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Zweite Abtheilung.
Vereins - Zeitnng,
redi9irt vmn Direcloriiiin des Vereins.
1. Biographiscbe Denkmale,
W. K n s t n e r , k. b. Hofrath
und Professor der Chemie und Physik an der FriedrichAlexanders Universitat in Erlangea.
Zum A?zdenEen an Dr. Carl 3'.
(Aus der ani Grabe von dem konigl. Professor und UniversitatsPrediger Herrn Dr. T h o m a s i u s gehaltenen Hede.)
W i r stehen hier an dem Sarge cine's theuren Amtsgenossen,
eincs hochgefhrten akademischen Lehrers - eines biedern Mannes,
der 37 Jahre lang mit aushaltcnder Treuc a n unscrer Hochsrhule
gearbeitet hat.
C a r l F r i e d r i c h W i l h e l m K a s t n e r , Doctor der Philosophic und Medicin. Itonigl. ordentl. Profcbsor der Pliysik und
Chemie, konigl. b. Hofrath, Ritter des Michaels - Ordens und Mitglied vieler Akademien und gelehrten Gesellschaften. Als der
Physiker S r h w e i g g e r im Jahre 1819 unsere Ilochscbule vcrlassen
hatte, bezeichnete der akademische Senat als den einzigen Mann,
der dem erledigten Lehrstuhl vollig gewaclisen sei, unseim seligen
K a s t n e r : diimals ordentlieher Professor in Honn, ,,der bereits a n
mebreren Universititen gelehrt, und sich den Xuf eines Physikers
vom ersten Hang, cines ausgezeichneten Schriftfitellers und akadeniischen Lehrers erworben hat", wie es in den1 amtlichen Berichte
heisst. Dureh kijnigl. Ernennung vom 30. November 1820 wurde er
fur unsere Hochschule gewonnen. - I3licken wir nun auf seinen
friiheren Lebcnsgang zuriick. Schon friihzeitig fiihlte sich K a fitn e r zur Medicin urid Naturkunde hingezogen. Da aber die Verhiltnisse seiner Eltern ihni nicht erlaubten zu studiren, so trat er
1798 bei dem Apotheker G c i s e l e r in Swinemiinde in die Lehre,
wo er nach tlamaligem Ihauch nebenbei noch die Dientite eines
Arbeiters ynd KrPutersammlers verrichten musste. Aber 80 wenig
lieafi sich der aufstrebende Jiingling dureh dicse Verhiiltnisse niederdriicken, dass cr vielmehr gerade untcr ihnen die frischcstc Kraft
eutfaltete, rasche Fortschritte und dureh eine veroffentlichte Untersuchung uber das Ostseewasser sich bereits einen Namen machte.
Darauf hin trat er, von dern Apotheker F l i t t n e r in Berlin aufgefordert, als Gehiilfe bei demselben ein, setzte aueh hier seine
schriftstelleribehe Thltigkeit i n mehreren physikalisehen Abhandlungen fort und besuchte nebenbei einzelne Vorlesungen, urn dem
Drang nach tieferer wissenschaftlicher Erkenntniss zu genijgen.
Im Jahrc 1804 bezog er die Univcrsitat Jena, und so bedeutend
Arch. d. Phsrm. CXXXXVI. Bds. 3. Hft.
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Vereinszeituug.
