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2327107

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durch die Analyse des Kalksalzes nachgewiesen wurde. Die krystallinische Substanz ist schwer in Wasser und kaltem Alkohol, leicht
in kochendem Alkohol loslich. Aus verdiinntem Alkohol umkrystallisirt, bildet sie leichte, wollige, farblose Nadeln, die bei 169-170° C.
(uncorr.) schmelzen und nach der Formel Clo HISNO4 zusammengesetzt sind.
Berechnet fur
Gefunden
I.
11.
CioH15N04
C
56.34
56.44
56.75 pCt.
H
7.04
7.00
7.27 ))
N
6.57
7.18
7.01 3
Nach diesen Ergebnissen kiinnte die Verbindung Nitrooxycampher
sein; mit der naheren Untersuchung sind wir noch beschaftigt.
Wir wolleri noch erwahnen, dass die Verbindung C10H1602 durch
Chromsauremischung griisstentheils zu Essigsaure neben Kohlensaure
oxydirt wird.
W i e n , den 9. October 188’2. Laborat. des Prof. A. L i e b e n .
464. J. J. H u m m e l und A. G. P e r k i n : Ueber einige neue Ver-
bindungen des Hameteins und Brasile’ins.
(Eingegangen am 13. Oktober.)
Wahrend wir mit der Bereitung einiger Praparate des Farbstoffes
aus Campecheholz beschaftigt waren, fanden wir eine einfache Methode , wobei man Hamatin krystallinisch und in ziemlich grosser
Menge erbalten kann, sodass wir bewogen waren, einige Eigenschaften
dieses Farbstoffes zu untersuchen.
Um Hamatei’n rein und krystallinisch zu erhalten, 16st man kaufliches Campecheholz in etwas heissem Wasser und nach Abkiihlung
giebt man einen Ueberschuss yon Ammoniak zu.
Die so erhaltende Lijsung der Ammoniakverbindung des Hamatoxylins wird zunachst unter haufigem Umruhren an der Luft stehen
gelassen, urn sie in die entsprechende Verbindung des Harnatei‘ns umzuwandeln.
Diese Umwandlung findet aber schneller statt, wenii man einen
Lufstrom einige Stunden durch die Lijsung durchleitet.
Ein dnnkel purpurrother Niederschlag der Ammoniakverbindung
des Hamateihs setzt sich langsam ab, welcher auf Filtrirpapier gesammelt und gut ausgepresst wird.
Zundchst werden etwa 40 g dieses Niederschlages in ein Liter
heisses Wasser gel6st und 30-160 g Essigsaure (spec. Gewicht 1.04)
zugegeben.
Hierauf wird die Lijsung einige Zeit auf einein Wasserbad erwarmt (um das ainorphe Hamatei'n so gut als mijglich aufzulosen) urid
nach Abkuhlung filtrirt, das auf dem Trichter zurlckbleibende Hamatei'n wird init heisser, rerdunnter Essigslure 3 oder 4 ma1 behandelt
und die gesammten Filtrate auf den1 Wasserbad eingedampft. Nach
einiger Zrit setzen sich kleine Krystalle von Hamatei'n ab.
Urn diese von deli beigemengten Unreinigkeitea zn trennen, giebt
man eunachst der kalten Losung etwas Essigsaure zu, welche die meisten
fremden Kijrper aufliist, wahrend die Krystalle roil Hamatei'n als fast
unliislich zuriickbleiben.
Diese letzteren werden auf Filtrirpapier gesanimelt, 3 oder 4 ma1
mit Essigsffure und zuletzt mit Wasser gewaschen und getrocknet.
H h a t e i ' n , auf diese Weise dargestellt,, bildet ganz kleiiie Krystalle,
die einen prachtvollen, gelblich grunen Metallglanz besitzen.
Mit, Hiilfe eines Mikroskops sieht man sie (wenn man das Licht
diirchgehen liisst) als selir diinne, rRthlichbraune Tafeln. Mit einein
Glasstab gerieben wandeln sie sich in ein rothbra.unes Pnlver urn.
