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3. Zur Rledici~algcsetzgebang,
Beti-crchtv,,gm iiber (lie Iloniijoputhie, b e s o d e m in Riicksicht
des iirztl.icheu SeZbsttbisi,e.nsil.e,is *).
A 11
tlcn 1)ircctor tles Borddcutsclieii B€intlickcr-Vcre.ins,Herrii
Mecliciiialr:itli Dr. I i l c y i n Eernburg
zn gcfillii:er l<eiintnissiinlimc untl licliebigem Gel~rauclic,init tlein
J:einerkc.ii, class Se. Flolicit tler iiltcl;trcgicrc?iitle IIcrzog ( i i i giifidigptcr Ucberciiistiiiiiii~iri~
iiiit. tlerii riinstelieiideii S e p a x t - Votuni) gcruhct h:ilren, mittelst Iluchsler Ikwlutioii voiii 26. Octobcr c. zii
yerfiigen.
(1:i.s; c6 iincli bcstniidcner Priifiiiig in der hoinoopatliisclicii
Pharmncic o i i d ~\rziiciini:tel!c~lire jcdcm A n t e z i i gcstattcn
sr i h omiio pa thir clie Arzii ci - 'i.i!r tl ii n 11nngeii ii II d Verrci huiigc 11
fiir seine Krxrilieii sc!ii.+t xiizril~creitenu r i d zii dispeiisircir,
tliere ICrlnnbiliss jetlocli rrl;isclicii soll. sohdd a m LYohnortc
iles Arztrs cine liilligtw Ailfurderungeii entsprechentlc rein
hoiriijopxtliisclie z\pOthcke eiiigcriciitc!t kt. dercn Anlngc iibrigcii.j dciii fwien 1YiIlcii tlc.5 Alwthclters iibcrhsscn hlciht.
Anf Gruiid der roi*stelieiitlcii Hi;clistcn Resolution ist 11. Rcgierung iuid resp. (Iris 11. h1cdiciii:il- C.'ollegiuiii mit tier Bi:nrl,citiiiig
ciiicr LczCglicheri Verurdiiiiiig ziir Xcit bescliiiftigt.
I ) ~ s s : l l l ,;In1 15. Sovcmber 1853.
Der IIerzogl. Regicr~iiigs-~Iedicinnlrsth
Dr. Frail k cl.
~
\rot17m, die homiiopntliische Diqxnsirfrnge betreffend, ab-
gcgeben in der Hcrzogl. Itcgierung
zii
Dessnn.
T'rinciliiell bin ich clnfiir, class die von Sr.Hoheit, deiii Hcrzoge,
rinteriii 50. Jiiiii 1835 nrif Grunt1 nirhrjlibriger. SOHWIII in der (lamiligcn Xlctliciid - (.'otiiinissioii iiud IIcrzogl. C'ammer, 31s nnch irn
<Ltiiiirt Sr. Hvlieit sellut gcpflogciier I3ernthungcn erlnssciie Cabiiiets - Ordrc, \velche also lnutet :
.,Ich tindc die Yorschliige der Rlcdiciunl - Commission vom
c. ganz n i i ~ c ~ i i c s s c(niimlicli,
~i~~
tlnss dcii.jenigen Apot l l ~ l t ~ a~n~ ~tlcrcii
i , \Volinortc otlcr iii desseii Niihe ein die lioinihynthischc Hcilmctliodc niisulentler Arxt sicli betintlet, 2111'
I'iticlir. geiriaclit wiirdc, eiiie Iioiniiopntliische Apotlrclic einzuricliten; " i i i i r i wekc (lie Cninincr hirriiiit an, iliuiach izi verf:ihrcii,
inclcni dic Iioniijol)ntliisclicii Aerztc lccinen Yorzug \-or den iibri, ~ t ~t\i:reteii
n
vcrliiiigen k31incii. P;iiier ~ c s I I ~ I I zu
J crlafisctitl~~n
6fl'c1:tIiclicii 1lek~iiiiitm:ieliiiiig bcdnrf es iiidcsseii nicht, dn die
~..
+:) 111 I't,llci,ciiistiiiiiiii!iigniit mt:iircr<.ii ~Ictlicinnl~icrsolicii
in A n l ~ n l ti v n r c i i vor zwei J~thrciiriicksichtlicli dcs lioiniiopntllisclien
Selbstclispensircns nntl dcr 1:cvisioii Iioiiiijop:itIiisclirr Apothcl . , I I ~ .: i 'i i i ~.lrlieitc.n
c
gelicfert, c ! e i i c i i voii Scitcii cinizer Aerzte
ibiiie noch tveitere Aiisclehniing gc'gebcn wcrdcn solltr.
tlriinnls ciriige Hiiitlcrnisse ciiiitriiten: so ltoriiitc erst jctet ill
tlic>G:r ..\ngclcywlirit vorgrgniigcn wcrdrn, und icli h b e Z U iiiichst ciii liiiclist uinsic.ht,igcs Gut.nchten meincs F r r i i n d c ~ ,
tier I<cgirru~igs3lctliciirnlrnthes 1)r. F r ii 11 k e 1, an den 'rag
t rr:tc.:i.
L)r. I 3 l e y .
~
~
104
1~’eveinszeitztng.
