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Vereinszeitung.
133
Viced. B o 11e in Angermiinde, Hrn. Viced. S e h l m e y e r i n
Coln, Hrn. Viced. Dr. B u ch o 1z i n Gotha, Hrn. Viced. M ii 11e r
in Medebach.
Abschligliche Zahlunpen von 1841 gingen ein : von Hrn.
Kreisd. U p m a n n in Neuenkirchen, Hrn. Viced. Dr. B l e y i n
Bernburg, Hrn. Viced. U r e y k o r n in Biirgel, Hm.Viced. B o 11e
i n Angermiinde, Hrn. Viced. S e h l m e y e r i n Ctjln, H m . Viced.
Dr. B u c h o l z in Gotha.
Abrechnungen von 1841 gingen ein : von Hm. Kreisd. F a b e r in Minden, Asseesor d.V., H r n . D i r e c t o r O v e r b e c k f i r den
Kreis Lippe.
Die Direction der Generalkasse.
Dr. E. F. Aschoff.
H t j l z e r m a n n.
Aulforderung in Betreff der Bearbeitung eiser DenkZustand der Pharmacie.
echrift uber den jetzigen
-
I n Folge der irn Januarhefte cur. Bd. XXV.2. R. S. 30 den
Archivs erlassenen Aufforderung sind uns bereits inehre werthvolle Nachrichten und Mittheilungen i n Becu ruf die beabsichtigte Denkschrift iiber den jetzigen Zustand fier Phsrmacie eingesandt, und yon einigen verehrten Collegen ist dabei der Wunsch
ge'jufsert, daZs der Termin z u r Einsendung der erbetenen Nachrichten noch hinausgesetzt werden mochte, nm i h r e Mittheilungen vollstandiger zu bearbeiten. Diesem zufolge haben w i r diesen Termin bis Ende des Monate August hinausgesetzt und ersuchen n u n die verehrten Collegen, welche diese Sache unterstutzen wollen, uns alle die zu dem Zweck geeigneten Mittheil u n en uber die pharrnaceutische M edicinalgesetzgebung, uber
die$erKaltnisse des Apothekerwesens in ihren Gegenden, uberhrupt uber die in unserer ersten Aufforderung namhaft gernachten Puncte vor jenem Termine gutigst einzusenden.
Salzuflen, den 18. Miirz 1841.
Das Directorinm des Vereins.
B r a n d e s . E. F. Aschoff. O v e r h e c k .
L. A s c h o f f .
2) Medicinaleneeern und MedicinaZpoJizei.
Circularverfiigung des Kbnigl. Preufs. Ministerii
der Geistlichen, Unterrichts - und MedicinalAngelegenlieiten.
Die all emeine Form des Diensteides fur sSmmtliche
k a s s e n der Medicinalpersonen
betreffend.
__
Nach Maf5gabe derjenigen Bestimmung, welchc i n der Allerhijchsten Cabinetrordre vom 5. Nov. 1833, wegcn einer allgemeinen und einfacheren Form fur die Dieneteide der Beamtea
ertheilt worden ist, wird die Kini 1 Re ierun hierdurch angewiesen, von jetzt an eine glricfermafsen aflgemeine Form
134
Vereinszcitung.
des Eides auch fur sammtliche Klassen der Medicinalpersonen,
in nachstehender Fassung:
8Ich pp. schwore zu Gott, dem AllmPchtigen und Allwissenden, dafs, nachdem ich als
(Arzt, Wundarzt, Apoi n den Konigl. Lauden approbirt wortheker u. s. f.)
den, Seiner Konigl. Majestit von Preufsen, meinem allergnadigsten Herrn, ich unterthanig, treu und ehorsain
sein, und alle m i r verinoge meines Berufes ofliegende
Pflichten, nach den daruber bestehenden oder noch ergehenden Verordnungen, auch sonst nach meinein besten
Wissen und Gewissen.- penau
erfullen will, so w a h r m i r
D
Gott helfe u. s. w.a
mit der nach Verschiedenheit der christlichen Confessionen
iiblichen Schlufsformel, und mit der entsprechenden ModiEcation fur die jiidischen Glaubensgenossen, i n Anwendung treten
zu lessen.
Berlin, den 18. J u l i 1840.
Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und MedicinalAngelegenheiten.
-
-
Circularverfiigung des KBnigl. Preub. Ministerii
der Geistlichen , Unterrichts - und MedicinalAngelegenheiten
uber
die Ertheilnng von Concessionen zur Anlegung nener
Apothelten betreffend.
-
Es sind in der letztern Zeit Antrage auf die Ertheilung der
Concession z u r Anlegung einer neuen Apotheke an einem Orte
von einzelnen Apothekern so hiufig gemacht, und in einem
W e g e verfolgt worden, welcher init den desfalls erlassenen Anordrrurigen durchaus nicht im Einklan e steht, d a b cs fur nothwendig crachtet werden mufs, die aieruber festgestellten, i n
jedem eir~zelnenFalle ohne Ausnahme strenge zu beachtenden
Vorschrif ten zur Allgemeinen Kenntnifs gelangen e u lassen
In Geinafsheit der a l l e r h k h s t e n Verordnung voin 24. Oct.
1811 mussen die Antrage we en Errichtung einer neuen Apotheke an einem Orte von der getreffenden Ortsbehorde und dem
Kreisphysikus ausgehen. W i r d von diesen beiden im Einverstandnisse die Anlegung einer nruen Apotheke f u r nothwendig
erachtet, so beantra en sie dieselbe bei der Kiinigl. Regierung,
unter ausfuhrlicher k r o r t e r u n g d e r dafiir sprechendpn Griinde.
Fur zureichende Griinde werden angenommen : eine bedeufende
Vermehrung der Volksinenge, bedeufende Erhohung des Wohlrtandes. Hieriiber mufs eine genaue, auf specielle Angaben gestutzte Nachweisung geliefert werden, und in einzelnen vorkomanenden Fallen ist den oben aufgestellten Bestimmungsgriinden nur noch die Beriicksichtigung der Hindernisse beizufti en,
welche etwa aus besonderen obwaltenden Localverhaltnissen [insichtlich der Communication m i t dem Orte, an welchem sich
bereits eine Apotheke beEndet, f u r die auf dieselbe angewiesene
Umgpbung, sich herausstellen sollten. Befinden sich an dcin
Yereinszeifung.
