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Priifung yon Adeps.
- Pycnanthemum linifolium Pursh.
233
eingangs erwahnte Klage uber den denaturierten Spiritus hinfallig geworden. (Zeit. f. angew. CXemie lSk9, p . 66.)
Znr Prufnng von .Adeps. Die Verfalschung von Schweinefett mit
Baumwollsameniil hat derartig iiberhand genommen, dafs E. Ri t s e r t
von 15 in Frankfurt a. M. entnommcnen Proben 11 mit Baumwollsamenol
versetzt fand. Unter den zum Nachweis yon Baumwollsamenol empfohlenen Methoden fand Verfasser die mit alkoholischem Silbernitrat fir
Adeps besonders empfehlenswert untl. er schlagt vor, die von der Pharmako Be vorgeschriebene Prufung von Adeps in folgender Weise zu vervof;standigen:
,,Mit dem gleichen Volumen einer 3 proz. alkoholischen Silbernitratlosung 5 bis 8 Minuten gekocht, mufs es vollstandig klar und farblos
bleiben."
1st Baumwollsamenol rorhanden, so tritt je nach der Menge desselben
eine gelbe, graugriine oder braune Parbung ein; sind schleimige Substamen vorhanden, so wird die Silberlosung ebenfalls reduziert, und ist
Kochsalz zugemischt, so entsteht der klsige Niederschlag von Chlorsilber.
Die zu verwendende Silberlosung mufs mit 0,5 proz. Salpetersaure angesauert sein. (Pharm. Zeit. 34, p . 73.)
Ueber Pyrodin. Unter diesem Namen wurde vor einiger Zeit von
England aus das Acetylphenylhydracin als Antipyreticum warm empfohlen ;
es sollte alle lhnlichen Mittel, Antiebrin, Anti yrin, Phenacetin, an Wirksamkeit weit ubertreffen. Zunlchst hat sich fkrausgestellt, dafs das zu
den ersten Versuchen benutzte Pyrodin kein reines Acetylphenylhydracin
gewesen ist, sondern ein Gemenge von diesem mit anderen Substanzen;
anderweite Versuche haben aber auch ergeben, dafs das ,,Pyrodin" sehr
unsicher in seiner antifebrilen Wirkung ist und dabei so unangenehme
Nebenwirkung besitzt, dafs seine Einbiirgerung in die Medicin wohl nicht
zu erwarten sein diirfte. (Nach Pharm. Centralb. u. a.)
Znr Priifung des ,Wninm. Xach der Pharmakopoe soll bekanntlich
der beim Auflosen der Mennige in Salpeterslure verbleibende Ruckstand
nicht mehr als 1 Proz. betragen. R. F r i i h l i n g hat 9 aus verschiedenen
Quellen bezogene Sorten Mennige untersucht und gefunden, dafs 6 Sorten
1,25 (die einzige aus einer Apotheke bezogene Sorte) bis 9,60 Proz. Ruckstand hinterliefsen und 3 Sorten 17,66 bis 27,lO Proz. Bei den ersteren
6 Sorten bestand der Ruckstand aus Thon und feinem Sand, der vielleicht aus schmutzigem Rohmateriale und einem Mange1 an Sorgfalt bei
der Bereitung herstammt; der Ruckstand der iibrigen 3 Sorten dagegen
erwies sich in der Hauptsache als feiust gemahlener Schwerspat, der
offenbar zum Zwecke der Ve3alschung beigemischt worden war. (Zeit.
f. angew. Chemie 1889, p . 67.) (Auch von mir gefunden. Re i c h a r dt.)
f3.H.
Vom Anslande.
Howard T. P a i n t e r berichtet iiber die von ihm hergestellten
Priiparate am Pycnanthemnm linifolinm Pursh., einer Pflanze, welche
gegen Dyspepsie, Dysenterie etc. angewendet und in Form eiues heifsen
Aufgusses als Diaphoreticum gebraucht wird. P a i n t e r erwahnt ein
Extractum fluidum pycnanthemi, aus dem Kraute mit 1 Teil Alkohol
und 3 Teilen Wasser her estellt; ferner einen S up. pycnanthemi,
welcher aus 25 Teilen Fludekxtrakt und 25 Teilen uckersyrup bereitet
wird. Der Syru soll gut zu nehmen sein. (Amer. Journ. of Pharm.,
Dec. 1888, No.1.2p
T
334
Handelssorten von Guajac-Han.