Vcrordnung vom 18. Februar 17% sclion das Erforderliche
vcrordnet und es n u r darauf ankornmt, diese Verordnung auch
gegen homoopathische Aerzte m f r e c h t zu erlialten, denen, es
aber ebenfalls billig naclizulrtssen ibt, in Nothfiillcii nus esiier
lteise - Apotheke Arzneien zu geben, die sic aus einer i i i l h d i sclicu privilcgirtcn Apotlieke z i t iiehnieti habenu
aufrecht erhsltcn, jedoch init Riicksicht auf die seit jeuer Zeit sowolil im hieeigen, als aucli in nndcrn deutschcn Landern geniachtc
Krfdirung, dahin i n o d i f i c i r t wcrdc, dnss die Apotliekcr iiiclit mi
Y e r pf l i ch t e t i sind, fiondern diiss es ihreui frcicn IViIlen uberlasSCII bleibt, rein hoiniiopstliische Apothekcn eiiizuricliten.
\\‘u dersrtige honioopathidche, billigen ~4iiforderuiigennach deni
Ermessen der Iiegicrung entspreclieiide Almtlickcii eingcrichtct
siiid, linben die Aerxte (lea Selbstdispciisirciis Iioinoopatliischcr Arzncien sic11 zii cntlinlten, jcdoch dcrgcstalt, dsss cs den sogcri:iiinteti
IioiniioI~~~tliiscIicii
Aerrten, wie nllcn iibrigcii Aerxten nachgclnsscii
ist, ilircn Krnnken anf dein L a d e und sotist in dringeiiden Fiilleii
Iioiiiiiopatliisclic Arzncicii ~nitzunchiiieii,zu diescin 13cliufe aber init
eiiicni \’orratlie y o n Arxticicti, den sie nus eiiier inliiiidisclieti Iiomiiop:itliisclieii Apotlickc in einetii inoglichst wcit zulcrcitctcit Ziistandc zii entnehrnen hnbeii, sich versehcn diirfen.
Ail Ortcn hitigegcn, wo dcrglcichcn IiomiiopRtliisclie Apotlicken
niclit cirigerichtct sind, stcht rlcn Aerzten iiiclit bloss dic Selbsfvcr:rlreicliiing liomiiopathischcr Arziieieit, sondcrii nuclt dic ‘Lubcreitiing dicscr Arzncicn i n nusgcdchiitem rllnassc frei, unter der Uedingiitig :
1) d;~ss sic ilirc licniitiiissc und Fertigkcitcn in dcr Iloiiiiiopiithisclicii 1’li:irnincie i i i i t l Arzticiiiiittcllelirc in citicr l’riifuilg tincliwciseit, welchc iiur deiiijenigen proiiiovirteii und z u r sell~ststitidigen
uird utibcscliriinktcn iirztlichen Prnsis bcreclitigteii Arzte erlnsscti
werdeu rlarf, der notorixeli inindestcirs seit 6 J:ihreii die honiijopaithischc Heilnicthode nusgeiibt h a t ;
2) dass sic cin Tagcbuch fuliren, in wclclics dic nusgegcbcnen
Arzneicii iinch ihrer I~eschaffcnhcit u n d 1)osis uiitcr Bezeiclinnng
dcs Pnticntcii iuid des Dntiirns cler Veriibreicliniig cingctragen wcrt1c.n untl wclclics :inf Erfortlcrii dcr Ikhi;rtlc vorzulcgcn ist.
IXc im Vorstclicnclcii vorgcsclilngcnc Einriclitung stitiiint init
dcrjetiigen iiherc.in, die irii Grosslierzogthum S ; ~ I i s e i-i \Vciinnr
tliucli \-crordiiung vom 11. Septetit1)er 18-16 gctroffcti ist (cf. \ - o g c l ,
die iiicdicitiische I’olizci\~issciiecliaft,S. 151.), und melcllc, nncli eitiein
kiirzlich ~ o n Gcli.
i
IWli I)?. V o gel an die Ilerzogl. I<egicriii)g nllliier crstdtteten IJcriclite, dort voii so gutcin Erfolge \vat-, dnss jetzt
olinc wcit.cres bef6rderliclies Kinschreiten siiniintlichc Acrztc, welclie
i i i i Grosaherzogthum die Iioin~opatliisclieHcil:irt niiwwden, ilirc bcziigliclicn AIittcl ohnc Aiisiinhinc: au$ dcn Apothelteii versclireibcn.
Iiciii c4nxigcr Arzt lint iirn die Erlaubniss des Sclbatdispensirens
llacllgcsucllt.
I lie go. Sncliscn - \Veimurschc \‘crordniing stcht in dcr hlittc
zwischcit den I:streineii, tleuen dic beziigliclien Gcsetzgeliiingcn
ciiicrsnits iii l’reiisscu i i i t d .4iili:ilt- l ~ ~ ~ r i i l ) i i r:indcrcraeits
g,
iil dcii
liiini~rciclicii Siicliscn, Ilnycrn, \\‘iii~tc.iiilcrg, l-Iaiiiiovw 11. s. \Y.
firlgcii. I)ic zuletzt gciiniititc~i (;csctzgcbiiiigcti gclicn voti tle:n
l’iiirc4pc aiis, tl:iss die Apotliclrcr :illi:in I ~ c r ~ c l i t i gsiiid,
t
wic .4ri:tieicn iiherliniipt, 80 :iucli Iioitiiio~i:~tliiaclic
Arzneicii ziizirberciteii uticl
im Eiiizeliien abzugeben, rlesliallJ aber die Vcrpfliclitniig li:ibcu,
honiijuliathisclic Arziisicn veil giiter I~cscltnf€’cnlicitvorriit.liig zii Iialtc:ii,
Vereinszeitzciig.
105
sobald dieses von cinern in ihrem Absatzbezirke regclmiissig ordiniwuden Arzte verlnngt wird.
