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168
Becker :
schlags mit ltohlensaurem Natron dargestellt worden
War. Letztes lram vordemLiithrohr bald in F l d s und
verfliichtigte sich, wPhrend die beiden ersten weder in Flurs
kamen, nocla sich verfluchtigten, beim Erhitzen in einer
Porcellanretorte aber eine grofse Menge Sauerstoff entnrickelten, ohne eine Spur nitriiser DHmpfe. Bei einer
geringeren Hitze verloren sie nur Wasser nnd wurden gelb. Man erh ilt also nach diesem Verfahren
ltein Antimonoxyd, sondern Antimonsiiure. Wahrscheinlich bediente sich B e r z e l i u s eines nicht fein genug
gepulverten Antimonoxyds, wobei das Innere des Metallg
nicht angegriffen wurde und das Product ein Gemenge
von Antimonmetoll undbntiinonsiure war. Die scbmutzigweifse Farbe, welche e r dem Oxyd zuschreibt, miichte
dafiir sprechen. (AnnuZes de Chim. et de Phys. LXX,109.)
Tinctura Alztimonii Thedenii und. rSpZ:ritu,q
Vifii L u Zlianus ;
vom
Kreisphysikus Dr. Becker in Miihlhausen.
T h e d e n gab 1782 in seinen >>Bemerkungenund
Erfuhmngen Bur Bercicheretng der Wundarzneikunst etc.
Th. II.p. 84. Nachricht von einer besondern Spiersglanztinctur, die e r nach Anleitung einer alchemistischen
Schrift auf folgende A r t bereitete:
Zwei Pfund Spiersglanz wurden mit sechs Pfund
Kali z u einer Leber zusammengeschmolzen, und diese
mit concentrirtem Weinessig gesgttigt, es waren d a m
13 Berliner Quart niithig.
Die Masse wurde zur
Trockne abgedampft, mit Alcohol Vini versetzt und im
Uebei Tinct. Antim. u. Spirit. Vin. Lull.
169
Wasserbade destiliirt. Der iibergegangene Weingeist
wurde auf die Masse zuriiclrgegossen, von neuem abgezogen und dies mit Ersetzung des verloren gegangenen
dreirsigmal wiederholt. Es waren 16 Quart Alcohol
darauf gegangen, utid wurden lraum zwei Pfund Tinctur erhalten. Diese 1Y.urde drei Monate lang im Aschenbade, den ersten Monat niit einem, den zweiten mit
zwei und den dritten mit drei Lampenfeuern digerirt,
wonach noch ein Pfund iibrig blieb.
E r gab diese 'Arznei bei Driisenverstopfungen sowohl an iiursern als innern Theilen, und die Wirlrung
iibertraf seine Erwartung. Tiiglich z u 8 bis 10 Tropfen genommen, bewirlrte sie Schweirs und starkern Abgang
des Urins, und die. VergrSTserung der Dosis weichen
Stuhlgang, aucli wohl ein gelindes Laxiren. Sie nahm
gichtische Schmerzen hinweg, und leistete bei verstopften Eingeweiden die besten Dienste; was sie aber besonders schatzbar machte, war, dars sie beim verborgenen Krebse in drei Fallen ganzliche Zertheilung zu
Stande brachte, und in zwei anderen guten Erfolg hoffen liers.
T h e d e n ' s Name diente dem Mittel zur besondern
Empfehlung, indefs bei den Chemikern hatte es kein
gutes Schicksal. Es ging damit, v i e es bei uns iiberhaupt leicht zu gehen pflegt; die Erklarung, die Theorie ist die Hauptsache, sie m u b das Factum heben und
tragen, und wenn sie ungeniigend ausfGllt,. SO verliert
es seine Bedeutung und gilt fur Tauschung. Die neue
Arznei hiefs Spiersglanztinctur, die chemische Untersuchung zeigte aber, dafs 'kein Spiersglanz darin enthalten War. Das w a r schon ein schlimmer Umstand, iiberdem Waf' der Procefs unerlrliirlich weitschweifig und
lram von der Alchernie, die in der Chemie so anruchig
Arch. d. Pharm. 11. Reihe. XXLBds. 2. Hft.
