilber vollig zersetzt w i d . d u f dem Bleche erlitzt,
entziindet sich dieses Salz uiid brennt ebenfalls mit hellleuchtender Flamme.
100 Gran dieses Salzes bestehen nach der Analyae aus
30,175 Quecksilberoxyd uiid 96,825 OelsBure, es hesteht also ebenl'alls aus zwei Atomen Quecksilberoxyd und
einem Doppelatome Oelsaure 116' bl = 9319,291. Hiernach
berechnet, ergeben sich 29,333 Quecksilberoxyd und 70~667
Oeldure.
,
,
S e c h s z e h n t e s K a p i t e 1.
Salze tnit Margarins&~re.
1)
Margarhsaures QuecksiZheroxydul. Hydrargyrum
margaricum oxydulatum. Margaras hydrargyrosus.
Diese Verbindung kann ebenfalls direkt erhalteii werdeny indem man Quecksilberoxydul mit MargarinsLure in
der Hitze behandell, auch ltann es erhalten werden , weiin
man die mit vier Theilen Wasser verdiinnie Losung des
salpetersauren Queclcsilberoxyduls mit einer Losung des margarinsauren Kalis so lange .versetzt, als dadurch eiii Nieder
schlag entsteht.
Dieser Niederschlag ist anfangs flockig,
ballt aich aber bald zusammen und bildet eine salbenartige
Masse, die allmlihlig immer h;irter wird. Dieses Salz iat
309
i n Wasser vollkoinmen unliislich, in Alkohol und Aether
aber 1Sslich. Ssuren scheiden Margarinssure aus unter
Bildung nener Salze , Amnioniakfliissigkeit bildet margariiisaures Ammoniak und eine Verbindung von Bmmoniak,
Quecksilbrroxydul und RIargarinsZiire.
Kalihydrat bildet
Kaliseife und sctieidet Quecksilheroxydul aus. W i d es erliitzt, SO verhslt es sich wie das olsaure Quecksilberoxydul.
1 0 0 Gran diuses Salzes beslehen nach der Analyse aus
44,152 Quecksilberoxydul und 55,848 Margarinslure, es bes k h l demnach aus einem Atome Quecksilberoxydul und einein Atome Margarinssure k g Rar. = 6012,526. Hiernacli
berechnet, ergeben sich 43,769 Quecksilberoxydul uiid 56,23 i
Margarinssure.
,
2 ) Margarinsaures QuecksiZberoxyd. Hydrargyrm margaricuna ox?jdatum. Margaras hydrargyricus.
W i e das Oxydulsalz, kann auch diese Verbindung auf
clirektem Wege erhalten werden , wenn man Quecksilberoxyd mit Margarinssure IHngere Zeit einer fast bis ZULU
Siedepunltt des- Wassers gesteigerten Temperatur aussetzt.
A U Ckann
~ diese Verbindung erhalten werden, durch Zersetzung des salpetersauren Quecksilberoxyds mit margarinsaurem Kali, wobei es ebenfalls als grosse FIocken von
weisser Farbe ,.die sich bald zusaxnmenklumperi, niederfiillt.
W i r d es gesammelt, ausgewiischen und getrocknet, so bildet es anfangs eine gelbliche schmierige Masse, die sebr
langsam an der Luft zu einer festen Masae eintrocknet. Es
ist in Wasser unlBslich, ebenso in lcaltem Alltohol, lcochender liist es etwas auf, Aelher liist es bedeuiend mehr auf.
Ammoniakfliissigkeit bildet Ammoniak Seife und scheidet
eine weisse Maasc aus. Kalihydrat Losutig bildet margarinsaures Kali, wLlirerid Quecltsilberoxyd aosgescliieden wird.
SBuren zersctzen dieses Salz uiiter Bildung von neuen
Salzen.
Erhitzt verhPlt es sich wie das vorige, es schmilzt nPmlich, wird uriter Zuriiclclassung von Iiohle zersetzt uiid
Quecksilber soblimirt. An freier Luft erhitzt , verbrennt
es mit heller Flamme.
100 Gran dieses Salzes besteheri zufolge der Analyse ails
27,438 Quecltsilberoxyd und 62,562 MargarinsSure, es besteht deninach aus einem Atonie Quecksilberoxyd und eir.em
4746,704, worms sich
Atome MargarinsHure Hg &r
18,774 Quecksilberoxyd und 7 1,226 MargarinsEure ergeben.
-
=
-
310
Si
e b c n z e h n t e s K a p i t e 1.
Salze mit Stcarinsaure.
1) Stearinsaures Quecksilberoxydul. Hydrargyrum stearicum oqclulatum. Stearas Ilydrargyrosirs.