135
Orte, fiir welchen die Errichtung einer neuen Apotheke in Ant r a g gebracht werden soll, bereits eine oder mehre Apotheken,
SO eind resp. der oder die vorhandenen Apotheker zuvorderst
m i t ihren etwa dagegen zu machenden Widerspriichen zu hiirent urid letztere, von einem griindlichen Gutachten dariiber
begleitet, i n den an die Konigl. Regierung zu erstattenden Ber i c h t mit aufzunehmen. Die letztgenannten Behiirden haben nunmehr, eventualiter durch veranlafste Ruckfragen z u r naheren
Aufklirung der obwaltenden, hierbei als matgebend zu betrachtenden Verhiltnisse, den an dieselbe dem Obigen gem*Ws gerichteten A n t r a g einer sorgfaltigen Priifung zu unterwerfen, und
entweder den nicht f i r gehorig begrundet erachteten Antrag
unter Angabe der Griinde zuriickzuweisen, oder iin entge engeretzten Falle dariiber einen gehorig inotivirten gutachi?ichen
Bericht a n das betreffende Konigl. Ober-PrEsidium zu erstatten.
Yon diesem ressortirt deinnachst die definitive Entscheidung mit
Ausnahme der Stadt Berlin, in welcher dieselbe dein Konigl.
l i n i s t e r i o der Geistlichen, Unterrichts- und Medicinal- Angelegenheiten vorbehalten und also von dein Konigl. Polizei -Priisidium auch an dieses z u berichten bleibt.
Aus der obigen Feststellung des hierbei iiberall strenge zu
beachtenden lnstanzencu-s
leuchtet zugleich ein, dafs alle und
jede Gesuche, welche si& auf die Errichtung einer neuen Apotheke an einein Orte beziehen, zuvorderst a n die betreffende
Ortsbehorde und den betreffendeu Kreisphysicus gerichtet werden mussen. W a s nun fur den Fall, dars die Arilegung einer
neuen Apotheke a n eiriein Orte als statthaft anerkannt sein und
urn die Verleihung der Concession dazu sich inehre Apotheker
beworben haben sollten, die Entscheidung der P'rage betrifft,
welchem vori den Bewerbern die i n Rede stehende Concession
cu ertheilen sei, so ist hierbei ein 5hnlichcs Verfahren z u beohachten. Es haben daher die betreffende Ortsbehorde und der
Kreisphysicus i n dein von ihnen an die bctreffendo KSnigl. Regierung we en Anlegung einer neuen Apotheke zu richtenden
Antrage eugfeich diejenigen Apotheker namhaft zu machen, welche sich uin die Ertheilung der fraglichen Concession .beworben
haben, und deinniichst, unter ausfuhrlicher Erorterung der Grunde,
yich utachtlich dariiber zu aufsern, welchem von den Bewebern %er Vorzug einzur'a'umen sein mochte. Die Konigl. Regierutig und resp. das K6nigl. Polizei-Prisidium i n Berlin priifen
die geinachten Vorschlage, und legen dieselhen in einem dariiber
zu erstattenden gutachtlichen inotivirten Berichte dein betrefrenden Konigl. Ober-PrSsidium (fur Berlin dem Konigl. Minister i u m der Geistlichen, Unterrichts und Medicinal Angelegenheiten) z u r Entscheidung vor.
Urn nun den Behiirden fur die hierzu erforderliche Reurtheil u n g einen Marsstah an die Hand zu geben, hat ein jeder Apotheker, welcher sich urn die Ertheilung d w Concession t u r
Anleguna einer neuen Apotheke an eineln Orte bewirbt, m i t
seinem desfallsigen Gesuche zugleich ein vollstandiges C u r n h lunL sitac eineureichen, welchem die Zeugnisso uber seine Fiihrung wahrend der Lehr- und Servirjahre, die duroh Ablegung
der Staatspriifung erworbene Approbation, ein Nachweis uber
seine BescKiftigung und iiber seine Fiihrung nach erlangter
-
-
136
Veteinszeitung.
Approbation, der geniigende Ausweis dariiber, ob er auch die
z u r Etablirung einer Apotheke und zum Betrieb des Gesch'ifts
erforderlichen Mittel besitze, die Angabe, ob e r bereits eirie Apotheke besessen habe, und wodurch e r den Besitz derselben aufzugeben veranlabt worden sei, und die n l h w e Arifuhrung der
UmstPnde beizufugen ist, auf welche einen besondern Anspruch
z u begriinden er sich glaube berechtigt halten zu durfen.
lndein das Miuisterium die Konigl. Regierunm auffordert,
obige Vorschriften durch die Amtsblitter zur offentkchen Kenntnirs zu bringen, theilt solches derselben zugleich z u r besondern
Richtschnur hinsichtlich der ZII treffenden Wahl unter den verschiedenen Bewerbern urn dic Concession z u r Anlcgung einer
neuen Apotheke a n einom Orte die hierbei Zuni Grunde zu legenden Principien mit, welche nach dein Sr. Majertat dem KGrlige
hieriiber gehaltenen Vortrage von AllerhBchstdenenselben durch
die Allerhochste Cabinetsordre vom 30. Juni v. J. g e n e h m i g
worden sind, und strenge befolgt werden miissen, wenn bei den
bedeutenden Vortheilen, die der GewPhlte erlangt und bei den
mithin hierunter auf das wesentlichste betheiligten Jnteressen
dcr cinzelnen Bewerber nicht zu begriindeten Beschwerden iiber
den, einem der Bewerber gewiihrten unverdienten Vorzug Veranlassung egeben werden 6011.
Die [ierbei zu beriicksiehtigenden Puncte sind :
1) Die Fuhrung und Application des Bewerbers wiihrend
seiner Lehr- und Servirjahre, die von ihin bei der abgelegten
Staatsprufung r z e i g t e geringere, oder hohere Qualification,
2) Das frii ere oder spltereDatum derApprobation als Provisor, welche ihin auf den Grund des bestandenen Staats-Examens ertheilt worden ist.
