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1524
Fiir die Bibliothek sind 4 s Oeechenke eingegangen:
Die modernen Theorien und ihre Bdeutung fur
die chemioche Mecbanik. 4. Aud. Breelau 1888.
1440. Fiecher, Ferd. Ueber den Einflw der klinsthhfm bbuebtung auf
die Luft in geecblossenen Riiumen. Sep.-Abdr.
14441. Hermane, J. Tb. H. Ueber die vermeintlicbe Alurthmang o w nieoher Sobstanmu durch den Menden. Inaug.-Diee. (HeiQlberg)
]Latinohen 1883.
1UB. Niederetadt. Die Berfandthde und E i d a f t e n einigez Wmmr
gewtiah
Untemchung der Bltithenblitter von Rosa centifolii
Sep.-Abdr.
1443. Schulee, B. Zur Cbemie dee Asparagins. &p.-Abdr.
1444. Worioger, Leo. Ueber neue Derivate der Campheiure. In%.Dise. Seassburg 1885.
898. Lenz, R. Ueber das galvanische Leitangsvermbgen alkoholiher L&
eungen. Sap.-Abdr.
85. Naturen, 1883. No.5.
461. Meyer, Lothar.
-
Der Vomitzende :
A.
W. H o f m a n n .
Der SchriftfIlhrer:
A. P i n n e r .
Mittheilnugen.
389. Pheodor Wilm: Eur ahemie der Pletiinmetdle.
(Eingegangen am 15. J u i ; verlemn in der Sitsnng von Ern. A. Pinner.)
Zur Vervollstibdigung meiner in dieaen Berichten vor Wrer
Zeit') rerijffentlicbten Mittheilungen iiber Platinmetalle * sowie einer
inmischen ale Inauguraldissertation emhienenen Schrift nnter dem
Titel ~ z n rChemie der Platinmetalle9)c. erlaube ich mir an d i e
Stelle einigea nacbutragen.
In letztgenannter Schrift ist gelegentlich
der Verarbeitung dcr letzten in Kbnigawmser unliielichen Beete aus den
eogenannten gefillten Platinriicksthden ekes ecbwarzen Polrere Erwfinung gethan, welches nach Aufechlieesungjener Reste nach W6hler'e
Methode mit Chlor und Chlornatdum zuriickbleibt und such der weiteren Emwirkung d i e m Agentien widemteht. Dese jener achwnrre
RiicLstand nmh ein oder dae andrw Metal1 enthielt, zeigte sein Verhalten beim Ueberleiten von Weseemstoff, wobei mter betriichtlicher
Erwhmung und reichlicher Waeeerbildung eine Reduktion ror sich
-
I) Diem Berichte XnI, 1198 und XIV, 6'29.
9 Zar Chemie der Platinmetalle von Th. Wilm. Dissertation. St. Peters-
bnrg 1888.
I525
ging, rerbunden mit einer Wasserstoffoccltision. Beim Erhitzen im
Luftstrom oxydirte sich das Pulver wieder, was un der neuen W m r bildung wahrgenommen werden konnte, wenn iiber das in Luft erkdtete Gemenge rrberrnals Waasemoff geleitet wurde 1).
Eine genauere k u n e Angabe fiber die Art und Weise, wie ich
diesee Material erhalten, zeigt sofort, daae meine Riickstiinde nicht mit
Phnlichen EU verwechseln sind, wie sie auch Claue') nach Verarbeitung
der gefsllten Riicketiinde in Hiinden gehabt, iind in deiicn schon in
Folge eiiier ganz anderen Methode der Platinscheidung jener Zeit eine
Menge von Beirnengungen, wie Kieselerde, Thonerde, Gips, Chrom
iind Eisen enthalten war. Letztere konnten hier nicht rorbanden sein,
da mein Material aus allen den Filtraten und Liisungen, aus denen
ich, wie in der citirten Abhandlung wiederhult gereigt, Palladium und
Rhodium ale reiiie Amrnnniakverbinduiigen d e r Metallbaaen gewoonen
batte, mit Eisen gefgllt war 3).
