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404
A u t e r h o f f und K o v a r
Archiv der
Pharmazie
extrakte unter mehrfacher Zugabe von Wasser lieB sich der groBte Teil der Salpetersaure
entfernen. Die vollstiindige Abtrennung gelang durch Sliulenchromatographie (Kieselgel
0,05--0,2 mm Merck). Nach Waschen mit Ather lieB sich Pikrinsaure mit Athylacetat
eluieren, welche anschlieJ3end nochmals durch DC gereinigt wurde. Der Gehalt an Pikrinsaure wurde kolorimetrisch bestimmt (Elko I1 Filter 38, d = 0,5). Ausbeute 1,2 mg
(4,8% d. Th.).
Radioaktivitatsmessungen wurden mit dem Methandurchflul3zahler der Firma Friesecke
u. Hopfner durchgefuhrt.
Ansehrift: Prof. Dr. Dr. h. c . mult. I(. Mothes, Halle/Saale, Weinbergweg.
H. A u t e r h o f f
[Ph 3661
und K. A. K o v a r " )
Die Konstitution des ,,Dehydrohalorubremetins"
8. Mitt.: Ipecacuanha-Alkaloide**)
Aus dein Pharmazeutisch-chemisehen Institut der t'niversitht Tiibingen
(Eingegangen am 25. September I9titr)
Rubremetiniumchlorid (I)wird durch Alkalihydroxide in ,,Dehydrohalorubremetin" verwandelt. Es wird gezeigt, daB Dehydrohalorubremetin aus
einer optisch aktiven (11)und einer optisch inaktiven Substanz (111) besteht; II ist in 111 umzuwandeln. Die Konstitution von I1 wird geklart.
UV-, IR-, NMR-Spektren und chemische Reaktionen zeigen, daB I1 ein
6,7-Dehydro-l,llb-/?-dihydrorubremetinist, I11 dagegen ein u-eiterdehydriertes Rubremetiniumsalz.
Erwarmt man das bei erschopfender Quecksilberacetatdehydrierung a m Emetin
entstehende Rubremetiniumsalz (I)mit wa8rig-athanolischer Lauge, so fallt in etwa
'7Oproz. Ausbeute eine gelbbraune Substanz an, die ,,Dehydrohalorubremetin"
(DHR) genannt wirdl). DHR lafit sich mit Saure nicht in I zuriickverwandelnl)***).
Chroma,tographiert man frisch dargestelltes DHR, so erscheinen ein orangefarbener und ein gelber Fleck2). Elution und erneute Chromatographie zeigen, da8
sich der orangefarbene Fleck (Substanz 11) in den gelben Fleck (Substanz 111) verwandeln kann. Durch Kristallisation des rohen DHR sus Athanol-Dioxan (95
5)
gewinnt man das optisch aktive 11.
+
*) Dissertation K . A . Korar, Tiibingen 1966.
**) 7. Mitt.: H . Auterhoff und W . Jacobi, Arch. Pharmaz. 29$, 591 (1961).
***) Unveroffentlichte Versuche von K. Kalpathy, Pharniaz.-chem. Institut Tubingen 1964.
l) R. -V. Hazlett und W . E . XcEwen, J. Amer. chem. Soc. 73, 2578 (1951).
2, Erste Hinweise, daW DHR aus zwei Substanzen besteht, gab Th. Hansch, Dissertation Braunschweig 1964.
300. Bd.
406
Die Konstitution des ,,Dehydrohalorubrernetins"
11715
Aus der Mutterlauge liiI3t sich nach Zusatz von Salzsiiure und Kristallisation aus
Methylenchlorid-Ather (1 2) das optisch inaktive I11 isolieren (Abb. 1).
+
DHR (=
1OOyo)
khanol-Dioxan (95
[LY]::~
-175'
+5)
Rf 0,90 und 0,25
I1 (Krist. 50%)
Schmp. 170-172°
[a]$j8 4 6 5 "
Rf 0,90
Ather
(1 2)
+
Abb. 2
UV-Spektren von
Rubremetiniumchlorid (I),
I1 und I11
I
,
I
1
.
::
l i
I,.,
I:
I '.,
3.5 -
:
I
"'
1
I
,
I
Y . Ban und 31. Termhima, Tetrahedron Letters (London) 1961, 796; Chem. pharmac. Bull.
(Tokyo) 13, 775 (1965).
