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556 Lecithhgebalt der Pflanzensamen. - Zur Kenntnis d. Adenins.
Physiologische Chemie.
a e r den Lecithingehalt d e r Pflauzensamen. Von E. S c h u l z c
und E. S t e i g e r . Das Lecithin ist eine Substanz, welcher man eine
grofse Verbreitung sowohl irn pflanzlichen wie im tierischen Organismus
zuschreibt. Aus den Pflanzen sol1 es bisher noch nicht rein dargestellt
worden sein, doch spricht fur sein Vorhandensein sowohl die Thatsache,
dafs die Ltherischen Extrakte von Pflanzensamen, Knospen etc. in der
Regel Phosphor enthalten, als auch dcr von J a c o b s o n erbrachte Nachweis, dafs sich unter den beim Verseifen von Pflanzenfetten entstehenden
Produkten auch C h o l i n , das bekannte Zersetzungsprodukt des Lecithins,
vorfindet. Die Verfasscr verofyentlichen die Ergebnisse ihrer Versuche,
welche sich auf den Nachweis des Lecithins in Lupinensamen erstreckten
und aus welchen hervorgeht, d a b der in Ather losliche Teil des Allioholextraktes aus entfetteten Lupinensamen L e c i t h i n enthllt. (Zeitschr. f .
ph!jsiol. Chemie XIII, 4.)
Beitrag zur Kenntnis des Verhaltens d e s Iiarnes bei d e r Melanurie.
Von Prof. Dr. R. v. J a k s c h . Verfasser verijffentlicht eine Reihe von
Beobachtungen, welche unsere Kenntnisse uber die Ei enschaften des
IIarnes bei Anwesenheit von hfelanogcn und Melanin, !ie noch immer
recht diirftig sind, in etwas erweitcrn, und fafst die bei seinen Beobachtungen festgestellten Thatsachen in folgendem zusammen :
1. Das empfindlichste Reagens zum Nachweise einer bestehenden
Melanurie besitzen wir in einer Eisenchloridlosung, welche auch
in grofser Verdiinnung rnelanogen- oder melaninhaltige Harne
schwarz farbt.
2. Der in solchen und ahnlichen Harnen mit Nitroprussidsalzen,
Lnugen und SLuren entstehende Farbstoff ist Berlinerblau.
3. 1)iese 13erlinerblaureaktion hangt jedoch mit der Ausscheidung
von Melanogen- und Melanin nicht zusammen. Sie findet sich
auch in anderen, wie es scheint vor allem a n indigoliefernder Substanz reichen Harnen. (Zeitschr. f. physiol. Chemie
XIIl, 4.)
Ein Beitrag zur Kenntnis des Adenins. Von G. T h o i s s . Das
Adenin setzt der Einwirkung spaltender und oxydierender Mittel einen
grofsen Widerstand entgegen ; es bleibt bci geringer Einwirkung derselben
unzersetzt, wahrend es bei starker Einwirkung vollig zerspalten wird,
ohne dafs sich sus den Rruchstiicken ein Schlufs auf die Konstitution
ziehen liefse. Daher haben mir noch keine Kenntnis von der Konstitution
des Adenins, dieses fur die fundamentalen Lebenserscheinungen so wichtigen
Polymeren der BlausLure. K o s s e I , welcher den Versuch gemacht hat,
durch synthetische Versuche Aufschlufs uber diese Base zu erhalten, hat in
einer friiheren Mitteilung crwiesen, dafs das Adenin ein Wasserstoffatom
enthalt, welches durch Saureradikale, durch die Acetyl- und Benzoyluruppe substituiert werdeu kann. Auf seine Veranlassung hat nun
b. T h o i s s cine Cntersuchung der Produkte unternommen, welche durch
die Einfiihrung YOU Alkoholradikalen in das Adenin entstehen. Es geht
aus diesen Versuchen hervor, dafs die Methyl- und Benzylgruppe in das
Adenin eingefuhrt werden kann, doch gelang es nur, das Benzylsubstitutionsprodukt in reinem Zustande herzustellen.