Hamatei'n ist in Wasser, Alkohol. Aether und Essigsiiure sehr schwer
lijslich, dagegen wird es rou Alkalicn reichlich aufgenommen.
Animoniak liist es init eiiier scliiinen braonvioletten Farbe auf,
wbhrend die Liisuug i i i conceritrirter Natronlauge eine schiine purpuriie
Farbe besitzt.
An der Luft wird die Farbe dieser alkalischen Lijsungen m c h
und nach rotli nnd zuletzt braun, d a , wie es scheint, der Farbstoff
sich zersetzt.
Z a bemerkeii ist, dass Hamatei'n sich in einer verdiiiinten Lijsuug
von Natronlauge mit eiiier hellrotheii Farbe auflijst, dagegen in einer
co'ncentrirten die Farbe blaulich purpurn wird.
Die Analysen gaben folgende Zahlen, welche rnit der Formel
C16 Hlz 0 6 iibereinstimmen.
Gefunden
Berechnet C l e H l p O s
I.
11.
111.
C
64.47
63.94 63.71
64.00 pCt.
4-28
H
4.18
4.12
4.00
Die Krystalle von I-Jffniatei'n sind wasserfrei und ohne Zweifel
mit den von H a l b e r s t a d t wid R e i s (diese Bericlite XIV, 611)
identisch. ( H a l b e r s t a d t und R e i s erhielten sie beim Auslaugeii
von alltern Campecheholz mit Aether, kounten sie aber aus dem
kiiuflichen Extrakt nicht erhalten.)
))
E i n w i r k u n g von S c h w e f e l s i i u r e auf Hamatei'n.
Nach B a e y e r (diese Berichte LV, 457-555) sollte Hamatei'n ein
Phtalei'n sein, und wahrscheinlich in naher Beziehung zu Galleih
stehen.
2339
Da, wenn man diesen letzten Kiirper einige Zeit mit concentrirter
Schwefelsaure auf 2000 erhitzt, ein neuer griiner Farbstoff, Coerulei'n,
gebildet wird, schien es miiglich, dass ein iihihulicher Kiirper auf diese
Weise aus Hamatei'n entstehen wiirde, was aber nicht der Fall ist, d a
Hamatei'n bei der Einwirkung von heisser, concentrirter Schwefelsaure zersetzt wird uiid keinen neuen Farbstoff liefert.
Hhmatei'n jedoch lost sich in kalter , concentrirter Schwefelsaure
unter Warmeentwickeluiig sehr leicht zu einer dunkel riithlichbraunen
Liisung auf, die beim Stehen gllnzende, gelbe, prismatische Krystalle
absetzt.
Giesst man die Liisung in kaltes Wasser, so entsteht ein brauner
Niedersclilag, der Fez03 sehr ahnlich sieht, und, wie es scheint, friiher
als Hamatei'n angeselien wurde. ( G m e l i n , 0rg.-Chem. 10, 293.)
Jedoch 1Bst er sich nach Entfernung der Saure in Natronlauge
mit einer riitlich purpurnen Farbe, wahrend Hamatei'n, wie schon erwahnt, eine purpurblaue Farbe hervorbringt.
Auch farbt e r gebeizten Kaliko ganz anders wie Hamatei'n. Z. B.
mit verdiinnten Thoiierdesalzen wird es matt roth , rnit coiicentrirten
roth und rnit verdunnter EisenlGsong schieferfarbig.
E s ist also klar, dass ein neuer Kiirper entstandeti ist. Giebt
man heissen Eisessig der Liisung von HHmatei'n in Schwefelsaure
sehr langsam und mit haufiger Umriihrung zu, bis die Losung drei
oder viermal so gross ist, so scheidet sich ein orangegelber krystallinischer Niederschlag Iangsam ab, welcher niit Hiilfe eines Mikroskops
wie kleine, durchsichtige Prismen aussieht.
