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I0
Becker,
Ansehens, zwischen den Fingern formbar, aber doch 3ut
mit anderem Pulver verreibbar.
No. 3) hielt sich zwar, in einem verschlossenen Glase
verwahrt, in den ersten Tagen voltkommen pulverformig,
doch zeigte sich schon am dritten Tage ein Ansatz am
Glase. Als eine Probe davon der Luft ausgesetzt ward,
besass es schon nach einer Stunde eine Pillenconsislenz,
nach mehreren Stunden war es zerflossen.
No. 4) war nach mehreren Wochen nach vollkommen
pulverformig und nicht im Geringsten feucht.
Nach diesen Versuchen bin ich der Meinung, dass der
Zusatz von Lycopodium, uiid zwar zu gleichen Theilen,
die haltbarsten trockenen Extracte geben werde. Es ist
nicht zu glauhen, dass vom arztlichen Standpuncte aus
gegen diese Beimischung Bedenken erhoben werden durften, zumal da diese. Extracte immer in sehr kleinen Dosen
zur Anwendung komrnen, und so auf I, 2, 3 Gran des
Extracts nur eben so viele Grane Lycopodium beigegeben werden.
Notizen aus der pharmaceutisehen und pharmaceutisch-chemlschen Praxis ;
yon
H. Becker,
Apotheker in Eseen.
-(Fortsetsung y o n Band CXII. Heft 2. p q . t i & )
-
4 . Ferrum jodatum.
J o n a s beklagt im letzlen September-Hefte des Arcbivs
die grosse Zersetzbarkeit des Eisenjodurs in allen den
Formen, durch die man diese Verbindung in den Arzneischatz einzufiihren versucht hat, und macht einige neue
Vorschlage in dieser Beziehung. Letztere rnogen ganz
zweckmassig sein, inzwischen will ich hier ein Verfahren
mittheilen, mittelst dessen man den Syr. ferri jodati sehr
gut conserviren kann. Nachdem man namlich die Losung
Nothen aus der pharmaceutischeii Pvazis.
14
des frisch bereiteten Eisenjodurs miiglichst schnell fillrirt
und rnit der vorgeschriebenen Zuckermenge versetzt hat,
giebt man den fertigen Syrup in ein hrzneiglas rnit Korlistopsel, durch welohen letzteren ein Eisendraht bis auf
den Boden des Gefiisses hinabreictrt, und bringt n u n dieses Glas an einen recht sonnigen Standort. Unter abwechselnder Einwirkung der Sonnenstrahlen halt sich das Praparat recht gut. 1st der Himmel langere Zeit bewolkt,
so kann namentlich bald nach der Bereitung des Syrups
eine Braunung desselben, unter Ablagerung von etwas
basischein Eisenjodid erfolgen, sonnige Tage hellen ihn
jedoch bald wieder auf. - Diese Methode, deren ich mich
schon seit Jahren mit dem besten Erfolge bediene, verdanke ich der Mittheilung des Hrn. Apolhekers Vel t m a n n
in Osnabruck.
5. Zsi~curnoxyd. album.
Die Darstellung eines reinen (arsenfreien) Zinks und
eines reinen, moglichst lockeren Zinkoxyds habe ich bereits seit mehreren Jahren zum Gegenstande vielfaltiger
Versuche gemacht, deren Resultate, wenn sie zum Abschluss gediehen sind, ich im Zusammenhang mitzutheilen
mir erlauben wcrde. Ich will hier im Vorbeigehen nur
eine auf die Pallung des kohlensauren Zinkoxyds sich
beziehende Beobachtung beruhren, die ich schon vor langer Zeit gemacht habe und die in praktischer Beziehung
eheii nicht unwichtig ist. Ich fand namlich bei vergleichenden Versuchen mit kalter und heisser Fallung, zu
denen ein reiner krystallisirter Zinkvitriol verwandl wurde,
dass aus den kelten Autlosungen desselben mittelst ei n f a c h - k o h l e n s a u r e r Alkaliensclilechterdings kein brauchbares kohlensaures Zinkoxyd zu erhalten sei. Der Niederschlag war sehr schleimig und hydratisch, und ging auf
dern Filter zu einor dem Stiirkekleister tauschend ahnlichen Masse zusammen, die sich schwierig auswaschen
liess, getrocknet eine horn- oder opalartig durchscheinende,
sehr feste Masse bildete, und nach dern Gluhen ein sehr
hartes, stenglich abgesondertes, keineswegs recht weisses,
rnit einem Worle ein vollig unbrauchbares Zinkoayd lie-
IE
Becker,
ferte. Eine Wiederholung des Versuches. in der ein Ueberschuss des Fallungsmitteis, dem ich die obige Erscheinung zuzuschreiben geneigt war, vorsichtigst verrniedeo
wurde, zeigle ganz denselben Erfolg. Vergebens suchte
ich in der mir zu Gebote stehenden Literatur naoh ahnlichen Beobachtungen, und ioh gerieth auf die Vermuthung,
dass das angewandte Falluegssmittel, gewohnliche, gut kryskallisirte Soda, eine besondere Beschaffenheit haben moge.