- Massoi-Rmde.
J o h n I1 a b e n a u untersuchte 4 Handelssorten von Gnajac - Harz
mit folgenden Resultaten :
Der Citronenbanm in Florida. Im ,Garden and ForestY lesen wir,
dafs die in Sudflorida da und dort sich findenden Citronenbaume
Citronen von stattlicher Grofse und von der besten Qualitat hervorbringen. Ananas und Kokosnufs gedeihen bei weitem nicht so gut wie
die Citrone. Die produzierten IIokosnusse sind klein und konnen nicht
konkumeren niit den von Honduras und anderen centralamerikanischen
Staaten auf den Markt gebrachten Fruchten. Citronensaft wird in Siidflorida fabriziert und [email protected] nicht wenig zur Hebung des Wohlstandes
bei. Es konnte letzteres jedoch noch in weit grofserem Make der Fall
sein, wenn rationelle Citronenkulturen angelegt und Praparate der Citrone
an Ort und Stelle fabriziert wurden. Der Berichterstatter des ,,Garden
and Forest" klagt daher nicht mit Unrecht, dafs gerade der Hauptbedarf
an Citronen aus fernen uberseeischen Landern auf dem Seewege bezogen
werden mufs, trotzdem Kultur und Verarbeitung der Produkte mit grofsem
Vorteil im Lande bethatigt werden konnte. (The Drugg. Bull. 1888, Dec.)
Das Museum der Pharmaceutical Society of Great Britain hat von
Prof. v a n E e d e n in Haarlem Proben von Massoi-Rinde erhalten, iiber
welche H o 1m e s berichtet. Drei verschiedene Rinden sind es , welche
als Massoi - Rinden bezeichnet werden : Die Rinde von Cinnamomum
xanthoneuron BI., Cinnamomum Kiamis Nees. und Sassafras Goesianum
T. und B. - Die erste und dritte ist aufNeu-Guinea heimisch, wahrend
als Vaterland der zweiten - welche von den Malayen auch ,Kayu manis
sabrang" genannt wird - Java, Sumatra und Borneo angegeben wird.
Alle drei Rinden findet man in den Bazars auf Java, woselbst sie gegen
Kolik, Diarrhiie und Krampfe gebraucht werden. Nach T e y s m a n n und
B i n n e n d y k liefert jedoch Sassafras Goesianum allein die echte Massoirinde. Auch B l u m e ist der Ansicht vorgenannter Autoren, d a b die
Massoi-Rmde zwar von einer Laurinee, nicht aber von einer dem Genus
Cinnamomum angehorigen abstamme. In der IIanbury - Sarnmlung betindet sich eine Rinde, ,,Msssoibark" signiert, die nach Struktur, Geruch
und Geschmack mit der Rinde von Sassafras Goesianum ubereinstimmt.
H o l m e s sagt, dafs diese Rinde einen Geruch besitzt, der an Zimt und
Raute (Ruta graveolens) erinnert; der Geschmack ist beifsend, schwach
bitter, im Munde fur einige Zeit Warrnegefuhl und reichliche Speichelabsonderung hervorrufend. Die Rinde ist 0,5 cm dick, auf dem Querschnitt von blasser Farbe, an der Aubenseite gekennzeichnet durch
schwache Langsfurchen, auf der Innenseite deutlich gestreift. Die Rinde
bricht kurz und kornig; die Sclerenchymbiindel sind in rechten Winkeln
zur Oberflache angeorclnet , die Xttelschicht ist wenig entwickelt. (Phum. Jmcrn. and Transact. Dec. 1888, No. 964.)
Some Indian food plants.
- Calophyllum Inophyllum.
335
Unter dem Titel ,,Some Lndian food plants" bringt das , , h e r . Journ.
of Pharmacy" Berichte aus dem chemischen Laboratorium des Philadelphia College of Pharmacy und bespricht zuerst S h e p e r d i a
a r g e n t e a N u t t a l , einen 5 bis 8, j a sogar 16 Fufs hoch werdenden
Strauch aus der Familie der Eleagnaceen, welcher an den Ufern des
Missouri, in den Staaten Oregon, Nevada, Utah und Montana, Wyoming,
Colorado bis Neu-Mexiko vorkommt. Die Frucht ist eine Beere, welche
im Juli scharlachrot wird und, weil sauer und ungeniefsbar, am Strauche
hangen bleibt, bis sie durch einige Nachtftoste im Anfange des Oktober
siifs geworden und einen sehr angenehmen Geschmack angenommen hat.
