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Cyanidirtes Ferrichlorid.
B. Monatsbericht.
Pharmaceutische Chemie.
Cyanidirtes Ferrichlorid. - Mit diesem Namen bezeichnet H a ge r ein
Reagens, dessen g e l be Farbe. wenn es in kleiner Menge mit einer Substanz
oder mit der Losung einer Substanz versetzt wird, welche grosse Verwandtschaft zum Sauerstoff besitzt, s o f o r t i n B l a u u b e r g e h t ; es bildet einen
dem Guajakharze bezuglich dessen Emplhdlichkeit und des chemischen Vorganges ziemlich homologen Korper, aber es ist noch empfindlicher und scharfer in der Wirkung als dieses Harz.
Das Reagens wird in folgender Weise hergestellt: Es werden 15 Tropfen
des officinellen Liq. Ferri sesquichlorati (spec. Gew. 1,280), 15 Tropfen einer
gesattigten wassrigen Lisung des rothen Kaliumferricyanids und 60 ccm
destillirtes Wasser, vorher mit 5 Tropfen verdiinnter Salzsaure von 1,061
spec. Gew. versetzt, gemischt und diese 3lischung moglichst vor Luft- und
Lichtzutiitt geschutzt. Es hat eine rein gelbe Farbe und lasst sich nur
wenige rage conserviren, zeigt es eine griinlichgelbe oder griine Fiirbung,
SO ist es nicht mehr brauchhar; am besten bereitet man es sich immer
frisch zum Gebrauche.
Um mit diesem Reagens Priifungen anzustellen, giebt man etwa 1 ccm
desselben in einen engen lieagircylinder und dazu tropfenweise von der Losung
des zu priifenden Korpers oder man list umgekehrt eine kleine Menge von
der zu priifenden Substanz in Wasser, Weingeist , Aether etc. und tropft nun
von dem Reagens dazu. N u r d i e s o f o r t oder nach wenigen Augenblicken
nach der Mischung mit dem Reagens e i n tr e t e n d e B 1a u*fa r b u n g gilt als
entscheidend, keineswegs aber eine vielleicht nach einigen Minuten eintretende Blaufarbung. Es ist ferner darauf zu achten, dass die Anwendung des
Reagens immer nur bei gewohnlicher Temperatur (15-16 0 C.) geschehe ; reiner
Rohrzucker z. B. yerhdt sich gegen das Reagens indifferent, aber schon bei
gelinder Erwarmung tritt Blaufarbung ein.
Von den Korpern, welche, wenn sie in Substanz oder in Losung (L6sungsmittel wie Weingeist , Aether ,AmyIalkohol, Chloroform,Benzol, Benzin,
Schwefelkohlenstoff verhalten sich gegen cyanidirtes Eisenchlorid indifferent)
mit dem Reagens in Beriihrung kommen, dasselbe sofort oder in wenigen
Augenblicken blau fiirben, seien folgende genannt: Anilin und dessen Salze,
Apomorphin und dessen Salze, Carbolsaure, Colchicin , Digitalin, Emetm,
Ferrosahe , Glykose, Gummiharze (auch Aloe), Harnsaure, Harze, Jodide,
Morphin und dessen Salze Nitrite, Salpetrigsawe , Salicylsaure, Starkezucker u. s. w. Dagegen verhalten sich folgende Substanzen vollig indifferent
(10 Minuten hindurch und Ianger) gegen cyanidirtes Eisenchlorid : Ameisensaure, Ammoniumsalze, Atropin, Brom, Chinin - Chinidin - Cinchonin Cinchonidin und deren Salze, Chloralhydrat , Chrysarobin , Citronensaure,
Codein, Coffeih, Gerbsaure , Milchsaure, Narkotin, NicoCin, Osalsaure,, Rohrzucker, Salicin, Strychnin, Veratrin, Weinsaure u. s. w. Nur diejenigen
Salze der vorerwahnten Alkaloide, welche keine Sauren enthalten, welche
das cyanidirte Perrichlorid blau farben, verhalten sich indifferent gegen dasselbe; ebenso verhalten sich die Salze der e r w h t e n Sauren, wenn sich
ihre Base ebenfalls gegen das Reagens indifferent verhalt.
Es ist aus dem Vorstehenden ersichtlich, dass das cyanidirte Ferrichlorid
bei der Priifung der Arzneistoffe sichere und sehr scharfe anhaltspunkte
bietet und auch in der gerichtliehen analytischen Chemie, wo oft nur Spuren
giftiger Alkalotide nachauweisen sind mit grossem Vortheil zu ebrmchen
sein wird. Um a. B. Morphin in C&n zu entdecken, giebt es fein besse-
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Uarstellung der Phosphorsaure aus Phosphor.
