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ardp.18420810304

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273
Zweite Abtheilung.
Chemie und Physik.
-_
--
Erster Abschnitt.
Ueber das Hamatoxylin ;
von
Otto LinnC Erdmann.
D a s Campecheholz oder Blauhole (Hamatozylon campcchianum L.) ist bereits vor linger als 30 Jaliren von
C h e v r e u l mit der bekannten Griindliclilieit dieses Chemikers nntersucht worden *). Es gelang ihm, den darih
enthaltenen Farbstoff krystallisirt darzustellen, indem e r
das eingetrocknete Wasserextract des Holzes mit Alkohol oder Aether auszog und den Auszug, nach Vermischungdesselben rnit Wasser, verdunsten liels. C h B v r e u 1
nannte den krystallisirten Farbstoff H h a t i n e , Hamatin,
welcher Name spster von Mehren, urn Verwechselungen
mit dem Blutroth zu vermeiden, mit Beziehung auf den
Namen der Stammpflanze, i n Hamaloxylin abgeandert
worden ist.
C h e v r e u 1 scheint indessen das Hiimatoxylin noch
nicht im viillig reinen Zustande erhalten zu haben ; uberdies beziehen sich die meisten seiner Angaben uber das
Verhalten des Farbstoffes gegen Reagentien nicht auf den
reinen Farbstoff, sondern auf den wassrigen Auszug des
Campecheholzes, dessenverhalten yon dem der Hamatorylinlosung sehr bedentend abweicht.
Ich habe das von C h e v r e u 1 angewandte Verfahren
znr Darstellung des Hamatoxylins fast ohne Abanderung
beibehalten, n u r wandte ich statt des Allrohols, der ein
schwerer zn reinigendes Product liefert, Aether an. Urn
das Ausziehen desHolzes mit Wasser und die Abdampfung
*) Ann. du murani d‘hirt. nat. 1811. Ann. de d i m . 1812. Few.
Deutsch: S ch w e i gg e r’r Journ. f. Chemie u. Phyaik. Bd. IV.
u. VIII.
2’74
Erdmann :
nnd Eintrocknung des Pxtractes ZU ereparen, benutzte
ich z u r Gewinnung des Farbstoffes das im Handel vorkommende trockne Blauholzertract. Diesee wird gepulvert, mit einer bedeutenden Mengc Quarzsand gemengt,
urn das Zusammenbackep dee Extcactee eu verhiiten,
und das Gemenge mit dem funf bis sechsfachen Volomen
Aether unter afterem Umschiitteln mehre Tage zusammengestellt. Der Aether nimmt das Hlmatoxylin nebst einer
gewissen Menge anderer Substanzen auf und farbt sich
braungelb. Die klare Aufliisung wird abgegosaen, znr
Wiedergewinnung des Aethers bis auf einen kleinen, fast
syrupdicken Ruckstand abdestillirt und leteterer, mit
Waeser vermischt, in eine lose bedeckte Schale gegossen.
Ohne den Zusatz von Wasser trocknet die Fliissigkeit
zn einer gnmmiartigen Masse ein; hat man aber das
V e r h d t n i b des Wassers richtig getroffen, so schielst
das Hamatoxylin im Verlaufe einiger Tage i n Krystallen
an, die man oline bedeutenden Verlust dorch Waschen
mit kaltem Wasser nnd Auspressen zwischen Fliebpapier
von d e r braungelben Mutterlauge befreien kann. Die
mit dem WaschwasAer vereinigte Mutterlauge liefert,
wenn sie der freiwilligen Verdunstung iiberlassen wird,
einen zweiten Anschurs von Krystallen. Auch dae ausgezogene Extract enthalt noch vie1 HLmatoxylin, und
Wenn man den abdestillirten Aether darauf zuriickgiefst,
so wird noch eine der ersten gleiche Menge von Hamatoxylin gewonnen. Aus 2 Pfd. Blauholzextract, die rnit
10 Pfd. Aether wiederholt behandelt wurden, erhielt ich
3 4 Unz. Hamatoxylin.