Ich versuchte daher einige andere Proben von gereinigtern kohlensaurem Natfon, so wie von kohlensaurem Kali,
der Erfolg war aber. kein besserer. Anders jedoch gestaltete sich die Fallung, a h icb kohlensaures Ammonia k
anwandte; ich erhielt jetzt einen grobflockigen, leicht auszuwaschenden Niederschlag, der ganz wie ihn W a ck e n r o d e r in seinen Versucher beschreibt, nach dem Trocknen zu lockeren Klumpen zusammenballte und gegliiht ein
schones zartes Zinkoxyd lieferte Beim Nachdenken iiher
die Ursache dieses gunstigeren Erfolges brachte mich die
starkere Kohlensaureentwickelung in diesem letzten Versuche auf' den Gedanken. dass das Sesquicarbonat des
kauflichen kohlensauren Amrnoniaks moglicher Weise die
Wirkung gehabt haben konne, und die Entstehung des
lockeren kohleiisauren Zinkoxyds iiberall durch Gegenwart anderthalb- oder doppelt-kohlensaurer Alkalien bedingt sei. Einige Versuche mit den Bicarbonaten von
Natron und Iiali bestatigten diese Vermulhung vollkornmen,
ich erhielt mit ihnen die schonsten Niederschlage. Dieser
Erfolg liess nun ferner schliessen, dass einfach - kohlensaure Alkalien in a n g e s a u e r t e n Zinkauflosungen, wegen
der hier stau findenden starkeren Kohlensaureenlwickelung und der daraus resoltirenden Bildung von Sesquiund Bicarbonat, ebenfalls den flockigen Niederschlag hervorbringen wiirden, nad auoh dicser Voraussetzung entsprach
das Resultat neuer Versuche durchaus.
Damit erklarte es sich denn zum Theil, dass Andere
von einem ahnlichen Erfolge der kalten Fallung mittelst
kohlensaurer Alkalien nichts berichten ; die Auflosungen,
mit denen man operirt hatte, waren sauer gewesen.
Notizen aus der pharmaceulischen Praxis.
13
Anders verhalt es sich nun aber, wie weitere Versuche lehrten, in hoheren Ternperaturcn. Aus sehr heissen Zinkauflosungen schlagen auch einfach - kohlensaure
Alkalien, selbst wenn erstere ganz neutral sind, ein nach
dem Trocknen locker bleibendes Salz nieder. Ein Zusatz
von Sauren andert hier auch ausserlich an dem Erfolge
nichts, ist also jedenfalls iiberflussig. Der Niederschlag
sieht etwas anders aus, als der aus kalten sauren Auflosungen erhaltene. Dieser letztere ist, wie erwahnt, sehr
grobflockis, so dass er in Tuchern ausgedruckt werden
kann; der aus heissen Auflosungen erhaltene ist dagegen
mehr pulverig und schliipfrig. Der kalt gefallte nimmt
aber durch anhaltendes Auswaschen ni&t selten dieselbe
aussere Beschaffenheit an, und nach den analytischen Versuchen W a ck e n r o d e r 's ist nicht zu bezweifeln, dass
alsdann beide Niederschlage in jeder Bezieliung identisch sind.
hlerkwiirdig bleibt es immerhio, dass iiber das Verbalten der einfach-kohlensauren Alkalien zu kalten n e ut r a1 e n Zinkauflosungen nicht Iangst ahnliche Beobachtungen rnitgetheilt worden sind. Ich erinnere mich, nur
einmal eine dahin zielende Bemerkhng eines franzosischen
Pharrnaceuten gelesen zu haben.
Fur die Praxis ergiebt sich aus den obigen Mittheilungen das Resultat, dass wenn man rnit kohlensaurem
Natron oder Kali k a I t fallen will, die Auflosungen des
Zinksalzes merklich sauer sein mussen ; dass dagegen,
wenn die Auflosungen h e i s s gefallt werden sollen, diesen vollige Siedhitze gegeben werden miisse. Bei Vernachlassigung dieser Vorsicht erhalt man in beiden Fallen
kein lockeres Praparet. Bei beisser Fallung narncntlich
verschlechtert eine Tomperalurabnahme von nur 10 - 45",
wie mich besondere Versuche belehrt haben, das Resultat
sehr merklicb.