Die Analysen gaben die folgenden Zahlen, welche rnit der Formel
HiS04 iibereinstimmen.
c
1
6 HI1 05
C
H
S
I.
50.47
3.28
-
Gefunden
11.
50.12
3.29
III.
-
8.72
-
Berechnet
50.53 pCt.
3.16 ))
8.42 %
Die Entstehung dieses Kiirpers, fur welchen wir den Namen
>saures Is0 -H&matei'n- Sulfatcc vorschlagen, findet jedenfalls nach der
folgenden Gleichung statt.
I n Alkoliol, Aether und Benzol ist er beinahe unloslich, in Eisessig lBst er sich aber etwas auf, unter Bildung einer gelben Lbsung.
Er ist etwas loslich in kaltem Ammoniak. Diese Losung wird
beim Erwarmen matt roth.
Die Losung in Natronlauge besitzt eine rijthlich purpume Farbe.
2340
Beide Losungen der Luft ausgesetzt werden braun, viel schneller
als die entsprechenden Lasungen von Hamatern. Wascht man saures
Iaohamatei'nsulfat mit Alkohol oder Wasser, so wird die F a r b e desselben riithlicher (mit Wasser wird sie etwas dunkler als rnit Alkohol).
1)abei findet eine Abspaltung von Schwefelsaure statt.
Urn diese Einwirkung zii studiren, wurden folgende Versuche angestellt:
1. Etwas saures IsoliLmatei'nsulfat wurde zuerst mit Alkohol, d a m
niit Wasser, mieder mit Alkohol und zriletzt rnit Aether behandelt und
getrocknet.
2. Eine zweite Quantitat dieser Substanz wurde mit Wasser geviaschen, bis das Filtrat keine Schwefelsaure mehr enthielt.
3. Eine dritte Quaxititiit wurde mit Alkohol >ersetzt id einige
Tage an der Luft stehen gelnssen.
Nach einigen Stunden bedeckte sich das gelbe Produkt mit
dunkel gefarbten, krystallinischeri Flocken, und in zwei oder drei Tagen
verwaudelte sich das Ganze in Krystalle um, welche bei auffallendem
Licht einen sehr schiinen Rletallglanz besitzen und bei durchfallendem
Licht als dunkel orangerothe Tafeln erscheinen. Beim polarisirten
Licht wird diese Fnrbe sehr verstarkt. Die Analysen gaben folgende
Zahlen, welche rnit der Forrnel
gut ii bereins ti mrnen .
Priparat 1
C
H
(c16 H12 O6)a
r.
11.
58.55
3.38
58.85
3.33
H1105
pr:iparat 11
59.32
3.17
1 so,
1.
Priiparat 111
ir.
58.63 58.57
3.75
3.74
Rerechnet
58.77
3.67
Da dieser Kiirper so leicht einen Theil des Schwefels als Schwefels;'iure abspaltet, ist es gewiss, dass er keine Sulfonsdure ist, vielmehr scheint er die Eigenschaften eines Schwefelsaureathers zu besitzen.
Das merkwiirdigste ist, dass er mit Wasser n u r 2/3 seines
Schwefels unter Bildung des oben beschriebenen , eigenthiimlichen
Kiirpers hergiebt. Kocht man diesen Iiiirper mit Magnesiumcarbonat,
so entsteht eine ziemliche Menge von schwefelsaurem Magnesium, mit
einer Magnesiumverbindung gemischt, die, frisch dargestellt, Metallglanz besitzt.
Jedoch enthiilt diese Verbindmig aoch noch etwas Schwefel. Nach
Entfernung der Magnesia durch eine Siiiure fiirbt das Produkt gebeizten
K aliko gerade wie das urspriingliche Schwefelprodukt, n u r sind die
Farben matter. Wir hoffen splter dieses Produkt zu untersnchen.
2341
E i n w i r k u n g v o n S a l z s a u r e auf Hlmatei'n.