4 ) Vgl. A . R. Baffersby,H . T . Openahaw und H . C. S. Wood, Experientia 5, 119 (1949).
3)
406
Archiv der
A u t e r h o f f und K o v u r
Pharmazie
Tietz und McEwen haben angenommen, da13 das quartare I einen HofmaniiAbbau erleidet6). Dies scheint theoretisch auch moglich, denn im Ring E von I ist
ein zum quartaren Stickstoff transplanares Wasserstoffatom a m 1-C-Atom vorhanden. Auch die physikalischen und chemischen Eigenschaft.en von I1 sprachen
zunachst fur denHafmann-Abbau. So weist dasIR-Spektrum vonIIkeine Imoniumund Hydroxylbanden auf. Banden einer olefinischen Doppelbindung erscheinen
bei 3050 und 720 crn-l. Die hohe Intensitat der Bande bei 1610 cm-1 weist auf
eine zum Phenylring in Konjugation stehende Doppelbindung hin. Eine direkte
Ruckverwandlung von I1in I war nicht realisierbar, rohes DHR nahm bei der katalytischen Hydrierung fast zwei Mole Wasserstoff a d , und das entstandene Hydrierungsprodukt schien eine sekundare Aminogruppe zu haben, denn es lie13 sich
mit salpetriger Saure bzw. Essigsaureanhydrid umsetzen. Dagegen gelang es nicht,
das Hydrierungsprodukt zu hydroxymethyliereno) oder mit Ameisensaure und
Pormaldehyd zumethylieren'). Auch enthielt es entgegenfruherenAngaben5) keinen
aktiven Wasserstoff, ebenso waren im IR-Spektrum keine NH-Banden zu finden.
Hydriert man katalytisch an Stelle des rohen DHR kristallisiertes 11, so wird
nur ein Mol Wasserstoff aufgenommen; eine Reduktion von I1 mit Lithiumalanat
oder Natriumborhydrid war nicht moglich. Schliefilich gelang es, aus dem hydrierten
I1 Rubremetinium zuriickzugewinnen. Dies zeigt aber eindeutig, da13 ein HofmannAbbau nicht eingetreten und das Ringsystem erhalten geblieben war. Das Verhalten
HsCO \
H3COCq?&
H3
~
Zq?&
\
H,
I
\. ..."'
>,
N
I
H
/
N
\,,..$)
H
@
c 13
\
I
I
oz/HCI*
111
H
I1
Abb. 3. Strukturformeln von I und I1
5)
0)
?)
H . 3'. Tietz und W. E . McEwen, J. h e r . chem. Soc. 75, 4943 (1933).
H . Auterhoff und 3. Moll, Arch. Pharmaz. 291, 555 (1958).
A . Brossi, M . Baurnann, L. H . Chopard-&-Jean und J . Wursch, Hell-. chim. Acta 42, 772
( 1939).
300. Bd.
407
Die Konstitution des ,.Dehydrohalorubreretins'~
196715
bei der Hydrierung und bei der Hydroborierung nach brow^^^), sowie das IRSpektrum weisen auf eine olefinische Doppelbindung hin, die im Ring E liegen muB,
zumal I1 optisch aktiv ist, das Asymnietriezentrum also erhalten bleibt.
Die Formel I1 wird weiter dadurch gestutzt, daB katalytisch hydriertes I1 dem
hydrierten Rubremetinium (Dihydrorubremetin) sehr ahnlich ist. Dies zeigt sich
insbesondere im UV-Spektrum (Abb. 4) und im DC (Abb. 5 ) , aber auch deutlich
i m IR-Spektrum.
B
I
220
260
300
310
hlnrnl
Abb. 4. UV-Spektren von hydriertem I1 und
rohem Dihydrorubremetin
0 76
0 72
+ Start
Abb. 5. Schematisches DC
von hydriertem I1 und
rohem Dihydrorubremetin
[Die untere Zone (Rf 0,72)
fLrbt sich mit 2 n HCI
lproz. NaNO, violett]
+
Rohes Dihydrorubremetin besteht aus zwei Isomeren, die durch fraktionierte
Kristallisation getrenntg) und mit hydriertem 11 verglichen wurden. Das linksdrehende A (bzw. a)-Dihydrorubremetinzeigt im IR-Spektrum die sog. ,,Bohlmannbande"l0) 11) bei 2800 cm-l und ist demnach ein trans-Chinolizidinderivat mit
a-standigem 11b-Wasserstoff, das rechtsdrehende B (bzw. p)-Dihydrorubremetin
zeigt die Bohlmannbande nicht und ist demnach ein cis-Chinolizidinderivat. I1 hat
im IR-Spektrum eine schwache Bande bei 272Ocm-l, die man auf Grund von
Vergleichsspektren der Emetinbase, des 0-Methylpsychotrins u. a. nicht als
Bohlmannbande ansehen kann, und sollte danach ein cis-Chinolizidinderivat sein.