Die zur Zeit in Preussen besteliendc Verorduung vom 20. J u n i
1843, der die Bcrnburger Ycrordnung voin 14. August 1666 wortlich sich arisehliesst, geht ron dern Principe nus, dass jeder Arzt,
der dic Priifung in der homoopathischen Arzneimittellehre bestanden, das Reclit habe, linnioopathisclie Arzneieu selbst zuznbcreiten
nnd auszugeben, deshalb nber verpflichtet sei, die vort ihm gefuhrte
hmoopstbische Apotheke vorschriftsrnissig einzurichtcn und i m revisionsrniissigen Zustande zu erhaltcn.
Zu dcr von lnir festgehalteneu Ansicht bestimmen uiich folgeiide Griintle und Er~vlgungcii:
1) Der :tllgemeine conservative Grundsatz iiberliauyt dnss die
gesctzgeberische l'hiitigkeit vor allen Sprungen sicb Z U hiiteu, die
Cout.iuuit5t der Hechts- Entwickeluug festzulinltcn, an die historisch
gegebcnen Zustiiude ~nzuschlicssenhat. In dcr vorliegcndcn Fragc
ist durch die hochste Ordre vorn 30. Juni 1837 fur den Dessauer
und durch #die hlcdicinal- Ordnung von 1611 fur den Cotlienschen
Landestheil die jetsige geset,zliche Lage der Sache gegelen. Das
in clieser hijchsteu Ordre, resp. der hledicinalordnung niclit ctwn
lieu aufgestallte, sondern iiur erneuei-tc I'erbot tlcs Selbstdispensiyens der Aerzte wird in meinern I'orschlage principiell festgelialten
uiid iiur der Iireis der zulLssigeu Ausnahmen erweitert, n i e cs
dern gcgcnwiirtig Iiervorgetreteneii praktisclien Hedurfnisse entspricht. Auf d i e s \\'eise hleibt dais neue zu erlassende Gcsetz ini
c.ontinuirliclicn Zusarnrneiiliange mit den1 alten, und wird das yevolntioniire Ueberspringen von Clem bisher befolgten zum dein cntgcgengesctztcn Principe verrniedcn.
2) Die Cabinets- Ordre Sr. Holicit vorn 30. J a n i 1837 ist sus den
sorgflltigsteii nod griiiidliclisten wiihrend 5 Jahre gepflogenen Herathungen dt:r betreEenden Ikhorden hervorgcgangen. ])as Interessc der Hornonpathie w:ir dahci mit besondercr Lebliaftigkcit und
Snclikeniitniss vertreten. Die Vcrtrcter dcr fiir die HornGopatliie
gunstigen Ansiclit vcrlangtcrr datnals n u r 01e i c h s t cl1 II 11 g der
Iiornoopathischen Aerzte, niirnlich dnss ilincu dicselhe Freilieit gewlhrt werden miiclitc, \vclclie die sogcnanntcn alloopathischen Aerzte
geniisseu. Dicse diirften in allen den Fallen ~elbstdispensiren, wo
dic -4rzneirnittel nicht schncll gcnug ails den Apotheken zu erlaiigcu wi.reri. So latigc also (nurde angefulirt) keinc gut ciiigc.ricliteten und Zutrauen erweckcnden homoopathischen Apotliekeu eristirtcii, wjiren die homoopnthischen Aerztc auf dic eigeiie 13ereitiing
iind Abgahe ihrer Mittel Iieschriinkt. H:i 11 11 c i n a II 11 u ~ i d sciiic
Anhiingcr innelit.cii w n i Selbstilispciisiren nur deslialb (~abrauch,
rveil cs ihncn an der Gelegcnheit fchltc, ilire hlittcl nus rein homiioyathisclien Apotlicken ZLI bezielicn.
DRS Selhstdisprnsireri dcr hoiniiopatliischeri Aerzte im Allge~ucinen wolle er nicht vcrthcidigen, votirte damals der Canimcrdirector hI o 11 8 , ein sachkundigcr Vcrehrcr der Hoiniiopatl~ic:,,dclin
4as Se1bstdi:pcnsiren machc iiicht das eigentliche Wcsen der Ilomoopathic arm". \Venn riichts dcsto wcniger jetzt, d a eiiie vorzuglich gute und das volle Vertmuen des horniiopatliischen I'ublicurns
Iiesitzcnde rein 1iomoopnt.Iiischc Apothckc hicr iu Dessnu hcsteht,
tlennocli die hiesigen homoopathischen Aerztc vorn Selbstdispensireii niclit ~ b l a s s e n uild IAztcres fur eiuc Lcbensfragc der HOtnijopathie erklaren, so licgt nuf der Iinnd, dass sic? niclit eine
(~lcichst.ellniig,sondern cine 13evorzugong vor den ubrigcii Acrztcn
8
Arch. d. PhnrIn. CLVII. Bds. 1.Hft.
106
Vereinszeitztng.
vcrlangen und keinc sndercn Briindc habcn, als rjolchc, aus wclclicn
von jelicr ein Theil dcr Aerzte, gleichviel zu welcher blethodc sic
sich bekennen, gcgeii das reccptmlssige Entnchnicn der Arzneien
:LUB den Apothelren sich gestrlinbt lint, (1. ti. eiitweder 311s Gewinnsuclit oder uin dcr Ilcobnclituiig, Ueaufsichtigung und Controle
ilircr 1)raxis sich x u entaiclieii, odcr endlicti uni deli ‘ortheil iiicht
zu entlAircn, dcr fiir den Arzt dxvaus entspriiigt, weiin der I’aticnt
die I ~ q u e n i l i c h k e i that, nicht crst Schreibiiistel.ialieii hcrbcischaffcn,
nacli tier Apotheke schickcn, und Apotliekerrcclinnngcn bczalilcn
211 niiisscn. Urn dieser Bcqncmlichkeit resp. tlieses Vorthcils willen
das Selbstdispensiren homiiopathiwher Arzneien all emcin zii gestattcn uiid was bishcr nls Xusiiahme galt, zur Rcgcf zu’erheben, somit aber dic ganze ~lcdicinalordnung,mie sic hier bcsteht, zn alterireii nnd dereu ruhige u n d organische Fortentwiclielung zu uutcrbreclieu und umzukehrcu: dies erscheiiit mir als eiu ganzlich ungerechtfcrtigtes wid wegen seiner Couscquenzen .gefihrliches \-erfdiren, nbgcsclien davon, dass liicrinit ciiic l’raniie nnf die Anwenthing rcsp. die Ilcnutzong ciner Heilinetliodc gcsctzt werdeu wiirde,
zu welcher n u r die Minderaahl dcr Acrzte sich bekcrint.