Das Hamatoxylin ist im reinen Zustande durchaus
nicht roth; es ist an 6ich kein Farbstoff, sondern nur,
wie dae von S ch u n ck *) entdeckte Lecanorin, das Orcin
nnd selbst das Phl~ridzio,eine farbstoffgebende Substanc ;
es erzeugt die schiinen Farben, welche damit hervorgehracht werden kiinnen, unter dem gleichzeitigen Einflnsse
der stErkeren Basen, besondere der Alkalien, und des
-
-
*) Ann. d. Chemie u. Yharm. Febr. 1842.
Uebet Hamatoxylin.
275
Sauerstoffes der Luft. Hierbei erleidet ee einen Verwesungspraceb (in dem bestimmten Sinne, welchen L i eb i g m i t dem W o r t e verbindet), der in einigen Fallen
bei der Bildung blauer und rother Producte stehen bleibt,
in anderen aber fortschreitend die zuerst gebildeten farbigen Stoffe wieder eerstort und mit der Verwandlung
des Farbstoffes in eine braune, in Wasser liisliche Substanz endigt, die Aehnlichkeit mit einigen Modersubs tanzen
besitzt. Dabei erinaere ich daran, dafs auch das frische
Campechehole nur gelbroth erscheint, und dafs die
schwarzrothe Farbe, welche dasselbe allmalig, besondere
auberlich, annimmt, von der Einwirkung der Luft und
der darin enthaltenen Substanzen aof das Hole herriihrt.
Die Farbe der Kristalle des Hamatoxylins wechselt,
je nach der Griifse derselben, vom llassen Strohgelb bis
aum Honiggelben, ohne alle Beimischung von Roth. Zerrieben, geben eie ein weifses oder blakgelbes Pulver.
Sie sind durchsichtig, meist stark glanzend und lriinnen
biu zur Lange einiger Linien erhalten werden. Die
Krystallform derselben ist von Hrn. E m i l W o l f f in
Berliu untersucht worden, welcher mir Folgendes daruber mittheilte:
F i g 1.
Fig. 3.
Fig. 2.
s
/
X
/
/
276
Erdmann :
))Die Sanle scheint, mit dem Reflerionegoniometer
gemessen, genau rechtwinklig zu sein ; zuweilen treten
anch die Abstumpfnngsflachen der Seitenkanten X sehr
nntergeordnet hinzu. Die Endigung hat, ungeachtet der
rechtwinkligen Sanle, ein durchans zwei und eingliederigee Ansehen j sie zeigt eine augitnrtige Zuscharfung,
auf den Flachen der Siiule gerade aufgesetct. Die Neigungswinkel dieser Flachen sind nicht genan zu messen
wegen de r zn geringen GriiDe der Krystalle und wegen
der Eigenthiirnlichkeit, dafs fast alle Krystalle i h re r gancen Lange nach riihrenfiirmig dnrchbohrt sind. Die
Neigung von P gegen die Axe betragt reichlich 45O;
cumeilen ist die eine Flache sehr yorherrschend nnd dia
andere erscheint nur als Abstumpfung der einen Ecke;
von den hinteren Flachen, welche mit jenen FlEchen P
ein viergliederiges Octaeder bilden wiirden, ist wenigstens an den c u r Beobachtung vorliegenden Krystallen
keine Spur zu bemerken. - Einige andere Krystalle,
die nicht a m dereelben Aufliisung wie die vorigen erhalten sind, zeigen eine andere Combination von Flachen.
Die herrschende Erscheinnng ist die Fig. 2 : eine schiefe
Endflache, auf einer Seitenkante gerade aufgesetzt, und
die zugehiirige des augitartigen Paares sehr nntergeordnet
hinzutretend, nie ~IJI Gleichgewicht. An einern einzigen
Krystalle teigte sicli die Form Fig. 3, combinirt aus
zwei Znecharfungen des Endes, von denen aber wieder
die eine Znscharfung durchaus vorherrschte, wEhrend
die anderen Fliichen sehr klein nnd kaam mit der Lonpe
XU erkennen waren; die Neigung von P, Fig. 3, gegen
die Axe scheint der von Y in Fig. 1. gleich zu sein, nach
einer Meeenng zn artheilen, die wegen der Unvollkommenheit der Krystalle keine g r o t e Genauigkeit zuliele.