- Urethan.
res Mittel als dieses Reagens, denn Chinin wie a110 Chinaalkalcfide lassen dic
gelbe Farbe des Reagens unverandert , wahrend die lrleinste Menge Morphin
eine Blaufhrbung bewirkt. Verfasser hat rnit seinem neuen Reagens schon
praktische Erfolge gehabt, indem er damit cine jetzt hiiufig vorkomniende
Verfalschung des arabischen Gummi (das sich indifferent verhalt) rnit kunstlich hergestelltem Gummi nachwies und ferner die Verunreinigung des Aethers
mit Aldehyd, H.102, Tannin u. s. w. (vergl. Archiv Bd. 223, S. 532) leicht
auffand. Auch zur Unterscheidung der officinellen, aus Harz subliniirten
Benzoesaure von einer kiinstlichen ubcr Benzocharz sublimirten Benzoesaure
s cheint es sich sehr gut zu eignen, jedoch empfieiehlt Verf., nach dieser Richtung bin erst noch weitere Vorsuche mit dem Iteagens zu machen. (Phartn.
Centralh. 26, 390 u. fig.)
Ueber Darstellung der PhosphorsPure aus Phosphor. - Um die Oxydation des Phosphors zu beschleunigen, schlagt Z i e g e 1e r Tor, dem Phosphor eine hochst geringe Menge Jod zuzusetzen. Er machte folgende Versuche: Zu je 20 g unter Wasser geschmolzenem Phosphor wurden 0,l g Jod
und 0,2 g Jod gegeben, der wieder erkaltete Phosphor wurde in einem
geraumigen Kolben mit der berechneten Menge Salpetersaure ubergossen.
Bei Zusatz von 0,2 g Jod trat nach einer halben Stunde ausserst starkcs
Schaumen ein, der Phosphor war nach Verlauf einer Stunde vollig gelost;
bei 0,1 g Jod stieg die Temperatur im Verlaufe einer Stunde auf 50 - 60° C.
und sank dann wieder auf Lufttemperatur. Die vollige Losung des Phosphors geschah erst am dritten Tage. Die erhaltenen Losungen wurden vereinigt , die geringc Menge vorhandener Salpetersaure abgedampft , mit Wasser
verdunnt , erwarmt , Schwefelwasserstoff eingeleitet und die Phcsphorsaure auf
die gewohnliche Weise fertig gestellt. Jod konnte weder als Wasserstoff-,
noch als Sauerstoifverbindung in dem auf 500 ccm eingedampften filtrat
nachgewiesen werden. (Wo dasselbe geblieben, hat Verf. nicht Veranlassung
genonimen, nacheuweisen.)
Diese Darstellung der Phosphorsaure empfiehlt Verf. auch fur Fabrikation
im Grossen. Der Zusatz von Jod hat sich nach Concentration der Saure,
wie nach der herrschenden Lufttemperatur zu richten und durfte zwischen
0,3 bis 0,6 g auf 100 g Phosphor betragen. Bei Anwendung einer Saure von
bestimmter S t i k e kann das richtige Quantum Jod , um die Oxydation ohne
Schwierigkeiten in 3 -4 Stunden zu vollenden, leicht gefunden werden, und
wiirde dann nicht nur eine Ersparniss an Salpetersaure, sondern auch an
Zeit und Arbeit erzielt werden. .(Pharm. Cerztralh. 26, 421.)
Urethan. - Das Urethan (NHzCO*C2H5), von J a c k s c h als ein hochst
beachtenswerthes Hypnotikum erkannt , ist der Aethylather der Carbaminsaure
und tragt seinen Namen wegen seiner grossen Verwandtschaft zum Harnstoff.
Es wird durch Einwirkung von Ammoniak auf Kohlensaure Aether erhalten
und bildet farblose saulenformige Krystalle von kiihlendem, eigenthiimlichen
Geschmack, doch ohne Geruch; es ist leicht loslich in Wasser, Alkohol und
Aether die wassrige Losung ist vollkommen neutral. Urethan schmilzt bei
50 O C. zu einer klaren farblosen Fliissigkeit, auf Platinblech erhitzt, verfluchtigt es sich rollstiindig ; rnit Ammoniak in zugeschmolzenen Glasrohren erhitzt,
zersetzt es sich in Harnstoff und Alkohol, auch aus dem Korper wird es als
Harnstoff ansgeschieden.
Das Urethan kann in der Dosis von 0,5 bis 1 g bei den allerverschiedensten Arten der Schlaflosigkeit gereicht werden, es tritt stets ein ruhiger
bis zu den Morgenstunden anhaltender Schlaf ein ohne irgend welche Eistige
Nebenwirkung. Xleine Dosen wirken nicht sicher. Urethan diirfte sich
speciell in der Kinderpraxis segensreich erweisen, da nach Jacksch der von
demselbcn provocirte Schlaf dem physiologischen durchaus ahnelt. Die Darreichung geschieht mit oder ohne Corrigens, in Pulver- oder in Mixturform,
(Nach einent Circular vow E. Mevck in Darrnstadt.)
