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188
HPTbergi T :
niit ltaltem oder mit miifsig warmem, in dem andern
einen niit kochendem Wasser bereiteten Auseug angewandt hatte, Die eigenthiirnliche Suhstane der Sarsaparille, das Sarsaparin, welches eine hedentende medicinische Kraft besitzt, gewil's auch die Basis der
Wirlisamkeit der Sarsaparille ist aber fliichtig, und
daraus erhellt, dafs man zur Extraction der wirlrsamen
Theile der Sarsaparille die WBrrne niiiglichst vermeiden murs. Ein Bei marsiger W a r m e bereitetes Extract
enthalt indefs noch ininier eine bemerkliche Menge Sacsaparin. Ich habe daraus Sarsaparin dargestellt durch
Ausziehen der W u r z e l mit mit Weingeist verinischtem
Wasser, Abdestilliren des Spiritus und Filtriren des Products nach einiger Rube. (Journ. de Chim. med. 2. Ser.
V , 134. Auszug.)
,
+-
Ueber die Milch des Brauengeschlechts
und der Thiere;
van
J. I$. Herberger.
-
Schlufs der Seite 43 abgebroclienen Abhandlung.
NHchst der Nahrungswez'se und dem relativen Gesundheitsauslande der Thiere w i d die Beschaffenheit
ihrer PlTilch noch influenzirt durch die Anstrengungen,
denen menschliche Geluste und Bediirfnisse sie aussetzen.
Es fehlt mir niclit an thatkrgftigen Belegen auch fiir
diese A r t von Wahrnehmungen. Ich habe mehr als einmal
Milch gepriift, von Kuhen in Mitte ihrer Anstrengungen
[Jeber die Milch der Frauen uiid der T h e r e .
189
gewonnen. Gtets fand ich bie diclilicher und relativ
zuckerarmer, dabei niilunter w n eigenthiinilichem, meinem Gaumen nicht befreundeteni Geschmaclce. Neuere
Beobachtungen de r Herren €I e n r y und C h e v a1 1 i e r
stehen in vollern Einlilange mit meinen Angaben; doch
behaupten (woriiber eigene Erfahrung niir mangelt) diese
tiichtigen Chemilrer gerade das Gi.genthei1 von der Milch
der Eselinnen, die, von erschijpften T h i e r m gewonnen,
als wasserig nnd Iriisestoffarm beschrieben wird.
W a s hier nun vom Einflusse der Nahrungsmiltel,
des jewailigen Gesundheits - Zustarides 11. s. w. auf die
thierische Milch behauptet worden ist, hat, und zwar
in vervielfaltiger A r t , auch beaiiglich der Frauenmilch seine
volle Bedeutung *).
Dies spricht sich z. B. schon in d e r so haufig gelvachten Wahrnehmung aw, dafs erliranliende Miitter
und Ammen auf die Siiuglinge nachtheiligrn Einflul's
ausiiben, wofiir, aul'ser andern urs:ichlichen Monienten,
als Hauptgrund eine in Folge d e r t r a n l i h e i t eiiigetretene mehr oder tninder grofse Verliriderulig ilrl cilrmisclien Bestande der Milch wohl ohne T5uscirung aogenommen werden diirfte. E s liiilt eWar unendlich s ~ l i u ' e r ,
sich von erltranlrten Wiichnerinnen Milch in hinreichender Menge I3ehufs cheritischer Untersuchlingen 7,ll
verschaffen j wenn es aber erlaiibt ist, V O I I einigcn T\ 1'nigen Erfahrungen in diesein Gehiete einen allgenieinen
*) In dieser Reziehung ist einr von F. S i 111 o n angvf1111rte
Analyse hochst beiiierkan\wei ti,, wonach eiiie r i o / h d u r f / t ~
geniihrte Frau einp aurscrsi tiiitterarme Milch lieferte, d i ~
kurz darauf, bei gebesserter Nahrung, wieder vollig normale Beschaffenheit erlangte,
190
Herberger :
Schlurs zu ahstrahiren, so miigen vielleicht folgende
Thatsachen, z u welchen ich n u r durch Vermittlung meines Freundes Dr. M i i l l e r gelangen konnte, von Interesse sein.