Aus diesen Untersuchungen hat sich ergeben, dafs die im Adenin
und Hypoxanthin enthaltene Gruppe C5HlNg, das A d e n y l , ein Wasser-
Uber die Aufnahme des Eisens in den Organismus des Sauglings. 557
stoffatom enthdt, welches durch Alkoholradikale ersetzt werden kann.
(Zeitschr. f. physiol. Chemie XIII, 5.)
n e r die Aufnahme des Eisens in den Organismus des Siuglhga.
Von G. B u n g e . Verfasser ist es bei seinen vergleichenden Analysen
der Milchasche und der Gesamtasche des Sauglings aufgefallen, dafs die
Menge des Eisens in der Milchasche weit geringer war, wahrend alle
anderen Bestandteile in dar Milchasche fast genau in demselben Gewichtsverhdtnis enthalten waren, wie in der Gesamtasche des Sauglin 8.
Sie betrug z. B. in der Asche der Hundemilch nur ein Drittel von f e r
Eisenmenge in der Asche eines 5 Tage alten Hundes. Abgesehen yon
dem Eisengehalte, erhalt der Saugling alle Aschenbestandteile in dem
Verhaltnisse, in welchem er ihrer zu seinem Wachstum bedarf. Die
Zweckmafsigkeit der Ubereinstimmung in der uantitativen Zusammensetzung der Asche des Sauglings und der Milk besteht hauptsachtich
darin, d a b dadurch die grobte Sparsamkeit erzielt wird. Der miitterliche Or anismus gibt nichts ab, was von dem Sauglinge nicht venvertet
wud. feder Uberschufs an einem Aschenbestandteile in der Milch
konnte beim Aufbau der Gewebe des Sauglings keine Anwendung finden,
er wiire ubediisaig. Diese ganz sonderbare Zweckmafsigkeit scheint
aber durch den geringeren Eisengehalt der Milch vereitelt zu sein. Der
Eisengehalt der Milchasche ist sechsmal geringer als der der Asche des
Sauglings. Es scheint demnach, als ob der mutterliche Organismus von
den anderen anorganischen Stoffen dem Sauglinge sechsmal soviel
zufiihrte, als er braucht. Die Losung dieses scheinbaren Widerspruches
ist nach des Verfassers Ansicht die, d a b der Saugling einen Eisenvorrat
fiir das Wachstum der Organe schon bei seiner Geburt auf seinen
Lebensweg mitbekommt, und hat Verfasser dies thatsachlich in einer
Reihe von Analysen nachgewiesen. Es ergibt sich daraus, d a b der
Eisengehalt der Leber beim neugeborenen Tiere vier- bis neunmal so
grofs als beim ausgewachsenen ist. Die Zweckmafsigkeit dieser Einrichtung diirfte darin zu suchen sein, dars die Assimilation der organischen Eisenverbindungen eine offenbar sehr schwierige ist , weshalb
der miitterliche Organismus mit dem erworbenen Vorrat aufserst
s arsam umgeht. Das Quantum, welches an den Organismus des Kindes
a&gegeben werden mufs, kann auf zweifachem Wege, durch die Placenta
und durch die Milchdriise, dorthin gelangen. Der erstere Weg ist
offenbar der sicherere, denn wenn die Hauptmenge der organischen
Eisenverbindungen durch die Milchdriise abgegeben werden wiirde , so
konnte sie im Verdauungskanal des Sauglings noch vor der Resorption
ein Raub der Bakterien werden, gelangt sie dagegen durch die Placenta
in den Organismus des Kindes, so ist sie demselben definitiv gesichert.
Es scheint dem Verfasser nicht wahrscheinlich, dafs diese grobe Eisenmenge, welche der mutterliche Organismus an den kindlichen abgibt,
wahrend der relativ kurzen Zeit der Schwangerschaft aus der Nahrung
der Mutter assimiliert werde, er ist vielmehr geneigt anzunehmen, dars
die allmLhliche Aufs eicherung eines Eisenvorrates in irgend welchen
die spatere Frucht schon langere Zeit vor der
Organen der Mutter
ersten Konzeption beginnt. Bus dieser Annahme wiirde es sich such
erklaren, warum die Chlorose vorzugsweise beim weiblichen Geschlechte
auftritt, und warum gerade zur Zeit der Pubertatsentwickelung. (Zeitschr.
f i physiol. Chemie XIII, 5.)
kr
Beitrage zur Kenntnis des Adenins, Guanine und ihrer Derivate.