3) D i e Regierurig a19 hlediciiinlpolizcibehorde h a t ilircn Standpunct iiber den streitenden Partheien zu iicliincn uiid darf iiicht
d e r einen gewiihren, was sic der anderu nus gutcri Grunden versagt.. Sic lint n u r dafur zu sorgen, dass dcr BIinoritiit - der homoopntliischen l’arthci .- niclit Gewalt nngethau, dabs freier 1l:iuni zu
i1irc.r Ihtwickelung ihr gelasscn, die nus ihrcr Eigeiitliiiinlichkcit
Iierfliesscndcn Bcdingniigeri ihrer Esisteiiz ihr nicht eritzogeii oder
1-erkiirzt wcrden. Dafiir Iixt die Regierung i r n Dcssauischen Lnndcstlieilc durch die auf Grund der mehrgedacliten Caljioets - Ordre
vom 30. J u n i 1837 befolgtc Verwnltungs - BIrximc liinliinglicli gesorgt und es ist kcin einziger haltburer Grund vorhauden, von
tlicser bisher in der Sachc bcfolgten hlasime abzugehen.
4j Dic Homiiopathie kniiri n u r vom historischen Verstaudriisse
nus mit frciem I3licke beurtheilt mcrden. Dieser frcie N i c k fehlt
zur Zcit iiocli den meistcii Acrxten, znmnl aber den Nicht - Aerzten.
D i e nnpartheiische historisclic \Viirdigriiig der IIoniiiopatlije iet. zuerst in der rncdicinischcn Literatur voii m i r aiisgegangen, i n mciner
Srhrift : .Die Homiioyathic in ihrcin %asarnmcnhangc ruit dcr G e tjcliichtc cler BIedicin u. s. w. Leipzig, 1883’. I<larer ale i n dieser
Jugciidschrift hahc ich in meinen spHteren Druckschriffcn, nanicntlich in meiner Kritik von 6 c h r o n ’ s Werlr iibcr die Naturheilprocessc etc. jllerliner Jahrbiiclier fur wisscnschaftliche Kritik, L)e1837), tlic historisclie Uedeiitung des H a 11 II e in n n 11 s ch e xi Systcinu
dsrgclegt und ich hnbe die Genugthoung, dass mein unpnrthciisclicr historischer St:indpunct nnch voii hninoopathisclier Scitc her
Ancrltcnnuiig gefitndcn h a t (conf. die Kritik ineiner iieucsten
Schrift iibcr dic Geschichte der Rledicin i n Anhnlt. i n II i r s ch e 1’s
Zcitsclirift fiir homiiopatliischc Kliiiik, Febrnnr 186!J). Ucii inir geiiiacliten Vorwiirf dcr 1’artheilichke.it gcgcn die Homijopathie muss
icli dcshalb : t I l c s E r n s t c s z u r i i c k w c i s e n . i\:ie aher die 110niGopntliic bci ihrcm crstcn \Viedcrnuftrcteu. mi Ailfang dcs 19.
Jnhrliundcrts cine gcschiclitliche Notliwcntligkeit und fiir die Ijeilkuiist i i n G a i ~ z e nvon tlcn wohlthiitigsten Folgen war, so ist aurh
grgenwlrtig iiocli dcr Fortlmtand ciiicr homiiopathischen BIinoritiit
u i i t l Opposition g u t und crspriesslich, gcgcniiber iiisbcsondere der
unter tlcu herzten ziir Zrit sehr vcrbreitcteii li a d e m a ch er’schen,
mit spec. Rlitteln in grossen und hcroisclien Dosen operirenden
Ve~einszeitioig.
107
IIcilmethode. Dic ~Iedicinalverwaltunghat dcshalb ein Interessc
tlarnn, dass die HornGopnthie nicht nnterdriickt !vel.de. Uiescs
Interesse reicht jedocli i i c h t SO weit, dnss dic ~Icdiciii~ilverw:tltiiiig
sicli herbeilasscii solltc, der Hoiiiiiopathic durch kiiiistliche Mittel
bcim Publicuin Verbreitung zii verschatfen.
Ein dcrartiges kiiiistlichcs, nicht ails der Katur dcr HoniiiopntEic entsprungencs Mittel aber wiirde sie ahsoliite Dispeiisirfreiheit
sciti, \vie sic der hornooputhische Arzt iii der vorliegenden unterthiinigsten Eingiibe heansprucht.
5 ) Als hauptsiichliclister Grund fiir dris Selbetdispensireii der
homiiopatliischen Arziieicn wurde friilicr nngegehcn, dass mnn die
Bercitung und \'crabrcichiing dcrsellicii dcni Bputhelrcr. dern iiatiirlichen Feiride der I-lomoopathie! nicht verantraucn konnte, da es an
plijsischen Priifungsmittelii fehlt, die Giitc iind vorschriftsmiissige
~i~sc.l~:ifferilieit
der yon ihin gelicferteii Arzneien zii controlircn.