Eine Frau yon 38 Jahren, von lymphatischer Coastitution, zum vierten Male Wiichnerin, lialte seit Jahren
an Flechten auf der rechten Seite des Natkens gelitten.
W a h r e n d ihrer leteten Schwangerschaft waren dieselben verschwunden, Burz nach erfolgter Entbindung lramen sie wieder zum Vorschein. Diese Frau hatte sich
friilierhin gegen das erwahnte Uebel einer Sublimatliisung als Waschmittel, und zwar mit temporiir giinstigem Erfolge, bedient, und ohne sich in ihren nunmehrigen Verhaltnissen bei einem Arztc Rathes zu erholen,
griff sie zur alten Phiole, worin noch Sublimatliisung
vorhanden war, und wusch sich zu wiederholten h'lalen
auf gemohnte Weise. Es stellte sich bald darauf der
heftigste Schrnerz in den Briisten ein, und zugleich begannen die unteren Glieclniarsen anzuschwellen. In diesem Zustande traf sie d.er Arzt. E r clrang vor Allem
auf Entwiihnung des ICindes, und nahm dtirch mechaiiische Hiilfe einen Theil der raichlich fliersenden Milch
ab. Es gelang ilim, Mutter urid Kind zu retten.
Die mir sogleich zugestellte Milch w a r diclrlichschleimig, unter dem B'liliroslrope sich ziemlich normal
verhaltend, jedoch einen unnatiirlichen ziihen Zustand
und eine beginnende ContinuitEt darbietend, wie sie gewiihnlich nicht statt findet. Sie reagirte sehr stark
allialisch, und besafs einen eigenthiimlichen, fast etwas
fauligen Geruch, ohne jedoch bei vorsiclitiger Destillation
Ammonialr zu entwiclreln.
Ein eigenthiimliches fluch-
Ueber die Milch der Frauen und der Thiere.
191
tigev Princip lronnte nicht abgesondert werden. I h r spec.
Gew. unterschied sich kaum von jenem einer nornialen
Milch, aber der Zuckergehalt derselben war grofstentheils
verschwunden, wlhrend die iibrigen Bestandtheile in etwas
reichlicherem Verhaltnisse zugegen waren. Qirecksilber
honnte nicht aufgefunden werden *),
Der zweite, hier in Kiirze zu beriihrende Fall ist
folgender :
Ein Madchen von 23 Jahren, weiches 2 Jahre hindnrch von einem auswartigen Arzte an Syphilis mit
giinstigem, und wie es schien, ganzlichem Erfolge behandelt worden war, gebar ein todtes Kind. Die Briiste
der Mutter flossen reichlich bis zum siebenten Tage,
an welchem sie, in Folge einer Erkaltung, die heftigsten
Schmerzen in denselben fuhlte. Es trat sogenanntes
Kindbetterinnenfriesel hinzu, und die linlre Brust bereitete sich zu einem Abscesse vor, wlhrend nun die rechte
Brust sich mit einer groken Menge Milch anfiillte, die
kiinstlich abgenommen, und zu meiner Disposition gestellt wurde. Es ist mir unbelrannt, welclie anderweitige
KranlilieitsverhEltnisse xioch hinzugetreten sein miigen,
das Madchen genas erst nach langem Krankenlager
wieder.
Diese Milch nun reagirte spurweise sauer, die
Structur der Fettkiigelchen war an ihr unter dem Mi-
-*) Die erhaltenen Zahlenergebnisse waren:
Wasser u. fl. Th. ... .88,OL
Zuckcr ............... 1,93
Fett
3,63
Kasestoff etc.......... 4,32
Salze.
2,lO
LOO.
Spec. Gew. 1,0338.
.................
..............
192
Herberger :
kroskope nicht mehr bemerltbar, sie besab einen schwachen, eigenthiimlichen Geruch, war etwas ins Gelbliche
ziehend, von 1,031 spec. Gew., und gerann durch verdiinnte Sauren, Gallustinctur, und Kiilberlab au4erst
leicht und vollkommen. Die chemische Analyse wies
zunachst sehr verminderten Gebalt an Fett nach *).
Die Zahl der einer Niederlrunft bereits friiher etwa
vorhergegangenen Geburten, die GriXse der mit dem
Entbindungsacte verbundenen Anstrengungen u. s. w.,
sind meistens als untergeordnete, in der Mehrzahl d e r
Falle auf eines der vorher entwickelten Momente, oder
a i d Complicationen derselben, zuruckfiihrbare Puncte
zu betrachten.