12
Becker
170
:
ist wie der Mysticismus in der Theologie. G r e n sagte :
es ist eine Aufliisung der Blattererde 111 Weingeist;
die wenigen Spiefsglanztheilchen, die sie ja enthalten
mijchte, sind der muhsamen Bereitung nicht wertli.
n iir f f u r t nannte es eine mit unbedeutenden Spiefsglanztheilen verunreinigte Aufliisung dieses Salzes, und
nach W s s t r u m b w a r es nichts anders, als eine Aufliisung dcs durclz das lange Martern mit Fener brandig
gewordenen essigs. Kali. In der Meinnng, dars Spiefsglanz hineingehiire, weil der Name darauf lautete, wollten manche helfen, und bereiteten es auf eine Weise,
dafs welches hinein Iram, aber das w a r nun. nicht das
Mittel, womit T h e d e n 60 gliicklich operfit hatte.
Der beriihmte W i c h m a n n sclviitzte es sehr in del'
Brustbraune j der einzige Kranlre, den er von dieser
schwercn Kranlrheit viillig herzustellen das seltene Gliiclr
gehabt hatte, w a r durch einen halbjahrigen Gebrauch
desselben und zwei Fontanellen an den Schenlreln gerettet worden. Gegen die Beweise der Chemilrer lronnte
e r zwar nichts aufbringen, n u r meinte er, Wenn auch
noch so wenig Spiefsglanz darin sei, so lriinnte es doch
wohl auf eine andere Art wirlren. Indefs vor den1 Forun1 der damaligen Chemie w a r die Sache verloren;
nicht ohne Spott sagt E l f e s , es sei urn so weniger in
den Apotheken zu finden, je mehr chemische Kenntnisse
der Apotheker besitze, und in Trommsdorffs Journal
wurde geradezu gesagt, diese unwirksame Tinctur verdiene doch wohl einmal ails den Apotheken verwiesen ZU
werden
was denn auch geschehen ist.
Erst die neuere Zeit giebt Aufschlurs iiber das Wesen dieses Arzneimittels, indem sie, was man bereits schon
einmal vom 13. bis ins 17. Jahrhundert wufstc:, von
Neuem lehrt, nLmlich : dafs bei der Destillntioll essig-
-
Ueber Tinct. Antim. u. Spirii. Vin. Lull.
171
saurer Salze sich nkben Essigszure ein besonderer Alkohol (Essiggeist) und ein iitherisches Oel bildet, und
das ist es, was T h e d e n neben freiem Kali als IIauptbestandtheile in seiner Tinctur hatte.
Da die alten Nachrichten diesen Punct hinlgnglich
aufliliiren durften, so gebe ich folgende Zusammenstellung iiber den
Spiritus Vini Lullianus sive philosophicus.
Die Geschichte der Chemie berichtet, dars R a i m u n d u s . L u l l i u s (geb. 1235) den Weingeist gekannt
und vielfach angewandt habe j aber der Weingeist, den
L u 11i u s meint, der bei den Adepten so hoch gepriesene
Spiritus Vini Lullianus s. philosophicus, womit sie ihre
geheinien Arzneien bereiteten, ist nicht unser gewiihnlicher Weingeist, sondern etwas ganz anders. S e g e r
W e i d e n f e l d , der in seiner Schrift: de secretis Adeptorum s, de usu Spiritus Vini Lulliani eine vollstlndige
Sammlung der beriihmtesten alchemistischen Vorschriften gieht, deren Basis iiberall der Spiritus Vini philosophicus ist, sagt, dars die Bereitung desselben immer geheim gehalten, und erst von G e o r g R i p l e y (geb. 1425)
offenbart worden sei. Was er von dieseni beibringt, ist
freilich auch noch dunkel genug, aber wenn man sich
mit der Schulsprache der Adepten bekannt gemacht hat,
larst sich der Schleier wohl znriickschlagen: W e i d e n
f e 1d verspricht seine ganze Wissenschaft mitzutheilen,
aber er schlieht sein Buch, ohne die Hauptsache zu verrathen, und verweist auf einen Nachtrag, der alles deutlich machen soll, a h r nicht erschienen ist.
