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~'Crethszeilu~g.
3) Schutz der Rechte der Apotheker.
Awaug aus dem €Tau t rotocolls des ObermedicinalJoliegiunas..
K a s e e l , am 15. Juli 1845.
Das Juslizamt zu Fclsberg sendet das Protocol1 zur
Anzeige des Apothekers B 1 a s s daselbsl, gegen den Thierarrt W e n
d e r o t h , wegeu Selbstdispensirens von Arzneien ein.
Beschluss : Da aus den verhandelten Actcn hervorgeht, dass der
Thierarzt W e n d e r o t h am 5. November v. J. fiir ein Pferd des Obergreben l i o c h zii Gendungen eine Salbe und ein Pulver verordnet,
und, nachdem erstere aus der Apotheke gaholt worden, letzteres selbst
ausgegeben hat, diese Zuwiderhandlung gegen den 9. 233. der Medieinal-Ordnung durch das, was derselbe angefuhrt hat, aber in keiner Weise gerechtfcrtiget erscheint, indem, wenn auch das fragliche
Pulver ein fiir ein anderes Pferd verordnet gewesenes, aus einer Aputhcke bezogenes, jedoch nicht cur Verwendung gekomnienes gewesen
sein sollte, die anderweite Verwendung desselben mit oder ohne Zuthat einem Selbslausgeben von Arzneien gleich sein wiirde, die Angabe nber, dass hier ein Eilall vorgelegen habe, nicht fiir gegrandet
gehnlten werden kann, dn eben so wie die Salbe auch das Pulver in
der Apotheke bereitet werden Ironnte, letzteres auch zwei Stunden
nach seinem Empfange noch. nicht nngewendet worden war und das
Pferd sogar, oline davon eingenornmcn zu haben, wiederhergestellt
wurde; so wird dem Tliierarzt M'e n d e r o t h sein unhefugtes Ausgeben von Arzneicu, untcr Veriirtheiluiig in die etwa noclr sich ergebenden Untersuchangskosteii und bei Meidung hirterer Ahndung im
Wiederholungsfalle, hierdurrh aIIes Ernstes verwiesen.
Zugleich wird deinsclbeii i n Bcziehung auf seine Anfrage vom
23. April v. J. eriNnet, dass inaii unter Hausrnitteln, welehe aber die
Thieriirzte ebenwohl nicht dispensircn diirfen, solche Mittel versteht,
welche die Viehbesitzer im Haushalt zu haben pflegen, wie Oel, Salz,
Essig, Mehl, Wachholderbeeren, Leinsaamen, Kamillen, Seife, Brantweia u. d. m.
2) Nachrieht hiervon dem Apotheker B l a s s zu Felsberg.
Heraeus.
Wir ersehen hieraue, wie das Iiurfiirstlich Hessische ObermedicinalCollegium die Rechte der Apotheker gegen ungebiihrliche Eingriffe zu
wahren weiss und niBchten niir wiinschen, dass in andern Staaten diesclbe Sorgfalt fir das Wohl der Pharmacie obwalteo m8chta.
Dr. B l e y .
a 969.
-
4) Mangel im Rfedicinalwesen.
Ueber die Erorterung der iiber pharmaceutische Zustande,
Wiinsche und Vorschlage erschienenen Schrifien und
Aufsatze. Besprochen v o n M. S. E h r m a n n , Dr. der
Chemie , Mage'sler der Pharmacie a. d. Universtat,
Professor elc. Ollmiitz 1845; von Dr. L. F. B l e y .
Der durch eein Handbucli der Ybarmacie, seine pharmadutischen
PrllparatenWdde uad ronstige Arbeiten rEhdichst b e h n a t e , wardigo
Vereinszeitung.
24 9
Verfasser bietet uns hier seine Ansichten iiber die Verliiltnisse der
Pharmacie im Bsterreichischen Kaiserstaate mit Beriicksichtigung maucher iiber Verbesserung des Apothekerwesens erschienenen Schriften.