Weiin es mir nun aber unbegreiflich daucht, wie
einst ein gelehrter Chemilrer die exclusive Behauptung
aufstellen mochte, dars, aller Krankheitsumstande ungeachtet, Verinderungen im Zustande der Milch nicht
nachgewiesen werden kihnen : so wiirde mir jetzt eine
analoge Behauptung noch vie1 paradoxer erscheinen, die
man von dem Gemuthszustande saugender Frauen geltend zu machen versuchen wollte, nachdein es mir vor
liingerer Zeit durch Vermittelung des sel. Dr. Mii 11e r
gelungen ist, zu schlagenden Gegenbeweisen zu gelangen.
Eine Frau in einem Dorfe am Rheine, in der Bliithe der Jahre, sanguinischen Temperaments, gesund, robust, ward zum dritten Male Mutter. Sie hatte ihre
Kinder stets und mit Erfolg gesaugt, sie erfiillte diese
Muttersorge an ihrem neugebornen, gesunden und kraf--
*) Din Zahlenergebnisse vermag ich hier nicht init der erforderlichen Geriauigkeit anzufiihi-en, da inir bei diesen
Versiichen der hiezu bestiinmte Antheil von Milch gegen
das Ende der Operation verloren ging. Der Wassergehalt
bctriig iibrigens im Mittel 90,03.
H.
Ueber die Milch der Frauen und der Thiere. 193
tigen Miidchen wieder. Ihr Wochenbett ging glucblich
voriiber. Aber nach 3 Wochen vernahm sie pliitzlich
die Kunde von dem Tode ihres nach Amerika ausgewanderten einzigen Bruders, dem sie mit ihrer Familie
splterhin nachzufolgen beschlossen hatte. Sie bekam die
heftigsten Krampfe, und ihre nlilch versiegte fur die
volle HHlfte eines Tagesj dann t r a t sie wieder auf, aber ganz von den Eigenschafien des Colostrums! Binnen 13 Stunden, wlhrend welcher das Kind Ziegenniilch
erhalten hatte, worauf es wieder unwohl ward, kehrte
mit der Gemiithsruhe der Mutter auch die bessere Beschaifenheit der Milch wieder. Dies dauerte uber 3
Monate. Mit einem Male Irehrt nach Mitternacht i h r
Gatte, ein Schmuggler jener Zeit, dessen nachtliche Reisen ihr, der Gattin, langst fremd zu sein aufgehiirt hatten, im vollsten Wahnsinne der Trunkenheit, von zweien
Mannern getragen, nach Hause. Die Sonne stahl sich
am friihen Morgen n u r in die Kammer, um ein trauriges Bild hauslichen Unfriedens zu beleuchten. Der
mirshandelten Gattin versiegte zum zweiten Male die
Milch j nach einem Tage trat sie nochmals colostrumartig auf, aher sie flofs nie mehr reichlich, und erhielt,
auch bei geeignetem arztlichen Einflusse, ihre normale
Beschaffenheit nicht wieder. Mutter und Kind began-nen zu Irriinlrelnj spEter wanderte die Faniilie aus ; ich
habe nicht wieder von i h r gehiirt.
Etwas Aehnliches mag auch im Thierreiche sic11
ereignen, wenn die saugenden Weibchen in gereizte.
oder beangstigte Zustande gelangen. Aber die Erforschung derartiger Analogieen w8re nun v ~ untergeordn
netem Interesse , da unsere friedlicheren Hausthiere,
deren Milch wir zu geniefsen pflegen, yon ahnlichen
Affecten wohl meietens befreit bleiben.
Rerberger :
194
Es sei mir gestattet, hier noch auf eine friihere
Aenfsernng zuriickzukommen. Ich habe namlich oben
von der in der Regel qualitaiiv gleichartigen Constitution der Frauen- und der thierischen Milch gesprochen.