IXcscr Grund traf fruher zu. Jetzt ahcr, seit 15--220Jahren, haben
viele, wcnn auch iiicht die Blehrztilil, der Apotheker von ihrer Op.
position gcgen die Homiiopatliie :ibgelussen nnd deli Aiiforderungen
derselben sicli gefiigt. Von den homiiopritlii~chenAerzten wird jctzt
iiiclit mehr Lestritten, dass der ApotJieker fiir die Ijereitung der
homiiopatliischen Urtinctureii uric1 Stnnimprapnrate nicht eutbchrt
wertien ko.nve. Diese Urtiiictiiren fliissiger, uiid die Urverreibungen (a. h. tlic urspriinglichen drei otler inehrercii Vorberritiingss t ~ i f e ~ it )r w k n e r Arzncistoffe*) wertlen jctzt ullgetnein aus den
Bpothckcn bezogen. Es liandelt sich also gegeii\vLrtig nur noch
i 1 1 1 i die F'rnge wcgeii der liereitwig und Vernbrcicliung der lioinoopntliischcn . ~ r z n e i - V e r d i i n n u n g e i i . Aber auch diese Verdiiunungeii a n d Vwreibungcn bis ZUT X. oder 30stcn I'otecz werden jetzt
voii den homoopatbisclien Scrzten grossteiithcils ails den homiiopnthischen Apotheken entnommen mid dic bedeutendsten Aiitoritiittn untcr ihnen, wic z. B. T r i n k s und H i r s c h e l in Dresden,
A i: g i d i in Berlin ti. s. w. liaben ofl'eii crkliirt, dass dcr fruhcr ails
d c ~ nRlisstwricn gegeti die Apotheker hergeleitetc Grunt1 f i r das
Selbsttlispeiwircn jetzt nicht inehr bcsthnde. Lediglich zu der eiu
iv1011atelangf'ortgesetztes Reiben oder Schiittelu erfordernde Uereituiig der wgciiannten I-Iochpotcnzcit, d. h. der iiber die 30ste oder
Decilliontel \'erdiiiinung liix~nusreichentle~~
Potenzeit, der 200 bis
15O(JteiiVerdunnung, wie sic einzelne exaltirte homoopathische Acrzte
;~n\vcritlcn,niiigen sich gewissenhnfte Apotheker in cler liege1 nicl?t
\erstchert. Uiii tliescr esaltirten 3Iinoritiit untcr den hornijopnthisclieti Aerzten ZLI geniigen, sollten wir unaere Mcdicinal - Geeetzgcbung iiiiiltel~~en
lnsscn ?
ti) Dn tler untcr 5. nngcgehene 1i;rupts;lchlichute nncl seiiicrseits
zut.rcffendgmeaetic Grund fiir dns Iiomiiopathische Yclbstdispetisiren
jetzt iiiclit inehr sticlihiiltig ist, so wird hoinoopatliischerseits nach
allcrhnri!l xilileren Griinden gcsucht. Es mird behaaptet:
-
*I Fiir d i c : tlrei erstem oder nueh inchrereii Verreibungsstufen
felilt es an. einer gcnieinsnmen l?ezeiclin~ing. Die von €1.
Regirrriiig i n anitlichcii Erlnsscn gebrmchte Bczeichnung
" U r VerreibiingeiiJ hat Opposition gefunden. 1%
werden
ahcr tliirnn so lange festhalteii k6niien, liis uns eiii passendc.rer Ausdriick vorgeschlageii seiii wird. Gegen dcn bci der
I<. Ocsterreichischcti Regieriing gebrluchlicheii Aiisdrock:
-Stainin -'I'iiicture~t und h n i m - I'riipnrate' hiitte ich kein Iledcnkeii.
8*
-
108
Vereinszeitung.
a) Das Interesse
dcr un1)eniittelten Krnnken crforderc clas
Selbstdiupensiren; bei deni Verbote desselben wiirden die
II’ohlhrrbenden sich Haus - Apothekcn anschaffen, hierdurch
aber
b) die medicinische Pfuscherei bcfiirdert werdcn, d a dern Publicum iiicht verboten werden konne, liornoopathische Haus-Apotliekeu zu fiihreu, aus denen die Uesitzer auch a n freinde
Personen Arzneien, austhcilen murden (A e g i d i in I3erlinj;
c ) das Selbstdispensiren sei uberhaupt das natiirliche Heclit dcs
Arztes. welches er jederzeit wieder ausiiben kiiune (13 u ch u c r in hIiincheu
d ) das besteliendc erbot des Selbstdispensireus beziche sich
nicht nuf die liomoopatliischen Arzneieii ; denn diese wHren
lieine Arzueikorper im gewoliulichen Sinne, sondcru dynrriiiische, geistige, unniaterielle Potenzen ( R i c k i n g i n Berlin);
dn dieselbrn nicinals positivcn Schndeii st.iften liiinneii, so sei
e) die Controlirung des Arztes durch dns in tier -4pothekc iiiederge1egt.e Iiecept unuiittiig und das Verabreiclieu der 110nioopathisclicn Arzncicn von Seiten der Aerzte oliiie allcs polizeiliche Hedenken.