waren damals schon seine Iienntnisse und seine Begabung, dass e r
b:ild von einem Kreise von Comrnilitonen aufgefordert surde,
VortrPge uber Cliernie zu halten. Dam abcr bedurfte e r eiiiee
akademischen Grades - und die Mittel dam, die er bci seinen
iiusserst beschrgnkten VermBgensverhaltiiissen nicht anfbriiigen
konnte, die Mittel d a m boten ihm die Houorarien fur die e r a zu
haltenden Vorlesungen, die von den Zdiiirern ihni im Voraus iibereben wurden. A n diesem Vorgnng und an dein Erfolg dieser
&orlesnngeii erkannte er seinen 13eruf zurn aliadernischen Lehrer und
liabilitirte sich als I’rivatdocent in Jena, wo er bald illit vieleii bedeutenden Miinnern, die an dieser glLnzendeo Hochschule wirkten,
oder lebten. mit R i t t e r , mit S c l l u b e r t - dam& praktischem
Arzt - uncl niit andern in nlihere Hezicliiing limn. Sclioii drrrnnls
wurdeii ilim verschic:dene Strllungen irn Auslande wic in hloskau und
in Griechenland, angeboten: aber er folgte 1&5 eiuein Huf als
3ufiserordeiitliclier Professor nacli Meidelberg, wo er seinen Ruf als
akadeniittcher Lehrer begriindete. inderii er mit bedcutendem Erfolge ausser iiber Cliernie iiber die versehiedensten Zweige dcr
h‘aturwisseriuchaften las. IIicr griiridete er aucli 1807 seinen IIanastand cltircli die eheliche Verbindung rnit der Tochter dcs Adrniriistratiorieraths H edlius i n Heidelberg - seiner uun ticfbctriibten
Wittwe, die ihm bis ans Ende seines Lebcns als eine treue UeKthrtin zur Seite st.and. Abcr schon irn Jahre 1812 ging er ala
ordentlic.her Professor der-Chemic und I’hysik nach Iialle, und hier
sehen wir nun eine andere Seite seiner ThPtigkeit hervortreten, die
dcn Manri der Wissenschaft in dw E’eldlager fiihrte. Er iibernahm
dort nach der Selllaclit liei Leipzig die AufAclit iiber vier russische
und preussische Lazarethc, nnd stand ihnen mit seiner ganzen Manneskiaft vor, bis er selbst n m Typhiis erkrnnktt;. Nach seiner Geneuung trat er in die Laiidwehr, wurdc als Stabseapitain dern Uclagerungscorps von Erfurt bcigegeben, bald aber vorn MilitairCiouvcrnernent Zuni Staatskanzler H a r d e n b e r g nach Frankreich
gcsendet und reiste mit tlcaseu Zustimniullg nach der Eiiinahrne
von I’aris iibcr Ilolland nncli London, i i n i fur die Witwen iind
\V&en der gefXlenen preussischeli Kriegcr u n d fiir day JVaisenliaus zu FJalle die N‘ohlthiitigkeit Englands in Anspruch zu uehmen. Dort irn I’arlarnente vertrnt und fiihrte e r diese Angelegeuheit
und erlliutertc s h e schriftlichc Eingabe miindlich mit deni besten
Erfolg. WLhrend seines viermoilatlichen Aufenthalts in Loudon
maelite er zugleich die Beknnntschaft der bedeutendsteii englischen
Gclehrten urid Fvrscher: - wurde sodann 1818 a n die ncu errichtetc Univeraitiit Bonn versetzt und yon d a kam er 18’21 an nnserc
Universitiit. IIier wurde e r bald ein gefeierter Lchrer. Eine lnnge Heihe
von Jnlrrcn Iiiiiilurcli wurden seine Vorlesuugcn iiber Pbysik von
Zuhorern nus alleu Fwultlteri wie wenige bes1icht. Er besash das
Vertrauen und die Liehe der Studirenden iin hohcn Grade und
der Einfluss, den er ubtr, maclite sicli nicht selten unter den
schwierigsten VerhLltnissen niit dem besten Erfolg geltend. I< t i s tn e r s Thiitigkcit war darnals in der That cine :iusserordentliche;
vuni fruhesten hlorgen bitr znm spiitcn- Abend b a l l ma11 den krliftigsn Mann in steter Arbeit. d u f alle Ersclicinungen seiner Zeit
Init Theilnahrne uutl Liebc eingehend, erwarb e r sich durch eine
unifasaende Lecture und bei eirlern festcri GedUchtriiss ein eben so
~iinfasscnclcsals griindliches elicykloplidisches \Visscn. Ein encyklopicliuches Wissen sagen wir, - uiid bezeichncn damit seine Stelluug
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Vereinszeitung.