Die Beeren bilden ein Hauptnahrungsmittel der Utes-, Sioux- und
Schwarzfufs - Indianer, welche dieselben roh und gekocht, sowie mit
anderen Speisen gemischt konsumieren. Prof. T r i m b 1 e hat die reifen
Beeren untersucht und neben anderen Stoffen 2,4 Proz. freie Saure und
5,4 Proz. Zucker gefunden; er vergleicht seine Analyse mit einer von
anderer Seite ausgefiihrten Untersuchung der Johannisbeeren, welche
2,15 Proz. Geie Saure und 6,38 Proz. Zucker enthalten. (Amer.Journ.
of Pharni. Dec. 1888, No. 12.)
Forsteronia floribunda liefert nach dem .Kew Bulletin' vorziigliches
G u t t a p e r c h a. Der Saft der auf Jamaika heimischen Pflanze ergibt
pro Quart ein I'fund reinen und trockenen Rautschuks, welcher vollstindig
vulkanisierbar ist und ein dauerhaftes und festes Produkt liefert. Ebendaselbst finden wir einen Bericht uber Copaifera Gorshiana, der
Stammpflanze des I n h a m b a n e - K o pal. Samen hiervon wurden im
Februar 1886 in Kew mit Erfolg gesteckt: daraufhin wurde die Pflanze
nsch Singapore, Jamaika, Trinidad, Demerara, Tropisch-Australien und
Dominika eingefiihrt. Copaifera. Gorshiana liefert nicht nur wohlriechenden
Kopal , sondern auch vorziigliches Bauholz. Die Walder von Copaifera
Gorshiana sind in der TIeimat aufserordentlich grofs und ausgedehnt; die
Stamme iiberragen andere Baume bedeutend. (Pharm. Journ. and Transact.
Dec. 1888, X o . 966.)
Uber die Bliiten von Nutisia viciaefolia Cav. berichtet H. R u s b p ,
welcher diese Labiatiflore in den Anden antraf. Nach Dr. S a a c enthalten dieselben neben 7 Proz. Starke, 0,44 Proz. Dextrin etc., 2,4 Proz.
eines bitteren Extraktivstoffes, welchem die Wirkun der Droge zuzuschreiben ist. Die Indianer verwenden sie bei Herzaffettionen, Epilepsie
und ahnlichen Krankheiten. I'e r r e i r a hat auch bei Iiysterie Erfolge
erzielt. Im Spitale von Cochabamba wurden Versuche mit der Droge
angestellt, welche ergnben, dafs dieselbe bei ICrankheiten der Respirationsorgane vorziigliche Dienste leistet,; besonders aber ist sie ein ausgezeichnetes Mittel gegen die bei Kberanstrengung im luftverdunnteren
Raume hoherer Regionen auftretenden Herzschwachen ; wahrend hier
Coca a1s Prophylakticum und Stimulans bei Erschlaffung der Korperkrafte client, ist die Anwendung der Bliiten der Mutisia bei eingetretener
Herzschwache angezeigt. - Von Mutisia sind 36 Species bekannt, welche
alle auf den Anden vorkommen und als Tonica und Expectorantia von
den Eingeborenen vielfach angewendet werden. (The Drugg. Bid1. lR88,
Dec., No.12.)
liber Calophyllum Inophyllum, den Alexandrinischen Lorbeerbaum,
welcher in Indim vorkommt und von den Hindus "Sultan Champa', von
den Malayen .Punnai" genannt wird, berichtet D a v i d H o o er. Der
Baum gehort zu den Clusiaceen. Die Samen, aus zwei wei sen hemis hiirischen Cotyledonen bestehend, liefern in getrocknetem Zustande
6EProz. fettes 01, welches gegen Brandwunden und hier und da auch
zur Herstellung yon Firnissen und Seife dient. In dcr Medizin wird das
P
Proben von schwefliger Saure.
236
- Kuhmilch.
01 gegen Rheumatismus und verschiedene Hautkrankheiten angewendet.