H. C . Brown und G. Zweifel, Org. Reactions, 13, 1 (1963).
K . Merz, Dissertation Tiibingen 1959.
10) F. Bohlmann, Angew. Chem. 69, 641 (1957); Chem. Ber. 91, 2157 (1958).
11) IV. E . Bosen, Tetrahedron Letters (London) 1961, 481.
8)
9)
408
Archiv der
A u t e r h o f f und K o v a r
Pharmazie
Zum gleichen Ergebnis fiihrt die NMR-Spektroskopie*) **). Im NMR-Spektrum
von I1 (Abb. 6) sind 5 Singulette im Bereich zwischen 2,91 und 3,60 t auf 4 aromatische Protonen und 1 Proton am Pyrrolring zuruckzufuhren, Die olefinischen
Protonen an C-6 und C-7 bilden ein AB-System von zwei Dubletten (JHB/ R 7 = 7
Hz); das eine bei 3,57 t ordnen wir dem Proton an C-7, das andere bei 4,34 t dem
Proton an C-6 zu. Die Nachbarstellung des Phenylringes (F) zu C-7 diirfte dabei
die Verschiebung des Signales zum tieferen Feld bewirken. Beide Dublette fehlen
im Spektrum von hydriertem I1 (Abb. 7). Zwischen 6,04 t und 6,24 t treten bei I1
4 Singulette auf, welche den 12 Protonen der 4 Methoxygruppen am Molekiil zuzuordnen sind. Ein Triplett bei 9,07 t (6,5 Hz, 3 H) gehort ebenso wie ein Multiplett
(Quartett, jede Linie ein Dublett) bei 8,48 t (2 H) zur Lthylseitenkette an C-3.
Das NMR-Spektrum des hydrierten I1 zeigt ebenfalls nur eine Athylseitenkette
[Abb. 7; Multiplett zwischen 8,O t und 8,6 t (2 H) und Triplett bei 9,08 t (3 H)].
Die Zuordnung des auffallenden Signals bei 5,04 t erfolgt durch Vergleich des
NMR-Spektrums von I1 mit dem des Dihydrorubremetins (Abb. 8). Das Singulett
entspricht einem Wert von einem Proton und riihrt vom Proton an C-11b her.
Dieses Signal findet man weder im NMR-Spektrum des Rubremetiniumsalzes noch
I
I
I
I
I
I
1
I
I
2.0
3.0
40
50
60
-c
7.0
8.0
9.0
10.0
Abb. 6 . NMR-Spektrum von I1
*) Fur die Aufnahme und Hilfe bei der Interpretation der NMR-Spektren danken wir Herrn
Dr. N o r m n C . Franklin, Hull (Engl.), bis Okt. 1966 Cast am Pharmaz.-chem. Inst. der
Universitat Tubingen.
**) Die NMR-Spektren wurden mit einem Varian-A-60-Spektrometer
bei 60 MHz in CDC1,Losung aufgenommen. Die Lage der Signale ist in 7-Einheiten (Bezugssignal:internes Tetramethylsilan, z = 10,O)angegeben, die Kopplungskonstanten werden in Hz ausgedruckt.
300. Bd.
19655
Die Komtitution des ,,Dehydrohalorubremetins*:
409
in dem des Emetins, das ein trans-Chinolizidinderivat ist. Dies steht im Einklang
mit anderen Untersuchungen von cis- und trans-Chinolizidinen12-1").
5 Aromatische
Protonen
1
I
?O
__
__
P? 36-
30
1
hn
50
1
1
60
70
en
I
I
90
10 0
T
"
Abb. 7. NMR-Spektrum von hydriertem I1
I
I
20
3.0
4.0
5.0
I
I
I
I
I
6.0
-c
7.0
80
90
10.0
Abb. 8. NMR- Spektrum von Dihydrorubremetin
T.31. Moynehnn, h'. Bchofield, R. A . Y . Jones und A . R . h'atritzky, J. chem. SOC.(London)
1962, 2ti37.