6 . Extraccurn Aloes.
Das allgemein angenommene Verfahren zur Bereitung
des Aloe-Extracts besteht bekanntlich darin, dass man die
feingepulverte Aloe mil der vierfacben Menge kalten Was-
Becker,
46
sers ubergiesst, die Mischung unter ofterem Umriihren
rnehrere Ta8e stehen lasst, die gebildete Extractliisung
dann von dem aasgeschiedeaen Harm klar abgiesst und
verdampft. lch habe jedach gefunden, dhs cs okonomisch
vortheilhafter ist, die Aloe nach alter Weise in siedendem
Wasser aufzulosen, die Ffussigkeit erkalten und einigc Tage
absetzen zu lassen, und sie dann. von dem ausgeschiedenen Harze abzunehrnen. Man erhalt SO den Exrractgehalt
der Aloe vollstandiger, als durch kaltos Exrrahiren, und
von gleichcr Reinheit. Zur Begrundung dieser Behauptung will ich aus meinen desfallsigen Versuchen hier Einiges anfuhren.
Von jeher war mir die Verschiedenheit der Extractmengen auffallig, die man bei Befolgung des gewiihnlichen
Verfalirens erhalt. Ich schob dieses anfanglich auf die
Beschaffenheit der Aloe, uberzcugte mich aber spater, dass
auch die Temperalur des Wassers nuf die Grosse der
Ausbeute vie1 Einfluss habo. Urn letzteren vorliufig festzuslellen, wurden folgende Versuche gemacht: Von zwei
Sleichen Mengen gepulvorler Aloe wurde die eine bei
einer Temperatur von
5 - 7 O C., die andere bei
90
bis 950 C. mit der vierfachen Mengc Wasser unter ofterem
Ijrnruhren macerirt. Es zeigten sich bei heiden Exrractionen ausserlich dieselben Erscheinungen. Anfanglich entstanden mit dem Aloepulver gelbe, milchig-trube Fliissigkeiten, sodann fie1 das Harz zu Boden und floss zu einer
zusammenhangenden Masse zusammen. Die klaren Extractlosungen wurden nach Verlauf mehrerer Tage gleichzeitig
abgegossen, vorsichtig verdampft und der Riiekstand ausgetrocknet. Die Ausbeute war sehr verschiedon; in der
niederen Temperatur hatien 16 Unzen Aloe nur 3; Unzen
trockenes Exlraot geliefert , in der warmeren dagegen
4; Unzen.
Es zcigk sich also liicr der Einfluss der Temperatur
auf das dcutlicliste; aher es fragle sich n u n wei(er, ob
die Wirkung dcr erliohten Wiirme nur in einer vollstiindigeren Extraction der aufloslichen Bestandlheile der Aloe
beslehe, oder ob dadurch zugleich auch die Aufnahme
+
+
Notisen nus der pharmaceulischen Praxis.
45
eines grosseren Antheils harziger Theile vermittelt werde.
Es ist bekadnt, dass ein Aloe-Extract, welches noch etwas
Harz enthalt., mit kaltem Wasser eine triibe, mit warmem
dagegen eine klare Auflosung bildet. Es wirkt also schon
ein geringerer Grad von Warrne aufliisend auf das Aloeharz. Ferner sagt M o h r , dass das Aloeharz aufloslicher
sei in einer concentrirteren Extractlosung, als in einer verdiinnteren, und dass eben deshalb bei der Extraction der
Aloe ein nicht zu kleines Verhaltniss von Wasser angewendet werden miisse. Lelzteres als richtig angenommen,
so war nach allen Umstanden zu schliessen, dass man aus
der Aloe in watmerer Temperatur ein mehr harzhaltiges
Extracl erhalle, und dass nian daher, wenn das AloeExtract in dieser Beziehung gleicliformig ausfallen solle,
die Extraction in einer bestimmten Temperatur vornehmen
miisse. Die in den obigen Vcrsuchen erhaltenen beiden
Extracte liessen jedoch i n ihren Eigenschaften einen Unterschietl, der diesen Voraussetzungen entsprochen hatte, nicht
wahrnehmen; beide zeigten vielmehr namentlich einen gleichen Grad von Aufloslichkeit in kaltem Wasser. Auch
ergaben weitere Versuche bald, dass die Wirkung der
Ternperatur bei hinreichender Wassermenge nicht so betleutend eei, als ich geglaubt hatte.