Die Resultate der mit jenen Riickstanden angestellten Vereuche
kiinnen nicht im Entfernteeten Anspruch auf VolletlIndigkeit erheben,
vnr Allem schon, weil ich mehr wie je dabei durch empfindlichen
Mangel an Material beechfinkt war. Wenn ich dennoch die wenigen
genammelten Beobacbtungen zusammenstelle, so geschieht es in der
Hothog, damit auf weitere Eigentbiimlichkeiteri im Verbalten der
Platinmetalle zu einander aufmerksam gemacht zu baben, und dam
andere benifenere Chemiker im Besite von niehr Material dadurch aufgefordert werden miichten, die AufklPrung zahlreicher, noch hijchst
dunkler Vorgiinge und Erscheioungen, welche eich bei der Bearbeitung
jener so interemanten letzten Aufschlieeeungeriickstdindederplatinreste ergeben, mit mebr Erfolg, ids ea mir beecbieden war, in Angriff zu nehmen.
Wie sich aus folgenden Notiren ergiebt, scheint gerade des Ruthenium, welchee auch C l a u s anfangs in den gefMlten Riickstanden
entgangeii war und eich darin, wie ich glaube, in gar nicht 80 unbedeutender Menge vodndet , daejenige Element zu eein , welchee die
Reaktioneii der anderen Platinmetalle, namentlicb dee Iridiume, womit
man es in einigen seiner Verbindnngen gewise bieher oh verwecbeelt
hat, ganz aueserordentlicb verhdert nnd dessen Gegenwart wahrscheinlich die meieten der 80 ttiurrchenden Erscheinungen, wie Farbenwechsel
u. a. ruruachreiben sind. Auch iat es eine noch unbekannte merkwiirdig constante Verbindung einee oder mebrerer der in jenen unaufscbliembaren Resten enthaltender Metalle mit Eieen, welche unser
lnteresee in Anspruch nirnmt. Claiis hat ebenfalls nclch Abscheidung
ibid. p. 81.
BeitrCge eiir Chemie der Platinmetalle. p. 7. Dorpat 1854.
K Prow 'sche Univereitiitcrhuchhandlung.
3 Th. Wilm. Zur Chemie der Platinniet.alle. p. 73.
I)
*) Clnus.
1526
des Rutheniums noch Rhodium, Iridium und Eiseii in ahnlichen Riickstlnderi gefunden I).
So bestiindig nun dieses zumeist Ruthenium neben etwas Eisen,
spiireii von Iridium und Rhodium und vielleicht noch ein anderes noch
unbekannte Metall eitthaltende Metallgenienge gegenuber der Einwirkung
vnii Chlor und Chlornatrium ist, so leicht verhaltnissmiissig ist es
durch einfaches Schmelzen niit Soda eersetzbar. Demnach ist das
Ruthenium, wie auch das oben erwiihnte Verhalten des schwarzen
Pulvers beim Ueberleiten \-on Luft und Wasserstoff zeigt, ein sehr
leicht oxydirbares Metall. Ich gebe jetzt die Beschreibung der Bearbeitung jenes Pulvers , indem ich dabei auf gewisse Verschiedenheiten
aufmerksani mache, welche die Reaktinnen einiger Produkte gegeniiber
den fur reines Ruthenium und Iridium von C l a u s angegebenen Reaktionen darbieten.