Das 01 besitzt nach L C p i n e eine griinlich-gelbe Parbe, schmeckt bitter
und aromatisch, hat ein spez. Gewicht von 0,942 und wird bei 4- 5 O C .
fest; nach H o o p e r dagegen beginnt es bei 4- 19O C. zu erstarren und
ist bei
1 6 0 vollstandig fest bei einem spez. Gewicht yon 0,9315. 100 g
61 bedurften z u r Bindung der freien SLure 1,89 g Kalihydrat; dieselbe
Menge 61 erforderte 19,6 g KHO zur vollstlndigen Saponifikation. Mit
85proz. Alkohol konnte dem Ole der griine Farbstoff und 7 Proz. eines
klebrigen Extraktes entzogen werden, welches in verdiinnten Alkalien mit
orangegelber Farbe loslich war und unvergndert durch verdiinnte Sauren
wieder gefgllt wurde. Der griine Farbstoff lieferte nnch Eochen rnit
Wasser ein cumarinduftendes Filtrat ; jedoch konnte kein Cumarin nachewiesen werden. H o o p e r kommt nach seinen Untersuchungen zum
&hlusse, dars .das 01 eine Mittelstellung zwischen trocltnendem und nicht
trocknendem 01 einnehme, und zwar in gewissen Beziehungen stehe zur
Gruppe, welcher das Baumwollensamenol angehiirt. (Pham. .Journ. and
Transact., Jan. 1889, No. 967.)
+
Verschiedene Proben von schwetlioer Saure sind yon D o u e a l l
sol1 die aus Kohle
untersucht worden. Nach der ennlischen~~harmakopije
und Schwefelsaure hergestellte Siiure 5 Proz. SO2 enthalten, und nur
Spuren yon H2SO~. Die Untersuchung- ergab folgende Resultate :
s p e z . Gew. P r o z . SOz Proz.I12SO+
1,020
1.
4,41
0,5
1.023
1.27
2.0
2.
1;020
J.
2,4
07 2,4
1,021
1,61
4.
Spur.
1,025
5.
5,G
1,017
6.
0,55
194
3,2
7.
1,022
0,28
Spur.
8.
1,024
5,o
1 .o
1.021
4.75
9.
2;2
10.
1;01s
lll8
1,l.
11.
1,020
334
Von diesen 11Proben entsprechen nur 2 der Vorschrift der Pharmakopoe; Dougall mufste fur dieselben uberdies sehr hohe Preise zahlen;
eine Probe kostete 1 d. die Unze, eine andere ll/z d., 2 d., 3 d., die
schlechteste yon allen aber 40 d. ! (Pharm. Journ. and Transact., Dee. 1888,
No. 965.)
uber die geringe Bestandigkeit der Anilintinte wird im ,American
Grocer" geschrieben und mit eteilt, d a h Dokumente und Kontrakte, welche
fiir langere Jahre abgeschfossen werden, niemals mit Anilintinte zu
schreiben sind, da dieselbe mit der Zeit verblakt und infolgedessen das
Geschriebene unleserlich wird. Zu Zeiten der Prasidentschaft des Generals
G r a n t entdeckte ein Beamter desselben, dafs Berichte von grofster Wichtiglceit zwei Jahre lang mit Anilintinte geschrieben worden warcn. Daraufhin
kam eine Ordre, wonach samtliche mit Anilintiite geschriebenen Akten
umgeschrieben werden mufsten und zugleich das Verbot der Anwendung
yon Anilintinte f i r Dokumente etc. (The Drugg. Bull., Dee. 1888, No. 12.)
Einen interessanten Vortrag uber ,,Knhmilch nnd die durch dieselbe
drohenden Gefahren" hielt A. G i b s o n auf einem Evening Meeting der
Pharmaceutical Society in Edinburgh. Der Vortragende teilt mit, dafs er
gelegentlich einer T y p h u s e i d e m i e rnit Wasseruntersuchungen beauftragt wurde, da er aber i a s als gut bekannte Wasser nicht fiir die
Ursache der Epidemie hielt, so suchte er nach anderen Griinden und fand,
Physiologische Wirkung von Borneol.
- Uber Antipyrin.