zur Wissenschaft. Denn cs war weniger seine Art, die M'issenschaft aehopferisch fortzubilden, als sich diirch ihre Stromungen
anregen zii lassen, wie e r denri fiir alle edlen und geistigen Hewegungen und Tendenzen seiner Zeit die leberidigste Enipfinglichkeit besaas - u n d so hinwiederurn andere geistig anzuregeii und
zu fijrdern. Er t,hat dies theils in einer lsngen lieilie hterarischer
Leistungen. fiowohl wissenschaftlicher als praktisclier Art - tlieils in
seincm Heruf als altademi~cherLehrer, dern er rnit Freiide. ja mit
Begeiwteruiig Ichte. I)er liatheder war ihm die liebste Stelle aeiner
Wirksanikeit, u n d t h ibin die Gabe des frcien Vortrags irn hqhen
Grade eigeri war, so iihte er auf seine Zuhorer eine grossc Anziehungskraft aus. L ~ i t g eZeit hindurch gab es wohl weiiige Studirriide in Icrlangen, die nicht seine einleitendeii Vortriige iri der
Nnturlchrr, die er in deli ersten Wochen eines jcdeii Semesters zu
hnlten pflegte, gelitkt und zwar rnit 'I'heilnahme, niit Liehe rind
Gewiiin geliijrt 1~at.tc.n. Dahei war er ein milder wohlwollcntlcr bicderer Mann, im Uingaiig freuntllich und heiter, iiberall geelirt und
willkoinnieri. So 1ial)c~ii ihn Vielc geschcn, gekanrit, gclieht.
Mit dcm zunchrucnden Alter und bei dar v c r h d e r t c n Richtuiig, die sich in 1)eutscltland in der \Viicserischaft der pliybik und
C'hetn;c geltetid maclite, rriusste sich scitie IYirktiamkeit verringern.
Der Tod seines cineigen Solincg, der im J a h r e 1862 ini bestcn
filarinimltcr als pxktisclier A r z t schtiell tialiiil' start), war fiir den
Vater eiiie srhwere Hcinisncl~uug
; tlazu knni die 13eticliwerde des
Alters, die iliii vereinssrnte und im Vei.kehr nnch ausscn bswhriiiikte.
Doch erhielt er sich fortwiihrend in wisscnschaftlichcr 'l'liiitigkeit
und cignetc sich init Sorgfdt :riles m i , dcrgestalt dass selbst seine E'acligenosseii iiber dcn Unifang seiner Belesenheit erstaurien rnussten.
Ekst-mit deni Neiijahrstag 18.57 bttficl i h n ein eriistlichcs Leideri,
das er zwar gliicklicli iiberstancl, aber ohnc dass er c6 inehr ~eriiiocltt
hitte, voii d a an d:is Lager auf lingere Zeit zu verlnssen. Und
aucti da wnr der Getlalike a n seinen l%erufscin stcter lkglciter irn
Waehen nnd im Schluiiimcr, und seine 1Iauptsorgc die, deinselbeu
lticht rnehr vorstclien zu kiirtnen. 1:s war rulireiiti, wie lailge
er sich wchrte in diese harte Nothwendigkeit einzuwilligen, die
bitterste, die eti tiir ihn gab.
111 seine l'flege theilte sich init drrn bewahrtrn Arztr, der den
Greiii zugleich mit der l'ietat einetl Schiilers clirte, die hoclibetagte
Gatrill, wclche allein otirie aiidere Hiilfe uiit sttriiiieriswerthcr Ailsdauer und klingahe T a g iind Naclit an seinem Lager vc.rhrnclitc.