Es lHDt eich also hiernach kanm mit Entschiedenheit
bestimmen, ob die Krystalle dee Hamatoxylins, wie sie
hier vorliegen, dern zwei- nnd eingliederigen oder dem
viorgliederigen Systeme angehiiren, obgleich die Endigung
allerdings auf das erstere schliofsen lalst. ((
T e s ch e m a ch e r hat friiher die Krystallform eines
-
-
Uebet Hamatoxylin.
277
Hsmatoxylins beschrieben, das krystallinisch gebildet in
Campecheholz vorkam und in Weingeiat umkrgstallisirt
wurde (Phil. Mag. Ill. p . 28. Daraus: Poggend. Ann.
Bd. XII. S. 526).
Nach T e s c h e m a c h e r scheint das Hamatoxylin zum
viergliederigen oder pyramidalen Systeme zu gehijren.
Er beechreibt die Krystalle als rechtwinklige vierseitige
Prismen mit geraden Abstumpfungen der Seitenkanten,
gerade angesetcten Endflachen und drei Flachen, welche
die Kanten zwischen der EndflEche und den Seitenflachen
ersetzen und sich gegen die Endflachen respective nm
122O ,10'; 118O 15' und 116O 15' neigen.
Der Geschmack des Hamatoxylins ist intensiv siifsholzartig und sehr lange im Munde anhaltend, ohne alIe
Beimischung von adsiringirendem oder bitterem Geschmacke. Die ganz abweichende Angabe C h e v r eu l's,
welcher das Hamatoxylin von schwachem Geschmacke,
etwas zusammenziehend, scharf und bitter beschreibt,
kann wohl nur in der Unreinheit des von ihm unterauchten Przparates ihren Grund haben.
In kaltem Wasser liist sich das Hamatoxylin n u r
langsam und in geringer Menge auf. Die concentrirto
Losung ceigt eine blasse Strohfarbe. In der Siedhitze
liist es sich sehr reichlich mit gelber Farbe auf. Beim
Erkalten kryfitallhirt das Hamatoxylin sehr leicht, wobei es, je nach der Cancentration derLiisung, wie man
weiter nnten aehen wird, verschiedene Mengen von Krystallwasser aufnirnmt, Beim Umkrystalliairen m u b die
griifste Sorgfalt darauf verwandt werden, d a b die Fliissigkeit nicht mit freieni oder kohlensaurem Ammoniak
in Beriihrung kommtj durch die geringste Spur von
Ammoniak wird die Fliissigkeit gelbroth gefarbt, man
mufs deshalb ausgekochtes Wasser zur Aufliisung anwenden nnd die Liisung i n einer reinen Atmospkare vornehmen; etwas Tabackrauch, welcher eine diinne Schicht
der Fliissigkeit trifft, reicht hin, i h r eine Purpnrfarbe
cu ertheilen. Setzt man die Liisung der freien Luft am,
so firbt sie sich vom Rande ans allmalig roth. Dies
278
Erdmann :
geschieht aber nicht, wenn man zn eioer uber Qnecksilber in einer Glocke befindlichen Hamatoxylinliisung
reines Sauerstoffgas oder durch ein Chlorcalciumrohr
geleitete, folglicli ammoniakfreie Luft treten lafst. Auch
entfernt von Wohngebauden, in der Luft eines Gartens,
sah ich die Riithuog der Hamatoxylinliisung vor sich
gehen. Wir haben daher in der Liisung des Hamatoxylins das empfindlichste Reageus fur Ammoniak und das
leichteste Mittel, uns von der Anwesenheit des Ammoniaks
in der Atmosphare zu uberzeugen. I n noch hijherem
Grade als die Auflijsung ceigt das feste Hamatoxylin im
feuchten Zustande diese Empfindlichkeit fur die Einwirknng des Ammoniaks. Die aus der Fliissigkeit genommenen, noch feuchten Krystalle lanfen gewiihnlich
sehr schnell riithlich an, wenn man sie i n d e r L n f t des
Lahoratoriums offenJiegen lafst j dagegen lassen sie sich
sehr gut zwischen Fliefspapier trocknen, ohne sich zu
farben, da die in das Papier eingesogene Liisnng, indem
eie sich riithet, die Einwirlrung der ammoniakhaltigen
Lnft auf die Krystalle hindert.