Das schwarze Metallpulrer, itus welchem durch wiederholtes Gluhen
mit Chlornatrium int Chlorstrome alles Iridium und Rhodium entfernt
war und nunmehr jenen Agentien widerstand, wurde mit einem Ueberschuss roil Soda gut genieitgt irn Platintiegel geschmolzen. Die graue
Schmelze, sammt Tiegel und Deckel in destillirteni Wasser digerirt,
g a b eine intensir gelbbraune Liisung ahnlich einer solchen von Iridiumsalniiak; allmahlich bedeckte sich der Platintiegel niit eineiri dunklen,
in allen Regenbogenfarben spielenden blaugrauen Ueberzug wiihrend
die Parbe d e r Liisung etwas heller zii werden schien. Die Lijsung
wurde nach Abspritzen des Tiegels filtrirt und letzterer mit Salzsaure
fur sich erwiirnit, worin sich der blaugraue Ueberzug ziemlich leicht
mit rothbrauner F a r b e loste und nach Abdampfen zur Trockna ein
dunkel griinbraunes Salzhautchen hinterliess, welches sich mit derselben
Farbe in Salzsaure und Wasser loste; Zusatz yon Salpetersaure bewirkte den Uebergang in eine schon rothbraune Lijsung, in welcher
Salmiak nach kurzeni Erwarmen einen zuerst fast schwarzen, wie
Iridiumsalniiak aussehenden krystallinischen Niederschlag erzeugte,
dem sich aber nach langerem Stehen noch andere Krystiillchen beimengten, wie die Retrachtung unter dem Mikroskope deutlich zeigte;
e s hatten sich ausserdern noch oktacdrische, Zuni Theil durchsichtig
gelbbraune und rothgelbe Krystalle gebildet , von denen die grijsseren
fast undurchsichtig braun waren. Die uberstehende Fliissigkeit blieb
noch intensiv gelb gefarbt, allein beide Theile z u gering, um eine genaue Identificirung zuzulassen. HBchst wahrscheinlich lag hier ein
mit Spuren von Iridium vermischtes Rutheniurndoppelsalz vor. Ru=
theniumsalze sollen bekanntlich in Losung theilweise zersetzbar sein.
Das riithlichgelbe Filtrat von der Sclimelze wurde beim Stehen
allmahlich trube und beim Eindampfen schied sich daraus unter voll-
.
')
Claus. Beitriige. p. 13.
1527
stiindiger Entfirbung eiii feines, zum griissten Theil aufschwimmendes,
schwarzgraues Pulver in geringer Meiige aus. Dieses war in Salzsdiire
loslich und gab nach Oxydatioii mit Salpetersiiure und Zusatz ron
Salmiak nach dem Coiicentriren sehr n e n i g eiiier schwarzen, fein
krystallinischen Ausscheidung, hochst wahrscheinlich ebenfalls Rutheniumsalmiak mit Iridiumsalmiak gemengt; auch in der gelben iiberstehendeii Flussigkeit scheint Ruthenium geliist zu bleiben, da Aminoniak
in derselben eine schwache Fiillung VOQ amorphen, braunen, in Salzs&ure niit violetbrauner Farbe loslichen Flocken gab.
D a s Hauptprodukt der Schinelzung mit Soda bildet der schwarze
roil der wassrigen L6sung der Schmelze abfiltrirte Ruckstand. Kalte
Salzsiiure lost daraus einen Theil der wahrscheinlich als Oxyde vorhandenen Metalle mit brauner, heisse dagegen mit tief violetschwarzer,
tintenartiger Fiirbung auf, welche bei langerem Kochen mit der Saure
schliesslich braiingelb wird. Dampft man diese Liisung unter Zusatz
r o n Salpetersiiure zur Oxydation ein, so erhalt man eine prachtvoll
tief kirschrothbraiine Fliissigkeit, aus welcher Salmiak nach einigem
Steheii dunkle, beinahe schwarzviolette Krystdlchen aiisscheidet, welche
kauin von Iridiumsalmiak, w o f i r sie anfangs in der T h a t riiich ron
mir gehalten wurden, zu unterscheiden sind. Die dariiber stehende
Mutterlauge bleibt aber intensiv gelb gefiirbt , was bei blosser Gegenwart von Iridium nienials der Fall, indem dieselbe bei gehoriger Concentration in der Kiilte fast farblos oder kaum blass getk-bt ist; BUS
jener gelben Mutterlauge scheideii sich im Exsiccator nach einiger Zeit
iiberaus leicht liisliche, braungelbe, plattenfiirmig schiefe, oft prismatisch
ausgebildete Krystalle aus, welche sich beim geringsten Erwiirmen der
Mutterlauge wieder k e n , aber nach der Trennung von den zuerst
gebildeten schwarzvioletten Krystallen durch Filtriren und Waschen
mit Alkohol aus den1 Filtrat nicht wieder unzersetzt erhalten werden
konnten. Dass jene braungelben Krystalle ein Doppelsalz von Eisen
niit einem Platinmetall - vielleicht Ruthenium - darstellen, bewies
eine genaue Prufung und die Abscheidung betriichtlicher Mengen von
L
Eisenoxydbydrat.