3) Die Fuhrung und Leistungen nach empfangener Approbation, ob derselbe sich ununterbrochen dein Apothekergescha'fte
gewidmet hat, und dabei eine immm h6here Ausbildung i n seinem Fache sich zu erwerben bemiiht gewesen ist, dadurch also
euch zu desto bessern Erwartungen hinsichtlich der kiinftigen
Verwaltun seiner ei enen Apotheke berechtigt, oder ob dieses
nicht der %all ist, o f e r vielleicht durch die Ueberr.ahme anderweitiger Geschifte auf einige Zeit seinem eigentlichen Berufe inehr oder weniger sich entfremdet hat.
4) Die friiherc oder spiitere Meldung zu der Concessionsertheilung z u r Anlegung der Apotheke und
6 ) der nachzuweisende Besitz der zum Betriebe seines Gescha'fts erforderlichen Mittel.
6) Anderweitige Verhiiltnisse, welche eu Gunsten des einen
oder andern Bewerbers sprechen, z. B. unter Voraussetzung ubrigens ganz gleicher Qualification, die Anerkennung von Verdiensten, welche der Bewerber durch vorziigliche Leistungen irgend
einer Art sich erworben hat u. s. w.
Es bedarf wohl keiner B e f ~ r w o r t u n g ,dafs nicht ein einzelner dieser Puncte als der allein bestimmende betrachtnt werden
kann, denn wollte man als solchen z. B. die fruher oder spiiter
statt gefundene Meldung gelten lassen, so diirfte nur jeder Apotheker unmittelbar nach erhaltener A probation mit den Anmeldungen fur verschiedene Orte, i n wefchen die friiher oder spat e r eintretende Statthaftigkeit der Anlegung einer neuen Apo-
Vereinszeitung.
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theke vorauszusehen ist, sich beeilen, uin vor allen s atern, in
jeder andern Hinsicht vielleicht bei weitem v o n u g l i c f i r e n Bewerbern den Vorzug zu erlangen. N u r die unpartheiische Beriicksichti ung aller dieser Moinente und das Resultat der sor faltigeu A%wZgung der einzelnen gegen einander darf daher f i e zu
treffende W a h l begrunden.
Schlierslich beinerkt das linisteriuin n u r noch, d a b einem
Apotheker, welcher bereits eine Apotheke besessen hat, die Concession z u r Anlegung einer neuen Apotheke nicht zu ertlieilen
ist, wenn nicht besondere Uinstande obwalten, durch welche eine
hierunter zu machende Ausnahme gerechtfertigt erscheinen
diirfte, i n welcheln Falle jedoch jedesmal die Genehmigung des
Ministerii dazu einzuholen ist.
Berlin, den 13. J u l i 1840.
Ministerium der Geistlichen, Unterrichts- und MedicinalAngelegenheiten.
Rechtsbestirnmungen Preufsischer
GerichtshGfe.
(Fortsetzung von S.60.)
Z w e i t e r Rechiafall.
I n Folge V e r f ~ n der Kiinigl. Reoierung zu Breslau vom
20. Juni 1834 an
%6nigl Polizei-h-asidiurn daselbst w a r
der dort racticirende Arzt Dr. N. N. unter dern 1. Juli desselben J a i r e s von letztgenannter Behorde wegen Selbstdispensirung homiiopathischer Arzneien zur Verantwortung gezogen,
und da e r dessen festiindig war, durch polieeiliches Resolut
voin 2. October d.
mit einer Geldburse von 5 Thlr. belegt.
Am 28. J u l i 1836 ward N. N. von dcr Polizeibehorde zu Breslau
abermals vernommen, i n welcher Apotheke e r die von i h m verschriebenen Recepte habe prs'pariren lassen. Da e r einr'a'umte,
seine Medicamente nach wie vor selbst z u dispensiren, so wurde
er durch das polizeiliche Resolut voin 24. Juli desselben Jahrs
i n eine Geldstrafc von 16 Thlr. genommen. Unterm 25. Aug.
1836 rovocirte N. N. auf richterliche Untersuchung und Entscheifung, i n Folge dessen von dem Senat fur Strafsachen des
H.Ober-Landesgerichts zu Breslau der Dr. N.N. unter dem 12.
Sept. des gedachten Jahres wegen verbotswidrigen Selbstdispensirens homoopathischer Arcneien z u r fiscalischen Untersuchung
ezogen, jedoch durch das Erkenntnifs erster Instanz des ge&&ten Criminalsenats von der gegen i h n erhobenen Anschuldigung freigesprochen ward.
I n den G r u n d e n
der Urtels heirst es:
Denunciat Ur. med. N. N. esteht zu, dars e r sich aIs homSopathischer Arzt m i t dem Sefbrtdis ensiren hointiopathischer
Arzneien befarst babe und auch nocg befasse. Er behauptet
jedoch kein Strafgesetz iibertreten zu haben, und fiihrt Folgendes a n :
Nicht um Gewinnes und Vortheils wegen, sondern lediglich
im Interesre der von ihm behandelten Krenken und i n dem der
Wissenschaft untereiehe er sich der Selbstdispensirung und
cs
.
138
Vereinszeitung.
Selbstbereitun seiner Medicamente. I n lucrativer Absicht kijnne
ein homijopatgischer Arzt nicht cum Seldstdispensiren seiner
Arzneien schreiten, da selbige in der Qualitiit, wie allgemein
bekannt sei, keinen reellen W e r t h hatten, somit aber eechahe
auch den Apothekern kein Schade. Da ferner hiersegst eine
homoopathische Apotheke nicht eristire, SO sei e r iiberdem auch
euin Selbstdispensiren der Arzneien genothigt. Denn wenn auch
die Apotheker im Allgemeinen von der Medicinalbehorde angewiesen worden, auch die homtiopathischen Arzneien zuzubereiten und zu fuhren, so seien selbige einmal aufser Stande, dies
kunstgemafs zu thun, anderseits aber seierr sie nicht init homoopathischen nlitteln versehen, und selbst die, welche sie etwa
fuhrten, seien vollig unbrauchbar, da sie durch die starken
Droeueriegeruche i n den gewiihnlichen Apotheken anzij en und
somit ihre Kraft verloren. Nahme man hierzu den $mstand,
dafs gerade die Apotheker diejenigen seien, welche durch die
homoopathiache Heilmethode in pecunydrer Hinsicht am ineisten
verloren, mithin alao die g r o k t e n Widersacher derselben seien
iind sein miifsten, so leuchte ein, dafs ein Arzt z u den von
ihnen praparirten Mitteln kein Zutrauen haben konne. Reiche
e r nun dessen ungeachtet seinen Patienten die in den gewohnlichen Apotheken zubereiteten Arzneien, welche aber von allen
hoinoopathischen Aerzten f u r vollig unbrauchbar erklart wiirden, so setze er nicht n u r die Kranken der Xuf3ersten Gefahr
ails, sondern auch seine eigene E h r e und seinen guten Ruf auf
das Spiel.