Zum Filtriren der Liisung des HBmatonylins mnfs
ein vun Kalk u. e. w. ganz freies Papier angewandt
werden ; bei Benutzung von gewiihnlichem Druclcpapier
nehmen die zuerst durchgehenden Portionen der Fliissigkeit eine dunkle Farbung an, wahrscheinlich veranlafst
durch den Gehalt des Papiers an basischen Stoffen. Bei
dem schwedischen Filtrirpapier findet dies nicht statt.
1st die Liisung des Hamatoxylins dnrch den Einflufs
von Basen und Sauerstoff gefarbt worden, so liefert hie
anch mehr oder weniger dunkel rothgelb oder braungelb
gefarbte Krystalle. Man kann diese Farbung wieder vernichten, indem man dnrch die heifse Liisung etwas Schwefelwasserstoffgas leitet; das Hiimatoxylin krystallisirt dann
nacb dem Erkalten nngefarbt; dies ist die unter Anderen von K u h l m a n n beobachtete angebliche Reduction
des Farbstoffes, auf welche ich am Schlusse dieser Abhandlung zuriickkommen werde.
In Alkohol und Aether, leichter in ersterem, ist das
Ueber Hamatoxylin.
279
HPmatonylin loslich. Aus der mit Wasser vermischten
Aetherliisung wird es beim freiwilligcn Verdunsten krystallisirt erhalten ; die Liisung in wasserfreiem Acther
hinterlafst dae HSmatoxylin als eine gummiartige Masse.
W i r d das Hamatoxylin in einein verschlossenen GIase
dem Sonnenlichte ausgesetzt, so fiirbt es sich a n der dem
Lichte eugekehrten Seite riithlich ; am auffallendsten
tritt die Riithung bei demlPiilver ein. Diese Farbenveranderung erfolgt sowohl in zugeschmolzenen Riihren
ale im lnftleeren Raume j wenn dabei eine Zersetzung
erfolgt, so kann sie n u r sehr partiell sein; wenigstens
fand ich die Zusammensetzung des durch das Licht geriitheten Hamatoxylins nicht von der des farblosen verschieden.
Die w h r i g e Liieung des Hamatoxylins nimmt im
Lichte eine tiefere gelbe Farbe an, riithet sich aber
nicht.
Beim Erhitzen im Glaoriihrchen xersetzt sich dae
Hamatoxylin unter Zuriicklassung von vieler Kohle, ohne
Spnren von Sublimation. Mit Kali erhitzt, liefert es
kein Ammoniak; es gehiirt also eu den sticlistofffreien
Pflanzenstoffgn, und die von C h e v r e u l bemerkte Ammoniakentwicklung beim Erhitzen muh wohl der Unreinheit des angewandten Praparates zngeschrieben werden.
Das so eben beschriebene krystallisirte Hdmatoxylin
ist wasserhaltig. Es beginnt schon l e i niederen Temperaturen Krystallwasser abzugcben ; griirsere Krystalle
werden in unvollkommen verschlossenen Glasern leicht
triibe, indem sie Wasser zu verlieren scheinen, wenn
nicht diese Erscheinung vielleicht auf einer Umsetzung
in der Lage der Theilchen beruht. Im luftleeren Raume
uber Schwefelsaure, so wie in der trockiien Luft uber
Schwefelsaure, fangen die Krystalle sehr bald an zu verwittern und geben nach und nach den griirsten Tlieil
ihres Wassers ab. Die Trocknung erfolgt vollstandig
bei 100 bis 120O. Erhitzt man das krystallisirte Hamatoxylin sogleich auf looo, SO schmilet es i n seinem KryArch.d. Pharm. 11. Reihe. XXXI. Bds. 3. Hft.