Erhitzt man Hamatei'n einige Zeit in zugeschmolzenen Rohren mit
Salzslure (specifisches Gewicht 1.195) auf looo, so wird die zuerst
schiine, hochrothe Farbe nach und nach schmutziggelb, und es befinden
sich in der Losung ganz kleine Krystalle. Sobald die Reaktion
fertig zu sein scheint (was nach mehreren Stunden geschieht).
werden die Rijhren aufgemacht und der Inhalt auf einem Wasserbad
zur Trockne eingedampft.
Das Produkt, welches rnit Hulfe eines Mikroskops als ein fast
schwarzes krystallinisches Pulver mit einem olivengrunen Metallglanz
erscheiot, wird beim Erhitzen mit Wasser und etwas Salzsaure, in
welchem es sehr leicht loslich ist, und Filtriren gereinigt.
Giebt man zunachst dem orangegefarbten Filtrat concentrirte Salzsaure zu, so scheidet sich ein gelber Niederschlag ab. Das Filtrat
und der Niederschlag werden jetzt gekocht, his alles aufgelost ist.
Beim Erkalten scheiden sich kleine, rothe Krystalle ab, welche Chlor
enthalten.
Die Analysen ergaben folgende Zahlen, welche mit der Formel
Cs H11 O5C1 ubereinstimmen.
Gefunden
Berechnet
I.
11.
111.
IV.
60.28 pCt.
59.96
C
60.07
3.57
3.45 2
H
3.60
c1
11.15 B
10.59 10.82
Die Bildung dieses Korpers geschieht nach der Gleichung :
C16H12Os
HC1 = C16H1105C1 OHz.
Diese Einwirkung findet fast quantitativ statt, wie aus dem folgenden Versuch ersichtlich.
0.2904 g Hamatei'n , mit concentrirter Salzsaure erhitzt, nahm
5.74 pCt. seines Gewichts zu: Berechnet 6.13 pCt.
Fiir diesen Kdrper schlagen wir den Namen ,Isohamatei'nchlorhydrincc vor. Er lost sich in Wasser unter Bildung einer orangegefarbten Losung sehr leicht auf. Diese Losang reagirt ziemlich stark
sauer, welche davon herriihrt, dass der Korper nach und nach Chlor
abspaltet, his er fast chlorfrei wird.
Mit alkoho111 Alkohol ist er weniger loslich als in Wasser.
lischem Kalk giebt er eine rothlich violette Losung, welche aber bald
schwefelfarbig und zuletzt schwarzbraun wird, wahrend die Intensitat
schnell abnimmt. Mit concentrirter Schwefelsaure behandelt giebt er
Salzsaure ab, indem saures Isohamateihsulfat sich bildet. Er farbt gebeizten Kaliko gerade wie die Schwefelsaureverbindung , nur sind die
Farben etwas heller.
+
+
2342
E i n w i r k u n g v o n B r o m w a s s e r s t o f f s a u r e a u f Hamatei'n.
Erhitzt man Hamatei'n mit concentrirter Bromwasserstoffsaure in
zugeschmolzenen Rohren, so eritsteht das entsprechende Isohamatei'nmonobromhydrin, welches eiiie dunkele, mikroskopisch krystallinische
Masse bildet.
Eine Brombestimmung gab Br = 21.60 pCt.
Berechiiet fur C16HIlOjBr
= 22.03 ))
Diese Reaktion findet nach der folgenden Gleichung statt :
HBr = C16Ht105Br OHz.
C1gH1206
IsohBmatei'nbronihydrin liist sich in Alkalien mit einer violetten
Farbe auf. Die sonstigen Eigenschafteii stimmeu mit denen der Chlorverbindung ganzlich uberein.
+
+
I s n h ii m :t t e i'n.
Giebt man der wasserigen LFsu~ig von Isohaniatei'nchlorhydrin
oder -bromhydrin genugend Silberoxyd zu, urn alles Clilor zii entfernen,
so wird die zuerst orangegelbe Liisung nach und nach dunkler.
Conceritrirt man zunachst diese Liisung auf dem Wasserbad 'und
bringt dann iiber Schwefelsiiure zur Trockne, so erhalt man Isohamatei'n als eine aniorphe Masse mit einem grunen Metallglnnz.