237
d a h gerade in jenen Familien der Typhus auftrete, welche von einer
bestimmten Mdchwirtschaft die Milch bezogen. Aber bier wurde die
Milch mit der grobten Reinlichkeit behandelt; auch das Futter konnte
keine Ursache der Infektion sein; endlich stellte sich heraus, dab die
Weide der Kuhe von einem stagnierenden Wasser - friiheren Flufsbette - begrenzt war und dafs eben dieses Waaser - welches nach
der vom Vortragenden vorgenommenen Untersuchung 0,087 Teile freies
Ammoniak, 0,136 albuminoides Ammoniak und 68 ! Teile organische StoRe
in loOoclo Teilen enthielt, von den Kuhen viel genommen wurde. Gi b s o n halt es N r zweifellos, dafs dieses Wasser im Organismus der
Kiihe eine fur dieselben nicht schadliche Krankheit hervorrief, welche,
durch Vermittelung der Milch auf den menschlichen Organismus ubertragen, ebenda die typhoiden Erscheinungen hervorrief. Diese Theorie
wurde - wie G i b s o n zum Schlusse mitteilt - inzwischen bestiitigt
durch einen in der British Medical Association von B r o w n gehaltenen
Vortrag, nach welchem in Carlisle ebenfalls durch die Milch von Kuhen,
die, wie sich herausstellte, an einem in den Symptomen dem Typhus ahnlichen Fieber erkrankt waren, eine Typhusepidemie veranlasst wurde.
(Pharm. Journ. and Transact., Jan. 1889, No. 967.)
Uber die physiologische Wirkung von Borneol hat R a l h S t o c k m a n n (Journal of Physiology Aug. 1888) Versuche angestelg ; derselbe
kommt zu folgenden Schlussen:
1. Dafs die Kampfergruppe nahe verwandt ist der Alkoholgruppe
hinsichtlich der physiologischen Wirkung ; wie die Zahl der
Wasserstof'fatorne abnimmt in den verschiedenen Kampfersorten,
so steigt die Tendenz, Gehirnkonvulsionen hervorzurufen.
2. Die pharmnkologische Priifung bestatigt den Wert der Kampferarten in Fallen erhohter Sensibilitat des Ruck-rates.
3. Als IIerastimulans ist der Kampfer dem dkohol nahe verwandt, jedoch mit der Modifikation, dafs ersterer direkt die
peripheren GeFdfse erweitert, eine Wirkung, welche, wie K Ob e r t
gezeigt hat, durch Athylalkohol nicht hervorgerufen wird.
4. Borneo1 reizt lokal weniger als gewohnlicher Laurineenkampfer
und kann in viel grofseren Dosen gegeben werden, ohne dafs
Gehirnaffektionen eintreten.
(Amer. Jmrn. of Phamn., Dec. 1888, No. D.1
c b e r Antipyrin berichtet H i n k e l im ,,New York Medical Journalv,
dafs dasselbe bei N a s e n k r a n k h e i t e n angewendet wurde, und kommt
zu folgenden Schlussen:
1. Eine Antipyrinlosung besitzt hamostatische Eigenschaften, wenn
sie in die Nase eingespritzt wird, allerdings nicht in hoherem
Grade als Cocai'n.
2. Eine 4 proz. Antipyrinlosung kann auf die Nasenschleimhaut
appliziert werden mit beruhigendem Einflusse bei reizbaren
Zustanden.
3. Antipyrin ist wirksamer bei Reizungserscheinungen als bei
Entzundungen.
4. Antipyrin steht iiber dem Cocai'n in der Wirkung, da es keine
lokale Gefuhllosigkeit uxtd Trockenheit, ebensowenig Schlaflosigkeit und Kopfweh hervorruft.
5. Antipyrin ist jedoch in seiner lindernden Wirkung bei schwereren
Entzundungserscheinungen ungleich.
6. Die antiseptischen und stirnulierenden Eigenschaften des Antipyrins machen es geeignet zur Anwendung auf frische Wunden,
sowie fur Nasengeschwiire.
238 Eine neue Methode gemischt. Narkosis. - Nitrite d. Paraffinreihe.
7. Antipyrin im Vereine mit Cocai'n erhoht die lokale Wirkung
des letzteren, infolgedessen nur eine schwachere Losung des
Cocains notwendig ist, als bei alleiniger Anwendung desselben.
(Therap. Gaz., Dec. 1888, No. XII.)