13) W . E . Rosen und J . S . Shooley, J . Amer. chem. Soc. 83,4816 (1961).
* 4 ) E. U'enkert, B. Wickberg und C . L. Leicht, J. ilmer. chem. SOC. 83,5037 (1961); Tetrahedron
Letters (London) 1961, 822.
151 X . UekokoviC. H . Bruderer. C. von Planta. T . Williams und A . Brossi, J. Amer. chem. SOC.
' 86, 3364 (1964).
16) W . Schneider und K . Schilken, Arch. Pharmaz., im Druck.
Archiv der
Pharmazie
A u t e r h 0.f.f zcnd K o va r
410
Wie die Tabelle 1 zeigt, hatte man I1 nach der optischen Drehuiip im Gegensatz
zur Auswertung der IR- und WMR-Spektren der trans-Chinolizidinreihe zugeordnet.
Tabelle 1
Zuordnung einiger Derivate zur cis- bzw. trans-Chinolizidinreilie
Substanz
Bohlmsnnliande
I
XMR-Bande
bei 5,04 z
I
Phinolizidni[ ~ t ] ~ (CHC1,)
, ~
zuordnuw
-
Rubremetinium
Emetin
A-Dihydrorubremetin
B-Dihydrorubremetin
trans
trans
ci3
cis
I1
111
-
Die Untersuchung von hydriertem I1 ist dadurch erschmert, dafi die dubstaiiz
sehr labil ist; sie ist nur nach rasch durchgefiihrter Hydrierung optisch aktiv, bei
langerem Kontakt mit dem Katalysator dagegen optisch inaktir. Die IT-Spektren
des kurz und laiiger hydrierten Produktes sind aber kaum verindert, der Chroniophor also der gleiche. Das ist nur mit einer Racemisierung bei der Hydrierung zu
deuten. Das optisch inaktive Produkt zeigt im NMR-Spektrurn (Abb. 7) ein Riiedrigfeldsignal bei 5,08 t (cis-Form) und im IR-Spektrum eine ausgepragte Bohlmannbande bei 2800 emp1 (trans-Form), mu13 also sowohl ein cis- als auch ein transChinolizidinderivat enthalten.
LaBt man 11 in Losung stehen, so bildet sich 111, das als Chlorid kristallisiert.
Das UV-Spektrum (Abb. 2 ) ist dem von I sehr iihnlich, es mu0 also der gleiche
Chromophor vorhanden sein. Ein genaueres Studium der Absorptionsbanden der
Ipecacuanha-Alkaloide") zeigt, daB es sich um ein quartares Stickstoffderivat
handelt. Irn IR-Spektrum erscheint keine Bohlrnannbande, irn Kernresonanzspektrum fehlt das Niedrigfeldsignal eines p-standigen 11b-Protons bei 5,04 5 . Es
ist daher wahrscheinlich, daB I11 sich von I nur durch Aromatisieruiig der Ringe D
mid E unterscheidet, zumal es auch aus I1 gewonnen werden kniin und optisch
inaktiv ist.
Abb. 9. Wahrscheinliche Formeln von 111
Wir danken dem Fonds der Chemischen Industrie fur die Unterstiitzung der Arbeit.
*) Tgl. K . A . Kovar, Dissertation, Tiibingeri 1968.
300. Bd.
1967!5
Die Konstitution des ,,l)ehydrohalorubremetins"
411
Beschreibung der Versuche
Alle Schmp. wurden auf dem Koflerschmp.block durchgefiihrt ; eine Korrektur erfolgte
nicht.
DC: Kieselgel HE",,, Merck. F'lieUmittel:frisch bereitete Mischung aus 80 T. Chloroform
und 20T. Methanol. Das'Auftragen der Substanzen erfolgte in chloroformigeroder methanol.
Losung. Spruhreagens: a) 2 n HCl; b) lproz. Natriumnitritlosung.
UV-Spektren: Gerat Zeiss PM &I1 und Beckman DB. Losungen in Methanol,
Konzentration in der Regel etwa 0,4 x lo-, Mol/l.
I R - S p e k t r e n : Gerat Beckman IR 9, KBr- u. CHC1,-Technik.