Er hat dabei vorziiglich dje Absicht im Auge der hohen Regiernng
Aufklffrnng iiher jene Verhiltnisse zu geben und so eine nothwendige
Verberserung herbeifiihren eu helfen.
E r stellt die Frage auf:
1) Sind die Apotheker entbehrlich?
2) Sind die Hlagen der Apotheker riiclcsichtlich der vielseitigen
Eingriffe in ihre gesetalich bestimmten Hechte gegriindet?
3) Auf welche Weise ist solchen abzuhelfen meglich?
4) Was erscheint zur entsprcchenden Begriindung der Pharmacie,
den zeitgemissen Anf'orderungen nach, au veranlassen wiinschenswerth?
Die erste Frage er6rtert dcr Verfasser unter Rilcksichtsnahme
auf Dr. F. A. O t t ' s Schrift, Anleitung zur wolilfeilen Krankenbehandlung. Miinchen 4843.
Er giebt nach einem lrurzcn Abrisse der Geschichte der Pharmacie,
die Griinde der Trennung der Pharmacie von der Arzneikunde anund
Mhrt dabei an i) dass die Ausiibung beider ganz verschiedene theoretische und praktische Kenntnisse voraussetze ; 2) dass die Arzneibereitung mit der ausiibenden Heilkunde offenbar unvereinbar sei; 3) dass
dem zufolgo, wenn jeder Arzt selbst dispensiren wollte, es soviel
Apotheker als Aerzte geben miisste, dass sclhige wieder ihre Zuflucht wiirden nehmen milasen ZII Materialisten und chemischen Fabrikanten; 4) dass so der durch Einfilhrung Wentliclier vom Arzte unabhiingiger Apntheken beabsichtigte Zweck der CleichfGrmigkeit und
entsprecbender Beschnffenheit der Arzneien vereitelt wilrde, dass such
der Controle wegen die Trennung n6lhig sei, aucli die Ausiibnng der
Pharmacie unter der Wiirde des Arztes stehe, und dass ihm die d a m
ndthige Kenntniss abgehe. Sonach wird Dr. O t t ' s Forderung der
Selbstdispensirung als VOSL egoistischen Ausichten und von Leidensahafilichkeit ausgehend zariickgewiesen, als eincr weisen Medicinalverfassung zuwider, da ihrd Durchfiihrung nur zur Pfuecherei fiihren
wiirde und die Medicin durch die Aufhebung der Apotheken vollends
um ihr Ansehen kommen wiirde. Die Srhuld aber, dass die Praxis
in der Medicin wie der Pharmacie kiirglicher, aIs ehedem sich lohne,
liige offenbar an den Schwankungen der wissenschaftlichen Systeme,
in der Ausiibung der Medicin, so wie in dem Ersclieinen der nlasse
populirer Schriften iiber Heilkunde. ,,Ueberhaupt, fihrt er fort, ist
das Pfuschen in keinem Stande gegenwlrtig so gross, nls in der Medicin, denn mit der Extension der HomGopathie wurde die Arzneikunde gleichsam zum Gemeingute, so dam Viele, die keine Ideo von
Diagnose, Prognosis und andern wichtigen Doctrinen der Medicin h8tten, eich berufen rviihnten und erdreisteten, als Aerzte auhutreten und
ohne Anstand Praxis auszuiiben."
E r weiset sodanu nach, dnss die Pharmarie lteinesweges mehr
einen goldnen Boden habe, sondern vielfach hedringt und oft kaum
80 vie1 abwerfe, urn den schweren Ptlichten nachkommen zn k h n e n .
Er weist bin auf den Zustand der Pharmacie in England und iW
grossen Illingel, eben so in Italien, nicht minder in Prauhrdch und
in der Tiirkei! Er p h t iiber zur deutschen Pharmacie und berub
sich auf L i e b i g u Ausrpruch dethalb, und zeigt k u n , wie die Pberm e i e in Deutsehlaad die Pflanzochule far ~aturwisrenschwhoad tech6
n i h Ihrslg8 pwordra,
920
Vereinszeitung.