Ich bernerke hieruber kiirzlicli Folgeiitles:
Ad u ) Auf das Intcressc der Armen habrn sich von jchcr die
das Selbstdispensiren uberhaupt vcrtheidigcudeii Aerzte herufen;
sndererscitts ist aber cliese Herufung als eiu lecrer Voiwand liingst
iinchgewiesen. Conf. die Eingabc .der Zerbstcr Acrzte voin Jnhre
1745 uud die Vota der Rlitglicdcr dcr Furstl. Landesregicrung zu
Zerbst, in dam sodicgendeii Acteiihefte. Biit Heclit hemerkt dcr
Canzlcr von Kalitscli : ,Die christliclie Tugcnd, den Arincti Outcs
zu thuii, liisst sich zwsr tiiclit wohl einschriinkeii und bliebe dencn
h1cdicis tnit Griind und Hilligkeit der Cebrduch ihrcr; I’rivat - Apothcken dazu frci; sllcin ausaer dem Uitt,crschleif, so dabci vorhcrgeheu kann, sind ilinen ja undere \Vege clszii iticht verschlossen
e. g. wenii sie die Heceptc umsonst schreibcn 11. s. w.‘
A(l b) Das IIalten yon horuiiopathischrn Haus -Apothckea kaiin
dcoi l’ublieurn niclit vcrhoten wrrdeii ; iiidesscn dem daraus erwacliseudeu Unfug clcr incdiciiiisclieii l’fiisclierci liisst sich steucrn.
Den Aerztcn nbcr kann zur Pfliclit gemacht wcrdcn, \vie es auch
schon von der vornisligen Herzogl. Canirner in1 Jahre 1337 gcsclielien ist, iiber die :tiis clerglcichcii Haus - Apotheken verordncten Arzn e k n Hecepte tiiederzusclireiben. Uebrigens hat die Snche a u c l
illre gute Seite. Sic wird den Apothekern ciue Aiir~gung scin,
sich uiit den I~o~nuop:ttlii~cliett
Aerzten auf freundlicheu Fuss zit
stcllen. Lct.atcrc a h werdcn mchr iind melir einschen, dass sic
die Apotheker nicht entbelircn kiinnen und dern Vortlieil dcrticlbeii
niclit zu nalie trctcn diirfen. So wird der jctzige hiiusliclle Zwist wahrsc1ic.inlieli in niclit nllzu langer Zeit einem normaleii Verhaltnisse
zwischeri beiden Plntz maclieu. w;ihrcnd im Gcgenthcile die 13cwilligung unbeschriinkter IXspensirfrciheit an die IiomSopntliiachcn
Aerzte den Kriegszustand zwischcn ilinen und den Apotllekern hcfestigcn miirtlc.
Ad c) Die Rehaiiptung, dnss da.9 Selbstdispensiren dss natiirliche Recht und dcr chtaracler indelebills der Acrzte sei, ist nur
thcilweise gcgrundet. Allerdings im Altcrthnmc, bci den Grieclien
n i i d Rolnern, hsbcn die Aerztc: ilire Arzneien selbst bercitet uiid
vcrabreiclrt. Es hicsse :her die Gcschiclite von vorn wieder anfiingcu, wenii mir suf die .unentwickeltcn Zustiinde der Altcn znriick-
t?
Vereinszeitzrng.
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grcifen mollten. Scit tlcr hlitte des 13. Jahrhunderts h a t sicli der
Apothckerstand gebildet untl nach und nach das Recht des Dispeusircns tler Arziieicii zucrst fwtisch von deu -4crzt.cn abgetreten
odcr iiberlnssen, sodann von den Lnndeslierren durch Privilegicn
bervilligt., eiidlich iri neuester Xeit durch sllgcineiiic Verordnungen
zuorltaiint erhaltcn, .jedoeh unter der Voraussetzung, dass er die
deii Aerzten benuthigten Arzneieii iii gutern Zustnnde und den besontlereii Anordnungen der Acrztc gemiiss bercitete u n d a n die
I’aticnten abgebe. Der Apotheker bctintlet sicli niithin iin I h i t z e
cines ihiu bedingungsweisc von dcni Aerzte urspriinglich ahgctreteiiei~,uriter Vorni~ssetzungjener Ilcdingiing diirch die Gesctzgcbung
bestiitigten Bcchtes. Erfullt er die ihrn gcstclltcn Bedirigiuigen,
80 darf ihn der Arzt in seioern Ijesitze nicht stiiren. Kann jedoch
der Apotheker wegen zu grosser Entfcriiung seines Wohnortes von
deni dt:s Xrztes oder Ptrtienten, odcr will cr wegen inangelndeii
technischen Eiiiveretiiiidnisses den Bediirfnissen odcr .4nfordcrungen
des Arztes niclit iiachkoniiiien, tlanii tritt allertlings der Letztere
seiu iirspriiiigliches Reclit, (loch nur voriibergelieiicl, wiecler an,
und bchaiiptct es so larye, his &in Bedurfnisee resp. scincn Anfordcrungen Geniige gelelstet ist. Fillle der ersteren Art liciinmen
i n dcr tiiglichen Praxis vor und cs stelit deshalb jetleni Arzte zu,
eine Iltius- Apotheke zu fiihren : Flille der letztgcdachten Art pflcgen
voraultommeii, w e m die mcdicinische IVissenscliaft in grosser1 Uebergaiigs- EIioclioi begrifhi ist, so zur Zeit der Paracelsischcn I!eformation iin 16. Jallrliundert, ferrier im 17. Jahrhundert, als die Chemi.itric Rufkaui, tlcr dic Apotheker nicht folgeii konnteii, weshslb
die :\crzte die Ikreitung ihrer chernischcn Priiparate eine Zeit Iaug
selbst i n dic Hand nahmen. eiilllich in unserer %cit mit dem Auftreten der H a h n e m a n n ’schcn Schule. Das Selbrrtdispensiren der
Acrzte war jederzeit mid ist nuch jetzt n u r ein Nothbclielf und
~ ~ S I J voriihcrgclien~ler
.