Yon S. S c h i n d l e r . Verfasser hat auf Veranlassung von Pro€ K o s s e l
eine Methode zur quantitativen Bestimmun des Adenins, Guanins,
Hypoxanthins und Xanthms in den tierischen teweben ausgearbeitet, die
558 Eine neue Methode zur quantitativen Bestimmung d. Niotins.
er in dieser Abhandlung beschreibt. Er verbreitet sich zunachst uber
die quantitative Trennung dieser Kor er und geht dann zur uantitativen
Bestunmug der Basen in tierischen Qrganen iiber. Im Ans%lufse hieran
gibt er Aiiskunft uber Experimente, welche er angestellt hat, um uber
die Zersetzung des Adenins und Guanins unter der Einwirkung der
Faulnis und durch physiologische Prozesse Aufschlufs zu gewinnen.
(Zeitschr. f. physiol. Chemie X I I Z 5.)
Eine neue Methode zur quantitativen Bestimmung des Nikotins.
Von Maximilian P o p o v i c i. Verfasser, der im Auftrage der rumanischen
Tabakregie mit der Untersuchung rumlnischer Tabake beschiiftigt ist,
hat auf Vorschlag Ton Prof. A. I< o s s e 1 Versuche gemacht, ob sich das
Verhalten des Nikotins zum polarisierten Lichte nicht zur quantitativen
Bestimmung desselben verwerten lasse. Das spezifische Drehungsvermogen
des Nikotins ist (all) = 161,55; dasselbe ist fur sich und in alkoholischer
Losung 1i n k s -, in saurer Losung aber r e c h t s drehend.
Es gelang dem Verfasser in der That, auf diesem Wege eine Methode
zu finden, welche an ISinfachheit und Zuverlassigkeit alle bis jetzt
bekannten Methoden der Nikotinbestimmung an Wert bedeutend iibertrifft.
Das Nikotin wurde nach dem von K i fs li n g angegebenen Verfahren
aus dem Tabak extrahiert, indem 20 g (von nikotinarmen Tabalien
30 bis 40 g ) eines moglichst gleichartigen Tabakpulvers mit 10 ccm
einer verdiinnten alkoholischen Natronlosung , welche aus 6 g Natriumhydroxyd, 40 ccm Wasser und 60 ccm ca. 95proz. Alkohol bes.Jand,
angeriihrt und dann im S o x h 1e t ’ schen Extraktionsa parat mit Ather
3 bis 4 Stunlten lang ausgezogen wurden. Der atheriscte Auszug wurde
hierauf mit 10 ccm einer ziemlich konzentrierten rhos homiolybdanslurelosung geschuttelt, wodurch das Nikotin, Ammoniai etc. als ein sich
leicht absetzender Niederschlag ausgefillt wurden. Der Niederscblag
wurde, nachdem die iiberstehende Atherschicht sorfifaltig abgegossen
war, durch Zusatz von destilliertem Wasser auf das Volumen von 50 ccrn
gebracht und nun das Nikotin durch Zusatz von 8 g feingepulvertem
Barymhydroxyd in Freiheit gesetzt, wobei der betr. Kolben mit
seinem Inhalt mehrere Stunden unter ofterem Cmschiitteln beiseite
gesetzt wurde. Uer anfanglich blaue Niederschlag anderte seine Farbe
bald in blaugrun und schliefslich gelb.
Schlierslich wird das erhaltene alkalische Zersetzungsprodukt, welches
das fkeie Nikotin enthalt, fdtriert, rnit dem immer etwas gelb gefarbten.
klaren Filtrate ein Polarisationsrohr gefullt und im Polarisationsapparate
der Drehungswinkel in Minuten abgelesen.