Da Denunciat hiernach zugestanden, dafs e r als homijopathischer Arzt seinen, nach dei. hoinoopathischen Heilinethode
behandelten Patienten von ihm selbst verfertigte homoopathische
Arzneien verabreicht, so handelt es sich lediglich uin Entscheidung der Frage :
ob die bestebenden gesetzlichen Dispensirverbote ruf die homtiopathischen Aerzte iiberhaupt Anwendun finden konnen,
und ob insbesoridere solche Aerzte durch 6eberschreitung
derselben ein Strafgesetz ubertreten haben?
Zunachst ist Nachstehendes zu hemerken :
Urspriinglirh mufsten, wie bekannt, die Aerzte i h r e Arzneien selbst bereiten, erst spiiter, als mit dem Fortschreiten
und der Erweiteruno. dcr Arzneiwissenschaft die Anzahl d e r
Arzneistoffe wuchs, &e Zubereitung der Arzneien coinplicirter
wurde, inithin selbe technische Renntnisse und Runstfertigkeit
im hohen Grade utid einen bedeutenden Zeitaufwand erheischten, nicht aber von jedem Arzte der z u r E r r i c h t u n g und Unterhaltung einer Apotheke erforderlichc Kostenaufwarid bestritten, nicht jedmn Arzt die erforderlichen technischen Kenntnisse
und Kunstfertigkeitrn zugemuthet werden konnten, auch der
dazu erforderliche Zeitaufwand m i t der arztlichen Praxis nicht
vereinbar war, endlich aber, um den Aerzten einen Gelderwerb
durch den Verkauf der Arzneien abzuschneiden, wurde den Aerzten diese fruherhin unbedingt und allgemein custeheude Befugnirs zum Selbstdispensiren der Arzneien genommen, und n u r
P w i s s e Personen init dem Recht der Bereitung uiid des Veraufs der Arzneien beliehen.
Solche Bestimmung enthdlt auch die Preub. Gesetzgebung
Vereinszeitung.
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und %war finden sich die ersten i n der Medicinalverordnung
vom 30. Aug. 1693, wo es im 5. 6. derselben heil'st 5 ) :
S W i e einem rechtschaffenen Medico unanstlndlich sich aurser dem Nothfalle init den gemeinen ISaeparafionibus Yharmaceuiicis zu mesliren, und damit den Apothekern Abbruch zu thun ;
als werden demselben alle Officinalia, Usuafia urid Vulgarin, als
Apozemafn, lnfusa, Clysmaia, Ungucnta efc. z u inachen und auscugeben untersaget.r
Bestiinmter wird das Verbot des Selbstdispensirens von
Arzneien der Aerzte in dcm unter dem 27. Sept. 1723 erlassenen allgemeinen Medicinaledict ausgesprochen, indem der 8. 3.
des Titels: w o n denen Mediciscr 6 , verordnet:
W e i l auch h i n und wieder die grobe unverantwortliche
Mihbrauche eingerissen, dafs viele Mrdici, iiblen Profits urid
strafbaren Eigennutzes we en, sich unterstanden, selbsten einige
Medicamenla unter e r d i c k e t e neue Nahmens zu verfertigen;
und darunter ijfters einige verdichtige, schadliche und uneuk s i g e narkotische lngredienzien zu verstecken
und solche
fingirte arcana i n die Apotheken zu geben, sich auch van denen
Apothekern und folglich Ton denen Patienten sehr theuer beals haben w i r diese hBchst schadlicben
eahlen zu lassen
Unordnungen bei hoher Bestrafung hiermit g h z l i c h untersagen
und verbieten wol1en.a
Dies Verbot des Selbstdispensirens fur Aerzte wird sodann
daselbst im All erneinen mit folgenden W o r t e n wiederholt, dafs
des Dispensirens derer Medicamentorum offidie Medici Bsi%
cinalium ganelich enthalten und den Apothekern keinen Abbruch
thun miissen.a
Diese, den Aerzten das Selbstdispensiren von Arzneien unbedingt verbietende Bestimmung ward jedoch durch die unter
dem 22. April 1727 7) ergehende Declaratiori dieses Edicts einigermafsen modificirt, indem es darin heil'st :
Bdal's z w a r die Medici practici
sich keineswegs unterstehen sollen
allerhand gemeine Medicamenla ofbcinaliu
eu prlpariren, damit zu handeln und denen Apothekern
dadurch Abbruch LU thun. Dahingegen ist denen approbirten Medicispraclick nicht verbothen, nach wie vor, etliche
gute Medicamenfa, die i n denen Apotheken nicht ordentlich
gefiihrt werden, sondern einenr Medico i n seiner Erfahrung
insbesondere bekannt sind, zu elaboriren, und solche a n
ihre Patienten eu geben.6
In diesem Umfange ist das Dispensiren. der Arzneien den
Aerzten auch noch e enwiirtig gestattet, la sogar erweitert,
indem es i n der Apot%e!erordnung
vom 11. Oct. MU1. Th. 1. 8-14.
heirst:
PDagegen erfordert auch das allgemcine Beste, d a t Aerste
und e u r innerlichen Praxis autorisirte Wunda'rzte an solchen Orten, wo keine Ziffentliche Apotheke vorhanden oder
in der Nahe befindlich ist, eine m i t den nothwendigaten
Arzneimitteln versehene Hausapotheke sich halten kijnnen,
--
--
-
--
C. C. M. a. a. 0. Nr.XVI, Col. 27.
Raabe, a. a. 0. S.743.744.
