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Vereinsxeitzirig.
d n d und dass letzteres uns bewog, diesem unseren neucn Ersatzmodus eine solche Ausdehnung zu geben, dass das Halten der
Blutegel nufhort f i r die Apotheker cin Onus zu sein, irn Gegentheil, dass es elien so eintriiglich, vielleicht noch eintraglicher wird
als mancher anderc pliarmaceutische Artikel, fiir dessen Dauer und
Erhaltung in dcn Officineu keinerlei Garantie oder Aussicht auf
Ersatz gebotcn wird. Unsern Uericht wollen wir riicht bcendigen, ohne dem S t i i l t e r schen Qeschiifte einen fernerweiten gedeihlichen Fortgang zu wunschen und - zu prophezeien. Das Letztere wird ini vorliegenden
Falle nicht allzuschwer, da aus gegebcnen Umstiinden die Folgernngen doch mit Bestimmtbeit sich zieben lassen. Die hier maassgebenden Umstiinde Bind aber : ,,Activitiit, wissenschaftliche und
praktische Kenntniss des Geschaftes und seines Objectes und der
Inbegriff des daraus herzuleitenden Schlusses : Lebhaftes Interesse
des der Blutegelhaltung bediirftigen Publicunis, also reichlicher
Absatz!"
9. Bohanisches,
Die Cocospulme und ih9.e Producte i n Ceylon.
Ich zog hier und splter auch in Galle Erkuudignngen iiber
die Vegetation der Coeospalnie ein. Die Niisse, welche zur Anpflanzong ausgewLhlt worden sind, werden auf I3aumzweigen oder
auf luftigen Gestellen %us Holz ini Schatten aufgchiingt, R O in der
warrncn, ewig feuchten Lu€t dcr Siidwestkiiste der ICeiniungsprocess
schr bald eintritt. Im Norden und Osten der Insel, wo die Cocospflanzungen gegenwlrtig zunehmen, -wo aber die Luft einen Theil
dea Jahres hindurch sehr troclrcn ist, werden die N i i m mit Sand
und hfeerpflarizeii bedeclrt und tiglich mit Wasscr besprengt. sobald der Keim eiuc Hohe von 18 Zoll erreicht hat und die jungen
Sliittchen eine solche Consistenz erlaiigt haben, dass sic nicht mehr
yon so viclen 1nsekt.en angegriffen werderi, als ihnen fruher drohten, werden die Niisse in 2 Fuss tiefe Gruben vcrsetzt und ctwas
Salz hineingeworfeii, weiches eine Art iandwirthschi~ftlicheaber
herlriimmliche Ceremonie an der Kiiste, aber bei den weiter landein gepflanzten Palrnen eine Nothwendigkeit ist,, uin ihnen die
nothige QuantitBt Salz zu geben. Die Gruben werden mit Hliittcrn
und Matten bedeckt, --urn die jungen Pflanzen gegen die Sonnenglut, welche sie versengeu wurde, en schiitzen, und mit einem
Gerust aus St;Lngen wie mit eincm Schanzkorbe umgehen, uni sio
vor dem wcidenden Vieh siclier zu stellen. Sobald die Basis der
Bliitter tlcn Rand der Grube uberragt, wird diese zuwworfcii und
die junge l'alme sich selbst uberlassen. Mit 3 JahrenOist die Krone
3 Fuss hoch. I m vicrten Jahre bliiht sie in den guiistigstenLagen
zum ersten Male und reift 12 Motiate darnach ilire ersten, aber
iiicht zahlreichen Fruchte. I n minder gunstigen Lagen bluht sie
erst im funften uiid in hochgelcgencn Orten erst im achtctn Jahre.
In dcn erst,en Jahren ist die Blattbilduiig iiberwiegend uiid die
Staninieiitwickelung sehr gering; nach dcm zehnten Jahrc iindcrt
sich a%er dieses VerhBlt,niss, der Stamrn schiesst rasch i n die Hohe
und w i d schlank, niit 20 bis 25 Jahren hat sic ihre vollc Hohe
yon 80 bis 100 Fuss erreicht. Wenn die Stiriinie iiicht darch Insektenfrass zerstort odcr durcli Toddyabzapfung erschopft werden,
Vereinszeitung.
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erreichen sie ein Alter von 100 Jahren und daruber. Wie bei allen
baumverwiistenden Insekten sind es nicht die entwickelten Thiere,
Eondern ihre Larven, welche die grosste Zerstorung hervorbringen.