Die dunklen, fast schwarzrothen, durch Salmiak gefiillten Krystalle
wurden, wie gesagt, urspriinglich Fur Iridiumsalmiak angesehen, da sie
in der T h a t diesem ausserordentlich gleichen ; allein eine niihere Untersuchung zeigte den grossen Unterschied von Iridium. Schon daa
iiussere Anseheii unterscheidet diesen Kiirper von Iridiumsalmiak,
welcher selbst iu den feinsten Krysttillchen unter dem Mikroskop besehen undurchsichtig schwarz ist ; auch getrockneter, fein krystallinischer
Iridiumsalmiak ist so schwarz wie Glanzkohle, wiihrend diese Krystlllchen rothvioletter uiid an den Kaiiten oft ebenso durchscheinend
sind. Absolut reiner, vorher analysirter Iridiumsalmiak ist in Wasser
r o n gewnbnliclier Temperatur schwer liislich, leichter beini Erwarmen
1528 und giebt eine intensiv gelbbraune Losung ohne jeden Stich ins Rothe;
diese Krystalle aber liisten sich schon in kaltem Waeser ausserordentlich leicht und zwar mit rothbrauner his braunvioletter Farbe. Eine
Liisung von Iridiumsalmiak kann ferner ohne Verslnderung gekocht
werden, wahrend die Losung jenes Salzes sich noch lange vor dem
Siedepunkt verfiirbt, indem sie dunkler, darauf undurchsichtig und endlich missfarbig griin violettgrau wie Tinte wird, ohne dass ein Niederschlag deutlich zu merken ware; es deutet dies Verhalten unzweifelhaft auf Ruthenium, dessen Chloriirdoppelsalze nach C l a u s 1 ) unter
diesen Bedingungen schwarzes Oxychloriir bilden sollen. Kochen mit
Salzsaure stellt wieder die braungelbe Farbe her.
Weitere bedeutende Uriterschiede von Iridiumsalmiak zeigten dirse
dunklen Krystalle im Verhalten ihrer Losung zu Ammoniak, wobei ich,
nebenbei bemerkt, auch das Verhalten von nachweisbar reiner IridiumsalmiaklBsung wiederholt nicht iibereinstimmend rnit den von C l a u s
gegebenen Reaktionen fur Iridium fand. - Wahrend nach C l a u s die
Reaktion rnit Ammoniak ahnlich der mit Aetzkali darin bestehen soll,
dass ausser dem Farbenwechsel unter Sauerstoffabsorption ein blaues
Oxyd ausgeschieden wird , babe ich diese Reaktion niemals erhalten
kiinnen; allmahlich entf&rbt sich durch Ammoniak die intensiv braungelbe
Losung des Iridiumsalmiaks , doch selbst nach sehr langeni Stehen
bei gewohnlicher Temperatur, oder selbst nach anhaltendem Kochen
bildet sich daraus kein Niederschlag, die Farbe der Liisung bleibt
ungeiindert gelblich , hiichstens setzen sich nach langerer Zeit geringe
gelbbraunliche Flocken a b ; diese losen sich auf Zusatz von Salzsiiure,
wodurch die Farbung gelbriitlilicher wird, aber ohne Aenderung auch
nach tagelangem Stehen klar bleibt. - Setzt man aber zu der Liisung
jener dunkelviolettrothen Krystalle unter gleichen Urnstanden Ammoniak, so bildet sich sofort ein dunkler fast schwarzer flockiger Niederschlag , welcher noch deutlicher nach dem Erwarmen erscheint; die
davon abfiltrirte Fliissigkeit hat eine griinlich violettbraune Farbe;
mit Salzsiiure bleibt sie durchsichtig violett auch nach dem Kochen und
Stehenlassen ohne eine Spur eines blauen Niederschlages zu zeigen,
wie solches nach C l a u s ? ) bei einer Iridium und Ruthenium enthaltenden Losung auftritt.