Optische Drehungen wurden in einem Leitz-E-Polarimeter mit Quecksilberlampe
bei 578 nm in Chloroform gemessen.
E 1e me n t a r a n a 1ys e n wurden durch die Mikroanalytischen Laboratorien A . Bernhurdt,
MiilheimlRuhr, und I . Beetz, Kronach, ausgefiihrt
.
D a r s t e l l u n g von Rubremetiniumchlorid: nach 17) u. 9,
Ausbeute 76% d. Th. ber. auf Emetinhydrochlorid als Heptahydrat; Schmp. 185--187",
Rf 0,30 (gelb), I R v cm-l: 1585 (Imoniumbande).
Darstellung von Dehydrohalorubremetin ( D H R ) : nach l)
Ausbeute 80% d. Th., Schmp. 180-158", [ ~ t ] 5 2 :-175'
~
(c = 1,00), Rf0,90 (orange) u.
Rf 0,25 (gelb)
D a r s t e l l u n g von I1
1,9 g rohes vom Schmp. 150-158' wurden aus&hanol-Dioxan (95 5 ) umkristallisiert.
Ausbeute 850 mg (50% d. Th.), Schmp. 170-172", [~t]525~
-465" (c = 1,OO) Rf 0,90
(orange). Orangefarbene Nadeln, gut loslich in Chloroform und Methylenchlorid, schwer
loslich in hhanol, unloslich in Wasser, Baeyersche Probe positiv. LaBt man Losungen in
Chloroform oder Methanol einige Zeit, besonders im Licht stehen, so veriindert sich die
Substanz, kristallisiert nicht mehr und fallt als braune amorphe Masse an.
+
UV &,ax nm (log E ) : 213 (4,56),303 (4,29),317 (4,31).IR v emp1: 1610 verstarkt (Doppelbindung in Konjugation zum Phenylring F), 3050 u. 720 (olefinische Doppelbindung),
keine Imoniumbande, keine Bohlmannbande.
C,9H,,N20, (472,6)
Ber.: C 73,68
H 6,84
N 5,94
0 13,54
H 6,82
N 6,14
0 13,61
Gef.: C 73,66
D a r s t e l l u n g von I11
Die bei der Uinkristallisation von 6,9 g rohem DHR (Schmp. 150-158") anfallende
Mutterlauge wurde i. Vak. zur Trockne eingeengt. Die so erhaltene 3,6 g Mutterlaugensubstanz wurde in 50 ml Wasser aufgenommen und vom verharzten Anteil abfiltriert. Das
Wtrat wurde mit 4 ml konz. Salzsaure versetzt. Es kristallisierten dunkelbraune Nadeln
aus, die mehrmals aus verd. SalzsLure umkristallisiert wurden. Die letzte Kristallisation
erfolgte aus 100 ml Methylenchlorid und tropfeniveiser Zugabe von Ather bis zur bleibenden
Triibung. Bei Kiihlschranktemperatur fielen dunkelrote Nadeln aus. Ausbeute 500 mg
(13,9% d. Th.), Schmp. 190--192', optisch inaktiv, Rf 0,25 (gelb), UV
nm (log E ) :
17) A .
R. Battersby und H . T . O p e n s k u , J. cheln. Soc. (London) 1949, 667.
Archiv der
Pharmazie
A u t e r h o f f und K o v a r
412
220 (4,60); 259 (4,541, 305 (4,33), 475 (4,45). I R v cn1-l: 1620, 1610 (C-X- bzw. C-CDoppelbindung).
C,,H,,N,O,Cl
3 H,O
Ber.: C 62,31 H 6,31 N 5,Ol 0 20,04 C1 6,34
Gef.: C 61,40 H 6,44 N 4,81 0 18,60 C1 6,49
H y d r i e r u n g von D H R
Nach 7 , Aufnahme von 1,5-1,8 Mol Wasserstoff, Ausbeute 68,9% d. Th., Schmp. 175
bis 178", optisch inaktiv, Rf O,75 [farblos, nach dem Bespriihen mit Reagens a) und b)
untere Zone violett, obere braun]. Kein aktiver Wasserstoff. I R Y cm-l: 2800 (Bohlmannbande), keine NH-Banden.
R e a k t i o n des h y d r i e r t e n D H R rnit salpetriger Saure
250mg hydriertes DHR wurden in verd. SalzsLure und Athano1 gelost, rnit lproz.
