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Mittheilungen.
222. H. G r i i n e b e r g: Ueber den Kieserit, seine Eigenschaften und
Verwendungen.
(Vorgetragen iu der Sitzung vom 14. October vom Verfasser.)
D e r Kieserit, (Mg SO,, H, 0), bildet bekanntlich einen wesentlichen Theil des Stassfurter Abraumsalzes, weldhes davon ca. 12 pCt.
enthslt; e r zeichnet sich vor dem Bittersalz, (Mg SO,, 7H, 0), aus
durch seine Schwerliislichkeit in kaltem Wasser; letztere bietet die
Miiglichkeit, ihn aus dem Abraumsalz leicht isoliren zu kiinnen.
Die ersten Versuche, den Kieserit zu gewinnen, wurden s. Z. (1864)
vom Verfasser zu dem Zwecke vorgenommen, dieses augenscheinlich
werthvolle Material f i r die Darstellung von schwefelsaurem Kali zu
verwerden. Das jetzt allgemein befolgte Verfahren zur Abscheidung
des Kieserit ist folgendes : Die, nach dem Auskochen des Abraumsalzes,
- dem bekannten Verfahren, das Kalisalz daraus zu extrahiren verbleibenden Salzriickstande werden auf trichterformigen Cefasseri
mit kaltem Wasser iiherrieselt; Steinsalz und sonstige losliche Salze
der Riickstlnde losen sich auf; sie fliessen mit dern dadurch freigemachten Kieserit-Krystallmehl und den sonstigen unliislichen Theilen des
Abraumsalzes -- Anhydrit, Boracitschlamm, Thonschlamm - in die
unter den Trichtern befindlichen Schlammkanlle. I n diesen Kanalen
lagern Kieserit und die letztgenannten Stoffe nach ihrer specifischen
Schwere ab; der Anhydrit vornehmlich in den der Einstrijmung zunachst liegenden Theilen derselben , darauf der Kieserit, schliesslich
sonstige leichtere Beimengungen, welche in der Regel fortfliessen, hier
und d a noch in besondern Klarbassins abgesetzt werden. Das reinere
Kieseritmehl wird aus den Schlammkanllen alsbald in eiserne Formen
gefiillt, erstarrt in denselben untcr Erwiirmung, indem sich ein Theil
desselben in die 7 fach gewasserte Verbindung verwandelt und hierdurch den Rest zu einer festcn Masse zusammenkittet und bildet nun
den sogend'nnten B l o c k k i e s e r i t , r o h e n K i e s e r i t , welcher mit
einem Gehalte von ca. 60 pCt. Mg SO, in den Handel gebracht wird.
Die Verwendungen des Kieserit haben sich, seit Verf. die ersten
Mittheilungen iiber dieses Product publicirte , und die Industriellen
aufforderte, sich mit dem Gegenstande intensiver zu beschaftigen, gemehrt; es ist nicht bei der vom Verf. a. a. 0. beschriebenen Verarbeitung zu schwefelsaurem Kali und zu krystallisirtem Bittersalz geblieben; der grosste Theil Kieserit geht nun seit Jahren nach England,
daselbst von den Stassfurter und Leopoldshaller Fabriken anstatt des
seither ublichen, aus Dolomit oder aus griechischem Magnesit dargestellten Bittersalzes eingefiihrt, und dient hier in den BaumwolleAppretur-Anstalten zum sogenannten ,,Beschweren" der Gewebe. D e r
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Consum fiir diesen Industriezweig ist ein ausserordentlich grosser.
Ein anderer grosser Theil Kieserit wird, wenn die Winterkalte diese
Fabrikation mijglicb macbt , in Stassfurt, namentlich Leopoldsball, in
Gemeinschaft mit dem Steinsalz der Abraumsalzriickstande, zur Fabrikation von krystallisirtem Glaubersalz verwendet und liefert ein,
von den Glashiitten, weil es eisenfrei ist, sebr gesuchtes Produkt.
Fernere geringere Quarititiiten werden von Blanc-fixe Fabriken verbraucht, welche denselben a n Stelle von Schwefelsaure zur Fallung
des Ra SO, an8 dem Chlorbarium benutzen. Die Verwendung des
Kieserit in allen ahnlichen Fallen, wo es sicb darum handelt, ein schwerlijsliches schwefelsaures Salz zu fallen, liegt nabe. - Nicht unerheblich ist auch der Consum des Rieserit in der Landwirthscbaft, seitdem
Dr. P i n c u s nachgewiesen bat, dass die schwefelsaure Magnesia, namentlich in der Kleediingung den Gyps zu ersetzen, j a denselben in
seinen Erfolgen zu iiberbieten vermag; namentlich wiederum ist England in dieser Ricbtung vorgeschritten; und endlicb, sollen wir uns
auf das Gebiet der Vorschlage begeben , diirfte die Alaunfabrikation
unter Umstanden Nutzen aus der liislicben Scbwefelsaure des Kieserit
ziehen. Das bekannte Thonerde-Mineral Bauxit, welches im siidlichen
Frankreich und in Wocbein (Bohmen) gefunden wird , in Salzsaure,
wo diese geringen Werth bat, gelost, die Losung rnit geringgradigem
also wohlfeilem Kalisalz und dem entsprechenden Kieserit versetzt,
scbeidet das Aequivalent Alaun fast vollstandig a b , in der Mutterlauge Chlormagnesium zuriicklasserid und durfte sich fur diese Fabrikation empfehlen.