D. H.
') Vergl. Note 3.
s) Mylii,
6)
-
Vereinszeitung.
140
jedoch ledi lich nur zum Gebrauch i n ibrer Praxis, nicht
aber zum %iederverkauf an andere Personen. a
Auch die i n dem allgem. Landrecht Th. It. Tit. 8. 55. 460.
und 468. enthaltenen Vorachriften bestiinmen nur, dafs Aerzte
sich der eigenen Zubereitun der den Kranken z u reichenden
Arzneien a n Orten, wo Apot eken sind, der Regel nach enthalten sollen.
Diese speciellen Gesetze sind nun auch durch die im 5. 20.
des Edicts iiber die Einfuhrung einer allgemeinen Gewerbesteuer
vom 2. Nov. 1810 (Gee.-Samml. S. 83) enthaltene Bestiminun
d a h Aerzte ihre Arzneien nicht selbst dispensiren sollen, nicfi
ausdriicklich aufgehoben worden.
Damit aber der Arzt, trotz der ihm nach vorstehend erwzhnten gesetzlichen Bestimmungen im Allgemeinen entzagenen
Rechts des Selbstdispensirens seiner Arzneien, dennoch versicbert
aein kijnne, dars ihm alle und jede von ihin verordnete Arzneien
i n bester Beschaffenheit zu jeder Gabe zuGebote steben, so bel i e h der Staat auch bestiinmte Personen mit dem Rechte der
Bereitung und des Verkaufs der Arzneien, verpflichtete selbi e
z u r Fiihrung aller anerkannten uod bekannten Arzneistofk,
rnachte sie f u r die gute Beschaffenheit derselben und der vorschriftsmiihigen Bereitung der Arzneien verantwortiich, unterwarf sie, behuf dieses, der Controle der Medicinalbehiirden und
verstattete niir solche Subjecte z u r Ausiibung der Apothekerkunst,
die nach vorglngiger Priifung seitens der Staatsbehorde dazu
f u r tuchtig befunden worden waren.
Diese Bestimmungen und Einrichtun en wurden aber z u
einer Zeit etroffen, wo die Aerzte i n i e r Hauptsache noch
einstirnmigegPrincipien hatten, und diesein zeitigen Standpuncte
der Arzneiwissenschaft e m a h wurden die Apotheken angepafst.
Ganz entgegen esetzt a f e r ist jetzt die homoopathische und die
allopathische lfeilmathode. Da die Ausiibung des homijopathischen Heilverfahrens nun iiberhaupt gestattet ist, so fragt es
sich zuvijrderst : ob der nach diesen Grundsfftzen handelnde Arzt
durch die bestehende Einrichtuoa der gewijhnlichen Apotheken
eben so gesichert sei, wie der a1)lopathische Arzt?
Die Apotheker sind zrivijrderst durch eine Verfii ung des
Kijnigl. Ministeriums der Geistlichen, Unterrichts- u n 8 Medicinal-Angelegenheiten vom 9. Miirz 1833 6 ) im Allgemeinen angewiesen worden, auch die homijopathischen Heilmittel zu fuhrcn,
allein eine esetzliche Verpflichtung hierzu ist nir ends ausgesproclien. h e Apotheker sind ferner zwar riicksic\tlich i h r e r
Thatigkeit z u r kunstgemPBen Bereitung der allopathischen Arzneiinittel gepriift, nicht aber hinsichtllch der zum homijopathischen Gebrauch; endlich i s t eine Controle der Apotheker in
Betreff der letzteren Heilmittel weder iiberhaupt vorzuschreiben, noch eine solche rucksichtlich der Gute und vorschriftsmafsigen Bereitung derselben m6glich.
Aurserdein ist aber von allen hom'dopathischen Aerzten
ubereinstimmend behauptet, dafs i n den gewijhnlichen Apotheken iiberhaupt keine homijoyathische Mittel angefertigt werden
k
8,
Vergl. Note 1.
Vereinszeitung.
141
kiinnen, indem sie durch die starken Drogueriegeriiche in selbigen anz'dgen und dadurch unbrauchbar wiirden.
Erwagt man ferner, dafs eben die Apotheker diejeni
sind, welche durch das Emporkommen der homiiopathiscg:
Heilmethode Verlust erleiden, somit aber die naturlichen Widersacher derselbcn sein miissen, und es augenscheinlich in
ihrem Interesse liegt, das Heilverfahren in MiBcredit zu bringen, so liegt es am Tage, dafs der homijopathische Arzt dern
allopothischen nicht gleichgestellt werden kann. Mithin kFnnen
auch die, der fruheren Zeit angemessenen Dispensirverbote nicht
auf die homiiopathischen Aerzte, als den neuesten Zeiten angebijrie;, ausgedehnt werden.
Hiernach absr kann ein homiiopathischer Arzt nicht f i r
verpflichtet erachtet werden, seine Arzneien in den gewiihnlichen Apotheken zubereiten zu lassen, woraus folgt, dafg, 80
lange der Staat die Einrichtung homijopathischer Apotheken
nicht zulifst, auch dem homiiopathischen Arzte das Selbstdispensiren seiner Areneien nicht untersagt werden darf.
Jedoch auch abgesehen hiervon, woraus sich die Straflosigkeit des Denunciaten hinlanglich ergiebt, so hat Denunciat uberhaupt nicht ein Ma1 ein Strafgesetz iiberschritten.
Die vorgedachten gesetzlichen Bestimmungen, welche den
Aerzten das Selbstdispensiren der Arzneien i m Allgemeinen
verhieten, drohen namlich dem Uebertreter keine Strafe an.
Der 5. 693. Tit. 20. Th. 11. des all em. Landrechts bestimmt
zwar, dafs ohne ausdruckliche Erlaufnifs des Staats Niemand
Arzneien oerkaufen oder sonst an Andere iiberlassen dad, und
es bedrohet der 8. 694. a. a. 0. den Contravenienten mit einer
Geldbufse von 20 bis 100 Thlr.; allein *diese $5. passen nicht
auf den vorliegenden Fall, indem beide $5. in dem Abschnitt
enthalten sind, welcher von Voibeugungsmitteln gegen kiirperliche Verletsungen handelt, von jedem praktischen Arzt aber
vorausgesetzt werden mufs, dars e r die z u r Bereitung, Aufbewahrun und zum richtigen Gebrauch der Arzneien erforderlichen fenntnisse habe.