Der Cocospalme ist besondere der Engerling eines Kilfers aus der
Familie der Bockkafer, der Kuruminia der Singhalesen (Botocera
rubus oder Lamia ~ u f i u Fafir.)
s
verderblich, der GPnge in der Richtung der Gef&sbiindel bohrt und die Strimme zernagt. Ich sah
keinen Stamrn der Cocos, der nicht mit Schnecken, oft mit Hunderten derselben, bedeckt gewesen ware. Es ist eine grosse Helix,
Sihnlich unscrer, aber mit weissen und braunen breiten Binden
und wulstl’6rmiger purpurrother Oeffnnng (Helix haemasloma), sic
scheint jedoch nur dic schmarotzenden Pflanzen abzuweiden. Eben so
ungefdhrlicli sind die grossen eideclisenartigen Thiere [Vurunus
benyalensis), 3 bis 4 Fuss lang, init essbarem Fleische, welche in
den Kronen des Nachts Vogelcicr oder junge Vogel jagen.
Dic Singhalesen unterscheiden mehrere Spielartcn der Cocospalme, unter denen die niit glatten gelben Friichten am meisten
gtschiltzt, Cocoskonigin genannt und um den Tempel gepflanzt
wird. In der Niihe von Galle wurde uns eine Cocos rnit gegabeltem Stamm gezeigt: die Theilung war in mehr als 30 Fuss I-lohe
erfolgt uud jeder Stamm trug seine Krone; es war die eirizige
Abnormitat unter Alillionen von Eremplaren, und eine solche Seltenheit, dass sie aucli von den Eingeborenen a13 etwas Ausserordentliches betrachtet wird.
Die Cocospalme ist fur den Singhalesen von grosster Wichtigkeit, da an dcr Icuste sein ganzer Haushalt ron ihr abhiingig ist;
er hegt fur sie nicht nur eine grosse Vorliebe undverehrung, sondern assimilirt ihr Leben, das er fast poetisch auffasst, mit dem
eigenen, indem er glaubt, dass sie am besten in der NLilie menschlicher Wohnungen gedeiht, weil sie die Gesprlche der unter ihr
wandeliiden Menschcn liebt. Sic spielt eine grosse Iiolle in ihrer
Yoesie und besonders wird die weibliche Schoiiheit im Ganzen
odel: in einzelnen Theilen bald n i t dern Starnm, Wedeln und Niissen, bald mit dem ganzen Baunie verglicheu. Der Cocos macht
sich nicht nur in der Hiitte, um die Tempel und beim Export,
sondern selbst in den Gerichtshofen geltend, iildem ein grosser
Theil der Processe sich um ihrrn Besitz dreht.
Der Stamm der Palme dient als Bauholz, das aber vie1 weniger
geschiitzt wird, als jenes der Tal-Gaha- Palme; die Blatter dienen
zur Uedachung, zur Anfertigung yon Iiorbcn und Matten. Die
angezapfte Uluthenspindel liefert Toddy, einen siissen Saft, der
frisch u n d gcgohren getrunken wird, und aus dern der feinste
Arrak destillirt werden kann. Durch Znsatz von gebranntem I h l k
wird dic Giihrung gehindcrt und dann kann Zucker durch einfaches Abdampfen des Saftes gewonnen werden. Der Toddy wird
endlich zur Bercitung von Essig und I-Iefe benutzt.
Vie1 wichtiger ist jedoch die Frucht. Die iiussere dicke faserigc Fruchthulle wird abgeliist, wie unser Flachs und Hanf gerostet
und liefert dann eine starlte, obwobl harte Faser, welche zu vortrefflichem Tauwerk, groben Mattcn, SPcken und ilhnliclien GegenstLnden verarbeitet wird, und theils so, theils roh unter dem Nnrnen
Coir einen wichtigen Handelsartikcl ausmacht. 40 Niisse geberi
6 Pfund Coir.
Die junge kleine Nuss ist dicht, fiillt sich aber bei zunehmendem Wachsthum mit Wasscr, das anfinglich ldar und herb ist,
aber bci fortschreitender Reife tiiib und susslich wird und durcli
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Arch. d. fharm. CLVIII.Bds. 2. Hft.