Bis jetzt ist dieses Produkt ganz rein und chlorfrei iiicht erhalten
worden, allein die Analysen lieferten Zahleii, welche zeigteri, dass es
dimelbe Constitution wie H&natei'n besitzt. Die Rildung dieses Korpers
geschieht nach der Gleichung:
Ci6H1iC105
A g O H = C16H12Os
AgC1.
Jedocli ist es diesem isomer und nicht identisch, da die Eigenschafteii betrachtlich verschieden sind , wie aus der folgenden Tafel
ersichtlich.
+
+
Hamate'in
1
Isob5mate'in
Liisung in Alkalien
blaulich violette Farbe
rothlich violette Farbe
Liisung in Natriumcarbonat
rothlich purpurne Farbe
purpurne Farbe
Ammoniak
hell rothlich purpurne
Farbe
matt rijthlich purpurne
Farbe
Sc~hwefelanimon
i
beinahe entfarbt, wird aber
schnell purpurn, wenn , ein rothlich purpurner
Niederschlag
Liisung in Bleiacetat
1
rothlich purpurner Niederschlag
2343
Isohamatei'n farbt gebeizten Kaliko fast genau wie Isohamatei'nchlorhydrin, ganz anders aber wie Hamatei'n, aucli ist es liislicher in
Wasser, wie der letztere Farbstoff.
Brasilei'n.
Um krystallinisches Brasilein zu bekommen , benutzt nian eine
ganz ahnliche Methode als die oben beschriebene, welrhe fiir die Darstellung des Hamatins aus Carnpecheholz diente, nur muss man
langere Zeit Luft durchleiten, d a die Oxydation langsamer eintritt.
Das auf diese Weise dargestellte Brasilei'n bildet sehr kleine,
dunkle Krystalle rnit eineni grauen Metallglanz, die mit einem Glasstab
gerieben ein braunlich rothes Pulver bilden.
Unter dem Mikroskop zeigen sie sic11 als diinne, rijthlich braune
rhombische Tafeln.
I n kaltem Wasser 16sen sie sich sehr wenig auf, in heissem Wasser
sind sie aber etwas lijslicher. Die Lasung ist hell rosenroth gefarbt
und besitzt eine orange Fluorescenz.
Von Alkalien wird Brasilei'n unter Bildung einer hochrothen
Losung aufgenommen, die, obschon bestandiger a1s die entsprechende
Verbindung des Hamatei'as, doch a n der Luft langsam braun wird.
Es ist wenig Unterschied in der Farbe der L6sungen in Ammoniak und Natronlauge.
Die auf 1300 getrockneten Krystalle gaben bei den Analysen folgende Zahlen, welche mit der Formel C16 Hlz 0%
gut iibereinstimrnen:
Gefunden
Berechnet C16H~20 5
1.
11.
67.46
67.60 pCt.
C
G7.30
4.23
4.22 2
A
4.22
Bei 1000 getrocknet, enthalten die Krystalle noch 1 Molekiil
Wasser, welches sie bei 130-1400 verlieren.
Analysen der Krystalle, bei 1000 getrocknet, lieferten folgende
Zahlen , welche mit der Pormel C16Hlz 05,0 Hz gut ubereinstimmen:
Gefunden
Berechnet Cl6Hl2 0 5 0 H?
I.
II.
63.57
63.57 pCt.
C
63.78
H
4.50
4.63 ))
E i n w i rk u n g y o n
S c h w e f e l s a u r e a n f B r a s ilei'n.
Brasilei'n liist sich in kalter , concentrirter Schwefelsanre langsam
auf, indem es eine orange gefarbte LGsung bildet, die mit Wasser
verdiinnt eine olivengriine Fluorescenz besitzt, und beim Stehen gelbe,
rhornbische Nadeln absetzt.