Auf die zweite Frage einplieiid, Bndrt e r diese Iilspen der Apotheker sehr begriindet und wciset dieses nacli. Er zeigl dann, was
qnr Ausbildung des Apolhekers ndthip sei, wie die Ausiihung seines
Gelchins einen Uinfang von Wisscn erheische und schdpft so die Ueberaeugung, dass die Pharmacie kein untergeordneter Zweig der Armeikunde sein kdnnc und es also Pflicht der Staatsverwaltung werde, die
Rechte und Wiirde der I'harmarie niit allem Nachdruclre aufrecht ZII
erhalten.
Hiernach ltommt der Verf. zur dritten Frage. Er Bndet S. 64.
die Ursache der Nichtabstellung dieser Klagen in der Disharmonie
zwischen den legislativen Bestiniinungen und der executiven Ausfiihrung derseben und hilt es fiir sehr wiinschenswerth, dass die hdchsten Behdrden von der Ueberzeugung ausgehen mdchten, dass die
Ueberwachung der hlediciualpesetze in den Bereich der hohen Polizeiverwaltung, somit auch in den Hessort der betreffendcn Beamten gehdre, welclie auch ohne AufForderung dahin zu wirlren Rehalten sein
sollten, dass kein unerlaubter Arzneihandel geduldct werde. Der Verf.
spricht sich ferner dahin ails, dass der gesetzliche Schutz zur Aufrechterhallung des Apothekerwescns sich claliin erstrecken mdchte, zweckdiediche blaassregeln zit Irctl'en.
1) Dass weder Iloindoyathen, Wund-, 'l'hier- and rndcre Aerzte
an Orten, wo oder in dcren uninitlelbnrer Nihe Apotheken sich beh d e n , sich der Zubereitiing itnd Verabreichung vou Arzneien unter
lteinein Vorwande scliuldig rnaclien diirften: denn wenn dem Apothrtier untersagt sei, sidh init der Ansiibung der Arzneikunde zu beschPftigen, so k6nne er auch mit Bezichung nuf die bestehenden Bestimmungen verlangen, dass sich jene, was seines Berufs sei, zn enthalten
hiitten.
2) Dass der Verkauf von Arzneiinitteln und von sogenannten Arcanis durch Materialisten, Fabrikantrn, Specereihindler, Krimer, Destillateurs, chemische Pabrikanteu, Parfiiineme, Zuckerbicker, Hausirer
und andere unbefugte Personen, so wie auch der Verschleiss der Hausmittel durch Private giluzlich eingestellt und ohno weiteres gleich
strenge, uud unnachsichtlich gealindet werdo, gleichwie es andererseits
dem Apothelier, seiner Bestimmuug nach, nicht zustehen sollte, Cegenstiinde vorriithig zu halten und zu verkaufen, die weder anmittelbar noch mittelbar arzneiliche Verwcndung finden.
3) Dass die zum Puachtheile der hpothelter noch bestehenden
nlissbriuche geahndet wiirden.
4) Dass den sonstigen Rlingeln abgeholfen wiirde durch eine so
ersehnte, ale nothwendige zeitgemiisse Umgestaltung der Pharmacie.
Die vierte Frage belregend, so hat der Verf. ihre Erdrterung
ankr mehrere Abtheilungen gehracht, als :
a) die Werthsverhiiltnisse der Apothelten und deren Besitzerlangung ;
b ) die Grundsitze der Arzneipreisfeslstellung ;
c ) die scientifiischc Kiclitung der Pharmacie ;
d ) eine den gegenwiirtigen Verhiltnissen angemessene ApothekerOrdnung ;
e) endere wiinschenawerlhe besondere Bestimmungen.
Den ersten Punct anlangend, so betrachtet der Verf. die verrehiedenen Bestinimungen, welche dariiber in den einzelnen deutschen
steaten gelten und wie sic bereits eus unserer Denkrrchrift bekannt
rind und hhlt dafiir, dass iiber die Verleihung yon Pereonalgerecbtramea
Vereinszeilung.