Obgleich diese Reaktion mit Ammoniak ziemlich gut mit der von
C l a u s f i r das Ruthenium beschriebenen iibereinstimmt, liess der folgende Versuch Zweifel iibrig, ob man e s hier nur mit Ruthenium
allein, oder mit einem anderen Metal1 zu thun habe. Jene durch
Kochen des ammoniakalischen Filtrats rnit Salzslure erhaltene violette
Lijsung gab nach dem Concentriren ond Stehen ein schmutzig griinI)
2,
Claus. Beitrige u. b. w. p. 33.
C l a u s . Beitrige u. P. w. pag. 43.
1529
braunes krystallinisches Pulver, welches aber unter dem Mikroskop
betrachtet homogene schiin gelbe durchsichtige Krystiillchen darstellte,
welche tannenzweigartig gruppirt waren. - Die Mutterlauge war gelb
gefllrbt. Diese Krystalle wurdcn abfiltrirt und d a sie sich in Wasser
liislich zeigten, rnit Ammoiiiak auszuwaschen versucht; sie nahmen aber
dadurch sogleich eine schiine dunkelgriine Ftirbung an, iiidem sie sich
zum Theil rnit derselben Parbe in Ammoniak liisten; dieses Verhalten
stimmt auch wenig mit dem des Rutheniuinchloriirammoniaks') iiberein, welche Metallbase wahrscheinlich gebildet sein musste, falls die
urspriinglichen dunkelvioletten Krystalle nur Rutheniumsalmiak waren.
Allein die Menge des durch vorstehende Hearbeituiig betriichtlich
reducirten Materials war leider zu gering, um eine Analyse damit
anzustellen. Zur aiiniihernden qualitativen Festetellung des aus den
erhaltenen grtinen Krystallchen durch Gliihen reducirten Metallschwamms,
wohlte ich ziir Aufschliessung und Vergleichung rnit Ruthenium die
Methode des Schmelzens mit Kali und Salpeter. Die damit im Ylatinschalchen erhaltene dunkelgraugriine Schmelze liiste sich in Wasser
rnit gelber Farbe, doch ffillte Salzeiiure daraus nicht schwarzes Sesquioxyd, wie etwa entstandenes ruthensaures Kalium sich Ferhalten muss
(Gmelin 111, 1340 rr>, sondern e n t a r b t e die Liisung, worauf die Farbe
spiiter wieder eintrat. Das Platin zeigte sich iihnlich angelaufen, wie
schon oben beim Schmelzen des urspriinglichen schwarzen Pulvers
rnit Soda erwghnt wurde. Beim Eindampfen der salzsauren Liisung
im Porcellanschiilchen schied sich ein rothes krystallinisches Salz aus,
miiglicherweise Kaliumrutheniumchlorid ( obgleich die Daratellung
dieses Salzes mit Schwierigkeiten verbunden zu sein scheint) doch
gab dessen Liisung in Wasser, worin es sich nicht mit der den Rhodiumsalzen eigenthiimlichen rothvioletten Farbe liiste (Gmelin 111, 1341),
eondern rnit gelbrother, mit Schwefelwasseretoff nur einen dunkelbraunen
Niederschlag und keine Spur einer schiinen blauen Fiirbung, wie C l a u s
von Ruthenium angibt. Auch die Mutterlauge von jener gelben
krystallinischen amrnoniakalischen Metallverbindung gab Reaktionen,
welche wenig auf Ruthenium passten.