Der Unterschied in den quantitativen Verhiiltuissen verdient jedoch auch unsere vollste Beriicksichtigung. Warum, frage ich, entspricht z.B. die Frauenmilch am besten den Bediirfnissen der Sauglinge ? Deshalb, weil
i h r iiberwiegender Alltaligehalt sie vor zu schneller Verderbnifs zu schiitzen vermag, und weil in i h r der Zuckergehalt mehr als in andern Milcharten hervortritt. Die
Milch der Ziege bildet ein Analogon z u r Milch des
Frauengeschlechtes ; jene empyrische Anpreisung der
Ziege als der besten SPugamme, Wovon die Annalen
der Mediciu zu erzChlen wissen, beruht somit mindestens auf einer naturgemafsen, wenn auch unklaren Ahnung. Die Il'Pilch der Eselinnen endlich hat, anderweitigen hngaben zu Folge, gleichfalls grol'se Aehnlichkeit
mit der Milch des nlenschen. Sollten in diesem chemischen Aehnlichlreitsverhaltnisse nicht Grunde verborgen
liegen f u r das therapeutische Verfahren bei Schwindsuchtigen u. s. m. *)?
__. ____ .....
.
.-..
--___
*) Das Mittel von zehn zu verschiedenen Zeiten angestellten
Untersuchungen der Rlilch einer und derselben robusteri,
vollbliitigen, wohl geriihrten, zum zweiten Male s'augenden,
28 Jahre alten Bauerfrau war nach meinen Erfahrungcn:
Wasser u. A. Theile.. .SG,93
Fett
4,83
1C:jsestoff e t c . .
,
3,10
..
....................
..... ....
Zuckcr ..: ..............4,97
Sake....................
0,23
100.
Spec. Gew. 1,0341.
hlit diesen Beobachtungen stimmen die Erfahrungen von
Ueber die Milch der Frauen und der Thiere.
195
Au dfcse Beobachtungen kniipfen sich noch andere
von der gufsersten Bedeutung uber ))den Eiriflurs der
Arzneistoffe auf die Zusammensetzung der Milch.((
Es bedarf lreines Commentars, dafs Anzeigen hiefiir
schon in den Wahrnehmungen des Einflusses der Nahrungsrnittel gegeben sind; aber die Zahl und Mannigfaltiglreit der Arxneistoffe ist unendlich griifser, und es
1Xst sich somit aus jenen Beispielen noch keirie allgemeine giiltige Folgerung sbstrahiren.
I n der That hat Dr. F. S i m o n gezeigt, dars Eisencyanlralium, Jodltaliuni, Bittersalz etc. nicht in die
Milch iibergehen; nach H e n r y und C l i e v a l l i e r gilt
dasselbe vom Salpeter, den Cliininsalzen, clcn Schwefelallralien, und, mie es scheint, ouch von den Queclrsilberverbindungen; beeiiglicli des Jodlraliums widersprechen
jedoch ihre urid meine Erfahrungen den Angaben meilies deutschen Landsmannes. Aufgenommen werden nach
11 e n r y und C h e v a11i e r ferner : Kochsalz, doppeltlrohlensaures Natron, Glaubersala, die Oxyde des Eisens
und Zinlrs, basisches Wismuthnitrat, und eine Mcnge
organischer Stoffe, durcli deren Gegenwart u. A. nicht
selten die gelbe und blaue Farbe der Milch, sowie
F . S i m o n , H e n r y u n d C h e o a l l i e r u . A . sehr annahernd
zusammen.
Die von inir erhaltcnen Resultate zweier Analysen von
Ziegenmilch sind folgende :
1
2
l m Ilittel.
Wasser nebst eigenth. Geruchsprincip .86,90 85,73 85,815
Fett
6,02 3 , I Q 5,060
K i s ~ 5 t o f fetc.
3,05
3,OO
3,025
4,60
4,24 4,420
Zucker
Salze
1,43 1,93 1,660
-- - - -- -- .100.
100.
100.
................................
.......................
.............................
...............................
H.
196
Herberger:
deren eigenthiimlicher Beigeschmack bedingt ist. Auch
das doppeltkohlensaure Kali, die liislichen Verbindungen des %inns und des Antimons, kiinnen nach meinen
an Thieren gemachten Erfahrungen, in die Milch iibergehen. Von Kalk- und Barytsalzen gilt dieses nur i n
sehr untergeordnetem Grade j ich selbst liann den Uebergang solcher i n die Milch nur von den Chloriden des
Calciums und Baryums erfahrungsgemars bestatigen.