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eine feste Basis gegeben werdeii iiiilsse, um sowohl talentvolle Junglinge anzueifern, sich der Pharinacie zu widmen, wie auch brauchbare,
wissenechafiliche Gehiilfen zu erhalten, und sic nicht in die traurige
Nothwendigkeit ZII versetzen, bei Erniangelung eines eigenen Verrn6gens und der ungewirsen Versorgung in iiltern Tagen die Pharmacie
za verlassen, wobei der Verf. aiit' yon ihni friiher entwickelte Vorschltige i n seinem 5ten Iiefte desil'eiiezten aus dcr Pharmacie hinweiset.
Ueber die Grundung neuer Apothelren henierkt er, dam dabei auf das
giinstige Bestehen derselhen, also auf die Volkszahl, Wolilstand der
Einwohner, deren Arzneibedilrfniese, il'iihe anderer Apotheken zu
sehen sei.
Aut' die Arzneitaxe komniend, erkliirt er, dass durch selbige
a) dern Apotheker das iiuf wissensrhaftliclie Ausbildung verwendete Capital verzinset, auch (lie Mittel in derselben ferner fortzuschrei ten,
6 ) die Interessen fiir das a d die Apotheke mit Z1ibehb.r verwendete Capital,
c ) die Unterhaltskosten fur seine Familie, nebst Personale, Besoldung dessel ben, Brennmaterial, Sletier u n d siiniintliche Requisiten,
(I) ein Ueberschuss fiir iiiancherlei niit Ausiibung der Pharmacie verbundene inannigfache Leistunfen und Verrichtungen,
e) ein Ersatz fiir durcli Vcrbrnuch gewordenen Abgang,
II) eiiic Eritsrhhdigung an Iii~cresscnfiir jahrelanges Ausborgcn
und Verluste guwjhrt werdcn niiissc.
E r sagt, dass es walirlich an tlcr Zvit sei, das Publicuin iiber den
Zweck der Apothelren uiid die Obliegenheiten dcs Apothekers aufzukliiren, uni driiiselben die Ucbi~rzengungzu geben, dass die Apotheker
nur des allgettieinen Woliles wrgen da seicii, I'olglich auch die Exietenz des Apothekers gesicliert sein niiissc. Er bemerkt, dnss die
Apotheker leider selbst Schuld trugen an der Vcrbreitung der l e i nnng eines unverhhllnisenv,&nigen Profits durrh die yon ihnen selbst
ansgehenden Anerhieten geringerer Preise.
EY wcrden dabei die im Herzogthunie Dessnii geltendeu Verordnungen geriihint, wonach die Apotheker weder iiber noch unter. der
Tnxe verknufen durfen, urn lteinerlei nachtheiligeii Verdacht EU begrunden, wobei die Absicht seinen Collegen ZII schnden, besonders hart
bestraf6 werden sol1 etc.
Alle hdheren Forderurigen an Rabatt yon dem Apotheker als eineni Biirger, der selbst in keiuer Weise bcgiinstigt werde, hilt der
Verf. fiir ungerecht.
Alu llauptforderung an die Taxe stellt dcr Verf. auf, dass die
Yreise der einzelnen Artikel ihrem Materialwertlie nnrh init Kiicksicht
auf die bei deren Zubereitung, Uingestaltung und Art der Behandlung
in Betracht konimende Illiihe, Koslen und Anwendung von Kenntnissen
angemessen sein sollen.
Dr. E h r iiiann halt es sow01 fiir Puhlicum, ale Apotheker vortheilhaft, den Gewinn des Apothekers nnch bestimniten Abstufungen
so zu vertheilen, dass den Koharzneicn kin geringerer, den Priiparaten
ein hdierer Gewinn zugerechnet werde, nls
1) bei Kohstoffen, welclie lange Zeit unveriiiidcrt sich erhulten,
25 - 30 Proc. Geainn ;
2) bei solchen, die einer Zuhereitung, Ilciiiigiing, Zeretossen, Zerschneiden bedtirfen , auch mit der Zeit sich veriindero, 40
50
Procent;
-
922
Vereimzeilung.