-
.
Liq. haemostaticus.
- Tabelle z. qualit. Nachaeis d. wicht. organ. Sauren.
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Liquor haemostaticus. - Als ein ausgezeichnetes blutstillendes Mittel
empfiehlt Dr. R o t h e in Altenbwg den spirituosen Auszug der Brennnessel,
Urtica dioica. Die im Friihling gesammelten jungen Pflanzen (Stengel, Blatter und Bluthen) werden zerschnitten und in 60proc. Alkohol eine Woche
lang digerirt, dann uoch ausgepresst und filtrirt. Das Filtrat bildet eine
dunkelgriin - braune alkoholische Fliissigkeit von wiirzigem Geruch und Geschmack. Mittelst entfetteter Terbandwatte (auch Carbol- oder Salicylwatte)
auf blutende Wunden aufgedriickt ; bringt sie die Blutung, wenn nicht grossere
Gefasse betheiligt sind , schnell zum Stehen. Bei heftigem Nasenbluten z. B.
wird durch einen mit der Flussigkeit getrankten und in das Xasenloch hoch
hinaufgeschobenen Wattepfropfen die Blutung sofort zum Stehen gebracht.
Das Blut verwandelt sich bei der Beriihrung in ein weiches, zusammenhangendes, n i c h t b r o c k l i g e s Gerinnsel, wodurch das neue Mittel sich
sehr vortheilhaft von Liquor Ferri sesquichlor. unterscheidet. (Dwrch AEZgem.
Medic. C. 2.)
Tabelle zum qualitativen Nachweis der wichtigeren organischen
Stturen. - Z i e g e l e r (Pharm. Centralh. 26, 433) hat nach bereits bekannten Reaktionen die gewohnlicheren organischen Sauren in eine Tabelle gebracht,
von deren Brauchbarkeit er sich wiederholt iiberzeugt hat und nach der es
moglich ist, zwei und mehr Sauren nebeneinander q u a l i t a t i v nachzuweisen.
Organische Sauren.
Sie entwickeln im Glasrohr mit Natronkalk erhitzt:
A. Ammoniak.
Die wassrige Losung, die mit Natriumhydroxyd genau zu neutralisiren
ist, gi.ebt mit Eisenchlorid
1. einen braunen, im uberschiissigen Reagens loslichen
Niederschlag
1. Hippursaure.
2. keinen Niederschlag
2. Harnsawe.
B. K e i n A m m o n i a k .
Die Saure wird in Wasser gelost: durch Kaliumhydroxyd genau neutralisirt. In der Losung verursacht Eisenchlorid
1. einen Niederschlag
a) Niederschlag braun, in Sauren loslich . . . 3. Bernsteinsaure.
b) Niederschlag fleischfarben, in concentrirter Salzsame unloslich, in verdiinnter dagegen Itslich 4. Benzoesaure.
c) Niederschlag blauschwarz
5. Gerbsame.
2. eine Fabung
a) Fiirbung blutroth.
Eine andere Probe der LBsung giebt mit Silbernitrat einen
Niederschlag , der sich
a) beim Kochen wieder auflost
6. Essigsaure.
p) beim Kochen schwlzt
7. Ameisensaure.
b) Fabung violett
. . . . . . . . . . 8. Salicylsawe.
3. weder Niederschlag nodh Fiirbung.
I. Eine andere Probe der LSsung giebt mit Silbernitrat einen weissen
Niederschlag , der sich
a) beim Kochen schwlzt.
Eine andere Probe der Losung giebt mit Weinsaure
a) einen Niederschlag . . . . . . . . 9. Weinsawe.
p) keinen Niederschlag , dagegen einen weissen Niederschlag mit Calciumchlorid . 10. Qaubensaure.
y ) auch mit Calciumchlorid entsteht kein
. . . . . . . 11. Apfelsaure.
Niederschlag .
b) der mit Silbemitrat entstaddene Niederschlag schwarzt sich beim
Kochen nicbt.
. . . . . . . . . . . . . .
. . . . . . . . . . .
........
. . . . .
. . . . . . .
.
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Die sanitlre Bedeutung des Hausschwammes.
Eine andere Probe der L6sung giebt mit Calciumchlorid
n) sofort einen Niederschlag
. . . 12. Oxalsaure.
,8) der Niederschlag entsteht erst beimKochen 13. Citronensaure.