Ausii~ihmeznutaiit, nuf desscn Ueseitigung
miigliclist hingewirkt wertlen niiiss.
Ad d ) Wiireii die Iiomoopathischeu Arzncicn wirklicli dynaniischc: immateritllc Potcnzcn, wic Licht. Elcktricitat, B1:ignctisintis, so wiilde :illerilings dcr I.:in\vand R i c k i n g’s gcrechtfertigt
sein. Dcnn dynarnische I’otenzen kann und wird der Arzt nicht
a ~ r ider Apothekc verschreibcn. I)och tler Theorie VOII der geistigen, elektrischen oder mngnetiseheii Kraft der hornuopathischen Arzneicn siiid niir die wenigstcn unter dt!n homijopathischen Xerzten
znjiethan: unter den hicrlandisclicii Ilonioopathikern meines \\‘issells nur Ih. Lu t z e , welcher behauptet, dass die ihm inncwohiiendc magnetische Kraft auf die voii ihm bcreiteten Arzneien
iibergehe.
Ad e ) Dcr Ucgriff dcr homoopnthischen Arziiei iut sehr S C I I W C ~
be.tirntnbnr; die Arzneien, welche dic homoopathische Schulc nnwentlet, sind iin \Vescntlichen dieselben mit denen der ubrigen
Aerxte; n u r i n der therapeutischen Indication, nach welcher das
Xiittcl gewiihlt wird, wcicht die iicuc von der nlten Srhulc ab.
‘rro:z tlieser Abweichung giebt es sehr vielc liraiikheitszust.iinde,
gegeu welche heitle l’artheicn (Ins glcichc Mittel gcbmurhcn. So
wird z. 13. ebeuso voii den 1Ioniiiopatben wic von deren Gegncru
China iind Arsenilc gegen \Yechselfieber, Bfcrcur gegen Syphilis,
Schwefcl gegen Kriitze, Arsenik gegen Iirebs, Kupfcr gegen Croul~
u. s. w. gebrancht. 1st das AIittel iiur homiiopathisch indicirt, so
koniint es auf die Form, in der e s verordnet uud 01) es iiinerlieh
oder iiiisserlich gebraucht werde, nicht an. So verordncn viele
110
Vereinsteituug.
houioopathischc Aerzte 1;. 13. T'uleiinna, Di itulis, Avnica 11. s. m.
nicht bloss in Tincturen, Verdunnungen ojer Verrcibnngen, sondern in Aufguss oder Abkochung, ferner zum iiusserlichen Gcbrauche Salben, Urnsehll e, Einspritmngen, z. I3. Subliinnt - l i l y stiere gegen Ruhr, Einreitungen von Krotonol gegen l k u m a t i s mus und von Brechsteinsalbe gegen Keuchhusten, Xux - voniicn - Salbc
gegen Mastdannvorfall, Galliipfel - \Vaschungcn gegen Decubitus,
giinzlicli chen so wie die iiicht -hornoopathischcu Acrztc. Endlich
iiiacht die Kleinheit der Dosis durchaus nicht den wcsentlichen
Charakter der IiotiiSopnthiscIieri Arznei ans, wie diejenigen antichincn, welche die Snche nur oberfllichlich kennen. In der licgel
zwar Ijcdient sich die Homoopathie zii inncrlicliem Gebmuchc schr
kleiticr Arzneigaben, allein sie ist durchaus nicht an dicsc kleincn
Gaben gebundcn und kann, unbeachadet ihres Principes, jedert
Augcnblick zu den grosscn Gabcn zuruckkchren, mit denen 14 a h n e m a n n anfiinglich operirte. Dcr homoopathische Arzt, der z . 13,
cinern Wechsclfieberlirankcii China oder Arsenik, einein ain illsgenkrampf Lcidendcn Bclladoiina i n gleic.11 grosser Dosis wic der
iiiclit- Iioinijopatliiscl~ch r z t giebt, wird daniit seinern Priiicipe niclit
itn Gcringsten untreu und nicht von dern Vorwurfe gctroff'eit, eine
iiiclit - hornijopathische -4rznei gegebcn zu haben; j a selb:t w n i i er
gegcii schrnerxhafte Aufregung das ansclieincnd r e i 11 a 11 t i p a t h i s ch wirkeitde O p i iini giebt, so wird ihm zur Ueruhigung seines
Gcwissens in der H y g e a IM. 22. S. 226 nachgewicsen, dass cr
&miit doch nicht aufgehort habe, r e i n 11o rn 6 o p a t h i f i ch zii curirci),
,.indein das Opium in inlissigen Gabeii erst Aufregung irnd dsnn
Torpor hcrvorrufc nnd darum doch honiiiopathisch gcgen Schincrzcn
wirke'.
Ails den1 Vorstehcnden erliellt, dass rnit den sogennnnten 110~noop:~thischenArztieien wolil positiver Schaden gestiftet werdcn
kanu und dnss dicjenigcn, welche annehrnen, gegen das IXspciisiren
derartiger Arzncicn von Seiten der Acrzte bestehe keiri polizeiliches
Bedenken, init der techiiischen Lage der S:iche nicht hiulinglich
vertraut sind.