19
280
Erdmann
:
stallwasser zu einer riithlichen Masse, die aber beirn
Zerreiben ihre FRrbe fast vollstiindig wieder verliert.
Am besten beginnt nian das Trocknen bei 60 - 700 urrd
steigert nur allmllig die Temperatur uber looo.
1,423 Gr. der oben bescliriebenen Krystalle verloren
beim Erhitzen bis zu 109O im luftlerren Raume 0,233 Gr.
= 16,37 Proc. Wasser.
1,449 Gr., bei 100' getrocknet, verloren 0,2393 Gr.
= 16,lil Proc. Wasser.
1,479 Gr., bis 125' erhitzt, wobei das Pulver an den
Wanden des Kiilbchens eine Fleischfarbe annahm, verloren 0,238 Gr. = 16,09 Proc. Wasser.
lmmer zeigte sich, darv I I
12 Proc. Wasser sehr
leicht entwichen, wEhrend die letzten Antheile Iangerer
Zeit und einer hiihern Temperatur, selbst bei anhaltendem Anspurnpen der Luft, bediirfen.
I) 0,845 Gr., bei 100° getrocknet, gaben:
0,354 Wasser
= 4,65 Proc. H,
1,958 Rohlensaure
= 63,19 n C.
2) 0,639 Gr. von einer andern Bereitung, bei looo
getrocknet, gaben :
0,275 Wasser
= 4,70 Proc. H,
1,614 Kohlensiure
= 63,61 Y C.
3) 0,472 Gr. (einer dritten Bereitung) gaben:
-
0,200 Weeser
0,103 BoblensPure
=
4,69 Proc. H,
= 63,72 2 C.
4) 0,487 Gr. derselben Bereitung gaben:
0,2Q56 Wasser
= 4,68 Proc. H,
0,137 Kohlenslare
= 63,66 Y C.
5) 0,581 Gr., bei 110' getrocknet (vom Lichte geriithet), gaben :
0,225 Wasser
= 4,70 Proc. H,
1,230 C
= 63,17 Y C.
Bus dieeen Zahlen liirst sich folgende Formel berechnen :
c40
H
3
4
015
= 3000,OO
=
312,13
= 1500,Oo-4712,16
In 108 Th.:
Ber. Gef. Mittel.
63966
63,47
4,60
4,68
31,84
31,85
- -100,OO
100,OO.
Ueber H a m a toxtjlin.
28 1
Iler gefundene Wassergehalt eritspricht 8 At.
Ber. Gef. Mittel
1 At. Himatoxylin 4712,15
8
D
Wasser
899,84
--
-
-
16,03
16,32
66 I I ,99.
Z u r Controle wurde lufttrocknes krystallisirtes Hgmatoxylin analysirt.
0,597 Gr. gaben 0,311 Wasser nnd 1,177 Kohlenssure.
= 3000,oo
Hso = 311,98
cdo
013
=
--2300,OU
- .- .
5611,98
Gef.
Ber.
53.45
6,55
41,OO
53,713
5.3
40,44
100,OO
O
l0
O
,X
Aurser dem so eben beschriebenen Hydrate habe
ich noch ein zweites untersucht, was ich zuerst zufallig
erhielt, als ich eine Liisung von Hamatoxylin, die etwas
geriithet war, mit Schwefelwaeserutoffgas in der W a r m e
behandelt hatte. Das Schwefelwasserstoffgas ist aber
dabei ganz unwesentlich. Man erhalt dieses zweite tIydrat jedesmal, wenn man eine bei Siedhitze ges5ttige
Lijsung von Hamatoxylin in einer verkarkten Flasche
erkalten Iafst. In diesem Falle scheidet sich das Hamatoxykin erst Kingere Zeit nach dem vollstandigen Erkalten in hellgelben, zu harten Krusten vereinigten, kornigen, aber der Form nach nicht bestimmbaren Krystallen
aus. Diese Kryetalle sind weit empfindlicher gegen die
Einwirkung des Lichtes als das zuerst beschriebene € 1 ~ drat. Sie nehmen schon am gewiihnlichen Tageslichte
sehr bald eine blasse Fleischfarbe an; i m directen Sonnenlichte erfolgt die VerEnderiing der Farbe in wenigen
Minuten. Diese Riithung h;ingt nicht mit einem Verluste
von Wasser xusamrnen. Die Krystalle vermittern selbst
beim Stehen iiber Schwefelsanre hei der gcwiilinlichen
Temperatur nicht.