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seinen Gehalt an Schleim, Gnmmi, Eiweiss und Zucker ein angenehmes und erfrischendcs GetrOnk darstellt, und durch cinen kaum
mahrnehrnbaren, schwach zusamrnenziehenden Beigeschniack den
Durst besser loscht IS Wasser. Eine Nriss euthklt ungefdhr 1Pfd.
Fliissigkeit. An dcr durststillendcn Eigenschaft zweifelt gcwiss
Niemand, aber leise Bedenken steigen auf, wenn wir das Wasser
der Cocosniisse als hrznei und als Schiinheitsmittel preisen horen.
Ein caglischcr Arzt behaiiptet, cs bcwahre die Haut vor Bnnzeln,
crhalte den Teint frisch und Bhnliche Dinge, und schreibt eine
orientalische Hyperbel, die einem Pariser Coiffeur - Parfumeur, der
seine Lnit de concombre aupreist, Ehre machen wiirde. Aus der
F1iiusip;keit schldgt sich an cler inneren Seitc der Nuss eine feste
Schicht, aus der spkter der Kern wird, nieder, indem sie nus dem
halbfliissigen Zustande in den fcsten iibergeht. Dieses Fruchtfleisch ist im frischen Zustande weiss, i n diinnen Scheiben durchficheinend, von mandelartigem Geschmack und wird als Leclterci
entwedcr allein gegessen, oder niit Zucker als Hackwerk, das wie
Maridelpastetchen schmeckt, zu Pudding, am hlufigsten jedoch als
Zuthat z11r Bereitung des Kurri verwendet, wobei es durch seinen
grossen Oelgehalt die Stelle des Fettes vertritt.
Der grosste Theil der Niisse bleibt jedoch biu ZUT vollcn Reife
hiingen, zii welchcr Zeit die Quantitit des Wassers geringer, die
dcs olhaltigen Fleisches aber grosser geworden ist, iim zur Oelbcreitung verwendct werdcn zu konnen. Die ansgelosten Kcri?e
werdcn an der Soune getrqrknet und heissen dann Copperah; sie
werdeu in einfachcn, aus eineui ausgehohlten Raumstaninie bestehendcn Oelpresscn geyresst oder a n die Oclniiililen der europEischen
Pflanzcr verkauft. 1000 Stiick Coppcrah kosten 38 bis 46 Schilling
und 40 Ndsse geben einc: Gallone Oel. Die Singhalesen gebrauchen das Oel nicht nur zur Bereitung der Speisen und wie die
ansiissigen EuropLer zur Heleuchtung, sondou auch allein, oder in
Verbindung mit andern Stoffen als Arznei uud Schonheitsrnittel.
Allgemein ist seine Anvwndung als Baarol und zum Einreibeii des
Korpers : lctztere Gewohnheit rnag ihren Grund wohl dxrin l-iahen,
um hei Tage die zu starlte Transpiration und bei Nacht Erkaltnngen zu verhiiten. Ein feineres Speibcol wird durch Iiochen des
zerricbencn frischen ISernes irn Wasser, wobei das aufscliwimmende
Oel abgeschopft wird, gewonuen.
Die Scliale, die in Europa zu rnaonigfachen kleinen liunstgegenstiinden verarbcitct wird, dient in Ceylon als Biicbse, Schiissel
und Scliale beim Essen, als Becher heim Trinken und giebt in
letzter Instanz ein gutes Feuerungsmatcrial.
Die Zahl der Cocospalinen wurde zur Zeit der englischen Besitzergreifung schon auf ll hlillionen angegeben, diirfte aber, seitrlcrn die Pflnnzunpeii in1 Noiden und Osten der Insel eine Erosse
Ausdehnuiig crrcicht haben, 18 - 22 Millionen betragen. (ScYhmardn’s Reise. B d . 1. S. 220. - s.)
T?L21%
UeBer den c11,emischen Gehalt der Saerenrinde.
Die Rinde der Cedrela febrifup (Saerenrinde), eines auf Java
einheimischen Baumes, ist ein bekanntes und geschgtztes Fiebermittel. F r o m b e r g hat sic auf eincn Gehalt an Alkaloiden uutersucht, konnte aber keincs derselben nachweisen. Sie enthLll ein
bitteres Haw, Gerbstoff und die gewohnlichen Hestandthcile der
Pllanzenorgane. (Rdp. d e Chini.cippZ.pav Barrestoil. T. 11.) B.
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