Erst vor Kurzeni fuhlte er selbst in lichten klaren %ustindeli den
rassc.ltc:n Verfnll seiner KrKfte, die Niilie deh l'odes, und t i ~ hdenibclben ruliig uiid in Gott gefasst, entgegen: dctiii er hatte den
lebcntligcu Gott auch in der S a t u r erkailnt und iii dieaein Gott
dcr Natur den Vater unseres IIerrn Jesu Christi eliren gelernt.
Deiin das Heil war ihm nicht fern gehlieben; er hatte das Evaiigeliiirn
von C!hristrl, dern Auferstandetieri, lieh gewoiinen, er frcute sich
herzlich der Erbauung desselbcu uud hattc, wie er selbst sagte, in
ihrn seine Ruhe gefundcn. So empfing er noch an1 S a n n ~ b r n dvor
acht 'ragen dns hciligeAbendniahl a m tneinen Hiindcn, befahl seine
Seele der retttmden erbnrrneiiden' Gnade Gottes untl verschied am
13.JuIi Nacliniittags 3 Uhr a n einer ciutrctendeii Entkriftung, sntift
und ruhig ini 74. J a h r e seiites Lebens.
W i r aber, seine akademischen Amtsgenossen, seheii ihm rnit
Itiihrung nach, dern treuen Arbeiter. dem hochverdienten Lehrer,
den1 wohlwolleuden gegen Jeden freundlichen Collegen, und
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324
Vereinszeitung.
mit uns viele andere Manner, junge und alte, in der Niihc und
Ferne, die seinen Unterricht genossen und die von ihm vielfache
Anregung empfangen haben.
Was er gelebt hat, war ein redlichea vollgemessenes ‘Tagewerk, was er gewirkt hat, wenn auch weniger in die Augen fallend
und greifbar, doch eine Aussaat f i r deu Geist: eine Frucht, die
d a blcihet. - Und so erheben wir deno dankend und lobend den
Hlick zu dem Herrn der Ernte, der die Arbeiter sendet und BUSriistet, ihr Werk mit seinem Segen begleitet u n d sic d a m zur
liechenschaft iiber ihre Haushaltung fordert. E r wird seine S e e k
i n Prietlen und Gnaden annehmen, e r wird sie, das hoffen wir, i n
seinein Lichte, in voller Klnrheit erkennen lassen, was sie hicr von
aeinen Werken und Gedanken wie in einem dunkeln Spiegel geschaut hat. An cliernischen und literarischen Arheiten aind vom Professor
Dr. K a s t n e r vorziiglich folgcnde zu betnerken :
IGnleitung i n die neuere Chemie 1816. Chemisehe und pharmaceutischc Kotizen. Grundziige dcr Physik und Chemie. Vermischte lhmerkungen. Ueber Iridiurnfrcies salzssures I’latinoxydKali. Darstellung des Scliweinfurter Griin. Darstellung des hlit!eralblau.
Vergleichende Uebersicht tlcs Systems dcr Choinie.
Grundriss der Experirnental - Physik. Ueber Sauerstoffitlier. Vermisclrte chemische l3ernerknngen. fIandbuch der Meteorologie.
Uemerkung zu Diiberciners Entdeckung der ~~:isserstoff-Eiitziiiidurig
durcli Platin. Verhalten des K3liurneiseticyaniirs zu Pliosplicir.
Ueber den Verkauf aufgestrichener I’flatlter. Ueber die MJ/ricn
csrijma. Gleiclizcitige Ihrstellung der SalpetersHurc urid des essigsauren Knlis. Cileichzeitigc l>arste!lnng des Caloniels und den kohlensaureii Natroiis. l’rcnnung des oxalsauren linlks yon dcr oxdsauren Magiieaia. Daratclluiig des Xinnobcrs suf nassern Wegc.