Verfasser hatte sich, um aus dem Drehungswinkel einen Schlub
auf die Menge des vorhandenen Nikotins ziehen zu konnen, nach
genauen Versuchen mit atherischen Losungen von bekanntem Nikotingehalt eine TabeUe zusammengestellt, indem er die Ablenkung der
Polarisationsebene durch eine 2 dm lange Schicht der Losung bestimmte.
Fur die Aufstellung einer solchen Tabelle, sowie fiir die praktische
Ausfiihrung der Versuche ist zu beachten, dafs die Menge des FaUungsmittels , des hinzuzufiigenden Wassers, des zur Zersetzung des NiederSChlageS angewandten Alkalis und schliefslicli die Lange der zur Polarisation dienenden R o b e bei sllen Versuchen genau dieselbe sein mub.
Zur Prufung der Genauigkeit der I’olarisationsmethode bestimmte
Verfasser den Nikotingehalt einer Reihe von Tabaksorten zugleich nach
der Ki f s li n g.’schen Methode, welche bisher als die brauchbarste galt.
Das von K i f s l i n g angegebene Verfahren besteht darin, d a b man den
Tabak mit dther extrahiert, dann das Atherextrakt vom hther befreit,
den Riickstnnd mit Wasser aufnimmt und das Nikotin, nach Zusatz der
notigen Menge Natronhydrat, mit Wasserdiimpfen iiberdestilliert. Die
Beitrage zur Kenntnis der Eigenschaften der Blutfarbstoffe.
559
Resultate der vergleichenden Untersuchungen waren ziemlich genau
ubereinstimmende, das geringe Plus, welches bei der Polarisationsmethode erhalten wird, erkliirt sich wohl dadurch, d a b bei Anwendung
der K i f s 1i n g ’ schen Methode sich stets ein wenig Nikotin beim
Abdestillieren des Athers verfluchtigt. (Zeikchr. f.phy&ol. Chemie X I I Z 5.)
Beitrllge zur Kenntnis d e r Eigenschaften der Blntfarbstoffe. Yon
F. H o p p e - S e y l e r . Es ist bekannt, dafs sich die roten Blutkorperchen
der Saugetiere von anderen Zellen durch einen auffallend hohen Ge
halt an festen Stoffen unterscheiden, d a b die feste organische Substanz
derselben, abweichend von allen ubrigen Zellen, wenn nicht ganz allein,
so doch zum bei weitem grofsten Teile aus Blutfarbstoff gebildet wird.
Dieser Parbstoff ist wahrscheinlich nicht, wie angenommen wird, dem
Protoplasma beigemengt, sondern stellt es selbst dar. Werden andere
ZelIen zerlegt, so erhalt man, a u b e r Cholesterin, Lecithin und Kaliumphosphat. EiweifskBrper, aus den roten Blutkorperchen aber Oxyhiimoglobin
,resp. Hamoglobin), Cholesterin, Lecithin und Kaliumphos hat, neben
verschwindend kleinen Quantitiiten von Albuminstoffen.
den bewegungsfahigen Plasmen lassen sich sowohl chemische wie physikalische
Anderungen insofern nachweisen , als Anderungen der Pormen, des
Wassergehaltes und der Konsistenz beobachtet worden sind, die unter
Abscheidung von Kohlensaure und Aufnahme von Sauerstoff erfolgen ;
an den roten Blutkorperchen lassen sich keine amijboide Anderungen
der Pormen erkennen, auch uber Anderungen der Konsi.stenz und des
Wassergehaltes ist nichts bekannt, man kennt nur die Anderungen des
Sauerstoffgehaltes durch Aufnahme und Abgabe von indifferentem Sauerstoff und die sehr charaliteristische, davon abhiingige Anderung der
Lichtabsorption.