II. Giebt auch mit Silbernitrat keinen Niederschlag 14. Milchsiiure.
(Die vorstehende Tabelle schliesst, abgesehen davon, dass wenn ,,zwei
u n d m e h r Sauren nebeneinander" zugegen sind, der Verlauf nicht immer
ein ganz glatter sein diirfte, die Tauschnng in sich, dass Weinsaure gefunden werden wird, auch wenn dieselbe nicht vorhanden ist, sobald namlich
neben Traubensaure oder Aepfelsaure auch Oxalsaure zugegen ist. D. Ref.)
. .
.
Nahmngs - und Genussmittel, Besundheitspflege.
T h. Po 1e c k hielt einen hochinteressanten Vortrag uber die sanitare
Bedeutiing des Haasschwsmmes Merulius 2acrimans. In Anschluss an
die friiheren Vortrage uber denselben Gegenstand und vor allem an die
,
erfolgreichen Culturversuche des Hausschwammes aus seinen Sporen (Botan.
Centralbl. 1885), reproducirt Verf. seine bisher erhaltenen Resultate uber
die Entwickelung und Verbreitung des Hausschwammes in folgenden Satzen:
Zur Entwickelung gehoren 1) seine Sporen (Samen) oder sein lebensfahiges
Mycel (Pilzfaden oder Gewebe), 2) der geeignete Nahrboden, 3) geniigende
Feuchtigkcit, 4) Mangel an Luftwechsel und Ausschluss des Lichtes. Die
Entwickelung des Eansschwammes und seine Verbreitung aus lebensftihigem
Mycel muss scharf getrennt werden von seiner Entstehung aus Sporen.
Uebcr die sanitare Bedeutung des Hausschwammcs aussert sich Verf.
in folgender Weise : Die Praxis der Sanitats - Beaniten, Wohnungen mit starker Entwickelung von Hausschwamm fur g e s u n d h e i t s s c h a d l i c h zu erklaFen, muss als v o l l b e r e c h t i g t erscheinen, gegenuber den arztlichen Erfahrungen uber Massenerkrankungen in derartigen RLumen , welche durch die
gleichzeitig in reichlichem Maasse 'vorhandene Feuchtigkeit , sowie dnrch deli
in Kellcrwohnungen 'oft hinzutretenden Mangel an Reinlichkeit noch geforderf
werden. I n allen Raumen, welche vom Pilz befallen sind, namentlich in
solehen, woria derselbe sich bereits in eineni vorgeschrittenen Stadium seiner
Entwickelung befindet , macht sich ein eigenthumlicher , dumpfiger Geruch
bemerkbar. Die cheinische Natur dieser fliichtigen Stoffe ist noch nicht
festgestellt , ebensowenig , ob eie das gesundheitsschadliche Agens darstcllen.
Dagegen liegen Beobachtungen vor, in denen die Sporen des Hausschwammes als K r a n k h e i t s u r s a c h e angesehen werden mussen.
In jeder Beziehung sehr lehrreich ist ein i n der Vierteljahrsschrift fur
gerichtliche Medicin und offentliches Sanitatswesen von Dr. H. Eulenbyg,
Band 27, 1877 von dem Kreis-Physikus Dr. Ungefug in Darkehmen mitgetheilter Fall der Erkrankung einer ganzen Lehrerfamilie , sowie die gleichzeitige Besprechung analoger Erkrankungen aus fruherer Zeit.
Am 26. Juli 1877 suchte der Lehrer B. aus Wikischken in Ostpreussen
eztliche Hilfe fur seihen neun Jahr alten Sohn, am 5. August meldete er
die Erkankung seines iweiten, 16 Jahre alten Sohnes an nnd von diesem
Tage bis zum 15. August erkrankten noch ein 14 und ein 7 Jahre alter Sohn
und endlich seine Frau unter ganz analogen fiankheitserscheinungen , welche
bei dem zuerst erkrankten Kinde einen bedenklichcn typhosen Charaktcr
a n n h n e n . Das Erkranken hatte bei allen Patienten mit Mangel au Esslust,
D u s t , Hitze, tragem Stuhlgang, Husten begonnen und sich bei dem ersten
Krankan bis zu heftigen Fieberphantasieen gesteigert, wobei auch Schwerhongkeit &getreten war.
Bei der Aufsuchung der Krankheitsursache ergab sich zunachst, dass die
Erkrankten weder im Dorfe, noch in der Nachbarschaft mit contagiosen
Kranken zusammengekommen waren und dass contagiose Kraukheiten ZUT
Zeit im Kreise iiberhaupt nicht vorhanden waren. Ebenso wenig bot das
Trinkwasser oder die Erniihrung der Erkrankten Anhaltspukte fur die Beurtheiluag der Krankheitsursache. Dagegen. fie1 dem Arzt sofort ein widrig
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