Ich behandelte namlich wiederum zwei gleiche Gewichtsrnengen Aloe mit Wasser, aber dieses hlal in der
Siedhitze, wobei die Aloe bekanntlich ganz aufgelost wird.
5-70 C., die
Die eine der AuHosungen liess ich bei
20-?5O C. erkalten. Die klaren Fliissigandere bei
lieiten wurden nach Verlauf einiger Tago von dem ausgeschiedenen und zusammengeflossenen Harze abgegossen
und vcrdampft. Die . Ausbeute an durchaus trockenem
Extract war hier nicht bedeutend verschieden; in der Kalte
wurden aus I6 Lnzen Aloe 5; Unzen, in der warmeren
Temperatur 6; Unzcn Extract erhalten, im lelzteren \‘ersuche also nur $ Unzo melir. Auffallend war aber die
unglcich grossere Ausbeute im Yergleich n i t den beiden
ersten Versuchcn. Die Vermulhung lag deshalb nahe. dass
die Beschaffenlieit der Producte verschieden sei, und ich
+
+
16
Becker,
unterwarf sie daher samrntlich einer vergleichenden Prufung. Von jedem Ertracte wurden 2 Unzen zerrieben, mit
der vierfachen Menge Wassers von +8-So R. uhergossen und ofters geschuttelt. Dabei zeigte sich nun aber.
dass sie sammtlich klar aufgelost wurden, mit Ausnahme
desjenigen Extracts aus dea letzten Versuchen , welches
20 -26O C. erhalten
aus der A u k s u n g . der Aloe bei
worden war. Dieses letztere schied einen w i e w h l nur
unbedeutenden Harzriickstand aus. Auch triibte sich die
Auflosung dieses letzteren Extracts, als sic noch mit einer
gleichen Menge kalten Wassers verdiinnt wurde, was bei
den andern gar nicht oder doch nur wenig der Fall war.
Es zeigte sich also, dass in allen Versuchen ein qualitativ
fast gleichformiges Product erhalten worden war, und dass
die Ursache des bedeutenden Ausfalles in den ersten Versuchen nur in der mtnder vollsliiadigea Aufschliessung der
Aloe gesucht werden durfte. Als ich die Ruckstande aus
diesen Versuchen aufs n e w in etwas warmerem Wasser
zertheilte und sie einige Tage damit in Beruhrung liess,
erhielt icb aus den Auszugen nochmals resp. 15 und 13
Drachmen trocknen Extracts, wodurch sich das Verhaltniss der Ausbeute mit den letzten Versuchen in grossere
L'ebereinstimmung selzte. Es ergab sich ubrigens beilaufig BUS den erhaltenen Extractmengen, wie verschieden
doch auch der Gehalr der Aloe an adoslichen Theilen
sei: ich erhielt in fruheren Versuchen und nach dem gewohnlichen Verfahren nicht sehen fast die Halfte des Gewichts an trocknern Extracte.
Aus allern diesen geht nun bestimrnt hervor:
I. Dass warrnercs Wasser allerdings mehr Harz aus
der Aloe aufnehme, als kaltes; dass dieses jcdoch keineswegs in dem Dlaasse stalt finde, als 8s nach der Verschiedenheit der Ausbeute in den beiden ersten Versuchen
der Fall zu sein schien. Diese Verschiedenheit riihrt vielmehr bloss von einer kraftigeren Einwirkung des warmen
Wassers auf die Aloe her, in der das auflosliche Aloebitter
durch hanige Theile umhullt wird, welche letztere eben
in der Warme vollkommener aufgeschlossen werden.
+
Notizen aus der pharmaceufischen Praxis.
17
2. Aus einer Auflosung von 1 Th. Aloe in 4 Th. siedendem Wasser scheiden sich beim Erkalten das extractive Aloebittor und das Aloeharz ganz in demselben Verhaltniss von einander, als man sie bei der Behandlung der
Aloe mil Wasser von der Temperatur erhalt, in welcher
das Erkalten statt f‘and, und da im ersteren Wege der
ganze Gehalt der Aloe an Bitterstoff in der Form des
Extracts erhalten wird, so ist es offenbar das richtigste
und okonomisch vortheilhafteste Verfahren, die Aloe in
4 Th. siedendem Wasser zu losen und die Auflosung in
niederer Tomperatur erkalten und sioh klaren zu lassen.