Auch der Niederschlag durch Ammoniak in der Liisiing der
dunkelvioletten fur Ruthensalmiak angesehenen Krystalle, welcher
allen Angaben zufolge reines Ruthenoxydhydrat sein soll, zeigte bei
genauerer Prufung ein eigenthiimliches Verhalteii , nach welchem man
geneigt sein miichte, eine Modification des Rutheniums anzunehmen,
wenn nicht die SO veriinderten Reaktionen einer kleinen Beimengung
von Rhodium und Eisen zuzuschreiben sind. Der ausgewaschene,
ziemlich voluminiise schwarze Niederschlag durch Ammoniak lijste sich in
kochender Salzsaure zuerst rnit jener f i r das Ruthenium charakte-~
*) G m c l i n 111,
1335. G r a h a m - O t t o 111, pag. 1060.
ristischen tiefvioletten bis braunschwarzen Farbung auf, die durch
weiteres Kochen niit Salzslure in braungelb iibergeht ; zur Trockne
verdampft blieb eine gelbbraune ainorphe Schicht zuriick, welche mit
KGnigswasser erwarnit unter Oxydation diinkler aber nicht mehr so
tief kirschrothbmun wurde, wie oben bei Verarbeitung des Ruckstaiides
der Sodasclimelze besrhrieben: wieder auf dern Wasserbade zur Trockne
abgedampft , blieb ein grunblauer, niit braunen Randern versehener
Riickstaiid , welcher aber yon nun an selbst nach wiederholtern
ErwBrrned init Konigswasser nicht rnehr kirschroth wurde, sondern
grlbbraunlich blieb und in diesern Zustande auch rnit Salmiak keine
Spur jener dunkelvioletten Krystalle von Ruthensalmiak gab. Auch
d;is Verhalten dieser Liisuiig zu Amnioniak war jetzt ein ganz anderes
geworden, als es von Ruthenium erwartet werden sollte; denn statt
nach C 1 a u s entfdrbt z u werden, blieb selbst nach Erhitrung die Farbe
schmutzig braun und ein feiner brauner Niederschlag schied sich aus.
Da ich auch keine andere unzweifelhaft auf Ruthenium deutende
Reaktion erhalten konnte, so leitete ich in die verdiinnte saure Losung,
worin Salmiak keinen Niederschlag gab, Schwefelwasserstoff bis zur
Sattigung ein; e s schied sich ein geringer schmutzig braungelber Niederschlag aus; das Filtrat hatte aber eineii rosa Stich; ich bemerke
hierbei ausdrucklich, dass ich weder hier noch sonst i n Ihnlichen
Losungen, welche zum Theil die Rutheniumreaktionen gaben, jernals
die prachtvoll lazurblaue Parbe beobachtet habe, welche sich nach
C 1 a u s und R o s e beim Fallen des Rutheniums mit Schwefelwasserstoff
bilden soll. Durch Schmelzen der geringen Menge aus dem Schwefelwasserstoffniederschlage durch Gluhen erhaltenen Metalles mit Kali
und Salpeter im Silbertiegelchen und Priifen der Losung gelang es
mir ebenfalls nicht eine unzweifelhafte Rutheniumreaktion zu constatiren. Das zart rosa geGrbte Filtrat von der Schwefelwasserstofffillung gab mit Arnrnoniak neutralisirt keine Farbung; Zusatz von hellem
Schwefelammonium gab in der Kalte keine Spur eines Niederschlages,
aber eine chrorngriine Farbung, welche beim Erwarrnen auf dem
Wasserbade braungriin wird; spater ballte sich ein schwarzer Niederschlag zusarnmen , wahrend die klare Flussigkeit dariiber gelbbraun
blieb und sich beim Stehen an der Luft triibte. Filtrirt und ausgewaschen gab dieser Niederschlag mit verdunntem Konigswasser eine