Eben so wenig kann der 5. 1269. a. a. O., nach welchem
derjenige, welcher sich aus Eigennutz eines Gewerbes oder
eines Handels a n m a l t , wozu nur gewisse Klassen oder einzelne
Einwohner des Staats berechtigt sind, mit einer Geldstrafe
bedrohet wird, hier zur Anwendun kommen, weil nach dem
Angefiihrten nicht anzunehmen ist, faTs Denunciat aus Eigennutz
die Medicamente selbst dispensirt hat.
Der Apotheker hat iiberdem n u r ein Recht zur Zuhereitung
der allopathischen Arzneien. Die Zubereitun der hom'dopathischen Arzneien war, wie die Heilmethode se bst, z u r Zeit der
Emanation der diesfiilligen Gesetze vtillig unbekannt. Dafs das
Verfahren bei Zubereitung der in Rede stehenden Heilmittel
aber all emein bekannt geworden iet, daraus konnen die Apotheker %ein Recht z u r aueschlierslichen Zubereitung dieser
Arzneien herleiten. Hiernach werden auch die Apotheker dadurch, dare die homiiopathischen Aerzte ihre Arzneien selbst
dinpensiren, in ihren Rechten nicht gekrankt.
Auch in sonstiger gewShnlicher BeEiehung h a t Denunciat
nicht strafbar gehandelt. Denn das Medicinaledict vom 22. April
f
142
Vereinszeitung.
1727, wie oben angefihrt, Bestattet den approbirten Aerzten,
etliche gute Medicamente, die i n den Apotheken nicht ordentlich gefuhrt werden, sondern einem Arzt i n seiner Erfahrung
insbesondere bekannt sind. zu elaboriren und solche a n ihre
Patienten LU
Nun werf:Letber
i n den alkwathischen h o t h e k e n die homliopathischen Arzneiinittel nichi als ordentlkhe gefuhrt, sie
rind n u r dein homiiopathischen Arzte genau bekannt und miissen
mithin unter diejenigen gezahlt werden, welche ein Arzt selbst
dispensiren darf.
Da eridlich der Staat fir diese F i l l e den Arzt nicht m i t
einer gewissen Abgabe belastet, noch die Einrichtun besonder e r hom6opathischer Apotheken zugelassen hat, wofurch dein
Arzt allein das Recht zuin Selbstdispensiren homoopdthischer
Arrneien genoinmen werden konnte, so hat Denunciat auch in
gewerblicher Hinsicht keine Contravention begangen.
Es ergiebt sich hieraus, d a t Denunciat durch Selbstdispensiren seiner hoinoopathischen Arzneien kein Strafgesetz iibertreten hat, und dafs daher auf Freisprechung erkannt werden
(Forleetzung folgt.)
mufs.
.-
Urtheile uber dae Dispensiren der Thierarzte in
Frank
reicli.
__
Im Journ. d e Chim. med. 2. So.T.VZ,37 etc. finden sich iiber
diesen Gegcnstand inelire Urtheile, die w i r um so m e h r wiederholen, als in mehren Staaten Deutschlands solcher. wie es uns
scheint, nicht die Ordnung besitzt, die derselbe der Natur der
Sache nach haben mufs. Es heifst a. a. 0.: adafs, wenn Hr.
Apoth. D u r a n d zu Avignon in seiner Klage gegen den Thierarzt C a m i n i j a von dein Urtheil desTribunals von Corbeil und
des Konigl. Gerichtshofrs nicht appellirt hitte, daraus ein grot e s Unheil f u r die Pharmacie erwachsen ws're. Nehinen w i r
an, dafs gegen das Gesetz voin Germinal Jahr XI., und nach
dem Vorgeben einiger Professoren einer Thierarzneischule, die
i h r e Attrihute riur erweitern will, der Thierarzt sich mit dern
Zubereilen und dem Verkauf der Atzneimillel fur die thierarztliche
P r a r i r abgeben d a r f , so wird man in Frankreich bald eine
Menge thierarztlicher OfRcinen sich ofinen sehen, die alsbald
i h r e Grenzen iiberschreiten und auch von Quackealbern bebesucht werden, die wohlfeile Medicainente kaufen wollen, u n bekuinmert und unwissend, ob sie fur das Vieh odcr Fir die
Menschen gut aind. Die Pharmacie, die durch so uozahligo
Eingriffe der Wohlthaten beraubt wird, die sie von i h r e r treuen
Ausiibunp erwarten imiifde. sieht sich derselben inehr und inehr
entkleid&a
DieADotheker Monbello'er's haben Hrn. I j u r a n d ein Schreiben, wesintlich folgenden Inhaltes, gesandt :
Montpellier, d. 5. Nov. 1839.
Die untcrzeichneten Apotheker Montpellier's sind iiberzeugt,
daPs die Richter zuCorbeil, wie eine dor Kammern des KGnigl.
Gerichtshofes z u Paris i n i h r e r Interpretation des Gesetzes vom
11. Germinal J a h r XI., betreffend das exclusive Privilegiiim,
Vereinuzeifung.
143
welches dieses den Apothekern feststellt in der Bereitung der Medicamente, geirrt. Sie konnen nicht glauben, dafs man i n den
bestiminten Ausdrucken des Gesetzes auch n u r eine wahrscheinliche Unterscheidung machen kijnne i n den] Verkauf d e r Medicamente fur die Veterinirpraxis uud f u r kranke Menschen,
und schon hat der Cassationshof das allgemeine und absolute
Verbot sanctionirt, d a k niemand anders als der Apotheker Arzneimittel verkaufen durfe. Eben wie uneere Colle en i n Paris,
Mete, Rouen, Lyon u. s. w., halten auch w i r darau8 unsere geretzlicben Rechte zu bewahren, und w i r vereinigen uns mit
ihnen, Sio einzuladen, von dem Urtheil erster Instan% zu appelliren. Da aber I h r e Beschwerde der That nach alle franzasischnn Apotheker angeht, so haben w i r nicht geglaubt, dafs Sie
allein die Kosten des Processes tragen mussen, und haben auch
w i r zu d e r f u r diesen Gegenstand eroffneten Subscription beigetragen.