3. Die Aulloslichkeit des Harzes in der Extractlbsung
ist bei einiger Verdunnung und nicht zu hoher Ternperatur von keiner Bedeutung, und nimrnt bei steigenderconcentration auch nur langsam zu.
In d i e m letzteren Beziehung wurden noch einige Versuche angestellt, die angemerkt zu werden verdienen,
namentlich mit Rucksicht auf die M o h r’sche Angabe, dass
man die Aloe in geringen Mengen Wasser ganzlich auflosen
konne. Dieses is1 in gewisser Beziehung richtig. Uebergiesst man die gepulverte Aloe rnit einer gleichen Gewichtsmenge -kalten Wassers, so vereinigt sich das Ganze
allmalig zu einer honigdicken homogenen Masse. Beim
Erhitzen wird diese ganz klar und dunnflussiger, was freilich bci jedem anderen Vorhiiltnisse von Aloe und Wasser
auch der Fall ist. - R’immt man 2 Th. Wasser auf 1 Th.
Aloe, so scheidet sich das Ganze in drei Schichten; der
grossle Theil besteht auch hier aus einer dicklichen braunen Masse, welche wahrscheinlich unzerselzte Aloe mit
wenig Wasser ist. Unter dieser bemerkt man ausgeschiedenes Harz, und oben auf schwimmt eine dunnere grunliche Losung von Aloehitter, jedoch mit merklichem Antheil
von Harz. Sie wird beim Verdunnen stark getriibt. Erhitzt man das Ganze, so vereinigt sich Alles zu einer
gleichfiirmigen Auflosung ; beim Erkalten trennt es sich
jedoch wiederum in die erwahnten Schichten.
Nimmt man 3 Th. Wasser a u f 1 Th. Aloe, so findet
schon eine vollstandigere Trennung von Aloebitter und
Arch. d. Phnrm. CXIII. Bds. 1. Ilft.
2
18
Beeker,
Ham slatt, jecloch bleibt -auch hier noch ein geringer Theil
A l o e unzersetzt, und scheidet sich auch aus der erhilzten
Flussigbeit ale solche wieder ab. Die extractive Auflosung
w i d beim Verdunnen merklich getrubt, ist also noch
harzhalcig.
h Veehmlmn von 4Th. Wasser und I Th. Aloe gebt
a m den oben erwahnlen Versuchen hervor. Das hiebei
erhaltene Extract isb indessen ebenfalls nicht harzfrei, wie
die Trubung einer etark verdiinnten Auilosung ergiebt.
Urn d i m . Hamgehalt miiglichst zu verringern. wiirde es
richtiger sein,. die Aloe mit der 5-8fachen Menge Was-.
ser zu exwahiren; jedoch is&derselbe an sich wohl weni30v zu berucksicbigen, und kommt es vorzuglich nur auf
die Gleich.hamigkeit in: der Bereitungsweise an.
2. Xarkodische Samenextracte.
Die wirksamen Prinmipe narkotischer Pflanzen finden
h h bekanntermaassen bevonders reichlich in den Samen
derselben, und liegt deshalb eine Benulzung der letzteren
zu medicinkchen Zwecken sebr nahe. Sie findet jedoch
in. Ganzen nur in geringem Naasse statt. DieSamen VQIC
Conium, Digitalis, Bdladonna, Acondurn, sind meines Wissent3 nirgend 0EficiUel; nur die Semino Sfranionii unct
Hytwoyami sLd in Gebrench gezogea worden. Von dieseri
b a h die Hernlsurgischs und Hannoverscbe Pharmakopos
(auch die F r a d s i s c b e ) w e r andcren auch in der Form
eines mit Weingeist bereitelen Extracts Anwend,ung gemacht, und wie es scheint, eine gluckliche; mindestem
hat das Extr. Byoscycrtni e sem. der Hannoverschen Phar.
rnakopoe in hiesiger Gegend, und wie ich zu glaubvn
Ursache habe, auch in weileren Kreisen cine so stark0
Verwendnng gefundea, dass man an seiner Wirksamkeit
nicht zweifein darf, und wiinschen muss, die Zahl dieser
Extracte durch Priiparate ahnlicher Art von aiideren narkolischen Pflanzen, namentlich vol~Bslladonna, Digitalis
und Conitma vermehrt zu sehen. Die Bereitungsweise scheint
mir indessen, besonders im Hinblicke auf die Erlangung
s1et.s gleichwirkender Producte, einer Verbesserung zii
,+'olizen nus der phnrmacezdischen Praxis.
19
bedurfen, und hierauf bezielicn sich die nachfolgenden Bemerkungen.