7) Das l'rcussischc Reglerncnt von 1823 stcllt die I>ispensirfrcilieit :in scinc Spitxc, iiicliL die voriibergehendc, durcli die Noth
gebotcne, sotidern das aLsolutc den1 Arxte f i r inimer untl ohnc
lliicksicht darauf, ob cine hom6opathische Apcjtlieke vorliandeii ist,
ertheilte liccht zum Selbstdispcnsiren. Auti diesern falschcn, die
Heclitsetitwickelung nnterhrechcnden Principe an der Spitzc dcr
Vcrordiiung Biesuen rnit Conser~ueiiz alle sonstigen i n ihr c~ithalteueri scliiefcn I3estimmuiigcn, die inail beibehaltcn tiiuss, ~ c i i i i
inau einrnal jcnes I'riocip aniiinitnt. Die Preussische Verordnung
iibcrtriigt das Riicht und die Geschiifte des Apotlickcrfi dern Arztc,
sic niacht hiertnit den Arzt zrigleich zum Apotheker fiir die IipIniigp3thischcii Arzueien, und niuss ihm deshdb vorschreibcn, \vie
er seiiie Apotlieke einricliten, welche Wcdicanicnte cr fLuhrcn sol1
u. s. w. Seine hon~ijopathische Apotheke niuss der bowohl ihn
selbst, als die hIedicinalhcliorde und die Staatscasse belist.igcnden
lievision unterworfen wcrden.
LXc fraglichc Prcussische Verordnung hat nirgends in Deutschland, auser in Hcrnburg, Nnchfolge gefundcn. Icli biii riiclit dcr
AIcinung, dasv fiir uns nichts iibrig bleibe. ale Preusscn zu folgcn,
welchev in diescr Sache auf einem so offcnbnr uuriclitigen Wege
sicli hcfindet.
Eben so wcnig jedoch wie fiir die Preusvisclte Verordnung
Vereinszeituiig.
111
kann icli mich fiir die in den Konigreichen n'iirternberg, nayern,
Sacllseli etc. gctroffcue Einriclitung crkliiren. Die Wiirtembergsche
1-erordnung voni 19. RIiirz c., \vclchc das JIedicinal -Collegium zur
Nachfolge ernpfiehlt, hiilt zwar das \'erbot des SelbfitdispcttRirens
auch fur die hoinGopnthischen Arzneien aufrecht, v e r p f l i c h t e t
jedoch die Apotheker zur Anlegung homdopathischer Apotheken,
dies crscheint unbillig, (la von Medicinalpolizei\vcgeii dem .4potheker uicht garantirt werden kann, dass die von ihm eingerichtcte
Apotheke vom honioopathisclien Arzte und Publicurn benutzt werdeu
wird. Denn dein Publieuin kann die Anschaffung homiiopathjscher
Haus - Apotheken und deu Aerzten das Verordnen aus denselbeu
nicht verboten werden.
Den meiner Ansiclit nach cinzig riclitigen und sacbgcniiisucti
hlittelweg zwischeu den beiden Extremen cler Preussisch- Bernburgschen Gesctzgcbiing einerse its und der Wurternbcrg- Bavern -Sikhsischeii andererwits, hat die Grouslierzogl. Sachsen \Veimnrschc
Verordnung vorn 11. Septcrnber 1846 cingeschlagen.
Sollte Snchsen -1Yeiniar niclit als erliebliche Autoritit erscheinen, so habe ich dararif zu eiitgegnen, dase die fraglichc Verordniing vom Geheimenrath Dr. V o g e l in Weiuiar herriilirt, der ini
Fwc:he der mediciniuchcn Polizeiwisseitschaft jetzt als eine der
griissten Autoritiitcn in Deutschlaiid gilt.
Dcssau, den 27. September 1850.
(gez.) Dr. F r ii n k c I.
-
4. Znr Medicin, Toxikologie nnd Pharmakolegie,
Pe,iylmcni- Djanili.
Dr. V i u k e in Petersburg hat dns P c n g h a m r D,jambi (Spreublittchen r o n Cibotiiwn C u ~ n i ~ g i iwelches
),
im holliindischcu Iidicn
als I)lutstillendcs hlittel gebraucht wird, in Piillen von \'cr~vundungen rnit Erfolg angeivandt uud Vcrsuclie zur Erkllrung seiner Wirkung angeatellt. Es besteht aus feilien Fiiden eines baurnartigcn
Farrens, dcr auf Sumatra i n der Provinz Djnnibi einhciniisch ist,
von einem lialben bis zivei Zoll Liinge, die sclir weich, seidenartig,
bicgsam, von goldiger, Ilcllbrauner Farbe und so lcicht siud dass
sie sich langc in der Liift schwebend erhalten. I h s Pengiiawar,
welches noch mit. den Wedelbasen rerbundcn ist, bildct eiiie filzige,
von den Stetigeln schwer zii trcnncnde Blnsse. I's ist so leicht,
dass 6 Grxn cine Lccleptciide Prise ausmachen, welche Itinrcichc~~d
ist, die l3lritring :ins einw, cine Linie iiieken Artcrie zu stilleu.
Err schwimmt auf dein \\'asser, fiillt sbcr nach eincr halben Minute
ZLI Ilodeu, iiidein cs M'nsser eimaugt. Beim Erwgrmen krluselt es
sich, in I3criihriing mit der F1:iinme cines Li<htcs fin$ es an zu
glinimen und vcrputt't, IGscht aber, ohne gain ausziibrcnnen, dabei
vcrbrcit.ct cs den Geruclt des Fcucrschwamms. Die mikroskopische
Uutersuchung lehrtc, dnss die Fldcn iiiclits mit Haaren geniein
h:tbcn, so~idern bsudartige, flache Fortsiitzc mit Gelenken bilden,
welchc dreiinal so breit als dick sind; die Glieder sind dunkelbun, gleiclien den Gelcnken des Schachtclhalms, sind nber m i t
feincn, oft iistigen Fortsiitzcn versehen. Bei der Untenucliuiig des
Bruchcs zeigte sich, dass jedcr kiden cine liohle Scheide bildet,
welche bei deli Gelenken durch eiii durchsichtiges Diapliragma ah-
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