3) bei im H ‘ e p der rhemiscli pharntnceutischen Kunsl dargestellleu Armeistoffen, welche in grBsserer Menge verbraucbt wiirden, 60
bis 70 Proc.;
4) bei solchrn StoKrn, die nur in geringen Mengen verkauft,
leicht unwirlrsan~ werden oder sich verHiichtigen, 80 100 Proc. ;
5) dass bei Verordniing grdsserer l e n g c n ein Habatlnbzug statt
Ande ;
6) alle Arbaiteii der Heceptur niich sich ergabenden Kosten, Zeitnufwande, Umstiindlichkeit, nBthigen Geriithe niit einem Tax-Aufschlag
berechnet werden solle.
Mit Recht liebt der Verf. hcrvor, dass eine nuf die billigsten
Principien bwirte ‘lune nur dnnn eingefthrt werden kdnoe, wo gleichreitig die Uebelstiinde allcr Eingrinc i n die pharniaceutischrn Heclite
durch Zuckerhiiclirr, I’arfiimeurs und Destillaleurs, Tliieriirzte, das
Selbstdispensireii der Acrzte durch streng gesetzliche Bestimniungen
weggeriiumt wtirdcn.
Sodann wendet sic11 der Verf. S. 109. zur Betrnchtung der durch
die gegenwirtigcn Ycrhiiltiiisse bedriingten erweiterten scientifischeo
Bildung der l’harmacenten. Er will, duss das pharmacentische Studium sich erstrccke n u f Physih, Botnnih, Waar~nlrunde, allgemeine
Chemie mit Stdchiometrie, auf thcorr~ischeund praktische Pharniacie,
analytische Cheinic mit l’axiltologie. Er wciset nach, wie nothwendig
die Kennlniss pliarinaceiitischer Waarenhuiide aiich fur den Arzl sei
und erwiihnt, dnss durch nngenagende Kenntnisv der Staalsarzt hkufig
in Verlegenheit komnie und wie z. B. in einer ihm bekannten Apotheke alljfihrlirh ein und daaselhe schlechte Stick Castoreurn voin
Phyaicus nls ein illustersliiclt grpricsen, wirltlich gutes aber als verweraich erlcliirt werde.
Er will, dass die Pharmaceuten sich diirch Besuch der Universititen griindlicb vorberciten sollen, weshnlb fiir geliorige Gelegenheit
eu sorgen sei.
Uarauf komnit Dr. E 11 r ma n n auf die Besprechung der Nothwendigkeit einer befriedigendcn Apothekerordnung, welche ausser den
allgemeinen Bcstimniungen, die iussercn Beziehungen des Apothekerwesens, insbesondere die innern VerhAtnisse, die Rechte der Apotheker, die Apotheke in allen ihren Thcilen, die GeschiRsfiihrung, die
speciellen Bestimmnngen, die Provisoren und Gchlilfen, die Lehrlinge
und die Visitation umfnssen soll.
Die allgeineinen Beuliniiiiiingen sollcn die gcsetxlichen Anordnungen
in sich fassen, welc:he bei Antritt eines Geschifts, Uebertragung desselben, Verwaltung, Personalgerechtsai~ic,Aufhebung, wo sie zum allgemeinen Wohlo nothwendig erscheinen.
Die andeten Bestiinmungen heziehen sich iiuf die Stellung des
Apothekers gegen die Behbrden, den Ant. das Publicum, die PBichten, welche aus der Ausiihung der I’hnrmecie sich ergebcn. Die innern
Verhiiltnisse aiif die birgerliche Stellung des Apothekers, die nusfibendc
Pharmscie ale Gewcrbsgegenstand. Er gicbt dabei zu bedenken, wie
die giinstige Gestalt ling des Apothekerwesens einen unverkcnnbar moralischen EinIluss auf den htihern Aufschwung der Pharmacie haben
werde.