Die Wasserattraktion der venosen Blutkorperchen jst offe,nbar verschieden von derjenigen der arteriellen und wird daher beim Ubergange
des venosen in das arterielle Blut in den Lungenkapillaren entweder
Wasser aus den Blutkorperchen in das Plasma ubertreten und beim
Ubergange des arteriellen Blutes in das venose in den ubrigen Kapillaren
des Organismus der umgekehrte Prozefs stattfinden; - oder aber konnte
es sich auch umgekehrt verhalten, wenn nicht etwa der in der Lunge
gleichfalls stattfindende Prozefs der Abscheidung von Kohlenskure in die
Lungenluft eine Anderung dieser Prozesse herbeifuhrt , die vielleicht
kompensierend eintritt. Verfasser hat schon fruher darauf aufmerksam
gemacht, dafs es notwendig sei, die arteriellen Blutfarbstoffe von ihren
Spaltungsprodukten, den Oxyhamoglobinen, und die venosen Rlutfarbstoffe von den Hamoglobinen zu unterscheiden. Die Farbstoffe in den
roten Blutkorperchen sind ebenso wie die Protoplasmen unloslich in
Rlutplasma oder Serum oder nicht allzu verdiinnten neutralen Salzlosungen, auch krystallisieren sie nicht und geben den locker gebundenen
Sauerstoff an das Vakuum der Quecksilberluftpumpe leicht ab, zerlegen
Wasserstoffhyperoxyd unter Entwickelung von indifferentem Sauerstoff
schnell, ohne selbst dabei verandert zu werden. Eine verdiinnte wasserige
Losung ron Ferricyankaliuru lafst die Blutkorperchen langere Zeit unzersetzt. Dagegen sind die Oxyhamoglobine Ioslich in Plasma und
neutralen Salzl8sungcn, krystallisieren j e nach der das Blut liefernden
Tiers ecies mehr oder weniger leicht; wenn gut gereinigt, zerlegen sie
das kasserstoffhyperoxyd kaum unter 02-Entwickelung und werden
dabei selbst unter Oxydation zersetzt, auch geben sie an das Vakuum
der Quecksilberluftpumpe den locker gebundenen Sauerstoff schwierig
und unvollstlndig .,ab. Ferner werden die Farbstoffe der roten Rlutkorperchen durch Ather, Chloroform, die wasserige Losung von gallensawen Sslzen - weniger vollkommen durch Wasser - unter Bildung
In
560 Wirk. d. chlors. Salze suf d. tier. Organ. - Ammoniakbeet. i. Harn.
von Oxyhamoglobin, neben Cholesterin und Lecithin, zerlegt. Verfaaser
erklart das geschilderte Verhalten der roten Blutkorperchen, indem er
annimmt, dafs im Protoplasma derselben eine Verbindung von Oxyhamoglobin rnit Lecithin vorhanden sei, die ebenso wie die Lecithinverbindungen rnit Vitelli im Eidotter, mit anderen Stoffen im. Protagon
des Nervenmarkes und in zahlreichen Pflanzensamen durch Ather nur
teilweise, durch heifsen Alkohol vollstandig zerlegt werden. Die Atomgruppe, welche im Oxyhamoglobin die Funktion der lockeren Bindung
des Sauerstofholekiils besitzt , wird bei der Zersetzung der Hutkiirperchen nicht verandert. Wir miissen es uns, wegen Raummangels,
versagen, auf den weiteren Inhalt der hochinteressanten Arbeit, insoweit
sie die ausfiihrlichen Versuche dieses zielbewufst vordringenden Forschers
betrifft, weiter einzugehen und referieren nur noch, wie es im Laufe derselben sich sehr bestimmt herausgestellt h a t , d a b das Hamatin in
alkalisch-wasseriger Liisung und den sonstigen an egebenen Verhaltnissen
sich rnit Kohlenoxyd nicht verbindet ; ferner t a r s im krystallisierten
Kohlenox dhamoglobin und in dem Barbstoff der Blutkiirperchen eine bestimmte Ltomgruppe enthalten ist, welche das Kohlenoxyd gebunden enthalt, welche sich durch die bestimmten Lichtabsorptionen auszeichnet,
die auch nach Abspaltung des Albuminats im Kohlenoxydhamochromogen
unverandert fortbesteht. Verfasser halt es fur unzweifelhaft, dafs diese
Atomgruppe identisch ist mit derjenigen, welche im arteriellen Bluti
farbstoff und im krystallisierten Oxyhiimoglobin 2 Atome Sauerstoff an
der Stelle des Molekiils CO gebunden enthalt. Die Oxyhiimoglobine, die
IIamoglobine und Kohlenoxydhlmoglobine, ebenso wie die Farbstoffe in
den roten Blutkorperchen, enthalten alle H ii m o c h r o m o g e n , und
dasselbe kann durch einfache AbsDaltung aus ihnen . selbst krvstallinisch und nahezu quantitativ, er6altcn =werden. (Zeitschr. f . piysiol.
