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Verehszeitung.
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dazu beigetragen hat und noch tiiglich dazu beitriigt, dass viele bliihende Fabrilten und andere Geschiifte auf d m Slul'e der Vollkomm6nheit sich befinden, auf welcher wir sie in unserm Vaterlande erbliclren,
und wodurch viele Menschen ihren tiiglichen Unterhalt finden und bereits seit vielen Jahren schon gefunden haben.
2) Ueber Mange1 im Medicinalwesen.
Schreiben eines Mitgliedes des A othekervereins in Noi-director mit einer Bemerdeutschland an seinen Kreisdp
lcung des letatern.
Ich lrann nicht unterlassen, Ihnen einige Fiille als Beliige dcr
Mangelhaftigltoit unserer Preussischcn Sanitiitspolizei mitzutheilen, da
bei der vorstehenden Reform der Taxprincipien es besonders Noth
thut, zur Sicherung unserer Stellung auf Thatsachen hinzuweisen, was
nach ineiner Meinung bei weitem nicht genug geschieht. Sollte es
daher nicht zweclrmissig sein, wenn siinnntliche Kreisdirectoren an die
Collegen ihmr resp. Kreise hierauf bezugliche Circulare ergehen liessen, uni einen geeigneten Extract aus den eingegangenen Berichten anzufertigen, der dem Directorium fiberschickt wiirde, urn hierdurch die
vorzutragenden Bitten und Vorschliige zu inotiviren? Solche Thatsachen
mocliteii die Sache mehr fijrclern, als Vorschliige und Bitten von eineni
einseitigen Strndpuncte aus. Dieses Material musste fertig daliegen,
uin bei Bedroliung unserer Stellnng nur danach greifen zn konnen,
eine mBglicliste Beschleunigung dieser Angdegenheit w i r e aber wohl
wiinschenswerth. - Ich beginne mit den wenigen zu meiner Kenntniss gelangten und in meinem Bezirlie vorgekoinmenen Fallen dieser Art:
1) Arzneiverkauf der Materialisten. Eiii hiesiger Materialist verlrauft (naturlich nebst allen iibrigen gangbaren Bledicinalwaaren roheren
Ursprungs) auch Pfeffermiinzthee. Jlir fie1 daher auf, dass er zu seinem
eigenen Gebrauche selbigen von mir holen liess. Dies veranlasste iiiich,
voii dem seinigen holen zu lassen ond ich erhielt: hier gesanimelte
nlentha aquatica.
2) Udefugtes Hausiren der Dentislela. Ein alter Jude, der voin
hiesigen Magistrate durch erschlichene Atteste eine Aufenthaltserlaubniss auf 8 Tage erhielt und wilirend diescr Zeit die Einwohnerschaft
mit Zahnpulver und Zahntincturen versorgte und resp. ausbeutete,
(wobei ihm der w o h l f d e Einltauf von Bimsstein und Kohlenpulver aus
meiner Apothelie sehr zu Statten Iiani, wie das bereitwillig ertheilte
Attest des Kreisphysilrus) verlingerte bei dem einlriiglichen Geschaftc
seine Anwesenheit auf rnehrere Wochen, bis endlich das Publicum selbst,
der Prellereien miide, den Biirgermeister crsuchte, ihn aus der Stadt
zu verweisen.
3) Dispensirrreiheit der Tha'erarste. Kiirzlich kam der Glrtner
eines reichen Gutshesitzers hiesiger Umgegend sehr entriistet in meine
Apotheke, um sich zu beschweren, wie sorglos er aus derselben einen
Thee fur sein Kind in einem Papierbeutel ohne Signatur auf das Recept eines Arztes empfangen, den cr eben fur das Kind habe zubereiten wollen, als ihn der widrige Geruch des Krautes bedenklich
gemacht habb.