Ueber destillirten Essig und aromatiache Essigslinrc. Kali - lhryl. und
lialkechwcfelleber als eudioinetrisches Mittcl. Das pharmaceut’sche
Waaren-Cabinet des Dr. Th. Martius in Erlmgcu. Vermischtc Bemerkungeii. Sideromcter, ein Instrument zur hIessung des ele ktromagnetischen Fluidunis. Dar&llung voti brenzlichern Wssserstoffgas.
Uebcr wasscrfreic Schwcfclsiiurc. Rcliutzrnitt.el vor den iiachtheiligcn
Wirkutigen der Einathinurig des Chlors. L‘eber die innere Natur
der Mincral wiisscr. Ueber Aufbcwnhrtit~gdes Oetreides. Ailrotimyt.
Theorie der I’olytechnocheniie.
Ucbcr die Natur der GHhrung,
Aethcrbildong etc. Kleine Hemerkungen. W i n e Flamme mit,telst
Kupfcrsalzen. I’hosphorescenz der lIausenblasc durcli Iiisolatiou.
Frischgefiilltes Eiaenoxydul XIS empfindtichcs Keagens f i r 8auer:itofE
Darstellung gnnz reinen W:issers. Darstellung des Bors. l’riifung
des Stickoxyds auf Chlor. hledicinisclic Anwendung dcr schwc:fligsqureri Alkalien. Ariwendung dcs Clilorkalke. Kupferhaltige Mennige. I<upf(:rlia!tiges I)erlinerblau. Ueber die Entstehung tlcr heissen
Quellen. lieinigung schlecliten Wassers. Uehcr Essigbereitnng.
Ueber kunstlicheri hloschus. Ueber den Einfluss der Itnpondci~abilien auf den chernigchen Bestand der Getnische und Grundstoffe.
Darstellung dea Wasserstoffsuperoxyds. Ueber den Zustand des
phosphorsnuren Kalks in den Knochen. D a r s t e h n g des Schw;.felkohlenstoffs. Verhalten der Crotonsiiure zu Eisengalzen. Rosentinctur 81s lteagens. Erkemiun des Arsens im Zinn. Verhalten
der hIennige zu Schwefclsiiure. %riifung des Zinnobers auf Meniiige.
Ueber elelitrochemische Fernanziehung des Goldes. Quellwasscr
rnit easigsauren Salzen. Elektrisches Leuchten bei Auflosung von
Vereinozeitun9.
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%inn in Salpetersaure, so wie bei der Sublimation der BenzoEsiiure.
Darstellung des Saut~stoffgases. Verhalten dee Stickoxydgases zu
verschiedenen Fliissigkeiten. Phosphorsaure Magnesia als Reagens
riuf Ammoniak. Nachweisung fliichtiger Sauren in der SchwefelHiiure. Verhalten der Stiirke, des Gummitl und Zuckers zu Cblor.
Verhalten des schwefelsauren Cliinins und Cinchonins in der Hitze.
Verhalten der Essigsiiure zu phosphorsauren und pyrophosphorsauren
erdigen Alkalien und Erden. ' Verhalten des phosphorsauren Natrons
zu den Salzen der alkalisehen Erden. Verhalten deb pyrophosphorsauren Nstrons e u Magnesiasalzen. Erkenriiing des Eisengehalts i n
sauren Msngan- und Kupferlosumgen durch Salpetergas. Verhalten
des Eiscnchlorids zii Sdpetergas. Abtreiben des Silbers mit Wismuth. Arral.sse des 'I'lieresienbrunnens in Iiissingen. Analvse des
hlineralwassers zu Brunn bei Emskirehen. hlittel gegen Fliegen.
Ueber das Trubwerden des Glases. Cochenille ale Heagens nuf
Eisenoxydsalze. Aiialyse der nassauischen hlineralwliser. Liisliches
Berlinerblau. Schutzung cler Platinticgel ini Feuer. Dsrstellung
des Wassemtoffgases. Darstellung der KohlensHure. Darstellung
des Phosphors.