Eine neue Methode ,,gemischter Narkosis" empfiehlt 0 b a l i n s k i
im ,,British Medical Journal', welche auf der Anwendung des Chloroforms
als allgemeines und der des Cocains als lokales Anastheticum beruht.
Zuerst narkotisiert 0 b a1 i n s k i mit 4 bis 12 g Chloroform, injiziert dann
an der Operationsstelle 3 bis 5 cg einer 3- bis 5 proz. Losung von Cocai'n.
Hierauf verwendet er bei leiehteren Operationen kein Chloroform mehr.
Der Anwendung grofserer Dosen von Cocain steht nichts im Wege, d a
einerseits ein Teil des Cocains durch die Operation entfernt wird, andererseits Chloroform das beste Antidoturn des Cocains ist. Die Methode,
welche in 24 Fallen erprobt wurde, hat folgcnde Vorteile:
1. Bedarf man einer kleineren Menge CHCI, ; Cocain kontrahiert
einerseits die Blutgefafse und die Herzmuskel , wahrend CHC13
diese Organe paralysiert.
2. Erbrechen erfolgt in selteneren Fallen als bei alleiniger Anwendung von CHC13.
3. Die Patienten erwachen leichter nach Anwendung der gemischten
Narkose und fuhlen sich nicht miide und matt.
Das einzige unnngenehme, ubrigens selten auftretende, Symptom bei
Anwendung dieser Methode beruht in grofser Aufregung , besonders
nervoser Personen. Abnliche Erscheinungen sind jedoch auch bei
der Anwendung von CIlCI, allein beobachtet worden. (Therap. Gaz.
Dee. 1888, hTo. =I.)
Vergiftung durch Hyoscinhydrobromid. Wo r a 11 berichtet in der
,,Australasian Gazette" iiber einen Pall von Vergiftung durch Hyoscinhydrobromid. Starke Erweiterung der Pupille, Trockenheit des Schlundes,
Mattigkeit, Puls anfanglich schwach, sehr schnell, schliefslich kaum
bemerkbar : dies waren die Symptome nach einmaliger subcutaner
Injektion vop 0,0005 Hyoscinhydrobromid. - Als Gegengifte wurden
25 Tropfen Ather, dann in Zwiscbenraumen von 20 Minuten vier Dosen
a 0,0005 Pilocarpin injiziert; Senfteig wurde auf die Herzgegend appliziert,
ein Klystier von schwarzem Kaffee gegeben : innerlich erhielt der Patient
Branntwein. Nach zehn Stunden waren die Vergiftungssym tome geschwunden. W o r a1l empfiehlt , statt der bisher ublichen 6 0 ~ 1 svon
0,0005 g Hyoscinhydrobromid bei Bedarf nur eine solche von 0,00012 anzuwenden. (%up.
Gaz., Dec. 1888, hro. XII.)
D u n s t a n , der unermiidliche Forscher auf dem Gebiete der pharmaceutischen Wissenschaften, hat im Verein mit anderen pharmaceutischen
Chemikern interessante Untersuchungen ausgefiihrt, iiber welche in dem
Meeting der Pharmaceutical Society vom 13. Dezember 1888 Bericht
erstattet wurde. I) u n s t a n h a t dieses Ma1 iiber die Nitrite der Parafflnreihe gearbeitet, und entnehmen wir der mit auherordentlicher Sorgfalt
und grofstem Eifer ausgefuhrten Arbeit k u n folgendes:
Der Autor bespricht in der Einleitung die physiologische Wirkung
der Nitrite, welche die Gruppe ,,O . NO" enthalten, bestehend in merklichem Falle des Blutdruckes infolge von Erweiterung der Blutgefafse,
Beschleunigung der Herzthatigkeit und des Pulses. Eine wichtige Veriinderun geht im Blute vor sich durch Bildung von demselben eine
chokolacfebraune Farbe verleihenden Methiitnoglobin, welchee die
Oxydationsprozesse im Organismus, wie sie normal durch Oxyhiimoglobin
hervorgenrfen werden, verzogert.
Nitrite der Paraffinreihe.