Eine nihere Ansicht habe ihm die Ueberzcugung
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Vereimzeituny.
gegeben, dass der Thee Bilsenkraut sei. Es ergab sich indessen bald,
dass der Kutscher der Herrschaft jenes Recept, st&tt in die Apothelte,
in die Wohnung des Giirtners gleichzeitig rnit eihem Beutel Bibenkraut
aus der Dispensiranstalt des Thierarztes rnit der Anweisung des- letztepen, von dem Kraute ein Loth mit 2 Tassen Wasscr einzugeben, getragen hatte.
41 tTeberwoschungsmangel der Musteweiterei w i d Verftihtrrng der
Materialisten durch Reisende. Der Besitzer einer Materialhandlung
in meinem Wohnorte'liess mich wiihrend der Anwesenheit des Reisenden einer Fahrik aethcrischer Oele um den Prcis des 01. Amygdalar.
amar. aeth. befragen., Ich liess ihm sagen, dass dasselbe nicht
anders, als auf Verordnung eincs Arztes abgegeben werden diirfe. Nacb
einigen Tagen erhielt ich cin mit ,,citissime" bezeichnetes Recept vom
hiesigen Kreischirurgos fiir die Frau des Materialisten, welcher von
mir 01. Amygd. am. a e t l . hatte kaufen wollen. Durch die im Recepte
verschriebenen l i t t e l sollte den Vergiftungssymptomen naeh dem Genuss einiger Tropfen des Bittermandeldls entgegengetreten werden. Die
Frau hatte das von jenem Fabrikanten gekaufte Oel, das sich in ihrer
Wohnstube vorfand, f i r die von ihr gewbhnlich gebrauchten Tropfen
gehalten und davon bei eingetretener Kolilr Gebrauch gemacht. Ihr
nlann meinte, es hiitte ihr ja unmdglich schaden ItBnnen, da cr selbst
es in grosser Penge zur Fabrikation des Pcrsikobranntweins gebrauchtc.
Schliesslich kann ich nicht unihin, die Neinung Vieler zu thcilen,
dass wir auf einemwendepuncte stehen, der uns eben so gut zurein
mechenischen Handarbeitern , wie zu wissenschaftlichen thatkriiftigcn
Staatsarbeitern machen kann, die bei Ausbildung ihres cigenen Fachs
die JIedicin auf eine hohe Stufc fordern und tief in die auf Realwissenschaften beruhende Technilc und Oelrononiie belebend und rathend
einwirlren kBnnen. Dam gehdrt aber auch, dass etwas von uns gcfordert wird und dass wir uns bereitwillig zeigen, etwas zu lcisten,
denn w i r diirfen mit guteni Grunde bei der neuen Richtung der Preussischen Staatsverwaltung die Wisscnschaftlichkeit und die Fortbildung
der Anlage dazu oben anstellen und es als eine Schmach darstcllen,
dicse Anlage untergehen zu lassen u. s. w.
S. im April 1843.
I.
Vorstehendes Scbreihen eines hochachtbarcn Mitglieds unseres Vereins dbergebe ich hiermit dcr Oeffentlichlteit, weil ich es einerseits
fiir meine P5icht haltc, den Wiinschen des verehrten Collegeii zu geniigcn, weil ich aber auch andererseits die Ueberzeugung habe, dass
die Bekanntmachung von Thatsachen, wie die hier angefiihrten sind,
durch die Vereinszeitung immer sogleich geschehen muss. Gerade die
Vereinszeitung scheint mir der Ort zu sein, in welchem alles Material
gesammelt werden muss, damit es zu geeigneter Zeit leichb aufgefunden werden kann. Die Ansichten dcs Hrn. Collegen M. theile ich
vollstindig, seinen Wunsch aber glaube ich mit Riicksicht auf die mir
vorschwebeude Tendenz der Vereinszeitung nnd in ErwPgung, dass
Aufforderungen durch Circulare zeitraubend und hstspielig sind, am
besten durch die hier ausgesprochene Bitte zu erfiillen:
,,dass die verehrten Herren Mitglieder des Vereins, denen in
,,ihrem Geschiftskreise Fille vorgekommen sind odcr noch vor,,kommen, welche eine Mangelhahigkeit oder Uebertretung me,,dizinalpolizeilicher Gesetze bekuiiden, solche soglcich entweder
,,durch ibre Kreisdirectoren oder dircrt dem Hrn. Obcrdirector
Vweinszeitulig.