Versnche dieser Art an Menschen ZIL machen, kann
nur in sehr seltenen Fallen gestattet w in , und Analogieen, am Thierreiche erworben, txheincn mir im GanZen nichts weniger als positive, auf das menschliche Geschlecht mit Gewissenhaftigkeit iibertragbare, Folgerungen zu gestatten.
Bevor ich znm Schlusse dieses Vortrages ubergehe,
mufs ich eine Eingangs gemachte Bemerliung nochmals
i n s Auge fassen. Dort sagte ich namlich, dars die Milch
des Menschen von jener der Thiere nicht sowohl in
qualitativer, als vielmehr in quantitativer Beziehung
verschieden sei. Diese Aeufserung darf jedocli nicht
mifsverstanden werden, was uni so eher der Fall sein
kiinnte, nachdem man F. S i m 0 n’s sehr werthvolle Schrift
>)DieFrauenmilch etc., Berlin 1838,8.((gelesen hat. Dieser geschickte Chemiker hat bei vergleichender Priifung
der einzelnen gleichnamigen Bestandtheile der Frauen-,
Kuh-, Hunde- etc. Milch ganz bemerlienswerthe Differenzen beobachtet, die ich in Kiirze namhaft machea
werde.
Den Kasestoff anlangend, so zeigt unter allen d e r
in der Frauenmilch enthaltene die relativ griifsere Passivitat gegen Gerinnungsmittel. Das vollstandigste Fallungsmittel ist Gallustinctur, welche eugleich bewirkt,
Ueber die Milch der Frauen und der Ttiiere. 197
d a b der Fettgehalt vom KIsestoffe mit niedergerissen
wird. Jenes eigenthiimliche Verhalten d e Frauenmilch~
kasestoffes ist jedoch aller Wahrscheinlichkeit nach
durch das in der menschlichen Milch in hiiherem Grade
vorwaltende Alkali bestimmt. Dadurch wird jedoch die
Thatsache nicht genugend aufgehellt, d a h z. B, Frauenmilch durch Kalbermagen nur sehr unvollkommen, durch
Kindermagen dagegen weit reichlicher coagulirt wird,
whhrend umgelrehrt Kalbermagen fiir Kuhmilch z u
demselben Behufe geeigneter ist als Iiindermagen. In
dieser Hinsicht miissen die Wechselbeziehungen beider
Stoffe noch nEherer Erforschung anheim gegeben werden.
Der Zuckerstoff der Frauenmilch schien S i m o n siih e r zu sein, als jener der Kuhmilch. Bei gleicher
Krystallforni war ersterer liislicher in Wasser als letzterer, auch gab jener ihm mittelst Salpeterslure weniger Schleimsaure aus. Ich habe bei meinen Versuchen
diese Unterschiede nicht beobachten kiinnen. Durch
S i m o n’s Andeutungen aufmerksam gemacht, suchte ich
Frauen- und Kuhmilchzucker, durch Wasser, Alkohol,
Aether und verdunnte Essigshure gereinigt, vergleichend
zu priifen. MeineAnsichten sind durch die zuletzt erhaltenen Ereignisse nicht geiindert worden ; d e r Unterschied i n der Liislichkeit beider Zucker differirte i m
Hundert um 0,05 j die Ausbeute a n Schleimshure betrug
in zweien Versuchen beim Frauenmilcbeucker um 0,Ol
0,02 weniger als beim Kuhmilchzucker. Der Zucker
der Ziegenmilch verhielt Aich jenem der Frauenmilch
analog. Man sieht, die hier obwaltenden Unterschiede
sind z u klein, um sie vorlaufig picht von geringenBeimischungen fremdartiger Stoffe abeuleiten.
Vom Eundemilchzucker belehrt S i m o n nns eines
Andern; dieser ist nut- extractives Siifs.