W a s auf diese Weise Eigenthum der geheimen Chemie blieb, wurde indefs im Laufe der Zeit von Aerzten
llnd Chemikern theilweise fiir sich endeckt. Der erste,
-
der von diesen Prlparaten mit Maren W o r t e n spricht,
12 tc
172
Becker :
ist A g r i c o l a , der in seinen Anmdrkungen zu P o pp’s
chemischen Processen die Producte der trocknen Destillation von essigsaurem Knli iind essigsaurem Blei beschreibt, und den Spiritus Satumi das sicherste Mittel
in der Nierenscliwindsucht nennt.
Mit einem andern Salze kam Z w e l f e r ans Ziel.
Er War 16 Jahr Apotheker gewesen, und hatte sich dann
der Medicin gewidmet. Er ist voll Freude iiber seinen
Fund, deutet ihn aber nur durcli die bildliche Beeeichnung a n : man scalle die Venus mit cincm gewfssen vegetabilischen Safte von ihren Unreiniglreiten abwascheii
iind rnit Bacchus berauschen (Aniniadvers. in Pharmacop.
August. p . 449). Doch ist e r zu ehrlich, um in seinem
Schweigen fortwghrend zu beharren, und im Appendix
Animadvers. p. 51,52 offenbart er vollstbndig sein geheimes Aufliisungsmittel
es ist Spiritus Aeruginis,
Das neueste Zeugnifs in der Sache, ohne d i e Bereitnng zu lehren, gab P o t k 1716 (Ezercit. chemic. p . 21)
mit folgenden W o r t e n : Es giebt ein unbenanntes und
unbekanntes, ganz sonderbares Aufliisungsmittel, wovon
bis jetzt kein Chemiker offen und deutlich gesprochen
hat. Es ist eine lilare, fliichtige, reine Fliissiglreit \vie
Weingeist, sie brennt mit heller Flamme, hat einen sauren Geschmack wie starlier Essig, geht bei der Ilestillation wie Schneeflocken iiber, greift in der Digestion
und Cohobation alle Metalle, besonders die calcinirten,
an, zieht auch das Gold hochroth am, und Wenn das
-
Au€liisungsmittel abgeeogen wird, so bleibt eine Tinct u r von hamadigem Aussehen zurii‘ck, die sich ganz
leicht in Weingeist aufliist und ihn tiefroth fa”rbt mit
Zuriicklassung einer schwarzen Golderde, die sich nicht
reduciren Iiifst. Dies Aufliisungsmittel vermischst sich
niit Wasser und Oelen gleichmhfsig und vollstbndig,
Ueber Tinct. Antini. u. Spirit. Vin. Lull.
173
liist die Korallen z u einein meergiiinen Safte auf, w ~ d
ist, wenn die Rhnung ausgesprochen werden darf, das
,
wahre Au fliisungsmittel W e i d e n f e 1d's der Spiritus
vini philosophictis. Hiermit stelit d Verbindung, wie
P o t t (ibid. p. 20) auch anfuhrt, daL nach K u n s t e 1 z u r
Bereitung der Essentia dulcis Halensis ein Auf€iisungsmittd
angewandt werde, welches w eder sauer, noch scharf sei,
und in seiner Fluchtigkeit und Reinlieit dem Spiritus vini
reclificatissimus sehr nahe stehe j der Goldlrallr werde
damit sehr lange digerirt, und gehe in eine haraartige
Substanz iiber, die in W e i ngeist ganz zerfliefse.