239
Im Verein rnit E. J. Woo 11e y hat D u n s t a n dann das Isobutylnitrit
studiert. W. und D. stellten es aus reinem bei 108,40 C. siedendexn
Isobutylalkohol her, indem sie denselben zunachst mit konzentrierter
H2S04 successive mischten und die erhaltene Mischung in eine Losung
von NaNOz eingossen. Das Isobutylnitrit schied sich als atherische
Fliissigkeit ab und wurde mit KzC08-L6sung gewaschen, mit geschmolzenem K&Oa getrocknet. Es hatte ein spez. Gewicht von 0,876 bei
1 5 O C. und siedet bei 670 C. (Barometer 760 mm); es stellt eine blafsgelbe
Fliissigkeit vor von angenehmem Geruch ; wenn inhaliert, Rote im Gesicht
und ahnliche Stiirungen hervorrufend. Prof. C a s h, der die ph siologische
Wirkung studierte, konstatierte ein rapides Abnehmen des Blut&uckes, Beschleunigung des Pulses und eine starke LLhmung der Respirationsorgane.
Als nachstes wurden die metameren Amylnitrite studiert, und zwar
von D u n s t a n und W. L l o y d W i l l i a m s . Als reines Amylnitrit war
bisher eine Flussigkeit bekannt, bestehend aus einer Mischung metamerer
Nitrite, ents rechend dem a - Amylalkohol CH(CHU,),CBzCB2N02und
,Y-Amylalkoho? CH(C2H5)CII~CH2W0z. Der Gehalt an Nitriten aus diesen
Alkoholen ist abhiingig vou der Reinheit des zur Darstellung verwendeten
Amylalkohols. Der bei 127 bis 132O C. siedende Anteil ist im IIandel
unter dem Namen ,,Amylalkohol" ebrauchlich, enthalt aber gewohnlich
mehr oder weniger Isobutylalkohof welcher bei 108,4O siedet. Da die
Trennun der Alkohole durch einfache Fraktionierung nicht ausgefuhrt
werden ionnto. so wurde dieselbe mit Hilfe der Barytsalze bewirkt. Zu
diesem Zwecke wurde das Fraktionsprodukt mehrere Tage mit gleichen
Teilen €IzS04 erwarmt, die alsdann abgehobene dunkle, olige Schicht mit
BaCOs neutralisiert. D i e e Losung der Barytsalze der Isobutylschwefelsaurc und der a- und &Amylschwefelsaure wurde auf ein Urittel des
Volumens abgedampft und die nach der Abkiiblung abgeschiedenen Salze
mehrmals aus Wasser umkrystallisiert. Hierbei konnte das leicht losliche
isobutylschwefelsaure Baryum entfernt werden ; allerdings geriet hierbei
etwas /3-Amylbisulfat mit in Abgang , welches wieder leichter loslich ist
als das a-Amylbaryumsalz. Aus den Ba-Salzen wurden nun die Alkohole
regeneriert durch Na&03 und darauf folgende Destillation mit verdiinnter
H2S04. Nach der Reinigung zeigte das Produkt einen Siedepunkt von
1290 C. und besafs ein s ez. Gewicht von 0,813 bei +15O C.; im
L a u r e n t'schen Polarisator fenkte es die Ebene des polarisierten Lichtes
um 1,350 nach links ab. Die Alkohole wurden nun, wie oben, in die
Nitrite ubergefuhrt. Das trockene und reine Produkt siedet konstant bei
96,5 O und war rechtsdrehend. Der linksdrehende ,8-Amylalkohol war die
Ursache zur Bildung eines rechtsdrehenden Nitrites. Die physiologische
Wirkung der Mischung von a- und P-Amylnitrit wurde von Prof. C a s h
im allgemeinen als der des Isobutylnitrites gleichstehend gefimden.
Zur Trennung der metameren Nitrite mufsten die Alkohole regeneriert
werden, was mittels der Barytsalze eschah. Der gewonnene a-Amylalkohol hatte ein spez. Gewicht von O , h 4 bei 4- 150 C. und war inaktiv;
97OC. und besafs ein spez. Gewicht von
das Nitrit desselben siedet bei
0,880; die Farbe war blafsgelb; die Wirkung: die spezifische Nititwirkung.
Im letzten Abschoitte der Arbeit finden w i r von D u n s t a n und
Wo o 11e y ausgefiihrte Untersuchungen einiger Amylnitrite des Handels.