-
198
Herberger :
Die Butter der Frauenmilch kann man die reinste
aller Butter nennen. Sie iibertrifft alle anderen Butterarten an Consistenz und Geruchlosiglreit. W e n n irgend
unter den Bestandtheilen der Milcharten specifische Unterschiede obwalten, so ist es beziiglich der Butter der
Fall, da die aus Frauenmilchbutter gefertigte Seife bei
ihrer Zersetzung, zum Unterschiede von allen andern
Butterarten, den Geruch der Buttersaure in der Regel,
d. h. wenn die Milch eine urspriinglich gesunde war,
(nach S i m o n's und meinen, durch ihn hervorgerufenen
Erfahrungen) nicht zu entwicklen pflegt. I h r Schmelzpunct liegt im Verhaltnisse zu ihrer festern Consistenz
hiiher, als jener anderer Butterarten; ich fand ihn =
27 O , 5 bis
27',7 R.; S i m o n bestimmt ihn auf
28O R. I n kaltem Allcohol und Aether ist sie liaum
loslich; auch wird sie weit minder leicht rancid, als
andere Butterarten. Bei troclrner Destillation giebt sie
vornehmlich ein flussiges und ein starres saures Fett,
aber keine Butyrinsaure ans.
+
+
+
W a s nun die in der Milch enthaltenensalze anbelangt, so bleibt den von S i m o n gemachteri Beobachtungen nichts hinzuzusetzen iibrig. Die meisten Salze
umhiillt der Klsestoff, die wenigsten das Fett. Die Differenzen in den Eigenschaften des Zuckers der verschiedenen Milcharten erklaren sich vielleicht durch die
denselben, den Zuckern nlmlicla, beigemischten verschiedenen Salzmengen.
Es bleibt m i r zum43chlusse n u r noch ubrig, dem
Voranstehenden einige Bemerkungen iiber sachgemlfse
Priifung der Milch, vom diatetischen und medicinischpoliceilichen Gesichtspuncte aus, beieufiigen. Die che-
Ueber die Milch der Frauen und der Thiere.
199
mische -4nalyse *) ist hier zu schwierig ausfiihrbar und
zu umstiindlich, urn nicht den Wunsch nach einer andern Priifurlgsweise zum Bediirfnisse z u erheben.
Rei Milchpriifungen kann es sich meistens nur urn
Ausmiltelung
1) des Fett- und Klsestoffgehaltes,
2) des siifsenden Princips,
3) der etwaigen Farbstoffe,
4) des etwaigen Zusatzes von Stgrkmehl-, Gunimiund Eisenhaltigen Stoffen, endlich
5) der Salze , handeln die vielleicht hinzugefiigt
wurden, um die Milch vor schneller Verderbnifs
z u schiitzen, oder die durch unreinliche Behandlung und Aufbewahrung hinzugekommen sein mogen.
,
Der Gehalt an Rahm (Fett) und iiberhaupt ar. festen
Bestandtheilen im Allgemeinen pflegt durch s. g. Galactometer ( v o n C a d e t d e V a u x , B a n c k s , D i n o c o u r t ,
J o n e s , N k a n d r e , C o l l a r d e a u , H e n r y und C h e v a l l i e r u. s. w.,
man vergl. die umfassende, hier
mehrfiiltig beniitzte Abh. der Letzteren im Journ. de
Pharmac., 1839, Juni und Juli) ermittelt zu werden.
Das denselben zu Grunde liegende Princip ist das eines
jeden Araeometers. F. S i m o n hat zii diesem Behufe,
\vie ich bereits oben angedeutet habe, Gaflustincturvorgeschlagen, welcher die Eigenschaft zukiimmt, den Kiise-
-
__
*) I c h habe bei meinen Versuchen keine Veranlassung gefunden, von meiner i m Joum. fur pract. Ckemie a. a. 0.
angegebenen Analysirmethode abzugehen, es sei denn beziiglich der Bestiinmung des Kisestoffs, die ich, wie
S i in o n , durch Alkohol erstrebte und erreichte. Nur bei
IEuhmilch wandte ich, de r Vergleichung wegen, hie utrd
da auch Kilberlab als Fallungsmittel an. Im Uebrigen
Iafst auch das von S i m o 11 beobachtete Verfahren wenig
zu wiinschen ubrip.
H.