Alle die oben angedeuteten Verwendungcn geniigen aber bei
weitem nocb nicht, urn die grossen Quantitaten Kieserit, welche in
Stassfurt rind Leopoldshall gewonnen werden, und die sich auf mehrere 100,000 Centner beziffern, zu bewaltigen; es muss auf eine noch
allgemeinere Verwendung gesonnen werden, eine solche, die mit Leicbtigkeit g r o s s e Massen des Materials consumirt. Eine solcbe wiirde
gefunden sein, wenn es geliinge, den Kieserit zu einem Baumaterial
zu verwenden; konnte der Kieserit in dieser Richtung nur den Gyps
ersetzen, so wiirde der Ausweg gefunden sein; es ist hierzu vor Allem
notbig, seine Liislichkeit za verringen. - Die Zusammensetzung des
Polyhalit (2Ca SO, + Mg SO, + 2 K 2 SO, +H2 0) Whrte den Verfasser darauf, die Fabigkeit der schwefelsauren Magnesia, Doppelsalze
zu bilden, zur Darstellung eines Doppelsalzes aus Mg SO,
Ca SO4
zu versuchen; es wurden 2 Aequivalente Kieserit mit 1 Aequ. Kalkhydrat unter Wasserzusatz gemischt. Die breiformige Masse erstarrte
unter Erwarmung und enthielt nun Ca SO,
Mg SO,
Mg 0,zeigte
jedoch keinerlei brauchbare Eigenschaften , d a sie fiir eine techniscbe
A19 jedoch das so erhaltene ProVerwendung zu weich erschien.
duct einer ziemlich starken Gliihung ausgesetzt worden, dann aufs
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neue g e p u h r t und darauf mit Wasser angeriihrt worden, erhartete
dasselbe schnell zu einer marmorahnlichen Masse , welche mancherlei
schatzenswerthe Eigenschaften darbot ; - Dasselbe ist in der Harte
eher den) Marmor als dem Gypse ahnlich, lasst sich, wie es scheint,
poliren und widersteht der Feuchtigkeit bis zu einem gewissen Grade,
- eine vor 4 Monaten dargestrllte Platte daraus, zeigt an der Oberflhche keinerlei Veranderungen.
Es erscheint nicht zweifelhaft, dass der SO mit dem Kieserit dargestellte Cement mancherlei Verwendungen finden kann, zumal fiir
architektonische Verzierungen, sofern sie im Innern der Gebaude allaubringen sind, fiir Flurbelegplatten und dergleichen; und es wird
dadurch die Moglichkeit gegeben werden, andere neue Verwendungen
nicht ausgeschlossen , ein Material, welches heute nicht den Rang
einnimmt, der ihm seiner mannigfachen niitzlichen Eigenschaften wegen
gebiihrt, auf seinen Werth zu bringen. Wenn im Vorstehendem hierzu
die Anregung gegeben wurde, so ist die Absicht des Varfassers erfiillt.
223. C. Bender: Der Liebfrauensee zu Kissingen.
Ueber diesen, unterhalb des Friedhofes von Kissingen gelegenen
See existiren die mannigfachsten , theilweise sonderbarsten Geruchte,
welche mieh veranlassten , durch einige Untersuchungen den wahren
Thatbestand festzustellen. Dern Wasser des immerwahrend klaren
See’s entstriimen fortwiitirend iu reichlicher Menge Gasblasen, welche
von Sachverstandigen entweder fiir Kohleneaure, atmosphhrische Luft
oder SumpfgG gehalten werden. Es mogen bei dem Gedanken an
eine schaclliche Luft wohl nicht alle Verhaltnisse der Umgegend genau
beriickeichtigt worden sein. Nach meinen Untersuchungen besteht das
aus dem See entweichende Gas aus 8 4 6 Theilen Stickstoff und
15,4 Theilen Sauerstoff. Das iri dem Wasser absorbirte G a s enthalt
nach Abzug der Kohlenslure 74,7 pCt Stickstoff und 25,3 Theile Sauerstoff. Das entbundene und das absorbirte Gas wurden zu gleichen
Theilen gemischt, was ein Zusammensetzungsverhlltniss ergiebt, wie es
in der atmospharischen Luft enthalten ist:
Stickstoff 84,6+74,7 = 159,3
Sauerstoff 15,4-+25,3 = 40,7
Das Auftreten der Gasblasen in dem See riihrt also von atmosphlrischer Luft her, welche vorher unter einem hohen Druck absorbirt
wurde. Die Bestandtheile derselben werden von dem Wasser annahernd
in dem Verhaltniss zuriickgehalten, welches man schon iifter bei
Quellwasser beobachtet hat. D e r Rest entweicht. Die Quantitat des
i m Wasser absorbirten Gases ist so bedeutend, dass man annehmen
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