Bei Verwendung von unreinem Amylalkohol zur Darstellung der Nitrite
miissen dieselben notwendigerweise neben unverandertem Amylalkohol
enthalten : Isobutylnitrit, a- und fl-hylnitrit, Propylnitrit, ferner Oxydationsprodukte, wie Valeraldehyd, Baldriansaure, Amylvalerat etc. Bei Anwendung von HNOs, welche die englische Pharmakopoe zur Herstellung
des Nitrites vorschreibt, hat man sogar die Bildung von Amylnitrat und
- Blausaure beobachtet.
+
+
240
Acidum tannicum bei Phthisis.
- Bucherschau.
Erne Handelssorte von Amylnitrit enthielt 10 Proz. Isobutylnitrit und
50 Proz. Amylnitrite; eine andere neben Propylnitrit, Isobut Initrit, Amylalkohol und homologen Alkoholen: 40 Proz. a- und &4my!nitrit, endlich
Amylvalerat und Baldriansaure. (Pharm. Journ. and Tramact., Dec. 1888,
No. 965.)
Acidnm tannicnm bei Phthisis. Dr. d e Vi t i D e m a r c o hat gefunden,
d a b grobe Dosen von Tannin reduzierend wirken auf die Temperatur
bei Phthisis, und empfiehlt, zu diesem Zwecke Pillen a 0,3 g Tannin mit
l/4 Tro fen Kreosot alle zwei Stunden zu geben. D e m a r c o hat mit
dieser hethode gute Resultate erzielt. (Lancet, Sept. 1888, d. Therap. Gaz.,
L.R.
Dec. 1888, No. XII.)
i h e r Anagyrin, das wirksame Alkaloid von Anagyris foetida, bringen
E. H a r d y und N. G a l l o i s einige Mitteilungen, die von den bis jetzt
publizierten Angaben uber das Alkaloid ahweichen. Um dasselbe darzustellen, werden die zerstofsenen Samen mit kaltem,, Wasser maceriert,
der Auszug wird mit Bleiacetat ausgefallt und ein Uberschufs von Blei
durch Schwefelwasserstoff entfernt. Die Losung wird eingedampft und
mit Quecksilberchlorid ausgefallt. Der Niederschlag wird in Wasser susendiert, durch Schwefelwasserstoff zerlegt, die Losung eingeengt, rnit
kaliumcarbonat gesattigt und rnit Chloroform extrahiert. Der Chloroformauszug wird mit verdunnter Salzsaure ausgeschuttelt und durch Verdunstung der Losungsmittel das Chlorid des Alkaloids in k r y s t a l l i s i e r t e m Zustande erhalten. Das Alkaloid, hieraus gewonqen, ist eine
amorphe, gelbliche Suhstanz, die in Wasser, Alkohol und Ather loslich
ist. An der Luft geht es in eine zahe Masse uber; mit Siiuren bildet es
gut krystallisierende Salze. Das Chlorhydrat CllH18Nz02, HCl, 4 H2.0
krystdlisiert in farblosen, rechtwinkeligen Blattchen, ist leicht loshch 111
Wasser und Chloroform, schwerer loslich in Alkohol und nur sehr wenig
loslich in Ather. Mit Goldchloiid giht eine Losung des Chlorhydrats
eine r l b e , zuerst amorphe, aber bald krystallinisch werdende Fallung
von 14H18N202HClAuClS.Mit Platinchlorid wird das Chloroplatinat
C1,HlsN2O2HzCIZPtCI, in Nadelbuscheln ausgefallt. (Journ. de Pharm. et
J . Sch.
de a i m . T. X I X No. 1, p. 14.)
C. Bucherschau.
Knrze Anleitung zur qnalitativen Analyse. Zum Gebrauche beim
Unterricht in chem. Laboratorien bearbeitet von Dr. Ludwig M e d i k u s ,
a. 0. Professor an der tiniversitat Wiirzburg. Vierte und fiinfte Auflage.
Tiibingen, 1888. Verlag der H. L a u p p’schen Buchhandlung.
Ein Buch, welches in kuner Zeit fiinf Auflagen erlebt, bedarf keiner
weiteren Em fehlung. Es sei deshalb hier unter Hinweis auf eine friihere
eingehende gesprechung (Archiv 220, p. 716) der Anleitung nur das Erscheinen der neuesten Auflrge mitgeteilt.
Dr. Jehn.
Ges e k e.
Druck der Norddeotschen Bnchdmckerei nnd Verlagssnstalt, Berlin SW., Wilhelmstr. 32
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