Natur des h'ermes.
Darstellung des Elisigs.
Verhiitung der nacbtheiligen Wirkungen des eingeathmeten Chlors.
Ueber die Ursxche des Chdurchsie~tigwerdeiis der arsenigen
Siiure. Ueber Salpeteriither. Ueber das Athmen der Pflanzen.
Ueber die Uildnng der Mineralquellen. Zusanimensetzung des
Emser hlineralwassers. Wohlthatigc Wirkung deu Gewitterregens.
Wirkung des eingeathmeten Chlors. Erktmnung kleiner Mengen
phosphorsauren Kalks. Geringer Atropingehalt der Rad. BelladonRue. Untersuchgng der Mineralwkser im Nassauischen. Erdbrandwasser. Nachweisung des Lithions in Mineralwassern. Leuehten beim Sublimiren der Bernsteinsaure, Campherskure, Brenzschleimsaure und Oxalsiiure. Untcrsuehuiig der Mineralwibser zu
Kissingcn. Natur des Diamants. Verfahren, der Schwefelung verdiichtigcii Hopfen zu priifen. llestandtheile dcr Mineralw5sser zu
Hanibach und Schwollen im Birkenfeldschen. hlittheilungen vermisehten Inhalts. Darstellung dcr Schwefelrnilch. Uebcr Soda- und
Salmiakdarstellung. Darstellung des Platinschwanimes.
Farbige
Glasrnassen. Borax als Ytellvertreter des Raliurneisencyaniira zur
Stahlhereitung. Verschiedene chemisehe Mittheilungen. Verschiedcne Recensionen.
In dcn friiheren Jahren hat der verewigte K a s t i i e r durch
seinen freilicli nur in wenig Hiinden erschienenen Gewerbefreund sehr
riutzlich~fur die Iiidustrie gewirkt. Sein letztes umfassendes Werk,
Handbuch der angewandten Naturlehre, ist ein reelles Zeugniss seines urnfassenden Wisseris in allen Zweigen der Naturkunde. Der
Verewigte war in friiheren Jahren ein fleissiger Mitarbeiter an unBerm Archiv der Pharmacie und dem Vereine ein freundlich gesinnter Gonner, in (lessen Verlust wir zugleich den eines der altesten
ruhmwiirdigsten Ehrenmitglieder bedauern, sein Andenken aber in
freundlichem Gediichtniss halten werden.
Dr. L. F. Blc y.
Carl Otto Adalbert P r e u ss.
Unser Verein verlor am 9. Fehruar eines seiner ehrenwertbesten
Mitglieder, den Apotheker C a r l O t t o A d a l b e r t P r e u s s inZirke
durch den Tod, der ihn naehdem e r seit 5 Jahren seines Brustleidcns ungeachtet sein beschuft rastlos ohne aehiilfen beeorgte, im
336
Vereinszeitung.
Altcr von 47 Jahren hinraffte, vie1 zu friih seiner licbenswiirdigen
Gettin und Familie, so wie seincu Freunden.
Uriser P r e u s s wurde am 31. August 1811 gchoren in K h i g s berg in Prcussen, wo scin Vater Organist at1 der Iiibcnichtschen
liirchc war, und besuchtc die IAiibenichtscheSchulc rnit dcrn besten
Erfolge, \vie sein Abgxngszeugniss sagt, in welchem besoudcrs hcrgeholien wird, dass seiii Betragen stets untsdrlhaft. war. Von I826
bis 1830 war cr in dcr Lohrc beim Hrn. Medicinal-Assessor G a m m,
con’ditionirtc spiiter in Iteliden bei Hrn. Apothekcr Fi sch c r his
Johannis 1832, dicrite dann w i n J a h r nb a18 hiilitair-Pliarrnacciit
und conditionirte spiitcr bei Hrn. Apothekcr H i I b c r t in Allcnliurg.