Auch diese Verbindung Iiisst sich, aiiF dieselbe Weise wie
die beiden vorigen, direkt aus den1 Queclrsilberoxydul und
der StearinsPure bereiten. Eheiifalls liisst ES Sich \vie diese,
durch doppelte Wahlverwandtschaft aus dem salpetersauren
Quecksilberoxydul und dem stearinsauren Kali bereiten, \YObei es als lcijrniges Pulver von weisser Farbe zu Boden fsllt,
welches mlLrend ileiu Trocknen, selbst im Schatten, einen
Stich ins Graue annimmt. Es ist in Wasser vollkomlnen
unliislich ebenso in kaltem Alkohol, kochender Iiist etw a s , kalter so wie kochender Acther liken dieses Salz
leicht. Aetzammoniakfliissiglreit bildet stearinsaures Ammonialr. und eine Verbindung von Ammoniak Quecksilberoxydul und Stearinsfure von schwarzer Parbe.
Schwefel - , Salz - und Salpetersiiure scheiden , besonders bei einigem Erwiirmen, SLearinsZure aus und bilden
neue Salze.
In einer Rijhre erhitzt schmilzt es, bei weiterm Erhitzen wird es unter Entwiclilung van melallischem Quecksilher gEnzlich zerstiirt. Auf tlem Bleche, oder vor dem
Lijthrolir erhitzt, fGngt es Feuer und brennt mit heller Flamme. Wird es zwischen den ringern geknelet, so erliiilt es
PRaster Consistenz.
100 Gran dieser Verbinrlung hestehen nacli d e r damit
angesfellten Analyse aus 42,5 I 7 Quecksilberoxydul und 57,483
Stearinsiiure , sie ist demnach zusammengeselzt aus z w e i
Atomen Quecksilberoxydul und einem Doppel Atome Stearinsiiure k g z s t e . = 11956,251. IIiernach kerechnet, ergeben sich 44,021 Quecksilberoxydul und 55,979 Stearinsiiure.
,
,
,
-
-
2) Stearinsaures Quecksilberoxyd. IIydrargynma stearicum. Stearas Ilydrargyricus.
Diese Verbindung lIsst sich ebenfalls auf zweifache
Weise bereiten, ntirnlich direkt , indem man Quecksilberoxyd mit Stearinsiiure in einer fast bis + 8oOR. gesteigerien Temperatur unter fleissigem Umriihren einige Zeit lang
behandelt , und zweifens indem man eine salpetersaure
,
31 1
Quecksilberoxyd -Liisung rnit einer LBwng des stearinsanreii
Kalis zersetrt, wohei es als ltleine kssige Flocken zu Eoden fillt welcke gesilinmelt aosgewaschen und gelrocknet
werden.
I n diesem Zuslande bildet es weisse Kliimpclien, die
zwischen den Pingern erweichen u n d folgendes Verhalten
zeigen :
Yie s h l in ltaliein, w i e i n kockendein Wasser vollkoinmen unlijslich, ebenso in kaltern Alliokol , kochender
liisl e t w a s davon auf, welches e r heim Erltalten fast gaiiz
wieder fallen ILsst. rielher lijst diese Verbindung sowohl
i m kallen, als im kochenden Zustande. M i t Aetzammonialc
iibergossen und erwXrmt, bildet sich sleariiisanres Ammoriialc uiid eine weisse Masse Ammoiiialr , Quecltsilberoxyd
untl Slearinsiiure enthaliend bleibt ungelijst zuriick w i r d
Aetaammonialc im Ueberschusse zugeselmt , so vcrschwindet
auch diese fast ggnzlich u n d die Liisung lIsst auf Zusalz yon
Kaliliisung einen weissen Priicipilat fallen. AekdralifliissigSEaren wirlren zerkeit scheidet QuecksilLeroxyi aus.
setzend , und scheiden beirn Erwgrmen Stearinszure aus,
wshrcnd sic mit den1 Quecksilberoxyd Salze bilden. W i r d
diese Verbindung erhilzt, so w i r d sie vollkommen zerstiirt,
Qiieclrsilber s u b l i ~ a i r turid Kohle bieibt zuriicfc.
Geochieht
die Erhitzuiig beim freien Luffzutritl, SO enlzundet sich die
Verbinclung und verhrennt mit glGnzender Flamlne.
E a c h cler Analyse beslebt dieses Salz in 100 Tlieilen
aus 23,1rj3 Quecltsilberoxyd und 70,807 StearinsSure, ist
demnacli zusammengeselzt aus z w e i Atonien Quecksilberoxyd
und einem Doppelatom Stearinsawe H g z s l e = 9424,607 hiernacli berechnet ergelxn sich : 28,992 Quecksilheroxyd urid
7 1,008 Slearinsaure.
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,
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A
G
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z e
hnt
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K a p i t e 1.
Salre mit Cyan.
Eine Verbinclung des Cyans mit Quecksilber analog derr
Oxydulsalzen zu bewirken, wollte mir weder auf direktein
noch ouf indirektem W e g e gelingen, denn murde Quecksilheroxydul mit Cyanwasserstoffslure digerirt so bildcie
sich die, den Oxydsalzen ansloge Verbindung (Cyanid) und
metallisches Quecksilber w u r d e ausgesckieden. Dasselbe geschah w e n n eine Liisung des saipetersnuren Quecksilberoxyduls mit einer Losung von Cpankaliurn zersetzt wurde.