1) 0,744 Gr. lufttrockner Krystalle gaben :
0,340 Wasser
= 5,07 Proc. H,
1,628 Rohlensaure
= 59,67 P C.
19*
262
Erdmann :
2) 0,!536 Gr. gaben:
0,240 Wasser
1,175 Kohlensinre
= 4,97 Proc. H,
1,272 Kohlensaure
0,263 Wasser
= 59,70 Proc. C,
= 5,02
H.
= 59,?8 P C.
3) 0,581 Gr. von einer andern Bereitung, welclie
eine Nac$t iiber Schwefclsaure gestariden hatte, gaben :
Dies entspricht sehr nahe der Formel:
= 3000,O
H~=
u 219,6
cdo
Ole
= I800,O
Ber. Gef. Mittel.
59,41
50,71
4,95
5,O’L
3.34
35,26
lC0,UO
i00,oo
d. i. Hamatoxylin mit 3 At. Wasser.
tliernach miilsto
die Verbindung beinr Trocknen 6,6 Proc. Wasser abgeben.
0,688 Gr., welche einige Stunden iiber Schwefelsiure
gestanden hatten, verloren bei looo niir einige Mgr.
Wasser; beim Erliitzen bis auf 120° begann die Substanz zusammenzubacken und eine riithliche Farbe anxunehruen; sie niufste deshalb herausgenommen und zerrieben werden, wodurch der Versuch ungenau wurde.
Die rothliche Farbe verschwand beim Zerreiben nnd
schien n u r von der beginnenden Schmelzung herzuriihren. Der gesammte Gewichtsverlust betrug 0,043 Gr. =
6,25 Proc.
0,578 Gr. der getrockneten Substane gaben bei der
Verbrennnng :
0,244 Wasser
= 4,69 Proc. Wasserstoff,
1,354 Kohlensaure = 63,88 Y Kohlenstoff,
uhereinstiminend mit d e r oben gefundenen Zusammensetmng des Hamatonylins.
Es ist m i r nicbt gelungen, die Formel des Hamatoxylins durch die Bestimmung seines Atomgewichtes zu
controliren.
DasVerhalten desHBmatoxylins gegen die Reagentien
zeigt manche sehr bemerkenswerthe Eigenthumlichkeiten.
Die Sanren, mit Ausnahme der kraftig oxydirenden,
a n b e r n n u r eine verhaltnilmEbig geringe W i r k u n g auf
Ueber Harnatoxylin.
283
das Hamatoxylin. In verdiinnter Schwefelsaure liist es
sich mit gelbrother Farbe, die beimverdiinnen mit Wasser
gelb wird. Der groltt! Theil des Hamatoxylins krystallisirt unverandert ails der erkaltenden Liisung, doch
bleibt die Mutterlaiige roth gefarbt. Concentrirte Schwefelsaure liist das Hamatoxylin in der KElte rnit braungelber Farbe, wie es scheint ohne wesentliche Veranderung auf. W i r d die Liisung sogleicli mit Wasser verdiinnt, so zeigt sie gegen Kali dasselbe Verhalten \vie
eine wlssrige Hamatoxylinliisung. Elat man sie aber
langere Zeit, besonders i n der Warme, stehen lassen,
so giebt sie beim SEttigen mit Kali einen brsunlichen,
in Wasser unliislichen Niederschlag. Bei stBrlterem Erhitzen des Hsmatoxylins rnit Schwefelsaure wird dasselbe
in eine schwarze, in verdiinnter Schwefelsiure unliisliche,
in reinem Wasser aber mit breuner Farbe etwas liisliche
Substanz verwandelt.