Nachdetn er itt Konigsberg bci D u l k Chetnie und Iiei Mey:c:r l%?tanik den Zeugnissen n w h rnit vieletn Eifer gchort, n m h t e cr setn
Examcn, war rtnchher irt Sch~veidititzzuerst 2112 J a h r bei IIrrl. Apotheker I’lcssn e r und 11/2 J x h r bei dessen Sachfolger Hrn. I3 s n d o ,
von denen er hci seincm Alig:ingc niit dcrn griissten Lobe cnt.lasseii
wnrde. Scin mehrjiihriger Aufeuthalt in Ychweidnitz hatte ihm,
wcil e r neben den sc1tiitzbarstt:n I<igenscliaften eines iipothckerGeliiilfen auch die eines angcnehnicii Gesellschafters hesass, viele
E’rcunde erworb(,n, die ihtn h!i sciiieni Sclieidcn einen init saiilercti
Gefrisscn und sonstigvn Hequisiteti ausgestattetcn Kcaget~tienltastet~
als Zeiclien ilircr hnerltentiung verehrten. Zuletzt war er 231, Jahr
erstcr I<rceptarins i n Ilerlin Lei 111.11. Apotheker J n n g, zu 11esse11
grosstcr Zufriedenhcit. Von hier HIIS knuftc er die Apotheke i n
Zirke 18-13, wurde 1844 Alitglicd unseres Vercins und Iieirc.thete,
nur der Wahl seines Herzcns folgend, Friiulcin Auguste Iieichnrd, mit
dcr er in glLicklichcr Ehc lebtc nnd webte: dcnn in dvn lctzten Lvbensjahreii unscrm P r e u s s war sic CE, dic., wenn er durch l h r i k h e i t
behiutlert war, dem ganzen GeschLft niit Umsicht u n d seltcner %uvcrlksigkrit vorstand und dennoch das Hauswesen und die Kinder
iu i n u s t e r h ~ f t e rOrdnung hiclt. hlit iltr betrauern 1 Tocliter uud
1 Hohn den zu friih Vcrblichencn, der nicht allein als i\potlieker,
wie auch n1s iicht preussischer Patriot in der ganzen Cic.gertd einen
guten S u n e n Iiiiiterlasaen hat. sondcrn aiich init Aufopfcrung eigenen Vortheils seineni Illitburger half und trotz der wankenden Gesundlicit. j a sclbst ohite Gehiilf(?ii, Aeuiter h i der dtadt und Iiirche
mit l l i n ~ e l ~ u nund
g Erfolg verwaltete. - Auch ihm waren von
l l a u w iliclit tlic hlit.tel gt:\vorcleit ciiieit cigetten IIcerd zu begriirlden,
nber auf Grund seiner iiur Lob uud Liebe hezeugeridcn Attestc
gab ihni ein E’reund seiiics V:ite& das dazu niithige Capital, das
auch von tlessen Erben der Wittwe uiclit gekundigt wird.
0 mBrht.cn docli nnsere jct.zigen Ocliiilfcn es bedenken, daps Kie,
die jedes Vieiteljaltr eincn neuen Principal suchen, nicht Gelagenheit haben, sich deren oder des Publicurns Achtung, vielwertiger
Vcrtraueti zii crwarben, das iiur die Frucht einer bewiihrtcn ‘I’IIPtigkeit u i i t l ‘I’iiclitigkeit ist; dnnn wiirden sie mehr dem Geschiifi. u n d
der Wissenschaft sich hingeben und nicht der Zcrutreulung uud
dem Vergnugen, in dcren Yolge sic hiichst unreif die Studieti beginneu, den Stotf nicltt bcwiiltigen konnen nnd wenrr such tticht
heim Examcn durchftrllen, docli n u r rnit No. 111. dusselbe als Stuinper
bestchen.
B e r l i n , 31. August 1858.
A. S e l l e .
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