Chemie =I€, 5.)
Beitrag znr Lehre von der Wirknng der chlorsanren Sake auf
den tierischen Organismus. Von L. R i e ss. Verfasser benutzte als Versuchstiere Kaninchen, wed diese gegen chlorsaure Salze sich sehr resistent
verhalten, und spritzte denselben das Kaliumchlorat in 5 prozentiger Losung
in den Magen ein. Die Tiere starben in dem Zeitraum von einer halben
und 34 Stunden, nachdem ihnen per Kilo ihres Korpergewichts lr2 bis 5,1 g
chlorsaures Kalium beigebracht worden war. Bei der Untersuchung wahrend des Lebens zeigte der Blutfarbstoff keine Veriinderung noch Abnahme,
wohl aber bildete sich im Blute der Leichen nach 15 bis 44 Stunden
M e t h a m o g l o b i n , welches jedoch unter dem reduzierenden Einflufs der
Paulnis nach 7 bis 1 3 Tagen wieder verschwand. Die giftige Wirkung des
chlorsauren Kaliums beruht bci den Kaninchen daher nicht auf einer
Zersetzung des Blutfarbstoffs, auch ist sie, nach den vergleichenden Verauchen des Verfaasers, nicht als Kaliumwirkuog aufzufassen. Verfasser
nimmt eine spezifische Wirkung der Chlorate auf die Centralorgane, einechliefslich des Atemcentrums, an. Die Beigabe von Sauren sol1 den Eintritt der Vergiftung nicht befordern, dagegen aber hat Verfasser, im
Gegensatze zu v o n Me r i n g , beobachtet, dafs die Beigabe von Natriumbicarbonat, durch eine Reizung der Magenschleimhaut, derselben forderlich
ist. (Centralbl.f, Phyeiol. 1, p . 213.)
Ammoniakbestimmungen im Harn. Von C a s i m i r W u r s t e r. Verfasser empfiehlt die nachstehende Methode, welche durch die Schnelligkeit
der Ausfiihrung die S c h 1o s i n g 'sche offenbar iibertrifft. 10 bis 20 ccm
Harn werden mit halb so vie1 Bar ti oder Kalkwasser in einen Kolben
gebracht, dessen Boden von dem 50 C. warmen Waaser eines Wasserbades
bespiilt wird und welcher mit einem zweiten, in das warme Wasser voll-
B
Sauren d. gesund. u. krank. Magens bei Einfiihr. v. Kohlehydraten. 561
stiindig eintauchenden Kolben verbunden ist. Dieser letztere, zur Aufnahme des Schaumes dienend, ist wiederum mit einem in kaltes Wasser
gesetzten starkwandigen Kugelabsorptionsappaat, welcher mit einem ca.
50 ccm langen Schenkel versehen ist, in Verbindung ebracht. Der Kugelapparat, in welchem titrierte Schwefelsaure vorgeschqagen wird, wird mit
einer Wasserstrahlluftpumpe vereinigt. Wenn bei der Destillation zwei
Dritteile des Harnes iibergegangen sind, kann man mit Sicherheit annehmen, d a b alles Ammoniak ausgetrieben und von der vorgeschlagenen
titrierten Schwefelsaure aufgenommen ist ; es wird schliefslich durch
Titration, am besten mittels Lackmus, bestimmt. Verfasser fand in normalem h r n vom spez. Gewicht 1,003 bis 1,027 = 0,170 bis 1,100g Ammoniak. Neutrale und saure Harne enthielten 0,500 bis 0,800 g, alkalische
dagegen nur 0,300 bis 0,400 g. Es wird, nach Ansicht des Verfassers, die
Alkalinitat des normalen Harns nicht durch Harnstoffzersetzung in der
Blase verursacht, sondern beruht auf dern Vorhandensein von Carbonaten
der freien Alkalien. (Centralbl. fi Physiol., 1, p. 485.)