Salzsaure fzrbt sich mit Hamatoxylin purpurroth,
beim Abdampfen giebt die Liisung nnverlndertes Hamatory lin.
Salpetersiiure, sehr verdiinnt, riithet die Hlmatorylinliisnng. Im concentrirten Zustande zerstiirt sie dasselbe, selbst in der Kiilte, nnter heftigem Aufbransen.
Ans der gelben Fliissigkeit krystallisirt beim Abdampfen
Kleesaure.
Chromsaure giebt mit dem Hamatoxylin heftiges Aufbrausen nnd liist es zu einer branneo Pliissigkeit auf,
in der kein Hiimatoxylin mehr enthalten ist.
Chlor, in eine Liisung von Hsmatoxylin geleitet,
zerstort dasselbe sehr bald und bildet damit eine gelblich braune Fliissigkeit, welche beim Abdampfen dunkelbranngelb wird, schwarze Hiiute absetzt, aber keine kryetallisirbare Substanc liefert. Der gebildete Absatz liist
eich i n Kali unil Ammoniak und wird a m der alkaliechen
Losnng durch Sauren nicht niedergeschlagen. Die rnit
Essigsaure angesauerte Liisung giebt mit schwefelsanrem
Knpferoryd einen brannen schleimigen Niederechlag,
-
284
Erdmann :
der nach wochenlangem Aussiifsen nocli das Waschwasser
braunlich farbt.
Mit Bausenblasenauflosung giebt das IEimatorjlin
Bide schwache weifsliche Fallung, die beim Erhitzen verschwindet und nach dem Erlialten mit grauer Farbe wieder
zum Vorschein konimt.
Die Erzeugung der blauen und rothen Farben, welche
das Hiimaloxylin liefert, gelit, wie schon im Eingange
erwahnt, unter dem gleicheeitigen Einflusse der Basen
und des Sauerstoffes vor 6ich. Ohno Luftcutritt giebt
das HCmatoxylirr mit mehren Basen ungefirbte Verbindungen.
Barzjwasser giebt mit der Liisung des I-Kimatoxylins
i n luftfreiem Wasser im ersten Augenblicke einen weifsen
oder blafssblauen Niederschlag, der aber bald an der Luft
dunkelblau und spIter braunroth wird. Durch Zersetzung des braunrothen Productes mit SchwefelsEure erhflt man eine braunrothe Flussigkeit, welche ein Owydationsprodiict des Haniatoxylins enthHlt. Bei der Aufliisung der rothen Barytverbindung in Sauren entwickelt
sich keine Kohlensaore.
Kali farbt die AuflGsung des Hiimatoxylins sogleich
veilchenblau, kann aber die Luft zntreten, so veriindert
sich diese Farbe zuerst von den Riindern des Gefafses
aus i n Purpurroth, darauf in Braungelb und zuletat i n
ein .schmutziges Braun. Man kann diese Veriinderungen
am bestea anf einer Porcellanschale beobacliten, auf deren
Boden man eine diinne Schicht von Himatoxylinliisung.
mit etwas Kali versetzt. Bringt man die H~matowylinliisung in einer Glucke uber Quecksilber bei abgehalteiier
Loft mit Kali zusammen, so tritt nnr eine helle veilchenblaue Farbung ein, uud ich glaobe fast, d a b bei viilligem
AwscMnsse des Sauerstoffes gar keine Farbung stattfinden
wiirde. LXst man Luft hinzntreten, so wird der Sanerstoff, wie schon C h e v r e u l bemerkt hat, niit groher
Lebhaftigksit vollstandig absorbirt. Durch vursichtiges
Hinanlassen von Saoeratoff in die Glocke kann man nach
Willkiir die verschiedenen, an freier Luft nach ein-
Ueber Hamaloxylin.