Natriumnitritlosung im f2berschul3 versetzt und im alkalischen Milieu rnit Methylenchlorid
ausgeschiittelt. Nach iiblicher Aufarbeitung und Abziehen des Methylenchloridswurde der
Riickstand aus Essigester-Petroliither umkristallisiert. Die braune Substanz schmilzt bei
194", besitzt den Rf-Wert 0,80 und 11Bt sich mit, verd. Salzsilure violett anfarben. Die
violette Farbe ist im sauren Milieu bestandig, beim Alkalisieren schliigt sie in Braun um,
entsteht aber beim Ansauern erneut.
C28H.33N30S
Ber.: C 69.17
Gef.: C 68,79
(503,6)
H 6,61
H 6,67
N 8,34
N 8,20
0 15,85
0 16,30
R e a k t i o n des h y d r i e r t e n D H R rnit Essigsaureanhydrid
150 mg hydriertes DHR wurden in 2-3 ml Pyridin gelost, mit 2-3 ml Essigsgureanhydrid versetzt und 36 Std. bei Raumtemperatur stehengelassen. Dann wurden 2-3 ml
Wasser hinzugegeben, und die Mischung nach einer weiteren Std. i. Vak. eingeengt. Den
Riickstand loste man in etwa 5 ml Wasser, neutralisierte bei 0" mit 20proz. Natriumcarbonatlosung und extrahierte mehrmals rnit Methylenchlorid. Nach iiblicher Aufarbeitung wurde das Methylenchlorid i. Vak. abgezogen. Urn das vorhandene restliche Pyridin
zu entfernen, wurde im Schwefelsaure-Vakuumexsikkatorgetrocknet. Umkristallisation
aus Essigester und aus Methanol. Ausbeute 100 mg, Schmp. 210-212', Rf 0,87 [farblos,
nach Bespruhen mit Sprtihreagens a) rot].
C,H,,N,O,
- CH,CO (516,6)
Ber.: C 72,07
Gef.: C 71,54
H 7,02
H7 3
N 5,42
N 5,59
CH,CO 8,36
CH,CO 8,88
K a t a l y t i s c h e H y d r i e r u n g von I1
200 mg I1 wurden mit 100mg Pt nach Adains in 40 ml absol. Athanol36 Std. bei Raumtemperatur in Wasserstoffatmosphare geschiittelt. Es wurde nicht mehr als 1 Mol Wasserstoff aufgenommen. Die griinlichweiae Suspension wurde nach Zusatz von 40 mlAthano1
erwkmt, wobei sich der organische Bestandteil loste, und vom Katalysator abgetrennt.
Nach Einengen des Filtrates auf 40 ml kristallisierte eine farblose Substanz aus, die nach
zweimaligem Umkristallisieren aus absol. Athanol bei 175-178" schmolz, optisch inaktiv
war, gleichen Rf-Wert und gleiche UV- und IR,-Spektren wie hydriertes DHR besaB.
C28H34N204
(474,6)
Ber. : C 73,39
Gef.: C 7333
H 7,22
H i,24
N 5,90
N 5,88
0 13,49
0 13,57
Unterbrach man die Hydrierung sofort nach ilufnahnie von 1 Mol Wasserstoff (24 Std.),
so wurde eine Substanz gewonnen, die optisch aktiv war
- 90" (c = 1,OO); das
IR-Spektrum zeigte keine Bohlmannbande.
300. Rd.
196715
Die Konatitution des ,,Deh ydrohalorzcbremetim"
413
Ge w i n n u n g vo n R u b r e ni e t i n i u m c h lo r id a u s h y d r i e r t e m D H R
Eine warme Losung von 475 mg hydriertem DHR in 5 ml5prOz. Essigsaure wurde w5hrend 1/2 Std. tropfenweise mit einer Losung von 320 mg Quecksilber(I1)-acetat, 100 mg
Kaliumacetat in 5 ml 5proz. Essigsiiure versetzt. Die vereinigten Losungen m d e n weitere
2 Std. unter starkem Ruhren auf dem Wasserbad erhitzt bis die Losung rot gefiirbt war.
Die weitere Aufarbeitung erfolgte analog der Rubremetiniumchloriddarstellung nach l7)
und O). Ausbeute: 100 mg (21% d. Th.), Schmp. 180-185';
keine Mhchschmp.-depression
mit RCl, welches aus Emetinhydrochlorid gewonnen wurde; identische IR-Spektren.