Giesst man die Lijsung in Wasser, so scheidet sich ein hell orange
gefarbter Niederschlag aus, der eine neue Substanz ist. Giebt man
2344
der Losung in Schwefelshre heissen Eisessig langsam und in
kleinen Qnantitaten unter haufiger Umriihrnng zu , so scheidet sich
d:ls neue Produkt in kleinen Krystallen aus. Diese werden auf
Filtrirpapier gesammelt, mit Eisessig gut ausgewaschen und getrocknet.
Die Analysen gaben Zahlen, welche mit der Formel
gut ubereinstimmen.
1
”\
H
c1G H1104
Gefunden
I.
11.
111.
Berechnet C g H11 0 4
C
52.59
52.68
52.24
52.74 pCt.
H
3.39
3.42
3.36
3.29
Dieser KBrper entsteht jedenfalls nacli der Gleichung:
SO*
so4
))
C I G H I ~+
O ~H2 so4
5
c
~
1 SO4~ + O HH2 .
~
Dieses same Isobrasilei’nsulfat lost sich sehr wenig in kochendem
Eisessig auf, dagegen ist es in Alkalien sehr 1oslich. Die LBsung
in Amnioniak besitzt eine hochrothe Farbe, die der der entsprechenden
Verbindung des Brasileins sehr ahnlich ist. Die Liisung in Natronll-tuge ist etwas blauer gefarbt. Beide Lijsungen werdeii an der Luft
vie1 schneller braun als die alkalischen Losungen des Brasilei’ns.
Mit Alkohol behandelt werden die Krystalle scharlachroth, indem
Schwefelsaure in hetriichtlicher Menge sich abspaltet.
Uiiter dem Mikroskop sieht man, dass dieses neue Produkt aus
schijnen, rothen Nadeln besteht. Es ist in Wasser, Alkohol und
Emigslure etwas liislich. Die Analysen gaben Zahlen, welche mit der
Formel
Ht
Hlz 0 5 , 2 CIGHllO4 IS 0 4
(
) iibereinstimmen.
Gefunden
I.
11.
56.61
C
57.13
H
3.83
3.73
Diese Schwefelverbindungen
Kaliko ganz anders wie Brasilei’n
des Garancins ahnlich sind.
111.
56.50
3.51)
Berechnet
56.90 pCt.
3.55
der Bnsileins farben gebeizten
selbst und liefern Farben, die dem
))
E i n w i r k II n g v o n C h 1 o r w a s s e r s t o f fsa 11 r e a u f B r a s il e i‘n.
Erhitzt man Brasilei’n auf looo i l l zugeschmolzenen Riihren, so
verhalt es sich ganz ahnlich wie das Hiimate’in, nur findet die Reaktion
etwas langsamer statt. Die Lijsung , welche zuerst scharlachroth gefiirbt ist, wird nach und nach schmutzig gelb, wihrend Krystalle sich
ausscheiden.
Nach Beendigung der Einwirkung (was ungefiihr 8-10 Stunden
dauert) wird das Ganze zur Trockne auf dem Wasserbade eingedampft.
~
~
2345
Dies Produkt besteht aus einer dunkelbraunen, krystallinischen
Masse, die einen violetten Glanz besitzt. Die Analysen gaben folgende
Zahlen, welche mit der Formel C16 Hi10 4 Cl iibereinstimmen:
Gefunden
Berechnet C I L ~ OlCl
HI~
I.
11.
63.03
63.13 pCt.
C
63.28
3.65
3.64
H
3.66 3
Dime Substanz entsteht nach der Gleichung:
C16HlaO.r,
HC1 = ClsH1104Cl
OH2.
Isobrasileiinchlorhydrin lost sich in Wasser leicht auf unter Bildung einer orangegefarbten Losung, welche freie Salzsaure enthalt.
Es lost sich in Alkalien leicht auf, und die L6sung besitzt eine
griine Fluorescenz.
+
+
E i n w i r k u n g von B r o m w a s s e r s t o f f s a u r e a u f Brasilei'n.