Die Hannoverscbe Pharrnakopoe lasst den zerstossenen
Sameri zweimal ausliochen, die nach Entfernung der Oelschicht auf das doppelte Gewicht der Samen eingedampftea Decocte so lange init rectificirtem Weingeist versetzen,
als durch denselben noch eine Triibung entsteht, und
sodann die filtrirte Flussigkeit bis zur Trockne abrauchen,
Die Harnburgische Pharmakopoe schreibt dagegen vor,
die gepulvecleo Samen dreimal mit der doppelten Jlenge
rectificirten Weingeistes zu extrahiren, von den erhaltenen
Auszugen den Weingeist abzudestilliren, den Ruckstand zur
Extractconsistenz zu verdarnpfen, ihn hierauf wieder in
der vierfachen Venge Wassers zu lijsen und die filtrirte
Losung zur Trockne zu verrauchen. - Diese letztere Vorschrift liefert in der einfacbsten Weise ein steis ubereinstimmendes Product; aber dieses Extract ist aus sogleich
anzufuhrenden Ursachen ungleich starker wirkend, als das
der Hannove,rschen Pharmakopoe, und kijnnte diesem lebzteren nur unter der Bedinsung substituirt werden, dass e s
mit einem schwacheren Weingeiste bereitet wurde. Sod a n n lasst sich das Extract nacb dieser Vorschrift nur
unbequem in gr.osseren Nengen bereiten, worauf u m so
mehr Riiclisicht genommen werden darf, als die Ausbeute
sehr gering ist, und nach der Bamburgischen Pharmakopije
bereitet nur ;Unze, nach der Hannoverschen hiichstens
etwa 1 Unze aus 16 Unzen Samen (bei Stechapfel und
Bilsensamen) betragt.
Deshalb pochte ich fur die Beibehaltung des Verfahrens der Hannoverschep Pharmakopde, welcbes zwar
etwas unistaudlich, jedocb in jedem Maassslabe ausfuhrbar ist, im Allgerneinen mich erklaren. Irn Besonderen
bedarf dasselbe aber einer grosseren Bestimmlheit. Es
niuss gefragt werden, iyie vie1 den] Cewichk nach Wcingeist dem concentrirten Samendecocte zugcsetzt werden
sol]. Die Angabe, dass man so lange Weinseist hinzumi$chen solie, als noch eine Trubung enslebe, beraht auf
der irrigen Vorausselzung, dass bei der AusPdlung eine
3"
20
Becker,
Grenze gefunden werden konne. Eine solche Grenze existirt nicht und kann nicht existiren, da die Ausscheidung
der schleimigen etc. Substanzen nicht auf einer Verbindung
derselben mit dern Fallungsmittel, sondern nur auf ihrer
Unloslichkeit in dem Weingeist beruht, so dass also eine
den Verhaltnissen des Wassers zum Weingeiste entsprechende MenSe aufgelost bleiben muss, und bei zunehmender Menge des letzteren nur allmalig vermindert
werden kann. Man kann auch in der That be; Bereitung
dieser Extracte keinen Punct finden, bei welchem die
Triibung auf erneuerten Zusatz von Weingeisl aufhorte.
Zwar bemerkt man - und dieses scheint den Irrthuni veranlasst zu haben - wenn man in grossere Flussigkeitsmengen wenig Weingeist schuttet, augenblicklich kaum
eine Trubung. weil die Ausscheidung dann nur eine sehr
geringfugige ist. Ueberlaest man das Ganze aber der
Rube, so wird die Ausscheidung allmalig sichtbar. Schnell
und sicher aber uberzerigr man sich von der Richtigkeit
obiger Behauptung, wenn man eine Probe der Flussigkeit
mindestens rnit dem vierten Theile ihres Gewichts Weingeist versetzt; man wird dann finden, dass stets eine neue
und reichliche Ausscheidung erfolgt.
Worin diese wisderholten Ausscheidungen eigentlich
bestehen, ist mir noch etwas zweifelhafr. Zuerst scheinen
sie vie1 Schleim, Starkemehl u. s. w. zu enthalten, und
spater sondert sich eine grauweisse, zartflockige Materie
aus, die insipide ist, und zur Wirksamkeit des Exlractes
ebenfalls nichts beizulragen scheint. Mit Vermehrung des
Alkohols in der Flussigkeit wird demnach das wirksame
extractive Princip immer mehr von seinen Beimengungen
befreit werden, und beim Eintrocknen in einer concentrirteren Gestalt hervortreten mussen. Do& mochte dieses
auch seine Grenzen finden. Es scheint mir, als werde
bei sehr starkem Alkoholzusatz allmalig das ganze Extractcorpus mitgefallt, die wirksamen Stoffe mit den unwirksamen. Dafur spricht auch der Umstand, dass Alkohol
aus dem trocknen Excracte nur sehr wenig aufnimmt.