Als eine Pflieht des Apothekers erhliirt er die Herstellung der
pharinaceutischen Prtiparate in den Apotheken, welche ichon um der
Gelegenheit zur Airsbildung fiir die Lehrlinge und Gehiilfen willen
erforderlich sei. Mil allein Heclite erklart der Verf., dass aucb in den
-
Vercen8zeilung.
223
phiirmaceutisahen Laboratorien die incisten f’liipurate cben so wohlfeil, als in cliemischen k’abriken bereitet wertlen ksnnten, wenn iiur
Geiibtheit in chemischen Arbciten und die nothwendigcn Apparate vorbanden seien.
Um dern Apotheker noch inehr Gelegenlieit zu gcben zur wissenschaftlichen Ausbildung, schliigt Dr. E. vor, Kreisbibliotheken einzurichten, deren Werlce circuliren sollen, dass jeder Apotheker eine gute
pharmaceutische Zeitschrift halten solle, wie dieses z. B. in allen bei
dem Apotheker-Vcreine in Norddeutschland betheiligten Phirmaceuten
der Fall ist.
In den Gremial (Kreis) Versanimlungen sollen wichtige Gegensliinde’
zur Sprache gebracht nnd er6rtert werden.
Er niacht endlich noch dnriiuf aufinerksani, dnss niit der wissenschaftlichen Ausbildung auch die ntoralieehe waclise. Deshalb hiilt er
die Bildung eines pharmaceutisrhcn Vereins als ein vorziigliches Blittel,
diese Ausbildung zii erreichen.
Die Bevormundung der Pharmacie durch die Aerzte crkliirt der
Verf. S. 145 und 146 der vollkommenen Ausbildung hinderlich und
wiinscht also, tlass tiichtige Apotheker, welche jedoch keine Apothcke
besitzen, brstellt werden sellcn, die Grcuiialgescliiifte EU leiten, die
Aufnahme der Lahrlingc zn priil’en, die pharutaceutischen Angelegenheiten cu bearbcilen uiid zu beurtheilen, die Rcvisionen zu besorgen,
die Priifung der Lebensmittel ;orrunchmen, die gerichtlich chemischen
Untersuchungcn auszufiihren und iilicr auf cheniischen Principien beruhenden Gewerbe und Fabrikcn gehiirt zu werden.
Ehen so sollen, seinem Vorschlagc gemiiss, in den Sanitiits-Deprrtements der Landesregierungen und dcr Hofstellen Pharmaceuten mit
angemessenem Charakter angestellt werden u m solchen die Referate
znzaweisen, iibcr:
zeitgemiisse Reformen der Apothekerordnuiig, Hevision der Apotheken, Tare und Pharmakop6e, Superrevision der Arznei-Reehnungen
fiir 6ffentliche Anstalten, Priifung der Anlage und Aufhehung von Apotheken, Beurtheilung von Beschwerden der Apotheker, Herstellung von
chaniischen Fabriken.
Wenn wir .den Inhalt dicser w~ichligcnSchrift des verdiknstvullen
Verfassers zusammenfassen, so ItGnncn wir eine selir grosse Uebereinslinininng mit der von deni Dircctoriuin des Apolheker-Vereina in
R’orddeutschland herausgegehenen ,,Denlcsrhrift iiber den derzeitigen
Standpunct und die Verhilltnisse der Pharmacie in Deulschland fiberhanpt, insbesondere in den Staaten, in wclclicn sich der norddeiitsche
Apotheker-Vcrein verbreitet. Ilannovcr 1885.‘‘ nicht verlrcnnen und
da der Herr Verfasser bei gleichzeitiger Uerausgabe seines \I‘erltes
eben so wenig Kenntniss von dem Erscheincn jener Deolrschrift hntte,
als die Verfasser derselben von der E h r m a nn’schen ErGrteruog, so
diirfte sich daraus um so mehr dps Bediirfniss herausstellen, der in
beiden Scliriften ziir Spmvhe gehrnchtcn Rcfnrm der Fharmarie alle
Beachtung von Seiten der holien Behdrden znzuwcnden, was, dass es
bald geschehen mOge, wir nur angelegcntliclist wiinschen kijnuen.
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