Giebt man zu Brasilei'n rauchende Bromwasserstoffsaure im Ueberschuss, SO lost es sich etwas auf, wahrend der Riickstand sehr scharlachroth gefarbt wird.
Erhitzt man zunachst das Gemisch in zugeschmolzenen Rohren
auf 1000, so liist sich fast Alles unter Bildung einer rothen Losung
auf, die nach und nach gelb wird. Nach ungefahr 5-6 Stunden lasst
man abkuhlen, wenn das neue Produkt sich in Krystallen ausscheidet.
Unter dem Mikroskop erweisen sie sich als flache, schiefe Prismen,
die beim durchgehenden Licht wie Kaliiimbichromat aussehen. Die
Analysen gaben folgende Zahlen, welche mit der Formel c16 H1104 Br
gut ubereinstimmen:
Gefunden
Berechnet C16H11 OlBr
I.
11.
C
55.20
54.9
55.33 pct.
H
3.23
3.40
3.17 ))
Die Entstehnng dieses Brasile'insulfats findet jedenfalls nach der
folgenden Gleichung statt:
C16H1205 H B r = C16H1104
OH2.
Kocht man gepulvertes Campecheholz einige Zeit mit verdiinnter
Schwefelsaure oder Salzsaure, so farbt es gebeizten Kaliko ahnlich
wie die Hamatei'n-Verbindungen. Diese riihrt jedenfalls davon her,
dass zuerst eine ahnliche Verbindung des Hamatoxylins entsteht,
welche sich wahrend des Farbens oxydirt.
Brasilei'nsalz verhalt sich in ganz lihnlicher Weise.
Auch andere Sauren, wie z. B. Oxalsaure, Weinsaure u. s. w.
geben gleichartige Verbindungen. Die Einwirkung der Salpetersaure
scheint auch dieselbe zu sein, nur ist sie sehr schwer z u controliren.
+
+
2 346
Mit Phtalsaureanhydrid auf 1200 erhitzt , liefert das Hamatei'n
einen neuen Farbstoff. Weitere Versuche iiber diese verschiedenen
Einwirkungen sind im Gange.
Diese neuen Verbindungen fiirben mit viel mehr Intensitat, wie
das ursprungliche Haniatei'n und Brasilei'n, und es ist sehr merkwurdig,
dass die Farben viel besthidiger sind, indem sie Seife und aueh einer
verdiinuten Liisung von Bleichpulver widerstehen, besonders diejenigen,
die sich vom Hamatei'n ableiten. Wahrend des FBrbens wird das
Weiss aber betrachtlich befleckt , d a , sobald diese Verbindungen
in Liisung kommen, sie Saure abspalten, welche die Reize auflast
und sie an die ungebezeizten Theile des Tuches heftet.
Die nerien Hamatei'nverbindungen fgrben Banmwolle , die mit
Alaun gebeizt ist , matt roth, rnit starker Eisenlosung schwarz, mit
schwacher schieferfarbig und mit einem Gemisch von Thonerde nnd
Eisen chokoladefarbig.
Die Schwefels~ureverbindungendes Hamatei'ns j.edoch geben Farben
rnit Thonerde, die &her sind als die andern. Beim Seifen werden
alle diese Farben etwas blauer. Die Brasilei'nverbindungen farben
aueh fast so wie die oben beschriebenen Hamatei'nverbindangen , iiur
sind die Fnrben etwas heller.
Diese Resultate zeigen, dass Hamatin und Brasiliri in ihren
Eigenschaften einander sehr lhnlich sirid und bestltigen die Ansichten
von L i e b e r m a n n (diese Berichte IX, 1883), dass sie rerwandt sind.