,
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312
an - Quecksilber. Blausaures Quecksilberoxyd. H y
?!rargynan cyanogenafum. Hydrargyrum hydrocyanzcum oxydatum.
,
Urn diese Verbindung zu erhallen kann man enhveder
Quecksilberoxyd in Cyanwasserstoffsiiure aufliisep und das
Salz durch gelindes Verdunsten zum Krystallisiren bringen,
welche Krystalle durch nochmaliges Krystallisiren schiiner
erkalten werden, oder man nelime zwei Theile gutes gepiilvertes Berlinerblaii, setze hierzu einen Theil Quecksiioxyd und acht Theile Wasser, und koche dieses Gemenge
so lange, bis es cine hellbraune Farbe erhglt, hicranf w i d
es B t r i r t und cler fltrirten Losung elwas Quecksilberoxyd
zugesetzt und damit digerirt, worauf die Fliissigkeit abliltrirt und mit CyanwasserstoffsSure bis ZUP v6lligen SIttigung
versetzt und zum Krystallisationspunkte abgedampft wid.
Die entslandenen Krystalle werden gesammelt und an einem
schaitigen Orte getrocknet. DerZusatz von Quecksilheroxyd
zu der filtrirten Plussiglreit geschieht deslralb, weil sie noch
immer etwas eisenhaltig ist , welches durch diesen Zusata
als Eisenoxyd ausgeschieden wird , hierdurch aber nimmt
das Cyan-Quecksilber noch einen Anilieil Quecksilberoxyrl auf,
und verwandelt sich zum Thcil in basisch Cyan - Quecksilber , desshalb der nachlierige Zusatz yon Cyanwasserstuffazure, urn dieses basische Salz wieder in das ncutrale umzuwandeln.
Das Cyan Quecksilber bildet weisse undnrcbsichtige
vierseitige Prismen, ist von herbem metallischen Geschmaclr,
und folgendem. Verhalten :
1 Theil Cyan-Quecksilber lost sich in 83 Theil kaltern Wasser. Eine erhohte Temperatur des Wassers verniehrt die Loslichkeit. 1000 Theile Alkohol losen 60 Tlieile
dieses Salzes. 1000 Theile Aether losen PO Theile. Aetzammoniakflussigkeit SO wie Kalihydra~losungsind ohne Wirkung.
Wird dieses Salz mit concentririer SchwefelsEure iibergosserr, so schwillt es zu einer kleisterarligen Masse an,
die einen schwachen Geruch nach Cyanwassersloffslure hat,
wird das Gemenge erhitzt , SO hildet sicli untcr Zerstiirung
des Cyans schwefelsaures Quecksilberoxyd.
Mit Chlorwasserstoffslure iibergossen, bildet sich Chlorquecksilber und CyanwasserstoffsZiure welche frei wird.
Concentrirte Salpetershre lost diese Verbindung unverandert
auf. In eiiier Glasrohre erhitzt, wird diese Verbindung aer-
,
-
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313
,
legt Quecksilber sublimirt und Cyan wird verfliichtigt,
dasselbe findet statt, wenn die Erhitzung auE dem Bleche
cider vor d e u Liithrohr statt findet. Dieses Salz bestelit nach
der Analyse in 1 0 0 Tlieilen aus 78,714 Quecksilber und
91,286 Cyan, demnach aus einem Atoine Quecltsilber
und zwei Atomen Cyan Hg1JC= 1595,733. Hiernach berechnet, ergeberr sich: 79,324 Quecksilber und 20,676 Cyan.
Ueber Merkurprotochlorid , Mercurius
dulcis ;
vom
Dr. d u Ne"nil
Das allereinfacliste und wie ich glaube sicherste Verfnhren dieses Cblorid zu bereiten ist, das Merlcur aus seiner
salpetersauren AuflSsung geradezu mittelst Hydroclilors&me
zu flillen u. S. W.
Man liist zu cliesem Zweck so viel
Merkur i n Salpeterssure eines 1,2 Eig. Gew. auf, bis yon
jenem , nach hinlGngliclier Digestion noch e h a s zuriick
bleibt, verdiinnt die Solution mit ungefihr achtmal so viel
Wasser als Merliur verbrauclit wurde, niischt unter stetem
Umriihren der Fliissigkeit allmiihlig, die bis zur beendigten
Fiillung des Metalls niithige Menge BydrochlorsEure hinzu
und w b c h t den Niederschlag erst mit kallem, dann mit
,
keissem Wasser geliiirig aus, d. h. so lange Lackmuspapier
noch davon geriilliet wird.
W a s vom Merkur in dem sauren Filtrate nicht prlcipitirt zvurde ( O r y d ) , ist sehr unbedeutendj man trennt es
am vortheilhaftesten durch lialiumsulfarid und neutralisirl
die freie S u r e d a m noch miltelst Kaliumoxydcarbonat. Das
gefgllte Merkursulfurid ist dann gelegenilich zu Zinnober
und die Aufiosung zu Kaliumoxydnitrat zu benutzen.
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