Die Bereitung des Spiritus Yini Lulliani war eine
Hauptarbeit der geheimen Chemie. Die Aufgabe derselben war, einen geheimen Stoff durch selir verwickelte
und langwierige Operationen zur hiichsten Feinheit auszuarbeiten, wo e r den Namcn Tinctur oder Lapis philosophorum erhielt. Der geheimc Stoff, die Materia lapidis, die nie bei ihrem wahrenNamen genannt wurde,
war ein Metal1 oder ein Mineral mit metallischer Grundlage. Dies wurde i n SIuren aufgeliist, coagulirt, calcinirt, und hiefs dann das philosophische Subject : d n t i inoaium philosophicum, Plumhum philosophicum etc., Leo
viridis, Sericon (Ripley)u. s. w. Die weitere Arbeit damit bestand bei den Adepten, die sich mehr oder weniger deutlich dariiber ausgelnsseri haben, wie bei R a i m u n d l u l l , R u p e s c i s s a , Graf B e r n h a r d , R i p l e y ,
Basilius Valentinns, Isaak Ifollandus, P a r a c e 1s u s und R e s p u r in Behandlung mit destillirtem
Essig und Bereitung zu essigsauren Salzen, w o r m s dann
das geheime Aufliisungsmittel dargestellt wurde.
1) R a i n i u n d u s L u l l i u s . (de quilzla Essentiab
Seger VVcidenfeld p . 1 .)
Dns cssigsaure Salz (Vinum rubeum vel album) w i d
17 4
Becker :
destillirt, und das Destillat 3-4mal oder SO weit rectificirt, d a h es angezundet ganz verbrennt. Diese rectificirte Aqua ardens wird in einem hermetisch verschlossenen Gefsse in ununterbrochener starken Digestionswarme gehalten, wodurch sich die Quintessenz abscheidet und oben aufschwimmt. W e n n die Digestion eine
geraume Zeit gedauert hat, so iiffnet man das .GefLTs,
und Wenn ein so wunderbarer Wohlgernch herausdringt,
d a h kein Duft der W e l t damit verglichen werdgn kann,
und jeder, w e r kommt, wie durch eine unsichtbareGeWalt dahingezogen wird, und die Viigel danach fliegen,
dann ist die Quintessenz zu Stande gekommen. W i r d
dieser Wohlgeruch nicht wahrgenommen, so murs die
Digestion so lange fortgesetzt werden, bis dies Zeichen
erscheint.
Ueber diesen Wohlgeruch stimmen mit R a i m u n d
iiberein: R u p e s c i s s o , C h r i s t o p h v o n P a r i s , Graf
B e r n h a r d , I s a a k H o l l a n d , R e s p u r u.viele andere.
2) R i p 1e y. ( Vademecum. Seger Weidenfeld p . 329.)
Sein Verfahren ist sehr complicirt, kommt aber iir
der Hauptsache auf Folgendes hinaus :
1) DieRetorte mit dem essigsauren Salze wird maI'sig erhitzt, bis alles W s s e r ubergegangen ist. Solald
weiCse E m p f e erscheinen, wird ein Recipient vorgelegt
und stufenweise das Feuer verstarkt, bis ein rother
Uampf aufsteigt. Dies starkere Feuer wird erhalten, bis
rothe Tropfen kolnmen oder die Dampfe aufhiiren, worauf man das Eeuer allnillig abgehen 19fst, und das Destillat sorgfaltig aufhebt.
2) n e r scliwarce Riickstand in der Retorte wird
nusgebreitet uncl niit einer gliilienden Kohle angeziiridet ;
i n einer halben Stunde wird das Fcuer alles durchlau-
fen und zu einer gelben Asclie calcinirt haben:
Dieso
Ueber Tinct.Antim. u. Spirit. Vin. Lull.
175
wird niit destillirtem Essig z u r Salzmasse gemacht und
wie sub 1) destillirt.
3) Die beiden Destillate werden zu~ammengegossen,
14 Tage digerirt und dann bei mafsiger W a r m e destillirt, wodurch man die Aqua ardens .erh%lt, welche 7mal
rectificirt werden mufs, und wobei ein oben aufschwimniendes weifses und ein am Boden bleibendes gelbes Oel
sich abscheidet.
3) I s a a k H o l l a n d . (Opus Saturni.)
Man destillirt Bleizuclret mit immer stirkerm Fcuer,
bis die R'Iaterie iibergeht so roth wie Blut, dick wie
Oel, siifs wie Zucker und mit einem himmlischen Geruche.