Cber die Slluren des gesunden und kranken Magens bei Einfiihrung von Kohlehydraten. Von Th.R o s e n h e i m. Der Magen niichterner
Personen wurde ausgespiilt und darauf je 50 g Weibbrot und 150 p:
Iauwarmes Wasser eingefuhrt. Nach Verlauf einer gewissen Zeit, die
bei den verschiedenen Versuchen eine verschieden lange war, wurde der
Nageninhalt ausgepumpt und die Sauren desselben bestimmt. (Verfasser
bestimmte die MilchsLure durch Titration der Atherextrakte, die Salzsiiure mittels der Cinchoninmethode [vergl. 1). Arch. f. klin. Med. 39,
Cahn und v o n Mering].) Bei Gesunden fanden sich f l i i c h t i g e
Siiuren nur in Spuren, freie S a l z s a u r e erschien schon friih, nach
15 Minuten 0,3 pro Mille, stieg nach 30 Minuten auf 1,0 pro Mille und
daruber und hielt sich auf dieser Hohe bis zur volligen Entleerung des
Speisebreies. In einzelnen Fdlen pathologischer Hyperaciditiit iiberstieg
die Salzsliure 1 pro Mille schon nach einer Viertelstunde; bei Carcinom
stieg dieselbe wenig uber 0,l ro Mille. - Milchsiiure war stets von
Anfang bis zum Schlufs der agenverdauung in bestimmbarer Menge
(im Mittel 0,3 pro Mille) vorhanden, (Arch. f. pathol. Anat. 111, p . 414.)
&
Zur Kenntnis der Einwirkung des Wasserstoffsuperoxyds an!
Kohlehydrate und organische Siuren. Von C. Wu r s t e r. Der Verfasser
hat beobachtet, dafs die Oxalsaure bei Zimmertemperatur durch Wasserstoayperoxyd unter Entwickelung von Kohlensaure, wenn auch langsam,
oxydiert wird, schnell vollzieht sich der Zerfall bei 37O; ebenso rasch
zersetzen sich Ameisensaure, Citronensiiure, Essigsaure, Milchsaure,
Weinsaure und andere. Der Rohrzucker wird zunachst invertiert , dann
aber wie Traubenzucker unter Kohlensaure-Entwickelung oxydiert; es
geschieht dies jedoch weniger schnell wie bei den Sauren. Stlirke und
Cellulose werden bei niedriger Temperatur durch Wasserstoffkyperoxyd
kaum, dagegen bei Siedehitze in alkalischer oder saurer Lijsung, unter
Bildung von Dextrin und Traubenzucker, schnell verandert. Die geschilderten Wirkungen sollen, nach dem Verfasser, auch in dcr l e b e n d e n
Pflanze herrorgebracht werden konnen. Derselbe erklart die Bildung
von Kohlensaure in der Pllanze durch Oxydationswirkungen des H202
und ist er der Ansicht, d a b auch die Ausscheidung von Sauerstoff zum
Teil daTon herriihre. (Centralbl. f. Physiol. 1, p. 33,
fjber den Einfiafs des Saccharins auf die Verdanung. Von Prof.
P l u g g e . Verfasser hat durch seine Versuche die Beantwortung der
Fragen versucht: Hat das Saccharin Einflufs auf die Digestion im Munde,
beeintriichtigt es die Wirkung des Ptyalin, des Pepsin, des Trypsin oder
Arch. d. Phsrm. XXVII. Bds. 12. Heft.