Rories. Caston. Chamayou. Fonzes. G a u b e r t . Gay.
J a u m e e . L u t r a n d . RiviBre. Sauvan.
S B r a n e sen.
S B r a n e jun. T e u d o n . V e r g n e s .
Troyes, den 1. Oct. 1839.
An H m . D u r a n d .
Das Jntrresse, lieber College, welches Sie fui- die gesetzmabigen Rechte der Phrrmaceuten bewahren, wird lhnen den
Dank aller l h r e r alten Collegen erwerben. Fern von denVoru r t h e i b n und den Redruckungen, welche jetzt die Kunst erleidet, halten Sie fest auf ihre Wiirde. Die Mehung, welche Sie
iiber das Urtheil des Tribunals zu Corbeil uud dessen Bestatigung durch den KBnigl. Gerichtshof zu Paris ausgesprochen
haben, w i r d von allen getheilt, die den Buchstaben und den
Geist des so ganz verkannten Gesetzes vom Jahr XI. erfafst
haben. Niemand aber kann den Sinn der Unterscheidung begreifim, welche sie i n dieser Beziehung gemacht haben, niemand
wird eine menschenarztliche und eine thieriirztliche Apotheke
zul'assig finden, einen Apotheker mit allen Verpflichtungen seines Berufs belastet, und einen andern derselben ledig und bar.
Das Gesetz, welchee die Bedingungen fur die ausubende Pharmacie feststellt, beschiiftigt eich nicht vorweg, ob die Producte
fur Menschen oder Thiere bestimmt sind. Um diese hlittel zu
bereiten und zu verkaufen, mufs man Apotheker sein, und
dies kann n u r der, welcher die desfallsigen gesetzlichen Priifungen abgelegt hat. Es ist unbegreiflich, wie man in dem 80
k l a r ausgedriickten Gesetze Stoff zu dem erlassenen Urtheile
finden konnte. Es ist zu beklaoen, wenn solche Urtheile ein
unserer Kunst so sckadliches Priifudiz stellen, und aufs neue Unternehinungen gegen unsere Aechte begunstigen, die leider n u r
ungenugend unsere Opfer cornpensiren. W e n n die Wichtigkeit dieser Verhandlun von unsern Collegen eingesehen wird,
so werden sie bald wafrnehmen, welch ein weiter W e g h i e r
dem I r r t h u m und der Unwissenheit eoffnet ist, und sich beeilen, an den Kosten der Appellation f h e i l zu nehmen.
J. B. D u b l a n c .
-
144
Vereinszeilung.
Ueber denselben Gegenstand ;
von
Lalande__
zu Calais.
Das Urtheil des Tribunals von Corbeil i n der Sache des
Hrn. D u r a n d kann fur die Thierarzte ganz andere Resultate
haben, als sic von ihren unzeitigen und schlecht bcgriindeten
Pratensionen erwarten. Glauben sie sich nach dem Urtheil
wirklich autorisirt, gegen das Gesetz die Arznei in ihrer Praxis
selbst zu bereiten, so iniissen sie nothwendig den Folgen dieser
wiesenschaftlichen Anwendung unterliegen, und indem sie in
die Klasse der Apotheker treten, den Visitationen und der Ueberwachung unterworfen sein. Sie werden freilich sagen, dal'sdie Medicamente aus der Pharmacie eines Apotheliers bezogen sein, aber
diese werden die Nichtigkeit solcher Griinde schon darstellen,
und suchen die lntegritat der Attribute ihrer Kunst zu erhalten;
sie werden unter allen Formen reclamiren, bis eine andere Zeit
oder eine aufgekldrtere Gerechtigkeit solchen der ganzen Gesellschaft nachtheiligen Streitigkeiten ein Ende machen wird.
Jch w i l l das Urtheil des Magistrats zu Corbeil ganz bei
Seite setzen. I c h spreche den Thierarzten die praktischen Kenntnisse durchaus ab, die erforderlich sind, um durch eine folgerechte
und punctliche Weise eine der chemisch pharmaceutischen
Operationen zu Ende zu bringen, die so viele Uebung undAufmerksamkoit erfordern, die n u r die F r u c h t l a n w r und wiederholter Manipulationen ist. W i e sol1 es den T h i e h z t e n m6 lich
sein, alle die Vorsichtsmafsre eln zu kennen und auszufiuEren,
auf welcbe ein so wichtiger 'fheil der Medication beruhet, die
Conservation der Arzneimittel, wie sollten sie den Bediirfnissen
des Publicums genu en, wie den Fortschritten der Wissenschaft e n folgen. W i r w s l e n hoffen, dare die nachste legislative Session das Un genugende dieser VerKiltnisse anerkerrnen und uns
m i t der seit Jahren ehofften Medicinalordnung bescbenken
werde. Die A r t und V$cise, wie diese vor derprasentation ihr e r Sanction durch die Kaininern studirt worden ist, werden
fur uns eine Garantie ihrer Vollkoinineiiheit sein *).
-
*) Aus den vorstehenden Ausziiven wird man sehen, wie
es i n Frankreich uin ein Vcrh%ltnifs steht, welches auch
bei uns endlich die grofseste Aufinerksainkeit auf sich ziehen sollte, ein Gegenstand, den wir schon vielfach beriihrt
haben, eio Gegenstand, der schon vielfach er'drtcrt worden
i s t , niemals aber ist noch ein fur uns haltbarer Grund
bekannt eworden, wonach i n einein richtig geordneten
Medicinafverhiltnisse dein Thierarzt das Selbstdispensiren
der Arzneiinittel gestattet werden k6nnte. Eine richtige
Wiirdigung des W e r t h e s der Arzneiinittel, eine richtige
Sch'atzung ihrer Wirksamkeit kann die Zuberzitun der
Arzneien n u r i n die Hande derer geben, die ihre f e n n t nisse und i h r e Krafte allein diesein Fache gewidimt haben,
kann sie nur den Apothekern anvertrauen. Der Thierarzt
ist nicht im Stande, die Arznei ordnungsmihig zu liefern,
es ist dasselbe traurige Surrogat, wie die Hausapotheke
Vereinsaeitung.