Die Leichtigkeit, mit wclcher sie ein und iiur ein Hydroxgl fur Chlor
urid Brom beim Behandeln mit den betreEenden Sauren austauschen,
uiid die Schnelligkeit, mit welcher die so entstandenen Prodrikte bei
dcr Behandlung iiiit Wasser diese Elemente wieder abgeben, ist merkwurdig und zeigt , das dieses Hydroxyl niehr allroholartig als phenolaitig ist. Da, diese Korper, rnit Silberoxyd oder Alkalien behandelt,
nicht Hiimatei'n oder Brasilei'n wieder hervorbringen, sondern Kiirper,
die rnit ilinen isomer sind, scheint, es, dass entweder eine Molekularninwandlung odcr Polymerisation stnttfindet. Die Thatsache aber,
dass diese Produkte etwas lijslicher in Wasser sind als HamateYn oder
Brasilei'n, spricht rielleicht gegen diese letzte Ansicht; bei den Schwefelverbindungen aber glaubt inaii, dass Polymerisation eintritt. Wie oben
beschriebeii , werden diese Schwefelverbindungen leicht zersetzt , nur
ist die Zersetzung iiicht rollkommen und giebt ICtjrper, die ma.n sich
niir , als aus drei Molekiilen des ursprilnglichen Farbstoffes entstanden, vorstellen kann. Man schliesst also daraus, dass sanres
Isoh&mateinsulfat nicht, die Constitution (CujH1105
( ~ 1 6~
1
I'
oj
1
Brasilei'ns
1S
04)s
(c16
1 sO4),
sondern
besitzt, und die entsprechende Verbindung des
2347
Obschon es uns bis jetzt noch nicht gelungen ist, einen Kiirper
ahnlich den1 Coerulei'n aus Hamatin zu gewinnen, ist es kein Beweis,
dass Hamatin nicht ein Phtalei'n ist. I m Gegentheil bestatigen unsere
Untersuchung diese Ansicht von B a e y e r , da es unter den Phtalei'nen
viele giebt , die eigenthumliche Verbindungen mit Schwefelsaure und
Salzsaure liefern, z. B. Fluorescefii und Phtalei'norcin (diese Berichte VII,
12'13-1 214), Hydrochinonphta.lei'n (diese Berichte XI, 715) und Homofluorescei'n (diese Berichte XIII, 547). Die Entstehung, Unbestandigkeit und Constitution dieser Verbindungen zeigen, dass sie diesen
Sanrqverbindungen des Hamatei'ns und Brasilei'ns sehr ahnlich sind.
455. W. R o s e r : Notizen. ayrocinchonsaureenhydrid und
Hydromuconsaurertnhydrid. Ueber einige Isomeriefalle. ZUr
Constitution des Benzols).
(Eingegangen am 26. September.)
1. P y r o c i n c h o n s a u r e a n h y d r i d u n d H y d r o m u c o n s a u r e a n h y d r i d.
Aus den von den HHrn. B r e z i n a 1) und F o c k 2, angefuhrten
krystallographischen Untersuchungen ergiebt sich die Identitat des
Pyrocinchonsaureaiihydrids mit dem sog. Hydromuconsaureanhydrid,
welches letztere H. B e c k u r t s und R. 0 t t o 3) ails a-Dichlorpropionsaure erhalten haben.
Diese Entstehungsweise der Pyrocinchonsaure bestatigt die schon
friiher4) von mir fiir dieselbe aufgestellte Formel
CHs- -C- -CO O H
!!
c H~---C---COOH
Pprocinchonsaiire.
2. U e b e r e i n i g e I s o m e r i e f a l l e .
Die Isomerie der beiden Dibenzyldicarbonsauren, der derDipheny1b e r n s t e i ii s a u r e n, welche R eim e r 5 ) aus Stilbendicarbonsaure erhielt, und welche beim Behandeln mit Salzsiiure resp. Baryt in einander
ubergehen, findet in den folgenden Fornieln eine einfache Erklarung :
c
6 Hs---CH- -C;.'(OH)z
C6Hg-.-CH-.-COOH
I
:0
und 2)
1)
c
6 Hs--C H---C 0 O H
C6&,---dH co/
I)
2)
3j
4)
5,
Mon. f. Ch. 111, 608.
Zeitschr. f. Krvst. VII. 48.
Diese Berichte'X, 1503.
Diese Berichte XV, 1319.
Diese Berichte XIV, 1802.
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