4) V i g e n e r e . (Vom Feuer und Salz p. 146.)
Man legt die Retorte mit essigsaurem Blei offen i n
den Ofen, und treibt mit schwachem Feuer die iiberscliiissige Feuchtigkeit heraus. Sobald weifse Dampfe
erscheinen, legt man einen grofsen Recipienten vor, lutirt alle Fugen wohl zu, und verstarkt das Feuer h m e r
mehr, bis die Retorte ganz mit Kohlen bedeckt ist, so
wird sich ein hyacinthfarbiges Oel, an Geruch wie Spikiil, in der Vorlage sammeln. Man iinterhZlt nun das
Feuer, so lange noch etwas iibergeht, lafst es sich hernach setEen und eine ganze Nacht ruhig stehen. Dieses
Oel, welches R a i niun d L u l l seinen Weinnennt, bringt
man i n einen kleinen Kolben auf ein Marienbad, so wird
der Geist in kleinen Faden aufsteiGen gleich dem W e i n geist. Man zieht so lange ab, bis grorse Tropfen im
IIelme erscheinen, welche anzeigen, dafs nun blofses
Phlegma kommt ; am Boden bleibt das kostbare Oel liegen, woraus R a i m u n d sein Auruin potabile bereitet,
iind womit e r sich neu belcbte, als er vor Alter dem
Tode nolic war.
176
Becker
:
5 ) B e g u i n . (Tyrocin. chym. C.W. p.139.)
Man destillirt essigsaures Blei aus einer gut lutirten Retorte. Der Geruch ist so wohlriechend, dafs er
das ganze Zirnmer erfullt, und iibertrifft den W v h l g e
ruch aller Vegetabilien. In dem Destillat schwimmt ein
gelbes Oel oben auf, und ein blutrothes Oel setzt sicb
z u Boden. Durch wiederholte Destillationen scheidet
man das Phlegma ab, und hebt den sehr wohlriechesdee
Geist auf.
6) A g r i c 0 1a. (Chirurgie p. 169.).
Man destillirt Bleicucker mit allmalig verstlrktem
Feuer, so wird erst ein gelbes, dann ein rothes Oel iibergehen. Diese Destillation will aber in Acht genonimeii
sein, denn es geschieht zuweilen, dafs man im Anfange
s u geschwmd treibt, so belriinimt man hein Oel, sondern
aur einen Spiritus.
P o t e r i u s (Opp. omn. p. 604) erhielt aus 1 Pfund
Bleizuclrer etwas mehr als zwei Drachmen Oel.
7) D e r s e l b e . (Anmerk. zu Popp’s chem. Proc.
I. p. 222.)
Man digerirt Bleizucker 4 Wochep lang in We in geist, und zieht dann den Spiritus so weit ab, dafs ein
dicker Liquor bleibt. Dieser wird mit reinem Sand
versetzt, und in einer Retorte per gradus destillirt, so
erhalt man einen weifsen Spiritus, ein gelbes und eiq
rothes Oel. Der Spiritus und die Oele mussen zusammen rectificirt und von einander geschieden werden.
Diese Rectification wird in einer Glasretorte im Dampfbade vorgenommen. Erst geht der Spiritus nur tropfenweise, und man sieht keine Adern oder Streifen; dann
kommt ein gelbes Oel, da mufs man einen andern Recipienten vurlegen und gat lutiren, sonst geht der feine
spiritualische Geruch, Zieblicher als Ambra und Moschus,
Ueber Tinct. Antiin.
U.
Spirit. Tin. Lull.
177
verloren. Nach dicsem Oel kommt das Phlegma mit
vielen schneeweifsen Striemen und zuletzt ein schiines
rothes Oel.
8) K u n s t s t i i c k e etc Zittau 1789. I. p. 149.