Hydroborierung von I1
In einem 250 ml Dreihalskolben wxrde durch tropfenweise Zugabe einer Suspension von
0,5 g Natriumborhydrid in 20 ml absol. Diglym zu einer geruhrten Losung von 1,5 g
Bortrifluorid-atherat in absol. Diglym Diboran erzeugt. Das Gas wurde mit einem trockenen Stickstoffstrom aus dem Generator in eine Suspension von 600 mg I1 in 40 ml absol.
Tetrahydrofuran eingeleitet. Nach
Std., innerhalb der die Natriumborhydridzugabe
beendet war, wurde der Generator 1 Std. auf 70-80' erhitzt, wobei der Stickstoffstrom
aufrecht erhalten wurde. Die bororganische Verbindung wurde bei 20-25'
Wasserbadtemperatur durch Zugabe von 32 m13 n NaOH und tropfenweise Zugabe von 32 ml30proz.
Wasserstoffperoxidesoxydiert, das Reaktionsgemisch 1 Std. geriihrt und anschlieI3end rnit
Ather ausgeschiittelt. Nach Trocknung wurde der Ather i. Vak. abdestilliert und die Hydroxyverbindung gewonnen. Ausbeute 300 mg (50% d. Th.), Schmp. 179-186", optisch
inaktiv, Rf 0,76 u. 0,72 [nach Bespruhen mit Reagens a) und b), Rf 0,76: braun, Rf 0,72:
violett]. I R Y cm-l: 3590 (alkohol. Hydroxylgruppe).
R e d u k t i o n von Rubremetiniumchlorid m i t Lithiumaluminiumhydrid
Zu einer Suspension von 4,O g Rubremetiniumchlorid in 300 ml absol. Ather wurde eine
Aufschw%mmungvon 1,6 g Lithiumaluminiumhydrid in 100 ml absol. Ather zugetropft
und anscldieI3end 3 Std. unter kriiftigem Riihren zum Sieden erhitzt. Dabei verblaBte die
rote Farbe des Rubremetiniumchlorids, und es blieben nur einige Kornchen nicht umgesetztes Produkt zuriick. Das uberschiissige Lithiumaluminiumhydrid wurde rnit wenig
Wasser zersetzt und die Atherphase abgetrannt. Die ausgefallenen Hydroxide wurden
mehrmals mit Ather extrahiert. Die vereinigten Atherlosungenwurden iiber Natriumsulfa t
getrocknet, und der &her abdestlliert . Man erhielt fahlgelbe Nadeln (3,O g = 75% d. Th.).
Bei der Behandlung mit 100 ml heiBem Methanol blieb ein Teil ungelost. Dieser wurde
aus einer groI3eren Menge Methanol mehrmals umkristallisiert bis der Schmp. konstant
blieb. Man erhielt farblose Kristalle, Schmp. 127-130", die aus je 1Mol a- und.b-Dihydrorubremetin und 2 Molen Methanol bestehen. Die Kristalle wurden aus absol. Athanol umkristallisiert. Es fielen federartige farblose Nadeln aus, die als fl-Dihydrorubremetin
340" (c = 0,22)] identifiziert wurden. Aus der urspriing[Schmp. 201-202';
lichen Methanollosung kristallisierte ein Produkt aus, das bei 158-160' schmolz. Umkristallisation aus Methanol ergab eine Substanz mit Schmp. 118-120°, aus deren
iithanol. Losung eine Verbindung ausfiel, die mit b-Dihydrorubremetin identisch war.
Die methanol. Mutterlaugen wurden gesammelt, mehrmals eingeengt und zur Kristallisation gebracht. Das zuletzt ausfallende Produkt wurde als a-Dihydrorubremetin [Schmp.
197-198",
- 325" (c = 0,194)] identifiziert. Alle Arbeiten wurden soweit moglich
unter Stickstoff ausgefuhrt.
a- und B-Dihydrorubremetin geben mit salpetriger Siiure wie hydriertes I1 eine violette
Fiirbung, ebenso verlkuft die Baeyersche Probe positiv.
+
Anschrift: Prof. Dr. H. Suterhoff, 74 Tubingen, Wilhelmstr. 27.
LPh 367)
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