.36
568 Verflung dnrch Belvella esculenta infolge v. Ptomai'nbildung.
die saccharifizierende Wirkung des Pankreassaftes? - Das Saccharin steht
bekanntlich der SalicylsBure sehr nahe, ea ist kein N8hrungsmittel und
wird fast unveriindert mit dem Harn entfernt. Die Digestionsversuche
wurden samtlich bei Korpertemperatur vorgenommen. Dabei ergab
sich, dafs eine 0,03proz. Losung die Wirkung des Ptyalins giinzlich aufhob
und nach Zusatz einer 0,02proz. Losung erst nach 96 Stunden Zucker
nachweisbar war.
Um den Einflufs des Saccharins auf die Magenverdauung zu studieren,
benutzte Verfasser kiinstlichen Magensaft. Eine 0,33 proz. Liisung liefs
erst nach 24 Stunden eine Anderung sehen und das Eiweifs war erst
nach 4 Tagen gelost, ,wahrend bei einer Mischung ohne Saccharin schon
nach 4 Stunden eine Anderung sichtbar und das Eiweifs nach 16 Stunden
vollstandig gelost war. Es ergab sich also, d a b das Saccharin die Verdauung des Eiweifses sehr bedeutend verlangsamt.
Auch bei der Priifung der Wirkung des Saccharins auf die Darmverdauung ergab sich, dafs dasselbe die Wirkung des Pankreassaftcs
ebenfalls beeintrlchtigt, obgleich nicht so erheblich wie beim sauren
Magensafte.
P l u g g e ist, auf Grund seiner Versuche, der Meinung, dafs die Anwendung des Saccharins als Ersatz fur Zucker in Kahrungsmitteln nicht
statthaft, bei Diabetikern aber schkdlich sei, weil bei diesen ganz besonders
vie1 von einer guten Verdauung abhkngt. (Durcli Med-chirurg. Rundschau
1889, 8.)
P.
Toxikologie.
Vergiftung durch Helvella esculenta (die Speiselorchel) infolge von
Ptomai'nbildung. Ein Gericht i n getrockneteni Zustande gekaufter Speiselorcheln hatte 5 bis 6 Stunden nach dem Genusse Vergiftungserscheinungen
hervorgerufen, welche sich namentlich in einer AfTektion des Unterleibes
und in Rrechanfiillen iiufserten. Die iibrig gebliebenen getrockneten Pilze,
welche von Apotheker B. S t u d e r botanisch untersucht wurden, crwiesen
ich als IIelvella esculenta. Bei dieser Gelegenheit behandelt derselbe
Such die Frage nach der Existenz der angeblich neben der llelvella
aeculenta vorkommenden 11. suspecta, welche sich durch gewisse morphoesculenta
I.
sogisehe Merkmale und haufige Giftigkeit yon der unschldlichen €
lunterscheiden sollte, und kommt dabei zu dem Ergebnis, d a k H. suspecta
a19 eigene Species nicht existiert und nur als eine durch den Standort,
Alter und Feuchtigkcitsgehalt bedingte Form der ZI. esculenta sich darstellt,
welche, wie auch andere efsbare Pilze, unter besonderen Umstanden giftige
Eigenschaften annehmen kann.
Die yon Prof. D e m m e mit einem Dekokte der betrcffenden Pilze
und mit den pulverisierten Dekoktruckstanden vorgenommenen pharmakologisch-torikologischen Versuche ergaben die Thatsache, dafs das Dekokt
energisch toxisch wirkte und Vergiftupgserscheinungen ergab , die teils
eine besonders bei Kaltbliitern grofse Ahnlichkeit rnit der Curarewirkung,
teils cine grofse Ubereinstimmung mit der Muskarinwirkung zeigten, w&hrend rnit den pulvcrisierten Dekoktriickstanden keine beachtenswerten
Ergebnisse erhalten wurden. D e m m e ist der Meinung, d a b sich i p unschadlichen und efsbaren Pilzen durch unzweckmafsige Behandlung derselben beim Sammeln, Trocknen und Aufbewahren Fhlnisalkaloide bilden
konnen, welche auch durch das der Zubereitung zum Essen vorhergehende
mehrfache Abbriihen und Abspiilen derselben mit kochendem Wasser
nicht zerstort und beseitigt werden und daher nach dem Genusse ihre
Biftige Wirkung aufsern.
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