Man fiillt eine glaserne Retorte bis zum vierten
Theil mit Bleizucker, und destillirt aus einer Sandkapelle gradatim. Buerst koinmt ein sehr saurer Spiritus; wenn dieser vorbei ist, wechselt man die Vorlage
und verstiirkt das Feuer. Dann kommen hraune, stinkende Tropfen, die miissen auch vorbei und gehen so
lange, bis alle Feuchtiglreit ausgetrieben ist. Unterders
wird sich die Materie in der Retorte ziemlich aufblaheo
und ganz schwarz geblattert aussehen wie ein hohles
Wespennest. W c n n diese Tropfen vorbei sind, verstlkt
man das Feuer noch mehr, d a m erscheinen rubinrothe,
wie Ambra wohlriechende, zuckersiifse Tropfen, und
man treibt rnit solchem Feuer gradatim, bis alle wohlriechende Tropfen uber sind. Bei dieser Arbeit war die
Retorte gesprungen, SO dars sehr wenige Tropfen erhalt
ten wurden, aber das ganze Haus und dik Strafse w a r
mit den1 schiinen balsamischen Geruche erfiillt.
9) T i n c t u r a C o r a l l o r u m .
P a r a c e l s u s hat dies Mittel beriihmt gemacht; es
reinigt das Blut so vollsthdig, d a b es alle Ausschliige,
Geschwiire, Fisteln und Krebs zur Heilung bringt. Die
Kraft liegt biors im fsrbenden Princip, dies allein sol1
genommen und z u r hiichstcn Exaltation gradirt werden.
Die Vorschrift dazu ist, wie gecviihnlich, n u r angedentet. Das farbende Princip, die Tinctur, sol1 mit Spiritus vini ausgezogen, sechszelinmal in offnem Feuer und
seclismal in balneo dcstillirt, und das Oel zuin GeLraucli
behalten werden.
Eine deutlichere Vorschrift giebt K u n ra th (Medull.
118
Becker
:
destill. 1594. p. 4-2.) Man liist die Korallen in Essig auf,
dampft ,-b, wascht den Ruckstand mehrmals mit destillirteiri VVasser aus, und erhalt so das weihe Korallensalz. Dies wird mit Weingeist iibergossen und Iangere
Zeit digerirt; dann wird es sechsmal destillirt, in der
Funften Destillation zeigt sich die Riithe, und i n der
sechsten bleibt es wie ein dickes blutrothes Oel am
Boden.
Genauer ist die Vorschrift von B e g u i n (Tyrocin.
&em. p.376.) Das mit destillirtem Essig bereitete Korallensalz wird in gelinder W a r m e erhitzt, bis es sich
schwiirzt, und einen stechenden Geruch ausstiifst. Hierauf thut man es noch warm in cine Retorte, und destillirt bis weifse Diimpfe erscheinen, dann legt man einen
andern Recipienten vor, und giebt stlrlieres Feuer, bis
aller Spiritus uiid ein rothes Oel wie Hlut iiberge$aiigen sind. Diescr wohlriechende und wie Branntwein
brennende Spiritus murs noch einmal rectificirt werden,
so dars nur das rothe Oel zuriiclibleibt.
In lihnlicher W e i s e verfahrt P o t e r i u s (Opp. omn.
p. 622.) Das Korallensalz wird erst mit gelindem Feuer
destillirt, urn dns Wasser zu entfernen, dann giebt xii;in
stsrkcres Feuer und gewinnt den wolilriechenden Spiritus mit einem sehr geringen Antheile des wohlriechenden rothen Oels.
10) T i n c t u r a V e n e r i s . (Schrl'der's Pharmacop.
med. chem. L. 111. p.61.)
Essigsaures Kupfer wird mit allmllig verstarlrtem
Feuer destillirt ; zuerst geht ein weiher, dann allmalig
gelblicher und riithlicher Spiritus iiber. Das Destillat
wird bei miXsigem Feuer, damit niclits gelbes oder rothes
iibergehe, bis zur Troclienlieit rectiiicirt. Aus dem Ruckslnnde zieht man snit rectificirteni Wcingeist die Tinclur
Ueber Tinct. Antirn. u. Spirit. Vin. Lull,
173
aus, welche einigemal bis zur Honigconsistena cohobirt
wird. Sie sol1 ein gana vorziigliches Mittel gegen Epilepsie sein.