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,,zur Mittheilung in der Vereinszeitung bekannt ZII niachen die
,,Glite hnben iniichteii."
Gewiss ist diese Bitte im Sinne und im Geiste dcs Vcrcinsdirectoriuins ausgesprochen, welches ja, als es darauf snltam, illaterial zu
einer Dcnlcschrift iiber den jetzigen Zustand der Pharniacje herbeizuschaffen, eine iihnliche AnfFarderung ergehen liess. Mag der daiiialigen
Aufforderuug nun auch von vielen Seiten her geniigt sein, so scheiut
es mir doch so, ale wenn wir zu sanimeln nicht aufhiiren diirften, ja,
es ltdnnte viclleiclit miiglich sein, dass dieser oder jener neue Fall
von dciii IIrn. Oberdirector noch in die Denltschrift selbst, niil deren
Ausarbeitung er jetzt beschaftigt ist, aufgenomiuen wiirde.
Ein Kreisdirector des Apothekcrvercins in Norddeutschland.
Obschon schr vie1 Material zur Denltschrift vorhnnden ist, so ist
dennoch die Dlittheilung solcher speciellen Fille von Uebertretung dcr
iiiedicinalpolizeilichen Verordnungcn , sowie ilirer Miingel wtinschenswerth, nm gelegentlich diesclbeii zur Keniitniss derjenigen liohen Behdrden zu bringen, yon welchen aus sie eine wiinschenswcrthe zweckwhrdigere Verinderung und Umgestaltung erleidui k6iiiicn.
Dcr Oberdirector Dr. B 1 e y.
3) IJeber Feuerversicheru~igeii.
Schreiben an Hrn. Oberdirector Dr. B 1e y von H m . Apotheker 12 r o d k o r b in Coennern.
Sie wissen, hoehgeehrtester Herr College, dass ich stets sehr fur
eiiie Feuerversicherungs Anstalt der Apothelter unter sich eingenommen
gewesen.
Friiher sind die Antrnge, eine solche Anstalt zu giinden, stets zuriiekgewiesen, weil die Schwieriglteit, eine solche ins Leben treten zu
Inssen, zu gross schien. Allerdings giebt es Gelegenheit genug, bewegliche Sachen zu versichern, ahcr ich bin und bleibe der Ansichl,
dass eine Anstalt, an welcher nur Apotheker Theil nehmen, sicherer,
und, worauf es denn doch aucli anltomint, sehr vie1 billiger sein wird,
als alltt andern, welche dieselhe Sichcrheit leisten.
Ich bin deshalb dem Hrn. Collegen L i p o w i t z zu ganz besonderein
Danlce verpflichtet, dass derselbe aufs neue die Griiudung ciner gegenseitigen Versicherungs Anstalt beantragt hat, und freue mich, dass
dies Unternehmen, wie es scheint, jetzt mehr Anltlang findet.
Ohne mein Wissen in dieser Ilinsicht dem des Hrn. L i p o w i t z
gleich zu stellen, erlaube ich mir dcmnach einige Vorschlage zu thun,
welche namentlich Einhchheit und Billigkeit einer solchen Einrichtung
bezwecken, wobei ich bemerke, dass diese Art der Versicherung keineswegs neu ist, nnd nicht yon mir herriihrt.
Unser Vcrein zehlt fiber 1000 Mitglieder, wovon ich etwa 900
als Apothekenbesitzer annehme.
l)a unter diesen eine Verschiedenheit hinsichtlich dessen, was
selbige zu versichern haben, sicher statt findet, und stets statt finden
wird; so wiirde ich auf eine Theilung in verschiedene Classen, etwa
drei, antragen und es jedem Theilnehmer iiberlassen, die Classe, welcher
pr beitreten will, selbst zu bestimmcn. Es versteht sich iibrigens von
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