200
Herberger :
und Fettgehalt zu fallen *). Es leuchtet von selbst ein,
dafs dieses Verfaliren leicht zu den sichersten unter
allen wird ausgebildet werden Iriinnen. Das etwa falschlich zugesetzte Versiifsungsprincip ist nach letzterem
Verfahren am leiclitesten erkennbar i n der vom KZseund Buttergehalte befreiten Pliissiglreit, Tv6hrend die
Butter selbst dem Gesammtniederschlage durch Kochen
rnit Alkoliol oder Aether ziemlich vollst2ndig entfiihrt,
und sodann fiir sich bestimmt werden Iiann. Hat man,
was miiglichst zu vermeiden ist, zu vie1 Gallustinctur
hinzngefiigt, so ist es rathsam, den Ueberschul's der
Gerbe- und Gallussgure durch Bleioxyd, oder, nach
Analogie des von W i n ck 1e 1: beziiglich der.Tanningen-
*)
Urn dieser Verfahrungsweise Folge zu peben, sind zunzchst
zwei Dinge ins Auge zu fasscn:
1) Eine Gallustinctur von genau gekannlern Gehalte. S i m o n
empfiehlt dazu eine Lijsung von alkalischem, z u r staubigen
Trockne reducirtem, Gallipfelextrarte in Weingrist. Da
inan nach meinen Versuchen denselben Zweck gleich volllcommen und vielleicht noch sicherer durch Gallussinirelosung erreicht (Geriiesaure ist hiezu nicht geeignet), so
schlage ich die Anwendung dieser um so lieber vor, als
dieselbe nunmehr schon billiger im Handcl zu beziehkn
ist, und zu dem fraglichen Behufe ohnehin n u r i n kleinen Quantitaten verbraucht zu werden braucht. Die Handhabung dieser IZsung oder jener Tinctur, geschieht unter
Anwendung eines hiezu besonders und niit Genauigkeit
hergerichteten Volumenmaarses.
2) Die Anfertigung einer galactoinetrischen Skale. Dieso
l&t sich, mit S i m o n zu reden, sehr leicht dadurch
construiren, dafs man mittelst frischer, krs'ftiger Milch
eine durchschnittliche Normalgr'dfse ausmittelt, und sofort an Mischungen solcher Milch mit aufsteigenden Wassermengen die fortlaufende Gradation bewerkstelligt.
Uebrigens E r s t sich auch das von F u c h s bei der Bierprobe mit Gliick i n Anwendung gebrachte Princip, unter
einigen Modificationen, auf die Priifung der Milch ubertragen.
H.
IJeber die Milch der Fraucn und der Thiere.
201
siiure empfohlenen Verfahrens, durch Eisenoxyd, z u entfernen, und die ubrige Fliissigkeit alsdann weiterer
Priifung anheim z u geben. Gahrungsversuche diirften
hinsichtlich des Zuckergehaltes nicht vollkommen entscheiden, da H e r s auch der, iibrigens noch keineswegs
unwidersprechlich erwiesenen, Gahrungsfahigkeit des
3'Iilchzuckers das W o r t gesprochen.
Die Untersuchung der Milch auf Farbstoffe zerfiillt
in eine mikroskopische und in eine chemische. Erstere
gestattet unschwer die Erlrennung etwa beifindlicher
Blut- oder Eiterkiigelchen. Kiinstliche anorganische Farbstoffe entschliipfen nie der Hand des Chemikers, aber
fiir organische Farbstoffe lassen sich auf chemischem
Boden n u r unvolllrommene Beweise erzielen.
I n grofsen und auch wohl i n lrleinen SUdten wird
die Milch hiiufig rnit Wasser verdiinnt, jedoch nicht
inimer mit reinem, sondern mit Kleien-, Reis- oder
Gumrniwasser, wodurch nach H e n r y und C h e v a 1 1 i e r,
denen wir hieriiber treffliche Aufschlussc verdanlren,
die Milch eine ziihere diclifliissigere Consistenz gewinnt,
die ich am meisten mit derjenigen vergleichen mD'chte,
welche man unter gewissen Unistiinden an W e i n e n ))lang((
zu nennen pflegt. In solchen Fallen Irann durch Jodwasser entweder in der Fliissiglreit unmittelbar, oder in
dem i n der R'Iiich nacli einiger Zeit sich bildenden
Niederschlage eine niehr oder weniger blaue Farbung
erzeugt, oder das hinzugemischte Gummi aus der 1011
Kase und Butter befreiten Fliissigkeit durch Alkohol in
weirslichen Flocken niedergeschlagen, und an seinen
iibrigen Merkmalen erkannt verden. W a r e eine Milch
mit Eiweifs, Eigelb oder dergl. vermischt morden, SO
gerinnt sie augenbliclilich beim Erwgrmen, untl die abgesonderten Flocken hesitzen den faden Geruch des
1c
Arch. d. Pharm. 11. Reihe. XXI. Bds. 2. Hft.