11) Oleurn M e r c u r i i d i a p h o r e t i c u r n d u l c e .
(Schriider Pharm. med. chem. L. I l l . p.87.)
Essigsaures Queclisilber wird mit Weingeist digerirt, und dann mit starkem Peuer destillirt. Es geht
eine Fliissiglreit wie Milch uber. Diese giefst man auf
den Riickstand zuriick urid deskllirt wieder, so gelit ein
weirses und wohlriechendes, nicht scharfes Oel iiber.
Es wird innerlich und Sufserlich zur Heilung biisartiger
Geschwiire, besonders der Nieren und Blase empfohlen.
12) 01e u m M a r t i s (Agricola Chirurgia parvap. 233.)
Eisenfeile wird in Essig aufgeliist, die Aufliisung zur
Honigdicke verdampft und mit Weingeist digerirt. Die
rothgefiirbte Tinctus wird im Dampfbade eingedickt und
mit starkem Feuer destillirt, so steigt es iiber wie ein
Blut. Es dient aufserlich zur Heilung der Wunden, innerlich gegen Ruhren und Durchfalle.
13) Z i n l r (Respur vom Mineralgeist p . 117.)
E r destillirte essigsaures Zink. Zuerst ging Phlegnia
iiber, dann folgte ein dickes und riithliches W a s s e r ,
liierauf blahte sich bei st5rlierm Feuer die ganze Masse
auf, und es erhob sicli daraus einGcist wie ein Schnee
i n groi'ser Menge, legte sich Daumens stark an, und fie1
manchmal seiner Menge tvegen herunter. W a s durch
die Fugen drang, gab einen so guten Geruch, dars e r
sich dariiber vermunderte. Nach dem Erkalten fand sicli
rings lierum ein zarter silberweil'sgliinzender Kiirper,
von Gerucli wie Camphor.
14) K a l i (Agricola Anmerk. zu Popp. 11. p . 25.)
Man knetet essigsaure Kalifliissiglreit niit Thon zu
Kugeln, und laDt sic troclrnen j dann destillirt man sie.
180
BecLr :
Es geht ein scharfer, aGer sehr wohlriechender Spiritus
iiber, weirs wie Molken, und legt sich allenthallen an
den Seiten des Recipienten an wie ein Sal volatile Cornv
Cerui. Man Efst es 21 Stunden ruhig stehen, so liist
es sich in ein gelbes klares Oel auf.
Dies sind die vorziiglichsten Vorsclwiften, die ich
aufgefnnden habe. Sie ergiinzen sich unter einander,
und wenn sie hin und wieder in den Resultaten abweiclien, so mag die Schwiefigkeit der Darstellung, die
W e i d e n f e 1 d opus difficilimum nennt, den griifstcn Antheil daraii haben.
W a s die Tinctura Antimonii Thedenii betrifft, die
i h r e m w e s e n nach hierher gehiirt, so dient es mi ihrer
Bestatigung und Erliiuterung, hier andere iihnliche Vorschriften, wobei der Weingeist mit ziir Bereitung gehiirt, aus der Literatur jener hltern Epoche mitzutlieilen.
1) O l e u m S t i b i i R o g e r i B a c o n i s (Thiilden's
Triumphwagen Antimonii Basilii Valentini p . 270.)
Essigsaures Spiersglanz wird mit rectificirteni W+igeist iibergossen, und 40 Tage in Digestion gestellt. Die
klare Aufliisung wird bei gelinder WPrrne destillirt, der
iihergegangene Spiritus wieder znriickgegossen, von jieucni
abgezogen, und dies so oft wiederholt, bis e r in mancherlei Farben iiber den Helm steigt. Dann ist es Zeit,
starkesFeuer zu geben, er wird roth in denIIelm steigen, und wie ein bluthrothes Oel in dievorlage triipfeln.
Den Spiritus zielit man bei ganz gelindcr Warme a h
Es ist ein cdles, wohlriechendes, lirlftiges Oel, welches
bei dunkler Naclit wie eine gliihende Kohle leuchtet.