289
ander erscheiiienden Farten festhalten. Es ist rnir indessen nicht gelungen, eins der verschiedenen Prodnctc,
welche sich Lei der Oxydalion des Hamatoxylins unter
dem Einflusse des Kalis bilden, w iaoliren. Am leichtesten wiirde man die blaue Kaliverbindung erhalten kiinnen,
die in abulutem Alkohol unliislicll ist und in schwarzblauen Flocken sich ausscheidet, wenn eine Liisung von
HEmatoxylin io Allroliol mit einer Kaliliisung in absolntem
Alkohol an der Luft zusammengebracht wird. Kohlensaure scheint sich bei der Oxydation des Hamatoxylins
unter dem Einflusse des Kalis nicht zi1 birden; die erwahnte blaiie Kaliverbindung liist sich i n Sauren ohne
Brausen, entlialt also kein kohlensaures Kali beigemengt.
Das braune Endprodiict wird durcli Sauren nicht ausgefallt. Schwefelsaures Kupferoxyd, zu tier mit Essigsaure versebten Liisung desselben gebracht, giebt einen
schleimigen, selir schwer auszuwaschenden braunen Niederschlag, ahnlich dem aus der gechlorten Fllissigkait
erhaltenen.
Kohlensaures Kali wirkt Ehnlich dem reinea, aber
weit weniger kraftig, die anfangs b l a h - violette Mischung
wird allmllig roth und zuletzt braun, In sehr concentrirterliisung bildet sich ein brauner flockiger Niederschlag.
Essigsaures l?leioxyd, sowohl nentrales als basiechee,
giebt mit der HamatoxyIinliisung einen vollkommen weifsen Niederschlag, der sick aber an d e r Lnft sehr schneH
unter Sauerstoffaufnabme Man fdrbt und getrocknet
dunkelblau erscheint. Auch bei dieaer Oxydatioa des
Hamatoxylins wird keine KohlensSure gebildet, der in
kohlenssurefreier Luft schnell gewaschene blaue Niederschlag braust mit Sauren nicht auf.
Salptersaures Silberoxyd wird vom EIamatoxylin
fast augenblicklich, selbst bei niedriger Temyeratnr,
reducirt, wobei die Liisung, aus welcher das metallische
Silber sich abgesetzt hat, eine gelbe Farbe annimmt.
Die gelbe Flussigkeit wird diirch Ammoniak nicht wieder
roth, niit Kali nimmt sie eine elwas dunklere branne
286
Erdtnann : Ueber Hiimatoxylin.
Farbuag an. Nach Entfernung des iiberschussigen Silberealzes trocknet sie zu einer gelbbraunen, nicht krystallinischen Masse ein.
Goldchlorid wird allmalig reducirt, beim Erwarmeo
geschieht die Ausfallung des Goldes augenblicklich.
Mit Platinchlorid erfolgt keine Zersetzung.
Salpetersaures Quecksilberoxydul erleidet nur eine unvollstandige Reduction.
Quecksilberoxyd wird beim ErwErmen mit der Hamatoxylinliisung schwarz.
Quecksilberchlorid bleibt nnverandert.
Bleioxyd farbt sich mit der Liisung des Hlmatoxyline zuerst blau, bei Iangerem Stehen grau, indem metallisches Blei reducirt wird.
Schwefelsaures nnd essigsaures Kupferoxyd geben
anfangs schmutzig griinlich graue Niederschlage, die
sich aber sehr schnell schiin dunkelblan mit kupferigem
Scheine farben. Die getrockneten Niederschlsge erscheinen bronxefarben, metallisch glanzend.
Zinnchlorur giebt einen rosenrothen, sich nicht verandernden Niederschlag.
Eisenalaun erzeugt erst nach einiger Zeit einen geringen schwarz- violetten Niederschlag.
Chlorbaryum farbt sich roth nnd giebt nach einiger
Zeit einen rothen Niederschlag.
Alaun giebt eine hellrothe Farbung, bringt aber Reinen Niederschlag hervor.
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(Schluls im nachsten Hefte.)
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