Herberger: Ueber die Milch c t c .
202
geronnenen Eiweifsstofles. Betriigereien anderer Art, c. k.
ZusHtze von EiLischwui*zelaufgufs, Harifsaamen - und
Mandelmilch u. s. w. sind, - trotz mehrfiiltiger Angaben
- urn so cveniger glaubwiirdig, als sie theils wenig oder
gar Iceinen linancielleii Vortheil z u bieten vermiigen,
theils aber auch, ihren cheniischen Beziehungen nach,
mit gewiihnlicher Milch sich weder bei erhiiiiter, noch
selbst bei gewiihnlicher Temperatur vertragen, endlicli
derselben auch wohl einen vijllig heterogenen Geschniaclc
verleihen wiirden.
W a s nun endlich Salzbeimischungen anbelangt, die
1
in der Absicht geschehen sein kiinnen, die Milch vor zu
friiher Verderbnirs zu schiitzen, SO befolgt man, nach
H e n r y und C h e v a l l i e r , i n Anierilia ein hiichst verwerfliches Verfahren, darin bestehend, dars man die
Milch i i i ZinRgefu[sen aufbewahrt, tvodurch u. A. ohnstreitig liisliches milchsaures Ziiilioxyd entsteht. W e i t
milder ist clas in unsern Stgdten hie und da eingebiirgerte Versetzen der Milch m i t etwas doppelt- (oder
anderthalb -) liohlensaureni Natroia. Eine solche Milch
geriniit. weit schwieriger als jede normale, unversetzte,
Milch, und ist ganz und gar ungeeignet dam, spontun
zu stoclren, und s. g. K5se oder Zieger abzusondern.
Auf die Gesundheit diirfte ein gana geringer Zusata Von
diesem Salze w0h1 nicht nachtlieilig einwirlten ; dessen
ohngeachtet miicllte ich doch nicht rathen, eine derartige
Pseudoverbesserung gesetzlich z u sanctioniren, es sei
denn
ausnahrnsweise - beziiglich solcher Gegenden,,
wo nothdiirftige Stallfiitterung (s. 0.) unabweislich geworden ist, mie z. B. i n Paris u. a. 0.
Andere durch Unreinliclikeit oder Nachlassigkeit
oder platte Unlicnntnifs in die kiiufliche Milch. ubergegangene salcige und metallische Verunreinignngen gehii-
-
Slickel: Ueber Smegma praeputii.
203
ren, ihrer N a t u r u n d Mannigfaltigkeit nach, nicht i n
die Reihe der bei gegenwzrtiger Veranlassung aufzufiihrenden Stoffe.
Physiologisch- cliennische Abhandlung uber
das Smegma praeputii;
von
C a d Sticket,
Apotheker in Kaltennordheim.
w e n , es uns gelingt, irgend einen Stoff, sei es
ein einfacher oder zusammengesetzter, der friiher noch
nicht ermittelt worden war, an einem leblosen Kiirper
aufzufinden, so ist dieses fur die Wissenschaft interessant, fur das Lcben oft nutzenbringend. G e h s r t aher dieser
StoiT dem lebenden und insbesondere den1 nienschlichen
Organismus an, dann hat e r alsbald mehr Bedeutsamkeit
f u r Medicin iind Physiologie, und es lassen sich ails‘
den oft unscheinbarsten Thatsachen, wichtige Folgerungen iiber die Functionen ganzer Organe und dieEntstehungen von Kranliheiten daraus entnehmen.
W i e aber die chemische Constitution so mancher
Theile des nienschlichen Kiirpers noch gar nicht genau
gelrannt ist - xvovon jedoch Blut, Milch, Harn u. dgl.
ni. durch die ncuerlichst dariiber erschienenen Arbeiten
eine ruhmliche Ausnahme machen - so war es bisher
mit dem Smcgma praeputii.
Das W o r t Smegma lrommt von dem griechischen
56 opqypa! und bedeutet das Schmieren, Mittel bum
Reinigen. I m Neugriechischen h e i b t es nach L a n d e r e r’s Berichten, ein Streupulver. P 1i n i u s .erwahnt
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