Es wird in den sclirversten Kranliheiten empfohlen, und
merkwiirdig ist, whs von seinem Gebrauclie gcgen Podagra gesagt wird. Man giebt bei den erslen Zeichen
des Anfalls drei Tropfen in W e i n niichtern ein, und
Ue6er Tinct. Antim. u. Spirit. Vin. Lull.
181
eben so den zweiten und dritten Tag. Den ersten Tag
mindert es alle Schmsrzen, und verhiitet die Anschwellung; den andern Tag bewirkt es einen dicken, lilebrigen, stinken len, sauren SchweiI‘s, besonders in den Gelenken, den dritten Tag erfolgt, wenn auch nichts eingenomrnen worden ist, ein beschwerdeloses Purgiren,
2) Q u i n t a E s s e n t i a A n t i m o n i i . (Basil.Valentini Triumphwagen Antimonii von Kerkririg p . 147.)
Man l&t essigsaures Antimon i n Weingeist auf, und
lLfst es einen ganzen MQnat digeriren. Dann destillirt
man es mit einem besondern [email protected], und erhalt eine
liebliche siiDe Arznei in Form eines schiinen rothen
Oels. K e r k r i n g macht hierbei die Anmerkung, dafs
e r diesen besondern HandgrifT nach vieljahrigen Versuchen gefunden habe, e r entdeckt ihn aber nicht offen,
sondern durch ein Rathsel, was seine Aufliisung noch
erwartet. Von der W i r k u n g dieses Oels sagt er, den
ersten Tag wirkt es nur wenig auf die Haut, den zweiten T a g folgt gelinde Ausdiinstung, den dritten Tag
ziemlich starker SchweiL, aber den vierten und die folgenden Tage schwimmt man gleichsam in Wasser, so
dafs endlich der Schqreifs durch das Bett auf den &den
triipfelt. Aber, setzt er hinzu, hier ist ein verstandiger
Arzt niithig, denn die.Keule des Herkules wird nicht
vie1 niitzen, wenn sie nicht auch in der Hand eines
Herkules ist.
3) S p i r i t u s s a l i s T e r t a r i . (Lancilot’s brennender Salamander p. 295;)
Man bebandelt essigsaures Kali wiederholt mit rectificirtem Weingeist. Diesen cohobirt man 15mal und
mehr oder so lange, bis rijthliche Tropfen niit iibergehen ; dann destillirt mall die riicksthlige Fliissigkeit
mit verstk-hem Feuer, so geht der Spiritus salis Tartar2
162 LiiBekind : Ueber Cuprurn sulphurico - aiiimoniat.
iiber. Am Boden bleibt ein rothes Pulver, welches gleicl!
dem Spiritus als Arzneimittel dient. Der Spiritus wird
auch zur Bereitung einer Goldtinctur gebraucht
S ch l u rs b e m e r k u n g e n.
1) Die Jatrochemiker haben die Destillatiollfiproductc
d e r essigsauren S a k e gekannt, und ihre medicinische und pharmaceutische Anwendung verstanden.
2) Sie haben die essigsauren S a k e von Blbi, Kupfer,
Eisen, Quccksilber, Spiefsglanz, Zink, Kallr (Korallen) iind Kali bearbeitet; Cold und Silber kommen niclit vor.
3) Jede Bearbeitung ist eine Arbeit fiir sich gemesen.
Die Ancllogie hat ihnen niclit als Leitstern gedient,
u m so ‘beweisender ist die Uebereinstimmung der
Resultate.
4) Jede Bearbcitung hat ein treffliches Arzneimittel
geliefert.
6) Alle diese Arzneimittel sind ihrem Wesen nach
eins und dasselbe.
6) Es ist das Interesse dcr Aerzte, wicder in den Besitz dicscr hiichst wirksamen Arcneien zu gelangen.
7) Es ist Pflicht derPharmacie, den Aerzten dazu zu
verhelfen.
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Darstellung von Cupsum wZphurico -amrnoniatum in schiinen Krystallen ;
von
Ph. Lubekind.
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A u f folgende W e i s e habe ich das Cuprum sulphurico - ammoiiiafurn in wunderschiinen Krystallen , ohnc
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