145
Homijopathische Apotheken
betreffend.
-
In der Versammlun der pharm.Gesel1schaft zu St. Petergburg am 2. Febr. 1840 fegte der Hr. Director Staatsrath N e l j u b 1 n ein Anschreiben des Civil General- Stabsarztes vor, die
-
Anle ung einer zweiten homoopathischen Apotheke betreffend.
Die 5esellschaft hat ihre Meinung dahin ausgesprochen, dare
durch Errichtung einer zweiten hoinoopathischen Apotheke, der
dabei beabsichtigte Zweck, Vortheil f u r das Publicum, keineswegs erreicht werde, hat aber zugleich die Mittel an egeben,
durch deren Anwendung, wenn Qberhaupt der GebraucA fomoopaihischer Mittel Nutzen sfiften Ram - dem Publicum die Herbeischaffung hom'dopathischer Mittel erleichtert und zugleich ihm
die Auswahl der Apotheke frei estellt werden wiirde. (Nordi352.)
e d e s Centralbl. fur die PAatm. &O.
Statistik der im Jahr 1839 i n England vorgekornmenen constatirten
-Vergiftungsfalle.
Die nachfolgende Tabelle iber die in England im J a h r 1839
vorgekommeneu constatirten Vergiftungsvorfalle verdanken wir
Hrn. R o b e r t 1n mlis. Nach den Vergiftungsinitteln stellt sich
die Zahl dieser Siftmorde so. Durch:
Falle
Arsenik
.I81
Laudanum liquidum
.I31
Opium
42
Schwefelsaure..
32
Blausaure.
21
Oxalsaure
19
Ptzenden Quecksilbersublimat
12
Bittermandel'ol..
4
Krahenaugen
3
Colchicum
3
Belladonna
2
essigsaures Morphium ......... 2
Brechweinstein
2
Nieswurz, salpetersaures Silber,
Bleisalze, Canthariden, Salpetersgure, doppelt chroms. Kali
u. o. w. mit jedem 1 - 2 Fiille.
Im Ganzen 543 Falle.
i n d e n i n d e n mehrer Aerete und Wundiirzte. W e r Zeuge
davon war, wie so manche Thierarzte ihre Arzneien zusamrnenarbeiten, d e r wiirde keinen Augenblick anstehen,
die Zubereitung der Arzneien, sei sie auch fur die Veterinarpraxis, dorthin zu verweisen, wohin ohne Unterschied
sie gehort, namlich in die Apotheke, und w o fur die ordnungsmirsige Beschaffenheit der Arznei Gewahr und Verantwortlichkeit sich findet. Der Einwurf einer grofseren
Theuerun der Arznei ist durchaus grundlos und nichtig,
der Staat fiann fur die Mittel der Veterinarpraxis eine besondere Taxe geben, und auch, wenn es angemessen
fundon wird, einen besondern z u Zeiten zu r e v i d i r e n g i
Arzneikatalog.
B r.
.....................
...........
........................
...............
....................
.....................
..
..............
..................
....................
....................
...............
Arch. d. Pharm. 11. Reihe. XXVI. Bds. 2. Hft.
10
Vereinszeitung.
146
Dieses crauenvolle Resultat ist ohne Zweifel vorzugsweise
be rundet in der Annuth, dem Elende und der grorsen Demorafisirung der unteren Klassen, so wie i n dein traurigen Zustande des Medicinalwesens i n En land.
Die meisten unter diesen ungkcklichen Opfern beziehen sich
auf freiwilligen oder eufklli en Giftmord, oder wurden durch
Geistesverwirrung herbei efu rt. Man findet darunter ungluckliche Mutter, die zuvor %re Kinder vergifteten, ehe sie selbst
das Gift nahmen.
I n der oben angegebenen Zahl kommen 261 Frauen und
282 Manner vor ; unter letzten 8 Aerete, die merkwiirdigerweise
alle, bis auf einen, sich mit Blausiure vergifteten. E i n trauervoller Umstand ist, dal's man in der Reihe dieser Giftmorde
186 Kinder findet, meistens Siiuglinge, die grXstentheils durch
opiuin oder Laudanum vergiftet wurden, welches nach einer
traurigen Gewohnheit i n England den Muttern erlaubt ist, vorriithig zu haben.
Solche erschreckende Resultate diirften mehr als alles andere geei net eein, die Gesetee uber den unerlaubteo Arzneiwaarenbandef auch i n Deutschland, da wo es nijthig ist, einer sorgsamen Revision eu unterwerfen, und auf deren Handhabung auf
das strengste durch die PolizeibehGrden achten zu lassen. W a s
helfen alle Vorschriften uber den Giftverkauf f6r die Apotheker, so lange Kaufleute und Kriiher, wenn auch gegen das Gesetz, doch un estraft Arzneimittel und Gifte verkaufen. Die
vorstehende T a elle zeigt mit, zu welchen Fol en dieses fiihrt;
sie ist ein lauter Schrei des 'dffentlichen Gesuniheitswobls nach
eei neten Geseteen in dieser Sache und nach deren strenger
h a n i b b u n g , damit wenigstens der Unwissenheit und der Habsucht nicht mehr mS lich werde, dem absiohtlichen wie dem
z u f i G g e n Morde die &aEe e u leihen.
B r.
%
5
3) Personahotizen.
Am 22. J u l i 1840 starb der Kais. Russ. Rath, Apotheker und
Ritter G. W . G r a b m a n n in St. Petersburg.
Hr. Medicinal-Assessor Dr. N i e m a n n in Ma deburg i s t zum
ledicinalrath beim Medicinal Collegium der %reufs. Provinz
Sachsen ernannt worden.
Hr. Prof. Dr. S c h w e i g g e r i n Halle, Hr. Prof. Dr. B l a s i u s und Hr. Prof. Dr. K r u k e n b e r g daselbst sind von der
K. K. Oesterr. Gesellschaft der Aerzte in Wien zu correspondirenden Mit liedern erwahlt worden.
Hr. Cofle ien Secretair L i n k e , Apotheker des Tulaschen
Collegii der aflgeineinen Fursorge, hat den St. Stanislausorden
dritter Klasee erhalten.
-
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