Darnach ist nicht zu bezweifeln, dass je nach der Menge
AVoti.zenaus der pharmaceutischen Praxis.
21.
des zugesetzten Weingeistes, theils ein mehr oder weniger
stark wirkendes Priiparat, theils auch eine sehr vcrschicden grosse Ausbeule erhalten werden musse, und dass
man daher den Zusatz des rectificirten Weingeistes auf
ein gowisses Quantum festzuselzen habe. Man ersieht daraus ferner, dass die Vorschrift der Hamburgischen Pharmakopoe, welche die Samen Seradezu mit rectificirtem
Weingeist extrahiren Iasst, ein concentrirteres, daher starkeres Praparat liefern musse, als nach der Hannoverschen
Pharmakopoe erhalten werden kann, wie denn auch die
Ausbeute betrachtlich gerinper ist. - Durch diese Wahrnehmungen geleitet, habe ich den wasserigen Auszug der
Samen, welcher durch zweimaliges dreistundiges Auskochen
der Samen ohne Riicksicht auf die Wassermenge erhalten.
und bis zum doppelten Gewicht des Samens eingedampft
worden war, mit einer dem Gewichte des Samens gleichkommenden Menge rectificirten Weingeistes von 0,90 spec.
Gew. versetzt. Nach Absonderung der ausgeschiedenen
Massen wurden aus dem Auszuge durchschnitllich auf
I 6 Unzen Samen 7 - 8 Drachmen troclinen Extracts erhalten. Wollte man dieser von mir hefolgten naturlich
rein willkurlichen Norm das Verfahren der Hamburger
Pharmakopoe anpassen, so musste man die Samen mit
einem Gemisch von P Th. Wasser und 1 Th rectificirtem
Weingeist estrahiren. In der That erhslt man dann an
Menge und Beschaffenheit ein dem Extracte der Hannoverschen Phartnakopiie ganz gleich kommendes Praparat.
So viel iiber die Bereitung der narkotischen Samenextracte im Allgemeinen; es mogen nur noch einige specielle Bemerkungen folgen. Die Darstellung dieser Extracte
ist eine beschwerliche und langweilige Arbeit, wenn man
die Klarung der mit Weingeist versetzten Flussigkeiten,
wie die Ilannoversche Pharmakopoe will, durch Filtriren
bewirken soll. Auch die mit verdiinntem Weingeist direct
erhaltenen Ausziige filtriren schlecht, und diese Schwieriglteit hat die wohl zu bcachtende SeiIe, dass wahrend des
Fillrirens viel Weingeist vom Filler verdampft, wodurch
sich das Verhaltniss von Weinseist und Wasser veriinderl,
22
Becker,
was wiederum \'on Einfluss auf die Beschaffenheit des Extractes ist. Dieseni Uebelstande kann man auf die leiclrteste
Weise abhelfen durch Klarung der Fliissiglieiten mil Eiweiss. atan befreiet die zur vorschriftsrnadsigen Concentration verdampften Decocte maglichst vom aufschwimmenden
Oel, setzt den Reidgeist hinzu und befordert die Wirliun~
durch starkes Umruhren. Sodann bringt m;in aufje .16 Unzen des verwandten Samens das etwas gesdilagene Eiweiss
yon 2 Eiern hinzu, und lasst die Flhssiskeit ih bedeckten
Gefassen. sehr ztqeckmassig in einer Destillirbla'se einmal
aufwallen. Das Eiweiss ist bei hiichst geringem Verlust
von Weingeist dann volletandig coagulirt, utid die Fliissigkeit zefgt sich zwischen den Flocken vtillig klar, und
weingelb von Farbe. Man Iasst sie \.'or dem Filtriren in
bedeckten zinnernen oder irdenen Gefassen vollstandig
erkalten, sowohl um der Verdunstung des Weingeistes
vorzubengen, als auch, weil sich wahrend des Erlialtens
noch etwas flockiga Substanz abscheidet. Nach 24 Stunden bringt man die Extractlosung auf ein wollenes Colatorium, durch welches sie nach Zuruckgieesen der ersten
Portionen sehr rasch und vollig klar 'ablabft.
Man zieht den Weingeiet daraus ah, und verdamplt
den Riickstand iin Dampfbade so weit, dass cr gepulvert
werden kann.