r6thlichgelbe Liisung, die stark concentrirt mit Samiak erst nach
langerem Stehen eine rothe undeutliche Krystallisation und eine intensiv wie Eisenchlorid gefarbte gelbe Mutterlauge hinterliess. Es
gelang die sehr geringe Menge umzukrystallisiren, worauf sich nach
circa 24 Sturiden in der gelben Mutterlauge wenige aber gut und
grosser ausgebildete einzeln liegende runde Krystalle ausschieden,
welche unter dem Mikroskop betrachtet dennoch keinem der mir bis
jrtzt bekannten-oktagdrisch krystallisirenden Doppelsalze der Platin-
1531
metalle glichen. Es war schwcr zii entscheiden, ob hier nur rerzerrte
Oktagder vorlagen oder vielmehr quadratische nder rliombisclie
Krystalle; yon oktadderartigeni Habitus, zeigten sich a n den Enden
der langen A x e Zuspitzungen, ferner Pyramiden zweiter Ordnung und
auch die entsprechenden Prismenflachen. Die Farbe war eine schone
hellhimbeerrothe bis diinkelrosarothe, a m chesten mit Rhodiumsalzen
zu vergleichen. obgleich ich diese Form noch niemals bei den mir
sonst wohlbekannten Rhodiumsalmiaksalzen beobachtet habe, welche
gewijhnlich entweder in den zwei Formen der Salze erster und zweiter
Reihe vorkommen, oder, wie ich gezeigt, noch in jenen schiinen rosarothen sechs- und dreieckigen Platten, namentlich wenn noch Eisen
in der Mutterlauge vorhanden ist. Dass hier keine Ruthenium, snnderii wahrscheinlich eine eigenthiimliche Rhndiurneisenverbindung vnrlag, zeigte die Einwirkuiig vnn Ammoniak, welches keine Spur eines
schwarzen Niederschlages gab, sondern eine hellgelbliche Fliissigkeit
und eine Menge von Eisenoxydhydrat. Letzteres ist nicht uninteressant,
und zeigt wieder, welche merkwiirdigen constanten Verbindungen diesee
Metalls mit einigen der Platinmetalle unter Umstiinden bestehen konnen,
unter welchen Reagentien z. B. wie Schwefelammonium oder Ammoniak in der Kalte, wie vorhin gezeigt, das Eisen als solches nicht
erkennen lassen. O b hier noch ein unbekanntes Metal1 ausser den
bis jetzt bekannten Platinmetallen, oder die Gegenwart gewisser Mengen von Eisen namentlich in einer bisher noch unaufgekliirten Verbindungsform mit den edlen Metallen es ist, welches die Reaktionen
so erschwerend complicirt, oder ob endlich nur die verschiedenen Verhaltnisse, in denen die Platinmetalle miteinander gernengt und miiglicherweise eng verbunden sind, jedesmal entsprechende Modificationen
des qualitatiren Verhaltens bedingen, kann nur ein tiefeingehendes
Studium mit iiiirerhaltnissmassig mehr Material lehren.
S t . P e t e r s b u r g , im Mai 1883.
Laboratorium der Kaiserlichen Ingenieor-Academie.
290. 0. Hinaberg: Ueber einige Derivate der Anhydroamido-
oxalyltoluidaiiure.
(Eingegangen am 17. J u n i ; verlesen in der Sitrung von Hrn. A. Pinner.)
Ich babe Tor eiiiiger Zeit in diesen Berichten XV, 2690 die Anhydroamidooxtoluidsaure beschrieben, welche durcli Reduktion der
m-p-Nitrooxtoluidslure , sowie des m - p -Nitrooxtoluidids entsteht; ich
habe seitdem einige neue Beobachtungen iiber die S l u r e gemacht, sowie einige Derirate derselben dargestellt , welche iin Folgenden be-
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