8. Unguent. Eydrargyr. cinereum.
Wer zur Hcrstellung dieser Salbe des hochst lang-
weiligen Verreibens von Quecksilber und Felt uberhoben
sein will, moge sich des Yerfahrens bedienet], welches
C o I d e f y D o r 1 y. Apotheker in Crepy, schon vor 45 Jahren veroffentlichte, und das sich mir seitdem stets hewahrt hat. Ich weiss nicht, ob es in diesem Archiv damals
mitgetheilt worden ist, jedenfalls aher scheint es in Vergessenheit gerathen zu sein, und mag es deshalb nichl.
iiberflussig scheinen. mit einigen Bemerkungen darauf zuriickzu kommen.
Das Col d e fy'sche Verfahren heruht hauptsachlich in
eincr eigenthiimlichen Zubereitung eines Fettes, von wel-
A'otizen aus der pharmaceutischen Praxis.
33
chem sehr geringe Mengen hinreichen, eine betrCchtliche
Quantiht Quecksilber in sehr kurzer Zeit zu tiidten. Wan
giesst nPmlich das .geschmolzene Felt (Schweineschmalz)
lengsam in ein grosses Gefass mit kaltcm Rasser, urn
es zu zertheilen, bring es hierauf auf ein massig dichtes
Haarsiob. und bewahrt es an einem trocknen,.gegen Staub
geschutzten Orte auf. Das Fett -erlangt nun sehr bald
eine eigenthumliche Klehrigkeit, unterscheidet sich jedoch
von gewohnlichem ranzigem Fette in jeder Beziehung sehr.
Die nierkwurdigste Ejgenschaft, die letzteres namentlich
nicbt besitzt, ist nun die, dass es schorl nach wenigen
Monaten mit grosser Leichtigkeit das Quecksilber aufnirnrnt.
Man kann -mit 2 Unzen dieses Fettes 36-48 Unzen Quecksilber in unglaublich kurzer Zeit vollstandig todten. Zu
Anfang liostet es freilich etwa ;Stunde Zeit. um das Quecksilber in dieser geringen Fettmenge zu einer gewissen
Zertheilung zu bringen; ist dieser Punct erreicht, so verschwindet das Quecksilber zauberhaft schnell zu den moglichst feinsten Partikelchen, die die starkste Loupe nicht
m ehr al s Q u ecks i 1berk ijgel chen e rk en n en I asst; Die 111 i sc,h un g
w i d iibrigens beim Yerreiben sehr schnell ziihe, und verlangt von Zeit zu Zeit einenxusati von etwas Oel. Nachdern man die Seiten der Reibschale und das Pistill einiye
Male gereinigt und Alles iviederuni unter die Keule gebracht hat, ist die Salbe his auf die Zumischung der ubrigen
Fettmenge fertig. und die ganze Arbeit ist in wenigen
Stun d en L eend i st.
3ian hat nach dem Bckanntwerden dieses Yerfahrens
vie1 von Kunstelei, von unerlaubten Zusatzen, von reizenden Eigcnschaften der Salbe u. dgl. m. gesprochen. Ich
findc darin von diesem Allen nichls. biit Ruclrsicht aul'
die niijglicher Weise reizende Beschaffenheit dcs Priiparats hat H e r b e r g e r einen Zusatz von etwas Seife vorgeschlasen, uiid ich habe diesen Yorschlag, obgleich ich
mich von der Kothwendigkeit eines solchen Zusatzes nicht
habe uberzeugen konnen. RISdurchaus unschiidlich stets
befolgt, und zwar so, dass ich dem Gemisch von Quecli-
2.4
Becker, Notizen a w der pharnaaceutisshen Praxis.
silber und praparirtem Fette zanachst dann auf jede Unxe
des letzteren 1 Dracbme medicinische Seife zusetzte. A n
der so bereiteten Salbe ist dann niemals irgend eine reizende Wirkung beobachtet worden, und sie wiirde gewiss
nicht unbeachtet geblieben sein, da ich die Aerzte darauf
aufmerksam gemacht, und urn Beachtung dieses Umstandes gebeten hatte. Weshalb sich nun ganz unnothiger
Weise mit einer geisttodtenden Arbeit plagen?
Ich will schliesslich noch bemerken, dass ich von
einem Versuche, Quecksilber und halbfliissiges Fett durch
eine anhaltende Schiittelbewegung (2. B. in Sagemuhlen)
zu vereinigcn, mehrfachen Angaben widersprechend, nicht
den geringsten Erfolg gesehen habe. Auch Quecksilber
und Schwefel sind in dieser Weise nicht mit einander zu
verbinden.
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